Die Wanderausstellung zeigt anhand archäologischer und paläogenetischer Exponate und Daten, dass die Deutschen wie alle anderen Bevölkerungen in Europa nicht autochthon entstanden sind, sondern als Ergebnis von Migrationsprozessen. Menschen waren zu allen Zeiten mobil. Auf der Suche nach Nahrung, Wasser und anderen Ressourcen haben sie sich stets sowohl kleinräumig bewegt als auch andere Regionen und Kontinente besiedelt. Indem wir den Besuchern unsere unterschiedlichen Wurzeln aus Afrika oder Westasien präsentieren, soll verdeutlicht werden, dass Migration kein modernes Phänomen ist, sondern selbstverständlicher Bestandteil des Mensch-seins.
Wasser –
Lebenselexier der Moore
-
Entstehung
von
Mooren
Mit dem Ende der Eiszeit – vor etwa 12.000
Jahren – begannen sich unsere Moore zu
bilden. Sie bestehen aus einer mindestens
30 cm mächtigen Torfschicht, die aus den
aus den Abbauresten von moortypischen
Pflanzen entstanden ist.
1
See
Am Ende der letzten Eiszeit bildeten sich in Mulden und abflusslosen Senken stehende
Gewässer. Dort wuchsen verschiedene Pflanzen. Der Abbau von organischem Ma-
terial führte zur Sauerstoffarmut im Wasser. Die Folge: Die unverrotteten Reste von
Schilf, Großseggen und Wasserpflanzen im Uferbereich setzten sich am Grund ab.
Den schwierigen Bedingungen in
Mooren wie oberflächennahe Was-
serstände können nur besonders an-
gepasste Pflanzen Stand halten. Dazu
gehören in Niedermooren, Seggen,
Schilf, Erlen, Birken und Weiden, in
Hochmooren Torfmoose, Wollgräser
und Zwergsträucher.
2
Niedermoor
Das Gewässer ist weitestgehend mit organischem Material verlandet. Offene
Wasserflächen kommen nur noch vereinzelt vor. Häufig werden die Niedermoore
von Bächen durchströmt. Auf dem Niedermoor bildet sich Bruchwälder oder
Seggenriede aus.
3
Hochmoor
Im Bild unten ist ein Bult-Schlenken-Viel Niederschlag und niedrige Jahrestemperaturen begünstigen das Wachstum
Komplex zu sehen, eine in den zentralenvon Torfmoosen. Die Spezialisten unter ihnen wachsen über den Grundwasser-
Bereichen von Hochmooren vorkom-spiegel hinaus und ernähren sich nur noch von den wenigen Nährstoffen, die im
mende spezielle Oberflächenform.Regenwasser und Staub enthalten sind.
Moor_Tafel_Druck_97x225.indd 1
30.01.12 16:04
Moorkataster –
die Datenbank für Moore
-
Erfassung
von
Mooren
1,5 % der Flächen im Land sind Moore
und Anmoore. Sie werden im Moor-
kataster Baden-Württemberg erfasst.
Das Kataster gibt eine Übersicht über
die Lage der Moore sowie ihre
Beschaffenheit.
Aus wirtschaftlichen Interessen amAuf der Karte (Bild oben) ist die Ver-
Rohstoff Torf wurde um 1900 in Ober-teilung der Moore im Land zu erken-
schwaben mit einer systematischennen. Die meisten Moore gibt es in
Aufnahme von Moorflächen ins Moor-Oberschwaben, im Donauried, auf der
kataster begonnen.Baar, im Schwarzwald und im Ober-
Heute stehen für die Fortführung dierheingebiet.
Aspekte des Boden- und Natur-
schutzes an vorderster Stelle. Die
Daten des Moorkatasters bilden unter
anderem die Basis bei Fragestellungen
im Moor- und Klimaschutz.
Das Bild oben stellt die Kartierung des
Ebersbacher Moors aus dem Jahr 1964
in seiner ersten kartografischen Auf-
nahme dar.
Im Internet liegen die Karten digital vor.Durch den Abgleich mit anderen
Das Bild rechts zeigt die aktuelle Kartie-Geodaten wie beispielweise digitale
rung des Ebersbacher Moorgebiets.Geländemodelle (Bild unten: das
Ebersbacher Moor im 3-D-Modus)
können Geländebegehungen deutlich
verkürzt werden.
Auf der Internetseite http://brsweb.
lubw.baden-wuerttemberg.de kann
sich jeder einen Überblick über die
erfassten Moore und Torfe in Baden-
Württemberg verschaffen.
Moor_Tafel_Druck_97x225.indd 2
30.01.12 16:05
Früher beliebter Rohstoff –
heute seltenes Naturgut
-
Nutzung
von
Mooren
Vor ca. 200 Jahren wurden die ersten
Moore trockengelegt, um sie land- und
forstwirtschaftlich nutzen zu können oder
um Torf abzubauen. Der Torf diente als
Heiz- und Isoliermaterial, als heilendes Ba-
demittel oder als Substrat im Gartenbau.
Moorböden wurden und werden –
heute nur noch in Ausnahmefällen –
mit Siedlungs- und Verkehrsflächen
überbaut.
Heute ist der Abbau von Torf für gärt-
nerische und landwirtschaftliche
Zwecke in Baden-Württemberg ein-
gestellt. Torfabbau findet nur noch imMoore sind in der Regel ertragsarme
Reicher Moos für die medizinischenStandorte. Durch die Entwässerung
Anwendungen in den Heilbädernund landwirtschaftliche Nutzung wird
Oberschwabens statt.die Zersetzung der Torfschicht stark
gefördert. Faustzahl: Unter Grünland
kann der Torfschwund bis 1 cm/Jahr,
unter Acker 2 cm/Jahr betragen. Das
bei der Zersetzung entstehende Nitrat
kann das Grundwasser belasten.
Moor_Tafel_Druck_97x225.indd 3
30.01.12 16:06