Der INSPIRE Dienst Verteilung der Vogel-Arten (W) in Deutschland - Vorkommen stellt bundesweite Vorkommensdatensätze gemäß den Vorgaben der INSPIRE Richtline Annex III Thema bereit. Die Vorkommensdaten wurden vom Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) zusammengestellt und mit den Vogelschutzwarten und Fachverbänden der Bundesländer abgestimmt. Die Vorkommensdaten wurden im nationalen Vogelschutzbericht 2019 nach Art. 12 der Vogelschutzrichtlinie der EU übermittelt. Für die Vorkommensdaten wurden Daten des Atlas deutscher Brutvogelarten (Gedeon et al. 2014), Angaben aus dem Internetportal www.ornitho.de sowie einzelne ergänzende Daten aus einzelnen Bundesländern zusammengeführt. Die Angaben sind methodisch unterschiedlich erhoben worden. Die Erhebungsdaten stammen aus dem Zeitraum 2005 – 2016. Der Dienst enthält keine Informationen zu sensiblen Arten.
Der INSPIRE Dienst Verteilung der Vogel-Arten (W) in Deutschland - Verbreitung stellt bundesweite Verbreitungsdatensätze gemäß den Vorgaben der INSPIRE Richtline Annex III Thema bereit. Die Verbreitungsdaten wurden vom Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) zusammengestellt und mit den Vogelschutzwarten und Fachverbänden der Bundesländer abgestimmt. Die Verbreitungsdaten wurden im nationalen Vogelschutzbericht 2019 nach Art. 12 der Vogelschutzrichtlinie der EU übermittelt. Für die Verbreitungsdaten wurden Daten des Atlas deutscher Brutvogelarten (Gedeon et al. 2014), Angaben aus dem Internetportal www.ornitho.de sowie einzelne ergänzende Daten aus einzelnen Bundesländern zusammengeführt. Die Angaben sind methodisch unterschiedlich erhoben worden. Die Erhebungsdaten stammen aus dem Zeitraum 2005 – 2016. Der Dienst enthält keine Informationen zu sensiblen Arten.
Wälder stellen aufgrund ihrer vielfältigen Strukturmerkmale einen wichtigen Lebensraum für eine Vielzahl von Vogelarten dar. In dieser Studie wurde die Bedeutung von Waldstrukturen für die heimische Avifauna durch die Verknüpfung fernerkundungsbasierter Daten zu Waldstrukturparametern mit Vogelmonitoringdaten untersucht. Beobachtungsdaten des Monitorings häufiger Brutvögel (MhB) und flächendeckende Datensätze des Projekts „Monitoring von Biodiversität mit Tools der Fernerkundung“ (MoBiTools) wurden verwendet, um mögliche Treiber für die Vogeldiversität und das Vorkommen von zehn ausgewählten bundesweiten Trigger- und Waldindikatorarten in den Wäldern Baden-Württembergs zu identifizieren. Neben Maßen zu Überschirmung, Baumhöhe und Randliniendichte dienten der Anteil und die Diversität von Waldtypen als erklärende Variablen. Bei den ausgewählten Trigger- und Waldindikatorarten zeigten sich starke artspezifische Unterschiede: Ein Großteil der stärker waldgebundenen Arten reagierte positiv auf die Gesamtwalddeckung, während Baumpieper (Anthus trivialis), Wendehals (Jynx torquilla) und Neuntöter (Lanius collurio) eine erhöhte Vorkommenswahrscheinlichkeit bei mittlerer Walddeckung zeigten. Gleichzeitig hatte bei diesen Arten die Randliniendichte außerhalb geschlossener Wälder einen positiven Effekt. Eine hohe Buchendeckung wirkte sich insbesondere auf das Vorkommen von Kleiber (Sitta europaea), Schwarzspecht (Dryocopus martius) und Sumpfmeise (Poecile palustris) positiv aus. Die Fichtendeckung zeigte bei keiner der untersuchten Arten einen positiven Effekt. Die Diversität der Vogelgemeinschaften wurde v. a. durch die Verfügbarkeit überproportional hoher Buchenbestände gefördert. Die analysierten Zusammenhänge zwischen den Daten zur Waldstruktur aus der Fernerkundung und hochaufgelösten Vogelbeobachtungsdaten zeigen einerseits ein großes Potenzial, aber auch die bestehenden Herausforderungen für eine großflächige Untersuchung aktueller und zukünftiger Veränderungen der Waldökosysteme.
Die Kalktäler liegen im südlichen Teil des Landkreises Merseburg-Querfurt zwischen dem Geiseltal und dem Unstruttal in der Landschaftseinheit Querfurter Platte. Das Gebiet ist eine große Ebene, in die ein Trockentalsystem eingeschnitten ist. Dabei bestehen aufgrund der steilen Hänge zwischen den Tälern und der Hochfläche kaum Blickbeziehungen. Dennoch haben die Trockentäler eine sehr landschaftsprägende Wirkung. Betritt man die Täler, erlebt man einen sehr starken Wechsel des Landschaftsbildes, der einen scharfen Kontrast zu den ebenen Hochflächen vermittelt. Die markantesten landschaftsprägenden Strukturen der Hochebene sind das Müchelholz mit seinem zum Teil sehr alten Baumbestand und die südlich der Straße gelegenen Wäldchen. Sie gliedern die Hochfläche zwischen St. Micheln und Albersroda. Weitere wichtige Landschaftselemente sind die Obstbaumreihen und -alleen entlang von Straßen und Feldwegen sowie Feldholzinseln. Unmittelbar nördlich und nordöstlich der Ortslage Mücheln erstreckt sich das etwa 60 km² große Braunkohlenrevier des Geiseltales. In den Ortslagen von St. Micheln und St. Ulrich bestimmen die teils dicht bewaldeten, teils mit Trocken- und Halbtrockenrasen bewachsenen Hänge das Ortsbild. Hinzu kommt die zum großen Teil noch gut erhaltene landschaftstypische Bebauung, die durch zahlreiche Gärten mit Obstbäumen gegliedert wird. Deutlich hebt sich die Schloßanlage von St. Ulrich einschließlich des Schloßparkes von der dörflichen Siedlung ab. Das Hesseltal erstreckt sich über 3,3 km, ist vorwiegend bewaldet und grenzt an das Müchelholz. Der Nordhang wird durch aufgelassene Steinbrüche mit Halbtrockenrasen und Schuttfluren bereichert. Dicht bewaldete Hänge charakterisieren auch das Seitental am Waldhaus. Im Gegensatz hierzu stehen die trockenen Täler namens Gleinaer Grund und Spittelgraben. Typisch sind hier blütenreiche Trocken- und Halbtrockenrasen an den Hängen, kleine Waldflächen, aufgelassene Steinbrüche und Gebüsche. Ehemalige Streuobstwiesen sind teilweise stark verbuscht. Gehölzflächen sind bevorzugt auf den nordexponierten Hängen zu finden. Seit ur- und frühgeschichtlicher Zeit sind die Lößlandschaften bevorzugte Siedlungsgebiete. Daher wurde auch die fruchtbare Querfurter Platte frühzeitig besiedelt und ackerbaulich bewirtschaftet. Die eindrucksvollste Anlage innerhalb des LSG ist eine ausgedehnte Befestigung der jungsteinzeitlichen Trichterbecherkultur bei Krumpa. Als Relikte der ackerbaulichen Nutzung der fruchtbaren Lößböden existieren noch Fluren aus einer Zeit, als das Gebiet von Slawen besiedelt war. Nur an wenigen Stellen haben sich Reste von Wald erhalten. Das Müchelholz stellt das größte zusammenhängende Waldgebiet auf der Querfurter Platte dar. Der Bestand großer, ausladender, 120-160 Jahre alter Eichen geht vermutlich auf die Nutzung zur Schweinemast zurück. Auch Flächen mit Niederwaldstruktur findet man hier. Da die Weideviehwirtschaft eine untergeordnete Rolle spielte, entstand nur an den ackerbaulich nicht nutzbaren, steileren Hanglagen nach der Abholzung Grünland, welches extensiv als Schafweide genutzt wurde. So bildeten sich die landschaftstypischen Trocken- und Halbtrockenrasen. An Hängen wurden Terrassen angelegt und zum Teil mit Trockenmauern befestigt. Ein wesentlicher Bestandteil der Kulturlandschaft sind Streuobstwiesen an den Ortsrändern sowie an den Talhängen. Entlang der Wege wurden Obstbaumalleen angelegt. Die Ackerflächen des LSG werden seit der Zeit der Kollektivierung großflächig bewirtschaftet, was mit einer Beseitigung von Feldwegen und Feldgehölzen einherging. Nach der naturräumlichen Gliederung liegt das LSG Müchelner Kalktäler im südöstlichen Teil der Landschaftseinheit Querfurter Platte. Regionalgeologisch ist das Gebiet dem südöstlichen Teil der Querfurt-Freyburger Muschelkalkmulde zuzuordnen. In den Oberhangbereichen der Trockentäler Gleinaer Grund, Hesseltal und am Spittelsteingraben treten die mesozoischen Festgesteinspartien hervor. Es handelt sich dabei um Unteren Muschelkalk, der als Wechsellagerung von welligen, dünnplattigen bis festen Kalksteinen und Mergelkalken vorliegt. Bis oberhalb der Geiselquelle verläuft am Unterhang der Geiselaue die Grenze zwischen Unterem Muschelkalk und Oberem Buntsandstein (Röt). Dieser besteht in der Pelit- und Salinarrötfolge aus geklüfteten Mergelsteinen von graugrüner bis grauroter Farbe bzw. aus Ton- und Schluffsteinen, Dolomiten und Kalksteinen, Gips- und Anhydritlagen sowie untergeordnet Steinsalzen. Den oberen Abschluß des Röts bilden die Myophorienschichten aus dolomitischen Kalksteinen sowie Ton- und Mergelsteinen. Ehemalige Steinbrüche lassen die Gesteinsabfolgen sichtbar werden. Auf der Hochfläche sind Reste der saalezeitlichen Grundmoräne erhalten. Großflächig wird sie von einer über 2 m mächtigen Lößschicht überzogen. Die geologisch jüngsten, holozänen bis rezenten Ablagerungen sind im LSG auf die Hangfußflächen der Täler beschränkt. Diese bestehen aus durchschnittlich 2 m mächtigen Abspülmassen. Das Schutzgebiet liegt zwischen dem Lauchstädter Löß-Plateau und den höchstgelegenen Bereichen des Barnstädter Löß-Plateaus. Auf dem tiefer liegenden Lauchstädter Löß-Plateau herrschen Tschernoseme aus Löß vor. Auf dem Barnstädter Löß-Plateau im Westen und Süden des Schutzgebietes sind Braunerde-Tschernoseme, Parabraunerde-Tschernoseme und Lessivés aus Löß verbreitet. Auf den Talhängen sind Pararendzinen, seltener Rendzinen, aus skeletthaltigem Löß über Lehm-Fließerden und anstehendem Gestein entwickelt. In den Hangfußbereichen und auf den Talböden dominieren Kolluvisole aus umgelagertem Bodenmaterial der Tschernoseme. Grundwasser steht erst in größerer Tiefe an. Innerhalb der Sedimentgesteine kann es über bindigen Lagen zu Stauerscheinungen kommen, die besonders nach Starkniederschlägen und langen Niederschlagsperioden zu lokalen, temporären Quellhorizonten führen. Die Gewässer in den Kalktälern besitzen vorwiegend episodischen Charakter. Eine wichtige Funktion zur Abführung von Oberflächenwasser, besonders bei Starkniederschlägen, erfüllen die Gräben. Klimatisch gesehen liegt das LSG im mittel-deutschen Trockengebiet. Bedingt durch die Lage im Lee des Harzes beträgt die jährliche Niederschlagssumme weniger als 500 mm. Die mittiere Jahrestemperatur von 8,5 - 9 o C ist relativ hoch. Das Klima ist kontinental geprägt. Aufgrund der Trockenheit zahlreicher Standorte im Gebiet besteht der floristische Reichtum insbesondere im Vorkommen licht- und wärmebedürftiger, trockenheitsertragender Pflanzenarten, die entweder ihren Verbreitungsschwerpunkt in den kontinentalen Gebieten Osteuropas und Asiens oder im submediterranen Florengebiet Südeuropas haben. Die Halbtrockenrasen werden durch Aufrechte Trespe, Fieder-Zwenke und Großes Schillergras bestimmt. Pfriemengras dominiert die Trockenrasenbestände, zusammen mit Walliser Schwingel und Gemeinem Bartgras. Bemerkenswert ist auch das Kalk-Blaugras, das bevorzugt auf extremen Standorten, wie steilen, humusarmen Kalkschutthängen, anzutreffen ist. Es bildet beispielsweise die Blaugrashalden auf dem Trockenhang südlich St. Micheln. Weitere charakteristische Pflanzen der Trocken- und Halbtrockenrasen sind Wiesen-Salbei, Karthäuser-Nelke, Echtes Labkraut, Feld-Mannstreu, Knolliger Hahnenfuß, Kleiner Wiesenknopf und Flockenblumen-Arten. Floristische Besonderheiten im Gebiet sind Stengelloser Tragant, Pferde-Sesel und Liegender Ehrenpreis. Neben Pflanzenarten mit kontinentaler Verbreitung kommen zahlreiche Vertreter der submediterranen Flora im Gebiet vor. Es handelt sich zumeist um gefährdete und geschützte Arten wie zum Beispiel Silber-Distel, Deutschen und Fransen-Enzian sowie Ästige und Astlose Graslilie. Von den Orchideen trockener, offener Standorte sind Purpur-Knabenkraut sowie Braunrote Sitter mit großen Beständen anzutreffen. In wenigen Exemplaren kommt auch die Fliegen-Ragwurz vor. Das sehr häufige Gemeine Sonnenröschen ist an wenigen Stellen mit dem seltenen und gefährdeten Grauen Sonnenröschen vergesellschaftet. In dem Schutt der Steinbrüche sowie am Rand steiniger Ackerflächen wächst relativ häufig der gefährdete Schmalblättrige Hohlzahn. Auch Gehölze prägen die Landschaft und die Biotopausstattung in entscheidendem Maße. Wälder und Feldgehölze mit naturnahem Charakter werden durch Hainbuche, Stiel- und Trauben-Eiche bestimmt. Hinzu treten Sommer- und Winter-Linde, Ahorn, Berg-Ulme und selten Rot-Buche. Auch der Unterwuchs weist noch einen naturnahen Charakter auf. Haselwurz, Maiglöckchen, Waldmeister, Vielblütige Weißwurz, Türkenbund-Lilie sowie verschiedene Grasarten sind anzutreffen. Busch-Windröschen und Gelbes Windröschen bedecken im Müchelholz im Frühjahr große Flächen. Weitere Arten sind Schattenblume, Knotige Braunwurz und Ährige Teufelskralle. Auf lichten Stellen wachsen Schwalbenwurz, Ästige Graslilie und Ebensträußige Margarite. Verschiedene Orchideen-Arten sind in den Wäldern anzutreffen, unter anderem Vogel-Nestwurz, Weiße Waldhyazinthe, Großes Zweiblatt und Bleiches Waldvöglein. Auch soll das Vorkommen des geschützten Seidelbastes im Müchelholz erwähnt werden. Im LSG und seiner Umgebung wurden 80 Brutvogelarten nachgewiesen. Dies weist das Gebiet als einen artenreichen Lebensraum aus. Besonders für Arten extensiv oder nicht genutzter Offenlandstandorte und Gebüsche, aber auch für Arten der Wälder stellt es ein Refugium innerhalb der strukturarmen Agrarlandschaft dar. Zu den gefährdeten Arten zählen Rot- und Schwarzmilan sowie Habicht. Auch Grauammer und Wendehals wurden nachgewiesen. Hervorzuheben ist der Nachweis von fünf Fledermausarten, die das Gebiet als Jagdrevier nutzen. Die im LSG liegenden alten Kalkstollen werden als Winterquartiere genutzt. Die offenen, blütenreichen Rasen der steilen Hanglagen und ehemaligen Steinbrüche besitzen eine hohe Bedeutung als Habitat für Insekten, so konnten unter anderem gefährdete Arten der Heuschrecken wie die Blauflüglige Ödlandschrecke und der Feld-Heuhüpfer nachgewiesen werden. Der Bestand an wertvollen Biotopen ist durch Pflege und durch Fortsetzung der typischen Bewirtschaftung zu sichern. Zur Vermeidung von Nährstoffeintrag aus den angrenzenden intensiv bewirtschaften Bereichen wären Pufferzonen auszuweisen. Besonders entlang der Hangkanten könnte durch Ackerrandstreifen oder breite Stauden- bzw. extensiv bewirtschaftete Grünlandsäume, Gebüsch- und Baumgruppen das Landschaftsbild bereichert werden. Der Erhalt und die Entwicklung der Waldränder trägt zur Verbesserung des Bestandsklimas bei und dient der Sicherung wichtiger Lebensräume im Übergangsbereich von Wald und Offenland. Die Erweiterung extensiv bewirtschafteter Flächen sowie die Anlage von Aufforstungen und Grünlandflächen auf ehemals ackerbaulich genutzten Bereichen würde ebenfalls zur Verbesserung der Lebensraumbedingungen beitragen. Durch die Anlage von Hecken und Baumreihen entlang von Wirtschaftswegen sollten vernetzende Strukturen geschaffen und das Landschaftsbild der strukturarmen Ackerebene bereichert werden. Insgesamt wird innerhalb des LSG eine umweltschonende Land- und Forstwirtschaft, die auch den langfristigen Anforderungen an den Bodenschutz entspricht, angestrebt. Kulturhistorische Elemente, wie die durch historische Waldbewirtschaftung entstandenen Waldtypen und die Streuobstwiesen oder der Schloßpark St. Ulrich, sind als ein Teil der Identität der Landschaft zu erhalten. Eine weitere Bebauung im Außenbereich ist zu vermeiden. Naturlehrpfad Der Lehrpfad verläuft vom Park St. Ulrich entlang der Hänge nördlich St. Micheln und durch das Hesseltal bis ins Müchelholz. Darüber hinaus sind weitere Spazier- und Wanderwege durch die Täler und das Müchelholz vorhanden. Mücheln Ort und Burg Mücheln (Muchilidi) wurden erstmals Ende des 9. Jahrhundert im Hersfelder Zehntverzeichnis erwähnt. Die Lage der als Straßenschutz angelegten Burg wird im Kern der Altstadt vermutet. 1350 erhielt Mücheln Stadtrecht, bald danach wurde die Stadtmauer mit drei Toren errichtet, die nur noch in Resten vorhanden ist. Zeugen der Stadtgeschichte sind u.a. das Rathaus von 1571 sowie alte Bürgerhäuser. Kulturhistorisch bemerkenswert sind auch die 12 Apostelquellen unterhalb des Waldhauses südlich St. Micheln. Schloß St. Ulrich Das Schloß ist eine von einem Wassergraben umgebene, unregelmäßige Anlage, die vermutlich im 12. Jahrhundert gegründet wurde. Der bestehende Bau, dessen älteste Teile aus dem 15. und 16. Jahrhundert stammen, wurde mehrfach umgebaut und erneuert. Anfang des 20. Jahrhundert erfolgte ein durchgreifender Um- und Erweiterungsbau durch Paul Salinger. Zum Schloß gehört ein um 1720 in Terrassenform angelegter barocker Park mit einem klassizistischen Gartenhaus. veröffentlicht in: Die Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts © 2000, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISSN 3-00-006057-X Die Natur- und Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts - Ergänzungsband © 2003, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISBN 3-00-012241-9 Letzte Aktualisierung: 18.11.2025
Vogel des Jahres 1988 ist der Wendehals (Jynx torquilla).
[Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] Vögel in Feld und Flur in Rheinland-Pfalz www.umweltstiftung.rlp.de Grünfink Carduelis chloris | 15 cmStieglitz Carduelis carduelis | 12 cmBluthänfling Carduelis cannabina | 12 -13 cmFeldsperling Passer montanus | 12,5 -14 cmNeuntöter ! Lanius collurio | 16 -18 cm Steinschmätzer Oenanthe oenanthe | 14 -16 cmBraunkehlchen Saxicola rubetra | 12 -14 cmGartenrotschwanz Phoenicurus phoenicurus | 13 -14,5 cmNachtigall Luscinia megarhynchos | 16,5 cmStar Sturnus vulgaris | 22 cm Wacholderdrossel Turdus pilaris | 25 cmHeidelerche ! Lullula arborea | 15 cmFeldlerche Alauda arvensis | 16 -18 cmGrauammer Emberiza calandra | 16,5 -18 cmGoldammer Emberiza citrinella | 16 -17 cm Dorngrasmücke Sylvia communis | 13 -15 cmFeldschwirl Locustella naevia | 12 -13 cmFitis Phylloscopus trochilus | 7 cmWiesenschafstelze Motacilla flava | 15 -16 cmBachstelze Motacilla alba | 18 cm Wiesenpieper Anthus pratensis | 14 -15 cmRabenkrähe Corvus corone | 47 cmSaatkrähe Corvus frugilegus | 44 - 46 cmElster Pica pica | 46 cmKiebitz Vanellus vanellus | 27 - 30 cm Türkentaube Streptopelia decaocto | 28 - 32 cmTurteltaube Streptopelia turtur | 25 - 27 cmWendehals Jynx torquilla | 16 cmGrünspecht Picus viridis | 30 cmBienenfresser Merops apiaster | 28 cm Wiedehopf Upupa epops | 28 cmWachtel Coturnix coturnix | 17 cmRebhuhn Perdix perdix | 30 cmFasan Phasianus colchicus | 90 cmWeißstorch ! Ciconia ciconia | 102 cm ! nach Anhang I der EU-Vogelschutzrichtlinie streng geschützt Wintergast Standvogel Fotos: Dieter Göbel-Berggold, Daniel Ottmann, Mathias Schäf Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz | Gemeinnützige Stiftung des öffentlichen Rechts | Vorstandsvorsitzende: Staatsministerin Ulrike Höfken | Geschäftsführer: Jochen Krebühl Zugvogel Teilzieher Durchzieher Mit freundlicher Unterstützung der GlücksSpirale und der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz
Die Betriebsstelle Lüneburg des NLWKN (Niedersächsischer. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) hat einen neuen Bewirtschafter für die Pflege des Naturschutzgebiets Hornbosteler Hutweide in der Gemeinde Wietze gefunden. Auf ca. 75 Hektar führt zukünftig der Biohof Knuth Peters aus Wunstorf bei Hannover eine naturschutzkonforme Pflegebeweidung durch. Kleinod dank Beweidung Kleinod dank Beweidung Ziel der Pflege ist die Erhaltung der historischen Hutelandschaft mit ihrem Auengrünland, ihren Wacholderhainen und Magerrasen, Hutewäldern mit Alteichen, Schlehengebüschen sowie Altgewässern. Dank der Beweidung hat sich das Gebiet im Laufe der Jahre zu einem Kleinod entwickelt. Über 400 Pflanzenarten, davon 23 Arten der Roten Liste der in Niedersachsen gefährdeten Pflanzenarten konnten festgestellt werden. Zwölf im Landkreis Celle mittlerweile selten gewordene Vogelarten wie Neuntöter, Schwarzkehlchen, Rohrammer, Gelbspötter, Wendehals und Sumpfrohrsänger brüten hier. Bemerkenswerte Nahrungsgäste sind neben den Weißstorchpaaren der benachbarten Orte auch Rotmilan, Silberreiher und Eisvogel. Bis zu 50 Kiebitze rasten im Gebiet, neben Bruch-und Waldwasserläufer, Flussuferläufer und Bekassine. Ende des letzten Jahres hat der bisherige Pächter der Hornbosteler Hutweide aus Altersgründen aufgehört. Bisher erfolgte die Beweidung mit Heckrindern und Przewalski-Pferden als Ganzjahresbeweidung. Trotz der erzielten Erfolge erwies sich das Weidemanagement mit diesen Rassen als besonders anspruchsvoll und die Vermarktung der Heckrinder gestaltete sich schwieriger als ursprünglich angenommen. Die Größe der Herde wuchs dadurch in den letzten Jahren deutlich über das naturschutzfachlich angestrebte Niveau und die Beweidungsintensität war teilweise zu hoch. In Folge dessen konnte sich z.B. das giftige Jakos-Kreuzkraut auf Teilen der Hutweide ausbreiten. Wegen der schwierigen ökonomischen Rahmenbedingungen ging der NLWKN einen neuen Weg: Interessierte Landwirte konnten im Frühjahr 2018 ihr Interesse an der Bewirtschaftung der Hutweide bekunden. „Wir waren über die große Anzahl der Bewerber erfreut“, berichtete Danny Wolff, zuständiger Dezernent des Geschäftsbereichs Regionaler Naturschutz. Vierzehn Betriebe hatten sich auf den Aufruf des NLWKN gemeldet, sieben Landwirte wurden zu einem persönlichen Gespräch im August eingeladen. „Bei der Auswahl des Pächters war es uns wichtig, dass die Bewerber neben der Erfahrung in der Rinderhaltung vor allem auch eigene konzeptionelle Vorstellungen zur Betreuung und Vermarktung der Tiere und zum Management besonders pflegebedürftiger Teilflächen entwickelt hatten“, so Wolff weiter. Denn es war wichtig, dass der zukünftige Bewirtschafter in eigener Verantwortung ökonomisch tragfähige Lösungen zur Erhaltung der schutzwürdigen Kulturlandschaft entwickelt. Um die ökonomischen Aspekte der jeweiligen Konzepte angemessen zu beurteilen, hatten an den Auswahlgesprächen neben dem NLWKN auch das Domänenamt Stade sowie die Landwirtschaftskammer mit ihrer Außenstelle in Bad Fallingbostel teilgenommen. „Die Auswahl war nicht leicht, denn mehrere Bewerber wären mit ihren Konzepten grundsätzlich gut geeignet gewesen“, sagte Bernhard Stutzmann, der sich beim NLWKN um die Pflege der landeseigenen Flächen kümmert. „In der Gesamtschau hat der Biohof Peters mit seinen Vorstellungen zur Beweidung und Vermarktung sowie zur Pflege der Hutweide aber am meisten überzeugt“. Die anschließenden Pachtvertragsverhandlungen konnten im Dezember abgeschlossen werden. „Wir sind sicher, mit Herrn Peters einen sowohl in der Rinderhaltung erfahrenen als auch für den Arten- und Biotopschutz aufgeschlossenen Partner gefunden zu haben“, so Stutzmann weiter. Je nach Hochwassersituation und Witterungsverlauf werden die erforderlichen Details der Pflege unter Beteiligung der unteren Naturschutzbehörde jeweils zu Beginn der Weidesaison bei Geländebegehungen festgelegt. Wie fast alle Bewerber sieht auch Peters eine Beweidung mit robusten Rindern ausschließlich während der Vegetationszeit von Frühjahr bis zum Herbst vor. Wegen der Hochwasserrisiken, der teilweise schwierigen Einsehbarkeit der Weideflächen mit guten Versteckmöglichkeiten und wegen der Nähe zu dem von einem Wolfsrudel besiedelten Truppenübungsplatz wird auf eine Beweidung im Winter und auf eine Nachzucht von Kälbern direkt auf der Fläche verzichtet. Die restlichen, aktuell noch auf der Hutweide weidenden Heckrinder und Przewalski-Pferde sollen möglichst kurzfristig an andere Tierhalter abgegeben und abtransportiert werden.
Breetze – In der ehemaligen Sandgrube bei Breetze im Landkreis Lüneburg startete der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz Anfang der Woche wieder mit der Beweidung. Die Grube zählt zu den bedeutendsten Offenlandlebensräumen in dem Landkreis mit einem trockenwarmen Klima, so dass das Gelände für viele teils gefährdete und besonders geschützte Arten eine besondere Bedeutung hat. Zahlreiche Insektenarten – darunter über 800 Schmetterlingsarten – sind hier heimisch. Neben dem im Gebiet regelmäßig brütenden Wendehals ist eine der vorkommenden Arten die Zauneidechse, „Reptil des Jahres 2020 und 2021“. Sie ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz eine streng geschützte Art und steht auf der Vorwarnliste der Roten Liste gefährdeter Tierarten. In der ehemaligen Sandgrube bei Breetze im Landkreis Lüneburg startete der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz Anfang der Woche wieder mit der Beweidung. Die Grube zählt zu den bedeutendsten Offenlandlebensräumen in dem Landkreis mit einem trockenwarmen Klima, so dass das Gelände für viele teils gefährdete und besonders geschützte Arten eine besondere Bedeutung hat. Zahlreiche Insektenarten – darunter über 800 Schmetterlingsarten – sind hier heimisch. Neben dem im Gebiet regelmäßig brütenden Wendehals ist eine der vorkommenden Arten die Zauneidechse, „Reptil des Jahres 2020 und 2021“. Sie ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz eine streng geschützte Art und steht auf der Vorwarnliste der Roten Liste gefährdeter Tierarten. „Der offene Charakter der ehemaligen Sandgrube ist Voraussetzung für die Artenvielfalt in diesem Gebiet. Viele der hier lebenden Arten sind auf vegetationsfreie Sandflächen und das Mosaik aus lockerer und dichterer Vegetation angewiesen. Ohne ein Gegensteuern wäre die Fläche früher oder später vollständig bewaldet“, erklärt Kristof Meyn, Projektmitarbeiter beim NLWKN. Um diesem Trend entgegenzuwirken, wurde auf einem Teilgebiet der ehemaligen Sandgrube eine Beweidung mit Schafen eingeführt. „Um trotz einer Einzäunung des Geländes für die Schafe dem Wild den Weg nicht zu versperren, haben wir an einigen Stellen Wilddurchlässe in den Zaun integriert“, ergänzt Meyn. Auch für die ebenfalls besonders geschützte Kreuzkröte konnte im vergangenen Frühjahr viel erreicht werden: Die Amphibienart ist landesweit bedroht, die Trockenheit der vergangenen Jahre hat die Reproduktion der Kreuzkröte enorm erschwert. Damit das Vorkommen in der ehemaligen Sandgrube Breetze nicht ausstirbt, wurden im März im Rahmen des EU-geförderten IP LIFE-Projekts „Atlantische Sandlandschaften“ weitere Laichgewässer im zentralen Grubenbereich angelegt. In Kooperation mit dem Bauhof der Stadt Bleckede wurden die Kleingewässer regelmäßig mit Wasser versorgt. Ein Teil der Quappen wurde zudem entnommen und im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde durch Fachleute großgezogen. Durch die Kombination dieser beiden Methoden konnten etwa 1.000 Kreuzkröten durch die Metamorphose gebracht werden. Dies stellt gemäß Einschätzung von Sören Frischmuth von der unteren Naturschutzbehörde im Landkreis Lüneburg, Projektpartnerin des NLWKN vor Ort, einen großen Erfolg für den Bestand der Kreuzkröte auf lokaler, aber auch auf Landesebene dar. Im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort wurde im vergangenen Jahr angekündigt, dass eine naturschutzfachliche Führung durch das Gebiet angeboten werden soll, um die Artenvielfalt der ehemaligen Sandgrube Breetze vor Ort erlebbar zu machen. „Am interessantesten stellt sich das Gebiet im Frühjahr und Frühsommer an. Gegen Ende des Winters werden wir daher Interessierte über einen entsprechenden Termin in 2022 informieren“, so Meyn. Das Integrierte LIFE-Projekt „Atlantische Sandlandschaften“ Das Integrierte LIFE-Projekt „Atlantische Sandlandschaften“ Die Maßnahmen in der Sandgrube Breetze sind Teil des von der Europäischen Union geförderten Projekts „Atlantische Sandlandschaften“ zum Erhalt der biologischen Vielfalt, das gemeinsam von den Ländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen umgesetzt wird. Charakteristische Biotope der atlantischen biogeographischen Region wie zum Beispiel Heide- und Dünenlandschaften, artenreiche Borstgrasrasen und nährstoffarme Stillgewässer sollen dabei nachhaltig aufgewertet oder entwickelt werden. Auch die Bestände der für diese Lebensräume typischen Arten wie Knoblauchkröte, Kreuzkröte, Schlingnatter und Zauneidechse sollen gestärkt werden. Für die zehnjährige Laufzeit des Projekts steht beiden Ländern insgesamt ein Budget von 16,875 Millionen Euro zur Verfügung. 60 Prozent der Mittel werden von der Europäischen Union gestellt, jeweils 20 Prozent von den beiden Bundesländern. Die Gesamtverantwortung für das Vorhaben liegt in Nordrhein-Westfalen beim Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MULNV). Die operative Umsetzung der konkreten Einzelmaßnahmen in Niedersachsen liegt beim Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz (MU). Weitere Informationen sind im Internet unter www.sandlandschaften.de und unter www.nlwkn.niedersachsen.de verfügbar. Für Rückfragen zum Gesamtprojekt steht Ihnen das IP-LIFE-Team des NLWKN gerne zur Verfügung (Tel.: 0511/3034-3352, E-Mail: Thomas.Kutter@nlwkn.niedersachsen.de ). Für weitere Informationen über die Maßnahme in der Sandgrube Breetze wenden Sie sich bitte an Kristof Meyn (Tel.: 0511/3034-3318, E-Mail: Kristof.Meyn@nlwkn.niedersachsen.de ) oder Sören Frischmuth, Untere Naturschutzbehörde Landkreis Lüneburg, Tel. 04131/ 26 1209, soeren.frischmuth@landkreis-lueneburg.de ).
Durch die Ausweisung von Naturschutzgebieten sollen seltene Tier- und Pflanzenarten und deren Lebensräume erhalten werden. Es bedarf gezielter Maßnahmen der Landschaftspflege, um die Schutzwürdigkeit zu erhalten oder zu verbessern. Natürliche Prozesse wie die Sukzession (Abfolge der Biotopentwicklung von offenen Böden über Gras- und Staudenfluren zum Wald) verändern das Gebiet. Dies ist nicht überall im Einklang mit den Erhaltungszielen. Kulturlandschaftselemente wie Wiesen und Weiden können nur durch eine Weiterführung historischer Nutzungsformen erhalten werden. Am Rande der Großstadt unterliegen Schutzgebiete auch negativen Einflüssen und Beeinträchtigungen. Auf Grund veränderter Standortbedingungen sind besonders in Biotopen wie Mooren und Binnendünen Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen erforderlich. Anders als in ursprünglichen Naturlandschaften, wo Schutzgebiete im so genannten Prozessschutz natürlichen Abläufen überlassen werden, benötigen Schutzgebiete in der Kulturlandschaft eine kontinuierliche Pflege. Akteure der Landschaftspflege Pflege und Entwicklungsplanung Maßnahmen der Landschaftspflege Landschaftspflege durch Beweidung Rieselfeldlandschaft Hobrechtsfelde Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben Die Naturschutzbehörden haben die Aufgabe, eine an den jeweiligen Schutzzielen orientierte Entwicklung sicher zu stellen. In den Berliner Naturschutzgebieten werden die erforderlichen Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen im Auftrag der Obersten Naturschutzbehörde durch Fachfirmen ausgeführt. Die Berliner Erholungswälder werden seit langem von den Berliner Forsten naturnah gepflegt und bewirtschaftet. Waldflächen in Schutzgebieten werden gemeinsam mit den Naturschutzbehörden entwickelt und erhalten. Ziel ist es über diese behördlichen Maßnahmen hinaus zusätzliche Akteure für die Landschaftspflege zu gewinnen. Dies können Landwirte und Naturschutzorganisationen sein. So erfolgt die Pflege des NSG Falkenberger Rieselfelder durch die Naturschutzstation Malchow . Ein gutes Beispiel für ehrenamtliche Projekte ist der als Vogelschutzgebiet ausgewiesenen Teil des LSG Flughafensee in Tegel, welcher durch eine aktive Gruppe vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) betreut wird. Die Stiftung Naturschutz Berlin fördert geeignete Projekte des Naturschutzes. Projekte zur Entwicklung und Wiederherstellung von Natur und Landschaft werden im Rahmen des Umweltförderprogramms UEP gefördert. Zur Sicherung des Europäischen Naturerbes “Natura 2000” steht das EU-Förderprogramm LIFE+ Natur und biologische Vielfalt allen öffentlichen und/oder privaten Stellen, Akteuren und Einrichtungen aus den 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union offen. Hier sind Projekte mit besonderem Beispielcharakter und einer gesamteuropäischen Bedeutung gefragt. Handlungsrahmen für die Durchführung geeigneter Maßnahmen der Landschaftspflege und die verträgliche Integration vorhandener Nutzungen in Schutzgebieten ist die Pflege- und Entwicklungsplanung (PEP). Die Pflege- und Entwicklungsplanung für Schutzgebiete stützt sich auf Fachdaten. Aus der Analyse historischer und aktueller Bestandsdaten des Naturhaushaltes sowie kulturhistorischer Entwicklungen leiten sich die Entwicklungspotenziale für ein Schutzgebiet ab. Bestehende Störungen und Zielkonflikte werden aufgezeigt und bewertet. Es wird ein Leitbild für die zukünftige Entwicklung der einzelnen Teilflächen entwickelt. Dabei werden auch verschiedene Nutzungsinteressen abgewogen. Das Leitbild ist Grundlage für die Planung konkreter Maßnahmen der Landschaftspflege. Der Pflege- und Entwicklungsplan wird mit anderen Behörden abgestimmt und zum verbindlichen Rahmen des gemeinsamen Handelns im Schutzgebiet. Flächeneigentümer und Nutzer werden über die erforderlichen Nutzungsauflagen für ihre Flächen informiert. Da die Natur nicht statisch ist und die Gebiete vielfältigen Einflüssen unterliegen, werden die PEP fortgeschrieben. Für den Erhalt von Schutzgebieten sind gezielte Maßnahmen zur Pflege und Entwicklung erforderlich. Diese Maßnahmen der Landschaftspflege fördern und steuern die Entwicklung eines Schutzgebietes. Typische Maßnahmen sind die Mahd von Wiesenflächen, die Offenhaltung von Trockenrasenflächen und Mooren durch Entfernung unerwünschten Gehölzaufwuchses und die gezielte Förderung von Arten und Biotopen. Landschaftselemente, die durch jahrhunderte lange extensive landwirtschaftliche Nutzung geprägt wurden, bedürfen der Weiterführung von Mahd und Beweidung, wenn die landwirtschaftliche Nutzung aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt wurde. Ohne diese Pflege würden Wiesen verbuschen und damit alle die an offene Flächen gebundenen Tier- und Pflanzenarten verschwinden. In Berlin sind mit dem Schöneberger Südgelände und dem ehemaligen Flugfeld Johannisthal seit Jahrzehnten aufgegebene Verkehrsflächen als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Hier will man ein bestimmtes Stadium der Sukzession und eine bestimmte Biotopstruktur für die entstandene Artenvielfalt durch geeignete Landschaftspflegemaßnahmen erhalten. Auch die Eindämmung von sich rasant ausbreitenden Neophyten wie Riesenbärenklau, Staudenknöterich und Spätblühende Traubenkirsche in den NSG ist ein Schwerpunkt der Landschaftspflege. Immer wieder kommt es durch die illegale Ablagerung von Gartenabfällen in der Natur zur Ausbreitung dieser fremdländischen Arten, welche durch ihre dominanten Bestände schnell die heimische Flora verdrängen. Maßnahmen zur Besucherlenkung und das Aufstellen von Informationstafeln tragen dazu bei, dass sensible Bereiche geschützt werden und die Natur erhalten bleibt. Um den Erfolg der Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen festzustellen, wird die Entwicklung des Schutzgebietes dokumentiert. Im NSG Falkenberger Rieselfelder wird seit 1998 ein Beweidungsprojekt von der Naturschutzstation Malchow durchgeführt. Ziel ist es, die typischen Rieselfeldstrukturen mit vielfältigen Gras- und Staudenfluren, Kleingewässern und ihrem baumarmen Charakter zu erhalten. Mit diesem Beweidungsprojekt wurde ein spannendes Experiment begonnen, denn es werden nicht die üblichen Nutztierrassen der Landwirtschaft eingesetzt, sondern so genannte Abbildzüchtungen. In den Falkenberger Rieselfelder werden das dem Auerochsen ähnliche Heckrind und die Pferderasse Liebenthaler Wildlinge eingesetzt. Bei der von den Gebrüdern Heck geschaffene Rasse Heckrind haben sich neben dem Aussehen auch andere Wildrindeigenschaften eingestellt. Die heutigen “Auerochsen” sind unempfindlich gegen Hitze und Kälte, krankheitsresistent, anspruchslos bezüglich der Futterqualität und benötigen kaum Pflege. Diese anspruchslosen und robusten Tiere sind das ganze Jahr über im Freien auf der Fläche. Das unterschiedliche Fressverhalten der Rinder und Pferde erhöht die Vegetationsvielfalt. Es hat sich gezeigt, dass die Tiere ein Besuchermagnet sind. Viele Menschen schätzen einen Ausflug in das Schutzgebiet, wo sie die imposanten Tiere vom Rand der Koppel oder einer Aussichtplattform aus beobachten können. In unmittelbarer Nähe der großen Plattenbausiedlungen im Bezirk Hohenschönhausen kann man die Gruppen uriger Rinder und Pferde in ihrem ursprünglichen Verhalten erleben. Die Naturschutzstation Malchow hat mit diesem erfolgreichen Projekt dazu beigetragen, Landschaftspflegemaßnahmen kostengünstig durchzuführen. Auch in anderen Schutzgebieten kommen vierbeinige Landschaftspfleger zum Einsatz. Im NSG Lietzengrabeniederung findet eine extensive Beweidung mit Robustrindern statt. In den Naturschutzgebieten Ehemaliges Flugfeld Johannistal und Schöneberger Südgelände erfolgt je nach Aufwuchs für einige Wochen im Jahr die Beweidung mit Schafen. Ebenso sind im NSG Niedermoorwiesen am Tegeler Fließ die wolligen Gesellen zeitweise anzutreffen. Mit dem Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben (E+E) soll die ehemalige Rieselfeldlandschaft Hobrechtsfelde in eine Landschaft verwandelt werden, die gleichermaßen den Zielen des Naturschutzes dient, der forstlichen Bewirtschaftung eine Perspektive bietet und im Umland Berlins eine abwechslungsreiche Erholungslandschaft für die Bevölkerung bereitstellt. Das Vorhaben gliedert sich in die Themenfelder: Beweidung, Gewässer- und Moorrenaturierung sowie Besucherlenkung und -information. Es handelt sich um das größte Waldweideprojekt in Deutschland. Der attraktive Landschaftstyp – halboffene Waldlandschaft – mit dem Wechsel von geschlossenen Waldgebieten (Bucher Forst), halboffenen und offenen Flächen (ehemalige Rieselfelder), ist in Deutschland extrem selten. In diesem Landschaftstyp liegt ein besonderes Potenzial für die Erholungsnutzung, aber auch für den Biotop- und Artenschutz. Vogelarten wie Wendehals, Neuntöter, Braunkehlchen, Schwarzkehlchen und Sperbergrasmücke finden hier optimalen Lebensraum. Ein begleitendes wissenschaftliches Monitoring dokumentiert das Projekt. Zum ersten mal werden in Deutschland großflächig auch Waldflächen und ehemalige Rieselfelder (Nachnutzung) beweidet und miteinander verglichen. Die Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde koordiniert diese wissenschaftliche Begleituntersuchung. Durch frei zugängliche Weideflächen auf ausgewiesenen Wegen wird die Beweidung dem Besucher direkt erlebbar gemacht. Zu entdecken sind zum Beispiel schottische Hochlandrinder, Galloways und Englische Parkrinder sowie Konik-Pferde. Für Besucher sind die nebenstehenden Regeln beim Betreten der Beweidungsflächen zu beachten: Begegnen Sie den Tieren mit Ruhe, Abstand und Respekt. Warten Sie in angemessenem Abstand, wenn eine Herde Ihren Weg kreuzt. Respektieren Sie die Mutterinstinkte der Kühe und meiden Sie die Nähe von Kälbern und Bullen. Füttern Sie die Tiere nicht. Betreten Sie die Weideflächen nur über die ausgewiesenen Zugänge. Im gesamten Gebiet besteht Leinenzwang für Hunde. Bleiben Sie auf den Hauptwegen und beschädigen Sie die Zaunanlagen nicht. Mit dem E+E-Vorhaben Rieselfeldlandschaft Hobrechtsfelde soll ein neuer Umgang mit Kulturlandschaft entwickelt und erprobt werden, der zu einer langfristigen Kombination der Nutzungen Beweidung, Waldwirtschaft und Erholung führen soll. Das Projekt wird die touristische Entwicklung in den angrenzenden Berliner und Brandenburger Siedlungsgebieten stützen und die Verzahnung der Landschaftsräume des Naturparks Barnims an dieser Nahtstelle der Länder Berlin und Brandenburg ermöglichen. Die Landschaft zwischen Hobrechtsfelde und Karow wird ein eindrucksvolles Naturerlebnis- und Erholungsgebiet in der Umgebung Berlins. Ein Besuch ist zu jeder Jahreszeit zu empfehlen. Berliner Forsten Hochschule für nachhaltige Entwicklung HNE Eberswalde Förderverein Naturpark Barnim Naturpark Barnim
Celle/ Lüneburg – Mit der Hutweide, auf der die Dorfbewohner jahrhundertelang ihr Vieh hüteten, besitzt Hornbostel im Landkreis Celle ein besonderes Kleinod, das seit 2004 als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Fünf Jahre später initiierte der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) auf 75 Hektar ein Beweidungsprojekt, das den abwechslungsreichen Charakter des Gebietes mit kleinen Wäldern, Heideflächen und Wacholderhainen bewahren sollte. Der Erfolg der Beweidung mit Heckrindern und Przewalskipferden ist sichtbar: Über 400 Pflanzenarten, davon 23 Arten der Roten Liste der in Niedersachsen gefährdeten Pflanzenarten konnten festgestellt werden. Zwölf im Landkreis Celle mittlerweile selten gewordene Vogelarten wie Neuntöter, Schwarzkehlchen, Rohrammer, Gelbspötter, Wendehals und Sumpfrohrsänger brüten hier. Bemerkenswerte Nahrungsgäste sind neben dem Weißstorchpaaren der benachbarten Orte auch Rotmilan, Silberreiher und Eisvogel. Bis zu 50 Kiebitze rasten im Gebiet, neben Bruch-und Waldwasserläufer, Flussuferläufer und Bekassine. Die Pflege dieser besonderen Landschaft hatte 2009 ein örtlicher Landwirt übernommen, der zum Ende dieses Jahres jedoch aus Altersgründen aufhören möchte. Die zuständige Betriebsstelle Lüneburg des NLWKN sucht daher zum 1. Januar 2019 einen Nachfolger als Pächter des Gebietes. Die Fläche soll weiterhin durch eine naturschutzkonforme Beweidung gepflegt werden, vorzugsweise mit einer für extensive Weidehaltung geeigneten Rinderrasse. Dabei ist auch eine Mischbeweidung mit Pferden denkbar. Die Wirtschaftsweise wird grundsätzlich durch die Naturschutzgebiets-Verordnung vorgegeben, deren Ziel die Erhaltung der historischen Hutelandschaft ist. Dazu gehören zum Beispiel Fragen der Düngung, des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln oder die Grünlandpflege. Andere Bewirtschaftungsaspekte, etwa die Tierrassen-Wahl oder die Beweidungsdauer und –intensität, wären im Vorfeld zwischen dem NLWKN als Verpächter und interessierten landwirtschaftlichen Betrieben abzustimmen. „Hier stehen wir unterschiedlichen Modellen aufgeschlossen gegenüber und erhoffen uns von potentiellen Pächtern auch eigene konzeptionelle Vorstellungen. Denn es ist wichtig, dass ein späterer Bewirtschafter in eigener Verantwortung ökonomisch tragfähige Lösungen zur Erhaltung der schutzwürdigen Kulturlandschaft entwickelt“, betont Danny Wolff vom NLWKN in Lüneburg. Dabei sollte der Nachfolger nicht nur Erfahrung mit Extensiv-Rinderhaltung haben, sondern auch bereit sein, die besonderen Anforderungen, die das Schutzgebiet an seine Wirtschaftsweise stellt, zu berücksichtigen. Interessierte Landwirte können sich bis zum 15. Juni 2018 schriftlich bei der NLWLN-Betriebsstelle Lüneburg, Adolph-Kolping-Str. 6, 21337 Lüneburg, oder per E-Mail: ( Bernhard.Stutzmann@nlwkn-lg.niedersachsen.de ) unter dem Stichwort “Beweidung Hornbosteler Hutweide“ melden. Weitere Informationen gibt es auch unter 04131/8545-513 (Bernhard Stutzmann) oder 04131/8545-500 (Danny Wolff).
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