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Risikoanalyse und Risikomanagement Wildbach

Zur richtigen Beurteilung der Gefahrensituation in einem Wildbach und zur Ableitung dementsprechender Schutzmassnahmen sind verschiedenste Untersuchungsschritte notwendig. Von besonderer Bedeutung sind die Ereignisdokumentation und Ereignisanalyse, die Beurteilung der Massenverlagerungsprozesse und die Dimensionierung von technischen und passiven Maßnahmen. Das Projekt zielt auf die Verbesserung der Aufnahmemethodik im Zuge der Ereignisdokumentation, die Gewinnung von Daten aus 'Mustereinzugsgebieten', die Verbesserung und Neuentwicklung der Meßsensorik, die Aufnahme von Daten zur Bemessung von aktiven und passiven Schutzmassnahmen ab.

WLS-Report 56-2: Grundlagenerhebung für das Schutzkonzept Lattenbach: Ereignisanalyse unter besonderer Berücksichtigung der bestehenden Verbauungen

Im Einzugsgebiet des Lattenbaches verläuft die tektonische Grenze zwischen Silvrettakristallin und den Nördlichen Kalkalpen, wodurch großräumige Massenbewegungen auftreten. Die tiefgreifenden Hangbewegungen befinden sich orografisch rechts zur Gänze in der Landecker Phyllitzone (Phyllite und Schiefer), während sie orografisch links im Kalkalpin liegen. Der Lattenbach erodiert den Hangfuß der in Bewegung befindlichen Einhänge, sodass ständig mit hohen Feststoffeinträgen zu rechnen ist. Dies äußert sich in häufig auftretenden viskosen Murgängen. Im Hinblick auf die fortschreitenden Hangbewegungen und die verstärkt auftretenden Schäden an der Staffelung im oberen Mittellauf ist die Erstellung eines Schutzkonzeptes von großer Dringlichkeit. Ziel des Projektes ist die Beurteilung der Erosionsdynamik im Bereich der Hangbewegungen und der ausgedehnten Feststoffquellen. Die Untersuchung konzentriert sich auf Murereignisse. Es soll die Wirkung der Verbauungen auf den Ablauf und die Intensität der Ereignisse beurteilt werden. Die Mobilisierung und der Transport von Feststoffen soll im Zusammenhang mit den Verbauungen erfasst und verschiedene Szenarien abgeleitet werden. Die Szenarien sollen fiktive Ereignisse beschreiben, die auf den Erhebungen aufbauen. Die Ergebnisse der Szenarien sollen für die Schutz- und Maßnahmenplanung herangezogen werden und auf allenfalls erforderliche Sanierungs- und Ergänzungsmaßnahmen bei den bestehenden Verbauungen hinweisen. Die Projektergebnisse bilden neben den Messungen und Ereignisdokumentationen im Rahmen des Monitoring Lattenbach eine unverzichtbare Entscheidungsgrundlage für ein umfassendes Schutzkonzept für die gefährdeten Objekte im Unterlauf.

WLS Report 50: Entwicklung von Grundlagen zur Dimensionierung kronenoffener Bauwerke für die Geschiebebewirtschaftung in Wildbächen

Seit den 70-er Jahren werden kronenoffene Sperren für die Geschiebebewirtschaftung in Wildbächen eingesetzt. Diese Entwicklung hatte ihren Ursprung in Österreich und wurde von vielen anderen Ländern übernommen. Mit diesen Bauwerken sollte die Funktion des Dosierens und Sortierens von Geschiebe erreicht werden. AULITZKY sprach in diesem Zusammenhang von Modellversuchen im Maßstab 1:1. Ein systematischer Nachweis, dass mit diesen Werken tatsächlich das Geschieberegime in der erwünschten Weise beeinflusst werden kann, wurde bisher nicht erbracht. Es bestehen nur persönliche Erfahrungen mit diesen Bauwerken. Nachvollziehbare Dimensionierungsgrundlagen fehlen, sodass Projektanten nur auf ihre Erfahrung zurückgreifen können. Aufbauend auf der nun rund 30-jährigen Erfahrung mit diesen Bauwerken im Forsttechnischen Dienst der WLV und auf den in der Vergangenheit durchgeführten Modellversuchen sollen im Rahmen dieses Projektes Erhebungen und Modellversuche durchgeführt werden, die zur Entwicklung von Bemessungsempfehlungen für kronenoffene Bauwerke in der Geschiebebewirtschaftung führen. Ziel des Projektes ist die Ableitung quantitativer Dimensionierungsregeln für kronenoffene Wildbachsperren, um den Projektanten ein Werkzeug zur Verfügung zu stellen, das es erlaubt, dem Stand der Technik entsprechend dimensionieren zu können.

Hydrologische Studie Wartschenbach: Niederschlag-Abfluß-Simulation zur Dimensionierung von Rückhaltebecken am Zettersfeld in Osttirol

Im Sommer 1997 ereigneten sich am Wartschenbach/Osttirol zwei Murabgaenge, die zu grossen Schaeden in der Wartschensiedlung (Gemeinde Nussdorf-Debant, Lienz) fuehrten. Um die Feststoffmobilisierung im Mittellauf zu verringern, wurden Hochwasserrueckhaltebecken am Zettersfeld in das Verbauungskonzept aufgenommen. Diese sollten im Rahmen des Projektes dimensioniert werden. Die allgemeine Zielsetzung des Projektauftrages lautet: - Erstellung eines hydrologischen Modells fuer den gesamten Wartschenbach. - Erstellung eines detaillierten hydrologischen Modells fuer das Zettersfeld unter Beruecksichtigung der Teileinzugsgebiete, - Ermittlung der massgeblichen hydrologischen Kennwerte fuer die Retentionsbecken, - Konstruktive und hydraulische Bemessung der Grundablaesse und der Hochwasserentlastungen. Fuer die Erstellung des hydrologischen Modells des Wartschenbaches konnte auf keine gemessenen Niederschlags-Abfluss-Ereignisse zurueckgegriffen werden. Die Modellsimulation musste daher, um einigermassen plausible Werte zu erzielen, mit unterschiedlichen Grundlagendaten durchgefuehrt werden. Ergaenzend dazu wurde das Abflussverhalten an den 2 Ereignistagen im Sommer 1997 nachgerechnet. Dazu wurden erstmalig fuer den Anwendungsbereich der WLV Wetterradardaten verwendet. Durch Vergleich mit den Ombrographenstationen sollte die Verwendbarkeit dieser Daten ueberprueft werden. Die Simulation der Abfluesse erfolgte mit unterschiedlichen Programmen und Formeln, um die Ergebnisse der Simulationen besser abzusichern. Als Eichparameter dienten Aufnahmen, die sofort nach den Ereignissen im Gelaende erhoben wurden. Zusaetzlich wurden die Ergebnisse von Beregnungsversuchen der FBVA in die Simulation eingebaut. Die Retentionsbauwerke wurden als eine Art Trogsperre mit einer wasserseitigen Rechenkonstruktion konzipiert und in einen Erddamm eingebunden.

Neue Lawinenprognosetechnologien

Das im Rahmen des Vorgängerprojektes NAFT erstellte Lawinenprognosemodell hat die Möglichkeiten numerischer Lawinenprognose aufgezeigt. Obwohl die verschiedenen entwickelten Lawinenprognosemodelle den Gefahrentrend und die allgemeine Situation den Erwartungen entsprechend richtig angezeigt haben, zeigte sich dennoch ein Nachteil sehr deutlich. Die gewünschten Informationen werden vom Praktiker vor Ort nicht als allgemeine - talschaftsbezogene - Information gewünscht, sondern sollen auf die einzelnen Gefahrenorte, bzw. Lawinenstriche bezogen sein. Als Ziel für NAFT2000 galt es daher die regionale Prognose zu verbessern als auch ein Modell für die lokale Prognose zu entwickeln. Die Optimierung der regionalen, talschaftsbezogenen Prognose war sehr erfolgreich. Durch Einbeziehung der Expositionen in die statistischen Analysen und in die Genetischen Algorithmen konnte die Trefferwahrscheinlichkeit im Durchschnitt um 5 Prozent gesteigert werden (mittlere Trefferrate bei Lawinentagen 85 Prozent). Erfreulich dabei ist, dass nicht nur die Lawinentage sondern auch die Nichtlawinentage besser erkannt wurden. Dadurch wird das Ergebnis für den Praktiker verlässlicher, weil es seltener überwarnt. Die lokale, hangbezogene Lawinenprognose konnte ebenfalls erfolgreich abgeschlossen werden. Die Ergebnisse stellen nicht nur eine Verbesserung hinsichtlich der Trefferquote dar. Alleine die Tatsache, dass die Gefahr differenziert für die einzelnen Hangbereiche visualisiert wird, stellt einen praxisrelevanten Fortschritt dar. Auch die zusätzliche Angabe relevanter Faktoren wie Strahlung und Schneehöhe in den einzelnen Abbruchgebieten fand große Zustimmung bei den Anwendern. Einer der größten Vorteile des vorgestellten lokalen Prognosekonzepts liegt weiters darin, dass keine langjährigen Datenreihen notwendig sind. Außer der eigentlichen Datenimplementierung und geringfügigen Adaptierungen müssen keine Zeitreihenanalysen wie bei der regionalen Prognose durchgeführt werden.

Universitätslehrgang: EREIGNISDOKUMENTATION

Ausgehend von den Erkenntnissen aus den internationalen Projekten DOMODIS (1998-2000) und DISALP (2003-2006) haben sich in den Ländern des Alpenraums die Bestrebungen zur Dokumentation von Naturereignissen intensiviert. In Österreich hat sich, ausgelöst durch die Hochwasserereignisse 2005, die Erkenntnis durchgesetzt, dass eine koordinierte Ereignisdokumentation ein wesentlicher Bestandteil des integralen Risikomanagements ist. Auf Anregung des Lebensministeriums wird deshalb ein Universitätslehrgang angeboten, der die wesentlichen Elemente einer Ereignisdokumentation umfasst.

Die Murenereignisse im Sommer 1997 am Wartschenbach/Osttirol

Im Rahmen des Projekts DOMODIS wurden die Murenereignisse vom Sommer 1997 vor Ort aufgenommen. Die daraus ableitbaren Erkenntnisse sind als Entscheidungsgrundlage fuer Praeventivstrategien und zur Optimierung des Einsatzes oeffentlicher Mittel von grosser Bedeutung und sollten fuer den forsttechnischen Dienst fuer Wildbach- und Lawinenverbauung, aber auch der Oeffentlichkeit zugaenglich gemacht werden. In Anlehnung an die Ereignisdokumentation Sachseln, Bundesamt fuer Wasserwirtschaft/CH umfasst die Dokumentation schwerpunktsmaessig: Hydrometeorologie, Spitzenabfluss und Feststoffbilanzen, Abtragsprozesse im Einzugsgebiet (in Zusammenarbeit mit der Geologischen Stelle der WLV), Vergleich mit frueheren Ereignissen.

DOMODIS - Dokumentation von Wildbachereignissen

Dieses Projekt wurde von der International Association of Geomorphologists (IAG) ins Leben gerufen und wird als ICSU/ IDNDR Projekt gefuehrt. Es verfolgt das Ziel, geomorphologische Prozesse, wie z.B. Muren, moeglichst genau und sofort (real time/just-post-eventum) zu dokumentieren. Dafuer sollten organisatorische und wissenschaftliche Ablaufplaene erstellt werden. Fuer Oesterreich wurde gemeinsam mit dem BMLF/VC und der FBVA (Inst. f. Lawinen und Wildbach Forschung) ein Organisationsschema entwickelt und eingereicht. Im Rahmen von Arbeitssitzungen sollen diese Schemata von den an diesem Projekt teilnehmenden Staaten (zur Zeit: Schweiz, Deutschland, Italien, Spanien, Rumaenien, China, Neuseeland, Kanada) diskutiert werden.

WLS Report 81: Großmaßstäbliche Murenversuche Gaschiera

Im Rahmen des vorliegenden Projektes werden am Gaschierakopf im Schesatobel (Vorarlberg) künstlich Murgänge auf einer Streckenlänge von ca. 150m ausgelöst. Dabei werden die verschiedensten Parameter - wie Geschwindigkeiten, Abflusstiefen, Murdrücke - mit Hilfe moderner Messtechnik erfasst und dokumentiert. Ziel dieser Versuche ist die Erforschung von Muren in Bezug auf die Entstehung, der Kinematik, der Geschwindigkeit und der Reichweite . Weiters besteht die einzigartige Möglichkeit des Testens von Frühwarnsystemen und des Kalibrierens der einzelnen Messgeräte.

Beurteilung der Versickerungsfähigkeit von Ausleitungsflächen zum Projekt 'Pertisauer Wildbäche'

Im vorliegenden Projekt soll der vom FTD f. WLV (Gblt. Westliches Unterinntal) im Rahmen des Verbauungsprojektes 'Pertisauer Wildbäche' angeführte Verbauungsgrundgedanke in seiner Wirkungsweise wissenschaftlich evaluiert und die Dienststelle in der Durchführung hinsichtlich der Auswirkungen, Möglichkeiten und Alternativen des formulierten Projektsgedankens unterstützt werden. Der Verbauungsgrundgedanke orientiert sich an der Vorstellung, in Nutzung stehende Überflutungsräume in den Karwendeltälern zu reaktivieren, um auf diesen die Möglichkeit einer Kappung der Abflussspitze infolge Ausleitung und Versickerung zu erreichen. Ziel des Projektes ist es, die Abflussspitze im Ortsgebiet von Pertisau (Bezirk Schwaz) auf eine der Gerinnekapazität entsprechenden Höhe zu dämpfen, um dadurch Überflutungen im Ortsgebiet zu vermeiden. Hiermit wird einem naturnahen Ansatz in der Sicherung gefährdeter Werte und Objekte Rechnung getragen, der unter anderem auch deshalb notwendig wurde, da das Arbeitsfeld in einem von der Tiroler Landesregierung ausgewiesenen NATURA 2000 - Gebiet liegt.

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