Die Ausstellung besteht aus 30 Tafeln. Zu allen Ausstellungstafeln finden Sie auf den nachfolgenden Seiten eine Hörfassung mit den Texten, ausführlichen Bildbeschreibungen und teilweise Tierstimmen. Sounddesign: picaroMedia Tierstimmen: Tierstimmenarchiv des Museums für Naturkunde Berlin Die Museumsinsel, das Brandenburger Tor oder das Schloss Charlottenburg sind als Berliner Kostbarkeiten bekannt. Doch nur wenige wissen, dass Berlin eine der artenreichsten Städte Europas und eine der wald- und seenreichsten Metropolen der Welt ist. Über 42 Prozent der Landesfläche sind Wälder, Gewässer, Agrarflächen und öffentliche Grünanlagen. Gerade in Zeiten des Klimawandels mit einhergehenden trockenen und heißen Sommern entscheiden die grünen Oasen zunehmend über die Attraktivität einer Stadt. In Berlin gibt es zahlreiche Möglichkeiten die Natur in ihren vielfältigen Ausprägungen unmittelbar zu erleben, sich in ihr zu erholen und auf diese Weise ihren Wert schätzen zu lernen. Die Ausstellung bietet Blicke auf die vielen und oft unbeachteten Naturschönheiten in Berlin regt durch beeindruckende Fotos von ausgezeichneten Naturfotografen an, die urbanen Wildnisse Berlins zu entdecken vermittelt Wissen, weil man nur das sehen und schützen kann, was man kennt zeigt, dass Stadt und Natur keine Gegensätze darstellen. Im Gegenteil: Natur eine große Bereicherung für die Stadt ist und die Zukunftsfähigkeit Berlins fördert wirbt für den Erhalt der biologischen Vielfalt ist als Wanderausstellung konzipiert und kann beim Freilandlabor Britz ausgeliehen werden. Bild: Josef Vorholt Metropole der StadtNatur Berlin hat weitaus mehr zu bieten als seine Sehenswürdigkeiten. Die Stadt zählt zu den artenreichsten Europas. Die Ausstellung „natürlich BERLIN!“ zeigt, dass Stadt und Natur keine Gegensätze sind. Metropole der StadtNatur Weitere Informationen Bild: Bruno D´Amicis Grüne Schätze entdecken Berlin bietet echte Naturerlebnisse nur einen Steinwurf von der Innenstadt entfernt. Ausgedehnte Park-, Wald- und Seenlandschaften laden sowohl zum Sport als auch zur Erholung ein. Grüne Schätze entdecken Weitere Informationen Bild: Florian Möllers 6.000 Hektar für Europa Das europaweite Netz der Schutzgebiete soll den Fortbestand von natürlichen Lebensräumen und wildlebenden Arten sichern und die biologische Vielfalt in Europa bewahren. 6.000 Hektar für Europa Weitere Informationen Bild: Florian Möllers Stadt der Artenvielfalt Mit mehr als 20.000 Tier- und Pflanzenarten ist die Hauptstadt überaus artenreich. Welche besonderen und gefährdeten Tiere und Pflanzen zu entdecken sind, erfahren Sie hier. Stadt der Artenvielfalt Weitere Informationen Bild: Bruno D'Amicis Verbindung halten – Brücken bauen Für den Erhalt der biologischen Vielfalt ist es wichtig, dass Lebensräume eng miteinander verbunden sind. Verbindung halten – Brücken bauen Weitere Informationen Bild: Florian Möllers Vom Ursprung unserer Landschaft Das heutige Landschaftsbild Berlins ist durch die Eisschmelze entstanden. Flüsse und Seen, Binnendünen, Moore und Kalktuffquellen wurden durch den Rückzug der Gletscher geschaffen. Vom Ursprung unserer Landschaft Weitere Informationen Bild: Florian Möllers Alles Schiebung Man muss nur genau hinschauen, die eiszeitliche Formung der Landschaft im Stadtgebiet ist auch heute noch gut zu erkennen. Alles Schiebung Weitere Informationen Bild: SenUVK Mehr als eine Schippe Sand Nach der Eiszeit verteilte der Wind feinen Sand über Teile der noch vegetationsarmen Landschaft. An einigen Stellen entstanden Binnendünen. Mehr als eine Schippe Sand Weitere Informationen Bild: Florian Möllers Wo Steine wachsen Die Kalktuffquellen im Natura 2000-Gebiet „Tegeler Fließtal“ sind eine geologische Besonderheit. Wo Steine wachsen Weitere Informationen Bild: Florian Möllers Moore – Augen der Landschaft Kesselmoore sind Überbleibsel der letzten Eiszeit. Die Erhaltung von Mooren spielt eine bedeutende Rolle beim Klimaschutz. Moore – Augen der Landschaft Weitere Informationen Bild: Dirk Laubner Stadt am Wasser Die Seen, Flüsse und Fließe sind ein Qualitätsmerkmal unserer Stadt, welches es zu bewahren gilt. Mit der Wasserrahmenrichtlinie werden Maßnahmen zum Erhalt der Ressource Wasser umgesetzt. Stadt am Wasser Weitere Informationen Bild: Josef Vorholt Leben am Wasser Die Berliner Gewässerlandschaft ist Wassersportrevier und Rückzugsgebiet vieler Tier- und Pflanzenarten zugleich. Leben am Wasser Weitere Informationen Bild: Doron Wohlfeld Fluss + See = Flusssee An flachen Ufern und Buchten von Dahme, Havel und Spree wachsen Röhrichte, finden Drosselrohrsänger und Hecht Lebensraum. Auch europaweit geschützte Arten wie Fischotter, Biber und Seeadler sind zurück. Fluss + See = Flusssee Weitere Informationen Bild: Josef Vorholt Fließe – klein und vielfältig Fließe speisen Flüsse und Seen. An ihren Ufern blühen Schwertlilie, Sumpfdotterblume und Gilbweiderich. Fließe – klein und vielfältig Weitere Informationen Bild: Josef Vorholt Kleingewässer ganz groß Die Kleingewässer der Stadt sind besonders wichtig als Laichplatz für stark gefährdete Amphibienarten wie Erdkröte, Teichfrosch und Knoblauchkröte. Kleingewässer ganz groß Weitere Informationen Bild: Florian Möllers Leben in Wald und Flur Berlin ist eng mit seinem Umland verbunden und auch innerhalb der Stadtgrenzen gibt es ausgedehnte Waldflächen und Erholungslandschaften. Leben in Wald und Flur Weitere Informationen Bild: Josef Vorholt Waldstadt Berlin – Erholung und Entspannung Bereits 1915 wurde mit dem “Dauerwaldkaufvertrag” der Grundstein für den heutigen Waldreichtum der Hauptstadt gelegt. Waldstadt Berlin – Erholung und Entspannung Weitere Informationen Bild: Florian Möllers Wald naturnah Mit den Waldbaurichtlinien setzen die Berliner Förster bundesweit Maßstäbe für die ökologische Bewirtschaftung und naturnahe Entwicklung. Wald naturnah Weitere Informationen Bild: Josef Vorholt Neue Landschaften Auf den ehemaligen Rieselfeldern um Berlin entstand durch behutsame Sanierung eine neue Erholungslandschaft. Neue Landschaften Weitere Informationen Bild: Josef Vorholt Janz weit draußen? Die abwechslungsreiche Feldflur am Stadtrand bietet Braunkehlchen, Grauammern und Feldlerchen ideale Lebensbedingungen. Janz weit draußen? Weitere Informationen Bild: Partner für Berlin / FTB-Werbefotografie Grüne Inseln im Häusermeer Parkanlagen, Kleingärten und Friedhöfe prägen das grüne Berlin. Sie bieten Erholungsmöglichkeiten und zahlreichen Pflanzen- und Tierarten einen unverwechselbaren Lebensraum. Grüne Inseln im Häusermeer Weitere Informationen Bild: Florian Möllers Parks aus fürstlichen Zeiten Die Pfaueninsel und der Landschaftspark Klein Glienicke gehören zum UNESCO Weltkulturerbe. Gleichzeitig sind sie wegen ihrer Naturausstattung als Natura 2000-Gebiet geschützt. Parks aus fürstlichen Zeiten Weitere Informationen Bild: Josef Vorholt Volkspark Vielfältige Parkanlagen mit Wiesen, waldartigen Bereichen und Gewässern schätzen nicht nur Erholungssuchende. Sie bieten auch vielen Tieren Rückzugsmöglichkeiten und Nahrungsangebote. Volkspark Weitere Informationen Bild: Florian Möllers Ruhe und Vielfalt Einst vor der Stadt gelegen, befinden sich heute viele Friedhöfe mitten im Zentrum. Sie sind Orte der Stille und Naturoasen. Ruhe und Vielfalt Weitere Informationen Bild: Florian Möllers Auf kleiner Scholle Kleingärten stehen heute hoch im Kurs, je naturnäher sie gestaltet sind, desto eher finden auch Wildtiere hier ein kleines Paradies. Auf kleiner Scholle Weitere Informationen Bild: Florian Möllers Lebendige Innenstadt – Leben zwischen Stein und Glas Immer mehr Tier- und Pflanzenarten entdecken Berlin als Lebensraum. Wo liegen die Gründe und wie können wir dazu beitragen, dass sie sich auch in Zukunft hier wohlfühlen? Lebendige Innenstadt – Leben zwischen Stein und Glas Weitere Informationen Bild: Florian Möllers Verstädterung – auf Tuchfühlung mit dem Wildschwein Warum die Stadt eine große Verlockung für Wildtiere darstellt und wir lernen müssen, mit Wildtieren auszukommen, erfahren Sie hier. Verstädterung – auf Tuchfühlung mit dem Wildschwein Weitere Informationen Bild: Florian Möllers Mut zur Lücke Durch die Sanierung von Gebäuden geraten einige Vogelarten in akute Wohnungsnot. Der Einbau von Nistkästen an sanierten Gebäuden trägt dazu bei, Nistplätze zu erhalten. Mut zur Lücke Weitere Informationen Bild: Florian Möllers Hotel Berlin Berlin ist auch für Fledermäuse eine Reise wert: Sie überwintern in unterirdischen Gängen der Zitadelle Spandau, im Fort Hahneberg und in alten Wasserwerken. Hotel Berlin Weitere Informationen Bild: Konrad Zwingmann Stadtbrachen – Treffpunkt für Arten der Roten Liste Ehemalige Industrie- und Verkehrsflächen, wie das einstige Flugfeld Johannisthal, der stillgelegte Verschiebebahnhof Tempelhof oder der ehemalige Flughafen Tempelhof werden zum Anziehungspunkt für gefährdete Arten. Stadtbrachen – Treffpunkt für Arten der Roten Liste Weitere Informationen
Hintergrund Das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) ist ein zentrales Instrument der Klima- und Naturschutzpolitik der Bundesregierung. Mit dem ANK beabsichtigt die Bundesregierung die Verbesserung des Zustands unserer Ökosysteme durch natürlichen Klimaschutz, sodass sie dauerhaft sowohl zum Klimaschutz als auch zur Erhaltung der biologischen Vielfalt beitragen. Im ANK sind hierfür 69 Maßnahmen aus zehn Handlungsfeldern (z. B. Moore, Wildnis und Schutzgebiete, Waldökosysteme, Meere und Küsten, Siedlungs- und Verkehrsflächen, Flüsse, Auen und Seen) gebündelt, die auf vielfältige Weise zum natürlichen Klimaschutz beitragen sollen. Mit dem ANK soll gleichzeitig ein wirksamer Beitrag zum Klimaschutz und zur Förderung der biologischen Vielfalt geleistet werden. Die Maßnahmen und Themenfelder des ANK sind deshalb breit gesteckt. Die Maßnahmen werden die biologische Vielfalt direkt und indirekt auf unterschiedlichste Weise beeinflussen, daher wird in diesem Vorhaben der Fokus explizit auf die Auswirkungen des ANK auf die biologische Vielfalt (in Abgrenzung zu den Auswirkungen des ANK hinsichtlich Klimaschutz und Klimaanpassung) gelegt. Um die beabsichtigten Wirkungen hinsichtlich des Schutzes der biologischen Vielfalt zu ermitteln, ist eine wissenschaftlich fundierte Datenbasis erforderlich. Maßnahme 8.4 beinhaltet die Weiterentwicklung des bundesweiten Biodiversitätsmonitorings basierend auf den etablierten und sich im Aufbau befindlichen Programmen des Monitorings für Naturschutz sowie weiteren Datenerhebungen im Umwelt- und Landnutzungsbereich. Damit soll die Basis zur Ermittlung und Quantifizierung der Wirkung des ANK zum Schutz der biologischen Vielfalt in Deutschland bereitgestellt werden. Projektziele Maßnahme 8.4 des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz beinhaltet die Weiterentwicklung des bundesweiten Biodiversitätsmonitorings, um die Beiträge des Natürlichen Klimaschutzes zum Biodiversitätsschutz zu ermitteln. Zur Umsetzung dieser Maßnahme ist im Projekt ein Konzept für das Monitoring der biologischen Vielfalt zum ANK zu erarbeiten, dass die Basis zur Ermittlung und wo möglich Quantifizierung der Wirkung des ANK zum Schutz der biologischen Vielfalt in Deutschland bereitstellt. Ziel ist es, die Wirksamkeit des ANK im Ganzen und, wo möglich und sinnvoll, die Wirksamkeit einzelner Handlungsfelder für die Erhaltung der biologischen Vielfalt zu erfassen. Die Analyse, inwieweit Veränderungen der biologischen Vielfalt mit mehr oder weniger großer Sicherheit quantifiziert und auf das ANK zurückgeführt werden können, ist ebenfalls Teil dieses Vorhabens.
Waldbrände stellen in vielen Regionen Deutschlands eine zunehmende Herausforderung für Waldmanagement, Naturschutz und Gefahrenabwehr dar. Der Beitrag bündelt Perspektiven aus Praxis, Waldbesitz, Naturschutzmanagement und operativem Waldbrandschutz in Form eines Interviews mit fünf Fachpersonen aus Brandenburg. Die Antworten verdeutlichen, dass Waldbrandvorsorge unter sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen erfolgt. In großflächigen Wildnisgebieten stehen natürliche Entwicklungsprozesse und Prozessschutz im Vordergrund. Die Eigentümer und Eigentümerinnen privat bewirtschafteter Wälder setzen dagegen stärker auf aktive Präventionsmaßnahmen wie Waldumbau, Infrastrukturmaßnahmen oder das Management von Brandlasten. Aus Sicht des operativen Waldbrandschutzes spielen zudem funktionierende Infrastruktur, klare Zuständigkeiten sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen Forstverwaltung, Feuerwehren sowie Waldbesitzerinnen und -besitzern eine zentrale Rolle. Trotz unterschiedlicher Ansätze zeigt sich eine gemeinsame Einschätzung: Waldbrände müssen künftig dauerhaft als Bestandteil des Waldmanagements berücksichtigt werden. Prävention, Anpassungsstrategien und gesellschaftliche Verantwortung gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung.
Die Regionale Biodiversitätsstrategie Ruhrgebiet ist im Zuge eines mehr als zweijährigen Beteiligungs- und Diskussionsprozesses entstanden. Sie formuliert regional abgestimmte Ziele und Maßnahmen zum Schutz und zur Steigerung der Biodiversität in der Metropole Ruhr und dient dazu, zukünftige Maßnahmen zu steuern. In der Strategie werden Grundlagen und Leitbilder dargestellt und Adressaten konkret benannt. Die Erarbeitung wurde dabei in drei aufeinander aufbauenden Arbeitsphasen realisiert (Positionspapiere - Strategie - Handlungsprogramm). Die Strategie gliedert sich in die zehn Themenfelder "Arten- und Biotopschutz", "Industrienatur", "Wildnis in der Stadt", "Öffentliche Grünflächen", "Private Grünflächen", "Agrarlandschaft", "Wald", "Gewässer", "Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen" und "Biodiversitätsmonitoring". Im nationalen Vergleich zeigt sich, dass die Regionale Biodiversitätsstrategie Ruhrgebiet urbane Räume und die Industrienatur besonders differenziert behandelt. Bisher wurden 151 Projekte zur Umsetzung der Strategie identifiziert und in einem Handlungsprogramm zusammengefasst. Die Projekte wurden hinsichtlich ihrer Eigenschaften, bspw. ihres Umsetzungsstands, analysiert und bewertet. Einige dieser Projekte befinden sich aktuell bereits in Umsetzung oder sind durch einen konkreten Finanzierungsplan gesichert. In diesem Zusammenhang ist geplant, eine Online-Plattform zu etablieren, auf der Informationen zu bestehenden Projekten abgerufen und weitere Projektideen eingereicht werden können.
Welche Wildbienen finden wir heute? Neustes Poster der SNU kommt bei Bildungs-Exkursionen im Ober-Olmer Wald zum Einsatz. Ins Leben gerufen wurde dieser Gedenktag, um einer breiten Öffentlichkeit die immense Bedeutung von Bienen aufzuzeigen. Obwohl das gewählte Datum der Geburtstag des slowenischen Imker-Pioniers Anton Janša ist, soll der Tag den Fokus keineswegs auf die Honigbiene ( Apis mellifera ) begrenzen. Ganz im Gegenteil: die Bestäubungsleistung von Wildbienen und somit ihre Funktion als Ökosystemdienstleisterinnen ist weltweit weitaus bedeutender für die biologische Artenvielfalt und die Lebensgrundlage von Mensch und Tier. Die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz (SNU) hat deshalb als neustes Poster die "Wildbienen in Rheinland-Pfalz" aufgelegt. Hiermit sollen diese Schlüsselarten einen Platz im Herzen der Menschen und an den Wänden vieler Bienenfreunde und Bildungseinrichtungen finden. Heute, am Weltbienentag organisierte die SNU dafür gemeinsam mit dem Wald-Naturschutzzentrum Forsthaus Ober-Olmer Wald Bildungsveranstaltungen zum Thema Wildbienen: Wildbienenexperte Noel Silló vom Wildbienenkompetenzzentrum erforschte mit Kindern der Selztalschule den Nutzpflanzengarten am Forsthaus. Anschließend konnten Studierende des Zukunftszertifikats der Johannes-Guttenberg Universität einen Einblick in die Welt der Wildbienen werfen. Trotz anfangs ungünstigen kühlen Wetterbedingungen fanden sich recht viele Arten. In Rheinland-Pfalz leben mehr als 500 Wildbienenarten, 604 sind in ganz Deutschland nachgewiesen. Die Vielfalt an Formen und Farben unter den Wildbienen ist beeindruckend: Die kleinsten Wildbienen in Deutschland sind nur 3 Millimeter groß, andere Wildbienenarten haben eine Größe von bis zu drei Zentimetern. Dabei zeigen sie eine große Farbvielfalt und sind oft mit einer dichten Behaarung ausgestattet. Es gibt Arten, die wie Wespen gestreift sind (Wespenbienen), oder Arten mit metallisch blau schimmernden Flügeln und schwarzem Körper (Blauschwarze Holzbiene). Wildbienen sammeln Pollen vor allem mit speziellen Haarbüscheln, die je nach Art an den Hinterbeinen (Mauerbienen) oder am Unterbauch (Sandbienen) sitzen. Manche Arten nutzen dichte Körperhaare, um Pollen direkt von Blüten aufzunehmen. Wildbienen zeichnen sich durch eine enorme Vielfalt an spezialisierten Lebensweisen aus. Einige Arten bohren ihre Nester ins Holz, andere leben ausschließlich in leeren Schneckenhäusern, buddeln sich in Sand oder Erde ein oder nisten in steilen Felswänden. Einige bauen ihre Nester in Hohlräumen und verschließen sie mit Lehm oder Harz, während andere Pflanzenfasern und Blätter zu so genanntem Pflanzenmörtel verarbeiten. Anders als Honigbienen leben die meisten Wildbienen nicht in großen Völkern, sondern meist solitär - wenn auch durchaus in direkter Nachbarschaft. Eine Ausnahme bilden die Hummeln: Sie gehören ebenfalls zu den Wildbienen, sind jedoch soziale Insekten und gründen einjährige Staaten. Wildbienen überwintern (Ruhestadium) je nach Art in unterschiedlichen Entwicklungsphasen, als Larven, andere als Puppen im Kokon und wieder andere als erwachsene Tiere. Unter den Wildbienenarten gibt es 175 Pollenspezialisten. Diese Bienen beschränken sich bei der Aufnahme des Blütenpollens auf wenige Pflanzenfamilien, man sagt die Bienen leben " oligolektisch ". Daher trägt so manche Bienenart ihre Pollenvorliebe bereits im Namen. Die Namen der Zahntrost-Sägehornbiene ( Melitta tricincta ), Rainfarn-Maskenbiene ( Hylaeus nigritus ), Hahnenfuß-Scherenbiene ( Chelostoma florisomne ) oder Natternkopf-Mauerbiene ( Hoplitis adunca ) verraten uns, mit welchen Pflanzen wir ihnen helfen können. Das Poster ist in der Mediathek der SNU bestellbar, in Kürze gibt es dazu ebenfalls eine ausführlichere Handreichung. Ihre Bienen-Funde können Sie im ArtenFinder melden und so dazu beitragen, die Datengrundlage für den amtlichen und ehrenamtlichen Naturschutz zu verbessern. Was jeder Mensch für Wildbienen tun kann: Lassen Sie Wildnis und Natürlichkeit im Garten bewusst zu – Wildkräuter wie Löwenzahn, Klee, Brennnessel, Wegerich und Co. sind wertvolle Futterpflanzen. Setzen Sie nur auf Pflanzen, die keine gefüllten Blüten bilden und verzichten Sie auf exotische Zierpflanzen – an diesen werden Insekten weder Pollen noch Nektar finden. Mehrjährige Stauden wie Katzenminze oder Färberkamille sowie Sträucher und Gehölze heimischer Arten wie Hasel, Hartriegel und Wildrose bieten Nahrungs-, Brut- und Rückzugsmöglichkeiten für zahlreiche Tierarten. Entfernen Sie über den Winter nicht alle verblühten Stängel, sie sind Brut- und Überwinterungsplatz. Verwenden Sie zum Düngen Kompost und keinen Mineraldünger sowie keine synthetischen Pflanzenschutzmittel. Mähen Sie den Rasen nicht zu oft und lassen Sie einige ungemähte Flächen stehen, auf denen Wildblumen wachsen können, die Sie erst nach dem Verblühen schneiden.
Sachsen-Anhalts einzige giftige Schlangenart gehört zugleich zu den seltensten: Die Kreuzotter ( Vipera berus ) gilt nach der „Roten Liste“ des Landes als vom Aussterben bedroht. Um dem extrem selten gewordenen Reptil in Sachsen-Anhalt eine Zukunft zu geben, arbeitet das Landesamt für Umweltschutz an einem Artenhilfsprogramm. Ein wesentlicher Baustein für den Erhalt der Kreuzotter im Land ist die 2023 eingerichtete Zuchtstation, deren Betrieb der BUND-Landesverband Sachsen-Anhalt übernommen hat. Diese wichtige Arbeit im BUND-Umweltzentrum Franzigmark im Petersberger Ortsteil Morl (Saalekreis) nördlich von Halle (Saale) ist nun vorerst bis 2029 gesichert. Grundlage dafür ist ein Förderbescheid, den Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann heute vor Ort an BUND-Landeschef Ralf Meyer überreicht hat. Das Umweltministerium unterstützt das Projekt des BUND-Landesverbands zum Kreuzotter-Schutz in Sachsen-Anhalt mit knapp 750.000 Euro, davon kommen 80 Prozent aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds zur Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und 20 Prozent vom Land Sachsen-Anhalt. Das Vorhaben läuft von Oktober 2025 bis März 2029 und umfasst neben dem Betrieb der Zuchtstation auch die Renaturierung von Lebensräumen der Kreuzotter sowie die Umweltbildung. So können Schulklassen, Kindergärten oder Familien bereits seit April 2025 unter dem Motto „ECHSistenz in Gefahr“ mit den seltenen heimischen Reptilien auf Tuchfühlung gehen. Willingmann betonte: „Der Erhalt der Artenvielfalt hat in Sachsen-Anhalt hohe Priorität. Das gilt auch für die Kreuzotter, wenngleich manche Menschen dieser Schlangenart aufgrund ihrer Giftigkeit vielleicht lieber nicht in freier Wildbahn begegnen möchten. Dennoch hat auch die Kreuzotter eine wichtige Funktion im Ökosystem. Einerseits ernährt sie sich unter anderem von Mäusen und Fröschen, anderseits kann sie Greifvögeln und Mardern auch als Beute dienen. Daher geben wir mit der Förderung des BUND-Projekts zum Kreuzotter-Schutz einen wichtigen Impuls für den Erhalt der Artenvielfalt in unserem Land.“ „Es freut mich sehr, dass der BUND mit diesem Projekt Lebensräume für diese seltene Art wiederherstellen kann und mit der Auswilderung gezüchteter Tiere einen Beitrag leisten wird, dass auch unsere Enkel und deren Kinder diese faszinierende heimische Schlangenart noch in den Wäldern und Mooren Sachsen-Anhalts beobachten können“, ergänzt Ralf Meyer, Landesvorsitzender des BUND Sachsen-Anhalt . Ziel der Zucht ist die Auswilderung von Kreuzottern im Harz, im Raum Zeitz sowie in der Altmark. 2023 und 2024 sind im Rahmen einer Ausnahmegenehmigung von dort jeweils Tiere aus der Wildnis entnommen worden; 2024 wurden die ersten zwei Schlüpflinge im Raum Zeitz ausgewildert. Die Zuchtstation umfasst Terrarien für Futtertiere und Gehege für Kreuzottern, die nur alle zwei Jahre Jungtiere bekommen. Aktuell leben dort 3 Männchen, 9 Weibchen und 22 Jungtiere. Ziel des Projektes ist es, von 2027 an 17 Zuchtpaare und jährlich mindestens 50 Jungtiere zu erreichen. Die Kreuzotter ist streng geschützt und darf auch in Sachsen-Anhalt nicht gefangen oder getötet werden. Sie bevorzugt sonnige Waldränder, Moore und Heidegebiete. Diese Lebensräume werden beispielsweise durch Landwirtschaft und Tourismus bedroht. Das Gift der Kreuzotter ist für den Menschen schmerzhaft aber nicht lebensbedrohlich. Es kann zu schmerzhaften Schwellungen und Rötungen an der Bissstelle sowie in seltenen Fällen auch zu Übelkeit, Erbrechen oder Atembeschwerden führen. Aktuelle Informationen zu interessanten Themen aus Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt gibt es auch auf den Social-Media-Kanäle n des Ministeriums bei Facebook , Instagram , LinkedIn , Threads , Bluesky , Mastodon und X (ehemals Twitter ). Impressum: Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt Pressestelle Leipziger Str. 58 39112 Magdeburg Tel: +49 391 567-1950, E-Mail: PR@mwu.sachsen-anhalt.de , Facebook , Instagram , LinkedIn , Threads , Bluesky , Mastodon und X
Die Wildnis ruft – und das nicht in Kanada oder Alaska, sondern direkt vor der Haustür, mitten in Deutschland und Sachsen-Anhalt! Auf einer Teilfläche des einstigen Bitterfelder Braunkohlenreviers darf sich die Natur seit Beginn der 2000er Jahre weitestgehend ohne Eingriffe des Menschen entwickeln. Die „Goitzsche-Wildnis“ der BUNDstiftung umfasst mittlerweile rund 1.300 Hektar. Das langfristig angelegte Naturschutzprojekt im Landkreis Anhalt-Bitterfeld wird vom Umweltministerium auch in den kommenden Jahren unterstützt. Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann überreichte dafür heute vor Ort zwei Förderbescheide aus EU- und Landesmitteln über insgesamt 758.000 Euro – für die weitere Entwicklung der Wildnis-Fläche sowie Angebote zur Umweltbildung für Jung und Alt. Willingmann sagte: „Vom Tagebau zur Wildnis: Ein Teil der ehemaligen Braunkohleflächen an der Goitzsche ist zum Lebensraum für viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten geworden. Wo Menschen fast 100 Jahre lang das braune Gold abbauten, hat die Natur die Flächen zurückerobert und ein einzigartiges Mosaik aus Seen, Wäldern, Trockenrasen und Feuchtgebieten geschaffen. Die Goitzsche wird so zu einem Labor der Natur, das aber auch für Menschen interessant ist. Daher unterstützen wir neben der weiteren Entwicklung der Goitzsche-Wildnis auch die Entwicklung von Angeboten zur erlebnisreichen Vermittlung des Projekts.“ Ralf Meyer, Projektleiter „Goitzsche-Wildnis“ bei der BUNDstiftung, ergänzte: „Ich bin heute sehr froh, dass die Mütter und Väter der Goitzsche-Wildnis, allen voran Sachsen-Anhalts ehemalige Umweltministerin Dr. Heidrun Heidecke, vor mehr als 25 Jahren die Weitsicht und Durchsetzungskraft hatten, Tagebauflächen für die ungestörte Entwicklung der Natur zu reservieren. So entstanden nicht nur faszinierende Lebensräume mit zahlreichen seltenen Tier- und Pflanzenarten, sondern auch die Möglichkeit für alle Bürgerinnen und Bürger, diese hautnah zu erleben. Mit beiden Förderungen können Artenschutz- und Bildungsmaßnahmen deutlich intensiviert werden.“ Details zum Förderprojekt „Refugium Goitzsche-Wildnis“ Die Förderung über rund 475.000 Euro zur weiteren Entwicklung der Wildnis-Fläche bis Mitte 2029 erfolgt über das Programm „Biodiversität, Schutzgebietssystem Natura 2000“; die Fördermittel stammen zu 80 Prozent von der EU (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums, ELER) und zu 20 Prozent vom Land. Damit werden u.a. konkrete Schutzmaßnahmen für bedrohte Tierarten, die Dokumentation zu Artenvielfalt und fortschreitender Wildnis-Entwicklung, Maßnahmen zur Besucherlenkung, die Durchführung von Wildnis-Tagen sowie der Betrieb von Live-Kameras etwa am Fischadler-Horst unterstützt. Details zum Förderprojekt „Die Goitzsche im Wandel“ Die Schaffung von Angeboten zum Wildnis-Erleben im Rahmen der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ werden bis Ende 2029 mit rund 283.000 Euro aus dem Programm „Sachsen-Anhalt Nachhaltigkeitsbildung“ gefördert; insgesamt investiert die BUNDstiftung hierfür knapp 405.000 Euro. Zielgruppen sind vor allem Ferienkinder, Schulklassen und Kita-Gruppen, aber auch Erwachsene, Familien und Vereine. Die von der BUNDstiftung entwickelten pädagogischen Angebote nehmen die wachsende Wildnis sowie die regionale Tier- und Pflanzenwelt in den Fokus und stellen einen Bezug zu Naturschutz und Umweltthemen her. Interessierte können beispielsweise die spannende Welt der Insekten erleben, Pflanzen und Vögel in der Goitzsche-Wildnis kennenlernen oder sich über uralte Zeitzeugen wie Moor-Eichen und Findlinge informieren. Die Goitzsche-Wildnis ist heute Lebensraum und Rückzugsort für viele seltene und zum Teil geschützte Arten wie etwa Fisch- und Seeadler, Kranich, Kreuzkröte, Biber, Fischotter oder Rohrdommel. Großer Pluspunkt: Die Flächen werden weder forstlich oder landwirtschaftlich noch für die Fischerei genutzt. Daher können sich Wälder wie Gewässer ungestört entwickeln und die Böden sind vor Düngemitteln und Pestiziden geschützt. Impressum: Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt Pressestelle Leipziger Str. 58 39112 Magdeburg Tel: +49 391 567-1950, E-Mail: PR@mwu.sachsen-anhalt.de , Facebook , Instagram , LinkedIn , Threads , Bluesky , Mastodon und X
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 122 |
| Europa | 3 |
| Kommune | 4 |
| Land | 60 |
| Schutzgebiete | 2 |
| Weitere | 33 |
| Wissenschaft | 26 |
| Zivilgesellschaft | 18 |
| Type | Count |
|---|---|
| Daten und Messstellen | 1 |
| Ereignis | 10 |
| Förderprogramm | 80 |
| Hochwertiger Datensatz | 1 |
| Lehrmaterial | 2 |
| Mitmachportal | 1 |
| Taxon | 4 |
| Text | 75 |
| Umweltprüfung | 2 |
| unbekannt | 27 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 85 |
| Offen | 115 |
| Unbekannt | 3 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 200 |
| Englisch | 9 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Archiv | 9 |
| Bild | 5 |
| Datei | 16 |
| Dokument | 45 |
| Keine | 107 |
| Unbekannt | 4 |
| Webseite | 59 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 99 |
| Lebewesen und Lebensräume | 203 |
| Luft | 49 |
| Mensch und Umwelt | 187 |
| Wasser | 52 |
| Weitere | 170 |