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Forest vegetation development in the Bavarian Forest National Park following the 1983 windfall event

In the Bavarian Forest National Park a brief, but intense storm event on 1 August 1983 created large windfall areas. The windfall ecosystems within the protection zone of the park were left develop without interference; outside this zone windfall areas were cleared of dead wood but not afforested. A set of permanent plots (transect design with 10 to 10 m plots) was established in 1988 in spruce forests of wet and cool valley bottoms in order to document vegetation development. Resampling shall take place every five years; up to now it was done in 1993 and 1998. On cleared areas an initial raspberry (Rubus idaeus) shrub community was followed by pioneer birch (Betula pubescens, B. pendula) woodland, a sequence well known from managed forest stands. In contrast to this, these two stages were restricted to root plates of fallen trees in uncleared windfalls; here shade-tolerant tree species of the terminal forest stages established rather quickly from saplings that had already been present in the preceeding forest stand. Soil surface disturbances are identified to be causal to the management pathway of forest development, wereas the untouched pathway is caused by relatively low disturbance levels. The simulation model FORSKA-M is used to analyse different options of further stand development with a simulation time period of one hundred years.

Planfeststellungsverfahren für die Elektrifizierung der Bahnstrecken 2571/ 2575 vom Bf Langerwehe über Bf Eschweiler-Weisweiler bis Bf Stolberg Hbf (Planfeststellungsabschnitt 4); im Rahmen des Gesamtprojektes der Elektrifizierung der Euregiobahn

Die EVS EUREGIO Verkehrsschienennetz GmbH (Vorhabenträgerin) plant die Elektrifizierung der Bahnstrecken der Euregiobahn. Aktuell sind die Strecken der Vorhabenträgerin nur mit fahrleitungsunabhängigen Fahrzeugen (dieselbetriebene Fahrzeuge) befahrbar. Durch die Elektrifizierung werden die Lücken im Netz für einen durchgängigen Betrieb der Euregiobahn mit elektrischen Fahrzeugen beseitigt. Zudem können durch ein besseres Beschleunigungsverhalten der Züge – bei unveränderter Höchstgeschwindigkeit – Fahrzeitgewinne erzielt werden. Ziel des Gesamtprojektes ist somit die Ertüchtigung der bestehenden Infrastruktur für den Betrieb an einer elektrifizierten Strecke durch die Ausrüstung der Strecken mit Oberleitungsanlagen. Das Gesamtprojekt wurde der Übersichtlichkeit halber räumlich in mehrere Planfeststellungsabschnitte (PFA) unterteilt, die jeweils in den Planunterlagen dargestellt sind. Die Elektrifizierung der Bahnstrecken 2571/ 2575 vom Bf Langerwehe über Bf Eschweiler-Weisweiler bis Bf Stolberg Hbf stellt einen eigenen Planfeststellungsabschnitt dar (PFA 4). Diesbezüglich soll die Errichtung der Oberleitungsanlagen erfolgen. Die beantragten Maßnahmen umfassen dabei: - die Strecke 2571 „Bf Eschweiler-Weisweiler bis Bf Stolberg Hbf (a)“ - die Strecke 2575 „Bf Langerwehe (a) bis Bf Eschweiler-Weisweiler“ - inkl. der Durchfahrts- und Ausweichgleise in den Bahnhöfen Eschweiler-Weisweiler, Eschweiler-Talbahnhof und Eschweiler-Aue, - inkl. des Tunnels „Ulhaus“ auf der Strecke 2575 bis km 1,050 Im Rahmen dieser geplanten Elektrifizierung sollen insgesamt 226 Maste errichtet werden. Zur Minderung der Gefährdung der Bahnstrecken mit seinen geplanten Oberleitungsanlagen durch Windbruch (umstürzende Bäume) wurde ein „Ökologisches Bahntrassenmanagement“ entwickelt, das die Umgestaltung, Pflege und Entwicklung der Grünbereiche entlang der Gleistrasse in einem Streifen von jeweils 30 m beidseitig der Strecken vorsieht. Private Flächen sind von dem Bahntrassenmanagement im Rahmen dieses Planfeststellungsverfahrens vorerst nicht betroffen. Einzelheiten zum Bahntrassenmanagement und den Planungen vor Ort sind den Planunterlagen zu entnehmen. Das geplante Vorhaben entfaltet Auswirkungen auf die Umwelt. U. a. ist eine Betroffenheit der Vegetation und der Tierwelt gegeben. Detaillierte Einzelheiten zu Auswirkungen sowie zu entsprechenden Kompensationsmaßnahmen können den Planunterlagen entnommen werden. Zur Durchführung des Bauvorhabens sind dauerhafte Inanspruchnahmen (Grunderwerb), dingliche Sicherungen sowie vorübergehende Inanspruchnahmen von Grundstücken Dritter erforderlich. Grunderwerb wird in der Stadt Eschweiler benötigt. Dingliche Sicherungen und vorübergehende Inanspruchnahmen sind in der Gemeinde Langerwehe vorgesehen. Aufgrund von u. a. Gründungsarbeiten der Maste muss während der Zeit der Baumaßnahmen vorübergehend mit Baulärm und Erschütterungen gerechnet werden, wobei die Baumaßnahmen schrittweise über den Streckenverlauf durchgeführt werden. Zur Vermeidung von nächtlichen Störungen und von Lärmbelastungen an Wochenenden werden alle geräuschintensiven Arbeiten ausschließlich zwischen Montag und Freitag, in der Zeit von 07:00 Uhr bis 20:00 Uhr durchgeführt. Für die Dauer der Errichtung der Oberleitungsanlagen wird eine Bauzeit von etwa 80 Wochen angesetzt. Einzelheiten des Bauvorhabens sind den im Internet der Bezirksregierung Köln veröffentlichten Planunterlagen zu entnehmen.

Verbesserte Einschätzung des Risikos für Buchdruckerbefall - Kurzfristprognose für Risikobestände

Im IpsPro-Verbundvorhaben entwickeln Forschende der FVA Baden-Württemberg, des Staatsbetriebs Sachsenforst und der Universität Hamburg das Borkenkäfer-Frühwarnsystem IpsRisk, mit dessen Hilfe die Abschätzung des Risikos für Buchdruckerbefall verbessert werden soll. Gesamtziel ist es, die aktuelle Gefährdungssituation durch den Buchdrucker in potenziell bedrohten Fichtenbeständen mit möglichst hoher zeitlicher und räumlicher Auflösung einschätzen zu können. Hierfür werden verschiedene Teilrisiken, die sich aus Standorts-, Klima- und Wasserhaushaltsverhältnissen, Eigenschaften der Fichtenbestände, der Schwärmaktivität des Buchdruckers, beobachtetem Vorbefall sowie dem Brutraumangebot (z.B. Windwürfe) ableiten, kombiniert. Das resultierende Befallsrisiko durch den Buchdrucker wird in IpsRisk tagesaktuell und standortsgenau in Form einer Warnkarte dargestellt und soll zukünftig Waldbesitzenden, -bewirtschaftenden und weiteren Interessierten frei zugänglich, online zur Verfügung gestellt werden. Indem IpsRisk dadurch eine Fokussierung des Monitorings auf besonders gefährdete Bestände ermöglicht, kann das Borkenkäfer-Management wesentlich effizienter gestaltet werden. Das IpsPro-Verbundvorhaben wird durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, einen Förderträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, gefördert. Es ist in drei Teilvorhaben sowie insgesamt sieben Arbeitspakete (AP) gegliedert und hat eine Laufzeit vom 01.11.2017 bis 31.10.2021. Das Teilvorhaben 1 'Buchdruckerphänologie (AP 2) und Trockenstress-Disposition (AP 3)' sowie das AP 7 'Systemoptimierung und Validierung' werden an der FVA Baden-Württemberg bearbeitet. Buchdruckerphänologie (Abteilung Waldschutz): Entwicklung und Schwärmverhalten des Buchdruckers werden stark durch die Witterung, insbesondere die Temperatur, beeinflusst. Daraus folgt ein komplexes räumliches und zeitliches Muster von Schwärm- und somit Befallsintensität. Um dies im Borkenkäfer-Frühwarnsystem IpsRisk abbilden zu können, kommen das Borkenkäfer-Phänologiemodell PHENIPS und aus historischen Fallenfangdaten generierte Verteilungsfunktionen zum Einsatz. Ein weiterer wichtiger Faktor in der Abschätzung von Borkenkäferbefall ist die Populationsgröße, welche anhand des Vorjahresbefalls abgeschätzt werden kann. Eigene sehr detaillierte Aufnahmen in den Nationalparken Schwarzwald und Hunsrück-Hochwald ermöglichen ein vertiefendes Verständnis von Phänologie sowie lokaler Befallsdynamik im Jahresverlauf; eine außergewöhnliche Datenbasis, mit der IpsRisk kalibriert werden kann. Trockenstress-Disposition (Abteilung Boden und Umwelt): Die aktuelle Wasserverfügbarkeit sowie die zurückliegende Trockenstresshistorie beeinflussen maßgeblich die Anfälligkeit von Fichtenbeständen gegenüber Borkenkäferbefall. Im IpsPro-Verbundvorhaben wird daher die Wasserversorgung der Fichtenwälder räumlich und zeitlich hochaufgelöst mithilfe des Wasserhaushaltsmodells RoGeR modelliert. Der daraus abgeleitete Trockenstress-Indikator 'relatives pflanzenverfügbares Wasser im Wurzelraum' geht als tagesaktuelles, dynamisches Teilrisiko in das Borkenkäfer-Frühwarnsystem IpsRisk ein. Im Rahmen von IpsPro wurden 2018 in den Nationalparken Schwarzwald und Hunsrück-Hochwald Bodenfeuchtemessflächen auf repräsentativen, Fichten-dominierten Standorten eingerichtet, auf denen die Bodenfeuchte in 30 und 60 cm Tiefe stündlich und in zehnfacher Wiederholung erfasst wird. Die Bodenfeuchtemessungen dienen der Einschätzung der aktuellen Situation und werden in erster Linie zur Plausibilisierung von RoGeR herangezogen. Aufgrund der zunehmenden Relevanz der Wasserversorgung für die Vitalität von Wäldern wird das kontinuierliche Bodenfeuchtemonitoring auch nach Projektende weiter fortgeführt werden. (Text gekürzt)

Erweiterung des Bentonittagebaus"Siegerstetten-West" in den Gemarkungen Niederkam und Obergangkofen, Gemeinde Kumhausen

Das Unternehmen Clariant Produkte (Deutschland) GmbH beantragt die Erweiterung des Bentonittagebaus "Siegerstetten-West" um 5,81 ha auf eine Gesamtgröße von 15,26 ha. Die Erweiterungsfläche schließt sich westlich und südlich des bestehenden Tagebaus an und befindet sich westlich der Ortschaft Siegerstetten. Sie umfasst land- und forstwirtschaftliche Flächen. Für die Erweiterung müssen zusätzlich zu der bereits beanspruchten Rodungsfläche von 6,43 ha des Tagebaus 1,7 ha Wald gerodet werden. Die betroffene Waldfläche ist bereits kahlgeschlagen auf Grund von Windbruch sowie Käferbefall.

Haselmausrundbrief Sachsen-Anhalt Januar 2020

Haselmausrundbrief Sachsen-Anhalt Januar 2020 Dr. Martin Trost, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Kontakt: Tel. 0345-5704-670, martin.trost@lau.mlu.sachsen-anhalt.de Einleitung Seit Jahren ist es eine gute Tradition in den Bundesländern Hessen und Sachsen, die Ergebnisse der Verbreitungserhebung und des Stichprobenmonitorings der Haselmaus jährlich einmal zu sammenzufassen. Dabei geht es vor allem auch darum, den – vielfach ehrenamtlichen - Mitarbei- tern im Monitoring eine Rückkopplung und einen Überblick zu ihrer Arbeit zu liefern. Ich möchte diese Tradition für Sachsen-Anhalt aufgreifen, u.a. auch mit dem Ziel, weitere ehren- amtliche Mitarbeiter zu gewinnen. Zugleich möchte ich mich an dieser Stelle bei allen ehren- amtlichen Mitarbeitern bedanken! Unser Dank gilt auch den zuständigen Revierförstern, die die Arbeiten unterstützten. Der Haselmausrundbrief Sachsen-Anhalt soll in aller Kürze den Sachstand zur Kenntnis der Ver- breitung sowie aktuelle Ergebnisse der Monitoringflächen vorstellen. Sven Büchner sei für die „Nachrichten aus der Wissenschaft“ herzlich gedankt. Sachstand der Verbreitungserhebung und des Stichprobenmonitorings Die letzte Publikation zur Verbreitung der Haselmaus in Sachsen-Anhalt stammt von Jentzsch (2004). Danach wurden lediglich Karten in unveröffentlichten Studien bzw. Arbeitskarten vom LAU erstellt. Im Jahr 2017 wurde die bestehende Datenbank des Landesamtes für Umweltschutz grundsätzlich überarbeitet. Des Weiteren vergab das LAU einen Werkvertrag für eine landesweit repräsentative Erfassung von Haselmausvorkommen auf der Basis von 10x10 km-Rasterfeldern. Damit sollte in erster Linie das Verbreitungsgebiet zur Erfüllung der FFH-Berichtspflichten abgeschätzt werden. Die Geländeerfassungen, bei denen unter Koordinierung von S. Büchner ein ganzes Team von erfahrenen Beobachtern (u.a. R. Juškaitis, Litauen) im Gelände mitwirkte, wurden im Herbst 2019 abgeschlossen (Büchner & Lang 2019). Abbildung 1: Symphoricarpus-Gebüsch 17.10.2019; Foto: M. Trost. Abbildung 2: Frei hängendes, verlassenes Schichtnest in einen Symphoricarpus-Gebüsch 17.10.2019; Foto: M. Trost. 1 Abbildung 3: Verlassenes Schichtnest 17.10.2019; Foto: M. Trost. Abbildung 4 zeigt die aktuelle Verbreitungskarte. Gegenwärtig muss davon ausgegangen werden, dass die Haselmaus im Huy sowie im Fallstein verschollen ist. Letzte Nachweise (Nussfunde) stammen dort von B. Lehmann und M. Trost aus dem Jahr 2007 (Myotis 2009). Weder gezielte Hinweissuche im Gelände noch die Erfassungen in beiden Monitoringgebieten (s.u.) erbrachten bislang neue Hinweise. Dies ist insbesondere von Bedeutung, weil damit die Haselmaus zugleich für den gesamten Anteil Sachsen-Anhalts an der Atlantischen Klimazone verschollen ist. Auch aus dem Hakel gibt es keine neueren Hinweise, sodass die Art auch hier vorerst als verschollen gelten muss. Ein weiteres aktuell nicht belegtes Rasterfeld befindet sich am Rande des Saaletals im Bur- genlandkreis. Hier ist allerdings die Rasterfeldzuordnung des relativ ungenauen älteren Fundpunk- tes fraglich. Ausgesprochen interessant sind die erstmaligen Funde im Ziegelrodaer Forst. Am nordwestlichen Harzrand ist u.U. mit Funden in weiteren Rasterfeldern zu rechnen. ? Abbildung 4: Arbeitskarte des aktuellen Kenntnisstands zur Verbreitung. Die dunkelgrünen Rasterfelder zeigen die Präsenz ab der letzten FFH-Berichtsperiode. Quelle: Landesamt für Umweltschutz. 2 Im Konzept zum Monitoring der FFH-Tierarten wurden für die Haselmaus ursprünglich insgesamt 10 Gebiete für das Stichprobenmonitoring festgelegt. Die Erfassungsmethodik und Bewertung folgt dem in Deutschland üblichen Standard (aktuelle Fassung BfN & Blank 2017). Diese Monitoringge- biete wurden 2013 als Kastenreviere mit jeweils 60 Kästen eingerichtet (Büchner et al. 2014). Nach ersten Kontrollen in den Jahren 2013-2016 (Büchner & Lang 2017) erfolgte die Kontrolle jedoch aus Kapazitätsgründen nicht mehr durchgehend. Erst 2018 konnte damit begonnen wer- den, alle bestehenden Gebiete wieder zunehmend kontinuierlich zu kontrollieren und instand zu halten. Buchenwälder um Stolberg (Landesmonitoring) Ersteinrichtung: 2013 (S. Büchner, J. Lang) Kontrollen: 2013-2015, 2016, 2019 (S. Büchner, J. Lang, M. Trost) Aktuelle Betreuung: M. Trost In diesem Gebiet kam es von Anfang zu empfindlichen Verlusten an den Nistkästen. Auffällig war dabei, dass Kästen in bestimmten Bereichen wiederholt verschwanden, wobei selbst die Alumini- umnägel der Aufhängung entfernt wurden. Ersatz der Kästen war überwiegend erfolglos. Zu weite- ren Verlusten kam es im Zuge von Windbruch so wie Entnahme abgestorbener Fichten. Da aus diesem Grund die Vollständigkeit trotz hohen Aufwands nicht gewährleistet war, wird das Monitoringgebiet vorerst nicht mehr kontinuierlich fortgeführt. Vielmehr sollen zunächst sporadi- sche Kontrollen der verbliebenen Kästen durchgeführt und über eine Wiederaufstockung auf die volle Kastenzahl später entschieden werden. Bei der letzten Kontrolle im September 2019 waren noch 30 intakte Kästen vorhanden. Kreuztal bei Hüttenrode (Landesmonitoring) Ersteinrichtung: 2013 (S. Büchner, J. Lang) Kontrollen: 2013, 2014, 2016, 2018, 2019 (S. Büchner, J. Lang, M. Trost, M. Jede) Aktuelle Betreuung: M. Jede Im Gegensatz zu allen anderen Monitoringgebieten handelt es sich beim Kreuztal um größere Feldgehölze an ehemaligen Bergbaustandorten im Offenland. Die Haselmausdichten werden als vergleichsweise hoch eingeschätzt. Die Betreuung hat 2019 ehrenamtlich Marco Jede übernommen. Eine zweimalige Kontrolle im Jahr ist geplant. Buntsandstein- und Gipskarstlandschaft bei Questenberg im Südharz (Landesmonitoring) Ersteinrichtung: 2013 (S. Büchner, J. Lang) Kontrollen: 2013, 2014, 2016, 2019 (S. Büchner, J. Lang, M. Trost) Aktuelle Betreuung: M. Trost Das Kastenrevier ist gegenwärtig in einem guten Zustand, geringe Kastenverluste wurden wieder ausgeglichen. Jedoch gelang bisher erst zweimal der Fund eines Nestes in den Kästen; Hasel- mausindividuen wurden nicht nachgewiesen. Die Siedlungsdichte scheint langfristig nahe der Nachweisgrenze zu liegen. Da das Populationsmonitoring daher grundsätzlich problematisch ist, soll das Gebiet ab 2019 nur noch sporadisch kontrolliert werden; ggf. sollte auf eine andere Fläche ausgewichen werden. 3

Waldbauliche, holzkundliche und finanzielle Aspekte der Laubholzastung, Teilvorhaben 2: Waldbehandlungskonzepte und forstliche Praxis

Der Anteil des Laubholzes am Waldaufbau steigt und beträgt heute in der 1. Altersklasse 55 %. Insbesondere nach Sturmkatastrophen wurden Freiflächen mit Laubholz in geringer Dichte bestockt oder haben vorangebaute Laubhölzer vorzeitig ihren Altholzschirm verloren. Auf diesen Flächen entwickeln sich die Laubhölzer qualitativ unbefriedigend. Das Wirtschaftsziel Wertholzproduktion und damit die Sinnhaftigkeit des flächigen Laubholzanbaus erscheinen auf diesen in großem Umfang vorkommenden Flächen gefährdet. Eine Lösung könnte hier die Wertastung sein. Es liegen zwar vereinzelt Leitfäden zur Laubholzastung vor, doch basieren diese auf sehr geringen Baumzahlen und es fehlen sowohl eine systematische Aufbereitung des Wissens als auch eine versuchstechnische Überprüfung und Validierung bisheriger Erfahrungen. Daher wird die Laubholzastung in der Praxis kaum angewandt. Das Ziel des vorgeschlagenen Projektes ist es, grundlegende naturwissenschaftliche und forstwirtschaftliche Erkenntnisse zur Laubholzastung zu erarbeiten, die in Empfehlungen für die Praxis einfließen. AP 1 Zusammenführung des Wissens und Vorauswahl von Beständen: (1) Literaturstudie (2) Deutschlandweite Befragung hinsichtlich Astungstechnik und Entwicklung geasteter Bäume (3) Lokalisierung geasteter Bestände AP 2 Untersuchung bisheriger Astungspraktiken: (1) Aufnahme ausgewählter Untersuchungsbestände (2) Morphologische Untersuchungen an Einzelbäumen und Holzprobengewinnung (3) Ex-situ Analyse der Holzproben (4) Finanzielle Bewertung der Astung. AP 3 Astungsversuch: (1) Anlage eines standardisierten, standortsübergreifenden Astungsversuchs (2) Bestandesaufnahme (3) In situ Beobachtung der Wundheilung. AP 4 Wissenstransfer: (1) Einschätzung der Wertastungspotentiale für die Praxis (2) Praxistransfer durch Merkblätter und waldbauliche Schulungen.

Simulationssystem W+: praxisfähige Entscheidungshilfe für das waldbauliche Variantenstudium

Das an der FVA für die forstliche Praxis entwickelte Simulationssystem W+ liegt bisher für die Baumarten Fichte, Douglasie und Buche vor. Im Rahmen des Projektes ist eine schrittweise Entwicklung unter folgenden Aspekten vorgesehen: (1) Erweiterung der Kalibrierung auf die Baumarten Tanne und Kiefer (Schwarzkiefer). Für diese Baumarten stehen im Pool der waldwachstumskundlichen Versuchsflächen ausreichend Daten zur Verfügung. (2) Substitution des derzeitigen statischen Bonitäts-Höhenmodells durch eine dynamische Höhen-Wachstumsfunktion (vorzugsweise als kombinierte Wachstumsschätzung). (3) Klimasensibilisierung der BHD-/G- und Höhen-Wachstumsschätzung aufbauend auf den aus dem Klimaprojekt Nr. 861 erwarteten Ergebnissen. (4) Entwicklung weiterer benutzerdefinierbarer Nutzungsmodelle für Durchforstungs- und Endnutzungsvarianten (z.B. Auslese-Df ohne Z-Baumauswahl, nutzerdefinierbare Struktur der Z-Baum-Auswahl, Überführungsdurchforstung, Zielstärkennutzung). (5) Integration eines Modells zur Abbildung von naturaler Sturmschadensrisiken aufbauend auf den erwarteten Ergebnissen aus dem Sturmschadensprojekt Nr. 888). (6) Tentative Integration von Einzelbaum-Astmodellen in Kooperation mit Prof.Dr. S. Hein (HSF Rottenburg), Dr. H. Mäkinen (METLA Vantaa) und Prof.Dr. A. Weiskittel (Univ.of Main, Nutting Hall).

H2020-EU.2.1. - Industrial Leadership - Leadership in enabling and industrial technologies - (H2020-EU.2.1. - Führende Rolle der Industrie - Führende Rolle bei grundlegenden und industriellen Technologien), 'Plug And Play' Forest Asset Monitoring Service For Small and Medium Forest Owners based on Sentinell (REFOCUS)

Dendrochronologische Untersuchungen an Eiben im Generhaltungswald Stiwoll

Das Bundesland Steiermark besitzt mit dem Eiben-Generhaltungswald 'Stiwoll' ein Eibenvorkommen von überregionaler Bedeutung das sich durch eine im europaweiten Vergleich sehr hohe Populationsdichte im Kernbereich auszeichnet. Im Jahre 2005 wurde ein permanentes Beobachtungsnetz im Rahmen eines vom Land geförderten Forschungsprojektes durch das Institut für Waldbau (Forschungsgruppe Klumpp/Vacik) angelegt. Darüber hinaus wurden drei verschiede Varianten der Bestandspflege durch die BFI Graz angelegt. Diese Versuchsanlage hat eine besondere Bedeutung, da sie zu den ersten dieser Art in Europa zählt. Im Januar 2008 wurde die oberste Bestandsschicht durch den Sturm 'Paula' zerstört, während die Unterschicht aus Eibe zu etwa 80 Prozent die Katastrophe überlebt hat. Das aktuelle Projekt dient dazu, die vom Sturm geworfenen Eiben dendrochronologisch zu analysieren. Damit wird erstmalig die ausführliche Analyse eines Kollektives von Eiben möglich. Hier werden wertvolle Erkenntnisse zum Reaktionsvermögen der Eibe auf Klimaschwankungen erwartet, die der Forstpraxis zu gute kommen werden.

Langfristige Dynamik von Wirbellosen auf Sturmflächen in Gebirgs- und Tieflagenwäldern - Folge-Erhebungen auf Sturmflächen 1 (Lothar), bzw. 2 (Vivian) Jahrzehnte nach dem Sturm

Nach den beiden grossen Stürmen Vivian (1990) und Lothar (1999) Ende des letzten Jahrzehnts blieb vermehrt Holz auf den Sturmflächen liegen, sowohl aus Rentabilitäts- als auch aus ökologischen Gründen. In Gebirgswäldern und im Mittelland wurden auf mehreren Sturmflächen zu Forschungszwecken Teilflächen als Vergleichspaare eingerichtet. Dabei wurde jeweils auf der einen Teilfläche das Sturmholz liegen gelassen, während auf der anderen eine Stammholzernte durchgeführt wurde. Diese Sturmflächen sind sehr gut dokumentiert, da eine Vielzahl von Untersuchungen in verschiedensten Disziplinen gemacht wurden. Unter anderem wurde die Entwicklung der Insektenfauna in den ersten Jahren nach dem Sturm verfolgt und ihre Artenzusammensetzung auf belassenen und geräumten Flächen sowie im Wald miteinander verglichen. Von Beginn weg war es das Ziel, die Entwicklung der Wirbellosenfauna auf den Sturmflächen längerfristig zu verfolgen. Die bisherigen Resultate aus den Vivian-Untersuchungen zeigen beispielsweise, dass sich die Zusammensetzung der Insektenfauna 10 Jahre nach dem Sturm immer noch von derjenigen der Waldfauna weg entwickelt. Es stellt sich somit die Frage, wann sich die Insektenfauna wieder derjenigen des ursprünglichen Waldes annähert (Resilienz). Ziel: In den beiden Jahren 2009 (20 Jahre nach Vivian) und 2010 (11 Jahre nach Lothar) sind analoge Folgeerhebungen geplant wie bei den bisherigen Untersuchungen. Dabei sollen speziell die folgenden Fragen beantwortet werden: Wann nähert sich die Fauna der Sturmflächen wieder der Waldfauna an (Resilienz)? Wann gleichen sich die Faunen auf belassenen und geräumten Flächen einander an? Bestehen Unterschiede in der Sukzessionsdynamik der Insektenfauna in Gebirgswäldern und in Wäldern des Mittellandes? Trägt liegengelassenes Sturmholz auch 20 Jahre nach dem Sturm noch zur Erhöhung des xylobionten Insektendiversität bei? Fördert Totholz in fortgeschrittenem Abbaugrad bedrohte Arten? Methodik: Die Feldarbeit besteht aus dem Monitoring der Insekten mit verschiedenen Fallentypen (Fensterfallen, Gelbschalen, Kombifallen, Bodenfallen). Die Fallen werden von April bis September wöchentlich geleert, die Insektenfänge nach Gruppen sortiert und anschliessend durch in- und externe Spezialisten bestimmt. Bedeutung für die Praxis und Forschung: Die Erkenntnisse der bisherigen Sturmforschung wurden bereits in wissenschaftlichen Publikationen, Merkblättern und Leitfäden umgesetzt. Waldentwicklung und Waldforschung haben aber eine zeitliche längere Dimension. Die langfristigen Erhebungen in Gebirgsfichtenwäldern und Mischwäldern der Tieflagen werden für die Naturschutzbiologie, die Waldbewirtschaftung und die biozönotische/ökologische Forschung diejenigen Datengrundlagen liefern, die einem langlebigen und (aus menschlicher Sicht) trägen System wie dem Wald gerecht werden. Dies ist deshalb wichtig, als davon ausgegangen werden muss, dass in Zukunft Häufigkeit und Intensität von Stürmen zunehmen dürfte.

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