Die EVS EUREGIO Verkehrsschienennetz GmbH (Vorhabenträgerin) plant die Elektrifizierung der Bahnstrecken der Euregiobahn. Aktuell sind die Strecken der Vorhabenträgerin nur mit fahrleitungsunabhängigen Fahrzeugen (dieselbetriebene Fahrzeuge) befahrbar. Durch die Elektrifizierung werden die Lücken im Netz für einen durchgängigen Betrieb der Euregiobahn mit elektrischen Fahrzeugen beseitigt. Zudem können durch ein besseres Beschleunigungsverhalten der Züge – bei unveränderter Höchstgeschwindigkeit – Fahrzeitgewinne erzielt werden. Ziel des Gesamtprojektes ist somit die Ertüchtigung der bestehenden Infrastruktur für den Betrieb an einer elektrifizierten Strecke durch die Ausrüstung der Strecken mit Oberleitungsanlagen. Das Gesamtprojekt wurde der Übersichtlichkeit halber räumlich in mehrere Planfeststellungsabschnitte (PFA) unterteilt, die jeweils in den Planunterlagen dargestellt sind. Die Elektrifizierung der Bahnstrecken 2571/ 2575 vom Bf Langerwehe über Bf Eschweiler-Weisweiler bis Bf Stolberg Hbf stellt einen eigenen Planfeststellungsabschnitt dar (PFA 4). Diesbezüglich soll die Errichtung der Oberleitungsanlagen erfolgen. Die beantragten Maßnahmen umfassen dabei: - die Strecke 2571 „Bf Eschweiler-Weisweiler bis Bf Stolberg Hbf (a)“ - die Strecke 2575 „Bf Langerwehe (a) bis Bf Eschweiler-Weisweiler“ - inkl. der Durchfahrts- und Ausweichgleise in den Bahnhöfen Eschweiler-Weisweiler, Eschweiler-Talbahnhof und Eschweiler-Aue, - inkl. des Tunnels „Ulhaus“ auf der Strecke 2575 bis km 1,050 Im Rahmen dieser geplanten Elektrifizierung sollen insgesamt 226 Maste errichtet werden. Zur Minderung der Gefährdung der Bahnstrecken mit seinen geplanten Oberleitungsanlagen durch Windbruch (umstürzende Bäume) wurde ein „Ökologisches Bahntrassenmanagement“ entwickelt, das die Umgestaltung, Pflege und Entwicklung der Grünbereiche entlang der Gleistrasse in einem Streifen von jeweils 30 m beidseitig der Strecken vorsieht. Private Flächen sind von dem Bahntrassenmanagement im Rahmen dieses Planfeststellungsverfahrens vorerst nicht betroffen. Einzelheiten zum Bahntrassenmanagement und den Planungen vor Ort sind den Planunterlagen zu entnehmen. Das geplante Vorhaben entfaltet Auswirkungen auf die Umwelt. U. a. ist eine Betroffenheit der Vegetation und der Tierwelt gegeben. Detaillierte Einzelheiten zu Auswirkungen sowie zu entsprechenden Kompensationsmaßnahmen können den Planunterlagen entnommen werden. Zur Durchführung des Bauvorhabens sind dauerhafte Inanspruchnahmen (Grunderwerb), dingliche Sicherungen sowie vorübergehende Inanspruchnahmen von Grundstücken Dritter erforderlich. Grunderwerb wird in der Stadt Eschweiler benötigt. Dingliche Sicherungen und vorübergehende Inanspruchnahmen sind in der Gemeinde Langerwehe vorgesehen. Aufgrund von u. a. Gründungsarbeiten der Maste muss während der Zeit der Baumaßnahmen vorübergehend mit Baulärm und Erschütterungen gerechnet werden, wobei die Baumaßnahmen schrittweise über den Streckenverlauf durchgeführt werden. Zur Vermeidung von nächtlichen Störungen und von Lärmbelastungen an Wochenenden werden alle geräuschintensiven Arbeiten ausschließlich zwischen Montag und Freitag, in der Zeit von 07:00 Uhr bis 20:00 Uhr durchgeführt. Für die Dauer der Errichtung der Oberleitungsanlagen wird eine Bauzeit von etwa 80 Wochen angesetzt. Einzelheiten des Bauvorhabens sind den im Internet der Bezirksregierung Köln veröffentlichten Planunterlagen zu entnehmen.
Die Berliner Erholungswälder werden seit langem naturnah gepflegt und bewirtschaftet. 1991 wurden die Prinzipien dieser Waldpflege erstmals umfassend zu Papier gebracht und als Waldbaurichtlinie verabschiedet. Nach einer Bilanzierung und Abstimmung mit den Naturschutzverbänden und den unabhängigen Zertifizierern wurde 2005 die Waldbaurichtlinie für die Berliner Forsten aktualisiert und verabschiedet. Mit dieser Waldbaurichtlinie werden die Ansprüche der Forstwirtschaft, des Naturschutzes, der Erholungsnutzung, der Landschaftsästhetik und des Klimaschutzes zu einem einheitlichen Handlungskonzept zusammengefasst, das für die Berliner Wälder in der Stadt und im Umland gleichermaßen gilt. In einer Zeit weltweit steigender Umweltbelastungen und einem nach wie vor ungebremsten Raubbau an den Wäldern dieser Erde, sowohl in den Tropen als auch in den nördlichen Klimazonen, ist der Erhalt und die Pflege unserer einheimischen Wälder, die Sicherung ihrer ökologischen Leistungsfähigkeit und damit der Nachhaltigkeit ihrer vielfältigen Funktionen eine unbedingte Voraussetzung für die Bewahrung einer lebenswerten und gesunden Umwelt. Es gilt, den Wald auch für unsere Nachkommen als unverzichtbare Lebensgrundlage zu erhalten. Das erfordert die konsequente Beachtung ökologischer Grundsätze bei seiner Bewirtschaftung. Diesen Grundsätzen hat sich Berlin durch Unterzeichnung des Kyotoprotokolls verpflichtet und will dies im eigenen Wald in vorbildlicher Weise umsetzen. Das Ökosystem Wald in seinen naturraumtypischen Ausprägungen und seinen Wirkungsbeziehungen wird nachhaltig gefördert, auf Dauer stabilisiert und erleidet durch die Bewirtschaftung keine Schäden. Das naturraum- und standorttypische Wald- und Landschaftsbild wird erhalten und entwickelt, um auch die Schönheit der vielfältigen Waldlandschaft hervorzuheben. Die stille Erholung und das Naturerleben sowie die Umweltbildung im Wald werden für die Menschen der Großstadt gefördert. Die Steigerung der waldtypischen Erlebnisqualität steht dabei im Mittelpunkt. So bleibt der Wald als “Gegenwelt” zum hektischen Getriebe der Großstadt erhalten. Das im Berliner Landschafts- und Artenschutzprogramm geforderte Prinzip des Natur- und Artenschutzes auf der ganzen Fläche wird im Wald im Sinne eines umfassenden Waldnaturschutzes praktiziert. Berliner Landschafts- und Artenschutzprogramm Es sollen strukturreiche Mischwälder entstehen. Die Erneuerung der Wälder erfolgt dabei grundsätzlich durch natürliche Aussamung der Waldbäume. Es sollen sich Wälder aus standortgerechten, naturraumtypischen, heimischen Baum- und Straucharten entwickeln. Das sind die Arten, die sich seit der letzten Eiszeit natürlich angesiedelt haben. Der Anbau von nichtstandortgerechten und nichtheimischen Baumarten verursacht ökologische Probleme und ist häufig von negativen waldbaulichen Erfahrungen begleitet. Deshalb werden diese Baumarten nicht mehr angebaut und gefördert. Die Waldpflege dient der Erhaltung und Förderung der Vitalität und Qualität der Bäume. Die im Rahmen der Bestandespflege durchgeführten Maßnahmen (z.B. Durchforstungen) sollen helfen, gesunde und stabile Bestände entstehen zu lassen und nach Möglichkeit Strukturreichtum und Mischbaumarten zu fördern. Zur nachhaltigen Nutzung des Rohstoffes Holz werden Waldbestände mit hohen Vorräten an starkem und wertvollem Holz entwickelt. Die Bodenfruchtbarkeit soll erhalten und gefördert werden. Die Entwicklung einer gesunden Humusschicht und geschlossene Nährstoffkreisläufe werden angestrebt. Pflanzenschutzmittel werden grundsätzlich nicht eingesetzt. Die Erschließung der Wälder mit Wegen entspricht den Erfordernissen des Schutz- und Erholungswaldes. Fahrwege und Fahrzeugverkehr werden auf ein Minimum beschränkt, die Erschließung für forstliche Pflegemaßnahmen erfolgt behutsam und attraktive Erholungsangebote werden entwickelt und erhalten. Gesunde alte und absterbende Bäume sowie liegendes und stehendes Totholz sind als sogenanntes Biotopholz ein wichtiger Beitrag zur Förderung und Sicherung von Vorkommen gefährdeter Tier-, Pflanzen- und Pilzarten. 5 bis 10 vitale Altbäume pro Hektar bleiben deshalb der natürlichen Entwicklung überlassen und bilden die Grundlage für ein flächen- und dauerhaftes Alt- und Biotopholzprogramm in den Berliner Wäldern. Um den Anteil an Totholz für die darauf angewiesenen Arten zu erhöhen, verbleibt liegendes und stehendes Totholz sowie Windbruch jeden Alters im Wald. Ausnahmen bilden Maßnahmen zur Entfernung von Gefahrenstellen an Wegen, Park- und Spielplätzen, Siedlungsrändern usw… Bei den Pflegemaßnahmen wird auf die Brut- und Aufzuchtzeiten der störungsempfindlichen Tierarten Rücksicht genommen. Durch die Anwendung dieser Waldbaurichtlinie wird neben der Sicherung eines vielseitigen und leistungsfähigen Waldes für kommende Generationen auch den Anforderungen der anspruchsvollen Zertifikate des Forest Stewardship Council (FSC) und des Naturlandverbandes für eine ökologische Waldbewirtschaftung Rechnung getragen.
Die Stürme in den Jahren 2017/2018 und vor allem die seit Frühjahr 2018 anhaltende Dauertrockenheit haben die Wälder Deutschlands in vielen Regionen erheblich geschädigt. Die Schäden gehen dabei mittlerweile deutlich über das Waldsterben der 1980er-Jahre hinaus und sind auch sonst im historischen Vergleich beispiellos. Es setzt sich in der Forstwirtschaft mehr und mehr die bittere Erkenntnis durch, dass die Klimakrise die Gegenwart darstellt und unsere Wälder das erste Opfer sind. Insbesondere die mitteldeutschen Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen können dabei als Hotspot der Waldschäden betrachtet werden, da das Niederschlagsdefizit seit 2018 in Mitteldeutschland besonders hoch ist. Infolgedessen sind die Böden insbesondere in tieferen Schichten stark ausgetrocknet, wie der Dürremonitor des Umweltforschungszentrums in Leipzig für den forstrelevanten Bereich von 1,8 Meter Bodentiefe eindrücklich zeigt. Die anhaltende Niederschlagsarmut ist aber nur ein Teil des Problems. Vielmehr werden dadurch forstwirtschaftlichen Fehler der vergangenen Jahrzehnte deutlich. Vor allem der starke Fokus der Forstwirtschaft auf Monokulturen der gleichen Altersstufe sowie die teilweise falsche Baumartenwahl für bestimmte Standorte müssen als die zentralen Probleme benannt werden. Allen voran die in Monokultur angebaute Fichte (hohe Sturmgefährdung, vergleichsweise geringe Trockenheitsresistenz, Schädlingsanfälligkeit) sei hier genannt. Deren forstwirtschaftlich bedingte Verbreitung in den unteren und mittleren Lagen der Mittelgebirge führt gegenwärtig zu großflächigem Waldsterben, so zum Beispiel im Harz. Kahlschläge führen unter anderem zu Windbruch, beeinflussen das örtliche Mikroklima negativ (Erhitzung von Freiflächen) und sind das Gegenteil von mehrstufigen, klimastabilen Dauerwäldern. Dauerwälder und aktive Forstwirtschaft durch Einzelstammentnahme verschiedener Altersstufen schließen sich nicht aus. Vielmehr ist dies der Lösungsansatz, um Wälder an die Klimakrise anzupassen. Für klimastabile Mischwälder soll auf eine Mehr-Baumarten-Strategie gesetzt werden, um so Klimarisiken zu reduzieren. Naturverjüngung ist kostengünstig, es gibt keine Anpflanzverluste und das Saatgut ist an die örtlichen Bedingungen angepasst. Neben regionalem, standortgerechtem Saatgut kann auch das Verpflanzen von regionalen Wildlingen sehr erfolgsversprechend sein. Jungbäume sind in den ersten 2 bis 3 Jahren sehr anfällig gegenüber Trockenperioden. Vor allem Sandböden, südexponierte Lagen und abschüssiges Gelände sind betroffen. Spätestens seit 2018 ist dies ein extremes Problem. Containerpflanzung und/oder professionelle Gießtechnik können lokal Lösungen darstellen, auch wenn dies Mehrkosten bedeutet. Wildverbiss durch Reh- und Rotwild stellt ein erhebliches Problem beim Waldumbau dar. Da Einzelverbissschutz oder die flächige Einzäunung teuer und mit hohem Arbeitsaufwand verbunden sind, sollte Bestandsreduzierung von Reh- und Rotwild durch Jagd erfolgen. Standortheimische Baumarten sind prägend für die ökologischen Wechselwirkungen vor Ort, sind grundsätzlich an die Boden- und Klimaverhältnisse angepasst und besitzen einen gewissen (epi)genetischen Spielraum sich an die Klimakrise anzupassen. Wälder sind Ankerzentren der Artenvielfalt. Für naturschutzfachlich bedeutsame Wälder wurden Schutzgebiete, wie die Natura 2000-Gebiete als Schwerpunkt ausgewiesen. Mit dem Ziel der Umsetzung der Strategie zur biologischen Vielfalt werden in Sachsen-Anhalt 10 Prozent des Landeswaldes aus der Nutzung genommen und im Rahmen der Naturwaldforschung wissenschaftlich begleitet. Totholz ist für eine nachhaltige Forstwirtschaft von zentraler Bedeutung, da Totholz Wasser speichert, Bodenaustrocknung durch Wind reduziert, Wildverbissschäden verringert, für langfristigen Humuserhalt sorgt und Lebensraum für Pflanzen und Tiere darstellt. Waldränder müssen mehrstufig umgestaltet werden, da dies den nachgelagerten Wald vor Windbruch schützt. Gleichzeitig ist dies eine Möglichkeit, niedrig wachsende heimische Baum- und Straucharten in Bestand zu etablieren. Der Einsatz von Schwermaschinen in der modernen Holzwirtschaft muss bodenschonender werden, um die Böden nicht (dauerhaft) zu schädigen. Technische Weiterentwicklung und die Wiederetablierung von naturnahen Holzerntemethoden müssen vorangetrieben werden. Gerade kleinere Waldbesitzer müssen bei der Wahl von zukunftsfähigen Baumarten fachlich unterstützt werden. Detailkarten (Bodenklasse, lokale Wasserverfügbarkeit) sind ein wichtiges Instrument. Forstbetriebsgemeinschaften (FBG) leisten wichtige Arbeit, um die Wälder zukunftsfähig zu machen. Vor allem ist die Bündelung und Unterstützung von Klein- und Kleinstwaldbesitzern hervorzuheben. Daher müssen FBG unterstützt werden. Holzbau bindet CO 2 langfristig und ersetzt klimaschädliche Baustoffe wie Beton und Stahl. Eine regionale Verarbeitung fördert zudem die Wertschöpfung und schafft Arbeitsplätze. Bei Waldpflegemaßnahmen (Laubbäume) fiel bisher kaum vermarktungsfähiges Industrieholz an. Durch aktuelle Industrieansiedlungen und innovative Verfahren zur Herstellung von Biochemikalien ergeben sich neue finanzielle Perspektiven für alle Waldbesitzarten. Dabei sind forstwirtschaftliche Grundprinzipien der Nachhaltigkeit (Totholzverbleib im Wald) zu beachten. Die Klimakrise erhöht das Waldbrandrisiko in Nadelwaldmonokulturen, insbesondere bei Kiefernbeständen. Waldumbau hin zu Misch- und Laubwäldern und ein systematisch geplanter Einsatz von Waldbrandriegeln können Waldbrandrisiken deutlich reduzieren. Vor allem zur Baumartenwahl im Rahmen der Klimakrise besteht hoher Forschungsbedarf. Gleichzeitig müssen Forschungserkenntnisse einzelner Länder allen anderen Ländern schnellstmöglich zu Gute kommen und in die Praxis überführt werden. Wälder, die strenge Nachhaltigkeitskriterien erfüllen, sind von zentraler Bedeutung für den Schutz des Klimas insgesamt. Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, die klimastabile Wälder bewirtschaften bzw. diese dahingehend aktiv umbauen, sollten für die damit einhergehende Zunahme der CO 2 -Speicher-Funktion honoriert werden. Holzimporte aus Ländern mit geringen oder keinen Umwelt- und Klimastandards müssen verteuert oder verboten werden, wenn Holz ein wirklich nachhaltiger Baustoff werden soll. Die Politik der Europäischen Union und Freihandelsabkommen müssen sich daran orientieren.
Das Unternehmen Clariant Produkte (Deutschland) GmbH beantragt die Erweiterung des Bentonittagebaus "Siegerstetten-West" um 5,81 ha auf eine Gesamtgröße von 15,26 ha. Die Erweiterungsfläche schließt sich westlich und südlich des bestehenden Tagebaus an und befindet sich westlich der Ortschaft Siegerstetten. Sie umfasst land- und forstwirtschaftliche Flächen. Für die Erweiterung müssen zusätzlich zu der bereits beanspruchten Rodungsfläche von 6,43 ha des Tagebaus 1,7 ha Wald gerodet werden. Die betroffene Waldfläche ist bereits kahlgeschlagen auf Grund von Windbruch sowie Käferbefall.
Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt - Pressemitteilung Nr.: 168/04 Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Pressemitteilung Nr.: 168/04 Magdeburg, den 7. Oktober 2004 Kartoffelernte fast unter Dach und Fach: Gute Ergebnisse Die Kartoffelernte in Sachsen-Anhalt ist nahezu unter Dach und Fach. Drei Viertel der mittelfrühen und späten Kartoffelsorten sind eingebracht. Dabei zeichnet sich eine insgesamt gute Ernte für dieses Jahr ab. Die Erträge schwanken zwischen 350 bis 550 Dezitonnen je Hektar. Im Vorjahr lag der Landesdurchschnitt bei 333 Dezitonnen je Hektar. Die Qualität der geernteten Kartoffeln wird allgemein als gut eingeschätzt. Probleme bereitet jedoch Schorfbefall im Bereich Mitte. Die Zuckerrübenernte läuft ebenso planmäßig. Etwa ein Viertel der Bestände ist eingebracht, die Qualität gilt als gut bis sehr gut. Die geschätzten Erträge liegen zwischen 490 und 530 Dezitonnen je Hektar. Im Vorjahr gab es einen Durchschnittwert von 446,4 Dezitonnen je Hektar. Es wird ein bereinigter Zuckergehalt von etwa 16 bis 22 Prozent erwartet, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr entsprechen könnte. Damals waren im Durchschnitt 16 Prozent gemessen worden. Regionale Meldungen Amtsbereich Altmark mit den Kreisen Stendal, Salzwedel, Jerichower Land Die Kartoffelernte verläuft planmäßig. Mit 350 bis 500 Dezitonnen je Hektar sind die Erträge sehr gut. Die Qualität wird mit gut bis befriedigt eingeschätzt. Bisher ist ein geringer Fäule- und Schmutzbesatz zu verzeichnen. Auch die Zuckerrübenernte verläuft gut. Die Zuckerfabrik erwartet für die Kampagne einen durchschnittlichen Ertrag in der Altmark von 500 Dezitonnen je Hekar und einen durchschnittlichen Zuckergehalt von 17 Prozent. Die Silomaisernte ist bisher unter guten Bedingungen verlaufen und ist größtenteils bereits abgeschlossen. Die Erträge sind zufrieden stellend. Insbesondere ist der Kolbenanteil in diesem Jahr hoch. Amtsbereich Süd mit den Kreisen Burgenlandkreis, Mansfelder Land, Merseburg, Querfurt, Saalkreis, Sangerhausen, Weißenfels Das Wetter bot gute Voraussetzungen für Ernte- und Bestellarbeiten. Seit Monatsbeginn läuft in den meisten Kreisen die Sonnenblumen- und Körnermaisernte. Laut erster Ernteergebnisse bewegt sich das Ertragsniveau bei Sonnenblumen zwischen 23 und 25 Dezitonnen je Hektar. Höhere Erträge lassen sich infolge des teilweise vorhandenen Windbruches nicht realisieren. Amtsbereich Mitte mit den Kreisen Aschersleben/Staßfurt, Bördekreis, Ohrekreis, Halberstadt, Quedlinburg, Schönebeck, Wernigerode Neben der Rodung der mittelfrühen und späten Kartoffelsorten gilt das Hauptaugenmerk der Zuckerrübenernte. Aufgrund der guten Witterungslage konnte die Ernte zügig fortgesetzt werden. Nach den Angaben der Zuckerfabrik Klein Wanzleben kann die Ertragslage im Amtsbereich Mitte mit 530 Dezitonnen je Hektar bei 18,5 Prozent Zuckergehalt als recht gut eingeschätzt werden. Amtsbereich Anhalt mit den Kreisen Zerbst, Bernburg, Bitterfeld, Köthen und Wittenberg Rund 60 und 90 Prozent der Kartoffelanbaufläche sind gerodet. Ein Betrieb konnte seine Kartoffelernte gar bereits abschließen. Bei den Zuckerrüben variieren die betriebsspezifischen Erträge zwischen 350 und 650 Dezitonnen je Hektar sowie die Zuckergehalte zwischen 16 und 22 Prozent. Die Erträge beim Hopfen schwanken zwischen 12 und 24 Dezitonnen je Hektar. Die Qualitäten sind gut. Die Körnermaisernte hat begonnen. Die Erträge liegen zwischen 85 und 110 Dezitonnen je Hektar. Zudem erfolgt derzeit die Aussaat von Winterroggen und Winterweizen. Impressum: Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Pressestelle Olvenstedter Straße 4 39108 Magdeburg Tel: (0391) 567-1951 Fax: (0391) 567-1964 Mail: pressestelle@mlu.lsa-net.de Impressum:Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energiedes Landes Sachsen-AnhaltPressestelleLeipziger Str. 5839112 MagdeburgTel: (0391) 567-1950Fax: (0391) 567-1964Mail: pr@mule.sachsen-anhalt.de
Einige Gase in der Atmosphäre wirken als Treibhausgase. Sie lassen das Sonnenlicht fast ungehindert passieren, halten aber die Wärmestrahlung, die von der Erdoberfläche ausgeht, in der Atmosphäre zurück. Zu diesem natürlichen Treibhauseffekt trägt überwiegend Wasserdampf (H 2 O) bei, gefolgt von Kohlendioxid (CO 2 ), Ozon (O 3 ), Lachgas (N 2 O) und Methan (CH 4 ). Der Treibhauseffekt macht das Leben in seiner heutigen Form erst möglich. Mit Beginn der Industrialisierung hat die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre immer mehr zugenommen. Dadurch wird der natürliche Treibhauseffekt verstärkt, die durchschnittliche Temperatur auf der Erde steigt. Dieser anthropogene – vom Menschen verursachte – Treibhauseffekt gilt als wesentliche Ursache des Klimawandels. Vor allem der Anteil an CO 2 ist stark gestiegen. Das Gas wird vorrangig bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe freigesetzt. Aber auch die Menge an Methan und Lachgas, die insbesondere durch landwirtschaftliche Tätigkeiten entsteht, hat zugenommen. Nicht zuletzt gelangen mit den fluorierten Treibhausgasen (F-Gase) neue, künstlich erzeugte Treibhausgase in die Atmosphäre. Messung von Treibhausgasen Die TU Dresden und damit Sachsen leistet seit 2012 einen wesentlichen Beitrag zum Ökosystemmonitoring im Rahmen der europäischen Forschungsinfrastruktur ICOS (Integrated Carbon Observation System). ICOS ist ein Netzwerk von Messstationen, die kontinuierlich, standardisiert und mit höchst möglicher Präzision Treibhausgase messen. Langfristbeobachtung des CO 2 -, Wasser-, Wärme- und Energiehaushaltes gibt es in Sachsen für die Landnutzungen Fichte (Tharandter Wald), Dauergrünland (Grillenburg), Acker (Klingenberg) und Eichenpflanzung nach Windbruch (Hetzdorf). Nebenstehende Abbildungen zeigen die Zunahme der CO 2 -Konzentration an der Station Tharandter Wald. https://www.icos-cp.eu/ https://www.icos-infrastruktur.de/ Tharandt Die Station Tharandter Wald (50°57’49”N, 13°34’01”E, 380 mNN) befindet sich in einem Altfichtenbestand. Hier wird seit 1996 kontinuierlich u.a. der CO 2 -Austausch zwischen Wald und Atmosphäre und die Verdunstung gemessen (längste derartige Messzeitreihe Deutschlands). Der Fichtenbestand im Tharandter Wald ist weit über 100 Jahre alt. Im Einflussbereich der Messungen befinden sich überwiegend immergrüner Nadelwald (vorwiegend Gemeine Fichte) und zu einem kleinen Teil laubabwerfender Wald. Der Standort wird seit 1811 bewirtschaftet (u.a. Auflichtungen, Pflanzungen, Kalkungen). Am Messturm im Tharandter Wald werden neben der CO 2 -Konzentration insbesondere atmosphärische CO 2 -Flüsse (CO 2 -Senken und -Quellen) und die Verdunstung des Fichtenbestandes gemessen. Die folgende Abbildung zeigt die jeweils jährlich aufsummierte CO 2 -Senke, die im Mittel 15,5 tCO 2 pro Hektar und Jahr beträgt. Das Minimum der CO 2 -Senke war 2022 mit 9 tCO 2 pro Hektar und Jahr infolge mehrerer Trockenjahre seit 2018. Nachfolgend ist die Verdunstung des Waldes abgebildet (ebenfalls jährlich aufsummiert). Diese beträgt durchschnittlich 480 mm pro Jahr bei einem mittleren Niederschlag von 842 mm pro Jahr. Der Wald als CO2-Senke – aber wie? ca. 5-minütiger Beitrag zur Langzeitmessung der Kohlenstoffspeicherung im Tharandter Wald (TU Dresden) sowie die besondere Funktion der Wälder als C-Speicher vor dem Hintergrund des globalen Klimawandels –> Film starten langfristig angelegtes Projekt BENEATH : Wissenschaftler der TU Dresden gehen der Frage nach: Wie wirkt sich der Klimawandel auf die C-Speicherfähigkeit von Waldböden aus? Grillenburg Die Station Grillenburg (50°57’04”N, 13°30’50”E, 380 mNN) befindet sich auf einer Dauergrünlandfläche. Messungen finden hier seit 2002 statt. Das Dauergrünland ist seit 1987 ungedüngt und wird extensiv genutzt (1-3 Mahdtermine pro Jahr, gelegentliche Beweidung durch Kühe und Schafe im Herbst). Das extensiv genutzte Dauergrünland ist mit durchschnittlich 3 tCO 2 pro Hektar und Jahr eine deutlich geringere CO 2 -Senke als der Wald. Nach Abzug des Biomasse-Exports durch Mahd ist diese Landnutzung weitgehend CO 2 -neutral. Die Verdunstung ist mit 600 mm pro Jahr höher als am Fichtenstandort Tharandt. Klingenberg Im Erzgebirgsvorland bei Colmnitz (Gemeinde Klingenberg) befindet sich die Agrarstation Klingenberg (50°53’34”N, 13°31’21”E; 478 mNN), wo seit 2004 EC-Messungen stattfinden. Der Acker wird seit 1975 intensiv landwirtschaftlich genutzt. Die ackerbauliche Nutzung mit einer typischen Fruchtfolge (Raps, Winterweizen, Mais, Sommer- und Wintergerste) zeigt, dass Wintergetreide und Raps eine höhere CO 2 -Senke sind als Sommergetreide und Mais (im Mittel ca. 3,5 tCO 2 pro Hektar und Jahr). Werden in die Kohlenstoffbilanz Ernte und organische Düngung einbezogen, ist dieser Acker eine CO 2 -Quelle (im Mittel ca. 4,3 tCO 2 pro Hektar und Jahr). Die Verdunstung ist ähnlich wie im Fichtenwald. Hetzdorf Die Station Hetzdorf befindet sich auf einer Windwurffläche im Tharandter Wald, die nach dem Sturm Kyrill 2007 mit Eichen bepflanzt wurde (50°57’50.50″N, 13°29’23.37″E, 395 mNN). Dieser Eichenjungbestand im Tharandter Wald wurde nach dem Windbruch des vormaligen Fichtenaltbestandes (2007) gepflanzt. Bis 2017 war dieses Ökosystem eine deutliche CO 2 -Quelle (14 tCO 2 pro Hektar und Jahr). Seit 2018 ist der aufwachsende Bestand wieder eine zunehmende CO 2 -Senke (1 bis 8 tCO2 pro Hektar und Jahr). Dagegen reagiert die Verdunstung kaum auf die Ökosystemstörung und ist an diesem nassen Standort sogar etwas höher als am Fichtenstandort Tharandt. Berechnung von Treibhausgasemissionen und Identifizierung wesentlicher Quellen Seit 1990 reduzierten sich die Emissionen von Treibhausgasen im Freistaat Sachsen um die Hälfte. Beteiligt war hieran die wirtschaftliche Umstrukturierung in Ostdeutschland während der 1990er-Jahre, insbesondere die Schließung stark Umwelt verschmutzender Anlagen im Energie- und Industriesektor. In den letzten zwanzig Jahre sind jedoch kaum noch Minderungen erkennbar. CO 2 ist mengenmäßig das bedeutendste Treibhausgas. Die Entwicklung der CO 2 -Emissionen ist stark an den Energiesektor gebunden. Hauptverursacher in Sachsen sind die Großfeuerungsanlagen, insbesondere die Stromerzeugung aus Braunkohle. –> Mehr zu Treibhausgas-Emissionen in Sachsen Die nachfolgende Abbildung zeigt die Entwicklung der Treibhausgasemissionen in Sachsen seit 1990. (Quelle: LfULG, Emissionskataster Sachsen) Die Anteile der einzelnen Treibhausgase an den gesamten sächsischen Treibhausgasmissionen im Jahr 2022 wird im nächsten Bild gezeigt. (Quelle: LfULG, Emissionskataster Sachsen) Nachfolgende Abbildung zeigt die Anteile der Sektoren an den gesamten sächsischen Treibhausgasemissionen im Jahr 2022. (Quelle: LfULG, Emissionskataster Sachsen)
Das Projekt "Forest vegetation development in the Bavarian Forest National Park following the 1983 windfall event" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Technische Universität München, Fachgebiet Geobotanik durchgeführt. In the Bavarian Forest National Park a brief, but intense storm event on 1 August 1983 created large windfall areas. The windfall ecosystems within the protection zone of the park were left develop without interference; outside this zone windfall areas were cleared of dead wood but not afforested. A set of permanent plots (transect design with 10 to 10 m plots) was established in 1988 in spruce forests of wet and cool valley bottoms in order to document vegetation development. Resampling shall take place every five years; up to now it was done in 1993 and 1998. On cleared areas an initial raspberry (Rubus idaeus) shrub community was followed by pioneer birch (Betula pubescens, B. pendula) woodland, a sequence well known from managed forest stands. In contrast to this, these two stages were restricted to root plates of fallen trees in uncleared windfalls; here shade-tolerant tree species of the terminal forest stages established rather quickly from saplings that had already been present in the preceeding forest stand. Soil surface disturbances are identified to be causal to the management pathway of forest development, wereas the untouched pathway is caused by relatively low disturbance levels. The simulation model FORSKA-M is used to analyse different options of further stand development with a simulation time period of one hundred years.
Das Projekt "Verbesserte Einschätzung des Risikos für Buchdruckerbefall - Kurzfristprognose für Risikobestände" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg durchgeführt. Im IpsPro-Verbundvorhaben entwickeln Forschende der FVA Baden-Württemberg, des Staatsbetriebs Sachsenforst und der Universität Hamburg das Borkenkäfer-Frühwarnsystem IpsRisk, mit dessen Hilfe die Abschätzung des Risikos für Buchdruckerbefall verbessert werden soll. Gesamtziel ist es, die aktuelle Gefährdungssituation durch den Buchdrucker in potenziell bedrohten Fichtenbeständen mit möglichst hoher zeitlicher und räumlicher Auflösung einschätzen zu können. Hierfür werden verschiedene Teilrisiken, die sich aus Standorts-, Klima- und Wasserhaushaltsverhältnissen, Eigenschaften der Fichtenbestände, der Schwärmaktivität des Buchdruckers, beobachtetem Vorbefall sowie dem Brutraumangebot (z.B. Windwürfe) ableiten, kombiniert. Das resultierende Befallsrisiko durch den Buchdrucker wird in IpsRisk tagesaktuell und standortsgenau in Form einer Warnkarte dargestellt und soll zukünftig Waldbesitzenden, -bewirtschaftenden und weiteren Interessierten frei zugänglich, online zur Verfügung gestellt werden. Indem IpsRisk dadurch eine Fokussierung des Monitorings auf besonders gefährdete Bestände ermöglicht, kann das Borkenkäfer-Management wesentlich effizienter gestaltet werden. Das IpsPro-Verbundvorhaben wird durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, einen Förderträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, gefördert. Es ist in drei Teilvorhaben sowie insgesamt sieben Arbeitspakete (AP) gegliedert und hat eine Laufzeit vom 01.11.2017 bis 31.10.2021. Das Teilvorhaben 1 'Buchdruckerphänologie (AP 2) und Trockenstress-Disposition (AP 3)' sowie das AP 7 'Systemoptimierung und Validierung' werden an der FVA Baden-Württemberg bearbeitet. Buchdruckerphänologie (Abteilung Waldschutz): Entwicklung und Schwärmverhalten des Buchdruckers werden stark durch die Witterung, insbesondere die Temperatur, beeinflusst. Daraus folgt ein komplexes räumliches und zeitliches Muster von Schwärm- und somit Befallsintensität. Um dies im Borkenkäfer-Frühwarnsystem IpsRisk abbilden zu können, kommen das Borkenkäfer-Phänologiemodell PHENIPS und aus historischen Fallenfangdaten generierte Verteilungsfunktionen zum Einsatz. Ein weiterer wichtiger Faktor in der Abschätzung von Borkenkäferbefall ist die Populationsgröße, welche anhand des Vorjahresbefalls abgeschätzt werden kann. Eigene sehr detaillierte Aufnahmen in den Nationalparken Schwarzwald und Hunsrück-Hochwald ermöglichen ein vertiefendes Verständnis von Phänologie sowie lokaler Befallsdynamik im Jahresverlauf; eine außergewöhnliche Datenbasis, mit der IpsRisk kalibriert werden kann. Trockenstress-Disposition (Abteilung Boden und Umwelt): Die aktuelle Wasserverfügbarkeit sowie die zurückliegende Trockenstresshistorie beeinflussen maßgeblich die Anfälligkeit von Fichtenbeständen gegenüber Borkenkäferbefall. Im IpsPro-Verbundvorhaben wird daher die Wasserversorgung der Fichtenwälder räumlich und zeitlich hochaufgelöst mithilfe des Wasserhaushaltsmodells RoGeR modelliert. Der daraus abgeleitete Trockenstress-Indikator 'relatives pflanzenverfügbares Wasser im Wurzelraum' geht als tagesaktuelles, dynamisches Teilrisiko in das Borkenkäfer-Frühwarnsystem IpsRisk ein. Im Rahmen von IpsPro wurden 2018 in den Nationalparken Schwarzwald und Hunsrück-Hochwald Bodenfeuchtemessflächen auf repräsentativen, Fichten-dominierten Standorten eingerichtet, auf denen die Bodenfeuchte in 30 und 60 cm Tiefe stündlich und in zehnfacher Wiederholung erfasst wird. Die Bodenfeuchtemessungen dienen der Einschätzung der aktuellen Situation und werden in erster Linie zur Plausibilisierung von RoGeR herangezogen. Aufgrund der zunehmenden Relevanz der Wasserversorgung für die Vitalität von Wäldern wird das kontinuierliche Bodenfeuchtemonitoring auch nach Projektende weiter fortgeführt werden. (Text gekürzt)
Das Projekt "Teilvorhaben 2: Waldbehandlungskonzepte und forstliche Praxis" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft durchgeführt. Der Anteil des Laubholzes am Waldaufbau steigt und beträgt heute in der 1. Altersklasse 55 %. Insbesondere nach Sturmkatastrophen wurden Freiflächen mit Laubholz in geringer Dichte bestockt oder haben vorangebaute Laubhölzer vorzeitig ihren Altholzschirm verloren. Auf diesen Flächen entwickeln sich die Laubhölzer qualitativ unbefriedigend. Das Wirtschaftsziel Wertholzproduktion und damit die Sinnhaftigkeit des flächigen Laubholzanbaus erscheinen auf diesen in großem Umfang vorkommenden Flächen gefährdet. Eine Lösung könnte hier die Wertastung sein. Es liegen zwar vereinzelt Leitfäden zur Laubholzastung vor, doch basieren diese auf sehr geringen Baumzahlen und es fehlen sowohl eine systematische Aufbereitung des Wissens als auch eine versuchstechnische Überprüfung und Validierung bisheriger Erfahrungen. Daher wird die Laubholzastung in der Praxis kaum angewandt. Das Ziel des vorgeschlagenen Projektes ist es, grundlegende naturwissenschaftliche und forstwirtschaftliche Erkenntnisse zur Laubholzastung zu erarbeiten, die in Empfehlungen für die Praxis einfließen. AP 1 Zusammenführung des Wissens und Vorauswahl von Beständen: (1) Literaturstudie (2) Deutschlandweite Befragung hinsichtlich Astungstechnik und Entwicklung geasteter Bäume (3) Lokalisierung geasteter Bestände AP 2 Untersuchung bisheriger Astungspraktiken: (1) Aufnahme ausgewählter Untersuchungsbestände (2) Morphologische Untersuchungen an Einzelbäumen und Holzprobengewinnung (3) Ex-situ Analyse der Holzproben (4) Finanzielle Bewertung der Astung. AP 3 Astungsversuch: (1) Anlage eines standardisierten, standortsübergreifenden Astungsversuchs (2) Bestandesaufnahme (3) In situ Beobachtung der Wundheilung. AP 4 Wissenstransfer: (1) Einschätzung der Wertastungspotentiale für die Praxis (2) Praxistransfer durch Merkblätter und waldbauliche Schulungen.
Das Projekt "Simulationssystem W+: praxisfähige Entscheidungshilfe für das waldbauliche Variantenstudium" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg durchgeführt. Das an der FVA für die forstliche Praxis entwickelte Simulationssystem W+ liegt bisher für die Baumarten Fichte, Douglasie und Buche vor. Im Rahmen des Projektes ist eine schrittweise Entwicklung unter folgenden Aspekten vorgesehen: (1) Erweiterung der Kalibrierung auf die Baumarten Tanne und Kiefer (Schwarzkiefer). Für diese Baumarten stehen im Pool der waldwachstumskundlichen Versuchsflächen ausreichend Daten zur Verfügung. (2) Substitution des derzeitigen statischen Bonitäts-Höhenmodells durch eine dynamische Höhen-Wachstumsfunktion (vorzugsweise als kombinierte Wachstumsschätzung). (3) Klimasensibilisierung der BHD-/G- und Höhen-Wachstumsschätzung aufbauend auf den aus dem Klimaprojekt Nr. 861 erwarteten Ergebnissen. (4) Entwicklung weiterer benutzerdefinierbarer Nutzungsmodelle für Durchforstungs- und Endnutzungsvarianten (z.B. Auslese-Df ohne Z-Baumauswahl, nutzerdefinierbare Struktur der Z-Baum-Auswahl, Überführungsdurchforstung, Zielstärkennutzung). (5) Integration eines Modells zur Abbildung von naturaler Sturmschadensrisiken aufbauend auf den erwarteten Ergebnissen aus dem Sturmschadensprojekt Nr. 888). (6) Tentative Integration von Einzelbaum-Astmodellen in Kooperation mit Prof.Dr. S. Hein (HSF Rottenburg), Dr. H. Mäkinen (METLA Vantaa) und Prof.Dr. A. Weiskittel (Univ.of Main, Nutting Hall).
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