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Tierische Schaderreger: Thuja- und Wacholderborkenkäfer

Beide Borkenkäfer-Arten treten seit Jahren verstärkt im Berliner Stadtgebiet auf und führen immer wieder zum Ausfall von einzelnen Pflanzen oder ganzer Heckenpartien. Betroffen sind die beliebten und häufigen Koniferen – Thuja, Chamaecyparis, Cupressus, Juniperus, Sequoiadendron, Tsuga . Die wärmeliebenden Käfer wanderten aus südlichen Regionen (Mittel- und Südeuropa) zu, wobei der Thujaborkenkäfer bereits seit den 1950er Jahren in Österreich und Süddeutschland auftrat, der Wacholderborkenkäfer dort jedoch erst in den 1980er Jahren auffällig wurde. Im Berliner Stadtgebiet wurden beide Arten in 2004, nach dem sehr trockenen Jahr 2003, auffällig. In ihrer Ausbreitung profitierten sie stark von den Trockenjahren 2006 und 2010 und ebenfalls von den letzten drei trockenen und überaus warmen Jahren 2018 bis 2020, sodass in den Folgejahren bis 2023 ein stärkeres Auftreten an geschwächten Gehölzen zu verzeichnen war.. Im Frühsommer auftretende einzelne fahle oder trockene Triebspitzen werden als Erstsymptom eines beginnenden Befalls oftmals übersehen. Ausgehöhlte Triebspitzen sind ein Indiz für den Reifungsfraß der Jungkäfer. Danach bohren sich die Weibchen zur Eiablage in die Stämme ein. Der anschließende Larvenfraß unter der Rinde führt zur Unterbrechung des Wasserhaushaltes und absterbende Gehölzpartien sind die Folge. Trockenphasen und Wärme fördern die Entwicklung der Borkenkäfer und führen zur weiteren Schwächung der Wirtspflanzen. Lebensweise Maßnahmen Vorbeugung Ist ein Gehölz erst befallen wird es schwierig, da für die Bekämpfung keine Pflanzenschutzmittel zur Verfügung stehen. Mechanische Maßnahmen: Rückschnitt befallener Triebe, am besten solange die Käfer sich noch im Trieb befinden. Bei Ausfall einzelner Heckenpflanzen durch Borkenkäfer, diese behutsam und vorsichtig entfernen, möglichst ohne die Wurzeln der Nachbarpflanzen zu beschädigen. Es gilt Mut zur Lücke! Einzelne Pflanzen etablieren sich in einem Bestand schlecht und können so erneut befallen werden. Befallenes Material umgehend entsorgen (Restmülltonne oder Entsorgung über einen Fachbetrieb). Kulturbedingungen optimieren Standortwahl gute Pflanzenqualität Bodenvorbereitung: bei sehr sandigen Böden Wasserhaltefähigkeit verbessern (Bentonit). Mögliche Verdichtungen beseitigen. Bewässerung: Tröpfchenbewässerung, gute Abzugsmöglichkeiten, keine Staunässe. Eine ausreichende Wasserversorgung kann einen Befall verhindern bzw. reduzieren. Nährstoff- und Wasserversorgung optimieren Regelmäßige Kontrollen Hygienemaßnahmen: Bei Feststellung von ausgehöhlten Trieben sind die befallenen Äste umgehend zu entfernen. Besonders betroffen sind Großbaumverpflanzungen, auf diese sollte in Befallslagen möglichst verzichtet werden.

Leitlinien zur Pflanzenpassausstellung für ermächtigte Unternehmen

Unternehmen, die vom zuständigen Pflanzenschutzdienst ermächtigt wurden für das Verbringen von pflanzenpasspflichtiger Ware Pflanzenpässe auszustellen, müssen die in der Verordnung (EU) 2019/827 geforderten Kriterien erfüllen. Diese Kriterien sind im Einzelnen: Ermächtigte Unternehmen haben gegenüber dem zuständigen Pflanzenschutzdienst die notwendigen Kenntnisse hinsichtlich der geltenden Vorschriften für die Pflanzengesundheits-Untersuchungen gemäß Artikel 87 der Verordnung (EU) 2016/2031 in Bezug auf Unionsquarantäneschädlinge, auf Schädlinge, für die gemäß Artikel 30 Absatz 1 der Verordnung (EU) 2016/2031 erlassene Maßnahmen gelten (Notmaßnahmeschädlinge), sowie auf Schutzgebiet-Quarantäneschädlinge und unionsgeregelte Nicht-Quarantäneschädlinge (RNQP) , von denen bestimmte Pflanzen, Pflanzenerzeugnisse und andere Gegenstände betroffen sein könnten, nachzuweisen . Ermächtigte Unternehmen haben dem zuständigen Pflanzenschutzdienst die notwendigen Kenntnisse hinsichtlich der bewährten Verfahren, Maßnahmen und anderen Aktionen nachzuweisen, die erforderlich sind, um das Auftreten und die Ausbreitung der unter 1) genannten Schädlinge zu verhindern. Ermächtigte Unternehmen müssen über einen wirksamen Plan verfügen, der in Verdachtsfällen oder bei Feststellen des Auftretens der unter 1) genannten Schädlinge, von denen ihre Pflanzen, Pflanzenerzeugnisse oder anderen Gegenstände betroffen sein könnten, zu befolgen ist ( Handlungsplan ). Ermächtigte Unternehmen haben dem zuständigen Pflanzenschutzdienst die Kenntnisse und Fähigkeiten nachzuweisen , die notwendig sind, um die erforderlichen Untersuchungen der Pflanzen, Pflanzenerzeugnisse oder anderen Gegenstände auf die betreffenden Schädlinge durchzuführen und die unter 2) genannten Maßnahmen zu ergreifen. Ermächtigte Unternehmen haben dem zuständigen Pflanzenschutzdienst nachzuwiesen, dass sie über die Ausrüstung und die Anlagen für die Durchführung der erforderlichen Untersuchungen der Pflanzen, Pflanzenerzeugnisse oder anderen Gegenstände verfügen oder Zugang zu diesen haben sowie die Fähigkeit, die unter 2) genannten Maßnahmen zu ergreifen. Ermächtigte Unternehmen müssen eine Kontaktperson benennen, die für die Kommunikation mit der zuständigen Behörde in Bezug auf die Bestimmungen dieser Verordnung zuständig ist, und haben dem zuständigen Pflanzenschutzdienst die entsprechenden Kontaktdaten mitzuteilen. Weiterhin hat ein ermächtigtes Unternehmen nach Artikel 90 der Verordnung (EU) 2016/2031 die Pflicht , vor der Ausstellung von Pflanzenpässen kritische Punkte in den Unternehmensabläufen zu ermitteln und zu überwachen , an denen die unter 1) genannten Schädlinge in das Unternehmen eingeschleppt bzw. aus dem Unternehmen verschleppt werden oder sich dort etablieren können. Über die Ermittlung und Überwachung dieser unternehmensspezifischen Punkte sind Aufzeichnungen zu führen . Speziell ist festzulegen, welche bewährten Verfahren und Maßnahmen entsprechend der obigen Nummer 2) im Unternehmen zur Verfügung stehen, um im Auftretensfall den Handlungsplan entsprechend 3) sofort wirksam umsetzen zu können. Das Julius-Kühn-Institut (JKI) hat in Zusammenarbeit mit der Bund-Länder Arbeitsgruppe “Registrierung und Pflanzenpass” einen “ Online-Guide für Pflanzenpassaussteller ” erarbeitet und diesen am 12.Mai 2022 (Internationaler Tag der Pflanzengesundheit) gemeinsam mit dem ‚Kompendium der Pflanzengesundheit‘ im Internet veröffentlicht. Dieser ist öffentlich aufrufbar und kann unter JKI-Kompendium: Online-Guide für Pflanzenpassaussteller (julius-kuehn.de) eingesehen werden. Eine mobile Variante steht zur Verfügung. Auf dieser Webseite erhalten ermächtigte Pflanzenpassaussteller Zugang zu den notwendigen Kenntnissen die entsprechend der obigen Nummern 1), 4) und 5) für die Durchführung von Pflanzengesundheitsuntersuchungen erforderlich sind. Diese Informationen werden je Schädling auf einem Datenblatt bereitgestellt. Über die Suchfunktion können durch Eingabe der botanischen Gattungsnamen die schädlingsspezifischen Untersuchungshinweise den für das Unternehmen relevanten Pflanzen zugeordnet werden. ( Hinweis: Derzeitig kann nur eine Auswahl an Informationen zu den unter 1) genannten Schädlingen bereitgestellt werden. Die Verfügbarkeit der Informationen wird aber ständig erweitert. ) Des Weiteren wird ein Standard-Dokument für den unter 3) geforderten Handlungsplan bereitgestellt. Standard-Dokumentvorlagen zur Aufzeichnung der Ermittlung und Überwachung von ‚Kritischen Punkten‘ nach Artikel 90 der VO 2016/2031 werden in Kürze bereitgestellt. Für eine gezielte Zuordnung der schädlingsspezifischen Untersuchungserfordernisse (Datenblätter) zu den für das Unternehmen relevanten Pflanzen-Gattungen und Arten hat das PflA Berlin eine Excel-Liste erarbeitet in der die Daten der Datenbank der Bund-Länder-Arbeitsgruppe “Registrierung und Pflanzenpass” übersichtlich aufbereitet dargestellt werden. Über die Nutzung der Filterfunktion bei den Wirtspflanzen (siehe Bildschimdruck) kann die Liste auf die relevanten Pflanzen des Unternehmens reduziert werden, so dass im Weiteren auch nur noch die Schädlinge dargestellt werden, auf die im Unternehmen untersucht werden muss. Die Informationen zu den Schädlingen können jeweils per Link aus dem “PP-Online-Guide” des JKI abgerufen werden. Zusätzlich können die schädlingsspezifischen Informationen der EPPO-Global-Database (in englischer Sprache) direkt per Link angesteuert werden. Die Liste selbst gibt bereits eine kompakte Information über die Kategorien, in der ein Schädling eingestuft ist sowie über die zu untersuchenden Pflanzenteile und zum möglichen Untersuchungszeitpunkt. Die Excel-Liste ‚Zuordnung relevanter Schädlinge (Untersuchungsanforderungen) zu ihren Wirtspflanzen / Unternehmergruppen‘ kann hier abgerufen werden: Wird in der der Excel-Liste kein relevanter Schädling für die vom Unternehmen zu verbringenden Pflanzen angezeigt, dann führen Sie die Untersuchungen zur Ausstellung eines Pflanzenpasses an Hand des Datenblattes für unspezifische Untersuchungen durch. Das Datenblatt kann hier heruntergeladen werden. Die Excel-Datei der Untersuchungsanforderungen enthält nun auch ‚Tabellen‘ mit Vorgaben zu einer Pflanzengesundheitlichen Unternehmeranalyse nach Artikel 90 der VO (EU) 2016/2031. Die darin gemachten Angaben zu relevanten Wirtspflanzen, deren relevanten Schädlingen und besonderen Anforderungen aktualisieren sich jeweils, wenn der Nutzer die Liste der Pflanzen auf die unternemensspezifischen Arten aktualisiert. Der so mit angepassten Daten versehene Analysebogen kann ausgedruckt und vom Unternehmer vervollständigt werden. Mit der Vervollständigung gibt der Unternehmer an, welche (Vorbeuge-)Maßnahmen entsprechend der Analyse vom Unternehmer umgesetzt worden sind oder werden sollen. Für Unternehmen mit großen Warensortimenten, bei denen eine Erstellung einer unternehmensspezifischen Liste nur mit großem Aufwand zu erreichen ist, werden vorbereitete Analyseblätter mit Analysedaten auf der Basis aller relevanten Baumschulpflanzen, aller krautigen Pflanzen + Stauden und aller Gehölze bereitgestellt. Unternehmer, die relevante Wirtspflanzen und deren geregelten Schädlinge per Hand auf der bereitgestellten pdf-Liste durchführen möchten, können für die Pflanzengesundheitliche Analyse den ‚Blanko‘-pdf-Analysebogen verwenden. In dem Fall sind über die Pflanzen-Schädlingsliste die relevanten Verbreitungspfade zu ermitteln und endsprechend im Analysebogen als relevant anzugeben und danach der Analyse zu vervollständigen. Auskünfte zum Umgang mit den ‚Pflanzengesundheitlichen Analysebögen‘ können jederzeit vom Fachgebiet Pflanzengesundheit gegeben werden. Die ‚Pflanzengesundheiltlichen Analysebögen‘ ‚Blanko‘, ‚Baumschule‘, ‚krautige Pflanzen & Stauden‘ sowie ‚Gehölze‘ können hier heruntergeladen werden.

Tierische Schaderreger: Maulbeerschildlaus

Die Maulbeerschildlaus ( Pseudaulacaspis pentagona ) stammt aus Ostasien und hat ein breites Wirtsspektrum von ca. 120 Wirtspflanzen, u.a. Ahorn, Eiche, Esche, Flieder, Linde, Maulbeere, Robinie, Schnurrbaum, Walnuss, Trompetenbaum, ebenfalls an Obstgehölzen, Beerensträuchern (u.a. Roter u. Schwarzer Johannisbeere) und Ziergehölzen wie Bartblume, Kirschlorbeer und Zierjohannisbeeren. 1964 wurde sie erstmalig in Deutschland nachgewiesen. Ab Anfang der Jahrtausendwende breitete sich diese wärmeliebende Schildlausart stärker aus. Zunächst verstärkt im süddeutschen Raum, ab Mitte der 2000er Jahre erfolgte die Ausbreitung nach Norden und Nordosten. 2017 trat sie an Neupflanzungen an Schnurbäumen im Berliner Stadtgebiet auf. Es wurde zwar bereits 2013 an einigen gelieferten Trompetenbäumen in einer Berliner Baumschule ein Befall festgestellt, der jedoch durch Eliminierung der Bäume getilgt wurde. Die Maulbeerschildlaus kann durch ihre Saugtätigkeit bei entsprechend starken Befall zum Absterben der Bäume führen. Sie saugt an der dünnen Rinde im Stamm und Starkastbereich, verursacht dort Nekrosen, was zu starken Assimilationsverlusten führt. Die Folge sind Wachstumsbeeinträchtigungen, die zu Ausfällen an den Wirtsbäumen führen können und eine Neupflanzung erforderlich machen. Sichtbares Merkmal eines starken Befalls ist, dass die Rinde an Ästen und Stämmen durch das Auftreten der Schildläuse wie gekalkt wirkt. Anmerkung: Die Untersuchungen zum Monitoring an Maulbeerschildlaus (Pseudaulacaspis pentagona) finden derzeit nicht statt. Lebensweise Maßnahmen Reduktion durch Nützlinge Mechanische Maßnahmen: Bürsten und Hochdruckreiniger werden häufig zur Reduktion der Maulbeerschildläuse empfohlen. Problematisch sind neben dem hohen Arbeitsaufwand auch mögliche Schäden an der Rinde. Ein vorsichtiger Bürsteneinsatz ist allenfalls bei einem geringen Befall einzelner Gehölze zielführend. Bei starkem Befall kann bei jungen, vitalen Bäumen mit einem Rückschnitt der Befall reduziert werden. Chemische Maßnahmen: Eine Bekämpfung der Schildläuse kann, je nach Standort mit ölhaltigen Pflanzenschutzmitteln erfolgen. Jedoch ist die Bekämpfung der ausgewachsenen Weibchen sehr schwierig und mit einer Winter- oder Austriebsspritzung kann kein ausreichender Erfolg erzielt werden, zumal ihre Anwendung im öffentlichen Grün oftmals problematisch sein kann. Präparate um die empfindlichen Larvenstadien (Crawler) an den Stämmen zu bekämpfen stehen im öffentlichen Grün nicht zur Verfügung. Zur Herstellung eines natürlichen Gleichgewichtes können Nützlinge und Antagonisten angesiedelt werden. Im Rahmen eines Pilotprojektes wurden im Berliner Stadtgebiet unterschiedliche Nützlinge ausgebracht und in regelmäßigen Kontrollen wurde ihre Entwicklung und Etablierung dokumentiert, u.a. die Marienkäferart Cybocephalus sp. sowie Rhyzobius l. . Darüber hinaus wurden auch zugewanderte Käfer angetroffen. Larven und Käfer von Harmonia axyrides und Chilocurus bipustualtus wurden an allen Standorten in größerer Stückzahl gefunden. Im Fazit konnte festgestellt werden, dass eingesetzte und zugewanderte Käfer-Arten die Populationsentwicklung der Maulbeerschildlaus kontrollieren können.

Rote Liste und Gesamtartenliste der phytoparasitischen Kleinpilze Deutschlands

Mehr als ein Vierteljahrhundert nach einer 1996 veröffentlichten „Provisorischen Roten Liste der phytoparasitischen Pilze Deutschlands“ von Oliver Foitzik (†) ist das hier vorgelegte Werk die erste umfassende Überarbeitung dieser Organismengruppe mit einer detaillierten Analyse der Gefährdungssituation. Es werden die vier Großgruppen Brandpilze, Rostpilze, Echte Mehltaupilze und Falsche Mehltaue einschließlich der Weißroste in ihrer traditionellen Umgrenzung behandelt. Für das Gebiet wurden 1.445 Taxa betrachtet, von denen 1.196 etabliert und Indigene oder Archäobiota sind. Von diesen stehen 619 Taxa auf der Roten Liste. 125 Taxa sind ausgestorben oder verschollen, weitere 408 Taxa sind bestandsgefährdet (Rote-Liste-Kategorien 1, 2, 3 und G). Für die weltweite Erhaltung von 13 Taxa hat Deutschland eine erhöhte Verantwortlichkeit. Als obligate Parasiten und wichtige funktionelle Glieder von terrestrischen Ökosystemen sind die hier behandelten Pilze auf das Engste mit ihren Wirtspflanzen verbunden, sie sind erhaltenswert und schutzbedürftig. Ihr Überleben ist nur gemeinsam mit den Wirtspflanzen möglich. Wesentliche Gefährdungsfaktoren der phytoparasitischen Kleinpilze sind die Nutzungsintensivierung in der Land- und Forstwirtschaft, die Anwendung von Fungiziden, das Aufgeben der Nutzung von ertrags- und nährstoffarmen Standorten, die Entwässerung von Feuchtgebieten, die Unterbindung einer natürlichen Lebensraumdynamik, z. B. in Wäldern und an Fließgewässern, sowie die zunehmende Inanspruchnahme offener Flächen durch Baumaßnahmen.

Rote Liste und Gesamtartenliste der Pilze (Fungi) von Berlin

Röhrlinge | Flechten­bewohnende Pilze | Brandpilze Zusammenfassung: Aus Berlin sind bis heute 87 Boletales-Arten bekannt. Davon werden 26 Arten (30 %) in die Rote Liste aufgenommen. Dies ist die erste Rote Liste von Großpilzgattungen für Berlin. Auf eine Eingruppierung in die Kategorie “Ausgestorben oder verschollen” wird verzichtet, da eine systematische Nachsuche bisher nicht stattgefunden hat. Diese Liste dient gleichzeitig als Pilotprojekt zur Prüfung, ob die Datenmenge und die gewählte Rastergröße der Artkartierung ausreichen, um statistisch signifikante Aussagen über Gefährdungen von Großpilzen in Berlin zu treffen. Zusammenfassung: Derzeit sind aus Berlin 23 lichenicole Pilzarten bekannt. Davon werden lediglich zwei ausgestorbene Arten in die Rote Liste aufgenommen. Neun Arten (39,1 %) gelten als ungefährdet. Für die Einschätzung von 12 Arten (52,2 %) sind die Daten unzureichend. Besonders die ungenügende historische Erfassung der lichenicolen Pilze macht eine Einschätzung der Gefährdung schwierig. Zusammenfassung: Insgesamt wurden für Berlin 95 Brandpilzarten nachgewiesen, von denen 44 (46 %) als verschollen oder ausgestorben gelten. Nur 14 Arten sind nicht gefährdet, acht Arten stehen auf der Vorwarnliste. Als Hauptursachen der Gefährdung werden der Rückgang von Wirtspflanzen an Extremstandorten und der Einsatz von Fungiziden angesehen.

Brenndolden-Auenwiese an der Elbe ist die Schönste Grünlandmeisterschaften 2019: artenreichste Wiesen und Weiden im Landkreis Stendal geehrt

Magdeburg. Die schönste Wiese in Landkreis Stendal liegt an der Elbe. Gut die Hälfte der in Sachsen-Anhalt lebenden Wachtelkönige haben hier ihr zu Hause gefunden. Das Nordische Labkraut zeigt die periodisch stattfindende Überflutung an. Die Brenndolde gibt dem Lebensraumtyp Brenndolden-Auenwiese ihren Namen. Insgesamt wurden 18 wertgebende Arten auf der wechselfeuchten Wiese angetroffen. Sie gibt als Dauer- und Mähweide Rindern wertvolles Futter. Im Februar hatte Landwirtschaftsministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert Landwirtinnen und Landwirte des Landkreises Stendal aufgerufen, sich an den zweiten Grünlandmeisterschaften in Sachsen-Anhalt zu beteiligen. Am Mittwoch fand die feierliche Preisverleihung im Fürstensaal der Staatskanzlei statt. Die artenreichsten Wiesen und Weiden bekamen eine Auszeichnung. Dabei wurde auch bewertet, ob und wie die Pflanzen als Futter für Weidetiere geeignet sind. ?Wir würdigen die Verdienste unserer Landwirtinnen und Landwirte, die das natürliche Grünland erhalten. Sie pflegen die Wiesen und Weiden, damit seltene Vögel darin brüten können oder streng geschützte Schmetterlinge wie der Wiesenknopf-Ameisenbläuling ihre Wirtspflanze vorfinden. Gleichzeitig dient dieses Grünland als Futter für Weidetiere. Hier leisten die Landwirtinnen und Landwirte wertvolle Arbeit, um die Artenvielfalt zu erhalten und den Nutztieren ihre natürliche Umgebung zu bieten. So sieht Landwirtschaft im Einklang von Mensch, Natur und Tier aus?, lobte die Ministerin die Teilnehmenden.Sie dankte der Jury herzlich für ihr Engagement. ?Die Jury hat auf den Vor-Ort Terminen mit viel Sach- und Fachkunde nach ökologischen und landwirtschaftlichen Kriterien die Ausstattung der Flächen und deren Bewirtschaftung eingeschätzt. Sie ist zum Schluss gekommen, alle Einsendungen zu würdigen?, erläuterte Dalbert. Daher gibt es neben einem ersten und zweiten Platz insgesamt vier dritte Plätze.Mit dem ersten Platz wurde der Biohof Lutz Koch mit seiner Wettbewerbsfläche im Flora-Fauna-Habitat-Gebiet Elbaue Beuster-Wahrenberg ausgezeichnet. Die Jury schätzte die Fläche wie folgt ein:?Die landschaftlich schön in Elbnähe gelegene Fläche ist durch Senken und Gehölze gegliedert. Es handelt sich um eine blütenreiche Wiese mit 18 wertgebenden Kennarten, wie zum Beispiel das nordische Labkraut als Zeiger für periodisch stattfindende Überflutungen und die Brenndolde. Die Brenndolde gibt dem Lebensraumtyp (LRT) Brenndolden-Auenwiese ihren Namen. Neben diesem hohen botanischen Wert ist hervorzuheben, dass hier 50 Prozent der Brutpopulation des Wachtelkönigs des Landes Sachsen-Anhalt vorkommen.Zum Schutz dieses wachtelähnlichen, seltenen Vogels und des kräuterreichen Bestandes erfolgt die Bewirtschaftung als zeitlich gestaffelte Mahd. Die Wiesenfuchsschwanzwiese mit ihren Futtergräsern als Hauptbestandsbildner dient als Mähweide den hofeigenen Mutterkühen der Futteraufnahme. Sie wird zum 1. Juli gemäht und wird im September durch die Rinder beweidet. Das von der Wiese geerntete Heu steht den 80 Mutterkühen als Winterfutter zur Verfügung. Eine zusätzliche Düngung ? außer dem Dunganfall durch die Beweidung ? erfolgt nicht. Giftpflanzen wurden auf der Fläche nicht gefunden. Eine betriebseigene Schlachtstätte und ein Hofladen vor Ort runden das Bild der Kreislaufwirtschaft ab und bilden somit eine regionale und landwirtschaftliche Bilderbuch-Wertschöpfungskette.Den zweiten Platz belegte Michael Schultz mit seiner Elbwiese am Brennersdamm. Sie ist malerisch in Deichnähe gelegen und durch Gehölze untergliedert. Die Störche nutzen sie zur Nahrungssuche. Die Wiese zeichnet sich durch zahlreiche Kennarten der frischen bis wechselfeuchten Wiesen aus, die in gleichmäßiger Verteilung überall auf der Wiese zu finden waren. Sie befindet sich im Übergangsstadium vom Lebensraumtyp ?Brenndolden-Auenwiesen? zum Lebensraumtyp Magere Flachland-Mähwiese. Diese Wiese gehört mit den aufgefundenen Kennarten zu den artenreichsten Wiesen im Vergleich zu den übrigen bewerteten Flächen. Die dritten Plätze belegten der Schäfer Ronald Gerecke, die Fischbeck AG, die Orchideenwiese der Klug GbR als Teil einer hochstauden- und seggenreichen Nasswiese als geschütztes Biotop und die Streuobstwiese des Naturmalers Eugen Kisselmann. Kriterien für die Bewertung waren zum einen der Zustand der Fläche aus naturschutzfachlicher Sicht wie der wertgebenden Kennartenerfassung, die Blühaspekte und die Ausgewogenheit eines Gräser-Kräuter-Leguminosen-Gemisches im Bestand. Zum anderen wurden die Bewirtschaftung und landwirtschaftliche Verwertung sowie eine vorhandene landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette bewertet.HintergrundAls Wettbewerbsregion für das Jahr 2019 wurde der Landkreis Stendal ausgewählt. Der Grünlandanteil an der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Landkreises liegt bei knapp 26 Prozent. Der Landkreis Stendal zeichnet sich durch repräsentative Niedermoorstandorte und einen hohen Anteil wertvoller Elbwiesen-Auenstandorte aus. Die landschaftliche Ausstattung dieser Region bietet eine einzigartige Verbindung zwischen Landwirtschaft, Naturerlebnis und Tourismus und ist somit für eine Stärkung der öffentlichen Wahrnehmung des Grünlandes besonders qualifiziert.Es lagen insgesamt sechs Bewerbungen aus den Gemarkungen Losenrade, Schelldorf, Werben, Volgfelde, Fischbeck und Schönberg/Elbe mit Flächen zwischen zwei und siebzig Hektar vor. Die Jurymitglieder waren: ? Stefan Feder von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Stendal? Herr Uwe Becherer Biolandberater (für APÖL)? Frau Dr. Bärbel Greiner - Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau? Herr Urs G. Jäger - Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt? Dr. Heino John von der Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt (für Bauernverband)? Frau Sandra Dullau von der Hochschule Anhalt? Frau Ine Pentz vom BUND (heute abwesend)? Herr Uwe Becherer Biolandberater (für APÖL) Die Partner des Wettbewerbs waren:? der Bauernverband Sachsen-Anhalt e.V.,? der Bauernbund Sachsen-Anhalt e.V., ? der Agrarpolitischer Arbeitskreis ökologischer Landbau,? der Landkreis Stendal,? die Hochschule Anhalt und? der BUND Landesverband Sachsen-AnhaltDie fachliche Begleitung erfolgte durch das Landesamt für Umweltschutz und die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau.Das Ministerium plant, den Wettbewerb im kommenden Jahr in einem anderen Landkreis durchzuführen. Impressum:Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energiedes Landes Sachsen-AnhaltPressestelleLeipziger Str. 5839112 MagdeburgTel: (0391) 567-1950Fax: (0391) 567-1964Mail: pr@mule.sachsen-anhalt.de

Ehrentag der Pflanzen 13.04.2016 Sommerwurzarten in Sachsen-Anhalt ? Spezialisten, floristische Perlen, Arten der Lebensraumtypen von europäischer Bedeutung

Die Sommerwurzen sind eine etwa 170 Arten zählende Gruppe von Lebenskünstlern der Nordhalbkugel. Alle Sommerwurzen sind Vollschmarotzer. Sie versorgen sich vollständig über die jeweils befallene Wirtspflanze und verzichten auf Photosynthese und auf die Ausbildung grüner Blätter. Die Pflanzen sind nur zur Blütezeit oberirdisch vorhanden und präsentieren sich als meist 30 - 80 cm hohe unverzweigte Stauden mit überwiegend gelblichen, bräunlichen oder violetten Färbungen. Wegen der zwingenden Abhängigkeit von der Wirtspflanze und der komplizierten Keimungsbiologie der staubfeinen Samen ist eine Kultur oder ein Verpflanzen ausgeschlossen. Eine Sommerwurz sucht sich gewissermaßen selbst aus, wo sie vorkommt. In Sachsen-Anhalt sind zehn Sommerwurzarten einheimisch, wobei aber im Norden und Osten des Landes fast keine Vorkommen bestehen. Diese Sommerwurzarten besitzen eine recht enge Wirtswahl; einige der Arten sind auf eine einzige Wirtspflanzenart beschränkt. Dadurch besitzen diese Arten eine mehr oder weniger enge Bindung an einige Lebensraumtypen von europäischem Interesse, für die die sogenannten FFH-Gebiete im guten Zustand erhalten werden sollen. Gleichzeitig hilft die Wirtsbindung bei der Artansprache, weil die äußerlich recht ähnlichen und zu ähnlicher Jahreszeit im Mai oder im Frühsommer blühenden Arten für den Laien kaum auseinanderzuhalten sind.Eine zumindest im Harz nicht seltene Sippe ist die Netz- oder Distel-Sommerwurz (Orobanche reticulata). Sie parasitiert Distelarten wie Kohldistel (Cirsium oleraceus) oder Krause Distel (Carduus crispus) und kommt daher zerstreut an feuchten und nährstoffreichen Wald- oder Wegsäumen oder Gewässerufern vor. Diese Lebensräume entsprechen dem europäischen Lebensraumtyp ?Feuchte Hochstaudenfluren?. Sowohl der Lebensraumtyp als auch die Netz-Sommerwurz sind aktuell kaum im Rückgang. Recht anschaulich sind beispielsweise die Vorkommen im Zillierbachtal südlich von Wernigerode. Der Zillierbach mit seinen Uferbereichen steht dort als FFH-Gebiet ?Zillierbach südlich Wernigerode? unter europäischem Schutz.Gleich drei landesweit äußerst seltene Sommerwurzarten sind auf Feld-Beifuß (Artemisia campestris) als Wirtspflanze beschränkt: Sand-Sommerwurz (Orobanche arenaria), Panzer-Sommerwurz (Orobanche artemisiae-campestris) und Böhmische Sommerwurz (Orobanche bohemica). Alle drei Sippen können als Anzeiger eines weiteren europäischen Lebensraumtyps bezeichnet werden, den ?Subpannonischen Steppenrasen?. Dieser Lebensraum umfasst Trockenrasen, die vor allem von ost- und südosteuropäisch verbreiteten Pflanzen dominiert werden und bei uns auf die im Regenschatten des Harzes liegenden nördlichen und östlichen Harzvorländer beschränkt sind. Die Panzer-Sommerwurz galt landesweit als ausgestorben und wurde 2010 im FFH-Gebiet ?Trockenrasen am Wendelstein? im Unstrutgebiet wieder gefunden. Für die wenigen Vorkommen der Böhmischen Sommerwurz besitzt das Land eine besondere Verantwortung, weil weltweit kaum 40 Vorkommen der Art bekannt sind. Alle drei Arten gelten in Sachsen-Anhalt als vom Aussterben bedroht. Gut zugängliche Vorkommen sind nicht vorhanden.In der Südwesthälfte des Landes tritt die Nelken-Sommerwurz (Orobanche caryophyllacea) zerstreut auf. Der Name leitet sich vom intensiven Gewürznelkengeruch der Blüten ab. Als Wirtspflanzen werden Rötegewächse befallen, beispielsweise das Echte Labkraut (Galium verum). Ihre Vorkommen befinden sich im europäischen Lebensraumtyp ?Kalk-Trockenrasen?, also in Magerrasen auf kalkhaltigem Untergrund. Wegen des starken Rückgangs der Schafhaltung und dem allgemeinen Nährstoffeintrag in der Landschaft sind sowohl die ?Kalk-Trockenrasen? als auch die ?Subpannonischen Steppenrasen?  im Rückgang begriffen. Auch die Nelken-Sommerwurz wird in der Roten Liste des Landes Sachsen-Anhalt als gefährdet geführt. Schöne Bestände finden sich noch in den Magerrasen zwischen den Kleinhalden des historischen Kupferschieferbergbaus südwestlich des Welfesholzes bei Hettstedt. Dieser Bereich ist Bestandteil des FFH-Gebietes ?Kupferschieferhalden bei Hettstedt?. Auch im FFH-Gebiet ?Bielsteinhöhlengebiet bei Rübeland? im Harz befinden sich noch Vorkommen der Nelken-Sommerwurz. Diese können gut vom Weg aus betrachtet werden.Die verbleibenden Sommerwurzen sind ebenfalls mehr oder weniger eng an die ?Kalk-Trockenrasen? gebunden. Am ehesten kann man mit etwas Glück im Nordharzvorland oder im Unstrutgebiet Sommerwurzen entdecken.Eigentlich müssten die heimischen Sommerwurzen wegen ihrer Exotik und Seltenheit eine ähnlich große Liebhaberschar begeistern wie die heimischen Orchideen. Vielleicht steht dem die spezielle Optik der Pflanzen oder ihr geheimnisvolles und unverlässliches Auftreten entgegen. Vielleicht ist auch nur die geringe Bekanntheit das fehlende Glied zur Popularität. Auf jeden Fall sind sie es wert, zusammen mit ihren europäisch bedeutsamen Lebensräumen für uns und für künftige Generationen erhalten zu werden. Impressum LandesverwaltungsamtPressestelleErnst-Kamieth-Straße 206112 Halle (Saale)Tel: +49 345 514 1244Fax: +49 345 514 1477Mail: pressestelle@lvwa.sachsen-anhalt.de

Sommerwurzarten in Sachsen-Anhalt ? Spezialisten, floristische Perlen, Arten der Lebensraumtypen von europäischer Bedeutung Ehrentag der Pflanzen 13.04.2015

Die Sommerwurzen sind eine etwa 170 Arten zählende Gruppe von Lebenskünstlern der Nordhalbkugel. Alle Sommerwurzen sind Vollschmarotzer. Sie versorgen sich vollständig über die jeweils befallene Wirtspflanze und verzichten auf Photosynthese und auf die Ausbildung grüner Blätter. Die Pflanzen sind nur zur Blütezeit oberirdisch vorhanden und präsentieren sich als meist 30 ? 80 cm hohe unverzweigte Stauden mit überwiegend gelblichen, bräunlichen oder violetten Färbungen. Wegen der zwingenden Abhängigkeit von der Wirtspflanze und der komplizierten Keimungsbiologie der staubfeinen Samen ist eine Kultur oder ein Verpflanzen ausgeschlossen. Eine Sommerwurz sucht sich gewissermaßen selbst aus, wo sie vorkommt.  In Sachsen-Anhalt sind zehn Sommerwurzarten einheimisch, wobei aber im Norden und Osten des Landes fast keine Vorkommen bestehen. Diese Sommerwurzarten besitzen eine recht enge Wirtswahl; einige der Arten sind auf eine einzige Wirtspflanzenart beschränkt. Dadurch besitzen diese Arten eine mehr oder weniger enge Bindung an einige Lebensraumtypen von europäischem Interesse, für die die sogenannten FFH-Gebiete im guten Zustand erhalten werden sollen. Gleichzeitig hilft die Wirtsbindung bei der Artansprache, weil die äußerlich recht ähnlichen und zu ähnlicher Jahreszeit im Mai oder im Frühsommer blühenden Arten für den Laien kaum auseinanderzuhalten sind. Eine zumindest im Harz nicht seltene Sippe ist die Netz- oder Distel-Sommerwurz (Orobanche reticulata). Sie parasitiert Distelarten wie Kohldistel (Cirsium oleraceus) oder Krause Distel (Carduus crispus) und kommt daher zerstreut an feuchten und nährstoffreichen Wald- oder Wegsäumen oder Gewässerufern vor. Diese Lebensräume entsprechen dem europäischen Lebensraumtyp ?Feuchte Hochstaudenfluren?. Sowohl der Lebensraumtyp als auch die Netz-Sommerwurz sind aktuell kaum im Rückgang. Recht anschaulich sind beispielsweise die Vorkommen im Zillierbachtal südlich von Wernigerode. Der Zillierbach mit seinen Uferbereichen steht dort als FFH-Gebiet ?Zillierbach südlich Wernigerode? unter europäischem Schutz. Gleich drei landesweit äußerst seltene Sommerwurzarten sind auf Feld-Beifuß (Artemisia campestris) als Wirtspflanze beschränkt: Sand-Sommerwurz (Orobanche arenaria), Panzer-Sommerwurz (Orobanche artemisiae-campestris) und Böhmische Sommerwurz (Orobanche bohemica). Alle drei Sippen können als Anzeiger eines weiteren europäischen Lebensraumtyps bezeichnet werden, den ?Subpannonischen Steppenrasen?. Dieser Lebensraum umfasst Trockenrasen, die vor allem aus ost- und südosteuropäisch verbreiteten Pflanzen gebildet wird und der bei uns auf die im Regenschatten des Harzes liegenden nördlichen und östlichen Harzvorländer beschränkt ist. Die Panzer-Sommerwurz galt landesweit als ausgestorben und wurde 2010 in einem FFH-Gebiet im Unstrutgebiet wieder gefunden. Für die wenigen Vorkommen der Böhmischen Sommerwurz besitzt das Land eine besondere Verantwortung, weil weltweit kaum 40 Vorkommen der Art bekannt sind. Alle drei Arten gelten in Sachsen-Anhalt als vom Aussterben bedroht. Gut zugängliche Vorkommen sind nicht vorhanden. In der Südwesthälfte des Landes tritt die Nelken-Sommerwurz (Orobanche caryophyllacea) zerstreut auf. Der Name leitet sich vom intensiven Gewürznelkengeruch der Blüten ab. Als Wirtspflanzen werden Rötegewächse befallen, beispielsweise das Echte Labkraut (Galium verum). Ihre Vorkommen befinden sich im europäischen Lebensraumtyp ?Kalk-Trockenrasen?, also in Magerrasen auf kalkhaltigem Untergrund. Wegen des starken Rückgangs der Schafhaltung und dem allgemeinen Nährstoffeintrag in der Landschaft ist dieser Lebensraum im Rückgang begriffen. Auch die Nelken-Sommerwurz wird in der Roten Liste des Landes Sachsen-Anhalt als gefährdet geführt. Schöne Bestände finden sich noch in den Magerrasen zwischen den Kleinhalden des historischen Kupferschieferbergbaus südwestlich des Welfesholzes bei Hettstedt. Dieser Bereich ist Bestandteil des FFH-Gebietes ?Kupferschieferhalden bei Hettstedt?. Die verbleibenden Sommerwurzen sind ebenfalls mehr oder weniger eng an die ?Kalk-Trockenrasen? gebunden. Am ehesten kann man mit etwas Glück im Nordharzvorland oder im Unstrutgebiet Sommerwurzen entdecken. Eigentlich müssten die heimischen Sommerwurzen wegen ihrer Exotik und Seltenheit eine ähnlich große Liebhaberschar begeistern wie die heimischen Orchideen. Vielleicht steht dem die spezielle Optik der Pflanzen oder ihr geheimnisvolles und unverlässliches Auftreten entgegen. Vielleicht ist auch nur die geringe Bekanntheit das fehlende Glied zur Popularität. Auf jeden Fall sind sie es wert, zusammen mit ihren europäisch bedeutsamen Lebensräumen für uns und für künftige Generationen erhalten zu werden. 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Dolerus bensoni P. R. Müller, 1985 Pflanzenwespen Daten unzureichend

Nur in den Alpen. Wirtspflanze(n) unbekannt. Gemeldet für Deutschland von Blank et al. (2001).

Dolerus gibbosus Hartig, 1837 Pflanzenwespen Extrem selten

Siehe Blank et al. (2009). Wirtspflanze Carex acuta.

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