In Nordchina ist im Laufe des letzten halben Jahrhunderts die Nutzung des Grundwassers für die Agrarproduktion rasant gestiegen, allen voran in Gebieten, die zuvor mit Oberflächenwasser bewässert worden waren. Obwohl sich die Grundwasserförderung positiv auf den ländlichen Wohlstand auswirkt, hat sie oft negative Folgen für die Nachhaltigkeit lokaler Wassernutzung. Es wird behauptet, dass ein koordinierteres Management von Regenwasser - und Grundwasservorrat und -aufbewahrung - die sogenannte Verbundwassernutzung (conjunctive management) - zu einer nachhaltigeren, adaptiven Nutzung der Ressourcen führt. Das Forschungsvorhaben analysiert die Auswirkung der lokalen Grund- und Oberflächenwasserpolitik auf die Wassernutzung der Landwirte. Basierend auf einer Haushaltsstudie, welche in drei Binnenflussbecken in Nordwestchina durchgeführt wurde, wird bestimmt, welche physischen und welche institutionellen Wasserzugangsindikatoren am entscheidendsten für die Wahl der Wassernutzung durch die Bauern sind. Zusätzlich zur Haushaltsstudie werden Interviews mit Wasserbehörden und anderen Personen in Schlüsselpositionen geführt, um Einblicke in Politikmaßnahmen und Institutionen im Wassereinzugsgebiet zu erhalten. Durch das Vergleichen der Gewässerpolitiken mit den Produktionsergebnissen auf Betriebsebene, wird untersucht, in welchem Umfang die Verbundwassernutzung in die Praxis umgesetzt wird.
In diesem TP wird eine umfangreiche Panelbefragung kleinbäuerlicher Haushalte in Jambi durchgeführt. Die Stichprobenauswahl wird eng mit allen anderen TPs koordiniert. Ökonometrische Modelle werden entwickelt und geschätzt, um die Adoption neuer Aktivitäten, wie den Anbau von Ölpalmen, und deren Auswirkungen auf Einkommen, Einkommensverteilung, Armut und Ernährungssicherheit zu analysieren. Hierbei werden institutionelle und politische Faktoren berücksichtigt. Spezielle statistische Verfahren werden verwendet, um mögliche Verzerrungen durch Endogenität und Selbstselektion in der Wirkungsanalyse zu reduzieren.
Das Landschaftsschutzgebiet liegt am Nordrand der Colbitz-Letzlinger Heide zwischen den Orten Uchtspringe im Südwesten, Lüderitz im Osten und Nahrstedt im Norden. Es erstreckt sich über Länge von 14 km in nordwest-südöstlicher Richtung und zirka 7 km Breite südwest-nordöstlich. Es gehört zu den Landschaftseinheiten Östliche Altmarkplatten, Altmarkheiden und Tangergebiet. Das LSG umfaßt einen reich gegliederten Landschaftsausschnitt am Nordostrand der Altmarkheiden. Den westlichen Teil bildet ein geschlossenes Waldgebiet von zirka 1300 ha Fläche. Es wird vorwiegend von Kiefern bestockt. Weitere etwa 330 ha Waldflächen verteilen sich als Streuflächen in der offenen Landschaft des östlichen Teiles des Schutzgebietes. Die landwirtschaftlichen Nutzflächen werden zu 70 % als Ackerland genutzt, 15 % sind Grünland und 3 % dienen der Obst- und Gemüseerzeugung. Hauptkultur des Ackerlandes ist Getreide, gefolgt von Kartoffeln und in geringem Umfang auch Zuckerrüben. In den letzten Jahren wird auch zunehmend Raps angebaut. Sehr charakteristisch ist der Quellenreichtum am Heiderand, wo die in der Heide versickernden Niederschläge zutage treten. Nördlich von Uchtspringe erstreckt sich in einer hügeligen Endmoränenlandschaft ein großflächiges und gewässerarmes Kiefernwaldgebiet. Mit über 80 % der Bestockung dominiert die Wald-Kiefer, Eichen (7%), Fichten (4 %), Lärchen (3 %), Rot-Buchen (1%) und sonstige Laubhölzer (3 %) treten zurück. Die Fuchsberge mit 69 m über NN und der Kümmelberg mit 111 m über NN stellen als höchste Erhebungen gute Aussichtspunkte dar. Das Quellgebiet und die Niederung der Uchte zeichnen sich durch einen vielfältigen und landschaftlich reizvollen Wechsel von Grünland, Eichen- und kleinen Nadelholzforsten, Erlen-Eschenwäldern, kleinen Erlenbrüchen sowie Erlenreihen aus. Die Niederung des Tangers wird besonders von weiten Grünländern und im westlichsten Teil auch von Ackerflächen gekennzeichnet. Einzelne Eichen-Hainbuchenwälder, kleine Erlenbrüche, Erlenreihen, Hecken und Alleen gliedern die Landschaft. Östlich der Uchte und nördlich und südlich des Tangers dehnen sich ackerbaulich genutzte Grundmoränenplatten aus, die in Teilbereichen, so zwischen Vinzelberg und Wittenmoor, von Alleen, kleinen Eichen- und Nadelwaldkomplexen, aufgelassenen Kiesgruben und kleinen Teichen gegliedert werden. Andernorts ist die Ackerlandschaft der Grundmoränenplatten relativ strukturarm und bedarf einer landschaftlichen Aufwertung. Eine naturgeschichtliche Besonderheit innerhalb des LSG stellt das 6,25 ha große Naturschutzgebiet „Fenn“ dar. Es liegt innerhalb der Ortslage Wittenmoor und hat sich durch Vertorfung in einem 16 m tiefen Erdfall gebildet. Hinter einer randlichen, wassergefüllten Rinne ist das Moor teilweise bewaldet und weist im Kern offene Hochmoorvegetation auf. Zeugnisse einer jungsteinzeitlichen Besiedlung im LSG sind spärlich. Sie befinden sich entlang der Uchte sowie zwischen Vinzelburg und Lüderitz. Kulturell nachweisbar sind die Kugelamphorenkultur, die Schönfelderkultur und die Einzelgrabkultur. Im Laufe der Bronzezeit nahm die Besiedlung deutlich zu, wobei sich Siedlungskammern zwischen Windberge und Wittenmoor, Vinzelburg und Käthen sowie zwischen Seethen und Uchtspringe herausbildeten. Das Siedlungsbild läßt sich dabei derzeit fast ausschließlich über Bestattungsplätze wie Brandgräberfelder und Grabhügel rekonstruieren. Die Grabhügelfelder, weitere befinden sich in der Staatser Bauernheide, haben sich vor allem durch die Aufforstung zu Beginn des 19. Jahrhunderts erhalten. Die Häufigkeit von 20 % Bronzebeigaben in einem Gräberfeld bei Volgfelde deutet auf einen bescheidenen Wohlstand der ansässigen Bevölkerung hin. In der Eisenzeit nahm die Siedlungsdichte wieder ab und beschränkte sich nun weitgehend auf den Raum Vinzelburg und Volgfelde, wo vereinzelt auch Kontinuität nachweisbar ist, während die Siedlungen südlich von Seethen aufgegeben und weiter westlich neu gegründet wurden. Zur römischen Kaiserzeit dünnte die Besiedlung in Vinzelburg und Seethen aus. Bei Lotsche kam ein bedeutendes Gräberfeld zum Vorschein. Im Bereich der Altmarkheiden kam es im Zuge der deutschen Ostkolonisation des Mittelalters zu einer intensiven Rodungsphase. Innerhalb der großflächigen Wälder entstanden Ansiedlungen und Ackerflächen wachsender Ausdehnung. Die Gründung des Ortes Deetz ist für das Jahr 1238 beurkundet. Vollenschier wird aus dem Jahre 1251 das erste Mal erwähnt. Im Jahre 1679 wurde das am Nordrand des LSG gelegene Käthen als Landarbeiter- und Tagelöhnersiedlung gegründet. Der Name leitet sich von dem Begriff ”Kate” als Bezeichnung für eine ärmliche Behausung ab. Die Wälder wurden bis in das 18. Jahrhundert zur Waldweide genutzt. Die Weidewirtschaft ließ auch offene, baumfreie Heideflächen entstehen. Mit der Eingliederung des Gebietes nach Preußen im Jahre 1815 begann die geregelte Forstwirtschaft. Ein Großteil der waldfreien Flächen wurde mit schnellwüchsigen Nadelhölzern, vor allem Kiefer, aufgeforstet. Reste der ehemals ausgedehnten Heiden und Trockenrasen sind in dem Waldgebiet nördlich von Uchtspringe am Spitzen Berg, als flächenhaftes Naturdenkmal geschützt und am Breiten Berg sowie bei Windberge am Delberg erhalten. Durch eine geplante Erweiterung des LSG sollen weitere Heideflächen geschützt werden. In den ehemals sumpfigen Niederungen der Uchte und des Tangers wurde durch Gewässerregulierung der Grundwasserstand gesenkt. Die Moorwiesen wurden in artenarme, intensiv genutzte Weiden und Wiesen umgewandelt. Bei Volgfelde wurden zur Urbarmachung nasser Grünländer auch Moordammkulturen angelegt. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges übernahm die sowjetische Armee die großflächigen Militärstandorte bei Staats als Basis für den südlich angrenzenden Truppenübungsplatz Colbitz-Letzlinger Heide. Aufgrund seines landschaftlichen Reizes hat das Gebiet eine zunehmende Bedeutung als Naherholungsgebiet. Aufgrund der guten Erholungseignung kam es auch zur Gründung eines psychiatrischen Krankenhauses in Uchtspringe. Dieses LSG erfaßt zwei Bodenlandschaften - im westlichen Teil die Colbitz-Letzlinger Heide, im mittleren und östlichen Teil die Landschaft der lehmigen Grundmoränenplatten, hier speziell die Stendaler Platten. In dem Bereich des Landschaftsschutzgebietes, das zur Colbitz-Letzlinger Heide gehört, dominieren Braunerde-Podsole und Sand-Podsole, Eisen-, Eisenhumus- und Humuseisen-Podsole. Solche Böden sind Waldstandorte. Man bezeichnet sie als Acker-Braunerde-Podsol, sofern sie landwirtschaftlich genutzt werden. Im Bereich der Stendaler Platte lagern über einer Geschiebemergelplatte sandige bis sandig-lehmige Substrate. Aus diesem Profilaufbau sind Braunerde-Fahlerden aus sandig-lehmigem Geschiebedecksand über Geschiebelehm beziehungsweise Pseudogley-Braunerden und Pseudogley-Fahlerden entstanden. Diese Böden werden überwiegend ackerbaulich genutzt. In den Niederungen des Tanger und anderer Bäche finden sich Gleye aus sandig-lehmigen Substraten, das sind grundwasserbestimmte Lehmsandböden mit Wassermerkmalen ab 0,4 m unter Flur. Auf diesen Standorten ist die Grünlandnutzung dominierend. Das Gebiet ist durch eine große Vielzahl an Quellen gekennzeichnet, in denen das auf den Heidehochflächen im grobkörnigen Substrat versickernde Wasser wieder zutage tritt. Die Tangerquellen entspringen am Nordrand der Colbitz-Letzlinger Heide. Die Quellaustritte stehen in engem Zusammenhang mit den regionalen hydrodynamischen Verhältnissen in der Colbitz-Letzlinger Heide. Ihr Speisungsgebiet befindet sich im Bereich der pleistozänen Hochfläche mit saalekaltzeitlichen Sedimenten. Die Uchteniederung beginnt mit der Quelle der Uchte am Springberg oberhalb des Ortes Uchtspringe. Der Bach durchfließt die Orte Börgitz, Staats und Käthen und verläßt bei Deetz das LSG. Aufgrund des Quellreichtums am Heiderand fließen ihm schon bei Uchtspringe, dann am Keeper und am Schäferwald sowie bei Vinzelberg und Volgfelde weitere Zuflüsse zu. Der Dellgrund bei Vinzelberg bildet die Wasserscheide zur östlich anschließenden Tangerniederung, die durch den Tanger und seine Zuflüsse gekennzeichnet wird. Ein Zufluß entspringt bei Wittenmoor und fließt durch die weite Schmelzwasserrinne der Tangerniederung in südöstliche Richtung. Bei Schleuß floß ursprünglich von Südwesten der Brunkauer Tanger zu, der am Heiderand oberhalb von Brunkau entspringt. Dieser wird heute in Richtung Lüderitz abgeleitet. Das Landschaftsschutzgebiet liegt in dem Übergangsbereich vom subatlantisch getönten Klima der Altmarkheiden zum subkontinental geprägten Klima des Stendaler Raumes. Während die Niederschläge im langjährigen Mittel in den Heiden etwa 560 mm betragen, sinken sie im Bereich Stendal auf etwa 500 mm ab. Die Jahresmitteltemperatur beträgt 8,5°C, die mittlere Julitemperatur 17,5 °C. Die potentiell natürliche Vegetation wird auf armen Podsolen und podsoligen Braunerden der Heide und auf flachgründigen Rankern im Bereich der Dünenstandorte vom Drahtschmielen-Buchenwald gebildet, einer artenarmen Buchenwaldgesellschaft bodensaurer Standorte. Im Waldgebiet nördlich Uchtspringe wäre auf Braunerden und Rosterden der etwas anspruchsvollere Flattergras-Buchenwald verbreitet. Östlich der Endmoräne herrschen auf den Grundmoränenplatten etwas kontinentalere Bedingungen mit Niederschlägen unter 600 mm pro Jahr. Die Dominanz der Rot-Buche ist hier weniger ausgeprägt, und es sind zunehmend Stiel- und Trauben-Eiche sowie Hainbuche beigemengt. In den Niederungen von Uchte und Tanger würde die Rot-Buche bei hoch anstehendem Grundwasser in der potentiell natürlichen Vegetation schließlich fehlen. Auf ärmeren Sand-Gleyen bei Uchtspringe wären Pfeifengras-Eichenwälder und in Bachnähe Traubenkirschen-Erlen-Eschenwälder ausgebildet. Quellige, stark vernäßte Standorte, wie der Schäferwald, tragen in der potentiell natürlichen wie auch in der aktuellen Vegetation Erlenbruchwälder. In der Uchteniederung unterhalb Staats und in der Tangerniederung wären auf basenreicheren Gleyen Sternmieren-Stieleichen-Hainbuchenwälder und Traubenkirschen-Erlen-Eschenwälder ausgebildet. Die feuchtesten Standorte würden auch hier Erlenbruchwälder tragen. Die Wälder im Bereich der Endmoräne sind bereits seit dem 18. Jahrhundert in Kiefernforste umgewandelt worden. Naturnahe Wälder wachsen noch kleinflächig in den Niederungen und auf den Grundmoränenplatten. Naturnah strukturierte Eichen-Hainbuchenwälder finden sich zum Beispiel am Westrand von Vollenschier, bei Volgfelde, zwischen Vinzelberg und Wittenmoor, bei Ottersburg und Brunkau. Wertvolle Erlen-Eschenwälder und Erlenbruchwälder gibt es in den Niederungen bei Uchtspringe (Schäferwald), bei Volgfelde, Windberge und an der Quelle des Brunkauer Tangers bei Brunkau. Die ausgedehnten Kiefernforste im Westen des LSG sind relativ arm an Pflanzen- und Tierarten. Eine der wenigen bemerkenswerten Pflanzenarten ist der Keulen-Bärlapp. An einigen Orten sind kleinflächig noch Reste der ehemals ausgedehnten Zwergstrauchheiden und Magerrasen vorhanden. Dies sind vor allem nördlich von Uchtspringe der Spitze Berg und der Breite Berg, südlich Vinzelberg der Polnische Berg, bei Windberge der Dellberg und bei Brunkau der Weinberg. Auf diesen Flächen dominieren Zwergstrauchheiden mit Besenheide oder Magerrasen mit Kuhschelle, Federgras und Astloser Graslilie. Die Grundmoränenplatten werden von Ackerflächen dominiert, auf denen die ehemals reiche Ackerwildkrautflora durch die intensive Landwirtschaft auf wenige Arten reduziert wurde. Im Randbereich der Ortschaften ist die Ackerlandschaft noch relativ vielfältig durch Baumreihen, Alleen und Hecken gegliedert. Das Grünland der Uchte- und Tangerniederung wird überwiegend intensiv genutzt und ist deshalb relativ artenarm. Wertvolles Feuchtgrünland findet sich kleinflächig an der Uchte bei Volgfelde. Es sind Standorte gefährdeter Knabenkräuter. Bei Uchtspringe existiert in der Uchteniederung eine vermoorte Fläche mit einem engen Netz aus Moordammgräben. Die Bereiche der Endmoräne und der Grundmoränenplatten sind arm an Gewässern. Lediglich zwischen Vinzelberg und Wittenmoor sind verschiedene Kleingewässer verstreut, die zum Teil auf Kiesabbau zurückgehen. Die Bäche der Niederungen, Uchte und Tanger, und ihre kleineren Zuflüsse sind überwiegend naturfern ausgebaut, jedoch zu großem Teil von bachbegleitenden Erlenreihen bestanden. Wo die Fließgewässer nicht stark beschattet sind, haben sich Wasservegetation, Röhrichte und Uferstaudenfluren entwickelt. Der Tanger ist in seinem Quellgebiet bei Wittenmoor grabenartig mit Normprofil ausgebaut. In dem Randstreifen stehen nur einzelne Erlen, ansonsten dominieren Brennessel- und Beifußfluren. Im Uferbereich wachsen Uferstaudenfluren mit Sumpf-Weidenröschen, Sumpf-Hornklee, Kohldistel und Pionierfluren mit Glieder-Binse und Dreiteiligem Zweizahn. Die Wasservegetation wird bei unregelmäßiger Wasserführung nur von einzelnen Exemplaren der Aufrechten Berle und der Kleinen Wasserlinse gebildet. Leider erfolgt die landwirtschaftliche Nutzung oft bis unmittelbar an die Uferböschung heran. Weiter bachabwärts ist das Gewässer durch zumindest einseitige, durchgehende Erlenreihen besser geschützt. An der Ostgrenze des LSG bei Schleuß bestehen sogar beidseitig Erlengalerien. Die beständigere Wasserführung erlaubt an nicht vollständig beschatteten Abschnitten die Entwicklung typischer Bachröhrichte mit Aufrechter Berle, Sumpf-Vergißmeinnicht und Brunnenkresse. Zum Teil dominiert in der Wasservegetation auch Flutender Schwaden. Daneben tritt der Wasserstern auf. Die Ufervegetation ist in Teilabschnitten mit Röhrichten aus Ästigem Igelkolben, Breitblättrigem Rohrkolben, Wasser-Schwaden, Rohr-Glanzgras und Schilf entwickelt. Uferstaudenfluren enthalten Sumpf-Schafgarbe, Rauhhaariges Weidenröschen, Geflügelte Braunwurz, Fluß-Ampfer, Wasserdost und andere. An kleineren Abschnitten sind auch Großseggenriede mit der Ufer-Segge entwickelt. Eine der aus botanischer Sicht wertvollsten Flächen innerhalb des LSG stellt das schon seit 1939 geschützte Naturschutzgebiet „Fenn“ dar. Das Kesselmoor enthält im offenem, unbewaldeten Kern eine Scheidenwollgras-Torfmoosgesellschaft (Eriophoro vaginati-Sphagnetum recurvi) mit Gemeiner Moosbeere, Rosmarinheide und Glocken-Heide. Die Torfmoosrasen werden überwiegend von Sphagnum recurvum, daneben von Sph. magellanicum und Sph. papillosum gebildet. Das Kesselmoor ist jedoch überwiegend von Gehölzen bestanden. Zum einen tritt das Scheidenwollgras-Moorbirkengehölz auf, in dem auch die Moorkiefer (Pinus sylvestris var. turfosa) vorkommt. Diese Gesellschaft dominierte vor Beginn der Pflegemaßnahmen auch den heute offenen, zentralen Teil des Moores. Weiter zum Rand hin ist ein Torfmoos-Erlenbruchwald (Sphagno-Alnetum glutinosae) mit den Torfmoosarten Sphagnum recurvum, Sph. palustre, Sph. squarrosum und Sph. cuspidatum entwickelt. Noch weiter außen, im stark durch Mineralbodenwasser beeinflußten Moorteil, ist ein Großseggen-Erlenbruch vorhanden. Typische Arten sind hier Scheinzyper-Segge, Sumpf-Haarstrang, Kappen-Helmkraut und Gelbe Schwertlilie. Ganz außen ist das Moor von einem Ringgraben umgeben, der im Norden breit ausgebildet ist. Durch die Nähe der Wittenmoorer Ansiedlung ist das Wasser recht nährstoffreich. Schilf, Wasser-Schwaden und Fluß-Ampfer treten hier auf. Auf dem Ringgraben des Moores brüten Teichhuhn und Bleßhuhn. Vogelarten der Moorgehölze sind Sumpf- und Weidenmeise. In den ausgedehnten Kiefernforsten des westlichen LSG-Teils sind Ziegenmelker, Sperber, Rotmilan, Wespenbussard, Schwarzspecht, Grünspecht und Wendehals erwähnenswert. In der gegliederten Ackerlandschaft sind beispielsweise Sperbergrasmücke, Wendehals und Raubwürger Brutvögel. Als Charaktervogel kleiner Fließgewässer tritt an der oberen Uchte die Gebirgsstelze auf. Trotz überwiegend intensiver Nutzung ist das Grünland der Uchteniederung zwischen Käthen und Staats Lebensraum des Wiesenpiepers und wird vom Weißstorch zur Nahrungssuche aufgesucht. Brutvorkommen des Weißstorchs finden sich in Staats, Volgfelde, Schleuß und Käthen. Im Randbereich die Niederung gibt es auch Brutvorkommen des Graureihers. Die weite und strukturarme Grünlandniederung bei Käthen hat in den Wintermonaten eine Bedeutung als Gänserastplatz. Im Bereich der Endmoränen wäre der Laubholzanteil durch Umbau der Kiefernforste zu erhöhen. Aus landschaftsästhetischen Gründen sind insbesondere an den Waldrändern und Waldwegen Laubholzgürtel zu entwickeln. Kleinflächige Waldwiesen und die Zwergstrauchheiden sind durch geeignete Pflege zu erhalten. Die Dünenfläche am Breiten Berg sollte als Flächenhaftes Naturdenkmal ausgewiesen werden. In der Landschaft der Grundmoränenplatten werden die vorhandenen Gehölze und Kleingewässer geschützt. Strukturarme Flächen wären durch Anlage zusätzlicher Hecken, Alleen und Feldgehölze ökologisch und landschaftsästhetisch aufzuwerten. Die Magerrasen am Polnischen Berg und am Dellberg sind durch Pflege zu erhalten, der Polnische Berg sollte als Flächenhaftes Naturdenkmal ausgewiesen werden. Für die Niederungen gilt die Erhaltung der Grünlandnutzung zum Schutz des Grundwassers und zur Erhaltung des Landschaftsbildes als vordringliches Entwicklungsziel. Insbesondere die ökologisch wertvollen Feuchtwiesen bei Staats und Volgfelde sollten durch Sicherung des Wasserhaushaltes und extensive Mahdnutzung erhalten werden. Auf feuchten Standorten wäre die Grünlandnutzung generell zu extensivieren. Auch Fließgewässerschonstreifen 10 m beidseitig der Fließgewässer sollten bei Grünlandnutzung unter Berücksichtigung des Gewässerschutzes extensiv bewirtschaftet werden. Ackerflächen im Schonstreifen wären dazu in Grünland umzuwandeln. Die Fließgewässer sind auch durch zumindest einseitige Anlage durchgehender Gehölzreihen zu schützen. Begradigte Bachabschnitte sollten möglichst durch Anlage eines geschwungenen Laufs sowie wechselnder Profile renaturiert werden. Verrohrungen und Sohlabstürze sollten zur Entwicklung einer ökologischen Durchgängigkeit entfernt werden. In den Niederungen ist die Vielfalt an landschaftsgliedernden Elementen zu erhalten und durch Anlage von Erlenreihen, Kopfbäumen und Solitärbäumen zu verbessern. Die wertvollen Feuchtwälder sind zu schützen. Die Bestände an der Quelle des Brunkauer Tangers und bei Volgfelde sind als Flächenhafte Naturdenkmale zu schützen. Die Parkanlagen bei Vollenschier und Brunkau werden durch Pflege erhalten. Zur Weiterentwicklung der Erholungseignung sollte parallel zum existierenden Abschnitt des Altmark-Radwanderweges eine weitere Radtrasse angelegt werden, die durch die Wälder nördlich Uchtspringe über Volgfelde, Vinzelberg nach Wittenmoor führt und so einen Rundwanderweg innerhalb des LSG ermöglicht. Altmark-Radwanderweg Vom Ausgangspunkt Brunkau geht die Fahrt auf einem Abschnitt des Altmark-Radwanderweges zunächst in nördliche Richtung. Linkerhand liegen die Forste der Colbitzer Heide, rechts liegt hinter Ackerflächen die Grünlandniederung am Tanger. Nach knapp zwei Kilometern erscheint östlich des Weges der Ort Ottersburg, den man rechts liegen läßt. Der Radweg führt weiter nach Norden bis nach Wittenmoor, das nach weiteren zwei Kilometern erreicht wird. Hier stellen das historische Taubenhaus und das Naturschutzgebiet „Fenn“ Sehenswürdigkeiten dar. Von Wittenmoor fährt man auf der bekannten Strecke etwa 500 m in südlich Richtung zurück und biegt dann nach Westen in Richtung Vollenschier ab. Nach etwa einem Kilometer ist der Ort Vollenschier mit dem Schloßpark am westlichen Ortsausgang erreicht. Zwei Kilometer hinter Vollenschier liegt Staats. Auf dem weiteren Weg in Richtung Börgitz passiert man am Übergang über die Uchte die alte Wassermühle mit oberschlächtigem Mühlrad. Von Börgitz aus verläuft der Altmark-Radwanderweg in westliche Richtung durch die Wälder nördlich Uchtspringe weiter nach Gardelegen. Statt dessen kann zur Schließung eines Rundweges der Rückweg auf der mäßig befahrenen Kreisstraße über die Orte Volgfelde, Vinzelberg, Wittenmoor und Schleuß verlaufen. Die Strecke beträgt etwa 20 km. Wanderungen von Uchtspringe Von Uchtspringe aus führt ein Weg in nordwestliche Richtung. Nach knapp zwei Kilometern erreicht man den 111 m über NN hohen Kümmelberg, die höchste Erhebung der Endmoräne zwischen Uchtspringe und Lindstedt. Vom Kümmelberg aus geht es weiter in nördliche Richtung, bis nach gut 2 km Wegstrecke die Siedlung Wilhelmseiche erreicht ist. Über weiter östlich verlaufende Wege geht es zurück nach Uchtspringe. Ausdauernde Wanderer können von Wilhelmseiche weitere zwei Kilometer in nördliche Richtung zum 71 m über NN hohen Fuchsberg gehen. Von hier streicht der Blick in die weite Secantsgrabenniederung im Norden. Vom Fuchsberg aus wählt man Waldwege in südöstliche Richtung zu den beiden Dünenkuppen des Spitzen Berges und des Breiten Berges, wo sich der Wald lichtet und kleinflächige Heiden erhalten sind. Über Waldwege geht der Weg in südliche Richtung zurück nach Uchtspringe. Die Strecke beträgt je nach Variantenwahl 8 bzw. 13 Kilometer. Von Uchtspringe aus führt ein Weg in südliche Richtung zum 70 m über NN hohen Springberg, eine erste Anhöhe der südlich anschließenden Altmarkheiden. Am Nordhang des Springberges liegt die Quelle der Uchte. Da die Grenze des Truppenübungsplatzes Altmark unmittelbar südlich verläuft, schlägt man einen Weg in südwestliche Richtung ein und folgt der Grenze zirka 3,5 Kilometer bis zur befestigten Straße, die von Hottendorf nach Süden in die Heide führt. Jenseits der Straße öffnen sich die Wälder mit Grünländern, die Teil der Mooswiese Hottendorf sind. Auf der wenig befahrenen Straße geht es nach Hottendorf. Nach Überqueren der B 188 wählt man den nächsten Weg in östliche Richtung und geht auf diesem zurück nach Uchtspringe. Die Strecke beträgt etwa 12 Kilometer. Zirka 1,5 km westlich von Uchtspringe biegt man von der B 188 nach Norden ab in die abwechslungsreiche Wald- und Feldlandschaft, gesäumt von Alleen und Hecken. Nach ungefähr 3 km wird am ehemaligen Forsthaus Luthäne nach Osten auf die alte Heerstraße Gardelegen-Stendal abgebogen, die teilweise von Starkeichen gesäumt ist. Etwa 200 m hinter dem Forsthaus liegt das renaturierte Birken-Soll. Der Krankenhauskomplex Wilhelmshof liegt 1,5 km weiter mitten im Wald. Von dort geht es direkt zurück nach Uchtspringe. Die Kesselberge in der Staatser Bauernheide Von Vollenschier aus geht die Wanderung zirka 2 km nach Südwesten entlang einer Kastanienallee bis zum Waldrand. Dann steigt auf etwa 600 m Länge der Weg zu den Kesselbergen relativ steil an. Hier auf der Kuppe der Endmoräne befinden sich ausgedehnte Sandtrockenrasen und Heideflächen. Es bietet sich an klaren Tagen ein herrlicher Ausblick weit nach Osten in Richtung Tangermünde und nach Norden in Richtung Arneburg. Vom höchsten Punkt aus kann man nach Nordosten schwenken und entlang der Grenze zum Truppenübungsplatz Altmark durch ausgedehnte Calluna-Heiden und Birkenwälder steil bergab an den Fuß der Endmoräne und von dort zurück nach Staats, Vinzelberg oder Vollenschier gelangen. Baudenkmale im LSG In Vollenschier ist das etwas verfallene Schloß mit angrenzendem Park eine lokale kulturgeschichtliche Besonderheit. Es ist der Stammsitz der im Jahre 1626 ausgestorbenen Familie von Vollenschier. In den Jahren 1854 bis 1907 war die Anlage im Besitz der Geschwister von Kröcher. Das Schloß wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch Baurat Hase aus Hannover nach Ideen der von Kröcher als neugotischer Backsteinbau erbaut. Die Innenräume weisen klassizistische Proportionen auf. Am Westrand des Parkes steht die ebenfalls neugotisch in Backstein erbaute Schloßkirche mit Friedhof. Hier befindet sich das Familiengrab der von Kröcher. Der zwischen Schloß und Kirche gelegene Park mit Schloßteich ist mangels Pflege zum Teil waldartig entwickelt. Kulturgeschichtliche Sehenswürdigkeiten des LSG sind auch die auf mittelalterliche Feldsteinbauten zurückgehenden Kirchen der Orte Käthen, Volgfelde, Vinzelberg, Windberge und Schleuß. In Wittenmoor ist das Taubenhaus am Gutshof, ein ehemaliger Befestigungsturm aus dem Jahre 1750, eine historische Sehenswürdigkeit. Bei Deetz steht die aus den Dreißigjährigen Krieg stammende Deetzer Warte. In Staats befindet sich eine große Wassermühlenanlage, deren oberschlächtiges Mühlrad vom Wasser der Uchte angetrieben wird. Im nahegelegenen Börgitz gbit es ein kleines Museum. Zeugen landschaftsgestalterischer Bemühungen sind neben dem Park in Vollenschier auch parkartige Anlagen in Brunkau und im Bereich des Psychiatrischen Krankenhauses in Uchtspringe. Hinweis: Aufgrund der Änderungsverordnung von 2002 erstreckt sich das Gebiet nun in südlicher Richtung bis nahe an die Stadt Tangerhütte und schließt das NSG „Mahlpfuhler Fenn“ teilweise ein; für diese Flächen liegen noch keine Gebietsbeschreibung und Kurzcharakteristik vor. veröffentlicht in: Die Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts © 2000, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISSN 3-00-006057-X veröffentlicht in: Die Natur- und Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts - Ergänzungsband © 2003, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISBN 3-00-012241-9 Letzte Aktualisierung: 18.11.2025
<p> <p>Ab 10. November 2025 – 10 Jahre nach dem Paris-Übereinkommen – verhandelt die Staatengemeinschaft erneut über die Zukunft des globalen Klimaschutzes. Diesmal am Rande des Amazonas im brasilianischen Belèm, einem symbolträchtigen Ort, der als Hotspot der Artenvielfalt und indigenen Völker gilt. Im Fokus stehen die neuen nationalen Klimaschutzbeiträge und die Messbarkeit von Anpassungsfortschritten.</p> </p><p>Ab 10. November 2025 – 10 Jahre nach dem Paris-Übereinkommen – verhandelt die Staatengemeinschaft erneut über die Zukunft des globalen Klimaschutzes. Diesmal am Rande des Amazonas im brasilianischen Belèm, einem symbolträchtigen Ort, der als Hotspot der Artenvielfalt und indigenen Völker gilt. Im Fokus stehen die neuen nationalen Klimaschutzbeiträge und die Messbarkeit von Anpassungsfortschritten.</p><p> <p>Genau zehn Jahre nach Verabschiedung des <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/89763">Übereinkommens von Paris (ÜvP)</a> findet vom 10. bis mindestens 21. November 2025 zum 30. Mal die Konferenz der Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention (Conference of the Parties – COP30) statt, diesmal im brasilianischen Belèm. Die diesjährige Konferenz steht im Zeichen des von der COP-Präsidentschaft ausgerufenen „Mutirão“, einem brasilianischen Konzept der gemeinschaftlichen und kollektiven Anstrengung, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen.</p> <p>Die Wahl des Austragungsortes der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/un">UN</a>-Klimakonferenz am Tor zum Amazonasgebiets hat auch einen symbolischen Charakter: Der Amazonas ist weltweites Zentrum der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biodiversitaet">Biodiversität</a>, CO2-Senke und steht repräsentativ für die globale Ungleichheit, mit der die Klimakrise verschiedene Länder, Einkommens- und Bevölkerungsgruppen trifft. Allein im Amazonasgebiet leben mehrere Hundert indigene Völker, die besonders von den Folgen des Klimawandels betroffen sind, jedoch am wenigsten dazu beigetragen haben. Gleichzeitig sind diese Völker Wissensträger und Hüter der artenreichsten Gebiete der Welt. Themen wie Waldschutz, Biodiversitätsschutz und die Rolle indigener Gemeinschaften und Völker sollen als Eckpfeiler des Klimaschutzes auf der Konferenz stärker in den Fokus rücken.</p> <p>Nachdem letztes Jahr auf der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/113472">COP29 in Baku</a> ein Beschluss für mehr Transparenz, Umweltintegrität und ökologische <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nachhaltigkeit">Nachhaltigkeit</a> beim globalen Emissionshandel nach Artikel 6 des ÜvP getroffen wurde, können nun alle Mechanismen des Abkommens umgesetzt werden. In einem <a href="https://cop30.br/en/brazilian-presidency/letters-from-the-presidency/second-letter-from-the-presidency">Brief an die internationale Gemeinschaft im Mai 2025</a> läutete COP30-Präsident André Aranha Correa do Lago nach vielen Jahren zäher Verhandlungen das Zeitalter der Umsetzung ein. Konkret wird es auf der COP30 darum gehen, verbindliche Vereinbarungen zu treffen, wie das Ziel des ÜvP, die globale Erwärmung deutlich unter 2 Grad zu halten und möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen, erreicht beziehungsweise in Reichweite gehalten werden kann.</p> Die neuen NDCs: Wegweiser für den <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a> bis 2035 <p>Eines der wichtigsten Instrumente für den globalen Klimaschutz sind die nationalen Klimaschutzbeiträge (<em>Nationally Determined Contributions</em> – NDCs), die nach dem ÜvP von allen Vertragsstaaten alle fünf Jahre neu vorgelegt werden sollen. Die neue Runde der NDCs ist dieses Jahr fällig. Ende Oktober veröffentlichte das UN-Klimasekretariat den NDC-Synthesebericht, der alle bis Ende September 2025 eingereichten NDCs zusammenfasst und analysiert. Das Ergebnis: Bis Ende September haben nur 64 Staaten (von 194 Vertragsstaaten des ÜvP plus der EU) ein neues NDC eingereicht, womit nur 30 Prozent der globalen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/treibhausgas">Treibhausgas</a>-Emissionen (THG-Emissionen) abgebildet werden. Die eingereichten NDCs sind ambitionierter als die vorherigen und auf die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/90901">Ergebnisse der ersten globalen Bestandsaufnahme</a> ausgerichtet.</p> <p>Die Analyse zeigt aber auch eine immense Lücke auf: Bei vollständiger Umsetzung der NDCs würden die Emissionen dieser Länder bis 2035 um 17 Prozent gegenüber dem Jahr 2019 sinken. Um auf einen mit dem 1,5-Grad-Ziel kompatiblen Pfad zu kommen, sind aber laut des sechsten Sachstandsberichts des <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/3196">Weltklimarats</a> (<em>Intergovernmental Panel on Climate Change</em> – <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/ipcc">IPCC</a>) Reduktionen der THG-Emissionen bis 2035 von 60 Prozent gegenüber 2019 nötig. Die EU hat ihr NDC am 05.11.2025 eingereicht. Dieses sieht eine Reduktion der Treibhausgasemissionen von 66,25 bis 72,5 Prozent bis 2035 gegenüber 1990 vor. Von großer Bedeutung ist auch das chinesische NDC, das am 03.11.2025 eingereicht wurde, mit einem Ziel von 7 bis 10 Prozent Emissionsreduktion bis 2035 gegenüber dem Treibhausgasemissionshöchststand. Chinas Emissionen machen 30 Prozent des globalen Treibhausgasausstoßes aus. Die NDCs dienen als wichtige Grundlage für die Verhandlungen auf der COP30.</p> <p>Laut dem <a href="https://www.unep.org/resources/emissions-gap-report-2025">Emissions Gap Report 202</a>5 des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/unep">UNEP</a>), der auch die von China und der EU bereits während des UN-Klimagipfels im September angekündigten NDCs einbezogen hat, würden die Emissionen bis 2035 bei vollständiger Umsetzung der NDCs um 15 Prozent gegenüber 2019 sinken, und zu einem Temperaturanstieg in diesem Jahrhundert von 2,3 bis 2,5 °C führen. Mit aktuell umgesetzten Politiken steuert die Welt laut dem UNEP-Bericht auf eine Erwärmung von 2,8 °C bis zum Ende des Jahrhunderts zu. Vor Verabschiedung des ÜvP vor 10 Jahren steuerte die Welt noch auf einen Temperaturanstieg von knapp unter 4 °C zu.</p> Wichtige weitere Verhandlungsthemen der diesjährigen Weltklimakonferenz <ul> <li><strong>Klimafinanzierung – wie bezahlen wir den weltweiten Klimaschutz?</strong> Auf der Weltklimakonferenz 2024 haben sich die Vertragsstaaten auf ein neues Finanzierungsziel von 300 Milliarden US-Dollar pro Jahr ab 2035 geeinigt, das für Klimaschutz und Anpassung in Entwicklungsländern bereitgestellt werden soll. Die gleichzeitig initiierte <a href="https://cop30.br/en/news-about-cop30/cop29-and-cop30-presidents-present-baku-to-belem-roadmap-to-mobilize-us-1-3-trillion-in-climate-finance">„Baku to Belèm Roadmap to 1.3 T“</a> mit der neuen Zielmarke von 1,3 Billionen US-Dollar pro Jahr von öffentlichen und privaten Quellen ab 2035 wurde von der COP29- und COP30-Präsidentschaft in Belèm kurz vor Start der COP30 vorgelegt. Der von der brasilianischen Präsidentschaft initiierte <em>Circle of Finance Ministers</em> hat <a href="https://cop30.br/pt-br/noticias-da-cop30/cop30-circle-of-finance-ministers-report_final.pdf/@@download/file">wegweisende Empfehlungen</a> hierzu gegeben. Dabei steht außer Frage, dass Klimaschutz wirtschaftliche Vorteile hat: Gut konzipierte Klimapolitiken führen laut einer <a href="https://www.oecd.org/en/publications/2025/06/investing-in-climate-for-growth-and-development_9ce9b093/full-report.html">OECD/UNDP-Studie</a> sogar kurzfristig zu stärkerem Wirtschaftswachstum als Szenarien, die auf aktuellen Politiken basieren. Langfristig betrachtet lohnt sich ambitionierter Klimaschutz noch viel mehr: Selbst gemäß der eher konservativen Schätzungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und des United Nations Development Programme (UNDP) verhindern ambitioniertere Klimapläne signifikante klimawandelbedingte wirtschaftliche Verluste und sind notwendig, um langfristig Wohlstand zu sichern. Laut der Studie würden ambitionierte Klimapläne bis 2050 ein Plus von 3 Prozent und bis 2100 von 13 Prozent des globalen Bruttoinlandsproduktes bedeuten.</li> <li><strong>Global Goal on Adaption – Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels wird immer wichtiger</strong>: Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Klimaanpassung, denn schon heute machen zunehmende Extremwetterereignisse wie Hitzewellen und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/starkregen">Starkregen</a> sowie daraus folgende Dürren und Überschwemmungen deutlich, dass reine Emissionsreduktion nicht mehr genügt. Besonders im Amazonasgebiet, wo indigene und ländliche Gemeinschaften von Entwaldung und Wetterextremen betroffen sind, soll die COP30 Wege aufzeigen, wie sich vulnerable Regionen widerstandsfähiger machen lassen. Ziel der Verhandlungen ist ein Abschluss des Arbeitsprogramms zu den Indikatoren zur Messung des Fortschritts bei Klimaanpassungsmaßnahmen.</li> <li><strong>Arbeitsprogramm zum gerechten Übergang (Just Transition Work Program – JTWP)</strong>: Ziel der Verhandlungen zum JTWP ist eine sozial gerechte Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen. Diese muss insbesondere die Bevölkerungsgruppen einbeziehen, die von der Transformation besonders betroffen sind. Die brasilianische COP-Präsidentschaft setzt hier einen expliziten Fokus. Laut der oben genannten OECD/UNDP-Studie könnten gezielte Investitionen in die Energiewende ergänzt durch Maßnahmen, die auf Ernährungssicherheit, Grundversorgung und Governance-Reformen abzielen, die Entwicklung in neun von zehn Ländern verbessern und haben das Potenzial, 175 Millionen Menschen aus extremer Armut zu holen. Dagegen trug die Verbrennung fossiler Brennstoffe im Jahr 2019 zu 4,2 Millionen vorzeitigen Todesfällen durch Luftverschmutzung bei, wobei 89 Prozent dieser Todesfälle in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen auftraten.</li> <li><strong>Gender Action Plan – für die Gleichstellung der Geschlechter</strong>: Ein weiteres Ziel der COP30 ist die Verabschiedung eines Gender-Aktionsplans zur Förderung langfristiger struktureller Verbesserung bei der Gleichstellung der Geschlechter in allen gesellschaftlichen Bereichen (Gender <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/mainstreaming">Mainstreaming</a>), bei finanzpolitischen Instrumenten (Gender Budgeting) sowie der Bildung und wirtschaftlichen Stärkung von Frauen.</li> <li><strong>Action Agenda – Von der Verhandlung zur Umsetzung</strong>: Ein wiederkehrendes Schlagwort der brasilianischen COP-Präsidentschaft lautet: „Delivery, not just diplomacy“. Gemeint ist, dass die COP30 in Belèm nicht nur mit Absichtserklärungen enden darf. Stattdessen sollen die Beschlüsse der globalen Bestandsaufnahme (GST) von der COP28 in Dubai durch konkrete Umsetzungspläne gestärkt werden sowie überprüfbare Mechanismen und neue Partnerschaften aus bestehenden Initiativen entstehen.</li> </ul> Zehn Jahre nach Paris: Jedes zehntel Grad zählt <p>Zehn Jahre nach Verabschiedung des ÜvP muss die internationale Gemeinschaft beweisen, dass sie ihre selbst gesteckten Ziele ernst meint. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/114877">Jedes Zehntelgrad vermiedene Erwärmung ist entscheidend</a>. Laut des neuen, jährlichen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klima">Klima</a>-Zustandsberichts (<a href="https://academic.oup.com/bioscience/advance-article/doi/10.1093/biosci/biaf149/8303627?login=true"><em>The 2025 State of the Climate Report: a Planet on the Brink</em></a>), liegen die größten Stellschrauben in der Transformation des Energiesektors hin zu Erneuerbaren, dem Schutz und der Wiederherstellung der Ökosysteme sowie der Reduktion von Lebensmittelabfällen und der Umstellung auf eine pflanzenreichere Ernährung. Zudem gibt es neben der Energiesicherheit erhebliche wirtschaftliche Vorteile von erneuerbaren Energien: 2024 waren 91 Prozent der neu in Betrieb genommenen Wind- und Solarprojekte günstiger als die günstigste verfügbare Alternative fossiler Brennstoffe.</p> <p>Die COP30 könnte eine wichtige Wegmarke für die Umsetzung der globalen Klimaschutzziele werden. Der Austragungsort spielt dabei symbolisch eine wichtige Rolle: Der Amazonas wird nicht nur als „Lunge der Erde“ bezeichnet und ist durch Abholzung und die Auswirkungen des Klimawandels bedroht, sondern gilt auch als Brennpunkt globaler Ungleichheit. Klimapolitik ist kein abstraktes Rechenwerk, sondern eine Frage von Überleben und Gerechtigkeit. Klimaschutz bringt Vorteile für viele statt Profite für wenige, die sich mit diesen Profiten vor den fatalen Auswirkungen des Klimawandels schützen können, während die Ärmsten am stärksten unter den Folgen leiden.</p> Das Umweltbundesamt auf der Weltklimakonferenz <p>Das Umweltbundesamt (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a>) ist als Teil der deutschen Regierungsdelegation der COP30 an den Verhandlungen zu Klimaschutz (Globale Bestandsaufnahme, NDCs), Klimawissenschaft, Landwirtschaft, Emissionsberichterstattung sowie Klimabildung und Zusammenarbeit (Action for Climate Empowerment, ACE) beteiligt. Außerdem ist das UBA Mitorganisator von drei <strong>Veranstaltungen, die Sie per Livestream verfolgen können</strong>:</p> <ul> <li>11.11.2025: <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/120673">COP30 Side Event "Harnessing Digital for Environmental Sustainability: Leveraging Common Action for a Sustainable Planet in the Digital Age"</a> (Online-Veranstaltung)</li> <li>13.11.2025: <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/120660">COP30 Side Event „Pathways towards Convergence – Recommendations from the Brazilian-German Track 1.5 Dialogue“</a> im Pavillon der brasilianischen Präsidentschaft zum deutsch-brasilianischen Klimadialog</li> <li>17.11.2025: <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/120646">COP30 Side Event „Nature-Based Solutions and Beyond – Insights from the Sino-German Track-2-Dialogue“</a> im deutschen Klimapavillon der COP30</li> </ul> </p><p>Informationen für...</p>
Der fünfte Unternehmensbesuch führte Staatssekretär Thomas Wünsch am 05.09.2024 zur Salutas Pharma GmbH in Barleben. Das Unternehmen ist seit 18.04.2000 Mitglied der Umweltallianz. Die Salutas Pharma GmbH ist ein Unternehmen der Sandoz-Gruppe und stellt hochwertige Pharmazeutika her. An den Standorten Barleben und Osterweddingen fertigt, lagert und versendet Salutas eine breite Palette von Arzneimitteln, darunter Tabletten, Kapseln, Salben, Cremes und viele weitere Arnzeimittel. Das Unternehmen legt viel Wert auf Nachhaltigkeit. So konnte seit 2016 der Energieverbrauch durch die Identifizierung und Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen und neuen Fertigungstechnologien um 22 % reduziert werden. Diese Maßnahmen kombiniert mit Investitionen in grüne Eigenstromerzeugung (Photovoltaik) haben die Treibhausgasemission des Standortes in den letzten 5 Jahren um 26 % reduziert. Auch der Wasserverbrauch wurde deutlich verringert. Grundlage des gesamten umweltschutztechnischen Handelns bildet das nach DIN EN ISO 14001 zertifizierte Umweltmanagementsystem des Unternehmens. Gemeinsam mit Staatssekretär Wünsch besichtigten Dr. Franziska Kersten (Mitglied des deutschen Bundestages), Dr. Sandra Hagel (Präsidentin des Landesamtes für Umweltschutz), Juliane Wolf (Geschäftsführerin Industrie und Infrastruktur IHK Magdeburg), der Bürgermeister der Stadt Barleben, Frank Nase, sowie weitere Vertreter der Umweltallianz das Werk. Nach einer Begrüßung durch Geschäftsführerin Grit Müller stellte sich die Salutas Pharma GmbH vor. Anschließend tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu aktuellen Themen und Herausforderungen im Unternehmen aus. Staatssekretär Wünsch betonte dabei: „Die pharmazeutische Industrie ist ein zentraler Pfeiler der Wirtschaft in Sachsen-Anhalt. Unternehmen wie die Salutas Pharma GmbH tragen nicht nur zur Innovationskraft und zum Wohlstand unseres Landes bei, sondern zeigen auch, dass wirtschaftlicher Erfolg und nachhaltiges Handeln Hand in Hand gehen können.“ Abschließend besichtigten die Gäste die Verpackung am Standort in Barleben.
SeeWandel-Klima: Modellierung der Folgen von Klimawandel und Neobiota für den Bodensee SeeWandel-Klima hat zum Ziel, aktualisierte Vorhersagen der Folgen des Klimawandels - unter Einbezug der Auswirkungen von invasiven Arten - auf das Ökosystem Bodensee und dessen nachhaltige Nutzung zu liefern. Die Projektarbeiten in SeeWandel-Klima sind in 9 Teilprojekten organisiert. Zentral sind Modellierungsarbeiten, mit dem Ziel komplexe Folgen von Faktoren wie Klimaänderungen und invasiven Arten sowie deren Zusammenspiel für das Ökosystem Bodensee und dessen Nutzung vorhersagen zu können. Die dafür notwendige Bereitstellung robuster Parameter und Erkenntnisse zur Entwicklung solch prognosefähiger Modellsysteme erfolgt seitens verschiedener Teams von Forschenden. Teilprojekt 1: Vergangene Klimaänderungen im Bodensee – Lehren für die Zukunft Seesedimente sind ein hochauflösendes Archiv für Umweltänderungen, die nicht mit historischen Quellen und mit Messdaten belegt sind. Sie können darum helfen, das Ausmaß heute beobachteter Veränderungen besser zu verstehen, um sich auf zukünftige Veränderungen sinnvoll vorzubereiten. Das Teilprojekt wird erstmalig eine detaillierte Hochwasserchronologie des Bodensees und damit der Niederschlagshistorie seines alpinen Einzugsgebietes erarbeiten. Heute verwendbare neue Untersuchungsmethoden sollen gezielt genutzt werden, um die Hochwassergeschichte des Bodensees und Alpenrheins mit hohem Detaillierungsgrad in prähistorische Zeiträume zu verlängern. Damit lassen sich extreme Hochwasserereignisse und Jahre mit sehr geringen Zuflüssen durch den Alpenrhein identifizieren. Untersuchungen von Sedimentkernen sind zudem der einzig mögliche Ansatz, um Informationen zum Ökosystem Bodensee aus messtechnisch nicht erfassten Zeiträumen zu gewinnen, und von historischen menschlichen Aktivitäten (Landnutzung, Wasserkraft, Wasserbau, Eutrophierung) unbeeinflusste Zeiträume zu analysieren. So lässt sich aus der Vergangenheit für die zukünftige Entwicklung lernen, um eine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen. Die Brücke in die Ökosysteme der Vergangenheit bilden Schalen von Kieselalgen, Muschelkrebsen und Reste von Cladoceren, die über tausende Jahre im Sediment erhalten sein können und seit etwa 50 Jahren regelmäßig im Wasser untersucht werden. Diese Organismenreste werden in einzelnen Zeitabschnitten im Sediment bestimmt und nach Möglichkeit mit eDNA-Untersuchungen ergänzt. Ziel 1: Eine aus Sedimenten abgeleitete Hochwasserchronologie für die letzten 5000 Jahren soll als Grundlage für Hochwasserstatistiken und -gefährdungen am Bodensee etabliert werden. Ziel 2: Die Reaktion der aquatischen Lebensgemeinschaften auf von menschlichen Aktivitäten unbeeinflusste Klimaveränderungen der Vergangenheit soll für die Bewertung der heute beobachteten Veränderungen erfasst werden.
Der Anstieg der globalen Temperaturen und extremer Hitze haben erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit und das sozioökonomische Wohlergehen von Menschen, wobei einkommensschwache Länder besonders betroffen sind. Ländliche Regionen in diesen Ländern sind besonders gefährdet, da sie weniger Anpassungsmöglichkeiten haben. Besonders benachteiligte Gruppen wie arme Menschen, Frauen, Kinder, ältere Menschen und Menschen mit gesundheitlichen Vorbelastungen sind häufig eingeschränkt im Zugang zu Ressourcen, Bildung und Gesundheitsversorgung, was ihre Anpassungsfähigkeit an extreme Hitze erheblich einschränkt. Da Menschen viel Zeit in Innenräumen verbringen, ist die Senkung der Innentemperaturen eine zentrale Anpassungsstrategie gegen Hitzestress, da sie dem Körper ermöglicht, sich von hoher Außentemperaturen zu erholen. Studien zeigen, dass niedrigere Innentemperaturen die Ernährungssicherheit, Gesundheit, das Sozialverhalten und die kognitive Leistung fördern. Energieintensive Maßnahmen wie Klimaanlagen erhöhen jedoch den Energiebedarf und Emissionen und sind in ressourcenarmen, ländlichen Gebieten im Globalen Süden oft nicht realisierbar. Passive Kühltechniken, wie kühle Dächer, bieten eine kostengünstige Möglichkeit zur Senkung der Innentemperatur und können Ernährungssicherheit, Gesundheit und Wohlstand verbessern. Die Auswirkungen dieser Technologien sind jedoch weitgehend unerforscht. Um diese Wissenslücke zu schließen, verwenden wir umfassende Haushalts- und Individualdaten aus einer geclusterten randomisierten Kontrollstudie (cRCT) und feinkörnige Daten zu Innen- und Außentemperaturen, die Kausalität identifizieren lassen. Aufbauend auf einem DFG-geförderten Forschungsprogramm zu öffentlicher Gesundheit soll unsere Studie empirische Belege für die kausalen Auswirkungen von Innentemperaturen und passiven Kühltechniken auf Ernährungssicherheit, innerfamiliäre Spannungen, Humankapitalentwicklung und psychische Gesundheit liefern. Diese Themen sind sowohl wissenschaftlich relevant als auch grundlegend für das unmittelbare und langfristige Wohlbefinden, insbesondere in Ländern mit niedrigem Einkommen. Da sie miteinander verknüpft sind und sich gegenseitig verstärken, sind sie für das Verständnis der breiteren Entwicklungs- und Gesundheitsergebnisse von wesentlicher Bedeutung. Zudem werden wir die potenziellen Mechanismen, die den Einflüssen der Innentemperatur und passiven Kühlstrategien auf das Wohlergehen und Verhalten von fünf gefährdeten Gruppen (arme Menschen, Frauen, Kinder, ältere Menschen und Menschen mit psychischen Erkrankungen) zugrunde liegen, identifizieren und prüfen. Dieser Ansatz ist nicht nur entscheidend für die Quantifizierung der verschiedenen Auswirkungen der Innentemperaturen auf gefährdete Gruppen, sondern liefert auch wertvolle Erkenntnisse für die Entwicklung gezielter Interventionen und Anpassungsstrategien im Kontext des Klimawandels.
Durch Sinkstoffakkumulation gebildete ästuarine Trübungszonen in der Wassersäule und am Boden sind ein allgegenwärtiges Phänomen in Gezeitenästuaren. Die prinzipielle Dynamik ästuariner Trübungszonen ist schon vor einigen Jahrzehnten verstanden worden: Im Bereich von Salzgradienten entlang der Ästuare wird ein landwärtiger Netto-Sinkstofftransport angetrieben, während der Sinkstofftransport im Süßwasserbereich typischerweise seewärts gerichtet ist, was insgesamt zu konvergenten Sinkstofftransporten am landwärtigen Ende der Salzintrusion und dort zu Sinkstoffakkumulation und damit zur klassischen ästuarinen Trübungszone führt. Im Falle von sehr intensiven Gezeiten, bei denen die Flutströmung stärker aber kürzer als die Ebbströmung ist, kann auch im Süßwasserbereich ein landwärts gerichteter Sinkstofftransport erzeugt werden, der zu einer Sinkstoffakkumulation im Süßwasserbereich und somit zu einer Trübungszone im (salzfreien) Gezeitenfluss führen kann. Ein kürzlich vom Antragsteller und Kollegen erstellter Bericht zum Stand der Forschung deckt allerdings erhebliche Wissenslücken im Bereich der Dynamik ästuariner Trübungszonen auf.Ein Schwerpunkt des vorgeschlagenen Projektes soll die Erweiterung der Total Exchange Flow (TEF) genannten Analyse-Methode in Richtung Sinkstoffflüsse werden (Q1). Mit TEF und weiteren Analysemethoden sollen die folgenden wichtigen Forschungsfragen beantwortet werden. Q2: Wie wechselwirken die schnelle Sinkstoffdynamik in der Wassersäule und die langsame Dynamik der Sinkstoffe am Boden und wie ergeben sich daraus die Positionen der Trübungszonen? Q3: Welches sind die Anpassungszeitskalen der Sinkstoffdynamik und der Ausbildung von Trübungszonen unter wechselnden hydrodynamischen Bedingungen? Q4: Welches sind die Anteile fluvialer und mariner Sinkstoffklassen in ästuarinen Trübungszonen? Um diese Fragen zu beantworten, wird ein numerisches Modellabor aufgebaut, bestehend aus einen dreidimensionalen Modell eines konvergenten Ästuars. Die Modellkonfiguration wird so kalibriert, dass sie multi-dekadische Beobachtungsdaten von Salz- und Sinkstoffprofilen entlang der Unterelbe und der Schelde reproduzieren kann. Das numerische Labor wird zunächst dazu verwendet, um systematisch die Sensitivität der Dynamik der Trübstoffzonen von über mehrere Dekaden beobachteten Antriebsbedingungen in der Unterelbe und der Schelde zu untersuchen. Anschließend werden Szenarios mit idealisierten Antriebsbedingungen untersucht, um die oben genannten Forschungsfragen für einen multi-dimensionalen Parameterraum zu beantworten.
Ziel des Projektes ist es, Bedingungen herauszuarbeiten, unter denen oekologische Steuerreformen wohlfahrtssteigernde bzw. beschaeftigungssteigernde Wirkungen haben. Dabei steht im Mittelpunkt die Frage, ob es eine doppelte Dividende oekologischer Steuerreformen gibt.
Neben der Informationstechnologie wird die Biotechnologie als ein Schluessel fuer die kuenftige wirtschaftliche Prosperitaet angesehen. Trotz der vielfaeltigen Chancen, die die Biotechnologie insbesondere fuer den medizinischen Fortschritt eroeffnet, stoesst sie in der Oeffentlichkeit wegen der mit ihr verbundenen Risiken zum Teil auf heftige Ablehnung. Die bisweilen aeusserst emotional ausgetragene Diskussion wird zumeist an der Oberflaeche plakativer Schlagzeilen gefuehrt, obwohl sich die Problematik angesichts ihrer Komplexitaet und der durch sie aufgeworfenen grundlegenden Fragen nicht in ein simples Schwarzweissschema pressen laesst. Im deutlichen Kontrast zu den in der breiten Oeffentlichkeit vorherrschenden Pauschalierungen findet die Auseinandersetzung ueber die Biotechnologie im Kreise der Experten zwar auf hohem wissenschaftlichen Niveau statt, bleibt aber auf die einzelnen Sparten beschraenkt und hat daher partikularen Charakter, weil nur einzelne Aspekte entweder aus der Sicht der Naturwissenschaft, des Rechts oder der Ethik beleuchtet werden. Ziel des Projektes ist es, diese eindimensionale Verengung zu ueberwinden und durch einen Brueckenschlag zu einem interdisziplinaeren Dialog beizutragen.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 205 |
| Europa | 29 |
| Kommune | 1 |
| Land | 25 |
| Weitere | 15 |
| Wissenschaft | 44 |
| Zivilgesellschaft | 6 |
| Type | Count |
|---|---|
| Daten und Messstellen | 1 |
| Ereignis | 4 |
| Förderprogramm | 151 |
| Text | 58 |
| unbekannt | 25 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 82 |
| Offen | 157 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 192 |
| Englisch | 88 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Bild | 18 |
| Datei | 3 |
| Dokument | 29 |
| Keine | 134 |
| Unbekannt | 2 |
| Webseite | 84 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 184 |
| Lebewesen und Lebensräume | 220 |
| Luft | 154 |
| Mensch und Umwelt | 239 |
| Wasser | 133 |
| Weitere | 230 |