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Errichtung und Betrieb einer Anlage für biologische Wirkstoffe (Neubau BioDS-Gebäude) auf Flurnummer 1237 der Gemarkung Pfaffenhofen, Stadt Pfaffenhofen a. d. Ilm.

Die Daiichi Sankyo Real Estate GmbH plant auf dem Werksgelände in 85276 Pfaffenhofen, Luitpoldstraße 1, eine Anlage zur Entwicklung und Herstellung von biotechnologisch hergestellten Wirkstoffen (engl. biological drug substances, hier kurz: BioDS). Die Anlage soll folgende Funktionen beinhalten: 1. die klinische und kommerzielle biotechnologische Herstellung der Wirkstoffe unter den Bedingungen der Guten Herstellungspraxis (GMP) und 2. die mikrobiologische und verfahrenstechnische Entwicklung der Wirkstoffe in Laboratorien und einer Pilotanlage mit dem Schwerpunkt Zellkulturen. Die beiden genannten Bereiche sollen im neu zu errichtenden Gebäude „BioDS“ untergebracht werden. Dieses ist als fünfgeschossiger Bau mit einer Gesamthöhe von 20 m ab Bodenkante und einer Gesamtinnenfläche von ca. 12.200 m² geplant.

Das Forschungsprogramm

Das Forschungsprogramm Die Grenzwerte der 26. Bundesimmissionsschutzverordnung (26. BImSchV ) schützen vor allen nachgewiesenen gesundheitlichen Risiken statischer und niederfrequenter elektrischer und magnetischer Felder, die von Stromleitungen ausgehen. Es gibt jedoch wissenschaftliche Hinweise auf mögliche gesundheitliche Wirkungen unterhalb der bestehenden Grenzwerte und weitere offene Fragen, die in dem begleitenden Forschungsprogramm "Strahlenschutz beim Stromnetzausbau" geklärt werden müssen. So kann der in mehreren Studien beobachtete statistische Zusammenhang von Expositionen gegenüber niederfrequenten Magnetfeldern und Leukämien im Kindesalter derzeit nicht zufriedenstellend erklärt werden. Auch Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Expositionen gegenüber niederfrequenten Magnetfeldern und dem Auftreten von degenerativen Erkrankungen des Nervensystems ( z.B. Amyotrophe Lateralsklerose/ALS, Alzheimer-Demenz) können derzeit nicht abschließend beurteilt werden. Bei den HGÜ -Freileitungen sind es vor allem Fragen zu einer erhöhten Wahrnehmung beziehungsweise Wahrnehmbarkeit elektrischer Felder und zu einer möglicherweise verstärkten Korona-Ionen-Wirkung, die mit dem derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand nicht zufriedenstellend beantwortet werden können. Forschung soll Unsicherheiten in der Risikobewertung verringern Um bestehende wissenschaftliche Unsicherheiten in der Risikobewertung zu verringern und offene Fragen beantworten zu können, führt das Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ) ein begleitendes Forschungsprogramm zum "Strahlenschutz beim Stromnetzausbau" durch. In insgesamt zehn Themenfeldern sollen 39 einzelne Forschungsvorhaben durchgeführt werden. Im Folgenden sind die Vorhaben aufgelistet, getrennt nach laufenden, abgeschlossenen und geplanten Vorhaben: Forschungsvorhaben im Forschungsprogramm "Strahlenschutz beim Stromnetzausbau" Laufende Vorhaben - 1.2.b Metaanalyse von Studien zum Zusammenhang zwischen der Exposition gegenüber extrem niederfrequenten Magnetfeldern und amyotropher Lateralsklerose: Hauptstudie 1.7. Wirkmechanismen niederfrequenter Magnetfelder bei der Entstehung von Alzheimer-Demenz in Zellkultur (in vitro) 1.8. Einfluss von niederfrequenten Magnetfeldern der Stromversorgung auf den Schlaf und die Konzentration von ß-Amyloid bei Menschen 2.2. Wirkungs- und Wahrnehmungsschwellen statischer elektrischer Felder 2.5. Wahrnehmungsschwellen statischer und niederfrequenter elektrischer Felder bei Menschen, die sich als elektrohypersensibel bezeichnen sowie deren klinische Eigenschaften 3.4. Untersuchungen zum Auftreten von Leukämie bei geeigneten Tiermodellen 6.4. Untersuchungen zur Depositionseffizienz geladener Partikel in den Atemwegen 7.1. Entwicklung und Verfeinerung dosimetrischer Modelle für die Expositionsanalyse und -bewertung 7.2. Erfassung der Magnetfeldexposition der allgemeinen Bevölkerung 7.4.a Erprobung, Weiterentwicklung und Validierung von neuartiger Messtechnik für statische und niederfrequente elektrische und magnetische Felder 8.2.b Zweite Umfrage zur Ermittlung der Besorgnis in der Bevölkerung (2022) 9.1. Bewertende Literaturstudie zum Einfluss elektrischer, magnetischer und elektromagnetischer Felder auf oxidative Prozesse bei Menschen sowie in Tier- und Laborstudien Abgeschlossene Vorhaben - 1.2.a Untersuchung der Machbarkeit und Vorbereitung einer gepoolten Analyse zum Zusammenhang von Amyotropher Lateralsklerose ( ALS ) und Magnetfeldexposition ( MF ) 1.3. Internationaler Workshop zum Zusammenhang zwischen neurodegenerativen Erkrankungen und Magnetfeldexposition - Stand des Wissens und Forschungsperspektiven 2.1. Internationaler Workshop zu Wirk- und Wahrnehmungsschwellen statischer und niederfrequenter magnetischer und elektrischer Felder und Kontaktströme bei Menschen. 3.3.a Interdisziplinäre Studie zur Untersuchung eines Zusammenhangs zwischen Umwelt-, genetischen Faktoren und Leukämie in B-Zell- ALL -Patienten – Machbarkeitsstudie 3.5. Untersuchungen zum Immunstatus von Magnetfeld-exponierten Tiermodellen 3.7. Internationaler Workshop zum aktuellen Stand der Ursachenforschung von Leukämien im Kindesalter 6.1. Bewertende Literaturstudie zum Auftreten und zur Ausbreitung von Korona-Ionen 8.1. Erstes und zweites Fachgespräch zu verschiedenen Aspekten der Kommunikation im Stromnetzausbau 8.2.a Erste Umfrage zur Ermittlung der Besorgnis in der Bevölkerung (2018) 8.3.a Überprüfung von Darstellungsformaten für Messergebnisse niederfrequenter Felder und deren Bedeutung für die Risikokommunikation 8.5. Untersuchung der Möglichkeiten einer Fortbildung von lokalen Behörden (Gesundheitsämter, Amtsärzte und Immissionsschutzämter) als Multiplikatoren für die Risikokommunikation beim Stromnetzausbau 8.6. Evaluation von Risikokommunikationsmaßnahmen 10.1. Internationaler Workshop zum Einfluss elektrischer, magnetischer und elektromagnetischer Felder auf die belebte Umwelt Geplante Vorhaben - 1.4. Wirkungen niederfrequenter Magnetfelder auf die Entstehung und den Verlauf von ALS im Tiermodell (in vivo) 1.5. Wirkungen niederfrequenter Magnetfelder auf die Entstehung und den Verlauf von Alzheimer-Demenz im Tiermodell (in vivo) 1.6. Wirkmechanismen niederfrequenter Magnetfelder bei der Entstehung von ALS in Zellkultur (in vitro) 2.3. Wirkungs- und Wahrnehmungsschwellen von Kontaktströmen und Funkenentladungen bei Hochspannungsgleichstrom und Hochspannungswechselstrom 2.4. Wirkungen auf das zentrale und das periphere Nervensystem aufgrund von im Körper induzierten niederfrequenten elektrischen Feldern 3.1. Pooling-Studie zur Untersuchung von Zusammenhängen zwischen Leukämie im Kindesalter und der kombinierten Exposition gegenüber Magnetfeldern und schwacher ionisierender Strahlung 3.3.b Interdisziplinäre Studie zur Untersuchung eines Zusammenhangs zwischen Umwelt-, genetischen Faktoren und Leukämie in B-Zell- ALL -Patienten – Hauptstudi e 3.8. Beteiligung an einer nationalen Geburts- oder Mutter-Kind-Kohorte 3.9. Fall-Kontroll-Studie zu Leukämie bei Kindern und niederfrequenten Magnetfeldern aus Bahnstromanlagen 5. Epidemiologische Studie zum Zusammenhang einer Exposition gegenüber niederfrequenten Magnetfeldern und Fehlgeburtsrisiko 6.2. Erfassung und Verbreitung von Korona-Ionen in der Umgebung von Freileitungen 6.3. Numerische Berechnung der Absorption von ionisierten Partikeln in der Lunge 7.3. Untersuchungen zum Auftreten von Funkenentladungen und Kontaktströmen 8.3.b Untersuchung zur Wirkung von Vor-Ort-Expositionsmessungen auf die Risikowahrnehmung sowie die Glaubwürdigkeit von und das Vertrauen in Landesbehörden und Netzbetreiber 8.4. Untersuchung zur Rolle von Behörden bei Veranstaltungen 8.7. Untersuchung zur Meinungsbildung Entfällt - 1.1. Metaanalyse zum Zusammenhang zwischen neurodegenerativen Erkrankungen und Magnetfeldexposition 3.2. Gepoolte Analyse zu Leukämien im Kindesalter und Magnetfeldexposition 3.6. Teilnahme beziehungsweise Beteiligung an internationalen Konsortien, die sich mit den Ursachen von Leukämien im Kindesalter beschäftigen 4. Untersuchung zur Ko-Kanzerogenität von Magnetfeldexposition Stand: 20.09.2024

Wie bewertet das BfS die Ergebnisse der zwischen 2000 und 2004 durchgeführten REFLEX-Studie?

Wie bewertet das BfS die Ergebnisse der zwischen 2000 und 2004 durchgeführten REFLEX-Studie? Bei der Studie des Forschungsverbundes REFLEX wurden die biologischen Wirkungen nieder - und hochfrequenter Felder in zahlreichen In-vitro-Studien, d.h. an verschiedenen Zellkulturen, untersucht. Nach dem Erscheinen des EU -Abschlussberichts veröffentlichte das BfS 2006 eine Stellungnahme . Die für den Mobilfunkbereich relevanten Teile der REFLEX-Studie wurden sowohl im Rahmen des groß angelegten Deutschen Mobilfunkforschungsprogramms ( DMF ) wiederholt ( Speit et al. 2007 ) als auch unabhängig davon an der Berliner Charité ( Speit et al. 2013 ) unter Mitarbeit des ursprünglichen Studienkoordinators und des Arbeitsgruppenleiters. In beiden Reproduktionsstudien konnten die in der REFLEX-Studie beschriebenen gesundheitsschädigenden Effekte durch Mobilfunkstrahlung nicht erneut gefunden werden. Wissenschaftstheoretisch betrachtet werden die Ergebnisse damit als falsifiziert betrachtet, d.h. als an der Erfahrung gescheitert. Aus Strahlenschutzsicht waren die Ergebnisse der REFLEX-Studie ernst zu nehmende Hinweise, die sich jedoch nicht durch die Folgeforschung bestätigen ließen.

Bewertende Literaturstudie zum Einfluss elektrischer, magnetischer und elektromagnetischer Felder auf die Fruchtbarkeit bei Menschen sowie in Tier- und Laborstudien

Bewertende Literaturstudie zum Einfluss elektrischer, magnetischer und elektromagnetischer Felder auf die Fruchtbarkeit bei Menschen sowie in Tier- und Laborstudien Es gibt aus einigen Veröffentlichungen Hinweise auf einen möglichen negativen Einfluss von elektromagnetischen Feldern auf die Fruchtbarkeit des Menschen. Die Studienlage ist jedoch bezüglich der Studienqualität und den Ergebnissen sehr inkonsistent und somit auch widersprüchlich. Um die vorhandene wissenschaftliche Literatur zu diesem Thema zu bewerten, wurde eine systematische Übersichtsarbeit (Review) vergeben. Ziel des systematischen Reviews ist es, die Qualität der Studien zu bewerten und unter Berücksichtigung der Qualität der Studien in der Gesamtschau eine Bewertung vorzunehmen, ob es einen schädlichen Einfluss elektromagnetischer Felder auf die Fruchtbarkeit gibt. Worum geht es? Es gibt aus einigen Veröffentlichungen Hinweise auf einen möglichen negativen Einfluss von elektromagnetischen Feldern auf die Fruchtbarkeit des Menschen. Insbesondere wird von Zusammenhängen zwischen einer Verringerung der männlichen Fruchtbarkeit und der Nutzung von Mobilfunktelefonen berichtet. Da im Rahmen des weiteren Netzausbaus und im Zuge der allgemeinen Digitalisierung mit einer vermehrten Nutzung von Mobilfunkgeräten gerechnet wird, ist es aus Sicht des Strahlenschutzes wichtig, die Studienlage im Detail zu analysieren. Um die vorhandene wissenschaftliche Literatur zu diesem Thema zu bewerten, wurde eine systematische Übersichtsarbeit (Review) vergeben. Dabei sollen alle Frequenzbereiche und sowohl die männliche, als auch die weibliche Fruchtbarkeit berücksichtigt werden. Video: Das Handy in der Hosentasche Wie ist die Ausgangssituation? Es gibt eine vergleichsweise große Anzahl von Studien, in denen die mögliche Wirkung elektromagnetischer Felder v.a. des Mobilfunks auf die Fruchtbarkeit im Menschen, in Tieren und in Zellkulturmodellen untersucht wurde. Die gesamte Studienlage ist jedoch bezüglich der Studienqualität und den Ergebnissen sehr inkonsistent und somit auch widersprüchlich. Während einige Arbeiten auf einen schädlichen Einfluss von elektromagnetischen Feldern auf die Fruchtbarkeit im Menschen und auch in Tieren und in Zellen berichten, gibt es andere Studien, die keinen Effekt beobachten. Zudem unterscheiden sich die Studien in Ihrer Methodik, z.B. was die Statistik und die Verblindung oder das Mitführen von Kontrollen betrifft. Die Thematik des Einflusses elektromagnetischer Felder auf die Fruchtbarkeit ist daher unübersichtlich und trägt zur Verunsicherung der Bevölkerung bei. Welche Ziele hat das Forschungsvorhaben des BfS ? Nach genau definierten Kriterien, die für ein systematisches Review gelten, wird die gesamte Literatur zu elektromagnetischen Feldern und Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit im Menschen, in Tiermodellen und in Zellkultur erfasst, analysiert und bewertet. Ziel eines systematischen Reviews ist es, die Qualität der Studien zu bewerten und unter Berücksichtigung der Qualität der Studien in der Gesamtschau eine Bewertung vorzunehmen, ob es einen schädlichen Einfluss elektromagnetischer Felder auf die Fruchtbarkeit gibt. Weiterhin sollen offene Fragen und weiterer Forschungsbedarf aufgedeckt werden. Stand: 27.11.2023

Vektorpotential einheimischer Stechmücken

In den letzten Jahren haben sich klinisch relevante Arboviren geographisch ausgebreitet. Im Rahmen des Projektes "Vektorpotential einheimischer Stechmücken" wurden Daten erhoben, um für Deutschland eine räumliche Risikoanalyse in Abhängigkeit von Temperatur, Stechmückenverbreitung und der Populationsdichte des Menschen für relevante tropische Arboviren durchzuführen (Dengue-, Chikungunya- und Zika-Virus). Im Forschungsbericht werden die im Labor erhobenen Daten zur Vektorkompetenz einheimischer und exotischer Stechmückenarten sowie die Adaptionsfähigkeit von Viren an niedrigere Temperaturen in Zellkultur dargestellt. Das Vektorpotential der Stechmückenspezies ist dabei sehr unterschiedlich bezüglich der untersuchten Temperaturen sowie der verschiedenen Viren. Übergreifend ergibt sich, dass die Verbreitung von exotischen Arten wie Aedes albopictus mit hohem Vektorpotential verbunden ist, aber auch einheimische Arten (Aedes sticticus, Culex torrentium) beobachtet werden müssen, um auf mögliche Eintragungen neuer Arboviren vorbereitet zu sein. Quelle: Forschungsbericht

Aufklärung eines möglichen Zusammenhangs zwischen niederfrequenten Magnetfeldern und neurodegenerativen Erkrankungen

Aufklärung eines möglichen Zusammenhangs zwischen niederfrequenten Magnetfeldern und neurodegenerativen Erkrankungen Neurodegenerative Erkrankungen sind Erkrankungen des zentralen Nervensystems, also von Gehirn und Rückenmark, oder des peripheren - das heißt außerhalb von Gehirn und Rückenmark gelegenen - Nervensystems. Epidemiologische Untersuchungen zeigten einen schwachen, aber konsistenten Zusammenhang zwischen Magnetfeldexposition und Alzheimer Demenz bzw. Amyotropher Lateralsklerose bei beruflich exponierten Personen. Es soll geklärt werden, ob ein Zusammenhang zwischen neurodegenerativen Erkrankungen und Magnetfeldern oder auch Stromschlägen besteht. Worum geht es? Es soll die Frage geklärt werden, ob Menschen, die stärker niederfrequenten Magnetfeldern ausgesetzt sind als andere Menschen, öfter von sogenannten neurodegenerativen Erkrankungen betroffen sind. Bei neurodegenerativen Erkrankungen handelt es sich um Erkrankungen des zentralen Nervensystems, also von Gehirn und Rückenmark, oder des peripheren - das heißt außerhalb von Gehirn und Rückenmark gelegenen - Nervensystems. Dabei kommt es zur Rückbildung (Degeneration) und im weiteren Verlauf zum Absterben von Nervenzellen. Dies beeinträchtigt die Funktionen des Gehirns zum Beispiel in Form von Gedächtnisstörungen und Demenzen. Auch der Bewegungsapparat kann durch neurodegenerative Erkrankungen betroffen sein. Beispiele für neurodegenerative Erkrankungen sind Multiple Sklerose, Parkinson-Krankheit, Alzheimer Demenz und Amyotrophe Lateralsklerose. Wie ist die Ausgangssituation? Um der Fragestellung, ob Magnetfelder neurodegenerative Erkrankungen auslösen können, genauer nachzugehen, wurden bisher Beobachtungsstudien an Menschen (epidemiologische Studien) sowie Tierexperimente durchgeführt. Epidemiologische Untersuchungen zeigten einen bei beruflich exponierten Personen einen schwachen, aber konsistenten Zusammenhang zwischen Magnetfeldexposition und Alzheimer Demenz bzw. Amyotropher Lateralsklerose. In Tierexperimenten konnte sich ein Zusammenhang zwischen erhöhten Expositionen mit Magnetfeldern und neurodegenerativen Erkrankungen bisher nicht bestätigen. Zudem gibt es keine schlüssige Erklärung dafür, auf welchem Weg diese Wirkung zustande kommen könnte. Welche Ziele haben die Forschungsvorhaben des BfS ? Ob ein möglicher Zusammenhang zwischen neurodegenerativen Erkrankungen und Magnetfeldern oder auch Stromschlägen besteht, soll geklärt werden. Hierzu werden die epidemiologischen Daten bereits durchgeführter Studien einer gepoolten Analyse und einer Metaanalyse unterzogen, um einen möglichen Zusammenhang zu überprüfen. Sollte sich ein Zusammenhang bestätigen, wird in Tierstudien und Studien an Zellkulturen überprüft, ob die Exposition durch Magnetfelder tatsächlich die Ursache der Erkrankungen ist. Nach möglichen Wirkmechanismen soll dann ebenfalls gesucht werden. Stand: 08.06.2023

Deutsches Mobilfunkforschungsprogramm ( DMF )

Deutsches Mobilfunkforschungsprogramm ( DMF ) Das Deutsche Mobilfunkforschungsprogramm ( DMF ) war ein durch das Bundesumweltministerium ( BMU ) und das Bundesamt für Strahlenschutz initiiertes Forschungsprogramm, das in den Jahren 2002 bis 2008 durchgeführt wurde. Ziel war, die vorhandenen wissenschaftlichen Unsicherheiten zu reduzieren, drängende, in der Wissenschaft und in der Öffentlichkeit diskutierte Fragen zu klären und damit zur sachlichen Aufklärung der Bevölkerung beizutragen. Das Deutsche Mobilfunk Forschungsprogramm sowie ergänzende Folgestudien konnten Kenntnislücken zu tatsächlichen Expositionen und möglichen Gesundheitsrisiken der Mobilfunktechnologie schließen und haben somit zu einer deutlichen Verringerung der zu Beginn des Programms vorliegenden wissenschaftlichen Unsicherheiten geführt. Worum geht es? Das Deutsche Mobilfunkforschungsprogramm ( DMF ) war ein durch das Bundesumweltministerium ( BMU ) und das Bundesamt für Strahlenschutz initiiertes Forschungsprogramm, das in den Jahren 2002 bis 2008 durchgeführt wurde. Das DMF wurde zu gleichen Teilen vom BMU und den Mobilfunkbetreibern mit insgesamt 17 Millionen Euro gefördert. Trotz der anteiligen Finanzierung hatten die Mobilfunkbetreiber kein Mitspracherecht bei der Auswahl der Forschungsprojekte oder bei der Auswertung der Forschungsergebnisse. Das Deutsche Mobilfunk Forschungsprogramm wurde ausschließlich durch das BfS koordiniert und umgesetzt. Es umfasste insgesamt 54 Forschungsvorhaben aus den Bereichen "Biologie", " Dosimetrie ", " Epidemiologie " und " Risikokommunikation ". In den Jahren 2008 und 2012 wurde die freiwillige Selbstverpflichtung der Mobilfunknetzbetreiber jeweils erneuert und um weitere finanzielle Mittel ergänzt. Dadurch konnten weitere Projekte als Ergänzung bzw. Erweiterung des DMF durchgeführt werden. Welche Ziele hatte das DMF ? Das DMF hatte zum Ziel, die vorhandenen wissenschaftlichen Unsicherheiten zu reduzieren, drängende, in der Wissenschaft und in der Öffentlichkeit diskutierte Fragen zu klären, und damit zur sachlichen Aufklärung der Bevölkerung beizutragen. Dies bezog sich auf die Durchführung des Programms, auf die angewandten Vergabeverfahren für die Forschungsprojekte, auf den Verlauf der einzelnen Studien und auf deren Bewertung. Besonders wichtig war die Wiederholung von Studien, die Hinweise auf biologische Effekte ergeben hatten. Diesen und weiteren Studien zur Klärung der offenen Fragen wurden mit hohen Qualitätsansprüchen und streng definierten sowie gut dokumentierten Expositionsbedingungen nachgegangen, um einen Vergleich und eine Bewertung der Studienergebnisse zu gewährleisten. Ein weiterer Schwerpunkt war die interdisziplinäre Zusammenarbeit unterschiedlichster Fachdisziplinen. Dabei wurde der untersuchte Frequenzbereich bewusst breit gefasst und ging zum Teil über den damals vor allem genutzten GSM und UMTS -Frequenzbereich hinaus, um möglichst auch Aussagen für zukünftige Entwicklungen zuzulassen. Welche Ergebnisse lieferten das DMF und ergänzende Folgestudien? Die Projekte im Bereich Dosimetrie zeigten, dass die Exposition im Alltag erheblichen zeitlichen und räumlichen Schwankungen unterliegt. Es wurde eine ständige Zunahme der Exposition der Bevölkerung gegenüber den untersuchten Mobilfunkfrequenzen festgestellt, diese lag jedoch im Mittel nach wie vor viele Größenordnungen unterhalb der Grenzwerte. Nur bei Nutzung körpernaher Quellen wie z. B. Mobiltelefonen, wurden Werte nahe des Grenzwertes erreicht. Die an Zellkulturen durchgeführten Studien lieferten insgesamt keine Hinweise auf unentdeckte Wirkungsmechanismen im "athermischen" Bereich unterhalb der Grenzwerte. Dies deckte sich mit Ergebnissen zu akuten Wirkungen an Versuchspersonen. Hier zeigte sich in experimentellen Studien keine Beeinträchtigung des Schlafes, der kognitiven Leistungsfähigkeit, des Gedächtnis oder der Verarbeitung von visuellen oder akustischen Reizen. Auch in epidemiologischen Studien konnte kein Zusammenhang zwischen den gemessenen Feldern von Basisstationen und Schlafstörungen, Kopfschmerzen, gesundheitlichen Beschwerden allgemein sowie psychischer oder körperlicher Lebensqualität nachgewiesen werden. Dies gilt auch für elektrosensible Personen, bei denen ein Zusammenhang von tatsächlicher Feldexposition und einer Vielzahl von Symptomen nicht bestätigt werden konnte. Um mögliche Langzeitwirkungen wiederholter oder chronischer Exposition zu untersuchen, wurden tierexperimentelle Mehrgenerationsstudien durchgeführt, die keine Hinweise auf negative Einflüsse von Mobilfunkfeldern – weder GSM noch UMTS – lieferten. Untersucht wurde eine Vielzahl von Endpunkten, u.a. die Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke , verschiedene Krebserkrankungen, Tinnitus, Lernen und Gedächtnis, Stressantwort und Immunparameter, Fortpflanzung und Entwicklung. Auch epidemiologische Studien konnten für Mobilfunknutzer zumindest bis zu einer Nutzungsdauer von zehn Jahren kein erhöhtes Risiko für eine Hirn- oder Augentumorerkrankung finden. Es zeigte sich auch kein Zusammenhang zwischen der berechneten Feldstärke um vergleichsweise leistungsstarke Radio- und Fernsehsender und einem erhöhten Risiko für Kinderleukämie. Das Deutsche Mobilfunk Forschungsprogramm sowie ergänzende Folgestudien konnten Kenntnislücken zu tatsächlichen Expositionen und möglichen Gesundheitsrisiken der Mobilfunktechnologie schließen und haben somit zu einer deutlichen Verringerung der zu Beginn des Programms vorliegenden wissenschaftlichen Unsicherheiten geführt. Auf einige Fragen konnte das Programm aber keine abschließenden Antworten geben. Dazu gehören mögliche Gesundheitsrisiken bei Mobiltelefonnutzung länger als zehn Jahre und die Frage, ob eine Langzeitexposition bei Kindern – sei es aufgrund altersabhängiger Unterschiede oder aufgrund der längeren Lebenszeitexposition – ein höheres gesundheitliches Risiko mit sich bringt als für Erwachsene. Die Ergebnisse des DMF wurden in Fachgesprächen mit anerkannten Wissenschaftler*innen und unter internationaler Beteiligung diskutiert und ausgewertet. Die Bewertung der Ergebnisse des DMF durch das BfS und durch die Strahlenschutzkommission ( SSK ) wurden der Öffentlichkeit im Juni 2008 vorgestellt. Die Abschlussberichte des DMF sowie der ergänzenden Folgestudien können im Digitalen Online Repositorium und Informationssystem ( DORIS ) des BfS eingesehen werden. Stand: 07.12.2022

Campherstoffe

Campherstoffe Sind endokrin wirksame Campherstoffe besonders besorgniserregend? Am 01. Februar 2016 hat Deutschland der EU die UV-Filtersubstanzen 3-Benzylidencamphor (3-BC) und 4-Methylbenzylidencamphor (4-MBC) als besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) vorgeschlagen. Am 08.Juni 2016 stimmte im Ausschuss der Mitgliedstaaten der Europäischen Chemikalienagentur in Helsinki die überwiegende Mehrheit der Mitglieder dem Vorschlag für 3-BC zu, doch zwei Staaten votierten gegen die Aufnahme in die Kandidatenliste. Den zweiten Vorschlag zog Deutschland nach ausführlicher Diskussion zurück, weil die vorgelegte Bewertung nach der „Read-across“-Methode die anwesenden Vertretenden nicht überzeugen konnte. Nach Behandlung des Vorschlags im ⁠ REACH ⁠-Regelungsausschuss durch die Kommission, wurde 3-BC am 15.Januar 2019 auf die Kandidatenliste („ Kandidatenliste “) aufgenommen. 4-Methylbenzylidencamphor (4-MBC) wird als UV-Filter in verschiedenen Kosmetika eingesetzt. Er ist auf der Liste der zulässigen Kosmetikinhaltsstoffe (Anhang VI der Kosmetikverordnung EC No. 1223/2009) aufgeführt und darf bis zu einer Höchstkonzentration von 4% in Kosmetika enthalten sein ( Opinion SCCP/1184/08 ). 3-Benzylidencamphor (3-BC) hat eine ähnliche Wirkung, darf aber seit Februar 2016 nicht mehr als Kosmetikinhaltsstoff eingesetzt werden. Denn das wissenschaftliche Komitee der EU-Kommission für Verbraucherschutz ( SCCS ) (früher: SCCP) bewertete 2013 die Verwendung von 3-BC nicht mehr als sicher ( Opinion SCCS/1513/13 ), so dass 3-BC aus der Liste der zulässigen Kosmetikinhaltsstoffe ( Kosmetikverordnung vom 16.07.2015) gestrichen wurde ( Änderung der Kosmetikverordnung). Als potente UV Filter stellen beide Stoffe Alternativen zu anderen Gruppen von UV-Filtersubstanzen dar, die bereits in der EU reguliert sind. Durch ihren Einsatz u.a. in Sonnencremes können die Campherverbindungen direkt oder mit einem Umweg über die Kläranlagen in Oberflächengewässer und somit in die Umwelt gelangen. In Zelltests und Tierversuchen zeigte sich, dass die beiden UV-Filtersubstanzen 3-Benzylidencamphor und 4-Methylbenzylidencamphor wie Hormone wirken und wahrscheinlich schädliche Effekte auf Lebensgemeinschaften in Gewässern (Fische und wirbellose Tiere) haben. Deshalb hat das ⁠ UBA ⁠ entschieden, die Stoffe als besonders besorgniserregend vorzuschlagen.

Holi colours contain PM10 and can induce pro-inflammatory responses

Background<BR>At Holi festivals, originally celebrated in India but more recently all over the world, people throw coloured powder (Holi powder, Holi colour, Gulal powder) at each other. Adverse health effects, i.e. skin and ocular irritations as well as respiratory problems may be the consequences. The aim of this study was to uncover some of the underlying mechanisms.<BR>Methods<BR>We analysed four different Holi colours regarding particle size using an Electric field cell counting system. In addition, we incubated native human cells with different Holi colours and determined their potential to induce a pro-inflammatory response by quantifying the resulting cytokine production by means of ELISA (Enzyme Linked Immunosorbent Assay) and the resulting leukocyte oxidative burst by flow cytometric analysis. Moreover, we performed the XTT (2,3-Bis-(2-methoxy-4-nitro-5-sulfophenyl)-2H-tetrazolium-5-carboxanilide) and Propidium iodide cytotoxicity tests and we measured the endotoxin content of the Holi colour samples by means of the Limulus Amebocyte Lysate test (LAL test).<BR>Results<BR>We show here that all tested Holi colours consist to more than 40 % of particles with an aerodynamic diameter smaller than 10 ìm, so called PM10 particles (PM, particulate matter). Two of the analysed Holi powders contained even more than 75 % of PM10 particles.<BR>Furthermore we demonstrate in cell culture experiments that Holi colours can induce the production of the pro-inflammatory cytokines TNF-á(Tumor necrosis factor-á), IL-6 (Interleukine-6) and IL-1â(Interleukine-1â). Three out of the four analysed colours induced a significantly higher cytokine response in human PBMCs (Peripheral Blood Mononuclear Cells) and whole blood than corn starch, which is often used as carrier substance for Holi colours. Moreover we show that corn starch and two Holi colours contain endotoxin and that certain Holi colours display concentration dependent cytotoxic effects in higher concentration. Furthermore we reveal that in principle Holi colours and corn starch are able to generate an oxidative burst in human granulocytes and monocytes. In Holi colour 1 we detected a fungal contamination.<BR>Conclusions<BR>Some of the observed unwanted health effects of Holi colours might be explained by the high content of PM10 particles in conjunction with the possible induction of a pro-inflammatory response and an oxidative leukocyte burst.<BR>Quelle: http://occup-med.biomedcentral.com

Analyse von aquatischen Pilzen mittels TaqMan® Real Time PCR

Im Rahmen des Spritzfolgeprojektes 2015 wurden am Umweltbundesamt (UBA) Effekte auf die aquatischePilzgemeinschaft untersucht. Dazu wurden am Leibniz-Institut Deutsche Sammlung von Mikroorganismenund Zellkulturen (DSMZ, Braunschweig) Erlenblattscheiben (Alnus glutinosa) mit demubiquitären Pilz Cladosporium ramotenellum sowie den aquatischen Hyphomyceten Tetracladiummarchalianum und Neonectria lugdunensis beimpft. Beimpfte und unbeimpfte Blattscheiben wurden inden Hallen Fließgewässermesokosmen am UBA-Versuchsfeld in Berlin Marienfelde von April bis Juliexponiert. Während der Exposition wurden die Blattscheiben gegenüber einer realistischen Spritzfolgevon 9 Fungiziden, 4 Insektiziden und 4 Herbiziden in "Regulatorisch akzeptablen Konzentrationen"(RAK) ausgesetzt und zu 7 Terminen beprobt. Parallele Probenahmen beimpfter Blattscheiben an derDSMZ wurden zum Vergleich der nicht exponierten Pilze unter Laborbedingungen mitgeführt. Zieledes Projektes waren a) Blattscheiben mit den drei Arten aquatischer Pilze zu beimpfen b) TaxonspezifischeqPCR Assays für diese drei Arten zu entwickeln und zu evaluieren c) zu testen ob die Anwendungvon taxonspezifischen qPCR Assays sich eignet, um Abundanzen aquatischer Pilze unter realistischenExpositionsbedingungen nachzuweisen.Die Wiederfindung der Zielpilze mit den neu entwickelten taxonspezifischen qPCR Assays war in denLaborproben höher als in den Mesokosmenproben. Die Abundanzen der Zielpilze waren zwischenKontroll-und Pestizid-Behandlungsrinnen nicht signifikant unterschiedlich. Die qPCR Ergebnisseergaben außerdem, dass N. lugdunensis sich vor C. ramotenellum bei der Besiedelung der Blattscheibendurchgesetzt hat. T. marchalianum wurde nur in den Laborkontrollen und frühen Kontrollrinnenproebenwieder gefunden.<BR>Quelle: Forschungsbericht

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