Zielsetzung: Die Bauwirtschaft steht vor der Herausforderung, nachhaltige und ressourcenschonende Materialien einzusetzen, um den ökologischen Fußabdruck zu verringern und den Anforderungen der Kreislaufwirtschaft gerecht zu werden. Gleichzeitig fallen in der Lebensmittelindustrie große Mengen an biogenen Reststoffen (z. B. Teetreber, Apfel- und Beerentrester) an, die bislang energetisch wenig effizient oder als Abfall entsorgt werden. Ziel des Projekts „BIOMASS-UP“ ist es, ein innovatives Verfahren zu entwickeln und zu validieren, mit dem verschiedene Reststoffbiomassen in hochwertigen, ökologisch vorteilhaften Bau- und Werkstoffplatten verarbeitet werden können. Damit soll ein Beitrag zur Ressourceneffizienz, zur CO2-Reduktion und zur Etablierung einer echten Kreislaufwirtschaft im Bausektor geleistet werden. Des Weiteren schonen wir damit die forstlichen Ressourcen und Wälder, indem wir einen Weg aufzeigen, wie bereits erzeugte Biomasseabfälle zu hochwertigen Werkstoffen für die Baubranche veredelt werden können.
Bild: Michael Gaida auf Pixabay Parlamentarischer Staatssekretär Christian Kühn: "Mit der neuen Ersatzbaustoffverordnung gehen wir einen Riesenschritt in Richtung Kreislaufwirtschaft im Bausektor. Wir beenden die Kleinstaaterei bei der Frage der recycelten Baustoffe und schaffen bundesweit einheitliche Regeln. Doch wir wollen noch weitergehen: Sekundärbaustoffe, die qualitativ hochwertig und aus Umweltsicht unbedenklich sind sollen künftig nicht mehr als Abfall gelten. Damit werden sie auch für Bauherren attraktiver. Keine Gemeinde will zum Beispiel einen Kindergarten aus Bauabfällen errichten, sondern aus guten Baustoffen, von denen keine Gesundheitsgefahren und andere Sicherheitsrisiken ausgehen. Deswegen brauchen wir im nächsten Schritt eine weitere Verordnung, die bestimmt, wann mineralische Stoffe nicht mehr als Abfall gelten." Mineralische Abfälle sind massebezogen der größte Abfallstrom in Deutschland. Jedes Jahr fallen in Deutschland rund 250 Millionen Tonnen mineralische Abfälle an, wie zum Beispiel Bau- und Abbruchabfälle (Bauschutt), Bodenmaterial (zum Beispiel ausgehobene Erde), Schlacken aus der Metallerzeugung und Aschen aus thermischen Prozessen. Das sind etwa 60 Prozent des gesamten Abfallaufkommens in Deutschland. In mineralischen Abfällen steckt ein enormes Recycling-Potenzial, weil diese zu hochwertigen mineralischen Ersatzbaustoffen aufbereitet werden können. Diese Recycling-Baustoffe kommen schon heute an vielen Stellen zum Einsatz; vor allem bei sogenannten technischen Bauwerken, also beim Bau von Straßen, Bahnstrecken, befestigten Flächen, Leitungsgräben, Lärm- und Sichtschutzwällen oder im Hochbau als Recycling-Beton. Die stetig zunehmende Bauaktivität in Deutschland verbraucht Ressourcen und macht es erforderlich, das hochwertige Recycling von Baustoffen zu fördern. Je mehr vorhandene Recycling-Potenziale genutzt werden, desto mehr werden wertvolle Ressourcen gesichert und die Wirtschaft in Deutschland unabhängiger von Importen gemacht. Zugleich ist dies ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Um die Nachfrage nach Ersatzbaustoffen durch rechtsverbindliche Qualitätsstandards bundesweit zu vereinheitlichen und zu stärken, wurde im Jahr 2021 die Ersatzbaustoffverordnung beschlossen. Unmittelbar mit dem Inkrafttreten der Ersatzbaustoffverordnung tritt auch eine erste Änderung in Kraft. Mit der ersten Änderung werden für den Vollzug wichtige Details angepasst, wie die Aufnahme von Kriterien zur Anerkennung sogenannter Güteüberwachungsgemeinschaften. Durch diese Kriterien wird die Gütesicherung der hergestellten Ersatzbaustoffe gestärkt. Ab 1. August 2023 legt die Ersatzbaustoffverordnung erstmalig die Standards für die Herstellung und den Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe in technischen Bauwerken für ganz Deutschland einheitlich fest. Private und öffentliche Bauherr:innen, die sich bisher mit den jeweils spezifischen Regelungen der Bundesländer auseinandersetzen und im Einzelfall eine wasserrechtliche Erlaubnis beantragen mussten, können nun qualitätsgeprüfte Ersatzbaustoffe rechtssicher ohne wasserrechtliche Erlaubnis bundesweit verwenden. So sollen in Deutschland künftig vermehrt recycelte Baustoffe zum Einsatz kommen. Das Bundesumweltministerium bereitet nun auf dieser Basis den nächsten Schritt vor: Qualitativ besonders hochwertige Ersatzbaustoffe sollen nicht mehr als Abfall behandelt werden müssen, sondern Produktstatus erlangen können. Aufgrund europarechtlicher Vorgaben ist eine gesonderte Verordnung erforderlich, um das Ende der Abfalleigenschaft zu regeln. Das BMUV beabsichtigt, in diesem Jahr hierzu einen Entwurf vorzulegen. Die Ersatzbaustoffverordnung und das angestrebte Ende der Abfalleigenschaft sind wichtige Schritte zur praktischen Umsetzung der in den SLP-Projekten INTEGRAL und WieBauin entwickelten Ansätze zur Wiederverwertung von Baumaterialien und Bauteilen. Quelle: BMUV Pressemitteilung Nr. 126/23 | Kreislaufwirtschaft
Der Rat für Nachhaltige Entwicklung hat das Jahr 2023 unter das Motto „Nachhaltiges Bauen und Wohnen“ gestellt. Die RENN.mitte-Jahrestagung greift dieses Thema auf und richtet den Fokus auf verschiedene Aspekte sozialer und ökologischer Gerechtigkeit. Neben gutem Wohnen in Stadt und Land werden auch Themen wie Flächeninanspruchnahme, zirkuläres Bauen und Nachhaltige Vergabe im Bauwesen diskutiert. Die zweitägige Veranstaltung richtet sich an Vertreter:innen aus Kommunen, Politik, Stadt- und Regionalplanung, Bau- und Wohnungsunternehmen, Gewerkschaften, Mieterbünden, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Initiativen, Wissenschaft und an weitere Interessierte. Neben dem Erfahrungsaustausch und der Vernetzung wird eine Zusammenstellung inhaltlicher Positionen zu den Tagungsergebnissen gehören. Diese bringen wir in die Fortschreibung der Landesnachhaltigkeitsstrategien der Bundesländer in der Region RENN.mitte sowie der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ein. Mehr informationen finden Sie auf der RENN Webpage .
Pixabay Die Roadmap beschreibt die Herausforderungen im Bereich der Circular Economy für die verschiedenen Branchen und welche Normen und Standards benötigt werden, um diesen zu begegnen. Veröffentlicht wurde die Roadmap vom Deutschen Institut für Normung e. V. (DIN), der Deutschen Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE (DKE) und dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI). Sie wurde von mehr als 550 Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Öffentlicher Hand und Zivilgesellschaft erarbeitet und vom Bundesumweltministerium (BMUV) gefördert. Weitere Informationen dazu finden Sie hier . Die Qualität von Materialien, Produkten oder auch Prozessen kann ohne Standards von Unternehmen und Verbraucher*innen nicht eingeschätzt werden und nur durch zusätzlichen Aufwand und Kosten ermittelt werden. Eine erkennbare gute Qualität ist aber eine wichtige Voraussetzung für Vertrauen in Recyclingmaterialien und -produkte. Normen sind wichtig, damit sich überhaupt ein Markt für Recycling-Material entwickeln und etablieren kann. Exkurs: Auch in der vierten Veranstaltung der Stadt-Land-Plus Online-Reihe zum Thema „Kreisläufe schaffen! Durch regionale Kreislaufwirtschaft die lokale Wertschöpfung steigern“ am 29. November 2022 wurden die Aspekte von Qualität und Vertrauen, Normung und Gewährleistung als wichtiger Hebel für eine stärkere Kreislaufwirtschaft identifiziert. Zur Dokumentation der Veranstaltung gelangen Sie hier . Die Normungsroadmap Circular Economy hat wichtige Vorarbeiten für die Bundesregierung geleistet, die das Thema Normung in der EU voranbringen und europaweit Anforderungen an Produkte gemeinsam mit den Herstellern festzulegen. Entsprechende Normen und Standards sollen auf Basis der Roadmap in nationalen, europäischen und internationalen Gremien erarbeitet werden. Alle interessierten Experten*innen sind dazu eingeladen, die Spielregeln der Circular Economy aktiv mitzugestalten. Die Roadmap definiert Schnittstellen und soll die klare Kommunikation zwischen den verschiedenen Stationen im Kreislauf sicherstellen. Die Synchronisierung von Gesetzgebung und Standardisierung kann zur Beschleunigung der Transformation zur Kreislaufwirtschaft beitragen. Die sieben Schwerpunktthemen der Roadmap orientieren sich an den Fokusthemen des Circular Economy Action Plans der EU: Digitalisierung, Geschäftsmodelle und Management; Elektrotechnik und IKT, Batterien, Verpackungen, Kunststoffe, Textilien, sowie Bauwerke und Kommunen. Für diese Bereich zeigt die Roadmap den Status Quo der Normung und Standardisierung sowie Bedarfe für künftige Normen und Standards auf. Wichtige Themen in diesem Zusammenhang sind z.B. Qualitätsanforderungen an Sekundärrohstoffe und die Definition der Langlebigkeit von Produkten. Über alle Schwerpunkte hinweg werden fünf Querschnittsthemen bearbeitet: Nachhaltigkeitsbewertung, Lebensdauerverlängerung, Digitaler Produktpass (DPP), Recyclingfähigkeit und End of Waste. Die konkrete Umsetzung wird koordiniert durch den Fachbeirat Circular Economy von DIN und DKE in der Koordinierungsstelle Umweltschutz (KU), in dem Experten*innen aus Wirtschaftsverbänden, zivilgesellschaftlichen Organisationen, Wissenschaft und Forschungseinrichtungen sowie öffentlicher Hand vertreten sind. Akteure*innen aus der Wirtschaft wünschen sich in Bezug auf Gewährleistungspflichten für gebrauchte und wiederaufbereitete Produkte und Wertstoffe bereits seit längerem entsprechende Unterstützung durch die Politik. Das Beispiel der Sanierung des Kaufhauses am Hermannplatz in Berlin zeigt, dass bis zu 70 Prozent CO2-Äquivalente und 60 Prozent Baustellenverkehr im Vergleich zu einem konventionellen Umbau eingespart werden können. Da nicht alle Materialien aus dem „Urban Mining“ direkt vor Ort weitergenutzt werden können, hat das Start-up „Concular“ im Auftrag des Bauherrn*innen einen genauen Überblick über alle Fassadenteile, Fenster, Rolltreppen und den Innenausbau erstellt und ermittelt, wie diese wiederverwendet werden können. Bereits seit 2012 haben die Unternehmer*innen über den Online-Marktplatz „Restado“ als 200.000 Tonnen wiederverwendbare Baustoffe vermittelt. Als größter Marktplatz seiner Art in Europa wandte sich „Restado“ eher an Kleinunternehmen und Privatpersonen, weshalb das Team 2020 Concular gegründet hat, um größere Projekte anzugehen. Über eine Software werden Angebot und Nachfrage zusammengebracht und Materialpässe erstellt sowie die Kunden bei Bestandsaufnahmen, Rezertifizierung, Wiederaufbereitung und dem Wiedereinbau von Materialien unterstützt. Exkurs: Ein umfassendes Materialkataster urbaner Sekundärrohstoffe mit Entscheidungshilfetool wird für die Partnerregionen Landeshauptstadt Dresden und Landkreis Meißen im Stadt-Land-Plus-Projekt INTEGRAL entwickelt. Die Lösungsansätze und Handlungsoptionen besitzen für die Partnerregionen beispielhaften Charakter. Mehr Informationen zum Projekt INTEGRAL finden Sie hier . Ein regionales Gebäude- und Materialkataster zur Wiederverwendung von Bauteilen und Baumaterialien wird für die Region Darmstadt-Dieburg im Stadt-Land-Plus-Projekt WieBauin erstellt. Der Marktplatz im „Bauteilkreisel“ wird ergänzt durch Beratungs- und Unterstützungsangebote, Best-Practice-Beispiele und eine Informationsplattform, die die Wiederverwertung ganzer Bauteile in der Region unterstützen soll. Mehr Informationen zum Projekt WIeBauin finden Sie hier . Viele Kommunen, Projektentwickler, Architekturbüros oder Immobilienunternehmen suchen nach guten Praxisbeispielen wie diesem. Immer mehr Menschen interessieren sich für nachhaltiges, ressourceneffizientes und zirkuläres Bauen, nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Lieferprobleme und Materialengpässe. Da allerdings etwa 50 Prozent der CO 2 -Emissionen im Bau und nicht im Betrieb entstehen, ist auch ein Wandel von der Energieeffizienz zur Ressourceneffizienz erforderlich. Der Abriss von Gebäuden, um energieeffizient neu zu bauen, ist nicht nachhaltig. Die Energie für Produktion und Transport der Baustoffe und Rohmaterialien wird als „graue Energie“ in den Gebäuden gespeichert. Neben dem Rückbau und der der Wiederverwertung von Bauteilen könnte auch verstärkt Recyclingbeton genutzt werden, der eine ähnlich hohe Qualität erreichen kann – aber aufgrund gesetzlicher Vorgaben aktuell nur zu einem Anteil von maximal 50 Prozent zugelassen ist. Im Sinne der Suffizienz sollten Bestandsgebäude im Idealfall gar nicht erst abgerissen, sondern durch Umbau besser genutzt werden. Von Architects for Future und andere Gruppen wurde im letzten Jahr sogar ein „Abrissmoratorium“ gefordert. Es gibt also genügend Konzepte, die jedoch in den seltensten Fällen berücksichtigt werden, da der Veränderungsdruck aufgrund gut gefüllter Auftragsbücher gering ist. Immobilien gelten nach wie vor als sichere und renditestarke Geldanlage und insbesondere in den Großstädten kommen Bauunternehmen kaum der Nachfrage hinterher. Dementsprechend spielt Ressourcenschonung in der Baubranche kaum eine Rolle. Allerdings wird auch in der Planung die Endlichkeit der Rohstoffvorkommen, insbesondere von großen Bauprojekten, noch nicht ausreichend berücksichtigt. Gleichzeitig wächst der Widerstand gegen den Abbau von Primärrohstoffen. Überregionales Problembewusstsein gibt es bislang kaum, trotz der Vielzahl an Konflikten rund um den Sand- und Kiesabbau. Bestenfalls schaffen es Bürger*inneninitiativen in die lokale Berichterstattung und Einwände gegen den Abbau werden meist als „Nicht in meinem Hinterhof“-Mentalität abgetan. Erst radikale Klimaaktivist*innen ist es gelungen, die durch die Erweiterung des Kiestagebaus Ottendorf-Okrilla bedrohten Moore in den Fokus der medialen Aufmerksamkeit zu rücken. Kaum jemand hat sich davor für die Bedenken der lokalen Bürger*inneninitiative interessiert – obwohl sich diese seit über zwanzig Jahren gegen eine Erweiterung des Kieswerks einsetzt. Aber auch an anderen Orten wächst der Widerstand gegen Sand- und Kiestagebaue, insbesondere aufgrund der damit einhergehenden Beeinträchtigung der Lebensqualität durch Lärm, Staub und Hunderte Lkws. Darüber hinaus muss in der Regel mit erheblichen Auswirkungen auf Natur, Tiere und Pflanzen, Wasser, Boden und Klima gerechnet werden. Durch das Abbaggern von Böden, Sand und Kies gehen wichtige Ökosystemleistungen verloren: z.B. Beiträge zum Klimaschutz durch die Kohlenstoffspeicherung in Böden, aber auch das Wasserreservoir im Boden, das in Dürrezeiten, aber auch als Puffer bei Starkregen und Hochwasser in Zeiten der Klimakrise eine immer wichtiger werdende Funktion hat. Dabei wäre der Bauboom in den Städten ohne Sand und Kies undenkbar. Als Hauptzutaten für Beton sind sie als günstige Massenrohstoffe nach wie vor der mit Abstand beliebteste Baustoff in der Branche. Jedes Jahr werden über 300 Millionen Tonnen gefördert, was Sand und Kies zu den am intensivsten abgebauten Rohstoffen in Deutschland macht - noch vor Braunkohle. Aufgrund der hohen Transportkosten wird zumeist in einem Umkreis von bis zu 30 Kilometern vom Abbauort geliefert. Die Folge ist eine hohe räumliche Abdeckung mit über 2.200 Sand- und Kiestagebauen in Deutschland, die einen enormen Flächenverbrauch nach sich ziehen: Im Jahr 2021 wurden durchschnittlich über drei Hektar pro Tag für den Abbau beansprucht, was beinahe die doppelte Fläche ist, die für den Braunkohleabbau in Anspruch genommen wird. Allein der Kiestagebau in Ottendorf-Okrilla (bei Dresden) nimmt eine Abbaufläche von über 290 Hektar. Um die Produktion aufrechtzuerhalten, braucht das Kieswerk neue Abbauflächen. Eine Grube von 120 Hektar in der Nähe des Dorfes Würschnitz ist bereits seit 1998 genehmigt, 135 weitere Hektar befinden sich im Genehmigungsverfahren. Ähnlich wie in Ottendorf-Okrilla werden in den kommenden Jahren zahlreiche Kiesgruben erschöpft sein. Dabei gestaltet sich die Erschließung neuer Abbauflächen als zunehmend schwierig: Ein enormer Flächendruck durch bestehende und neue Siedlungs- und Verkehrsflächen, land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen oder Flächen für Naturschutz oder erneuerbare Energien schränkt die Möglichkeiten für den Abbau von Primärrohstoffen erheblich ein. Es ist also höchste Zeit, mehr Sekundärrohstoffe für zukünftige Bauaktivitäten zu nutzen. Quellen: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz ( BMUV ), Rat für Nachhaltige Entwicklung , TAZ
Der Bausektor stellt eine bedeutende CO₂ Emissionsquelle dar. Global gehen jährlich CO₂ Emissionen von rund 2,5 Milliarden Tonnen auf die Herstellung der Baustoffe Zement, Stahl und Aluminium für den Gebäudebau zurück. Mehr als 1,5 Milliarden Tonnen davon werden der Herstellung von Zement und Beton zugeschrieben, ca. 8 % der globalen CO₂ Emissionen. Gleichzeitig trägt die Bauwirtschaft wesentlich zur Ressourcenbeanspruchung bei. In Deutschland wurden in 2022 rund 571 Millionen Tonnen mineralische Rohstoffe aus der Umwelt entnommen. Mineralische Bauabfälle stellen mit knapp 210 Millionen Tonnen den mit Abstand größten Abfallmassenstrom dar, der entsprechend aufbereitet als wichtige Rohstoffquelle zur Baustoffproduktion dienen kann. Um die Treibhausgasemissionen und den Ressourcenverbrauch im Bausektor zu reduzieren, setzt Berlin auf nachhaltige Baustoffe und zirkuläres Bauen. Die Berliner Senatsumweltverwaltung förderte daher in drei aufeinander folgenden Projektphasen die Untersuchung und Markteinführung einer vielversprechenden Technologie mit großem Potenzial, künftig zur Verbesserung der Klimabilanz von ressourcenschonendem Recycling-Beton (RC-Beton) beizutragen. Partnerinnen von Teilprojekten der Reihe „CORE – CO₂-reduzierter R-Beton“, waren u. a. die neustark AG , die Heim Gruppe Cemex-Heim RC-Baustoffe GmbH & Co. KG, Berger Beton SE , CEMEX Deutschland AG, das ifeu Institut Heidelberg gGmbH und das Museum für Naturkunde Berlin. Im Mittelpunkt stand dabei eine Technologie der neustark AG, die aufbereitete RC-Gesteinskörnungen aus Altbeton mit biogenem CO₂ beaufschlagt. Dabei wird CO₂ über ein Injektionssystem in Verbindung mit gebrochenem Altbeton gebracht und reagiert mit dem Calcium des Altbetons zu Kalkstein in Form von Kalzit. Das entstandene Material kann gemäß der Betonproduktnorm (DIN 1045-2) analog zur klassischen RC-Gesteinskörnung in bestimmten Betonrezepturen verwendet werden und in Anteilen natürliche Gesteinskörnungen ersetzen sowie tendenziell den Bindemittelbedarf in Betonrezepturen senken. Dies schafft einen ressourcenschonenden RC-Baustoff, der gleichzeitig als CO₂-Senke dient. In Adlershof wird ein zweiter Standort für die notwendige räumliche Erweiterung des Museums für Naturkunde (MfN) entwickelt. Nachhaltigkeitsziele des Museums für Naturkunde Das Museum für Naturkunde verfolgt bei der Entwicklung der Standorte in Mitte und Adlershof ambitionierte Nachhaltigkeitsziele. Besondere Bedeutung kommt dem Bereich Bau und Baubetrieb zu. Von der gründlichen Prüfung der tatsächlichen Bedarfe über sinnfällige funktionale Anordnungen bis hin zur Optimierung einzelner Baukörper und Konstruktionen wurden die Ziele der Nachhaltigkeit in jedem Arbeitsschritt prioritär beachtet, bei gleichzeitiger Sicherstellung der angemessenen und sicheren Unterbringung der wertvollen Sammlungen. Die aus einer kompakten Sammlungsunterbringung resultierenden hohen Verkehrslasten sind nur in einem Bauwerk aus Stahlbeton zu verwirklichen. Der Neubau in Adlershof wurde aus diesem Grund als Stahlbetonskelettbau konzipiert. Der Einsatz von RC-Betonen war in diesem Kontext naheliegend und so bot sich die Gelegenheit, in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt und weiteren Partnerinnen den Einsatz des innovativen, bereits in Bauvorhaben bewährten, CO₂-speichernden CORE-Betons weiter zu untersuchen. Wo sich der CORE-Beton bei der Errichtung des Zweitstandortes des MfN in Adlershof einsetzen ließe, wurde gemeinsam unter dem Titel „CORE 3 – CO₂-reduzierter R-Beton – Phase 3“ durch die Berliner Senatsumweltverwaltung, das ifeu Institut Heidelberg, die Heim-Gruppe, die Cemex Deutschland AG und das Museum für Naturkunde untersucht. Dabei lag das Hauptaugenmerk auf dem Einsatz von RC-Gesteinskörnung, dem Einsatz aktiv karbonatisierter RC-Gesteinskörnung und dem Einsatz von klinkereffizienten Zementen zur Herstellung CO₂-armer Betone. In der praktischen Anwendung getestet werden konnte überdies die neue Normung für den RC-Beton-Einsatz (die überarbeitete DIN 1045-2), welche wesentlich größere Mengenanteile an RC-Gesteinskörnung zulässt, als es bisher der Fall war. Ziel war ein möglichst breiter Einsatz der ‚neuen‘ Betone. Im Ergebnis ist es bei einer großen Zahl der Betonbauteile möglich, Recyclingbeton mit möglichst hohen Anteilen rezyklierter Körnung zu nutzen (alle bis zu einer Druckfestigkeitsklasse von C30/37). Lediglich die Deckenplatten der Sammlungsräume, welche für besonders hohe Verkehrslasten ausgelegt sind (15 kN/m²), werden in Spannbeton und damit in konventionellem Beton ausgeführt. Insgesamt können so Bauteile in einer Menge von ca. 12.000 m³ als RC-Beton ausgeführt werden (für die Gründung ca. 6.000 m³, die Innenbauteile ca. 3.000 m³, die Außenwände ca. 1.300 m³ und das Dach ca. 1.600 m³.) Ausgehend von den für das Bauvorhaben benötigten Betonsorten (v.a. Druckfestigkeiten und Expositionsklassen) wurden unter Berücksichtigung der Projektziele und unter Beachtung der neuen Vorgaben aus dem Regelwerk (DIN 1045-2) die maximal möglichen Anteile an mineralisierter RC-Gesteinskörnung in den einzelnen Betonrezepturen abgeleitet. Der Bericht zum Projekt kann am Seitenende heruntergeladen werden. Bezogen auf den Zweitstandort in Adlershof hätte eine Herstellung aller Betonbauteile, welche im Rahmen des CORE 3 Projektes in Recyclingbeton hergestellt werden, mit einem CEM I-Beton entsprechend dem Branchenreferenzwert des C.E.C. (CONCRETE for Engineering and Contracting) einen Ausstoß von 3.200 Tonnen CO₂ zur Folge (mit deutschem Durchschnittsbeton 2.700 Tonnen CO₂). Erfolgte die Herstellung dieser Bauteile mit der hier angesetzten Referenzrezeptur (RC-Beton mit 25 % grober RC-Gesteinskörnung, CEM II/C), wäre eine Verringerung des CO₂ Ausstoßes auf 1.800 Tonnen CO₂ möglich. Ziel des Projektes ist es zu zeigen, wie durch die individuelle, den jeweiligen Bauteilen spezifisch angepasste Betonrezeptur – und unter Beachtung der novellierten DIN 1045-2 – und die Speicherung von CO₂ der CO₂-Fußabdruck pro m³ Beton weiter verringert werden kann, soweit dies Vorgaben aus dem Regelwerk zu Mindestzementgehalten ermöglichen. Bei Errichtung des Gebäudes mit den Betonrezepturen, die im Projekt in Kombination von karbonatisierter RC-Gesteinskörnung und CO₂-armer Zemente (mit gleichzeitiger Reduktion der Bindemittelgehalte) entwickelt wurden, kann der Ausstoß auf 1.360 Tonnen CO₂ reduziert werden. Dies entspricht einer Einsparung gegenüber der Referenzrezeptur um gut 430 Tonnen CO₂, was einer relativen Einsparung von knapp 25 % entspricht (inklusive CO₂-Speicherwirkung). Der detaillierte Bericht CORE 3 kann am Ende der Seite heruntergeladen werden. CORE 1: Baustoff-Entwicklung im Labor und ökologisches Potenzial Von Dezember 2020 bis April 2021 lief die erste Projektphase. Hier wurden im Labormaßstab die Grundlagen zur Baustoffentwicklung gelegt und die Erkenntnisse ökologisch und ökonomisch bilanziert und bewertet. Dazu stellte die Heim-Gruppe gebrochenen Altbeton sowie RC-Gesteinskörnungen zur Verfügung, welche die neustark AG mit CO₂ beaufschlagte und karbonatisierte. Aus diesem Material sowie aus nicht karbonatisiertem Referenzmaterial wurden bei der Firma Berger Betonrezepturen mit erhöhten Recyclinggehalten und reduzierten Zementanteilen hergestellt. Dabei wurden sowohl aktuelle als auch zukünftige regulatorische Rahmenbedingungen für RC-Beton (insbesondere Verwendung von Brechsanden 0–2 mm) beachtet. Zudem erstellte das ifeu-Institut Heidelberg eine vereinfachte Ökobilanz des Verfahrens und eine Kostenrechnung für CO₂ aus Berliner Biogasquellen. Die Ergebnisse der ersten Projektphase bestätigten das enorme ökologische Potenzial des Verfahrens. Der detaillierte Bericht CORE 1 kann unter den unten genannten Kontaktdaten angefordert werden. In der zweiten Projektphase im Mai 2021 bis Dezember 2022 startete die praktische Anwendung im großen Maßstab: In der Aufbereitungsanlage für mineralische Bauabfälle der Firma Heim wurde RC-Gesteinskörnung aus reinem Altbeton (Typ 1) mit Hilfe einer mobilen Anlage der neustark AG mit CO₂ beaufschlagt. Die karbonatisierte RC-Gesteinskörnung erhielt erstmals eine Zertifizierung und Zulassung als Zuschlag nach DIN EN 12620 für Transportbeton. Im Herbst 2022 wurden rund 200 m³ dieses Betons in einem Bauabschnitt der Quartiersentwicklung Friedenauer Höhe in Berlin eingesetzt, die im Joint Venture mit OFB Projektentwicklung und Instone Real Estate realisiert wurde. Der Beton diente u.a. als Aufbeton für Geschossdecken sowie zur Betonierung von Wänden und des Aufzugsschachts. Parallel zeigte eine Bilanzierung des Umweltforschungsinstitut ifeu Heidelberg, dass mit den entwickelten Rezepturen eine relevante Umweltentlastung über alle betrachteten Umweltwirkungskategorien hinweg möglich ist. Je höher der Anteil insbesondere an feiner RC-Gesteinskörnung, desto höher die Bindungsrate für CO₂. Die Behandlung der RC-Gesteinskörnung zeigte, dass die Klimawirksamkeit des Betons bei gleichen Eigenschaften und Einhaltung aller einschlägigen Normen durch die Kombination von karbonatisierter RC-Gesteinskörnung und Bindemittelreduktion um bis zu 20 % verringert werden kann. Der detaillierte Bericht CORE 2 kann unter den unten genannten Kontaktdaten angefordert werden. Die im CORE-Pilotvorhaben demonstrierte Praxistauglichkeit der Technologie überzeugte alle Projektbeteiligten. Bereits mehr als 10 Anlagen der Firma neustark zur CO₂-Speicherung sind in der Schweiz in Betrieb. 2023 investierte Heim erstmals in Deutschland in eine entsprechende Anlage, sodass CO₂-speichernde RC-Gesteinskörnung seitdem auf dem Berliner Markt verfügbar ist. Die erste CO₂-Speicheranlage in Deutschland wurde am 28.09.2023 feierlich durch neustark und HEIM in Anwesenheit von über 100 Gästen und Vertreterinnen und Vertretern der Politik in Berlin Marzahn eröffnet. Bei einem flächendeckenden Einsatz der im CORE-Projekt entwickelten und in der Praxis erprobten Betonrezepturen ließen sich im Land Berlin durch die Kombination von karbonatisierter RC-Gesteinskörnung und den effizienten Einsatz CO₂-armer Zemente signifikante CO₂-Einsparungen erreichen. Bilanziell anrechenbar wären die Negativemissionen aus der karbonatisierten RC-Gesteinskörnung, wenn die aktuell zur Querfinanzierung des Baustoffs auf dem privaten CO₂-Markt emittierten Zertifikate durch den Bauherrn aufgekauft würden oder ein entsprechendes Arrangement dazu mit neustark gefunden würde. Das Berliner Ausschreibungs- und Vergabegesetz (BerlAVG) verpflichtet öffentliche Auftraggeber der unmittelbaren Berliner Landesverwaltung bei der Vergabe von Bauleistungen ab einem geschätztem Auftragswert von 50.000 Euro ökologische Kriterien zu berücksichtigen und umweltfreundlichen und energieeffizienten Produkten, Materialien und Verfahren den Vorzug zu gegeben. Wesentliches Instrument zur Umsetzung dieser Vorgabe ist die Verwaltungsvorschrift Beschaffung und Umwelt (VwVBU). Die Federführung für die Entwicklung von Vorschlägen an den Senat zur Fortentwicklung der VwVBU liegt bei der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt. Verwaltungsvorschrift Beschaffung und Umwelt – VwVBU Nachhaltiges Bauen in der öffentlichen Beschaffung Nachbericht Fachdialog zirkuläres Bauen am Beispiel ressourcenschonender Beton Leitfaden für nachhaltiges Bauen des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt vom 07.10.2022 zum erstmaligen Einsatz von ressourcenschonendem und klimaverträglicherem Transportbeton in Berliner Bauvorhaben Friedenauer Höhe
Die Bauindustrie gehört zu den energie- und ressourcenintensivsten Branchen überhaupt. Der Einsatz von Holz und Holzprodukten kann daher einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigeren Bauweise leisten. Bisher jedoch bezieht sich der Gedanke der Nachhaltigkeit meist auf die Konstruktion des Gebäudes - der Rückbau und die Wiederverwertung des Holzes bleiben bei der Planung jedoch unberücksichtigt. Dadurch sind die wenigsten Althölzer aus konstruktiven Anwendungen für eine stoffliche Weiterverwendung aufgrund von Verunreinigungen oder Materialverlusten kaum nutzbar. Dabei stehen verschiedene Verfahren für ein stoffliches Altholzrecycling zur Verfügung, um im Sinne der Kaskadennutzung, das Holz aus konstruktiven Anwendungen stofflich und kreislaufgeführt zu verwerten. Aus diesem Grund zielt das Vorhaben darauf ab, Konzepte für ein recyclinggerechtes Bauen mit Holz sowie recyclinggerechte Holzbauprodukte aus Altholz zu entwickeln und zu erproben, um eine stoffliche und effizientere Altholznutzung zu ermöglichen. In dem Teilvorhaben werden die im Gesamtvorhaben entwickelten Konzepte zur recyclinggerechten Konstruktion ökonomisch und ökologisch bewertet, sowie Vorschläge erarbeitet zur besseren Integration von Rückbauverfahren in der Ökobilanzierung.
Den Großteil des anthropogenen Materiallagers bildet die gebaute Umwelt. Dies trifft insbesondere für nichtmetallische Mineralien zu. In Deutschland wächst dieses Materiallager weiter an und verändert sich dabei in der Zusammensetzung. Zukünftig werden die Mengen abgehender Baumaterialmengen deutlich zunehmen. Hieraus erwächst eine besondere Verantwortung im Baubereich, Materialien im Kreislauf zu führen, dadurch Rohstoffe zu schonen und zugleich einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Dies erfordert gemeinsame Anstrengungen aller, die diese Materialströme beeinflussen können - vom Investor und Bauherrn des einzelnen Gebäudes bis hin zu den Verantwortlichen der Abfallwirtschaft, der Abfall- und Baustoffindustrie sowie Akteuren mit Verantwortung für nachhaltigkeitsorientierte Querschnittsaufgaben. Fehlende Informationen behindern bislang die effektive Umsetzung des Konzeptes der Kreislaufwirtschaft im Bauwesen. Informationsgrundlagen sind umso wirksamer, je zielgenauer sie die tatsächlichen Informationsbedarfe von Akteuren bedienen. Ziel des Vorhabens ist es daher, Konzeptionen zu zwei Instrumenten zur Dokumentation von Materialflüssen und Materialbeständen zu entwickeln und zu erproben: (1) Materialinventare für Einzelbauwerke und (2) Materialkataster für Bauwerksbestände von Regionen. Hieraus wird ein dualer Ansatz entwickelt, der unterschiedliche Handlungsebenen adressiert. Aufbauend auf gemeinsamen Grundlagen werden die Konzepte für die Instrumente entworfen und mit Hilfe von Fallbeispielen konkretisiert. Mit den Ergebnissen liegen differenzierte Konzepte zur Erstellung von Materialinventaren und Materialkatastern vor. Diese weisen jeweils spezifische Stärken auf, die dazu beitragen, den Kreislaufgedanken beim Planen und Bauen insgesamt zu unterstützen. Durch die Zusammenführung von beiden zu einem ganzheitlichen Konzept für ein Informationsmanagementsystem können weitere Potenziale gehoben werden. Materialinventare ergänzen die empirische Informationsbasis von Materialkatastern, wodurch sich deren Aussagekraft und Anwendbarkeit grundlegend erweitert. Die Anwendung regionaler Materialkataster zur Bewältigung gesamtgesellschaftlicher Aufgaben trägt zu einer stärkeren gesellschaftlichen Wahrnehmung der Bedeutung der Bauwerke als Nachfrager von Materialien sowie als Materiallager und dessen Unterstützung zur Rohstoffsicherung bei. Für eine Einführung und verstärkte Nutzung von Materialkatastern sowie Materialinventaren herrschen derzeit günstige Voraussetzungen. Im Kontext von Themen wie Ressourceneffizienz und Circular Economy wächst bei Politik, Wirtschaft und Planung das Interesse an Angaben zu den in Bauwerken verbauten Materialien und den damit in Anspruch genommenen Primärrohstoffen ebenso wie an Informationen zu dem erwarteten stofflichen Output beim Ersatz von Bauteilen und dem Rückbau von Bauwerken. Mit den vorliegenden Konzepten wird ein Rahmen vorgelegt, dieses Interesse im Sinne einer Stärkung von Ressourcen- und Klimaschutz zu bedienen und weiter zu steigern. Quelle: Forschungsbericht
Das Ziel des geplanten Projektes besteht darin, methodische und konzeptionelle Grundlagen zu erarbeiten, die zur Umsetzung eines materiellen Gebäudepasses und für Design für Recycling - Ansätze (DFR) im Bauwesen notwendig sind. Das Projekt geht dabei von der Hypothese aus, dass die materielle Information über ein Bauwerk während des Planungsprozesses vorhanden ist, jedoch nicht in geeigneter Form dokumentiert wird und verloren geht. Es gilt somit diese Hypothese zu überprüfen und falls sie verifiziert ist, das methodisch-konzeptionelle Gerüst für die weitere Nutzung dieser Informationen für die Baumaterialienbewirtschaftung zu erarbeiten. Weiters sollen Ansätze des DFR, wie sie für kurz- und mittellebige Produkte entwickelt wurden für langlebige Güter (Bauwerke) adaptiert werden.
Bauabfälle entstehen bei Bau- und Abrissmaßnahmen im Hoch- und Tiefbau. Nahezu die Hälfte der Abfallgesamtmenge, die in der Bundesrepublik alljährlich anfällt entstammt dem Bereich der Bauabfälle. Diese Bauabfälle sollen im Sinne des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes nicht deponiert, sondern als Recyclingbaustoffe wiederverwendet werden. Dabei bestehen für diese Stoffe die gleichen bautechnischen Anforderungen wie für Primärbaustoffe. Zusätzlich ist die Umweltverträglichkeit nachzuweisen. In diesem Zusammenhang ist es Ziel dieses Vorhabens, eine Schnellanalytik zu entwickeln, mit deren Hilfe bereits vor Ort entschieden werden kann, in welchem Maße ein Sekundärbaustoff kontaminiert ist. Dabei ist eine Einteilung in die Zuordnungswerte der Technischen Regeln Bauschutt nach LAGA bereits vor Ort angestrebt. Die Durchführung der Untersuchungen erfolgte in zwei Phasen. In der ersten Phase wurden, nach einer Literaturrecherche, Methoden ausgewählt, die den Kriterien einer Schnellanalytik entsprechen und bereits Anwendung in anderen Bereichen der Analytik finden. Im Labor wurden diese Methoden auf Ihre Anwendbarkeit auf Bauabfälle, insbesondere Bauschutt, untersucht. Der Parametersatz ergab sich dabei aus den in den LAGA - Technischen Regeln Bauschutt - geforderten Analysen für nicht aufbereiteten Bauschutt aus Eluaten und Feststoffen. Erprobt wurde die Schnellelution mittels Ultraschallbad im Vergleich zum DEV-S4 Verfahren. Aus diesen Eluaten wurden die Parameter, pH-Wert, Leitfähigkeit, Chlorid, Sulfat, Phenolindex und Kupfer mittels Küvettenschnelltests und zum Vergleich mit DIN-Methoden, bestimmt. Für den Parameter PAK wurde die Methode der Schnellextraktion im Ultraschallbad erprobt und optimiert. Zur Schnellanalyse der PAKs sind immunochemische Schnelltests und die Methode der Dünnschichtchromatographie, wie sie zur Bestimmung der PAKs aus Trinkwasser nach TVO bekannt ist, untersucht worden. Als Referenzmethode diente die HPLC mit vorgeschalteter Soxhlet-Extraktion. Nach Prüfung der Anwendbarkeit dieser Methoden auf die Untersuchung von Bauschutt, wurden die Methoden optimiert. In der zweiten Phase fanden die Schnellmethoden erste Anwendung vor Ort, auf mehreren Baustellen und einer Recyclinganlage. Zu diesem Zweck wurde ein Laborcontainer mit den zur Durchführung der Vor-Ort-Analytik benötigten Materialien ausgestattet und jeweils per Tieflader versetzt.
Aufbauend auf eigenen Erfahrungen und auf solchen der Bauindustrie im Brueckenbau glaubt der Antragsteller, dass kreislaufgerechte Betonkonstruktionen aus vorgefertigten Betonelementen, die einfach trocken mit Spanngliedern ohne Verbund - vor allem Monolitzen - intern oder extern zusammengespannt sind, bereits heute wirtschaftlich erstellt werden koennen. Der Rueckbau kann in einfachster Weise durch Loesen der Vorspannung ueber einer Hilfsunterstuetzung der Konstruktion erfolgen. Die Teile koennen fuer vergleichbare Zwecke wieder zusammengespannt werden. Eine Reparatur der Konstruktion bei beschaedigten Spanngliedern ist ausserdem, wie in Versuchen bereits gezeigt wurde, durch Ausziehen und Neueinfaedeln von Monolitzen zusaetzlich von Vorteil. Die Erfassung des Gebrauchszustandes fuer eine Bemessung bietet keine Schwierigkeiten mehr. Erforscht werden soll, weil nicht geklaert, die Bemessung im Bruchzustand bei notwendigerweise klaffenden Fugen, die aus wirtschaftlichen Gruenden nicht zu vermeiden sind. Hier ergeben sich wegen der Fugenoeffnung noch einige wenige Probleme, von denen hier im ersten Abschnitt des Schwerpunktprogramms zunaechst der Einfluss der Theorie II. Ordnung und die Rotationsfaehigkeit von zusammengefuegten Stabwerken angegangen werden sollen. Generelle Fugenprobleme zur Querkraftuebertragung brauchen auch im Bruchzustand bei der Vielzahl vorliegender Veroeffentlichungen nicht mehr studiert werden. Weiter interessiert vorrangig der Setz- und Kriechverlust bei kurzen Vorspanngliedern in Form von HV-Schraubenverbindungen zur Befestigung von vorgefertigten Konsolen.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 9 |
| Land | 42 |
| Weitere | 14 |
| Wissenschaft | 3 |
| Zivilgesellschaft | 2 |
| Type | Count |
|---|---|
| Ereignis | 2 |
| Förderprogramm | 6 |
| Text | 42 |
| unbekannt | 15 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 59 |
| Offen | 6 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 64 |
| Englisch | 2 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Bild | 11 |
| Dokument | 24 |
| Keine | 13 |
| Webseite | 38 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 46 |
| Lebewesen und Lebensräume | 50 |
| Luft | 29 |
| Mensch und Umwelt | 65 |
| Wasser | 22 |
| Weitere | 65 |