Entdeckeheft Schmetterlinge - Handreichung für Lehrkräfte [Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] 1 Handreichung zum Entdeckeheft Alter Falter Dieses umfangreiche Begleitmaterial zum Entdeckeheft „Alter Falter“ richtet sich an Lehrkräfte, Pädagog:innen und alle Menschen, die noch mehr über die Welt der Schmetterlinge erfahren möchten. Sie finden hier Hintergrundwissen, Tipps und Ideen für die Umsetzung der einzelnen Themen aus dem Heft. Die Nummerierung in dieser Hand- reichung entspricht jener im Entdeckeheft. Die Lehrplanbezüge beziehen sich auf den Rahmen- lehrplan von Rheinland-Pfalz. Themen allgemein: Handreichung Alter Falter-Entdeckeheft Grundschule Sachunterricht: Orientierungsrahmen „Natürliche Phänomene und Gegebenheiten“ und „Umgebungen erkunden und gestalten“ Tipp Verweis Experiment Spiel Entdecktipp Inhaltsverzeichnis Einleitungsseite.............................................................................................. Seite 2 Körperbau .................................................................................................... Seite 6 Metamorphose ............................................................................................ Seite 10 Eier und Raupen ........................................................................................... Seite 14 Raupen und Pflanzen ................................................................................... Seite 17 Puppe ........................................................................................................... Seite 19 Spezialisten: Ameisenbläulinge ................................................................... Seite 21 Tanzende Schmetterlinge ............................................................................ Seite 23 Lebensraum und Gefahren .......................................................................... Seite 25 Überwinterung ............................................................................................ Seite 29 Was kann ich tun ......................................................................................... Seite 31 Auf dieser Seite geht es um freie Assoziationen und einige grund- legende Informationen: ein bunter Einstieg. Bevor die Kinder Ihnen Löcher in den Bauch fragen, hier gesammeltes Fachwissen: Wenn ich ein Falter wär … Hast Du schon mal einen Schmetterling angeschaut und gedacht: Ach krass, wie unpraktisch? Wohl nicht, aber überleg doch mal: Wenn du ein Schmetterling wärst, hättest du Flügel groß wie Zimmertüren! Du wärst leicht wie eine Feder und jeder Windstoß könnte dich weit abtreiben. Aber das ist nicht nur unpraktisch, sondern bietet auch viele Vorteile.2. Ihre Namen sind oft ganz verrückt! Kennst du den Wegerich-Schecken- falter? Oder das Dreieck-Grasmückeneulchen? Die Namen beziehen sich meist auf ihre Nahrungspflanzen, ihr Aussehen oder ihren Lebensraum. Wie würdest du heißen, wenn du ein Falter wärst? Und um Ameisen soll es auch noch gehen! Apfel-Trompeten-Falter Genau! Falter–Notizen Wer ist gemeint? 1. Schreibe und male alles auf, was dir zu Faltern einfällt. 3. In der Fachsprache meinen die Worte Falter und Schmetterling genau dasselbe, nämlich: alle Insekten, die Flügel mit Schuppen haben. Rüssel Falter? Hmm, lecker! er s in h Kle Fuc bunt nt Muster M o Trage Buchstaben A: Hintergrundwissen zu Schmetterlingen 13 k . Unter www.lepiforum.org findet man Fotos aller Falter Mitteleuropas in allen Stadien und dazu viel Hintergrundwissen. Ein paar Schmetterlings-Fakten zum Staunen: Handreichung Alter Falter-Entdeckeheft • Etwa 1% aller Schmetterlingsarten können nicht fliegen, manche bewegen sich springend fort. Dazu gehören einige Palpenfalter (Gelechiidae). • Erst im 17. Jahrhundert wurde (u.a. von Maria Sybilla Merian) der Zusammenhang zwischen dem „Gewürm“ und den „Sommervögelein“ erforscht und verstanden. • „Schmetterling“ kommt vom Wort Schmetten, ein ostmitteldeutsches Wort für Schmand oder Rahm. Einige Arten werden davon angezogen, worauf auch der englische Name butterfly hindeutet. • Schmetterlinge und viele andere Insekten schmecken mit den Füßen. Das geschieht über kleine Härchen und hilft ihnen, einen geeigneten Ort für die Eiablage zu finden. • Die Fühler der Schmetterlinge übernehmen vielfältige Aufgaben: riechen, tasten, schmecken oder auch die Temperatur wahrnehmen. • Ein Schmetterling durchläuft während seines Lebens vier Phasen: Ei, Raupe, Puppe und Imago (erwachsener Schmetterling). • Die Kokons des Seidenspinners werden zur Herstellung von Seide genutzt. Eine synthetische (künstliche) Herstellung der identischen Zusammensetzung ist bisher nicht gelungen. Es gibt jedoch schon seit den 1880er Jahren Kunstseide, die heutzutage der echten Seide sehr nahe kommt. • Das Blut von Schmetterlingen (die sogenannte Hämolymphe) hat eine gelbliche Farbe. • Ein Schmetterling ist mit dem Zeitpunkt des Schlüpfens sofort geschlechtsreif. • Schmetterlinge kommunizieren mithilfe von chemischen Duftstoffen (Pheromone). Ein paarungsbereites Weibchen kann von einem paarungsbereiten Männchen über mehrere Kilometer hinweg gerochen werden. Und ich dachte, Falter sind nur die Nachtfalter. Ja, Eulenfalter haben ein ähnliches Flügelmuster. Im Englischen meint„ M oth“aber alle Nachtfalter! Wenn du bei diesem Falter unten an der Schnur ziehst, flattert er geschmeidig durch dein Zimmer. Eine ausführliche Anleitung findest du hier: www.entdeckehefte.de/falter Der wissenschaftliche Name der Ordnung Lepidoptera setzt sich zusammen aus: lepis = Schuppe und pteron= Flügel. Lepidopterologie ist demnach die Schmetterlings- oder Falterkunde und beschäftigt sich mit Insekten mit beschuppten Flügeln. • Schmetterlinge haben im Laufe der Evolution unterschiedliche Taktiken zur Abwehr von Fressfeinden entwickelt: Mimikry (Nachahmung anderer Tiere, z.B. Wespen), Mimese (Tarnung, z.B. durch Nachahmung der Gestalt von Blättern) oder Augen- flecken (Augen auf den Flügeln, die denen räuberischer Säugetiere ähneln). 21 SCHWING–SCHMETTERLING Schmetterlinge sind so vielfältig wie die Blumen auf einer wilden Wiese. Weltweit gibt es knapp 160.000 beschriebene Arten, wobei nur die Antarktis nicht von ihnen besiedelt ist. Jährlich werden etwa 700 Arten neu entdeckt. In Deutschland leben 3.600 Arten. • Manche Schmetterlinge leben nur ein paar Tage. Die Pfauenspinner (Saturniidae) etwa nehmen im Imago-Stadium keine Nahrung mehr zu sich und verhungern, nach- dem sie sich (im besten Fall) fortgepflanzt haben. 4 Ach so, Schmetter- linge sind nicht nur Tagfalter? dagegen sind nur eine einzelne Untergruppe der Nachtfalter. Andere Untergruppen heißen zum Beispiel Spinner, Spanner, Schwärmer und Eulen. Eulen? Wie die Vögel? Hat die Blume für das Lösungswort auf der Rückseite ein. einen Knick, rling war der Schmette zu 2 Rosaroter Sportplatz-Spinner Lockige Kuchen-Eule Welche? Das erfährst du hier im Heft. Außerdem gibt es Experimente, Spiele, Bastelanleitungen und ein Brennnessel-Rezept für Mutige. Nimmersatt Einleitungsseite Krass, wie unpraktisch! B: Tipps, Hinweise und Erweiterungen zu den Aufgaben Aufgabe 1: Falter-Notizen Falter? Hmm, lecker! Hier sammeln die Kinder alles, was sie schon zu Schmetterlingen wissen und was sie zu diesem Thema assoziieren. Dies kann alleine oder in der Gruppe geschehen. Vorteil der Gruppenarbeit: Beim gemeinsamen Brainstormen kommen mehr Ideen auf und die Liste wird deutlich länger. Dauer:ca. 10 Minuten Sozialform:Einzel- oder Gruppenarbeit Lehrplanbezug: Deutsch: Sprache und Sprachgebrauch untersuchen. An Wörtern, Sätzen, Texten arbeiten. Kunst: Fläche; gestalten. Idee für eine Erweiterung: Die Kinder überlegen sich Fragen, die sie zum Thema haben. Die Fragen werden gesammelt und aufgehängt. Im Laufe des Projektes kann darauf im- mer wieder Bezug genommen und abschließend geprüft werden, ob alle offenen Fragen beantwortet wurden. Handreichung Alter Falter-Entdeckeheft Tipp: Die Kinder schneiden Schmetterlinge (ganz einfache Falterform) aus buntem Tipp Papier aus und schreiben ihre Fragen darauf. Aufgabe 2: Wenn ich ein Falter wär Lockige Kuchen-Eule Bei dieser Aufgabe setzen sich die Kinder mit den oft vielsagenden Namen der Schmet- terlinge auseinander. Schauen Sie zuerst gemeinsam in Bestimmungsbücher, auf Schmetterlingsposter o.ä. und analysieren Sie die Namen. Je nach Alter und Wissens- stand können Sie die Kinder selbst sammeln lassen, nach welchen Mustern die Na- mensgebung erfolgte oder diese in Form von Beispielen vorgeben. Hier haben wir Ihnen die Gruppen, Erläuterungen und Beispiele schon vorbereitet: Namen nach Nahrung: Viele Schmetterlinge werden nach den Futterpflanzen der Raupen benannt. Das macht ihre spezialisierte Ernährung deutlich. Die Raupen des Distelfalters (Vanessa cardui) ernähren sich hauptsächlich von Disteln. Der Kleine Kohl- weißling (Pieris rapae) frisst vornehmlich an Kohlgewächsen wie Kohl, Rüben und Senf. Nach Aussehen: Der Schwalbenschwanz (Papilio machaon) hat charakteristische Fortsätze an den Hinterflügeln, die an die Schwanzfedern einer Schwalbe erinnern. Das Tagpfauenauge (Aglais io) hat auffällige Augenflecken auf den Flügeln, die an die Augen- flecken auf den Federn eines Pfaus erinnern. Die Farbe der Zitronenfalter (Gonepterix rhamni) entspricht denen von Zitronen: reif und gelb die Männchen, unreif und grün die Weibchen. Die Familien der Bläulinge (Lycaenidae) und Weißlinge (Pieridae) werden nach der vorherrschenden weißen bzw. blauen Farbe von vielen Arten benannt. Nach Aussehen und Lebensraum: Der Dottergelbe Alpenwiesenspanner (Crocota tinc- taria) erzählt (fast) alles in seinem Namen. Das Waldbrettspiel (Pararge aegeria) ist oft in lichten Wäldern sowie in baumreichen Gärten und Parks anzutreffen. Sein Muster erinnert an ein Spielbrett. Die Heidekraut-Bunteule (Anarta myrtilli) kommt dort vor, wo Heidekraut wächst und sie ist auffällig bunt. Nach Verhalten oder Bewegung: Die Familie der Spanner (Geometridae) ist nach der Form ihrer Raupen benannt: Sie haben ihre Füße ganz vorne und ganz hinten, der Körper „spannt“ sich dazwischen auf. In Aufgabe 8 wird die Spannerraupe als „Brück- enraupe“ bezeichnet. Die meisten Schwärmer (Sphingidae) sind dämmerungs- und nachtaktiv. Einige wenige, wie das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum), 3 4 sind tagaktiv. Schwärmer sind exzellente Flieger mit muskulösem Körper für schnelle Flügelschläge, sie haben einen „schwärmenden“ Flug mit deutlich hörbarem Brummen. Als regelmäßige Blütenbesucher sind sie für die Bestäubung wichtig. Nach dieser Vorbereitung geben sich die Kinder selbst einen Falternamen. Dauer:10–20 Minuten Sozialform:Einzel- oder Gruppenarbeit Lehrplanbezug: Deutsch: Sprechen und Zuhören, über Lernerfahrungen sprechen. Sprache und Sprachgebrauch untersuchen. An Wörtern, Sätzen, Texten arbeiten. Idee für eine Erweiterung: Die Kinder erfinden noch den wissenschaftlichen Namen zu ihrem Falter. Dazu nehmen sie ihren tatsächlichen Vor- und Nachnamen und ergänzen jeweils eine der folgenden Endungen: -idae -ia -ata -us -ini -is -des -illi -thea Im nächsten Schritt können sie ihren Falter auch noch malen. Handreichung Alter Falter-Entdeckeheft Idee für eine Erweiterung: Anhand von Abbildungen, etwa aus einem Schmetterlings- buch, können die Kinder überlegen, woher sich die Namen der Arten ableiten. Tipp: Die Poster der SNU „Tagfalter“ und „Nachtfalter“ in Rheinland-Pfalz können Tipp kostenfrei bei der Stiftung bestellt werden. Aufgabe 3: Wer ist gemeint? Bei dieser Aufgabe räumen wir mit weitverbreiteten Missverständnissen auf. Im Eng lischen meint„ M oth“ab er alle Nacht falter! Hintergrundwissen Im allgemeinen Sprachgebrauch meint „Schmetterling“ meist nur die Tagfalter und „Motten“ häufig alle Nachtfalter. Das ist wissenschaftlich nicht korrekt. Die Begriffe richtig zu nutzen ist gar nicht kompliziert, darum hier die Erklärung: Schmetterlinge / Falter (synonym verwendet): alle Insekten, die Flügel mit Schuppen haben (als ausgewachsenes Tier). In der Taxonomie der Name einer Ordnung innerhalb der Insekten. Tagfalter: Jene Untergruppe der Schmetterlinge, die hauptsächlich tagsüber fliegt. Die Form iher Fühler-Enden ist ein Hinweis auf die Zugehörigkeit zu dieser Gruppe: Sie sind kolbenförmig verdickt. In Deutschland zählen etwa 190 Arten zu den Tagfaltern. Nachtfalter: Alle Schmetterlinge, die nicht zu den Tagfaltern gehören. In Deutschland sind das etwa 3.500 Arten. Es gibt auch Nachtfalter, die tagaktiv sind, z.B. die meisten Widderchen. Die Form der Fühlerenden kann ganz unterschiedlich aussehen, es gibt viele verschiedenen Formen, z.B. gefiedert. Motten: Eine Familie (Untergruppe) der Nachtfalter, zu ihr gehören etwa 90 Arten. Dies kann gemeinsam besprochen werden und die Kinder füllen das Lösungswort aus. Dauer:10 Minuten Sozialform:Gruppenarbeit Lehrplanbezug: Deutsch: Sprechen und Zuhören, über Lernerfahrungen sprechen. Sprache und Sprachgebrauch untersuchen. An Wörtern, Sätzen, Texten arbeiten 5 Interessant: Die Einteilung in Tag- und Nachtfalter ist nicht ganz eindeutig. Sie stam- mt aus einer Zeit, als Tiere und Pflanzen durch sichtbare Merkmale und Verhaltens- weisen in Ordnungen und Familien eingeteilt wurden. Heutzutage erfolgt die taxonomische Einteilung anhand genetischer Untersuchungen; die Verwandschaftsverhältnisse sind damit viel genauer bestimmbar. So wurde etwa festgestellt, dass einige Nachtfalter-Familien näher mit Tagfaltern verwandt sind als mit anderen Nachtfaltern. Die Einteilung in Tag- und Nachtfalter wurde bisher jedoch beibehalten. Idee für eine Erweiterung: Die Begriffe noch mal auf einem großen Blatt /an der Tafel sammeln und zuordnen. Eine Vertiefung erfolgt in Aufgabe 4. Aktivität: Schwing-Schmetterling Handreichung Alter Falter-Entdeckeheft Schmetterlinge schwingen geschmeidig durch die Lüfte: Das kann auch unser Schwing-Schmetterling! Dies ist ein größeres Projekt und nimmt 2–3 Stunden in Anspruch. Die Kindern können einen bestimmten Schmetterling abmalen oder einen eigenen erfinden oder z. B. jenen von Aufgabe 2 darstellen. Hier ist gegenseitige Hilfe nötig. Material:Ausgedruckte Vorlage, etwa 1 Meter Schnur, langer Ast / Stab, Pappe, Schere, Lineal, Klebeband, Klebestift, Stifte / Farbe, Pinsel, Münzen Dauer:3–6 Stunden (je nach Alter und Zeitaufwand für die Bemalung) Sozialform:Einzel- oder Tandemarbeit Lehrplanbezug: Kunst: Raum und Körper; gestalten Unter www.pindactica.de/schwing-schmetterling finden Sie eine ausführliche, bebilderte Anleitung zum Projekt.
Aktualisierte Neuauflage [Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] MINISTERIUM FÜR UMWELT, ENERGIE, ERNÄHRUNG UND FORSTEN GEMEINSAM ARTEN SCHÜTZEN Mit dem Landesprogramm „Aktion Grün“ IMPRESSUMINHALTHerausgeber: Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-PfalzVORWORT Umweltministerin Ulrike Höfken4 EINLEITUNG „Aktion Grün“ – schützt unsere Arten6 Redaktion: Torsten Kram, Franziska Richter, Franz Froeßl Satz und Layout: HDW Neue Kommunikation GmbH, Saarbrücken / Mainz www.aktion-gruen.de Stand: März 2020 Druck: Druckhaus Franz Seibert GmbH & Co. KG Sitz Osthofen Bildnachweis: Titelseite: S.H.exclusiv – stock.adobe.com; S. 5: MUEEF; S. 7: Tom Bayer/Fotolia (oben), Horst Jegen (unten links), MUEEF (unten rechts); S. 8: Nationalpark Hunsrück-Hochwald/Konrad Funk; S. 9: Pixabay; S. 10: Dr. Ulrich Hampl; S. 13: sborisov/Fotolia; S. 14: iStock.com/emer1940; S. 17: Dr. Christoph Otten; S. 19: Ralf Lorig; S. 20: Dieter Goebel-Berggold (links oben), Klaus Wendling (rechts oben), Heinz Strunk (rechts Mitte), Klaus Wendling (links unten), Julius Kramer (rechts unten); S. 23: Moritz Schmitt/Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz; S. 24: Kosolovskyy/ Fotolia; S. 25: Eva-Maria Finsterbusch; S. 27: Bettina Alwins (links), Josef Groß (rechts); S. 28: Fancy/Veer/Corbis (Plainpicture); S. 29: Alexandra Fruth; S. 31: Pixabay; S. 33: Peter Breuer; S. 35: Edith Cleres-Thein; S. 36: Landesforsten Rheinland-Pfalz – Hansen/Lamour; S. 38: DLR Eifel (oben), KÖL (unten); S. 40: MUEEF; S. 41: termis1983 – stock.adobe.com; S. 42: Rainer Michalski (links), Eckhard Vogel (rechts); S. 43: MUEEF; S. 45: Heinz Strunk (links), Landesforsten Rheinland-Pfalz – Hansen/Lamour (2. von links), Heinz Strunk (2. von rechts), Heinz Stetzuhn (rechts) PROJEKTE DER „AKTION GRÜN“ 1. Natur erleben 8 2. Natur verstehen 10 3. „Aktion Grün“ schmeckt 12 4. Artenreiches Grünland 14 5. Rheinland-Pfalz blüht 16 6. Natur verbinden 18 7. Artenreich, vielfältig und bunt 20 8. Moorschutz 22 9. Ehrenamt – natürlich gemeinsam 24 AKTION BLAU PLUS Mehr Raum für Bäche und Flüsse 26 MITMACHEN: GEMEINSAM ARTEN SCHÜTZEN Was können Sie persönlich tun? Was können Kommunen tun? Was können Schulen und Kitas tun? Was kann die Landwirtschaft tun?30 32 34 36 AKTION GRÜN VOR ORT UND AKTIV Mitmachen, einpflanzen, blühen lassen Schützen, schmecken, essen Wein, Weizen, Wildbienen „Aktion Grün“-Kommunen 40 41 42 43 BIODIVERSITÄTSSTRATEGIE FÜR RHEINLAND-PFALZ Klare Ziele für den Erhalt der Artenvielfalt 44 SERVICE Weitere Informationen 46 Diese Druckschrift wird im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Landesregierung Rheinland-Pfalz herausgegeben. Sie darf weder von Parteien, noch Wahlbewerbern oder Wahlhelfern im Zeitraum von sechs Monaten vor einer Wahl zum Zwecke der Wahlwerbung verwendet werden. Dies gilt für Landtags-, Bundestags-, Kommunal- und Europawahlen. Missbräuchlich ist während dieser Zeit insbesondere die Verteilung auf Wahlveranstaltungen, an Informationsständen der Parteien sowie das Einlegen, Aufdrucken und Aufkleben parteipolitischer Informationen der Werbemittel. Untersagt ist gleichfalls die Weitergabe an Dritte zum Zwecke der Wahlwerbung. Auch ohne zeitlichen Bezug zu einer bevorstehen- den Wahl darf die Druckschrift nicht in einer Weise verwendet werden, die als Parteinahme der Landesregierung zugunsten einzelner politischer Gruppen verstanden werden könnte. 2 3 VORWORT Werden Sie Teil unserer „Aktion Grün“ Auf vielfältige Art und Weise bringen wir mit der „Aktion Grün“ Brachflächen in Städten zum Blühen, schaffen neue Stätten der Umweltbildung an Schulen und Kitas und kooperieren mit Landwirtinnen und Landwirten, um Raum für bedrohte Arten zu schaffen. Wenn auch Sie etwas zum Erhalt der Artenvielfalt in Rheinland-Pfalz bei- tragen möchten, egal ob als Privatperson, Verein oder Schulklasse, können Sie Teil der „Aktion Grün“ werden. Wir leisten damit außerdem einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Eine Zukunftsaufgabe, die mir persönlich sehr am Herzen liegt. „Wir möchten die Aktion Grün in alle Regionen von Rheinland-Pfalz tragen: Denn überall gilt es, Tier- und Pflanzenarten zu schützen und zu erhalten.“ 4 Das Land Rheinland-Pfalz stellt für vier Jahre insgesamt neun Millionen Euro für die „Aktion Grün“ zur Verfügung. Damit fördern wir vielfältige Maßnahmen, Projekte und Aktionen im ganzen Land. Diese Mittel ergänzen die „regulären“ Landesmittel, die innerhalb der Agrarumweltmaßnahmen, im Wald und im Gewässerschutz in Projekte des Naturschutzes fließen. So bunt und abwechslungsreich unsere Tier- und Pflanzenwelt hier in Rheinland-Pfalz ist, so vielfältig sind auch die Möglichkeiten unseres Aktionsprogramms für mehr Artenvielfalt. Ganz besonders aber möchte ich betonen: Es reicht nicht, wenn der Naturschutz alleine agiert: Alle gesellschaftlichen Gruppen, von der Landwirtschaft über den Naturschutz bis hin zur Politik, zu den Kommunen und den Bürgerinnen und Bürgern, müssen hier Hand in Hand zusammenarbeiten, um den Schutz und die nachhaltige Erhaltung unserer Arten zu sichern. Denn der Trend ist alarmierend! Allein die Hälfte der Brutvogelarten im Land und zwei Drittel der Schmetterlinge sind gefährdet. Mit der „Aktion Grün“ wollen wir nicht nur die Weichen stellen, sondern das Ruder he- rumreißen: Wir möchten sie in alle Regionen von Rheinland-Pfalz tragen. Wir möchten Lust machen auf Blühflächen mit heimischen Arten in Städten und Gemeinden. Wir möchten seltenen Arten eine Zukunft geben. Und wir möchten, dass die „Aktion Grün“ hilft, das Artensterben zu stoppen. Ulrike Höfken Ministerin für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz Wir zeichnen Kommunen aus, die sich engagieren und arbeiten eng mit Menschen im Ehrenamt zusammen, die ihre Region kennen und schützen wollen. Sie sehen: Mit dem Aktionsprogramm beschreiten wir konsequent den Weg für den Erhalt unserer Artenvielfalt. Damit schützen wir unsere eigene Lebensgrundlage. Lassen Sie es uns gemeinsam anpacken! 5 EINLEITUNG „Aktion Grün“ – schützt unsere Arten Artenvielfalt ist bunt: ob blühende Wiesen, summende Bienen, krabbelnde Käfer oder schillernde Schmetterlinge. Artenvielfalt ist aber noch viel mehr: Sie ist die Voraus- setzung dafür, dass unsere Ökosysteme funktionieren. 80 Prozent unserer Kultur- pflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen – sie garantieren dadurch unsere Lebensgrundlage. Doch die Situation für Insekten und Bestäuber ist ernst: 60 Prozent aller Wild-Bienenarten und 65 Prozent der Schmetterlinge sind gefährdet – auch der Zitronenfalter und das Tagpfauenauge werden immer seltener. Neun Millionen Euro für mehr Artenvielfalt 6 Die „Aktion Grün“ ist unsere Antwort auf das Artensterben. Sie ist Aktionsprogramm und Aktionsbündnis zugleich. Gemeinsam mit Partnern aus Naturschutz und Land- wirtschaft, Gesellschaft und Kommunen wollen wir unsere Naturräume, wie Wie- sen, Wälder und Gewässer, schützen und so das Aussterben von Tier- und Pflanzen- arten aufhalten. Wir setzen uns ein für mehr Ökolandbau, Erneuerbare Energien, Gewässerschutz und gute Ernährung, aber auch für nachhaltige Waldbewirtschaftung und den Klimaschutz. Insgesamt fördert das rheinland-pfälzi- sche Umweltministerium eine Vielzahl an Projekten, die dem Natur- und Artenschutz dienen: vom Moorschutz über Arten- schutzkonzepte, Biotopvernetzung und Grünlandschutz bis zum Erhalt von alten Kulturpflanzen sowie der Umsetzung von Umweltbildungsmaßnahmen. Auch der Öko-Aktionsplan zur Stärkung des Ökologischen Landbaus ist eng mit der „Aktion Grün“ verknüpft, ebenso die „Aktion Grün schmeckt“ mit ihrem Schwerpunkt auf nachhaltiger Ernährung und dem Erhalt alter Sorten und Rassen. Auf den folgenden Seiten stellen wir Ihnen unsere vielen Projekte und Maßnahmen der „Aktion Grün“ vor. Die Grundlage aller Aktivitäten bildet die Biodiversitätsstrategie des Landes: Darin hat sich Rheinland-Pfalz bereits 2015 klare Ziele gesetzt und Maßnahmen zur Förderung der biologischen Vielfalt formuliert. Mehr dazu lesen Sie auf den Seiten 44 und 45. www.aktion-gruen.de 7 PROJEKTE DER „AKTION GRÜN“ PROJEKTE DER „AKTION GRÜN“ Natur erleben Auf der Suche nach Ruhe, aber auch auf der Suche nach Abenteuern zieht es die Menschen in die Natur. Dabei gilt es jedoch, sensible Lebensräume im Wald zu respektieren. Ein Ziel der „Aktion Grün“ ist es deshalb, Naturschutz und Naturerlebnis in Einklang zu bringen. Die Möglichkeiten, Natur in Rheinland-Pfalz zu erleben, sind vielfältig: Unser Land ist reich an Wäldern, Wiesen und Weiden, Flüssen, Auen und Seen, Gebirgen, Felsen und Tälern. Jede dieser einzigartigen Land- schaften bietet eigene vielfältige Möglich- keiten, ob beim Wandern oder Radfahren, beim Klettern oder Paddeln. Naturschutz und Naturerlebnis verbinden: beim Wandern, Paddeln, Klettern oder Radfahren. Unsere Naturparks, das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen oder der National- park Hunsrück-Hochwald sind hier besonders wichtige Partner mit vielen attraktiven Angeboten. Wir verbinden die Einrichtung von Erlebnis- pfaden mit Besucherlenkung zum Schutz ökologisch sensibler Bereiche und fördern die Vernetzung von Naturerlebnis mit Regio- nalität und historischem Erbe. Ein Beispiel ist das Projekt „Wooge und Triftbäche im Pfälzerwald“. Um das Naturerlebnis für jede und jeden zu ermöglichen, gibt es im Nationalpark Rangertouren für Rollstuhl- fahrer und in Gebärdensprache ausgebildete Tourenbegleiter. Getreu unserem Grundsatz: Wir erleben Natur gemeinsam! Mehr Informationen: www.nationalpark-hunsrueck-hochwald.de www.pfaelzerwald.de 8 9
Insekt des Jahres 2002 ist der Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni L.).
[Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] Poster „Tagfalter in Rheinland-Pfalz“ INFORMATION Tagfalter gehören zur Ordnung der Schmetterlinge (Lepidoptera), stellen aber nur einen sehr kleinen Teil der 3.700 in Deutschland vorkommenden Schmetterlingsarten dar. Etwa 150 bis 160 Arten lassen sich zu den Tagfaltern zählen und davon kommen die Meisten sogar nur in den Alpenregionen vor. Besonders auffällig für alle Lepidoptera sind die Schuppenflügel (lepis: Schuppe, pteron: Flügel). Diese sind oftmals farbenfroh gestaltet, was auf unterschiedlichem Wege zustande kommen kann. So können eingelagerte Farbpigmente in den Schuppen oder auch farblose, transparente Schuppen durch Lichtbrechung und Reflektion für schillernde Farben sorgen. Die Schuppen der Lepidoptera sind aber keineswegs ausschließlich dekorativ, auch Duftschuppen sind bekannt. Sie kommen z.B. bei den Männchen des Kaisermantels vor und dienen der Partner- suche. Schwalbenschwanz * Dieser, mit einer Flügelspannweite bis zu 8 cm besonders große, warm- gelb gefärbte Falter, wird gerne aufgrund einer gewissen Ähnlichkeit zum Segelfalter mit diesem verwechselt. Bekannt ist der Schwalbenschwanz auch für seine auffälligen, gras-grünen Raupen mit ihren schwarzen Querstreifen, die durch leuchtend orangene Flecken unterbrochen wer- den. Nicht nur die Optik, auch das Verhalten dieser Raupen zeigt eine Besonderheit – sie zeigen bei Störung eine Nackengabel (sog. Osmateri- um). Segelfalter * Verglichen mit dem Schwalbenschwanz ist der Segelfalter deutlich heller und besitzt an seinen Vorderflügeln zwar unterschiedlich lange, aber nicht unterbrochene dunkle Streifen. Wie der Name schon vermuten lässt, ist der Flugstil dieser Falter sehr charakte- ristisch und wird als „ruhig“ und „segelnd“ beschrieben. Die meisten Falter besitzen nur eine kurze Lebensdauer von 2 bis 3 Wochen. Eine Ausnahme stellt zum Beispiel der Zitronenfalter dar, der vereinzelt auch mehrere Monate alt werden kann. Weißlinge Weißlinge sind eine Familie der Lepidoptera-Ordnung und keineswegs ausschließlich weiß. Einige sind auch gelblich gefärbt und tragen schwarze oder rote Zeichnungen (Bsp. Aurorafalter, Zitronen- falter). Großer Kohlweißling Sowohl Weibchen als auch Männchen besitzen eine schwarze Spitze an der Vorderflügel-Oberseite. Weibchen haben zusätzliche schwarze Punkte. Von den Raupen werden Kohlsorten als Fraßpflanzen bevorzugt. Deutlich kleiner, aber nach systematischer Erfassung häufigster Falter Deutschlands 2011 ist der Kleine Kohlweißling. Hier tragen sowohl Weibchen als auch Männchen deutliche, schwarze Punkte auf den Flügeln und die schwarze Spitze der Vorderflügel fällt bei beiden deutlich kleiner aus. 1 Die befruchteten Schmetterlings-Eier werden auf Pflanzen abgelegt, die von den jeweiligen Schmetterlingsraupen oftmals artspezifisch bevorzugt gefressen werden. Zum Beispiel fressen die Raupen von Tagpfauenauge und Landkärtchen gerne Brennnesseln. Diese „Raupen- Fraßpflanzen“ sind allerdings meist andere, als die Nektarpflanzen, die später von den adulten (erwachsenen) Schmetterlingen aufgesucht werden. Welche Pflanzen jeweils von Raupe oder Schmetterling bevorzugt werden, ist für jede Art ganz typisch. Aurorafalter Die orange Färbung der Vorderflügel tritt nur bei männlichen Tieren auf. Das Weibchen ist an diesen Stellen weiß und so leicht mit anderen Weißlingen zu verwechseln. Der Aurorafalter ist ein typischer Wald- schmetterling und die Männchen unverwechselbar! Damenbrett Dieser Falter wird auch gerne Schachbrettfalter genannt. Mit seiner schwarz-weiß gefleckten Flügeloberseite erinnert dieser tatsächlich an ein Schachbrett und ist dadurch ganz leicht zu erkennen. Die nach etwa zwei Wochen geschlüpften Raupen fressen, wachsen und häuten sich mehrmals, um unterschiedliche Larvenstadien zu erlangen. Nach einigen Wochen wandelt sich die Raupe zu einer Puppe um, in welcher dann die Metamorphose (Umgestaltung) zum erwachsenen Schmetter- ling stattfindet. Tagpfauenauge Die bekannteste Art der Tagfalter ist durch ihre vier sogenannten Augenflecke unver- wechselbar. Allerdings werden sie nur bei Störung präsentiert, in Ruhe sitzen diese hübschen Exemplare mit zusammengelegten Flügeln. Kleiner Fuchs Der Kleine Fuchs zeigt sich als einer der ersten Schmetterlinge im Jahr. Anders als beim Großen Fuchs ist ein dunkler Bereich an der Basis seiner Hinterflügel erkennbar. Die Ränder aller 4 Flügel sind mit schwarz umrandeten blauen Flecken umsäumt und ein heller, weißer Fleck schmückt die Spitze der Vorderflügel. Großer Fuchs * Der Große Fuchs hat Ähnlichkeit mit dem Kleinen Fuchs, kommt aber viel seltener vor. Die nicht verdunkelten Hinterflügel sind ein gutes Unterscheidungsmerkmal. In einem wechselwarmen Land wie Deutschland, mit teilweise recht kalten Wintern, haben Falter im Laufe ihrer Entwicklungsgeschichte die unterschiedlichsten Möglichkeiten der Über- winterung für sich entdeckt. So überwintert z.B. der Schwalbenschwanz im Puppenstadium, das Tag-pfauenauge als ausgewachsener Falter, andere Arten überwintern als Ei oder Raupe und sogar Wanderungen in den Süden kommen vor. Trauermantel * Mit einer Flügelspannweite von bis zu 75 mm ist der Trauermantel einer der größten Falter in Deutschland. Seinen Namen verdankt er seiner dunklen Farbe mit den hell- gelben Flügelrändern. 2 C-Falter Dieser Falter sticht nicht nur wegen seiner unregelmäßigen Flügel- ränder ins Auge. Auch der für seinen Namen verantwortliche, c-förmige weiße Fleck auf der Flügelunterseite lässt ihn deutlich von anderen Arten unterscheiden. Goldener Scheckenfalter * Diese, auch unter dem Namen Skabiosen-Scheckenfalter bekannte Art, kann sowohl auf trockenen als auch auf Feuchtwiesen vorkommen. Wichtig ist das Vorhandensein der Raupenfraßpflanzen Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria) oder auch Gewöhn- licher Teufelsabbiss (Succisa pratensis). Wiesen mit diesen Arten werden jedoch immer seltener, und damit ist auch der Goldene Scheckenfalter zunehmend bedroht – siehe auch www.life-arnika.eu Landkärtchen Ein wichtiges Merkmal, welches für diesen Falter auch namensge- bend ist, ist das „Landkartenmuster“ auf der Flügelunterseite. Be- trachtet man dahingegen die Flügeloberseite, so gibt es bei dieser Art eine wichtige Besonderheit. Das Landkärtchen zeigt einen sog. Saisondimorphismus: Die Flügeloberseite der Frühjahrsgeneration ist hell gelb-braun mit weißen Flecken, die der Sommergeneration dunkel braunschwarz mit weißlicher und rötlicher Zeichnung. Die Frühlings- Landkärtchen ähneln dabei den Perlmutterfalter-Arten, Sommer-Individuen dem Kleinen Eisvogel. Bläulinge Wie es der Name vermuten lässt, fallen Falter dieser Familie häufig durch eine Blaufärbung ins Auge – allerdings ist diese nur für die Männchen charakteristisch. Die jeweils dazugehörigen Weibchen sind durch ihre bräunliche Färbung eher un- auffällig gestaltet. Die Unterscheidung zwischen den einzelnen Bläulingsarten ist oft sehr schwierig und anhand der Muster / Färbung der Flügelunterseiten vorzunehmen. Für manche Falter endet der Winter sehr früh. Bereits im Februar kann man an warmen Tagen gelegentlich einen Zitronenfalter entdecken, er ist damit der erste im Jahr. Im September endet allmählich die Schmetterlingssaison. Ist der Oktober allerdings sonnig, kann man unter Um- ständen noch einen letzte Admiral oder Postillion zu Gesicht bekommen. * Besonders geschützte Art! Quellen Schulte, Eller, Niehuis und Rennwald (2007): Die Tagfalter der Pfalz. Band 1 und 2 Stichmann, Wilfried (2011): Der große Kosmos-Naturführer. Tiere und Pflanzen Ulmer Naturführer (2005): Schmetterlinge. Die Tagfalter Deutschlands Zahradnik (2009): Der Kosmos Insektenführer www.schmetterling-raupe.de www.schmetterlinge-in-deutschland.de www.schmetterlinge.bund-rlp.de/wissenswertes/schmetterlingskalender www.ufz.de Jahresbericht 2011, Tagfaltermonitoring Die Fotos wurden mit freundlicher Genehmigung von Dr. Oliver Röller / POLLICHIA bzw. Rainer Roth zur Verfügung gestellt. 3
Daten aus dem Tagfalter-Monitoring deuten auf zunehmende Individuenzahlen seit 2006 hin (Kühn et al. 2023).
Das neue Entdeckerheft zu heimischen Tieren und Pflanzen der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz (SNU) richtet sich an Kinder der Altersklasse 5 bis 8 Jahre. Tiere und Pflanzen sollen gefunden werden und über Aufkleber gesammelt und online gemeldet werden. Schon bald wissen die Kinder, welche spannenden Arten es in ihrer Umgebung gibt. Am 22. Mai ist der Internationale Tag der biologischen Vielfalt. „Ein guter Anlass, das neue Entdeckerheft Tiere und Pflanzen meiner Umgebung der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz und des Bildungsvereins Pindactica e.V. vorzustellen“, sagte Klimaschutz- und Umweltministerin Anne Spiegel. „Nicht nur die Artenvielfalt verkleinert sich, sondern auch das Wissen über heimische Tiere und Pflanzen geht zurück. Mit diesem Heft entdecken Kinder spielerisch und interaktiv, welche Tiere und Pflanzen in unserer Region vorkommen. Ein wichtiger Schritt, um Artenkenntnis schon von klein auf zu fördern. Denn nur was wir kennen, können wir auch schützen und erhalten“, so Spiegel weiter. Kinder haben einen natürlichen Drang, alles um sie herum zu erforschen. Artenkenntnis hilft dabei, Umweltwissen in ihrem Bewusstsein zu verankern und ist somit ein nachhaltiger Schatz – denn positive Naturerfahrungen tragen bekanntermaßen am stärksten zur Entwicklung eines umweltfreundlichen Verhaltens bei. Insgesamt werden in dem neuen Entdeckerheft 87 Tier- und Pflanzenarten vorgestellt, von dem allseits bekannten Marienkäfer bis zur imposanten Wespenspinne, vom gelben Zitronenfalter bis zur blauen Wegwarte. Die kleinen Entdeckerinnen und Entdecker werden von einem gezeichneten Kind durch das Heft begleitet, das durch immer neue Verkleidungen auf die besonderen Merkmale der Gruppen aufmerksam macht. Ein dazugehöriges Begleitheft für Erwachsene hält viel Hintergrundwissen für aufkommende Fragen, eine große Sammlung an Bastel- und Spielideen und spannende Fakten zu den vorgestellten Gruppen bereit. Und schließlich gibt es für alle Kinder und begleitende Erwachsene die tolle Möglichkeit, ihr erlerntes Wissen im ArtenFinder RLP zu melden. Hierfür wurde extra für das Entdeckerheft eine kindgerechte Meldeseite eingerichtet. Die vorgestellten Arten lassen sich schnell finden und eintragen. Der ArtenFinder ist ein besonderes Meldeportal, da alle gemeldeten Daten nach einer Überprüfung durch ehrenamtlich tätige Expertinnen und Experten an die Datenbank des Landes RLP weitergeleitet werden und dort für den amtlichen Naturschutz bereitstehen. So können alle kleinen und großen Entdeckerinnen und Entdecker sich durch ihre Begeisterung für die Natur gezielt für die Naturschutzbelange des Landes einsetzen. Bereits über 30.000 Exemplare wurden durch eine Abfrage von Schulen und Kindergärten bei der Stiftung Natur und Umwelt vorbestellt. „Diese unglaubliche Resonanz spricht dafür, dass die Stiftung mit diesem Angebot eine bestehende Nachfrage der Bildungsträger erfüllen kann“, freut sich Jochen Krebühl, Geschäftsführer der Stiftung Natur und Umwelt RLP. Das neue Entdeckerheft ist nach den sehr erfolgreichen Ausgaben zu Bienen, Wölfe und nachhaltiger Landwirtschaft das vierte Heft in der Reihe aus der Kooperation der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz mit Pindactica. Das Heft kann unter kontakt(at)snu.rlp.de bestellt werden. Weitere Informationen finden sich unter snu.rlp.de/de/projekte/tag-der-artenvielfalt/ https://artenfinder.rlp.de
<p><p>Mit dem Entdeckerheft BÄUME laden wir Euch herzlich zur Entdeckertour ein: Lieblingsbaum finden und beschreiben, Baumbestimmung anhand der Blätter, Was ist eigentlich ein Baum – Wurzelwachstum, Höhe messen, Kraftwerk Baum, Nährstoffkreislauf, Lebensraum Baum, Vermehrung der Bäume, Samen und Früchte, Kultur und Geschichte, Baum –Probleme und Lösungen, Selbermachen mit Bau(m)aterial.</p><p>In der <a href="https://snu.rlp.de/mediathek/publikationen/details/1022">Mediathek </a>bestellbar.</p></p><p><p>Das Entdeckerheft zu heimischen Tieren und Pflanzen der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz (SNU) richtet sich an Kinder der Altersklasse 5 bis 8 Jahre. Tiere und Pflanzen sollen gefunden werden und über Aufkleber gesammelt und online gemeldet werden. Schon bald wissen die Kinder, welche spannenden Arten es in ihrer Umgebung gibt. Insgesamt werden in dem neuen Entdeckerheft 87 Tier- und Pflanzenarten vorgestellt, von dem allseits bekannten Marienkäfer bis zur imposanten Wespenspinne, vom gelben Zitronenfalter bis zur blauen Wegwarte. Die kleinen Entdeckerinnen und Entdecker werden von einem gezeichneten Kind durch das Heft begleitet, das durch immer neue Verkleidungen auf die besonderen Merkmale der Gruppen aufmerksam macht.</p><p>Dazu gehört auch noch ein Begleitheft für Erwachsene.<br> In der <a href="https://snu.rlp.de/mediathek/publikationen/details/1010">Mediathek </a>bestellbar.</p></p><p><p>Das Begleitheft zum Entdeckerheft - Tiere und Pflanzen meiner Umgebung für Erwachsene hält viel Hintergrundwissen für aufkommende Fragen, eine große Sammlung an Bastel- und Spielideen und spannende Fakten zu den vorgestellten Gruppen bereit.</p><p>In der <a href="https://snu.rlp.de/mediathek/publikationen/details/1011">Mediathek </a>bestellbar.</p></p><p><p>24 verschiedene Baum- und Sträucher-Arten können Sie auf diesem Poster bewundern.<br> Darüberhinaus gibt es zu fast allen Artengruppen tolle Poster.</p><p>In der <a href="https://snu.rlp.de/mediathek/publikationen/details/966">Mediathek </a>bestellbar.</p></p>
durch Freiwillige zusammengetragene Beobachtungsdaten zur Art Gonepteryx rhamni (Weißlinge - Pieridae)
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 2 |
| Weitere | 6 |
| Wissenschaft | 1 |
| Type | Count |
|---|---|
| Daten und Messstellen | 1 |
| Ereignis | 1 |
| Taxon | 2 |
| Text | 5 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 7 |
| Offen | 1 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 8 |
| Englisch | 1 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Datei | 1 |
| Dokument | 5 |
| Keine | 1 |
| Webseite | 3 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 3 |
| Lebewesen und Lebensräume | 8 |
| Mensch und Umwelt | 7 |
| Wasser | 1 |
| Weitere | 7 |