Suburbane Räume, wie das Stadtumland von Linz, stehen aufgrund des hohen Energie- und Ressourcenverbrauchs sowie der gegenwärtigen Entwicklungsdynamik der Ballungsräume vor großen Herausforderungen. Um die Vorteile dieser Entwicklung nutzen zu können, ohne zusätzlich übermäßige Belastungen befürchten zu müssen, ist ein bewusster Umgang mit Stadtentwicklung in Zukunft notwendig. Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs, in Kombination mit konzentrierter Siedlungsentwicklung im Umfeld der Haltestellen, stellt einen möglichen Ansatzpunkt dar, den Herausforderungen im Verkehrsbereich zu begegnen. Das SUBURBAHN LAB bietet eine konkrete Initiative für die Auseinandersetzung mit innovativen Gebäude- und Mobilitätslösungen in diesem Kontext.
Die Pilotgemeinde Ansfelden als Teil der Stadtregion Linz weist aufgrund folgender Eigenschaften gute Voraussetzungen als Test- und Demonstrationsgebiet auf:
- Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs in OÖ (S-Bahn-System, StadtRegioTram) bietet ein günstiges Zeitfenster. Das verbesserte Angebot stellt einen Impuls zur Veränderung des Mobilitätsverhaltens dar und bietet somit Anknüpfungspunkte zur Kombination mit Mobilitätslösungen.
- Im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit (Unterzeichnung einer Kooperationserklärung der Gemeinden südwestlich von Linz) besteht die Möglichkeit einer stadt- und maßstabsübergreifende Arbeit mit interessierten Gemeinden aus der Region im Bearbeitungsprozess.
Für das Planen von energiesparenden Gebäude- und Mobilitätslösungen, deren Umsetzung und vor allem Nutzung sind Visionen hochrelevant. Um dabei erfolgreich zu sein gilt es, die Interaktion zwischen Technik und Mensch gut abzustimmen und laufend zu verbessern. Das Instrument 'Living Lab' ist in diesem Zusammenhang vielversprechend, weil bekannte Effekte wie u.a. der 'Rebound Effekt' vermieden und damit die Effizienz von (teuren) Technologien sichergestellt werden kann. Dies erfordert einen partizipativen Zugang, der Forschung und Entwicklung tiefer in der Gesellschaft verankert, und die NutzerInnen und Stakeholder als ExpertInnen vor Ort ernst nimmt.
Mit dem professionellen Management von Stakeholderprozessen soll ein Netzwerk für das SUBURBAHN LAB aufgebaut werden. Gemeinsam erarbeiten die AkteurInnen die Vision, Ziele und die inhaltlich-thematische Ausrichtung des Gebiets und diskutieren die Rolle der künftigen BewohnerInnen und versch: AkteurInnen (Politik, Verwaltung, etc.). Parallel dazu werden die Grundlagen für die künftigen Strukturen des Test- und Demonstrationsgebiets erarbeitet. Das beinhaltet die Ausarbeitung eines Werkzeugsets, mit der Entwicklung eines Technologie- und Innovationsportfolio mit Einsatzszenarien für die einzelnen Projekte und Innovationen sowie darauf aufbauende Wirkungsabschätzungen, ebenso wie die Evaluation der Tätigkeiten. Das soll einen effizienten und effektiven Betrieb auch nach der Projektlaufzeit ermöglichen und die Übertragbarkeit für andere suburbane Räume gewährleisten.