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Untersuchung zur in vivo-Wirkung von Zearalenon auf funktionelle Parameter ovarieller, Eileiter- und endometrialer Zellen beim Schwein

Mykotoxine sind Metaboliten des Sekundärstoffwechsels mikroskopisch kleiner Pilze, vor allem der Gattung Aspergillus, Penicillium und Fusarium. In bestimmten Konzentrationen wirken sie toxisch für Mensch, Tier und Pflanze. Die als Feldpilze bekannten Fusarien bilden Mykotoxine (Trichothezen und Zearalenon) zum Teil schon während der Wachstums- und Reifungsphase des heimischen Futtergetreides und beim Mais. Trichothezen (Deoxynivalenol, DNO) übt eine zytotoxische Wirkung aus, indem es die Protein- und DNA-Synthese hemmt. Aufgrund seiner hohen Zytotxizität greift die Substanz an verschiedenen Systemen des Körpers ein, so dass infolge einer Abwehrschwäche Fruchtbarkeitsstörungen (Unfruchtbarkeit, Umrauschen), Aborte, Totgeburten und mimifizierte Früchtte sowie Uterusatrophie bei Sauen insbesondere bei Jungsauen aufgetreten sind. Im Gegensatz dazu sind die Zearalenone nicht toxisch. Ihre Aktivität im Tier besteht in einer östrogenen Wirkung, die zu Veränderungen an den Fortpflanzungsorganen und zu Fruchtbarkeitsstörungen beim Schwein führen. Ein Einfluss von Mykotoxin auf die Fruchtbarkeit wurde bisher weitgehend nach Fütterung von mykotoxin-haltigen Futtermitteln beobachtet. Grundlagenerkenntnisse über direkte negative Einflüsse von Mykotoxinen auf die Fruchtbarkeit können mit Hilfe von Untersuchungen mittels In-vitro-Kultivierung von Eizellen und Embryonen, ovariellen und uterinen Zellen gewonnen werden. Die physiologische Aktivität der genannten Zelltypen des weiblichen Reproduktionstraktes kann über funktionelle Tests gemessen werden, die ihrerseits darüber Auskunft geben, in welchem Maße die Leistungen dieser Zellen bzw. Embryonen störanfällig gegenüber Zearalenon und Trichothezen sind.

Impact of Intrafollicular Sulfated Steroids on Follicular Cells and the Oocyte's Developmental Capacity in Cattle

Steroid hormones are essential in orchestrating oocyte maturation, i.e. estrogens of follicular origin support the development of the female gamete and fertilization. In this project the concentration of free and conjugated estrogens during follicular development will be analysed and compared to local concentrations in the developing follicle. Cattle are suitable animal models because of the accessibility and suitability for frequent examination and sampling. Furthermore, it has been useful for understanding several features of human reproduction including follicular dynamics, the fate of the emerging follicles is orchestrated mainly by gonadotropins and steroid hormones in a similar manner. Ovarian SULT1E1 participates locally in the regulation of follicular estrogen activity. The ESTcatalysed down-regulation of estrogen activity enables normal ovulation. Conversely, sulfoconjugated estrogens may also be precursors of the production of free estrogens depending on estrogen sulfatase (StS) acitivity. In mammals, follicular luteinisation/ovulation is triggered by a surge in LH and is characterised by numerous physical and biochemical changes, including the decreased production of estradiol (E2). This loss in E2 biosynthetic capacity has been explained by a marked decrease in the expression of key steroidogenic enzymes involved in the follicular production of active estrogens. However, little is known about the regulation of enzymes/proteins responsible for the inactivation and elimination of estrogens, as mediated for example by EST during this period.

Einfluss der jahreszeitlich unabhängigen Reproduktion auf die Qualität von Gameten und frühen Lebensstadien des Zanders (Sander lucioperca)

Zander (Sander lucioperca) ist auf dem Weg eine wichtige Zielart für die Aquakultur in Deutschland zu werden. Insbesondere die Produktion in geschlossenen Kreislaufanlagen (KLA), unter konstanten Umweltbedingungen und mit minimalem Wasseraustausch, birgt ein großes Potential. Die ganzjährige Bereitstellung von Satzmaterial für diese KLA ist noch ein limitierender Faktor, der jedoch durch die jahreszeitenunabhängige Reproduktion überwunden werden kann. Im Rahmen eines vorherigen DFG-Projektes wurde die endokrine Regulation der Gonadenreifung des Zanders unter veränderten exogenen Faktoren untersucht und ein Protokoll zur erfolgreichen photothermalen Induktion der Laichreife beschrieben. Dieses Protokoll wird jetzt in der betrieblichen Praxis angewandt.Im Rahmen dieses Erkenntnistransferprojektes untersuchen wir den Einfluss der photothermalen Induktionsmethode auf einschlägige Qualitätsparameter der Gameten und frühen Lebensstadien des Zanders. Durch eine Auswahl von biochemischen, enzymatischen und molekularbiologischen Markern und durch Wachstums- und Konditionsschätzer wollen wir herausfinden wie die Ei- und Spermienqualität und die Qualität der frühen Lebensstadien durch die wichtigsten Einflussgrößen aus dem Elterntierbestand determiniert werden. Wir vergleichen dazu den Einfluss der photothermalen Induktion mit dem Grad der Domestizierung, dem Grad der Prä-Ovulation und parentalen Effekten (größenspezifische maternale Effekte, Familienzusammensetzung, Laicherfahrung). Die Eizusammensetzung, Spermienmotilität und Fertilisationsraten geben damit ebenso Aufschluss über additive und nicht additive genetische Effekte, wie es Wachstums- und Expositionsversuche mit Larven und Juvenilen tun werden. Die Verbindung eines multifaktoriellen Versuchsplans mit der Verbindung von experimentellen und analytischen Ansätzen von den Elterntieren, über die Gameten hin zu den frühen Lebensstadien stellen ein bisher einmaliges Unterfangen zur Untersuchung der Reproduktionseigenschaften des Zanders und andere Fischarten dar.Ziel der Arbeit ist es grundlegende Qualitätsparameter für die Gameten und frühen Lebensstadien des Zanders mit den aktuell zur Verfügung stehenden Methoden zu beschreiben und die Wechselwirkungen der parentalen Effekte zu quantifizieren. Eine geeignete Auswahl von belastbaren und in der Praxis anwendbaren Qualitätsparametern, die einerseits auf die jeweiligen Einflussgrößen zurückzuführen sind und andererseits bei der Auswahl von geeigneten Elterntieren zur Reproduktion in KLA helfen, kann in das Bestandsmanagement aufgenommen werden und auf Grund dieser standardisierten Methoden können zukünftige Errungenschaften, insbesondere im Bereich der züchterischen Bearbeitung dieser Art, quantifiziert werden.

Bio-Rescue: Fortschrittliche Reproduktionstechnologien zur Rettung von stark gefährdeten Säugetieren wie dem nördlichen Breitmaulnashorn, Teilprojekt II: Erzeugung von PGC- und Eizellen-ähnlichen Zellen

LUA-Bilanz Tiergesundheit & Tierseuchen 2020

Zahlen, Daten und Fakten für das Jahr 2020 [Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] LUA-BILANZ TIERGESUNDHEIT & TIERSEUCHEN Zahlen, Daten und Fakten für das Jahr 2020 © LUA Tierseuchen-Bilanz 2020: Blauzungenkrankheit weiter im Fokus Die Tierseuchensituation in Rheinland-Pfalz war 2020 geprägt vom Fortbestehen der Blauzungen- krankheit bei Rindern. Eine Besonderheit stellte das sogenannte Blaumeisensterben dar; derarti- ge, neu auftretende Erkrankungen möglichst früh nachzuweisen – das ist eine der wichtigen Aufga- ben des Landesuntersuchungsamtes (LUA). Das LUA ist die zentrale Einrichtung für die Diag- nostik von Tierseuchen und Zoonosen, also wech- selseitig zwischen Tier und Mensch übertragbaren Erkrankungen. Die Untersuchungen im Rahmen von Sanierungs- und staatlichen Monitoring-Pro- grammen werden ergänzt durch differenzialdia- gnostische Untersuchungen an Proben erkrank- ter oder verendeter Tiere. Handelsuntersuchungen wiederum garantieren, dass nur gesunde Tiere in andere Betriebe verbracht werden. Dieses Sys- tem ermöglicht es, den Gesundheitsstatus der Nutz- und Wildtierpopulation ständig zu überwa- chen und einen Beitrag zum Gesundheitsschutz für Mensch und Tier zu leisten. Nicht zuletzt wird dadurch sichergestellt, dass nur Lebensmittel von gesunden Tieren in den Handel gelangen. Insgesamt wurden im Rahmen der Tierseuchendi- agnostik im vergangenen Jahr 280.131 Proben un- tersucht. Die Probenzahl ist im Vergleich zu 2019 um mehr als 40.000 zurückgegangen. Grund da- für war neben dem Rückgang der Handelsuntersu- chungen auf die Blauzungenkrankheit insgesamt vor allem die vorübergehende Einstellung dieser Untersuchungen im Institut für Tierseuchendia- gnostik des LUA zugunsten der Untersuchungen auf das neue Coronavirus SARS-CoV-2. Ange- sichts der Coronavirus-Pandemie hatte die rhein- land-pfälzische Landesregierung im April 2020 beschlossen, die Kapazität für Untersuchungen auf den neuartigen Erreger in den staatlichen Un- tersuchungslaboratorien zu erhöhen. Die molekularbiologischen Untersuchungen auf das SARS-CoV-2 wurden deshalb auch im Institut für Tierseuchendiagnostik etabliert und in inter- 2 disziplinärer Zusammenarbeit mit den humanme- dizinischen Instituten für Hygiene und Infektions- schutz durchgeführt. Im Zeitraum von April bis Dezember 2020 wurden auf diese Weise im Ins- titut für Tierseuchendiagnostik insgesamt 23.376 Proben auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 beim Menschen untersucht. Mit Ablauf des Jahres 2020 wurden die Corona-Untersuchungen im Institut für Tierseuchendiagnostik wieder eingestellt und die Untersuchungen auf das Virus der Blauzun- genkrankheit, die zwischenzeitlich für private La- boratorien freigegeben worden waren, wieder auf- genommen. Auf das Virus der Blauzungenkrankheit (BTV) wurden im Jahr 2020 insgesamt 14.174 Proben von Tieren aus 1.092 Beständen molekularbio- logisch untersucht. Die weitaus meisten Proben wurden im Rahmen von Handelsuntersuchungen durchgeführt, die erforderlich sind, wenn klinisch unauffällige Tiere aus dem BTV-Restriktionsgebiet verbracht werden sollen. Auch wenn die Blauzun- genkrankheit dabei nur bei einem Tier aus einem Bestand im Kreis Trier-Saarburg nachgewiesen wurde, musste das im Vorjahr eingerichtete Rest- riktionsgebiet in ganz Rheinland-Pfalz aufrechter- halten werden. Im Restriktionsgebiet muss jeder, der für das Vi- rus der Blauzungenkrankheit empfängliche Tiere hält – also alle Wiederkäuerarten wie z. B. Rinder, Schafe, Ziegen, Lamas, Alpakas oder Wildwieder- käuer in Gehegen – dies unverzüglich dem Vete- rinäramt seiner Kreisverwaltung mitteilen. Für den Handel gelten Einschränkungen: Empfängli- che Tiere dürfen grundsätzlich nicht in restrikti- onsfreie Gebiete verbracht werden. Dies gilt auch für Samen, Eizellen oder Embryonen. Ausnahmen sind unter Auflagen möglich, etwa wenn die Tiere nachweislich geimpft sind oder die Erregerfreiheit durch eine Untersuchung festgestellt wurde. Als Hauptüberträger des Virus der Blauzungen- krankheit gelten kleine blutsaugende Mücken (Gnitzen). Für den Menschen ist der Erreger un- gefährlich. Fleisch und Milch infizierter Tiere kön- nen ohne Bedenken verzehrt werden. Während Prägte das Jahr 2020: Die Blauzungenkrankheit wurde bei einem Rind nachgewiesen. Die damit verbundenen Ein- schränkungen für den Handel mit empfänglichen Tieren betreffen ganz Rheinland-Pfalz. © Mogzy / Adobe Stock Schafe gering bis stark ausgeprägte Symptome zeigen können, verläuft die Erkrankung bei Rin- dern und Ziegen meist ohne eindeutig erkennba- re Krankheitsanzeichen. Mögliche Symptome kön- nen sein: Fieber, Apathie, Zyanosen (Blaufärbung), Geschwüre und Nekrosen in der Haut und der Maulschleimhaut, an Lippen, Flotzmaul, Zitzen und Euter sowie an den Gliedmaßen mit eventuell einhergehender Lahmheit. Auffällig ist allerdings, dass der in 2020 grassierende Virusstamm (BTV- 8) wie bereits 2018/2019 nur mit wenig ausge- prägten Krankheitsanzeichen einhergeht. Eine Impfung empfänglicher Tiere gegen die Blau- zungenkrankheit ist zu empfehlen, da sie einen Schutz vor der Erkrankung bietet und den Trans- port von Tieren aus dem Restriktionsgebiet ohne weitere Auflagen ermöglicht. Ferner trägt sie dazu bei, die Ausbreitung der Blauzungenkrankheit in BT-freie Gebiete zu verhindern. Derzeit sind meh- rere in Deutschland zugelassene BTV-8-Impf- stoffe für Rinder und Schafe verfügbar; für Zie- gen kann der Impfstoff vom Tierarzt umgewidmet werden. Die Impfung gegen Blauzungenkrankheit wird vom Land Rheinland-Pfalz finanziell unter- stützt, für Rinder beträgt die Beihilfe 1,50 Euro pro Impfung (das Land trägt davon 0,80 EUR, die Tier- seuchenkasse 0,70 EUR), für Schafe und Ziegen beträgt die Beihilfe 1,00 EUR pro Impfung (0,60 EUR Land/ 0,40 EUR TSK). Weitere Tierseuchen: Erfolge bei BHV-1-Bekämpfung Zu den weiteren im Jahr 2020 nachgewiesenen Tierseuchen gehört in erster Linie die Bovine Vi- rusdiarrhoe (BVD), eine der wirtschaftlich be- deutsamsten Infektionserkrankungen beim Rind weltweit. Die Erkrankung geht mit Durchfall, grip- peartigen Erscheinungen und Fruchtbarkeitsstö- rungen einher. Ziel der staatlichen Bekämpfung ist es, dauerhaft (persistent) infizierte Tiere, die den Erreger lebenslang ausscheiden ohne selbst zu er- kranken, möglichst rasch aus den Beständen zu entfernen und vom Handel auszuschließen. Daher werden den Kälbern bei der innerhalb der ersten sieben Lebenstage erforderlichen Kennzeichnung mit Ohrmarken bereits Hautstanzproben entnom- men und auf das BVD-Virus untersucht. 2020 hat das LUA insgesamt 130.843 dieser Ohrstanzen von Kälbern untersucht. Nachweise des Virusan- tigens wurden nur bei zwei Tieren in zwei Bestän- den geführt. 3 Die zu den Transmissiblen Spongiformen Enze- phalopathien (TSE) gehörende atypische Form der Scrapie (Traberkankheit) ist weder auf den Menschen noch auf andere Tiere übertragbar. Die meist bei älteren, möglicherweise erblich hierzu besonders veranlagten Schafen spontan auftre- tende zentralnervöse Erkrankung wird durch fehl- gefaltete Eiweiße an der Oberfläche von Gehirn- zellen ausgelöst, die nur mikroskopisch sichtbar schwammartige Veränderungen im Gehirn her- vorrufen. Die Erkrankung äußert sich in Verhal- tens- und Bewegungsstörungen, später bekom- men die betroffenen Tiere starken Juckreiz und scheuern sich wund. Einem Ausbruch der atypischen Scrapie in ihrer Herde sicher vorbeugen können Tierhalter nicht. Wird die Krankheit nachgewiesen, werden die be- troffenen Betriebe durch das lokale Veterinäramt zwei Jahre lang überwacht und alle verendeten und geschlachteten Tiere, die älter als 18 Mona- te sind, müssen untersucht werden. Im Jahr 2020 wurde die Erkrankung im Rahmen eines laufen- den Monitorings bei der stichprobenartigen Un- tersuchung von 532 verendeten Schafen aus 388 Betrieben bei drei Tieren aus drei Beständen (zwei Tiere aus Rheinland-Pfalz, ein Tier aus dem Saar- land) nachgewiesen. Nicht mehr nachgewiesen wurden dagegen An- tikörper gegen das Bovine Herpesvirus Typ 1 (BHV-1). Das Virus führt bei Rindern zu einer Er- krankung mit unterschiedlichen Verlaufsformen. Die Tiere sind lebenslang infiziert, wobei sie nicht immer mit Symptomen erkranken. Diese Sympto- me können von grippeartigen Erscheinungen (Fie- ber, Nasenausfluss) bis hin zu Milchrückgang und Erkrankungen der Fortpflanzungsorgane reichen. Der Erreger ist für Rinder hochansteckend, für den Menschen aber ungefährlich. Auch nachdem sich Rheinland-Pfalz im Juni 2017 als offiziell frei von der Seuche erklärt hatte, wa- ren Antikörper gegen das Virus in den letzten Jah- ren noch auf sehr niedrigem Niveau in der Rin- derpopulation vorhanden. Bei den im Rahmen der Überwachung der Seuchenfreiheit durchgeführten 4 Untersuchungen von 72.016 Blutproben aus 3.143 Beständen und 6.398 Tank- und Einzelmilchpro- ben aus 1.151 Beständen wurden erstmals keine Antikörper geben das BHV-1-Feldvirus mehr nach- gewiesen. Die Betriebe müssen sich aber weiter- hin konsequent durch Biosicherheitsmaßnahmen vor einer Wiedereinschleppung der Seuche schüt- zen und insbesondere darauf achten, Tiere aus- schließlich aus BHV1-freien Beständen zu kaufen. Die Aviäre Influenza (Vogelgrippe) ist eine durch Viren ausgelöste Infektionskrankheit, ihr natürliches Reservoir sind wilde Wasservögel. Im vergangenen Jahr hat das Landesuntersuchungs- amt insgesamt 36 Wildvögel molekularbiolo- gisch auf den Erreger untersucht - alle mit ne- gativem Ergebnis. Außerdem hat das LUA 70 Blutproben von Hühnern, Puten und Gänsen aus insgesamt sechs Beständen ebenfalls mit negati- vem Ergebnis auf Antikörper gegen Aviäre Influ- enzaviren untersucht. Monitoring-Programme: Schweinepest im Blick Nach dem erstmaligen Nachweis der Afrikani- schen Schweinepest (ASP) in Deutschland im September 2020 in Brandenburg wurden auch in Rheinland-Pfalz die seit dem Jahr 2014 laufen- den Monitoring-Untersuchungen nochmals in- tensiviert. Die Jäger wurden aufgefordert, alle so- genannten Indikatortiere, also verendete und bei Unfällen getötete Wildschweine sowie Tiere mit pathologisch-anatomischen Veränderungen und klinisch auffällige Tiere zur Untersuchung einzu- senden. Zudem wurde die vom Land bereitgestell- te Prämie für die Einsendung von Fallwild auf Un- fallwild ausgeweitet und auf nunmehr 70 Euro aufgestockt. Im Jahr 2020 wurden im LUA insgesamt 724 Wildschweine molekularbiologisch auf den Erre- ger der ASP untersucht. Alle Proben waren nega- tiv, es gab keine Hinweise auf ein Seuchengesche- hen im Land. Zudem hat das LUA im Rahmen des differenzialdiagnostischen Ausschlusses der ASP 93 Hausschweine aus 41 Beständen untersucht – ebenfalls alle mit negativem Ergebnis. Eine Bedrohung der Wild- und Hausschweine- population stellt nach wie vor die Klassische Schweinepest (KSP) dar, obwohl Deutschland seit 2016 offiziell frei von dieser anzeigepflichti- gen Tierseuche ist. Während die Untersuchung der sogenannten Indikatortiere uneingeschränkt fort- gesetzt wurde, konnte die Beprobung der gesund erlegten Tiere aufgrund der günstigen Seuchenla- ge im Verlauf des Jahres auf eine landesweit be- Sie ist 2020 zwar nicht im Land aufgetreten, dennoch bleibt die Vogelgrippe eine Bedrohung für Wildvögel und Hausgeflügel. © Urmelbeauftragter/ Wikimedia rechnete Stichprobe umgestellt werden. Auch 2020 gab es in Rheinland-Pfalz keine Nachwei- se des Erregers: Die virologische und/oder serolo- gische Untersuchung von 4.830 Wildschweinen brachte keine Hinweise auf ein Seuchengesche- hen. Und auch die differenzialdiagnostischen Un- tersuchungen von 82 Hausschweinen aus 39 Be- ständen auf das Virus der KSP sowie von 128 Schweinen aus 7 Beständen auf Antikörper gegen den Erreger hatten ein negatives Ergebnis. Deutschland bleibt weiterhin auch frei von Toll- wut. Um diesen Status aufrechtzuerhalten und In- fektionen in der Wildtierpopulation frühzeitig zu erkennen, werden sogenannte Indikatortiere auf das Virus untersucht: verendet aufgefundene, ver- unfallte, krank erlegte, oder sonst auffällige Füch- se, Waschbären und Marderhunde, die das natür- liche Reservoir für die Tollwut darstellen. Jägern, die solche Indikatortiere einsenden, wird in Rhein- land-Pfalz eine Prämie von 50 Euro gewährt. 2020 hat das LUA insgesamt 357 Tiere (davon 338 Füchse und fünf Waschbären) mit negativem Ergebnis untersucht. Auch wenn es 2020 keine Nachweise gab, blei- ben Monitoring-Untersuchungen notwendig, um Kenntnis über die mögliche Verbreitung der Vi- ren zu erlangen. Eine Übertragung des Erregers auf Hausgeflügel-Bestände muss durch Biosicher- heitsmaßnahmen in den Geflügelbetrieben unbe- dingt verhindert werden, da sie aufgrund der dann zu treffenden Maßnahmen mit hohen wirtschaft- lichen Verlusten einhergeht. Wie wichtig das Monitoring ist, hat ein Ausbruch der Vogelgrippe Anfang 2021 in einem Vogelpark im Rhein-Pfalz-Kreis gezeigt. Ende Januar waren dort Aviäre Influenzaviren bei einer verendeten Hawaiigans nachgewiesen worden. In der Folge wurden alle Vögel in dem Park regelmäßig unter- sucht, um kranke Tiere schnell erkennen und von den restlichen Tieren getrennt versorgen zu kön- nen. So konnte der Ausbruch in rund zwei Mona- ten erfolgreich eingedämmt werden. Sämtliche Proben landeten im LUA, darunter Tier- körper, Sammelkotproben und vor allem Rachen- oder Kloakentupferproben. Insgesamt wurden 410 Proben aus dem Vogelpark molekularbiolo- gisch auf Aviäre Influenzaviren (AIV) untersucht. Bei 13 Tieren hatte die Untersuchung auf AIV-Ge- nom ein positives bzw. fragliches Ergebnis. Durch weiterführende Untersuchungen im ITSD wur- de bei einigen Tieren AIV-Genom vom Subtyp H5N8 nachgewiesen. In solchen Fällen übernahm das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) als Bundes- forschungsinstitut für Tiergesundheit die Bestim- mung, ob es sich um eine hochansteckende Vari- ante der Viren handelte. 5 Blaumeisensterben: Neue Seuche im Land Das im Frühjahr 2020 in weiten Teilen Deutsch- lands beobachtete Vogelsterben machte auch vor Rheinland-Pfalz nicht halt. Betroffen waren in ers- ter Linie Blaumeisen, aber auch bei anderen Mei- senarten trat die Erkrankung auf. Die Tiere wa- ren aufgeplustert und wirkten teilnahmslos, auch Schwierigkeiten beim Atmen sowie bei der Fut- ter-und Getränkeaufnahme wurden beobachtet. In erster Linie fanden sich aber gehäuft tote Tiere, bei denen eine mit Gewebsuntergang einherge- hende Entzündung der Lunge vorlag. Aus den Ver- änderungen wurde das Bakterium Suttonella or- nithocola isoliert, welches allgemein als Auslöser der Erkrankung angesehen wird. Suttonella ornithocola trat erstmals 1996 in Groß- britannien und dann 2018 auch in Deutschland in Verbindung mit lokal gehäuften Todesfällen bei Meisen in Erscheinung. Warum der Erreger im Jahr 2020 eine plötzliche und überregionale Ausbrei- tung erfahren hat und ob er allein für das Massen- sterben der Vögel verantwortlich ist, ist derzeit noch unklar. Die Übertragungswege von Suttonella ornithoco- la sind nicht bekannt; eine Infektion über Aeroso- le oder bei engem Kontakt der Vögel untereinan- der ist zu vermuten. Berichte über Nachweise des Erregers bei anderen Vögeln, Säugern und insbe- sondere beim Menschen gibt es bisher nicht. Den- noch sollten tote Tiere nicht mit bloßen Händen angefasst werden. Nach Kontakt mit Vögeln oder Futterstellen sollten die Hände gründlich mit Sei- fe gewaschen werden. An Futterstellen wird der Erreger scheinbar be- sonders leicht auf andere Vögel übertragen, denn viele tote Meisen wurden in der Nähe von Fut- terplätzen gefunden. Werden mehrere kranke Vögel in der Nähe einer Futterstelle beobachtet, sollte die Fütterung dort bis auf Weiteres einge- stellt werden. Gleiches gilt für Wassertränken, denn auch hier kann der Erreger leichter übertra- gen werden. Grundsätzlich gilt, dass Sauberkeit und Hygiene am Futterplatz sehr wichtig sind. Futterreste und Kot müssen regelmäßig entfernt und Verschmutzungen beseitigt werden. Ins- besondere kleine Wasserstellen sollten täglich gründlich gereinigt und neu mit sauberem Trink- wasser befüllt werden. Im Verlauf des Jahres 2020 wurden im LUA insge- samt zwölf Blaumeisen – darunter sechs Küken – untersucht. Dabei wiesen drei Tiere die typischen Veränderungen auf, bei einem weiteren Tier wur- de Suttonella ornithocola nachgewiesen. Kein leichtes Jahr für die Blaumeise: Ein neuer Erreger machte der Population zu schaffen. © Maximilian Dorsch / Wikimedia 6 Über ein gehäuftes Vorkommen der Erkrankung liegen für das Jahr 2021 bisher keine Berichte vor. Die Meisenbestände haben sich zwischenzeitlich wieder weitgehend erholt. Da auch andere Erkran- kungen zu ähnlichen Symptomen führen können, ist eine sichere Diagnose nur anhand von labordi- agnostischen Untersuchungen möglich. Das Auf- treten der Seuche unterstreicht die Notwendig- keit differenzialdiagnostischer Untersuchungen zur Feststellung der Erkrankungs- und Todesursa- chen bei Nutz- und Wildtieren – nicht zuletzt im Hinblick auf den Ausschluss des Auftretens von bekämpfungspflichtigen Seuchen oder zoonoti- scher Erreger. Pseudotuberkulose: LUA hilft bei Früherkennung Schaf- und Ziegenhalter in Rheinland-Pfalz haben die Möglichkeit, an Monitoring- und Sanierungs- programmen zur Bekämpfung und Überwachung der Pseudotuberkulose in ihren Beständen teilzu- nehmen. Das Angebot wird gerne angenommen, weil die einzig effektive Bekämpfungsmethode da- rin besteht, infizierte Tiere frühzeitig zu identifizie- ren und aus den betroffenen Herden zu entfernen. Die Pseudotuberkulose (Pseudo-Tb) ist eine weit verbreitete, chronisch verlaufende, unheilbare In- fektionskrankheit, die weltweit durch das Bakte- rium Corynebakterium pseudotuberculosis her- vorgerufen wird. Die Krankheit tritt überwiegend bei Schafen und Ziegen auf, kann aber auch in sel- tenen Fällen beim Menschen vorkommen. Die Pseudo-Tb führt bei Schafen und Ziegen unter anderem zu Milchrückgang, Leistungsabfall, Ab- magerung bis hin zum Tod und damit zu erheb- lichen wirtschaftlichen Schäden. Kennzeichnend für die Erkrankung ist eine Abszessbildung in ober- flächlichen und inneren Lymphknoten sowie in Organen. Ein Großteil der infizierten Tiere zeigt keine Symptome, wodurch die Pseudotuberkulose häufig unerkannt bleibt. Hierin besteht ein hohes Infektionsrisiko für die restliche Herde. Beim Menschen kann es durch massiven Erre- gerkontakt, z.B. beim Eröffnen von Abszessen bei Tieren, zu Infektionen mit Lymphknotenentzün- dungen kommen, wobei eine Behandlung mit An- tibiotika möglich ist. Zur Erkennung der Pseudo-Tb werden bei allen Schafen und Ziegen eines teilnehmenden Bestan- des ab einem Alter von einem Jahr die betreffen- den oberflächlichen Lymphknoten abgetastet und parallel dazu in vorgegebenen Zeitabständen das Blut untersucht. Tiere, die infiziert sind, werden aus der Herde entfernt. Zugekauft werden dürfen nur Tiere aus Pseudotuberkulose-unverdächtigen Beständen. Durch diese Vorgehensweise wird die Krankheit sukzessive aus dem Bestand getilgt. Im Jahr 2020 haben 45 Schaf- und Ziegenbe- triebe am Pseudotuberkulose-Monitoring-Pro- gramm teilgenommen. Davon haben 36 Betriebe mit ausschließlich negativen Ergebnissen den Sta- tus „Pseudotuberkulose unverdächtig“ erreicht. Neun Betriebe befinden sich weiterhin im Aner- kennungsverfahren. Schweinehaltungen: Beratung soll Erkrankungen vorbeugen Der Schweinegesundheitsdienst des LUA begleitet ein Projekt zur frühzeitigen Erkennung und Gegen- regulation bei Gesundheitsstörungen in Schwei- nehaltungen. Dabei wird die Stoffwechselsituati- on von Sauen in Hochleistungsphasen untersucht. Die Beurteilung der Tiergesundheit in Mastbetrie- ben mit Blick auf Atemwegserregern ist ein weite- rer Schwerpunkt. Die heutigen Hochleistungstiere mit über 30 auf- gezogenen Ferkeln pro Jahr bedürfen einer be- sonderen Beobachtung und Fütterung durch erfahrene Tierhalter. Unzureichende Stoffwechsel- leistungen können frühzeitig Hinweise geben, das etwas nicht stimmt. Deshalb wird der Stoffwech- sel der Tiere im Projekt einer näheren Betrachtung unterzogen. Neben einer Auswertung der allge- meinen Blutparameter werden ausgewählte Para- meter zur Erkennung von Störungen im Mineral- stoffwechsel, der Leber, der Muskeln, der Nieren oder des Kohlehydrat- und Proteinstoffwech- sels als Indikatoren genutzt. Insgesamt werden durchschnittlich 8 - 10 Proben aus 10 Betrieben gezogen. Beim Vergleich der Werte verschiede- ner Herden und Leistungen ergibt sich ein durch- schnittliches Niveau, anhand dessen Abweichun- gen erkennbar werden. Atemwegserkrankungen in der Mast Atemwegserkrankungen sind das vordringlichs- te Problem der Schweinehaltung insbesondere in der Mast. Im Projekt wurden insgesamt 336 Tiere aus 23 Betrieben auf Antikörper gegen die Krank- heiterreger PRRSV (Porzines reproduktives und re- spiratorisches Syndrom Virus) (320 Proben), Influ- enza A (104 Proben), Haemophilus parasuis (HPS, 7 Glässer) (84 Proben) und Actinobacillus pleuro- pneumoniae (APP) (130 Proben) untersucht. Speziell in den Mastbetrieben treten die Proble- me mit Atemwegserkrankungen oft explosions- artig auf; Antibiotika sollen aber möglichst wenig eingesetzt werden. Daher gewinnt die konkre- te Kenntnis über unterschwellig in der Herde vor- handene Atemwegsinfekte an Bedeutung. Mit dem Projekt wird ein niedrigschwelliges Angebot gemacht: Mit Zustimmung der Landwirte wird am Schlachthof eine Stichprobe von sechs Schlacht- schweinen je Betrieb genommen und untersucht. Je nach Ergebnis werden dann eine Rücksprache mit dem betreuenden Tierarzt und vorsorgende Impfungen empfohlen. Ferkelkastration: LUA schult Landwirte Eine Änderung des Tierschutzgesetzes verbietet ab dem 1. Januar 2021 die betäubungslose Kastration von männlichen Ferkeln in Deutschland. Eine al- ternative Methode, um das von vielen Menschen auch in geringen Spuren als ekelerregend wahrge- nommenen Testosteron-Abbauprodukt alpha-An- drostenon (Ebergeruch) zu verhindern, ist die Im- munkastration (Verhinderung der Bildung von Geschlechtshormonen). Die Ferkelabnehmer, die Mäster und die Schlachthöfe befürchteten bei der Immunkastration jedoch Qualitätseinbußen des Fleisches und letztlich Vorbehalte der Verbrau- 8 cher. Trotz vielfältiger Initiativen zur Informati- on über diese Methode wird daher weiterhin eine Entfernung der Hoden gewünscht. Da die Ferkelbetäubungssachkunde-Verordnung die Narkose durch sachkundige Landwirte zu- lässt, gab es 2020 in Rheinland-Pfalz einen gro- ßen Schulungsbedarf. Der Pflichtenkatalog sieht einen aufwändigen Schulungsprozess in Theorie und Praxis mit entsprechend zugelassenen Gerä- ten vor. Dazu wurde nach Vorarbeiten der bundes- deutschen Schweinegesundheitsdienste und der Lehr-und Versuchsanstalten ein Schulungskon- zept unter Vorsitz des Schweinegesundheitsdiens- tes des LUA an der Lehr-und Versuchsanstalt Neu- mühle etabliert. Im LUA diagnostizierte anzeigepflichtige Tierseuchen in Rheinland-Pfalz 2020 Untersuchungen Tierseuche (Tierart) Blauzungenkrankheit (Rind)Blut Bovine Virusdiarrhoe (Rind)Ohrstanze Salmonellose1 (Rind)Kot Transmissible Spongiforme Enzephalopathie, atypische Scrapie (Schaf)Monitoring- tierkörper 1 Nachweise Nachweis (Methode) Matrix ProbenBestände Proben Bestände 14.1491.70811 130.8433.68122 2.2598981 53238822 BT-Genom (PCR) BVD-Virus-Antigen (ELISA) Salmonella species (Bakterienkultur) pathologisches Prionprotein (ELISA) hat als Zoonose Bedeutung für den Menschen Auf Grund der Untersuchung verschiedener Matrizes und der Anwendung verschiedener Untersuchungsmethoden sowie gegebenenfalls erfolgter Mehrfachuntersuchungen sind Doppelnennungen von Proben und Beständen möglich. Besondere Schwerpunkte sind neben der Technik, der Organisation und dem Arbeitsschutz die Tier- beobachtung und das Tierverhalten. Auf die Beob- achtung von Schmerzsymptomen und die korrek- ten Maßnahmen zur Schmerzbehandlung wurde besonderer Wert gelegt. Pandemiebedingt wurde der Großteil der Schulungen online angeboten. Die Teilnahme wurde im Webinar und durch fortlaufen- de Fragen bzw. Präsenz bestätigt. Zudem konnte auch noch eine Präsenzveranstaltung unter stren- gen Hygienebedingungen abgehalten werden. Bilanz: Der Schweinegesundheitsdienst des LUA und die Tierärztinnen der Lehr-und Versuchsan- stalt Neumühle haben 43 Teilnehmende erfolg- reich geschult und geprüft. 9

LUA-Bilanz Tiergesundheit & Tierseuchen 2019

[Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] LUA-BILANZ TIERGESUNDHEIT & TIERSEUCHEN Zahlen, Daten und Fakten für das Jahr 2019 © Skitterphoto / Pixabay Tierseuchen-Bilanz 2019: Blauzungenkrankheit ist zurück Die Tierseuchensituation in Rheinland-Pfalz war 2019 geprägt vom Wiederauftreten der Blauzun- genkrankheit bei Rindern. Eine Besonderheit stell- te zudem der erstmalige Nachweis der Wild- und Rinderseuche im Land dar. Solche Erkrankungen möglichst früh nachzuweisen – das ist eine der Aufgaben des Landesuntersuchungsamtes (LUA). Das LUA ist die zentrale Einrichtung für die Diag- nostik anzeigepflichtiger Tierseuchen, meldepflich- tiger Tierkrankheiten, Zoonosen und sonstiger Er- krankungen. Die Untersuchungen im Rahmen von Sanierungs- und staatlichen Monitoringprogram- men werden ergänzt durch differenzialdiagnosti- sche Untersuchungen an Proben erkrankter oder verendeter Tiere. Handelsuntersuchungen wiede- rum garantieren, dass nur gesunde Tiere in ande- re Betriebe verbracht werden. Dieses System er- möglicht es, den Gesundheitsstatus der Nutz- und Wildtierpopulation ständig zu überwachen und den Gesundheitsschutz für Mensch und Tier zu ge- währleisten. Nicht zuletzt wird dadurch sicherge- stellt, dass nur Lebensmittel von gesunden Tieren in den Handel gelangen. Culicoides sonorensis: Gnitzen gelten als Überträger des Blauzungen-Virus. © Wikimedia Commons Insgesamt hat das LUA im Rahmen der Tierseu- chendiagnostik im vergangenen Jahr 320.266 Pro- ben untersucht. Die Probenzahl ist im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 40.000 angestiegen. Der Grund dafür waren die Handelsuntersuchungen auf die Blauzungenkrankheit. 2 Diese Tierseuche war im Winter 2018 im benach- barten Baden-Württemberg aufgetreten und hat- te im Januar 2019 auch Rheinland-Pfalz erreicht. Im Laufe des Jahres wies das LUA den Erreger vom Se- rotyp 8 (BTV-8) in insgesamt sechs Betrieben nach. Die Folge: Ganz Rheinland-Pfalz wurde zum Rest- riktionsgebiet erklärt. Im Restriktionsgebiet muss jeder, der für das Virus der Blauzungenkrankheit empfängliche Tiere hält – also alle Wiederkäuerar- ten wie z. B. Rinder, Schafe, Ziegen, Lamas, Alpakas oder Wildwiederkäuer in Gehegen – dies unver- züglich dem Veterinäramt seiner Kreisverwaltung mitteilen. Für den Handel gelten Einschränkun- gen: Empfängliche Tiere dürfen grundsätzlich nicht in restriktionsfreie Gebiete verbracht werden. Dies gilt auch für Samen, Eizellen oder Embryonen. Ausnahmen sind unter Auflagen möglich, etwa wenn die Tiere nachweislich geimpft sind oder die Erregerfreiheit durch eine Untersuchung festge- stellt wurde. Speziell diese Untersuchungen führ- ten im Institut für Tierseuchendiagnostik des LUA im Laufe des Jahres zu dem deutlichen Anstieg der Probenzahlen. Als Hauptüberträger des Virus der Blauzungen- krankheit (BTV) gelten kleine blutsaugende Mü- cken (Gnitzen). Für den Menschen ist der Erre- ger ungefährlich. Fleisch und Milch infizierter Tiere können ohne Bedenken verzehrt werden. Während Schafe gering bis stark ausgeprägte Symptome zeigen können, verläuft die Erkrankung bei Rin- dern und Ziegen meist ohne eindeutig erkennbare Krankheitsanzeichen. Mögliche Symptome können sein: Fieber, Apathie, Zyanosen (Blaufärbung), Ge- schwüre und Nekrosen in Haut und Maulschleim- haut, an Lippen, Flotzmaul, Zitzen und Euter sowie an den Gliedmaßen mit eventuell einhergehender Lahmheit. Auffällig ist allerdings, dass der aktuel- le grassierende Virusstamm (BTV-8) nur mit wenig ausgeprägten Krankheitsanzeichen einhergeht. Die Bekämpfung dieser anzeigepflichtigen Tierseuche ist dennoch gesetzlich vorgeschrieben. Eine Impfung empfänglicher Tiere gegen die Blau- zungenkrankheit ist zu empfehlen, da sie einen Schutz vor der Erkrankung bietet und den Trans- Erste Nachweise seit 2009: Die Blauzungenkrankheit ist wieder bei Rindern aufgetreten. © ReneH12 / Pixabay port von Tieren aus dem Restriktionsgebiet ermög- licht. Derzeit sind mehrere in Deutschland zuge- lassene BTV-8-Impfstoffe für Rinder und Schafe verfügbar; für Ziegen kann der Impfstoff vom Tier- arzt umgewidmet werden. Zur Unterstützung der Tierhalter zahlen Land und Tierseuchenkasse eine Impfbeihilfe in Höhe von 1,50 EUR (0,80 EUR Land / 0,70 EUR TSK) pro Impfung pro Rind und 1,00 EUR pro Impfung pro Schaf oder Ziege.Weitere anzeigepflichtige Tierseuchen: Scrapie tritt sporadisch auf Im Verlauf des Jahres kam es bei mehreren Be- trieben zu positiven Untersuchungsergebnissen, die durch weiterführende Untersuchungen aller- dings nicht als Feldvirusnachweise bestätigt wer- den konnten. Wie sich durch epidemiologische Er- hebungen in Verbindung mit Untersuchungen am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) herausstellte, han- delte es sich dabei um Nachweise des BT-Impfvi- rus. Mögliche Ursachen hierfür sind die Kontami- nation der Proben mit dem Impfstoff oder eine Beprobung mit zu geringem zeitlichen Abstand zur Impfung. Um solche Vorkommnisse zu verhindern, wurden die praktizierenden Tierärzte vom LUA zur besonderen Vorsicht und zur Hygiene beim Um- gang mit dem Impfstoff und bei der Probenahme aufgefordert.Dazu gehören auch die Transmissiblen Spongi- formen Enzephalopathien (TSE). Diese zentral- nervösen Erkrankungen bei Wiederkäuern wer- den durch fehlgefaltete Eiweiße an der Oberfläche von Gehirnzellen ausgelöst, die nur mikroskopisch sichtbar schwammartige Veränderungen im Ge- hirn hervorrufen. Die Erkrankung äußert sich in Verhaltens- und Bewegungsstörungen, später be- kommen die erkrankten Tiere starken Juckreiz und scheuern sich wund. Von den derzeit 54 anzeigepflichtigen Tierseuchen wurden 2019 in Rheinland-Pfalz sechs nachgewie- sen. Mit Ausnahme der Blauzungenkrankheit wer- den einge dieser Seuchen seit Jahren immer wieder sporadisch bei staatlichen Sanierungsprogrammen oder diagnostischen Untersuchungen festgestellt. Im vergangenen Jahr hat das LUA die Proben von 348 geschlachteten Rindern und 193 geschlach- teten Schafen auf TSE untersucht, außerdem von 5.429 verendeten Rindern und 575 verendeten Schafen und Ziegen. Bei je einem Schlacht- und ei- 3 nem Monitoring-Schaf wurde die atypische Form der Scrapie (Traberkrankheit) nachgewiesen, die bei meist älteren Tieren spontan auftritt. Eine er- bliche Veranlagung betroffener Tiere ist nicht aus- geschlossen. Die Krankheit ist weder auf den Menschen noch auf andere Tiere übertragbar. Den- noch wurden der Tierkörper und die Organe des Schlachtschafs zum Schutz der Verbraucher vor- sorglich beschlagnahmt und unschädlich beseitigt. Von dem Tier gelangte nichts in die Nahrungsmit- telkette. Einem Ausbruch der atypischen Scrapie in ihrer Herde sicher vorbeugen können Tierhalter nicht. Wird die Krankheit nachgewiesen, werden die betroffenen Betriebe durch das lokale Veteri- näramt zwei Jahre lang überwacht und alle ver- endeten und geschlachteten Tiere, die älter als 18 Monate sind, müssen untersucht werden. Fortgeführt wurde die Bekämpfung einer der wirt- schaftlich bedeutsamsten Infektionserkrankungen beim Rind weltweit, der Bovinen Virus Diarrhoe (BVD). Die Erkrankung geht einher mit Durchfall, grippeartigen Erscheinungen und Fruchtbarkeits- störungen. 019 hat das LUA 132.403 Ohrstanzen von Kälbern untersucht. Nachweise des Virusan- tigens wurden bei drei Tieren in zwei Beständen geführt. Ziel der staatlichen Bekämpfung ist es, dauerhaft (persistent) infizierte Tiere aus den Be- ständen zu entfernen und vom Handel auszu- schließen. Diese Tiere scheiden den Erreger lebens- lang aus, ohne selbst zu erkranken. Das Bovine Herpesvirus Typ 1 (BHV1) führt bei Rindern zu einer Infektionskrankheit mit unter- schiedlichen Verlaufsformen. Die Symptome kön- nen von grippeartigen Erscheinungen (Fieber, Nasenausfluss) bis hin zu Milchrückgang und Er- krankungen der Fortpflanzungsorgane reichen. Das Virus ist für Rinder hochansteckend, für den Men- schen aber ungefährlich. 2019 hat das LUA 78.527 Blutproben aus 3.277 Beständen untersucht. Bei 37 Rindern in zwei Beständen wurden Antikörper gegen das BHV-1 Feldvirus nachgewiesen . Rhein- land-Pfalz ist seit Juni 2017 offiziell frei von der Seuche; die Ergebnisse zeigen aber, dass das Vi- rus auf sehr niedrigem Niveau nach wie vor in der deutschen Rinderpopulation vorhanden ist. Betrie- 4 be müssen sich daher weiterhin konsequent durch Biosicherheitsmaßnahmen schützen und dar- auf achten, Tiere ausschließlich aus nachweislich BHV1-freien Beständen zu kaufen. In Deutschland bis dato nicht aufgetreten ist die Afrikanische Schweinepest (ASP). Weil der Erre- ger zuletzt aber wiederholt in Polen und 2018 auch in Belgien nachgewiesen wurde, sind die Veteri- närbehörden in Deutschland weiter äußerst wach- sam. In Rheinland-Pfalz gibt es bereits seit 2014 ein Monitoring bei sogenannten Indikatortieren, also verendeten und bei Unfällen getöteten Wild- schweinen sowie bei Tieren mit pathologisch-ana- tomischen Veränderungen und klinisch auffälligen Tieren. Die Jäger im Land erhalten seit 2019 eine Prämie von 50 Euro, wenn sie Fallwild zur Untersu- chung einsenden, seit Anfang 2020 auch eine Prä- mie für die Einsendung von Unfallwild. Im Jahr 2019 hat das LUA 869 Wildschweine vi- rologisch auf den Erreger der ASP untersucht. Alle Proben waren negativ, es gab keine Hinweise auf ein Seuchengeschehen im Land. Zudem hat das LUA im Rahmen des differenzialdiagnostischen Ausschlusses der ASP 222 Hausschweine aus 41 Beständen untersucht – ebenfalls alle mit negati- vem Ergebnis. Darunter befand sich auch ein Schlachtschwein, bei dem aufgrund pathologisch-anatomischer Ver- änderungen (Blutungen) das Vorliegen der Afrika- nische Schweinepest nicht ausgeschlossen werden konnte. Tatsächlich nachgewiesen wurde schließ- lich aber das Porzine Circovirus Typ 2. Dabei han- delt es sich um eine mit Blutungen und Hautver- änderungen einhergehende Virusinfektion, die nicht staatlich reglementiert wird. Fälle wie dieser unterstreichen die Notwendigkeit der schnellen differenzialdiagnostischen Untersuchungen zum Ausschluss von Seuchen. Eine Bedrohung der Wild- und Hausschweinepopu- lation stellt nach wie vor die Klassische Schwei- nepest (KSP) dar, obwohl Deutschland seit 2012 offiziell frei von dieser anzeigepflichtigen Tierseu- che ist. Auch 2019 gab es in Rheinland-Pfalz kei- Für die Veterinärverwaltung nicht zu greifen: Die Tularämie tritt bei Feldhasen immer wieder auf. © WFranz / Pixabay ne Nachweise des Erregers: Die virologische und/ oder serologische Untersuchung von 15.989 Wild- schweinen brachten keine Hinweise auf ein Seu- chengeschehen. Und auch die Untersuchungen von 1.420 Hausschweinen aus 209 Beständen zum Nachweis von Antikörpern gegen KSP-Virus hatten ein negatives Ergebnis. Das Monitoring bei Haus- schweinen folgt einem risikoorientierten Plan mit Beprobung verendeter Tiere, die in der Tierkörper- beseitigungsanstalt angeliefert werden. Deutschland bleibt weiterhin auch frei von Toll- wut. Um diesen Status aufrechtzuerhalten und In- fektionen in der Wildtierpopulation frühzeitig zu erkennen, werden sogenannte Indikatortiere auf das Virus untersucht: Verendet aufgefundene, ver- unfallte, krank erlegte, oder sonst auffällige Füch- se, Waschbären und Marderhunde, die das natür- liche Reservoir für die Tollwut darstellen. Jägern, die solche Indikatortiere einsenden, wird in Rhein- land-Pfalz eine Prämie von 50 Euro gewährt. 2019 hat das LUA insgesamt 425 Füchse und acht Waschbären mit negativem Ergebnis untersucht. Die Aviäre Influenza (Vogelgrippe) ist eine durch Viren ausgelöste Infektionskrankheit, ihr natürli- ches Reservoir sind wilde Wasservögel. Im vergan- genen Jahr hat das LUA insgesamt 29 Wildvögel auf den Erreger untersucht - alle mit negativem Ergebnis. Außerdem hat das LUA 71 Blutproben von Hühnern, Puten und Gänsen aus insgesamt sechs Beständen ebenfalls mit negativem Ergeb- nis auf Antikörper gegen Aviäre Influenzaviren un- tersucht. Auch wenn es 2019 keine Nachweise gab, bleiben Monitoringuntersuchungen notwen- dig, um Kenntnis über die Verbreitung der Viren bei Wildvögeln zu erlangen. Eine Übertragung auf Hausgeflügel-Bestände muss durch Biosicherheits- maßnahmen in Geflügelbetrieben unbedingt ver- hindert werden. Meldepflichtige Tierkrankheiten: Tularämie bleibt Dauerthema Während es sich bei den anzeigepflichtigen Tier- seuchen um Erkrankungen handelt, die wegen ih- rer wirtschaftlichen und gesundheitlichen Be- deutung für die Allgemeinheit meist staatlich bekämpft werden, werden die Nachweise der mel- depflichtigen Tierkrankheiten lediglich statistisch erfasst. Über ihr Auftreten und ihre Verbreitung soll so ein ständiger Überblick vorhanden sein, um gegebenenfalls von staatlicher Seite eingreifen zu können. Von den 23 meldepflichtigen Tierkrank- heiten wurden in Rheinland-Pfalz im Jahr 2019 ins- gesamt elf nachgewiesen. In diese Kategorie fällt die bakteriell bedingte Tu- larämie (oder Hasenpest). Das LUA hat sie 2019 5 bei acht Feldhasen im Land nachgewiesen. Aus- gangspunkt sind wildlebende Tiere wie Kaninchen oder Hasen. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt vorwiegend durch den direkten Kontakt mit erkrankten Tieren oder deren Organen, z. B. bei beim Abhäuten oder dem Verarbeiten von Wild- fleisch. Ferner ist die Ansteckung durch den Ver- zehr von infizierten oder kontaminierten Lebens- mitteln oder Wasser möglich. Eine Infektion kann auch durch Inhalation von erregerhaltigem Staub erfolgen, der mit Sekreten und Exkreten infizierter Nagetiere kontaminiert ist. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht bekannt. Neben Allgemeinsymptomen (Fieber, Unwohlsein, Muskelschmerz) kann das klinische Bild sehr viel- fältig sein. Es ist abhängig von der Eintrittspforte, der Virulenz des Erregers und der Infektionsdosis. Bei Hasen und Kaninchen verläuft die Tularä- mie in der Regel mit dem Bild einer Blutvergiftung und führt innerhalb weniger Tage zum Tod. Kranke Wildtiere sind matt, teilnahmslos und verlieren die natürliche Scheu und Schnelligkeit. Tote Wildtie- re sollten nicht berührt werden, und Jäger sollten beim Aufbrechen erlegter Tiere besondere Sorg- falt und Hygiene walten lassen. Der Verzehr von Wildfleisch ist unbedenklich, wenn es für mindes- tens zehn Minuten bei 60 Grad Celsius oder mehr durchgegart wird. Sonstige Tierkrankheiten: Neue Seuche in Rheinland-Pfalz Während die Tularämie immer wieder auftritt, wurde die Wild- und Rinderseuche im vergan- genen Jahr erstmals überhaupt in Rheinland-Pfalz nachgewiesen. Die auch unter dem Namen Hä- morrhagische Septikämie bekannte bakterielle Er- krankung ist für Menschen ungefährlich, führt bei Wild- und Nutztieren aber zu gehäuften plötzli- chen Todesfällen. Die Erkrankung befällt Wildwiederkäuer, Rinder, Büffel, kleine Wiederkäuer, Haus- und Wildschwei- ne, selten auch Pferde und Esel. Symptomlos infi- zierte Wildtiere gelten als Reservoir für den Erre- 6 ger und können ihn durch direkten oder indirekten Kontakt, zum Beispiel über das Wasser in Tränken, auch auf Nutztiere übertragen. Typische klinische Anzeichen der Seuche sind ho- hes Fieber, Schwäche, Atemnot, blutiger Durchfall, Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe (Ödeme) an Kopf, Hals und Vorderbrust sowie multiple Blu- tungen. Treten die Krankheitssymptome nach der Inkubationszeit von ein bis fünf Tagen bei einem Tier auf, kommt in der Regel jede Therapie zu spät. Eine Bekämpfung der Infektion mit Antibiotika ist nur in der Frühphase erfolgversprechend. Einen zu- gelassenen Impfstoff gibt es in Deutschland nicht. Einige der typischen Symptome zeigte auch das gut zwei Jahre alte männliche Rind aus dem Wes- terwald, das zur Feststellung der Todesursache ans LUA geschickt worden war. Es stammte aus einer Weidehaltung mit vier Tieren, wovon zwei inner- halb kurzer Zeit verendet waren und eine Schwel- lung des Kopfes aufwiesen. Bei der Sektion stellten die Fachleute des LUA eine mit Gewebsunter- gang und Ödembildung einhergehende Entzün- dung der Muskulatur in Verbindung mit einer bakte- riellen Blutvergiftung fest, hervorgerufen durch den Keim Pasteurella multocida. Eine weiterführende Differenzierung des Erregers am Landeslabor Ber- lin-Brandenburg erbrachte den molekularbiologi- schen Nachweis von Pasteurella multocida „Kapsel- typ B“, dem Erreger der Wild- und Rinderseuche. Im LUA diagnostizierte anzeigepflichtige Tierseuchen in Rheinland-Pfalz 2019 Untersuchungen Tierseuche (Tierart) Nachweise Nachweis (Methode) Matrix ProbenBeständeProbenBestände Blauzungenkrankheit (Rind)Blut47.8701.423376BT-Genom (PCR) Bovines Herpesvirus Typ 1-Infektion (Rind)Blut78.5273.277361BHV-1-gE-Antikörper (ELISA) Bovine Virusdiarrhoe (Rind)Ohrstanze132.4033.80342BVD-Virus-Antigen (ELISA) Koiherpesvirus-Infektion (karpfenartige Fische)Tierkörper14462KHV-Genom (PCR) Tierkörper5546111.493107936Schlacht- tierkörper193./.11Monitoring- tierkörper52039511 Salmonellose1 (Rind) Kot Transmissible Spongiforme Enzephalopathie, atypische Scrapie (Schaf) 1 Salmonella species (Bakterienkultur) pathologisches Prionprotein (ELISA) hat als Zoonose Bedeutung für den Menschen Auf Grund der Untersuchung verschiedener Matrizes und der Anwendung verschiedener Untersuchungsmethoden sowie gegebenenfalls erfolgter Mehrfachuntersuchungen sind Doppelnennungen von Proben und Beständen möglich. In Deutschland gilt die Seuche wegen des insge- samt hohen seuchenhygienischen Standards als getilgt; seit 1969 ist sie nicht mehr anzeigepflich- tig und wird auch nicht mehr staatlich bekämpft. Seit 2010 wurde die Hämorrhagische Septikämie wieder in verschiedenen Bundesländern nachge- wiesen, und zwar im Rahmen zeitlich und räumlich begrenzter Ausbrüche bei Rindern und Wildwie- derkäuern sowie Schweinen und Wildschweinen. Die Herkunft des Erregers konnte bisher nicht zu- friedenstellend geklärt werden. Der Nachweis der Seuche unterstreicht die Notwendigkeit differenzi- aldiagnostischer Untersuchungen zur Feststellung der Erkrankungs- und Todesursachen bei Nutz- und Wildtieren. 7 Im LUA diagnostizierte meldepflichtige Tierkrankheiten in Rheinland-Pfalz 2019 Untersuchungen Tierseuche (Tierart) Im LUA diagnostizierte meldepflichtige Tierkrankheiten in Rheinland-Pfalz 2019 Nachweise Matrix Proben Bestände Proben Bestände Nachweis (Methode) Campylobacteriose1 (Affe)Kot1111Campylobacter jejuni (Bakterienkultur)Salmonellose1 (Esel) Chlamydiose1 (Ziervögel)Tierkörper8541Chlamydia psittaci-Genom (PCR)Salmonellose1 (Nutzgeflügel) Salmonellose1 (Reptilien) Salmonellose1 (Schaf) Echinokokkose (Wildschwein) 1 1./.1./.Echinococcus multilocularis (Finne) (histopathologische Veränderungen) 2./.2./.Echinococcus multilocularis (Finne)-Genom (PCR) 1111 Tierkörper Listeriose1 (Huhn) Listeriose (Schaf) 1 Mareksche Krankheit (Huhn) Tierkörper Tierkörper Tierkörper Tierkörper Paratuberkulose2 (Rind) Kot Kot Paratuberkulose (Rothirsch) 2 Paratuberkulose2 (Ziege) Tierkörper 16 17 14 16 1 16 1 6 Listeria monocytogenes (Bakterienkultur) Mareksche Krankheit,ggf. Gallid Herpesvirus Typ 2-Genom (histopathologische Veränderungen, PCR) 8888säurefeste Stäbchen in Nestern (Ziehl-Neelsen-Färbung) 178542Mycobacterium avium ssp. para- tuberculosis (Bakterienkultur) 87 5 23 ./. 19 3 13Mycobacterium avium ssp. paratuberculosis-Genom (PCR) ./.säurefeste Stäbchen in Nestern, ggf. in Verbindung mit Masp-Gen- om (Ziehl-Neelsen-Färbung, PCR) Tierkörper1111säurefeste Stächen in Nestern (Ziehl-Neelsen-Färbung) Kot7611säurefeste Stäbchen in Nestern (Ziehl-Neelsen-Färbung) Kot 9 8 1 1 Mycobacterium avium ssp. paratuberculosis-Genom (PCR) Untersuchungen Tierseuche (Tierart) Nachweise Matrix Proben Bestände Proben Bestände Kot1111 Kot1684711 Sockentupfer34211732 Kot6141 Tierkörper433633* Kot12832* Tierkörper331411 Kot641584 Salmonellose1 (Taube)Tierkörper191321 Salmonellose1 (Wildtiere)Tierkörper13./.2./. Salmonellose1 (Wildvögel)Tierkörper8./.1./. Salmonellose1 (Zootiere)Kot29./../.1 Säugerpocken, Kuhpockenvirus1 (Erdmännchen)Tierkörper2121 Toxoplasmose1 (Rind)Tierkörper514411 Nachweis (Methode) Salmonella spezies (Bakterienkultur) Salmonellose1 (Schwein) Orthopoxvirus (Kuhpockenvi- rus)-Genom (PCR) Toxoplasma gondii (Zyste)-Genom (PCR) Toxoplasmose1 (Schaf)Tierkörper504511Tularämie1 (Feldhase)Tierkörper22./.8./.Francisella tularenis-Genom (PCR) Verotoxin bildende Escherichia coli1 (Rind)Kot967133Verotoxin bildende Escherichia coli, -Genom (Bakerienkultur, PCR) 1hat als Zoonose Bedeutung für den Menschen 2hat als Zoonose potenziell Bedeutung für den Menschen Auf Grund der Untersuchung verschiedener Matrizes und der Anwendung verschiedener Untersuchungsmethoden sowie gegebenenfalls er- folgter Mehrfachuntersuchungen sind Doppelnennungen von Tieren und Beständen möglich. 8 9

Reproductive parameters and oocyte fatty acid compositions in European sprat Sprattus sprattus sampled in the Baltic Sea

Fecundity of marine fish species is highly variable, but trade-offs between fecundity and egg quality have rarely been observed at the individual level. We investigated spatial differences in reproductive investment of individual European sprat Sprattus sprattus (Linnaeus 1758) females by determining batch fecundity, condition indices (somatic condition index and gonadosomatic index) as well as oocyte dry weight, protein content, lipid content, spawning batch energy content, and fatty acid composition. Sampling was conducted in five different spawning areas within the Baltic Sea between March and May 2012. Sampling was conducted in the Baltic Sea during three cruises of the German RV “Alkor” in March (https://www2.bsh.de/aktdat/dod/fahrtergebnis/2012/20120331.htm), April (http://dx.doi.org/10.3289/CR_AL390), and May (http://dx.doi.org/10.3289/CR_AL392) 2012. Five different areas were sampled: KB, AB, Bornholm Basin (BB), Gdansk Deep (GD), and Gotland Basin (GB). Fish were caught with a pelagic trawl. Trawling time was in general 30 minutes per haul. The total lengths (TL, ±0.1 cm) of at least 200 sprat per haul were measured for length frequency analysis. Only female sprat with ovaries containing fully hydrated oocytes were sampled, running ripe females were rejected to avoid possible loss of oocytes, as this would lead to an underestimation of batch fecundity. Sprat were sampled immediately after the haul was on deck and stored on crushed ice. The sampled fish were weighed (wet mass WM, ±0.1 g) and measured (TL, ±0.1 cm), and their ovaries were dissected carefully. Oocytes were extracted from a single ovary lobe, rinsed with deionized water, and counted under a stereo microscope (Leica MZ 8). A counted number of oocytes (around 50 oocytes per fish) were transferred to pre-weighed tin-caps (8 x 8 x 15 mm). These samples were used to determine the oocyte dry weight, lipid content, and fatty acid composition. In addition, a counted number of oocytes (around 10 oocytes per fish) were sampled in Eppendorf caps for determination of protein content. Oocyte samples were stored at -80 °C for subsequent fatty acid and protein analysis in the laboratory. Finally, both ovary lobes were stored in 4% buffered formaldehyde solution for further fecundity analysis. Ovary free body mass (OFBM, ±0.1 g) of sampled frozen fish and fixed ovary mass (OM, ±0.1 g) were measured (Sartorius, 0.01 g) in the laboratory on land, to avoid imprecise measurements due to the ship's motion at sea. Absolute batch fecundity (ABF) was determined gravimetrically using the hydrated oocyte method suggested by Hunter et al. (1985) for indeterminate batch spawners. For ascertainment of the relative batch fecundity per unit body weight (RBF), ABF was divided by OFBM. Further, a condition index (CI) was determined: CI = (OFBM/〖TL〗^3 )× 100. A gonadosomatic index (GSI) was calculated with the following formula: GSI = (OM/OFBM)× 100. Oocyte dry weight was determined to the nearest 0.1 µg (Sartorius SC 2 micro-scale), using the samples stored in pre-weighed tin caps, after freeze-drying (Christ Alpha 1-4) for at least 24 hours. After subtracting the weight of the empty tin cap, the average oocyte dry mass (ODM) was then calculated by dividing the total weight by the number of oocytes contained in the tin cap. The fatty acid signature of oocytes was determined by gas chromatography (GC). Lipid extraction of the dried oocytes was performed using a 1:1:1 solvent mix of dichloromethane:methanol:chloroform. A five component fatty acid methyl ester Mix (13:0 - 21:0, Restek, Bad Homburg, Germany; c = 8.5 ng component µl-1) was added as an internal standard and a 23:0 fatty acid standard (Restek, Bad Homburg, Germany, c = 25.1 ng µl-1) was added as an esterification efficiency control. Esterification was performed over night at 50 °C in 200 µl 1% H2SO4 and 100 µl toluene. The solvent phase was transferred to 100 µl n-hexane and a 1 µl aliquot measured in a Thermo Fisher Trace GC Ultra with a Thermo Fisher TRACETM TR-FAME column (10 m*0.1 mm*0.2 µm). For more details on sample preparation and GC settings, see Hauss et al. (2012). The total lipid content per oocyte was determined by adding up the weights of all detected fatty acids. To ensure comparability with past studies, results for FA are given as a percentage of the combined weights of all detected FA. An average of 10 oocytes were transferred to 5*9 mm tin cups (Hekatech) and dried at 50 °C for >24 h. Total organic carbon (C) and nitrogen (N) content was measured using a Thermo Fisher Scientific Elemental Analyzer Flash 2000. From the total amount of N in the sample, the oocyte protein content was calculated according to Kjeldahl (Bradstreet, 1954), using a factor of 6.25. The oocyte gross energy content was calculated on the basis of measured protein and lipid content, which were multiplied with corresponding energy values from literature. The measured amount of proteins per given oocyte (P, mg) was multiplied by a factor of 23.66 J mg-1 and was added to the total amount of lipids per oocyte (L, mg) multiplied by 39.57 J mg-1 (Henken et al. 1986). Consequently, the oocyte energy content of each individual female sprat was multiplied by its relative batch fecundity in order to obtain a standardized estimate of the total amount of energy invested into a single spawning batch (SBEC, J g-1 OFBM): SBEC = [(P × 23.66 (J )/mg)+(L × 39.57 (J )/mg)]× RBF

Anwendung molekularer Methoden für den Nachweis und die Identifikation von Protozoen in den Kläranlagen von Hamburg

G. lamblia und C. purvum sind die häufigsten humanpathogenen Protozoen. Sie werden in den industrialisierten Länder durch Wasser übertragen. Es ist bekannt, dass die infektiösen Formen, Zysten und Oozyten, hoch resistent gegenüber Massnahmen der Abwasserreinigung sind und eine potentielle Gefahr für die Bevölkerung sowohl durch kontaminiertes aufbereitetes Wasser als auch Frischwasser darstellen. Das Auftreten von Giardia und Cryptosporidium in Hamburger Abwasseraufbereitungsanlagen wurde bisher nicht untersucht. Diese Studie hat zum Ziel, auf molekularer Ebene das Protozoenkollektiv in einer Hamburger Abwasseraufbereitungsanlage nachzuweisen und zu charakterisieren. Von besonderem Interesse ist dabei der Einfluss der Aufbereitungsmethoden von kommunalem Abwasser und Klärschlamm auf ihr Überleben. Speziell wird die Studie die Persistenz der Protozoen in der Abwasseraufbereitungsanlage nachweisen und verfolgen; die Konzentrationen an Protozoen in unterschiedlichen Klärstadien bestimmen sowie die Effektivität der einzelnen Klärstadien aufzeigen. Die Ergebnisse der Studien können in zweifacher Hinsicht nützlich sein. Zum einen können diese Daten liefern, die für das Design eines guten Abwassermanagements wichtig sind, und zum anderen die Basis für ein Verständnis der Epidemologie von Parasiten darstellen, was wichtig für die Auslegung von Kontrollmaßnahmen ist.

Ein umfassender Forschungsansatz für die Rettung des Sabah-Nashorn: Nicht-chirurgische Embryonengewinnung und Kryokonservierung in Verbindung mit einer Populationserhebung der Sabah-Unterart des Sumatranashorn

Schwerpunktprogramm (SPP) 1313: Biological Responses to Nanoscale Particles, Tailored silver nanoparticles (NPs) in biological environments: Interactions with phase boundaries, biomolecules and cells (nano.ag)

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