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Evaluierung der Fortschreibung des Abfallvermeidungsprogramms und Erarbeitung von Vorschlägen zur strategischen Weiterentwicklung

Gemäß den Vorgaben in der AbfRRL und im KrWG ist alle 6 Jahren eine Evaluierung und bei Bedarf eine Fortschreibung des Abfallvermeidungsprogramms (AVP) vorgesehen. Das deutsche AVP aus dem Jahr 2013 wurde 2019 erstmals evaluiert und in Zusammenarbeit mit den Ländern 2021 fortgeschrieben. Um eine konsistente Weiterentwicklung des Programmes im Einklang mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen und den getroffenen Zielsetzungen zu gewährleisten, ist eine erneute Evaluierung und ggf. Fortschreibung des Programmes erforderlich. Anhand einer Sachstandsanalyse und durch Befragungen sind der Stand der Umsetzung des AVP auf Bundes-, Länder- und Kommunalebene sowie der Umsetzungsstand der enthaltenen Prüfaufträge zu erheben und zu bewerten. Der bestehende gesetzliche Rahmen (AbfRRL, KrWG etc.) und absehbare Novellierungen sind auf Kongruenz mit dem AVP zu prüfen und ggf. Vorschläge zur Erweiterung zu unterbreiten. Ebenso sind neue strategische Zielsetzungen, ökologisch problematische Produktentwicklungen und sich verändernde gesellschaftliche Trends und Ihre ökologischen Auswertungen in die Analyse einzubeziehen und auf eine Integration in das Programm zu prüfen. In diesem Zusammenhang ist zu untersuchen, welche weiteren bislang ungenutzten Potenziale und noch nicht adressierten Aspekte der AV bei der Weiterentwicklung des AVP berücksichtigt werden sollten und bei welchen Maßnahmenkomplexen eine besondere Schwerpunktsetzung erfolgen sollte. Bereits abgeschlossene Vorhaben sind zu analysieren, ob Handlungsempfehlungen und Vorschläge bisher nicht umgesetzt wurden. Identifizierte Lücken sind in Hinblick auf eine Aufnahme zu werten. Eine ggf. erforderliche Fortschreibung des AVP ist zu unterstützen.

Indikator: Abfallmenge – Siedlungsabfälle

<p>Die wichtigsten Fakten</p><p><ul><li>Das Aufkommen von Siedlungsabfällen zeigt im Zeitablauf nur geringe Schwankungen und lag im Jahr 2023 bei 48,9 Millionen Tonnen.</li><li>Ziel der Umweltpolitik ist die Vermeidung von Abfällen.</li><li>Bei den Siedlungsabfällen wird dieses Ziel nicht erfüllt. Um den Ressourcenverbrauch zu verringern, müssen die Siedlungsabfälle weiter zurückgehen.</li></ul></p><p>Welche Bedeutung hat der Indikator?</p><p>Um den Rohstoffbedarf der Volkswirtschaft zu reduzieren, verfolgt die Politik verschiedene Strategien. Ein Ansatz ist die Vermeidung von Abfällen. So definiert das <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/krwg/">Kreislaufwirtschaftsgesetz</a> in Paragraph 6 eine Abfallhierarchie: Höchste Priorität hat demnach die Abfallvermeidung. Abfälle, die nicht entstehen, erzeugen auch keine Umweltbelastungen, die sonst bei ihrer Sammlung und Sortierung, sowie der weiteren Verwertung oder Deponierung entstehen würden. Das gesamte Abfallaufkommen Deutschlands setzt sich zusammen aus Siedlungsabfälle, Abfälle aus der Gewinnung und Behandlung von Bodenschätzen, übrige Abfälle (insbesondere aus Produktion und Gewerbe), Bau- und Abbruchabfälle sowie Abfälle aus Abfallbehandlungsanlagen. Zwar wird das Abfallaufkommen vor allem von Bauabfällen dominiert, die rund 52,3 % am Aufkommen ausmachen und bildet somit vor allem die Konjunktur der Bauindustrie ab, doch sollte auch die Relevanz der jeweiligen Abfallströme in Betracht gezogen werden. Der hier verwendete ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/i?tag=Indikator#alphabar">Indikator</a>⁠ stellt die Entwicklung des Teilstroms der Siedlungsabfälle dar, die 2023 rund 15,2 % des gesamten Netto-Abfallaufkommens ausmachten. Unter Siedlungsabfällen werden im Wesentlichen die Abfallarten zusammengefasst, die bei kommunalen Abfallwirtschafts-Betrieben anfallen. „Abfallproduzenten“ sind vor allem private Haushalte, Verwaltung und Gewerbe-Betriebe. &nbsp;Das Siedlungsabfallaufkommen bildet somit das Verhalten eines breiten Spektrums von Abfallverursachern ab und wird in nicht gefährliche und gefährliche Abfälle unterteilt.</p><p>Wie ist die Entwicklung zu bewerten?</p><p>Die Menge der Siedlungsabfälle hat sich im Zeitraum zwischen 2010 und 2021 kaum verändert: Lag sie im Jahr 2010 noch bei 49,2 Mio. t, war der Höhepunkt des Aufkommens im Jahr 2016 bei 52,1 Mio. t erreicht. In den folgenden Jahren verblieb die Siedlungsmenge bei Werten über 50 Mio. Im Jahr 2022 sank das Siedlungsabfallaufkommen mit einem Wert von 48,6 Mio. t erstmals unter den von 2010 (49,2 Mio. t) und blieb auch 2023 mit 48,9 Mio. t unter dem Wert von 2010.</p><p>Mit dem Ziel, die Abfallvermeidung zu stärken, hat die Bundesregierung gemäß § 33 Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) 2013 ein <a href="https://www.bmuv.de/download/abfallvermeidungsprogramm-des-bundes-unter-beteiligung-der-laender-fortschreibung-wertschaetzen-statt-wegwerfen">Abfallvermeidungsprogramm</a> des Bundes unter Beteiligung der Länder beschlossen und im Jahr 2020 fortgeschrieben. Während das Kreislaufwirtschaftsgesetz die Vermeidung der Entstehung von Abfällen als höchste Priorität ausgibt, wird im Abfallvermeidungsprogramm die Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Abfallmenge angestrebt: Die Abfallmenge soll höchstens so schnell wachsen wie die Wirtschaft. Während ein Rückgang der Abfallmengen im betrachteten Zeitraum nicht zu verzeichnen war, kann eine leichte Entkopplung vom Wirtschaftswachstum beobachtet werden: Während die deutsche Wirtschaft zwischen 2010 und 2021 um etwa 15,9 % wuchs (<a href="https://www.statistischebibliothek.de/mir/receive/DEHeft_mods_00159547">Statistisches Bundesamt</a>, BIP preisbereinigt) nahm die Menge der Siedlungsabfälle um lediglich etwa 5,9 % zu. 2022 war erstmalig ein Rückgang der Siedlungsabfälle um 1,4 % gegenüber 2010 zu verzeichnen. Der Rückgang der Siedlungsabfälle bewegt sich 2023 auf ähnlichem Niveau. Weitere Anstrengungen sind dennoch erforderlich, um die Abfallmengen auf allen Stufen der Wertschöpfungskette wirksam zu reduzieren.</p><p>Wie wird der Indikator berechnet?</p><p>Das Abfallaufkommen wurde bis zum Berichtsjahr 2020 jährlich in der <a href="https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Umwelt/Abfallwirtschaft/Tabellen/liste-abfallbilanz-kurzuebersicht.html">Abfallbilanz</a> des Statistischen Bundesamtes veröffentlicht. Ab dem Berichtsjahr 2020 wurde das bisherige Format der Abfallbilanz durch den Statistischen Bericht - Abfallbilanz abgelöst (<a href="https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Umwelt/Abfallwirtschaft/Publikationen/_publikationen-innen-abfallbilanz.html">Statistisches Bundesamt 2025</a>). Die Abfallstatistik basiert auf einer Reihe unterschiedlicher Erhebungen, die zur Abfallbilanz zusammengefasst werden. Weitere Angaben zu den abfallstatistischen Erhebungen sind in den jeweiligen <a href="https://www.destatis.de/DE/Methoden/Qualitaet/Qualitaetsberichte/Umwelt/einfuehrung.html">Qualitätsberichten</a> zu finden.</p><p><strong>Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel <a href="https://www.umweltbundesamt.de/daten/ressourcen-abfall/abfallaufkommen">"Abfallaufkommen"</a>.</strong></p>

Abfall- und Kreislaufwirtschaft

<p>Die Abfallwirtschaft ist für den gesamten Abfallkreislauf verantwortlich: von der Abfallvermeidung über die Wiederverwendung und Verwertung bis hin zur Beseitigung. Auch das Sammeln und der Transport von Abfällen, die Sortierung und die Behandlung gehören zu ihren Aufgaben.</p><p>Abfallwirtschaft in Deutschland</p><p>Für Bürgerinnen und Bürger in Deutschland ist es nahezu selbstverständlich, dass Abfälle gesammelt und entsorgt werden. Diese Selbstverständlichkeit steht aber am Ende eines langen Entwicklungsprozesses der Abfallwirtschaft, der Abfalltechnik und des Abfallrechts in Deutschland.</p><p>Erste gesetzliche Grundlagen für die Abfallentsorgung in Deutschland wurden Anfang des 19. Jahrhunderts in einigen Landesteilen entwickelt. Nachdem die Zusammenhänge zwischen fehlender Stadthygiene und weitverbreiteten Krankheiten wie Cholera immer deutlicher wurden, legte man mehr Wert auf eine geordnete Entwässerung und Abfallentsorgung. Auf kommunaler und regionaler Ebene wurden entsprechende Vorkehrungen getroffen.</p><p>Die erste bundeseinheitliche rechtliche Regelung wurde 1972 mit dem Erlass des Abfallbeseitigungsgesetzes geschaffen. Bereits 1974 wurden auch auf europäischer Ebene zahlreiche Regelungen erlassen um die Anforderungen an Vermeidung, Verwertung und Beseitigung von Abfällen in allen EU-Mitgliedsstaaten zu harmonisieren. Die zentrale europäische Vorgabe in diesem Politikbereich ist die 2018 aktualisierte <a href="http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2008:312:0003:0030:de:PDF">EU-Abfallrahmenrichtlinie</a>.</p><p>Die aktuelle Grundlage für das Abfallrecht in Deutschland ist das <a href="https://www.bmuv.de/WS587">Kreislaufwirtschaftsgesetz</a> (KrWG), das im Jahr 2020 novelliert wurde und die Vorgaben des europäischen Abfallrechts umsetzt.</p><p>Am 31. Juli 2013 hat das Bundeskabinett das unter der Beteiligung der Länder erarbeitete <a href="https://www.bmuv.de/publikation?tx_bmubpublications_publications%5Bpublication%5D=77&amp;cHash=8b1574d2e57dcc88815b0a513a4961ec">Abfallvermeidungsprogramm des Bundes</a> verabschiedet. Es erfasst systematisch und umfassend zielführende Ansätze der öffentlichen Hand zur Abfallvermeidung in Form von konkreten Empfehlungen, Instrumenten und Maßnahmen. Es analysiert unterschiedliche abfallvermeidende Maßnahmen in der Produktion, Produktgestaltung, Handel, Gewerbe und dem Gebrauch von Produkten auch unter Beachtung von ökonomischen, sozialen und rechtlichen Kriterien.</p><p>Mit dem „<a href="https://www.bmuv.de/download/abfallvermeidungsprogramm-des-bundes-unter-beteiligung-der-laender-fortschreibung-wertschaetzen-statt-wegwerfen">Abfallvermeidungsprogramm des Bundes unter Beteiligung der Länder: Fortschreibung</a>“ (Oktober 2020) wird der 2013 angestoßene Prozess fortgeführt und erweitert. Nun werden auch Maßnahmen einbezogen, die Bürgern, Unternehmen, Vereinen und anderen Institutionen Abfallvermeidungsmöglichkeiten aufzeigen.</p><p>Von der Beseitigung zum Kreislauf</p><p>Die Abfallwirtschaft hat sich in diesem Zeitraum seit 1972 erheblich gewandelt. Der dabei vollzogene Schritt von der Beseitigungswirtschaft zur Kreislaufwirtschaft stellt einen bedeutenden Paradigmenwechsel dar. Ziel ist es nunmehr, natürliche Ressourcen zu schonen und Abfälle umweltverträglich zu bewirtschaften. Dabei spielen die nachhaltige Verbesserung des Umwelt- und Klimaschutzes sowie die Ressourceneffizienz eine wesentliche Rolle.</p><p>Ein zentraler Grundsatz des Gesetzes ist die fünfstufige Abfallhierarchie:</p><p>Abfälle müssen von Anfang an getrennt gesammelt werden, um die stofflichen Potenziale der verschiedenen Abfallströme möglichst vollständig nutzen zu können. Die getrennte Erfassung der Abfälle ist für die Einhaltung der abfallstromspezifischen Qualitätsanforderungen bei der stofflichen Verwertung grundsätzlich erforderlich. Die haushaltsnah anfallenden Abfallströme Altpapier, Altglas, Kunststoffabfälle und Bioabfälle sind gemäß Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) seit 2015 verpflichtend getrennt zu sammeln. Die Pflicht zur getrennten Sammlung gilt gemäß Elektro- und Elektronikgerätegesetz (<a href="https://www.gesetze-im-internet.de/elektrog_2015/__10.html">§10 Abs. 1 ElektroG</a>) auch für derartige Geräte sowie laut Batteriegesetz (<a href="https://www.gesetze-im-internet.de/battg/__11.html">§11 Abs. 1 BattG</a>) für Altbatterien und Akkumulatoren.</p><p>Das im KrWG verankerte Instrument der Produktverantwortung legt Verantwortlichkeiten entlang des Lebenszyklus von Produkten fest. Es schafft Anreize, langlebige und abfallarme Produkte herzustellen. Die Produktverantwortung soll zudem die umweltverträgliche Verwertung und Beseitigung nach dem Gebrauch sicherstellen.</p><p>Das ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/daten/ressourcen-abfall/abfallaufkommen">Netto-Abfallaufkommen</a>⁠ in Deutschland beträgt jährlich etwa 350 Millionen Tonnen. Bau- und Abbruchabfälle (einschließlich Straßenaufbruch) machen mit rund 60 Prozent den Großteil dieses Abfallaufkommens aus. Rund 14 Prozent sind Siedlungsabfälle. Der Anteil der auch als „Sonderabfälle“ bekannten gefährlichen Abfälle beträgt rund fünf Prozent. Weitere Informationen unter Abfallstatistik.</p><p>Zur Bewältigung dieser Abfallströme stehen eine Reihe hochwertiger Entsorgungsverfahren zur Verfügung, deren Weiterentwicklung das ⁠UBA⁠ gefördert und begleitet hat. Dabei kommen je nach Abfallart unterschiedliche Abfallbehandlungsverfahren zum Einsatz.</p><p>Die Abfallwirtschaft in Deutschland ist technologisch hoch entwickelt. Deshalb unterstützt das ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/u?tag=UBA#alphabar">UBA</a>⁠ gezielt den Transfer von Wissen und Technologien.</p><p>Im Zusammenhang mit grenzüberschreitenden Abfallverbringungen wurde 1994 im UBA auf Grundlage des Abfallverbringungsgesetzes die Anlaufstelle Basler Übereinkommen eingerichtet. Die Anlaufstelle hat insbesondere die Aufgabe, über den Abfalltransport durch Deutschland zu entscheiden (Erteilung von Transitgenehmigungen), Informationsanfragen zu beantworten sowie Behörden und die Wirtschaft zu beraten. Ferner ist sie Kontaktstelle für andere Anlaufstellen und das Sekretariat der ⁠UNEP⁠ und der EU-Kommission</p>

Dialoge zum Abfallvermeidungsprogramm II

Das erste Abfallvermeidungsprogramm (AVP) des Bundes unter Beteiligung der Länder wurde 2013 veröffentlicht. Damit wurden erstmals systematisch und umfassend Ansätze der öffentlichen Hand zur Abfallvermeidung (AV) in Form von Empfehlungen konkreter Instrumente und Maßnahmen erfasst. Gleichzeitig begann ein Dialogprozess zur AV zwischen Bund, Ländern, Kommunen und weiteren Beteiligten. Das AVP soll nach den Vorgaben des Art. 29 der AbfRRL (2008/98/EG) sowie des § 33 KrWG bei Bedarf alle 6 Jahre fortgeschrieben werden. Eine Fortschreibung ist für Anfang 2021 geplant. Das AVP II soll sich auf bestimmte Stoffströme und Konzepte der AV fokussieren. Anhand dieser sollen AV-Maßnahmen für private Akteure, Wirtschaft als auch an öffentliche Einrichtungen erarbeitet und vorgestellt werden. Eine wichtige Grundlage für die Erstellung der Fortschreibung des AVP sind die Ergebnisse aus dem Dialogprozess zum ersten AVP, mit dem insbesondere Hemmnisse der AV herausgearbeitet, aber auch Impulse für die Verbesserung der AV aufzeigt werden konnten. Daher ist auch bei der Fortschreibung ein breit angelegter Dialogprozess anzusetzen, der zu 4 ausgewählten Handlungsfeldern je 2 Dialoge zu jedem Handlungsfeld beinhaltet. Ziel ist auch hier, die Kommunikation und Vernetzung zwischen den am Umsetzungsprozess des AVP Beteiligten zu stärken. Im Ergebnis des Austausches sollen weitere geeignete Instrumente zum Abbau von Hemmnissen erarbeitet und Impulse gegeben werden, die die handelnden Akteure sowie Entscheidungsträger motivieren, künftig die AV stärker in den Blick zu nehmen und die Maßnahmen zur AV besser umzusetzen. Zur Unterstützung der erfolgreichen Maßnahmenumsetzung und einer verbesserten Kommunikation sollen Informationsgrundlagen und Handlungsleitfäden für den Dialogprozess für die relevanten Stakeholder und Multiplikatoren erstellt werden sowie geeignete Kommunikationsansätze und abzuleitende (künftige) Handlungsschwerpunkte entwickelt werden.

Methoden und Normen zur Stärkung der Materialeffizienz unter der Ökodesign-Richtlinie

a) Zielstellung, fachliche Begründung: Im Januar 2016 haben die Europäischen Normenorganisationen CEN und CENELEC das Normungsmandat M/543 zur Stärkung der Materialeffizienz unter der Ökodesign-Richtlinie angenommen und ein diesbezügliches Arbeitsprogramm ausgearbeitet. Bis zum März 2019 sind horizontale Normen und Leitlinien zu Themen wie Recyclingfähigkeit, Lebensdauer, Wiederverwendbarkeit und Reparierbarkeit auszuarbeiten. Das Vorhaben dient der wissenschaftlichen Begleitung und der Unterstützung von Bundesumweltministerium (BMUB) und Umweltbundesamt (UBA) in den Normungsprozessen. Inhaltlicher Schwerpunkt sollen dabei vor allem die Lebensdauer und Reparierbarkeit energieverbrauchsrelevanter Produkte sein. Da im Rahmen des Mandates zunächst nur horizontale Normen entwickelt werden, soll das Vorhaben an Fallstudien aufzeigen, wie eine produktspezifische Umsetzung erfolgen kann. Abschließend sind Handlungsempfehlungen für die Fortschreibung des Abfallvermeidungsprogramms des Bundes und der Länder und das Ressourcenschutzprogramm Progress abzuleiten. b) Ergebnisse: Durch seine Mitarbeit im Normungsgremium 'NA 172-00-14 GA Ökodesign, insbesondere Materialeffizienz von energieverbrauchsrelevanten Produkten' kann UBA die Ergebnisse direkt umsetzen. Die Erkenntnisse leisten außerdem einen wichtigen Beitrag für die Arbeiten des DIN KU-Themenschwerpunktes 3 'Abfallvermeidung durch Produkt- und Prozessgestaltung' und sollen Impulse für die Fortschreibung des Abfallvermeidungsprogramms des Bundes und der Länder liefern.

UBA-Studie zur Weiterentwicklung des Abfallvermeidungsprogramms

<p>2013 wurde das Abfallvermeidungsprogramm des Bundes verabschiedet. Mit dem Programm sollten Abfallmengen reduziert werden. Das Programm wurde einer kritischen Bewertung unterzogen und wird nun im Jahr 2020 fortgeschrieben. Dafür wurden in einer UBA-Studie prioritäre Abfallströme und Konzepte erarbeitet und Maßnahmenvorschläge entwickelt, um die Abfallvermeidung zukünftig konkreter auszugestalten.</p><p>Abfallvermeidung schont Ressourcen und schützt damit auch Mensch und Umwelt. Im Juli 2013 wurde von der Bundesregierung erstmalig ein Abfallvermeidungsprogramm verabschiedet. 2019 stand die erste Überprüfung des Programms an: Im Rahmen eines ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/u?tag=UBA#alphabar">UBA</a>⁠-Forschungsvorhabens wurde der aktuelle Status der Umsetzung des Programms ermittelt und bewertet. Dabei wurden ungenutzte Abfallvermeidungspotenziale erörtert und der Ist-Stand in Hinblick auf die Umsetzung des Abfallvermeidungsprogramms auf Ebene des Bundes, der Länder sowie der Kommunen analysiert. Als Ergebnis hat das UBA jetzt konkrete Vorschläge für eine mögliche Weiterentwicklung und Fortschreibung des Programms erarbeitet. Dazu hat das UBA ausgewählte Abfallströme und Vermeidungsansätze priorisiert und konkrete Maßnahmenvorschläge dazu erarbeitet.</p><p>Das UBA empfiehlt, bei der Fortschreibung des Abfallvermeidungsprogramms Kunststoffverpackungs- und Lebensmittelabfälle, Elektro(nik)altgeräte und Bau- und Abbruchabfälle, aber auch die öffentliche Beschaffung und die Reparatur bzw. Wiederverwendung und Produkt-Dienstleistungs-Systeme in den Blick zu nehmen. Dafür wurden auch konkrete Handlungsansätze formuliert. Eine stärkere institutionelle Verankerung und eine handlungsorientiertere Struktur des Abfallvermeidungsprogramms sind bei dessen Fortschreibung notwendig. Ziel muss es sein, nicht nur das Abfallaufkommen und die mit ihm verbundenen Umweltbelastungen deutlich von der wirtschaftlichen Entwicklung zu entkoppeln, sondern auch die Abfallmengen signifikant zu reduzieren.<br><br></p>

Kommunikationsstrategie und -umsetzung bei der Erstellung des Abfallvermeidungsprogramms

Bestimmung der soziologischen Faktoren der Abfallvermeidung und Konzipierung einer zielgruppenspezifischen Kommunikation

Abfallvermeidung steht an oberster Stelle der Abfallhierarchie. Die Möglichkeiten des Staates, Abfallvermeidung bei den Akteuren zu erreichen, sind im Abfallvermeidungsprogramm des Bundes und der Länder von 2013 beschrieben und zuvor von zwei Forschungsvorhaben untersucht worden. Unklar ist jedoch, wie Bürgerinnen und Bürger den öffentlichen Diskurs zur Abfallvermeidung wahrnehmen, reflektieren und welche Auswirkungen diese Kommunikation auf das abfallbezogene Umweltverhalten hat. Des Weiteren sind soziodemografische Einflussfaktoren (z.B. Einkommen, Bildung, Haushaltsgröße, Kaufkraft) und unterschiedliche Lebensstile auf Abfallaufkommen und Zusammensetzung unzureichend erforscht, was eine zielgruppenspezifische Kommunikation für die Abfallvermeidung erschwert. Es muss daher untersucht werden, inwieweit sich ein milieuspezifisches 'Abfallverhalten' identifizieren lässt und inwieweit die Kommunikation zur Abfallvermeidung reflektiert wird und in einem geänderten abfallbezogenen Umweltverhalten mündet. Das Vorhaben soll soziologische Bestimmungsfaktoren der Abfallvermeidung herausarbeiten und untersuchen, inwieweit ein milieuspezifisches Abfallverhalten zu identifizieren ist. Zudem soll festgestellt werden, inwieweit eine Kommunikation zur Abfallvermeidung wahrgenommen und reflektiert wird und ob sie letztlich zu Verhaltensänderungen in Hinblick auf die Entstehung von Abfällen führt. Dazu ist ein Methodenmix aus quantitativen und qualitativen Ansätzen anzuwenden (repräsentative Onlinebefragung, Abfallanalyse, explorative Interviews und milieuspezifische Fokusgruppendiskussionen). In Auswertung der Erkenntnisse ist ein Konzept für eine strategische, zielgruppenspezifische Kommunikation zur Abfallvermeidung zu entwickeln.

Abfallvermeidung

Abfallvermeidung bedeutet, dass Abfälle gar nicht erst entstehen und folglich auch nicht entsorgt werden müssen. Die Abfallvermeidung hat als erste von fünf Stufen der Abfallströme daher den höchsten Stellenwert. Das Saarland beteiligt sich am Abfallvermeidungsprogramm des Bundes und der Länder , hat ein Gutachten zur Stärkung der Abfallvermeidung im Saarland (PDF, 558KB, Datei ist nicht barrierefrei) als Handlungsgrundlage erstellen lassen und entwickelt eigene Kampagnen und Strategien, Becherheld,Umweltpakt, Runder Tisch Lebensmittelverluste Aktionswoche gegen Lebensmittelverschwendung . Maßnahmen zur Abfallvermeidung umfassen sowohl den privaten Bereich (Konsumverhalten) als auch den gewerblichen und öffentlichen Bereich. Viele Anregungen dazu finden sich in der Broschüre „Wertschätzen statt Wegwerfen“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Nukleare Sicherheit.

Abfallvermeidung messbarer machen

<p>Abfälle vermeiden schont Ressourcen und schützt Mensch und Umwelt. Im Abfallvermeidungsprogramm des Bundes wurden darum 2013 Ziele und Maßnahmen festgehalten und bereits mögliche Indikatoren benannt. Bisher ist jedoch unbekannt, wie wirksam diese sind. Um den Erfolg von Abfallvermeidungsmaßnahmen wissenschaftlich messbar zu machen, wurden für eine UBA-Studie geeignete Indikatoren entwickelt.</p><p>Um die mit der Abfallerzeugung verbundenen Umweltauswirkungen unabhängig vom Wirtschaftswachstum zu betrachten, müssen Ziele und Maßnahmen zur Abfallvermeidung überwacht und fortgeschrieben werden. Im Abfallvermeidungsprogramm des Bundes unter Beteiligung der Länder aus dem Jahr 2013 wurden bereits mögliche Indikatoren benannt. Inwieweit diese das Entstehen von Abfällen darstellen und die Wirksamkeit von Abfallvermeidungsmaßnahmen abbilden können, ist bislang offen. Eine Entkopplung des Wirtschaftswachstums von den mit der Abfallerzeugung verbundenen Umweltauswirkungen ist noch nicht deutlich zu erkennen. Eine Analyse in Frage kommender Indikatoren hinsichtlich auf ihre Eignung, den Erfolg von Abfallvermeidungsmaßnahmen kontinuierlich zu messen sowie die Erarbeitung eines geeigneten Indikatorensets erläutert eine neue Publikation des Umweltbundesamtes.</p><p>Die ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/u?tag=UBA#alphabar">UBA</a>⁠-Publikation zeigt, welche möglichen Bewertungsmaßstäbe für die Messung des Abfallvermeidungserfolges denkbar wären und erarbeitete ein geeignetes Indikatorenset, das eine kontinuierliche Messung des Erfolges von Abfallvermeidungsmaßnahmen ermöglichen würde.</p><p>So wird beispielsweise dargestellt, dass in manchen Bereichen die Datenbasis nicht ausreicht, um robuste und glaubhafte Indikatoren zu bilden, sodass mit erst- und zweitbesten Indikatoren (First und Second Best) gearbeitet wurde. Insgesamt wurden 8 Indikatoren formuliert und 12 Kennzahlen entwickelt.</p><p>Außerdem wurde eine erste Datenbasis zur Erfassung der Mengen von in Deutschland wiederverwendeten Produkten mithilfe einer Befragung von ca. 400 Wiederverwendungseinrichtungen geschaffen und auf dieser Basis mit einer Hochrechnung für ganz Deutschland eine jährliche Gesamtmenge für Wiederverwendung bzw. Vorbereitung zur Wiederverwendung von 127.000-137.500 Tonnen Elektro(nik)geräten, 43.000 Tonnen für Textilien und 116.600 Tonnen für Möbel bei Wiederverwendungseinrichtungen abgeschätzt. Zudem wurden die Abfallvermeidungsindikatoren für Lebensmittelabfälle vertiefend untersucht und ein Verfahrensvorschlag zur kontinuierlichen Abschätzung der Lebensmittelverluste erarbeitet.</p>

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