Karstgrundwasserleiter spielen im Alpenraum eine wichtige Rolle. Sie bedecken etwa 56% der Fläche, und ein erheblicher Teil der Bevölkerung ist ganz oder teilweise von Trinkwasser aus Karstquellen abhängig, die oft mit wertvollen Ökosystemen verbunden sind und zur Wasserkrafterzeugung beitragen. Die Alpen zählen nach Studien zu den am stärksten vom Klimawandel betroffenen Gebieten in Europa. Als Folge der steigenden Temperaturen werden sich die gespeicherten Mengen an Schnee und Eis stark verringern, was zu einer Verschiebung zwischen Wasserhaushaltskomponenten in Verbindung mit einer saisonalen Umverteilung der Niederschläge führt. Außerdem wird erwartet, dass Hoch- und Niedrigwasserereignisse häufiger auftreten werden. Der Stand der Technik bei der Modellierung der Schüttung von Karstquellen, meist mittels konventioneller numerischer Modelle, ist auf standortspezifische, oft aufwändige und nicht übertragbare wissenschaftliche Studien beschränkt, die manuelle Modellabstimmung und Kalibrierung erfordern. Bis heute gibt es keinen leicht übertragbaren Ansatz, der gleichzeitig auf viele Karstquelleinzugsgebiete anwendbar ist. In diesem Projekt werden wir einen modernen, Deep-Learning basierten Ansatz zur Modellierung der Schüttung von Karstquellen entwickeln, der sich besonders gut eignet, übertragbare Modelle, die Informationen von verschiedenen Standorten nutzen können, aufzubauen. Deep Learning ist ein Teilgebiet des maschinellen Lernens, basierend auf künstlichen neuronalen Netzen, das sich sowohl bei akademischen als auch bei industriellen Anwendungen als sehr erfolgreich erwiesen hat. Die vorgeschlagene Studienregion sind die Alpen, mit Karstgebieten in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Frankreich, Italien und Slowenien, mit einem Schwerpunkt auf dem besonders vom Klimawandel betroffenen von der Alpenkonvention abgegrenzten Gebirgsgebiet. Als Grundlage der Studie dient das World Karst Spring Database (WoKaS). Es wird im Laufe des Projekts mit zusätzlichen Daten von Behörden und Wasserversorgern ergänzt, insbesondere in Regionen mit bislang schlechter Abdeckung. Die Arbeiten beinhalten die Erstellung eines umfassenden Datensatzes mit Einzugsgebietsattributen und meteorologischen Einflussgrößen für etwa 150 Quellen. Klassische Lumped-Parameter-Modelle werden als Benchmarks aufgesetzt und mit den neu entwickelten Deep-Learning basierten Modellergebnissen verglichen. Ziel ist es, die Eignung neuartiger Deep-Learning Modellansätze für die Abschätzung der Auswirkungen des Klimawandels für eine Vielzahl von kurz- und langfristigen Vorhersagen zu untersuchen. Eine vertiefende Fallstudie des Dachsteingebietes, dessen große Karstregion wesentlich zur Wasserversorgung und Wasserkrafterzeugung beiträgt, wird die vergleichende Untersuchung mit einem numerischen 3D-Modell erweitern. Schließlich werden die entwickelten Modelle dazu verwendet, um Auswirkungen des Klimawandels auf die alpinen Karstgrundwasserressourcen vorherzusagen.
Vor dem Hintergrund der Entwicklungen der letzten 150 Jahre zeichnet sich auch in peripheren Alpengebieten eine Trendwende von der Emigration zur Immigration ab. Diese neue Zuwanderung ist im Kontext verschiedener Typen räumlicher Mobilität zu sehen, auch solcher ohne dauerhafte Wohnsitzverlagerung. Wir wollen insbesondere wissen: Wer sind die Zuwanderer? Wie tragen sie zur demographischen Entwicklung bei, was können sie für die Regionalentwicklung leisten? Und welche Auswirkungen hat die Zuwanderung auf das Bevölkerungs- und Siedlungssystem, aber auch auf das Mensch-Umwelt-System. Die Forschungen sind in die Arbeit der Alpenkonvention und des ISCAR eingebunden; Kooperationspartner sind die Statistischen Ämter der Alpenstaaten. Im Projekt erfolgt zunächst eine quantitative Analyse der Wanderungsbewegungen nach demographischen und regionalen Merkmalen (auf Basis der Wanderungsdatenbanken seit etwa 2000, als die Umstellung des Zensus von Volksbefragung auf Registerzählung vorbereitet wurde); begleitet von qualitativen Untersuchungen in ausgewählten Gemeinden mit Experten- und Zuwandererinterviews.
Auf der XV. Alpenkonferenz im April 2019 in Innsbruck soll das Aktionsprogramm 'Grünes Wirtschaften im Alpenraum' beraten und beschlossen werden. Das Aktionsprogramm definiert konkrete Projekte, welche für die Transformation zu einer klimaneutralen und ressourcenschonenden Alpenregion umgesetzt werden sollen. Um die Umsetzung des Programms zu begleiten, zu unterstützen und zu überprüfen, sollen für die XVI. Alpenkonferenz (vrs. Ende 2020) Maßnahmen zur Umsetzung in Zusammenarbeit mit relevanten Stakeholdern verfasst werden. Dabei soll insbesondere herausgearbeitet werden, inwieweit das Aktionsprogramm von relevanten Umsetzungsakteuren angenommen wird und mit welchen Maßnahmen die langfristige Wirkung flankiert werden kann. Dies wird ergänzt durch Vernetzungsaktivitäten, um Synergien zwischen laufenden und geplanten Aktivitäten in der Alpenregion zu identifizieren.
a) Zielstellung, fachliche Begründung, zentrale Forschungsfrage benennen: b) Output: a) Der sechste Alpenzustandsbericht und das geplante Aktionsprogramm 'Grünes Wirtschaften in den Alpen' definieren wichtige Schritte für die nachhaltige Entwicklung der Region. Es existieren bereits viele gute Beispiele, welche die Chancen einer grünen Wirtschaft in den Alpen aufzeigen. Mit dem Forschungsvorhaben werden unter Berücksichtigung der Vielseitigkeit der Sektoren regionalspezifische Erfolgsfaktoren sowie Ansatzpunkte zur Überwindung von Hindernissen für die Entwicklung von nachhaltigen Geschäftsmodellen und Regionalentwicklungskonzepten, im Sinne einer grünen Wirtschaft, analysiert und nutzbar gemacht. Anhand sektoraler Betrachtungen in vier ausgewählten Green Economy Pilotregionen in verschiedenen Alpenstaaten sollen wesentliche Rahmenbedingungen für eine grüne Wirtschaft im Alpenraum untersucht werden. Abschließend soll in einer Machbarkeitsstudie aufgezeigt werden, wie die weitere Entwicklung der grünen Wirtschaft in den ausgewählten Green Economy Pilotregionen durch ein gemeinsames transnationales und transdisziplinäres Projekt gefördert werden kann. b) Handlungsempfehlungen für die sektorale Entwicklung der ressourcenschonenden und THG-neutralen Grünen Wirtschaft im Alpenraum, Workshops mit lokalen und regionalen Expert/-innen aus den, und Machbarkeitsstudie für alpenweites Green Economy Projekt mit Pilotregionen.
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a) Eine zentrale Forderung der Deutschen Präsidentschaft der Alpenkonvention 2015/16 - die Erstellung des Aktionsprogramms Grünes Wirtschaften im Alpenraum - soll durch das Vorhaben umgesetzt werden. Im Rahmen des Vorhabens sollen Ideen für das Aktionsprogramm von Stakeholdern auf der lokalen Entscheidungsebene generiert werden. Dabei sind lokale Vertreter/-innen aus Unternehmen, Gemeinden, Verbänden u. Initiativen die entscheidenden Akteure. Sie sollen zugleich als Initiatoren und Treiber für die Umsetzung der Aktionen aktiviert werden. Umsetzungshemmnisse sollen frühzeitig identifiziert werden. In Stakeholderworkshops sollen Ideen für das Aktionsprogramm generiert werden. Darüber hinaus sollen die Aktionen mit regionalen und nationalen Akteuren abgestimmt werden. Zugleich sollen Anreize geschaffen werden, den bereits begonnenen Dialogprozess zwischen den Stakeholdern kontinuierlich zu vertiefen. Zur XV. Alpenkonferenz 2018 soll das Aktionsprogramm vorgestellt werden. b) Die lokalen Akteure sollen in 4-6 Stakeholder-Workshops Ideen generieren u. kontinuierlich deren Zusammenspiel zu einem Aktionsprogramm diskutieren. Dabei werden nicht nur konkrete Projektvorschläge für das Aktionsprogramm Green Economy in den Alpen gesammelt, sondern auch erste Impulse für deren Umsetzung erzeugt. Parallel sollen über internetgestützte Abstimmungsprozesse und Befragungen weitere Stakeholder intensiv in den Entstehungsprozess des Aktionsprogrammes eingebunden werden. Die Empfehlungen des 6. Alpenzustandsberichts und der Ministerdebatte der XIV. Alpenkonferenz sollen dabei jeweils mit berücksichtigt werden (u.a. THG-neutrale Modellregion Alpen). Ein wissenschaftlicher Abschlussbericht soll die Entstehung und die entwickelten Vorschläge für das Aktionsprogramm dokumentieren und analysieren. Die Umsetzung des Projektes bedarf einer engen Abstimmung mit der Österreichischen Präsidentschaft der Alpenkonvention, dem Ständigen Sekretariat der Alpenkonvention und der nationalen Focal Poin
The Alpine area is composed of territories with different demographic, social and economic trends and a rich cultural, linguistic and biological diversity. This diversity goes along with a variety of governance systems and traditions. The region has a strong identity and a longstanding tradition in cooperation. This unique territory has important potentials for dynamic development, but is facing major challenges at various levels including the pan-Alpine, regional and local levels as well as in cross-border areas. These challenges refer for instance to the specific geographical position, globalisation, demographic trends, climate change and its impact on the environment, biodiversity, territorial pattern of activities and living conditions. The major challenge for the Alpine area is to balance economic development and environmental protection through common innovative approaches which go beyond administrative borders and strengthen the area as a living space for people and as a natural habitat, as well as a field for sustainable economic and social activities in a sustainable way. The perimeter of spatial perspective covers the different administrative extensions of the Alpine Convention, the Interreg Alpine Space and the EUSALP. During the German presidency of the Alpine Convention (2015-2016), the ministers responsible for territorial development of the Alpine states signed a Declaration for sustainable spatial development in the Alps. The Declaration identifies the following ten main challenges and topics: climate change, the adaptation to climate change and natural hazards; demographic changes and organization of work; transport and connectivity; settlement structure and land use; saving, production, supply and storage of energy; tourism; ecosystem functioning, ecological networking and biological diversity; vitality of the mountain regions and their small and medium-sized towns; preservation of cultural and natural heritage; improving governance, cooperation and organizational needs. Ministers expressed the need to develop spatial perspectives and a vision for the Alpine area. The process to build such a vision and perspectives as well as the perspectives and vision themselves would greatly contribute to policy making by helping reduce obstacles to a common sustainable territorial development as well as strengthening joint actions. The latter aim at coping with challenges for the Alpine area, considering the wider context of cooperation provided i.e. by EUSALP and the Interreg Alpine Space Programme. In a unique, fragile and yet dynamic area such as the Alpine area, a common approach to spatial development is particularly important. A vision and common spatial perspectives would facilitate and improve harmonized cross-border territorial development. (abridged text)
Im Rahmen des Vorhabens soll das Konzept 'Grünes Wirtschaften' des BMUB für die Modellregion 'Alpen' angewandt und überprüft werden. Auf der Grundlage der Ergebnisse und Erfahrungen der konkreten Region Alpenraum soll das bisherige BMUB Konzept weiterentwickelt und konkretisiert werden. Hierfür soll der Sachstand des Grünen Wirtschaftens im Alpenraum analysiert und bewertet werden. Für die Bewertung sind geeignete Indikatoren zu entwickeln und anzuwenden. Die Konzepte der Alpenstaaten sind zusammenzustellen, zu analysieren und auf ihre Wirkungsweise zu überprüfen. Für die Modellregion 'Alpenraum' ist ein wissenschaftlich begründetes Konzept des Grünen Wirtschaftens vorzuschlagen. Es soll untersucht werden, wie umweltverträgliche Wertschöpfungsketten und Umweltinnovationen im Alpenraum gestärkt sowie eine integrierte und nachhaltige Wirtschaftsweise gefördert werden kann. Es sollen Wege aufgezeigt werden, wie 'grünes Wirtschaften' konkret in den Regionen, Kommunen und Unternehmen des Alpenraumes umgesetzt werden kann. Dabei sollen Good-Practice Beispiele aus dem Alpenraum identifiziert werden, die als Multiplikator geeignet sind und zeigen sollen, wie Staaten, Regionen und Kommunen eine nachhaltige Entwicklung unterstützen können (z.B. durch Gestaltung der Rahmenbedingungen, aber auch als wirtschaftlicher Akteur) und wie Unternehmen ihre Prozesse und Produkte auf Umweltfreundlichkeit, Klimaverträglichkeit und Ressourcenschonung hin optimieren können. Aufbauend auf der Analyse der Ausgangsbedingungen und des politischen und rechtlichen Handlungsraums sollen Maßnahmenvorschläge für die weitere Förderung und die Implementierung des Grünen Wirtschaftens im Alpenraum entwickelt werden. Die Ergebnisse des Vorhabens sollen in einem Fachworkshop mit Vertretern der Vertragsparteien und Wissenschaftlern im Hinblick auf ihre Umsetzbarkeit evaluiert und in einem wissenschaftlichen Alpenzustandsbericht dokumentiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 84 |
| Europa | 5 |
| Land | 1 |
| Weitere | 2 |
| Wissenschaft | 3 |
| Zivilgesellschaft | 1 |
| Type | Count |
|---|---|
| Bildmaterial | 1 |
| Ereignis | 1 |
| Förderprogramm | 40 |
| Text | 34 |
| unbekannt | 10 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 44 |
| Offen | 42 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 64 |
| Englisch | 19 |
| andere | 12 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Datei | 1 |
| Dokument | 31 |
| Keine | 40 |
| Webseite | 35 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 81 |
| Lebewesen und Lebensräume | 84 |
| Luft | 29 |
| Mensch und Umwelt | 85 |
| Wasser | 20 |
| Weitere | 86 |