Das Dezernat 41.1 der LÖBF führt auf Versuchs- und Beobachtungsflächen Untersuchungen mit unterschiedlichen waldbaulichen Gesichtspunkten durch: - Versuche zur Bestandsbegründung (Erst- u. Wiederaufforstung) - Versuche zur Jungbestandspflege - Vorratspflege in Form von Durchforstung in Rein- und Mischbeständen - Überführung von Altersklassenwälder in Wälder mit Dauerwaldstrukturen - Versuche zur Naturverjüngung - Waldumbau, Buchen-Voranbauten und Buchen-Voraussaaten - Nutzung von Häher-Eichen - Dokumentation der Sukzession nach Fichtenwindwurf - Einbeziehung sukzessionaler Begleitbaumarten in die waldbauliche Praxis - Versuche zum Wildverbiss - Überführung/Umwandlung von Eichen-Niederwald Die Auswertung und Dokumentation der Versuche zum ökologischen Waldbau erfolgt, tlw. mit Unterstützung der jeweiligen unteren Forstbehörde, stetig. Die Untersuchungsflächen werden in einem forstlichen Versuchsflächenverzeichnis für das Land NRW verwaltet. Hier sind die Versuchsflächen mit Lagebeschreibung, Bestand, Fläche und Jahr der Anlage in Rubriken untergliedert. Maßnahmen und die Neueinrichtung von Versuchsflächen werden jährlich im Arbeitsplan des Dezernates 41 der LÖBF festgelegt.
Ermittlung der aktuellen Wuchsleistung der Hauptbaumarten Fichte, Tanne und Buche auf den am weitesten verbreiteten Standortseinheiten des Schwarzwaldes. Die Ergebnisse können in Zukunft auf diesen und vergleichbaren Standorten die Alters-Höhen-Bonitierung zur Bestimmung der Wuchsleistung ersetzen. Die Alters-Höhen-Bonitierung als Basis zur Ermittlung der Wuchsleistung ist primär für den Altersklassenwald entwickelt worden. In ungleichhaltigen, strukturreichen Beständen ist ihre Anwendung eingeschränkt, da weder Alter noch Höhe der Bestände eindeutig zu ermitteln sind. Liegen standortsbezogene Leistungstabellen vor, kann die Wuchsleistung direkt - unter Verzicht auf eine Alters-Höhen-Bonitierung - aufgrund der Standortsansprache bestimmt werden. Da der öffentliche Wald in Baden-Württemberg flächendeckend kartiert ist, sind die Voraussetzungen für die Anwendung derartiger Leistungstabellen gegeben. Gefördert durch das BMBF im Rahmen des Forschungsprogramms: 'Zukunftsorientierte Waldwirtschaft'.
Ameisen spielen in Waldoekosystemen eine Schluesselrolle als potentielle Praedatoren von Schadinsekten und in ihren trophischen Beziehungen zu Blattlaeusen. Unter dem Aspekt von moeglichen Waldumbaumassnahmen, z.B. vom traditionellen Altersklassenwald zu gemischten Alters- und Artenbestaenden, koennte sich ihre Bedeutung in Waldoekosystemen noch verstaerken. Ameisen besiedeln v.a. in klimatisch weniger beguenstigten Lagen oft Totholz und Baumstuempfe. In der Praxis wird z.T. Totholz zusaetzlich ausgebracht, um die Ansiedlung von Ameisen zu erleichtern. In Habitaten mit grossen Ameisenpopulationen koennte der Aufschluss von Totholz erheblich forciert werden und damit eine schnellere Freisetzung von Naehrstoffen erfolgen, insbesondere auch aus dem eingetragenen Nestmaterial. Freilanduntersuchungen sollen die Besiedlungsdynamiken verschiedener Baumstumpfaltersklassen verfolgen und z.B. den Einfluss von unterschiedlichen Ameisenarten, Holzarten, das lokale Angebot an Honigtau/Beute auf die Streu-/Bodenloesungschemie im unmittelbaren Nest-/Totholzbereich und in einer Entfernung von ca. 30 cm im Jahresverlauf bestimmen. In Manipulationsexperimenten soll Totholz in unterschiedlichen Waldtypen ausgebracht werden. Es soll weiterhin geprueft werden, ob Ameisen bestimmte Praeferenzen beim Eintrag von Nadelstreu entwickeln (z.B. mit Honigtau benetzte Nadeln) und ob eine mikrobielle Besiedlung und die daran geknuepften Nadelzersetzungsprozesse schneller ablaufen. Die chemischen Analysen der Streu-/Bodenloesungschemie und der Bodenfestphase im Nestbereich (um Baumstuempfe) und um unbesiedelte Baumstuempfe konzentrieren sich v.a. auf biologisch wichtige Kenngroessen, wie DOC, DON, NH4-N, NO3-N etc. Standardisierte Untersuchungen zu N-Mineralisierungsprozessen im Boden des Nestbereichs und Kontrollen sollen weitere Informationen ueber lokale Umsetzungsprozesse erbringen. Ziel dieses Vorhabens ist die Bestimmung des Beitrages von Ameisen als potentielle Schluesselorganismen fuer die Zersetzung von Totholz (z.B. Baumstuempfe) und ihre Auswirkungen auf die lokale Naehrstoffdynamik in unterschiedlich strukturierten Waldtypen.
Beim Umbau von Altersklassenwäldern in strukturreiche Mischbestände werden neben wenig mechanisierten auch hochmechanisierte Arbeitsverfahren zukünftig eine wesentliche Rolle spielen. Der aktive, auf großer Fläche durchzuführende Bestandesumbau und die Realisierung mechanisierter Arbeitsverfahren sind noch in einer Anfangsphase. Daher wird neben der Notwendigkeit einer Bewertung von betrieblichen und ökologischen Neben- und Folgewirkungen dieser mechanisierten Arbeitsverfahren auch die Option verfolgt, Ergebnisse der vorgeschlagenen Forschungsprojekte gezielt als Impulse für die Neu- und Weiterentwicklung angepasster Technologien zu verwerten. In einem Forschungsverbund werden arbeitswirtschaftliche (Abt. AWF), waldwachstumskundliche, bodenphysikalische und bodenmechanische Untersuchungen durchgeführt. Die Pilotstudien werden als Dauerbeobachtungsflächen angelegt. Das Projekt ressortiert als Teilvorhaben D6 innerhalb des BMBF Forschungsprogramms 'Forschung für die Umwelt' im Projektverbund Südlicher Schwarzwald.
Ziel des Projektes ist die Entwicklung von Entscheidungshilfen für die Behandlung von Wäldern mit stark ungleichaltriger Struktur, insbesondere von Plenterwäldern, in Abhängigkeit von den angestrebten Zielsortimenten und der Vorratshaltung (z.B. Bauholz oder Starkholz)
Zwischenauswertung der Plenterwaldversuchsflächen: Struktur, Wachstum, Risiken und Sortenaufkommen von Plenterwäldern. Letzte Auswertungen dieser Art stammen von MITSCHERLICH aus den 60'er Jahren. Aufgrund der Aktualität des Themas Dauerwald und veränderter Rahmenbedingungen (Klima, Wirtschaft) werden die neuesten Wachstumsdaten ausgewertet. Grundlage der Untersuchung sind 7 Plenterwaldparzellen der Abteilung Waldwachstum in den Forstbezirken Alpirsbach, Bad Rippoldsau-Schapbach, Wolfach und Todtmoos. Die Untersuchung erstreckt sich über einen Zeitraum von rund 50 Jahren: 1950 (Erstaufnahme von 4 Versuchsfeldern) bis 2001 (bislang letzte Aufnahme). Bei den Themen Sortenaufkommen und zufällige Nutzungen werden zum Vergleich mit dem Altersklassenwald die Zahlen aus den Jahresberichten der Landesforstverwaltung 1953 bis 2001, bezogen auf den Staatswald Baden-Württemberg, Nord- und Südschwarzwald sowie angrenzender Forstämter, herangezogen.
Zur Verjüngung und Überführung noch wenig strukturierter Fichten-, Tannen-(Buchen-) sowie auch fichtendominierender Bestände in Plenterwälder werden Behandlungskonzepte entwickelt und Vergleichsfelder mit 'konventioneller' Behandlung angelegt.
Fragestellungen: Hat sich die einzelstammweise Wirtschaft in betriebwirtschaftlicher Hinsicht bewaehrt? Wo liegen Unterschiede zum Altersklassenwald? Gibt es optimale Erntedurchmesser? Wie lassen sich Behandlungseinheiten kartenmaessig sinnvoll abgrenzen und darstellen? Wie ist eine nachhaltige Ertragsregelung ohne Kenntnis des Alters der Baeume moeglich?
Zielsetzung und Anlass der Vorhabens: Dem Waldumbau von Altersklassenwald, der durch Reinbestaende gepraegt ist, hin zu strukturierten Mischbestockungen, kommt in der forstlichen Fachwelt und der Oeffentlichkeit eine zunehmende Bedeutung zu. Es fehlen jedoch nach wie vor gleichermassen fundierte wie leicht zugaengliche und instruktive Darstellungen, wie solch ein Jahrzehnte dauernder Prozess gestaltet werden kann. Im Rahmen dieses Forschungsvorhabens soll am Beispiel des Revieres Sauen ein flaechenbezogenes Informations- und Auskunftssystem (IS) aufgebaut werden, das sowohl den bisherigen Waldumbau nachvollziehbar dokumentiert, als auch die weitere Bewirtschaftung unterstuetzt. Das aufzubauende System wird neben den Projektpartnern auch der Oeffentlichkeit ueber das Internet zur Verfuegung stehen.
Der Waldaufbau entfernt sich zunehmend vom typischen Altersklassenwald und stellt Verfahren der Nachhaltskontrolle und Hiebssatzherleitung in Frage, die auf der Theorie des Normalwaldes fassen. Die Veraenderung des Planungsobjektes und steigende gesellschaftliche Ansprueche an den Wald lassen somit deduktive Modelle als untaugliche Planungsgrundlage erscheinen und eroeffnen einen Forschungsbedarf nach Individual- bzw. Multifunktionalmodellen. Fuer eine an den einzelbetrieblichen Erfolgspotentialen orientierte Wirtschaftsfuehrung in strukturreichen und ungleichaltrigen Waeldern sowie als Beitrag zur Verwirklichung und Erreichung einer nachhaltigen und effizienten Waldbewirtschaftung wird ein neues Planungs- und Steuerungsmodell entwickelt. Das Modell ermoeglicht unter Beruecksichtigung einzelbetrieblicher Wirtschaftsziele die Ableitung spezifischer Sollvorstellungen und Bewirtschaftungsstrategien. Entscheidungen zur Gestaltung des Wirtschaftsvollzuges werden ebenso unterstuetzt wie Fragestellungen zur mittelfristigen Wirtschaftsplanung und strategischen Betriebsgestaltung.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 12 |
| Land | 13 |
| Weitere | 1 |
| Wissenschaft | 4 |
| Zivilgesellschaft | 1 |
| Type | Count |
|---|---|
| Förderprogramm | 10 |
| Text | 6 |
| unbekannt | 3 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 1 |
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| Language | Count |
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| Deutsch | 19 |
| Resource type | Count |
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| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 14 |
| Lebewesen und Lebensräume | 19 |
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| Mensch und Umwelt | 19 |
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| Weitere | 18 |