API src

Found 148 results.

Related terms

Gewässer in Europa: Es gibt viel zu tun

Gewässer in Europa: Es gibt viel zu tun Die Europäische Union wird das in der Wasserrahmenrichtlinie festgelegte Ziel, ihre Gewässer bis spätestens 2027 in einen guten Zustand zu versetzen, nicht erreichen. Dies zeigt ein Bericht der Europäischen Umweltagentur (EEA) mit Beteiligung des UBA. Basierend auf der umfangreichsten Datengrundlage zu Europas Gewässern unterstreicht der Bericht die dringende Notwendigkeit zum schnelleren Handeln. Bedrohung der Artenvielfalt Nur 37 Prozent der europäischen Flüsse, Seen und Küstengewässer werden derzeit als ökologisch intakt bewertet – eine Zahl, die sich seit 2015 kaum verändert hat. Deutschland liegt mit neun Prozent weit unter dem europäischen Mittel. Grund hierfür sind zu hohe Nähr- und Schadstoffeinträge aus Landwirtschaft, Kläranlagen und Industrie und massive Eingriffe durch Begradigungen, Uferverbau und -befestigungen und die Vielzahl an Querbauwerken (Wehre, Schleusen, Wasserkraftwerke) in den Gewässern. Dadurch fehlen vielen Tier- und Pflanzenarten ihre natürlichen Lebensräume. Allgegenwärtige Chemikalienverschmutzung Lediglich 29 Prozent der europäischen Oberflächengewässer und 77 Prozent des Grundwassers erreichen einen guten chemischen Zustand. Problematisch bleiben vor allem ⁠ Pestizide ⁠ aus der Landwirtschaft, Quecksilber aus der Kohleverbrennung und andere Chemikalien aus verschiedenen Quellen. In Deutschland erreicht derzeit kein Oberflächengewässer einen guten chemischen Zustand. Hiermit stehen wir nicht alleine da: Auch in Schweden gelten alle Gewässer als chemisch belastet. Besser sieht es beim Grundwasser aus: 67 Prozent der Grundwasserkörper in Deutschland sind in einem guten chemischen Zustand. Doch auch das ist nicht ausreichend, denn so kann das Wasser nicht ohne Aufbereitung als Trinkwasser genutzt werden. ⁠ Klimawandel ⁠ und Extremwetter bedrohen die Wassersicherheit Trotz eines mengenmäßig guten Zustands von 91 Prozent des Grundwassers in Europa sind bereits 30 Prozent der europäischen Bevölkerung von Wasserknappheit betroffen. Extremwetterereignisse wie Dürren und Überschwemmungen verursachen Schäden in Milliardenhöhe, wie die europaweite Trockenheit 2022 und das Hochwasser 2021 in Deutschland, Belgien und den Niederlanden zeigen. Diese Extremereignisse nehmen durch den Klimawandel weiter zu und gefährden die Wasserversorgung in Europa. Auch in Deutschland steigt der Nutzungsdruck von Wasser vor dem Hintergrund des Klimawandels. Wassermenge und Wasserqualität sind daher in den Fokus zu stellen. Hierbei unterstützt die Nationale Wasserstrategie mit zahlreichen Aktionen zum Schutz der Ressource. Landwirtschaft als Hauptverursacher der Belastung Der größte Belastungsfaktor für Europas Gewässer ist die Landwirtschaft, die nicht nur den höchsten Wasserverbrauch aufweist, sondern auch durch Nährstoffe und Pestizide zur Verschmutzung beiträgt. Weitere Belastungen kommen aus der Energieerzeugung, der Stadtentwicklung, dem Hochwasserschutz und den Kläranlagen. Die Landwirtschaft spielt auch in Deutschland eine erhebliche Rolle für die Gewässer. Bei 77 Prozent der Oberflächengewässer und 29 Prozent des Grundwassers ist sie Ursache für die Zielverfehlung eines guten Zustands. Handlungsbedarf in Europa und Deutschland Der Handlungsbedarf in Europa und Deutschland ist hoch. Maßnahmen müssen noch viel stringenter und schneller umgesetzt werden, um das Ziel eines guten Gewässerzustands zu erreichen: weniger Wasserverbrauch, reduzierte Schad- und Nährstoffeinträge sowie ein naturnaher Wasserhaushalt. Für Bäche, Flüsse und Auen ist mehr Raum erforderlich, um Hochwasser zu verteilen, Tieren und Pflanzen Lebensräume bereitzustellen und Wasser für Trockenperioden zu speichern. Diese und eine Vielzahl weiterer effektiver Maßnahmen sind notwendig, um den Zustand der Gewässer in Europa langfristig zu verbessern und ihre ⁠ Resilienz ⁠ gegen die Vielzahl von Belastungen zu erhöhen.

Lichtverschmutzung – Stand der Forschung und Wissenslücken

Künstliches Licht in der Nacht (artificial light at night – ALAN) ist eng mit modernen Gesellschaften verbunden und nimmt weltweit drastisch zu. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen jedoch, dass ALAN eine ernsthafte Bedrohung für alle Ebenen der biologischen Vielfalt darstellen kann – von Genen bis hin zu Ökosystemen. Bevor wir die Auswirkungen von ALAN auf die biologische Vielfalt vollständig verstehen und wirksame Maßnahmen zur Abmilderung der Auswirkungen von Lichtverschmutzung entwickeln können, gibt es noch viele offene Fragen zu klären. Hier haben wir die dringendsten wissenschaftlichen Forschungsfragen zusammengetragen, die geklärt werden müssen, um die Auswirkungen von ALAN auf die Biodiversität besser reduzieren zu können, angefangen bei grundlegenden Herausforderungen in der Standardisierung von Lichtmessungen über die vielschichtigen Auswirkungen auf die biologische Vielfalt bis hin zu Möglichkeiten und Herausforderungen für eine nachhaltigere Beleuchtung in der Nacht.

LIFE – Projekte in Sachsen-Anhalt LIFE VineAdapt – Nachhaltiger Weinbau zur Anpassung an den Klimawandel EUROKITE

Der Weinbau in Europa hat bereits mit den Auswirkungen des Klimawandels zu kämpfen. Zunehmende Dürreperioden im Sommer, ein hohes Erosionsrisiko durch Starkregenfälle und die Einwanderung neuer Schädlinge erfordern innovative Lösungen. Das internationale Projekt LIFE VineAdapt soll Erkenntnisse für die Praxis liefern, um den Weinbau fit für den Klimawandel zu machen. Die Erhöhung der biologischen Vielfalt und die Anpassung der Weinbergbewirtschaftung sind dafür entscheidend. Acht Praxis- und Forschungspartner aus Deutschland, Frankreich, Österreich und Ungarn haben sich in dem Projekt zusammengeschlossen. Von 2020 bis 2025 widmen sie sich fünf Arbeitspaketen (Innovative Begrünung der Weinberggassen, Alternatives Unterstockmanagement, Ressourceneffiziente Düngung, Ressourcenschonende Bewässerung und Bewertung von Ökosystemleistungen). Abgerundet werden die Arbeiten durch Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit und des Wissenstransfers. Das Projekt wird mit Mitteln des europäischen Umweltprogramms LIFE sowie des Ministeriums für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt kofinanziert. Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.life-vineadapt.eu/aktuelles Das Land Sachsen-Anhalt ist Kofinanzierer des europaweiten Projektes EUROKITE. Ziel des Projektes ist es den Einfluss von menschenverursachter Mortalität auf den streng geschützten Rotmilan und vier andere Greifvogelarten (Kaiseradler, Sakerfalke, Wanderfalke, Seeadler) zu analysieren. Mithilfe von Telemetriedaten wird die Lebensraumnutzung der Vogelarten ermittelt. Mit Festlegung geeigneter Maßnahmen soll das Projekt dazu beitragen, die Sterblichkeit des Rotmilans und der anderen genannten Arten zu verringern. Der Bestandstrend des Rotmilans ist in Deutschland rückläufig. International steht der Rotmilan auf der Vorwarnliste weltweit bedrohter Tierarten. Zu den Gefährdungen der Art zählen unter anderem Verluste durch Kollisionen mit Windkraftanlagen und Vergiftungen. Sachsen-Anhalt trägt für den Erhalt des Rotmilans eine besondere Verantwortung. Zwei von 13 deutschen Projektgebieten für den Rotmilan liegen in Sachsen-Anhalt. Projektträger ist die Mitteleuropäische Gesellschaft zur Erhaltung der Greifvögel (Österreich) in Zusammenarbeit mit zahlreichen internationalen Projektpartnern. Das Rotmilanzentrum am Museum Heineanum ist ein wichtiger Projektpartner. Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.life-eurokite.eu/de/projekt/life-eurokite.html

Niedersachsens Fische gefährdet durch Klimakrise und menschliche Eingriffe in ihre Lebensräume

Hannover/Oldenburg. Die Fischfauna der niedersächsischen Binnengewässer ist durch massive Veränderungen ihrer Lebensräume gefährdet. Gründe sind langjährige menschliche Eingriffe und die zunehmenden Auswirkungen der Klimakrise. Die Hälfte aller Arten ist gefährdet oder bereits in der Vergangenheit ausgestorben. Dies verdeutlicht eine neue Rote Liste, die im Rahmen der Umsetzung des Niedersächsischen Weges durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) herausgegeben wurde. Die Fischfauna der niedersächsischen Binnengewässer ist durch massive Veränderungen ihrer Lebensräume gefährdet. Gründe sind langjährige menschliche Eingriffe und die zunehmenden Auswirkungen der Klimakrise. Die Hälfte aller Arten ist gefährdet oder bereits in der Vergangenheit ausgestorben. Dies verdeutlicht eine neue Rote Liste, die im Rahmen der Umsetzung des Niedersächsischen Weges durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) herausgegeben wurde. Die neue, im September 2023 erschienene dritte Fassung der Roten Liste dokumentiert die aktuelle Gefährdungssituation der in niedersächsischen Binnengewässern vorkommenden Fische, Rundmäuler und Krebse. Von den aktuell vorkommende 77 Arten bzw. Ökotypen wurden 51 in der vorliegenden Roten Liste bewertet. „Drei Wanderfischarten, darunter der Atlantische Stör, gelten trotz gezielter Maßnahmen zur Wiederansiedlung als ausgestorben, weitere 22 Arten sind in ihrem Bestand gefährdet oder extrem selten“, betont Lutz Meyer, Leiter des Dezernats Binnenfischerei –Fischereikundlicher Dienst im LAVES. „Damit steht rund die Hälfte der Arten auf der Roten Liste.“ Zudem sind acht weitere Arten in die Vorwarnliste aufgenommen, nur ein Drittel ist aktuell ungefährdet. „Rote Listen als Verzeichnisse ausgestorbener, verschollener und gefährdeter Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sind ein wichtiges Instrument des Naturschutzes“, ergänzt Berthold Paterak, Leiter des Geschäftsbereichs Naturschutz im NLWKN. „Im Rahmen des Niedersächsischen Weges wurde die Verpflichtung zu ihrer Erstellung in das Niedersächsische Naturschutzgesetz aufgenommen und wird nun konsequent durch die Landesregierung umgesetzt.“ „Das Artensterben unter der Wasseroberfläche ist uns viel weniger präsent als beispielsweise der Rückgang der Insekten. Es ist aber nicht weniger dramatisch. Weltweit ist ein Drittel aller Süßwasserfischarten vom Aussterben bedroht. Der Fischartenschutz ist nur möglich, wenn wir die aquatischen Lebensräume schützen – und damit sind nicht nur direkte Maßnahmen an den Flüssen und Gewässern gemeint. Wir müssen die Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Flächen, Wäldern und Mooren in den Gewässereinzugsgebieten anpassen, damit weniger Stoffe in die Gewässer eingetragen werden, die Fischen und anderen Lebewesen im Wasser schaden. Im Niedersächsischen Weg haben wir uns gemeinsam mit den Landwirtinnen und Landwirten dazu verpflichtet, den Gewässerschutz in der Fläche voran zu bringen. Wichtig dabei ist, dass die Betriebe für ihre Anstrengungen für dieses gesamtgesellschaftliche Ziel entschädigt werden. Das ist beispielgebend“, sagt Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte. Umweltminister Christian Meyer erklärt: „Das Aktualisieren der Roten Listen ist wesentlicher Bestandteil des Niedersächsischen Weges. Ich danke LAVES und NLWKN für die umfangreichen Arbeiten. Sie zeigen die erschreckend hohe Bedrohung für Arten in unseren Gewässern. Viele Fischarten sind vom Aussterben bedroht oder haben sich im Bestand verschlechtert. Nur bei wenigen gibt es Verbesserungen. Mit den Gewässerrandstreifen, den vielen Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerqualität und Renaturierung im Rahmen der Wasserrahmenrichtlinie arbeiten wir intensiv an Verbesserungen für die Fisch-Lebensräume. Die Klimakrise und zunehmende Trockenheit verstärken die Gefahren für die Artenvielfalt in Gewässern. Für mich ist klar: Eine Bestandsaufnahme reicht nicht, wir brauchen dringend konsequenten Klima-, Gewässer- und Artenschutz.“ Positive und negative Trends Positive und negative Trends Im Vergleich mit der letzten veröffentlichten Fassung der Roten Liste aus dem Jahr 1993 hat sich für insgesamt 26 Arten (51 %) eine Änderung der Gefährdungskategorie ergeben. Während 16 Arten (31 %) erfreulicherweise als geringer gefährdet eingestuft werden konnten, mussten zehn Arten (20 %) einer höheren Gefährdungskategorie zugeordnet werden. Gründe sind sowohl reale Veränderungen der Bestände als auch Kenntniszuwachs und eine veränderte Methodik. Neben den drei ausgestorbenen Wanderfischarten gibt es negative Bestandsentwicklungen auch bei anderen Arten: Etwa beim Atlantischen Lachs, der Karausche, bei Stint (Binnenform), Zährte und Edelkrebs, deren Bestände teilweise bereits seit vielen Jahrzehnten anhaltend rückläufig und daher „vom Aussterben bedroht“ sind. Zudem wird die Äsche aufgrund massiver Bestandsabnahmen insbesondere in der jüngeren Vergangenheit nunmehr in die Kategorie „stark gefährdet“ hochgestuft. Weiterhin gibt die negative Bestandsentwicklung der in den Ästuaren von Elbe, Weser und Ems lebenden Massenfischarten mit ökosystemarer Bedeutung Anlass zur Besorgnis. Zu diesen Arten zählen Kaulbarsch (aktuell in die „Vorwarnliste“ aufgenommen) sowie die wandernden Ökotypen von Stint und Dreistachligem Stichling (beide gelten als „stark gefährdet“). Demgegenüber gibt es auch positive Entwicklungen: Wels und Zander sind beispielsweise jetzt ungefährdet, weil ihre Bestände zugenommen haben, Groppe und Steinbeißer stehen nur noch auf der Vorwarnliste. Schutzmaßnahmen zum Erhalt der natürlichen Vielfalt erforderlich Schutzmaßnahmen zum Erhalt der natürlichen Vielfalt erforderlich Notwendige Schutzmaßnahmen für die Fischfauna sind vorrangig die Sicherung und Entwicklung ihrer Lebensräume, insbesondere durch die konsequente Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie und der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie. Zu den dringlichsten Maßnahmen gehören neben einer naturnahen Fließgewässer- und Seenentwicklung die Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit der Fließgewässer, die Anbindung und Entwicklung der Auen, ein an die Klimakrise angepasstes Wassermanagement, die Verbesserung der Wassergüte und eine verstärkte Berücksichtigung des Fischartenschutzes bei der Gewässerunterhaltung. „Ein besonderes Augenmerk muss auf die Verbesserung der Ästuare von Elbe, Weser und Ems als Lebensräume für Fische gerichtet werden“, unterstreicht Lutz Meyer. Zudem seien die möglichen Auswirkungen gebietsfremder Fisch- und Krebsarten zu überwachen und Maßnahmen gegen deren weitere Ausbreitung zu treffen. Neben den Umwelt- und Naturschutzverwaltungen können auch die Fischereiberechtigten durch geeignete Maßnahmen, wie etwa Habitatentwicklungen oder Wiederansiedlungsprojekte, entscheidend zur Förderung gewässertypischer Fischbestände sowie den Erhalt der natürlichen genetischen Vielfalt beitragen. Weitere Infos zur Roten Liste sowie Bestell- und Downloadmöglichkeit gibt es im folgendem Artikel: Rote Liste der Süßwasserfische, Rundmäuler und Krebse Niedersachsens Hintergrundinformationen: Hintergrundinformationen: Rote Listen gefährdeter Arten werden seit 1960 von der International Union für Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) herausgegeben. In Deutschland erschienen sie erstmalig 1971. Rote Listen ermitteln und protokollieren den Gefährdungsstand von Arten und geben damit einen Einblick in den Stand der Biodiversität und möglichen Handlungsbedarf im Artenschutz. Die Roten Listen gefährdeter Arten werden in Deutschland inzwischen nach einer bundesweit standardisierten Methodik aufgestellt. Die Arten einer Roten Liste werden in verschiedene Gefährdungskategorien eingeteilt: 0 – Ausgestorben oder verschollen; 1 – Vom Aussterben bedroht; 2 – Stark gefährdet; 3 – gefährdet; G – Gefährdung unbekannten Ausmaßes; R – Extrem selten. Neben den gefährdeten Arten gibt es eine Vorwarnliste sowie die ungefährdeten Arten. Wesentliche Änderungen der aktuellen Roten Liste der Süßwasserfische gegenüber den vorherigen Ausgaben der Jahre 1981 und 1993 ergeben sich auch durch die Anwendung der standardisierten Methodik sowie die zwischenzeitlich erheblich vergrößerte Datenbasis. Kontakt: Kontakt: Für inhaltliche Fragen zur Roten Liste wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des LAVES: pressestelle@laves.niedersachsen.de

Vorfahrt für Grünen Wasserstoff: Länderminister fordern starke Förderkulisse von Bund und EU

Im Fokus: die Zukunft der deutschen Energieversorgung. Um bei zentralen Querschnittsthemen voranzukommen, haben die für Energie, Umwelt und Wirtschaft verantwortlichen Ressortchefinnen und -chefs der Bundesländer auf Einladung von Sachsen-Anhalts Energieminister Prof. Dr. Armin Willingmann heute erstmals gemeinsam beraten. Beim Austausch in Sachsen-Anhalts Landesvertretung in Berlin waren von Bundesseite auch Wirtschafts- und Klimaschutzminister Dr. Robert Habeck sowie Umweltstaatssekretär Stefan Tidow dabei. Als Vorsitzland der Energieministerkonferenz (EnMK) 2023 hatte Sachsen-Anhalt das Premieren-Treffen mit den Vertretern von Umweltministerkonferenz (UMK) und Wirtschaftsministerkonferenz (WMK) organisiert, um sich zu ressortübergreifenden Themen auszutauschen. Im Mittelpunkt standen daher Wege zu sicherer und bezahlbarer Energieversorgung sowie zum naturverträglichen Ausbau der entsprechenden Infrastruktur. Zudem berieten Bund und Länder über Möglichkeiten zur weiteren Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren im Energiebereich. Fotos vom Treffen sind online verfügbar unter: https://lsaurl.de/EnMK23Berlin. In einer heute verabschiedeten, gemeinsamen Erklärung von EnMK, UMK und WMK (verfügbar unter https://www.enmk.de/) setzen sich die Landesministerinnen und -minister u.a. für einen konsequenten Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland und Europa ein. Dafür fordern sie stabile gesetzliche Rahmenbedingungen, einen Plan zur grenzüberschreitenden Entwicklung von europäischen Gas- und Wasserstoffnetzen sowie eine koordinierte und ausreichend finanzierte Förderkulisse von Bund und EU – sowohl für die Produktion und Verteilung von Grünem Wasserstoff vor Ort als auch für dessen Import aus europäischen und internationalen Märkten. Der Ausbau der Energieinfrastruktur für Transport und Speicherung von Grünem Wasserstoff wie auch von Strom müsse aber nicht nur beschleunigt werden, sondern auch umwelt- und naturverträglich erfolgen. Biodiversität und Artenvielfalt sollen dabei hinreichend berücksichtigt und bestenfalls sogar gestärkt werden. In ihrer gemeinsamen Erklärung mahnen die Fachministerinnen und -minister auch die Schaffung international wettbewerbsfähiger Rahmenbedingungen bei der Energieversorgung der heimischen Wirtschaft, schnellere Genehmigungsverfahren, die zügige Bereitstellung von Flächen für den Ausbau erneuerbarer Energien und einen fairen regionalen Lastenausgleich bei den dabei entstehenden Kosten sowie mehr Engagement für Teilhabe und Akzeptanz der Bevölkerung an. Mit Blick auf die Versorgungssicherheit fordern EnMK, UMK und WMK den Bund zudem auf, geeignete rechtliche und wirtschaftliche Leitplanken einerseits für den zeitnahen Zubau wasserstofftauglicher Kraftwerke sowie andererseits für Speichertechnologien und Geschäftsmodelle zur Flexibilisierung von Energieverbrauchslasten zu schaffen. Ziel sei es, die Transformation des Wirtschaftsstandortes Deutschland mit einer 100-prozentigen erneuerbaren Energieversorgung sozial, naturverträglich, sicher und bezahlbar für die Menschen zu gestalten. Der EnMK-Vorsitzende, Sachsen-Anhalts Energieminister Prof. Dr. Armin Willingmann betonte: „Bei der Energiewende müssen zahlreiche Interessen berücksichtigt und harmonisiert werden. Deshalb haben wir alle zuständigen Ressortchefinnen und -chefs der Länder heute an einen Tisch geholt, um zentrale und durchaus auch kontroverse Belange miteinander zu diskutieren und praktikable Lösungen zu finden. Dabei besteht Konsens, dass die Erneuerbaren künftig deutlich kraftvoller ausgebaut werden müssen, um im Energiebereich unabhängiger zu werden und gleichzeitig den Klimaschutz zu stärken.“ Für die UMK unterstrich deren Vorsitzender, Nordrhein-Westfalens Umweltminister Oliver Krischer: „Zwischen den Umwelt-, Wirtschafts- und Energieministerkonferenzen gibt es das gemeinsame Verständnis, dass der schnelle Ausbau der erneuerbaren Energien entscheidend ist für eine sichere Energieversorgung und für das Erreichen der Klimaschutzziele. Die Klimakrise ist auch für den Natur- und Artenschutz die gefährlichste Bedrohung. Deshalb bietet der Ausbau der erneuerbaren Energien bei guter Planung viele Chancen für mehr Artenschutz und die biologische Vielfalt. So stellen wir Win-Win-Win-Situationen für Klimaschutz, Energieversorgung und Naturschutz her.“ Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger fügte als WMK-Vorsitzender hinzu: „Eine starke Wirtschaft ist der Kern unseres Wohlstands und der Motor der Energiewende. Um die industrielle Wertschöpfung in Deutschland zu halten, benötigen wir einen international wettbewerbsfähigen Industriestrompreis. Damit setzen wir ein klares Zeichen, dass sich Investitionen am Standort Deutschland weiterhin lohnen und es somit nicht zu Betriebsschließungen und einer schleichenden Deindustrialisierung kommt. Die Wirtschaft braucht außerdem schnell Klarheit, wie sie die Dekarbonisierung Schritt für Schritt umsetzen kann, ohne Wettbewerbsnachteile befürchten zu müssen. Deshalb kommt es darauf an, jetzt für Wasserstoff einen pragmatischen rechtlichen, planerischen und finanziellen Rahmen zu setzen. Technische Lösungen für Wasserstoff in verschiedensten Anwendungsbereichen gibt es schon. Wir müssen dafür sorgen, dass sie bald auch in der breiten Praxis zum Einsatz kommen können." Hintergrund: Zum Jahresbeginn 2023 hat Sachsen-Anhalt den Vorsitz der Energieministerkonferenz übernommen. Neben der vergangenen EnMK-Tagung Ende März in Merseburg (Saalekreis) und dem heutigen Premieren-Treffen von EnMK, UMK und WMK wird es eine weitere Energieminister-Konferenz im Bundesland geben: Ende September in Wernigerode (Landkreis Harz). Im Mittelpunkt steht dann insbesondere das Spannungsfeld von forciertem Ausbau erneuerbarer Energien und umweltpolitischen Anforderungen. Auch zu dieser Konferenz wird Bundesminister Habeck erwartet. Aktuelle Informationen zu interessanten Themen aus Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt gibt es auch auf den Social-Media-Kanälen des Ministeriums bei Facebook, Instagram, LinkedIn, Mastodon und Twitter.

BfN-Schriften 652 - Biodiversität und Klima – Vernetzung der Akteure in Deutschland XVIII. Dokumentation der 18. Tagung

Der voranschreitende Klimawandel stellt eine wachsende Bedrohung für die biologische Vielfalt und die davon abhängenden menschlichen Gesellschaften dar. Der engen Verknüpfung und der gegenseitigen Beeinflussung von Biodiversität und Klima wird in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft eine immer größere Bedeutung beigemessen. Um Aktivitäten an der Schnittstelle "Biodiversität und Klima" zu präsentieren und von inspirierenden Ansätzen zu lernen, veranstaltet das Bundesamt für Naturschutz (BfN) seit 2004 jährlich an der Internationalen Naturschutzakademie Insel Vilm die trans- und interdisziplinäre Tagung "Biodiversität und Klima - Vernetzung der Akteure in Deutschland".

Klimawandel, Biodiversitätskrise und Erneuerbare Energien

null Klimawandel, Biodiversitätskrise und Erneuerbare Energien Baden-Württemberg/Karlsruhe. „Die Auswirkungen des Klimawandels, die Biodiversitätskrise sowie der Ausbau der erneuerbaren Energien. Das sind die gesellschaftlichen Megatrends, die unsere Arbeit maßgeblich beeinflusst haben“, fasst Dr. Ulrich Maurer, Präsident der LUBW Landesanstalt für Umwelt das zurückliegende Jahr zusammen. Seit August 2022 ist Ulrich Maurer neuer Präsident der LUBW. Am heutigen Freitag warf der promovierte Chemiker anlässlich der Vorstellung der LUBW Jahresbroschüre „Schwerpunkte 2022“ in Karlsruhe einen Blick zurück auf die prägenden Themen des vergangenen Jahres. „Die LUBW war und ist als Ratgeber und kompetenter Ansprechpartner sehr gefragt und geschätzt“, unterstrich Maurer die gesellschaftliche Relevanz der Arbeit der aktuell rund 520 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Allein im Bereich der Gewässeruntersuchungen wurden im vergangenen Jahr über 3.500 Proben analysiert. „Der Rückblick auf das Jahr 2022 bereitet mir mitunter große Sorge. Er gibt aber auch Grund für Optimismus“, resümierte Maurer die Ergebnisse der umfangreichen Messungen und Bewertungen. Trockenheit und Hitze Der Sommer 2022 war in Baden-Württemberg einer der trockensten und wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Zahlreiche Flüsse und Bäche wiesen eine extrem geringe Wasserführung auf, einige fielen ganz trocken. In der Folge musste stellenweise die Wasserentnahme zeitweise eingeschränkt werden. Auch die Grundwasservorräte waren betroffen: Der Frühsommer 2022 zählte zu jenen mit den niedrigsten Grundwasserständen in dieser Jahreszeit. An vielen Orten wurden bis Ende Juli die niedrigsten Werte seit 30 Jahren erreicht. Durch überdurchschnittlichen Niederschlag im September konnten sich die Grundwasserverhältnisse ab Herbst vielerorts stabilisieren. „All das zeigt, dass sich Wetterextreme mit fortschreitendem Klimawandel häufen. Es lohnt sich allerdings, genauer hinzusehen. Denn das engmaschige Messnetz der LUBW mit seinen hunderten Messstellen ermöglicht es uns, feinste lokale Unterschiede zu erkennen. In manchen Regionen nehmen die Niederschlagssummen in den letzten Jahren sogar tendenziell leicht zu“, verwies Maurer auf Auswertungen der LUBW. Gefährdete Vielfalt Längst ist vielfach dokumentiert, dass zahlreiche Arten in ihrem Bestand gefährdet sind. Dieser Trend macht auch vor Baden-Württemberg nicht halt. Um den Erhaltungs- und Gefährdungszustand der in Baden-Württemberg vorkommenden Tier- und Pflanzenarten bewerten zu können, erstellt die LUBW regelmäßig sogenannte Rote Listen. Diese sind eine wichtige Grundlage für die Planung notwendiger, wirksamer Schutzmaßnahmen. Drei dieser Roten Listen wurden von der LUBW im Jahr 2022 aktualisiert. Sie zeigen den aktuellen Gefährdungsgrad der Heu- und Fangschrecken, Brutvögel sowie Amphibien und Reptilien. „Leider müssen wir für alle drei Artengruppen feststellen, dass die Trendwende noch lange nicht geschafft ist. Allein bei den Brutvogelarten gilt weit mehr als die Hälfte der bei uns vorkommenden Arten als gefährdet oder steht auf der Vorwarnliste“, zeigte sich Maurer besorgt. „Ich bin sehr stolz, dass die LUBW mit ihrer Expertise und der wertvollen Unterstützung vieler Ehrenamtlicher ein objektives Bild zur Gefährdung der Arten liefern kann. Damit leisten wir einen wertvollen Beitrag zum Erhalt unserer heimischen Vielfalt.“ Erneuerbare Energien Erneuerbare Energien sind der zentrale Baustein unserer zukünftigen Energieversorgung. Das verdeutlicht nicht nur die aktuelle Energiekrise, sondern auch der Klimawandel. Die Sonne ist dabei eine der wichtigsten regenerativen Energiequellen im Südwesten. Ob sich eine Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Dach lohnt, können Bürgerinnen und Bürger seit Anfang 2022 im Solardachkataster mithilfe eines Wirtschaftlichkeitsrechners ermitteln. Das Solardachkataster ist ein Baustein des Energieatlas Baden-Württemberg, dem gemeinsamen Internet-Portal der LUBW und des Umweltministeriums zum Thema erneuerbare Energien. Neben der Nutzung von Dachflächen ist ein Ausbau der Photovoltaik auf weiteren Flächen nötig. Ende 2022 hat die LUWB den Energieatlas daher um die PV-Ausbaupotenziale von Sonderflächen erweitert. Das sind beispielsweise ehemalige Müll-Deponien oder schwimmende PV-Anlagen (Floating PV) auf Baggerseen, die sich noch in der Auskiesung befinden. „Der Energieatlas ist ein Paradebeispiel dafür, dass die Expertise der LUBW ganz konkret zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beiträgt. Besonders freue ich mich darüber, dass wir mit dem Wirtschaftlichkeitsrechner allen Bürgerinnen und Bürgern ein konkretes Werkzeug an die Hand geben. Damit kann sich jede und jeder aktiv an der Energiewende beteiligen“, so Maurer. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit Natur und Umwelt machen an Grenzen nicht halt. Die LUBW arbeitet daher in vielen Bereichen mit anderen Institutionen und Organisationen zusammen. Insbesondere die Nachbarländer Schweiz, Österreich, Frankreich und die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen, Thüringen und Bayern sind wichtige Kooperationspartner der LUBW. Mithilfe der Internetangebote, Broschüren und Veranstaltungen können sich interessierte Bürgerinnen und Bürger fundiert über die Arbeit der LUBW informieren. Die Ergebnisse unserer Datenerhebung und deren Bewertung stehen umfänglich der Öffentlichkeit und der Landesregierung zur Verfügung. LUBW-Broschüre:  Schwerpunkte 2022: Beobachten. Bewerten. Beraten. Wir entwickeln Lösungen! Pressemitteilungen der LUBW zu den Themen der Jahresbroschüre: Amphibien und Reptilien in Not 01.02.2023  18 von 31 Arten sind in Baden-Württemberg gefährdet Insektenmonitoring in Baden-Württemberg 13.01.2023   Biotopschutz und ökologische Bewirtschaftung leisten wichtigen Beitrag zum Insektenschutz Schwimmende Photovoltaik-Anlagen können Beitrag zur Energiewende in Baden-Württemberg leisten 22.12.2022 Übersicht Potenziale auf Baggerseen im Energieatlas veröffentlicht Beiträge im LUBW Blog zu den Themen der Jahresbroschüre: 23.12.2022 Unterwegs mit der LUBW: Die Temperatur der Fließgewässer 20.12.2022 „Kommunen JETZT klimaresilient machen!“ - Regionalveranstaltung zur Klimaanpassung mit Teilnahmerekord 04.10.2022 LUBW Monatsthema: Rote Listen Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle der LUBW. Telefon: +49(0)721/5600-1387 E-Mail: pressestelle@lubw.bwl.de

Invasive Tierarten in Rheinland-Pfalz am Beispiel Nutria

Ausbreitung des Nagetiers Nutria (auch Biberratte oder Sumpfbiber genannt), Nutria-Schäden in Landwirtschaft, an Regenrückhaltebecken, an Bachufern und an Deichen, Ausbreitung von invasiven Tierarten, Bedrohung für Artenvielfalt, Maßnahmen; Berichterstattung der Landesregierung im Ausschuss für Umwelt und Forsten

Invasive Pflanzenarten in Rheinland-Pfalz

Landkreise mit starker Ausbreitung invasiver Pflanzenarten, Bedrohung für Artenvielfalt, Maßnahmen gegen die Ausbreitung; Berichterstattung der Landesregierung im Ausschuss für Umwelt und Forsten

BfN Schriften 618 - Biodiversität und Klima – Vernetzung der Akteure in Deutschland XVII – Dokumentation der 17. Tagung

Der voranschreitende Klimawandel stellt eine wachsende Bedrohung für die biologische Vielfalt und die davon abhängenden menschlichen Gesellschaften dar. Der engen Verknüpfung und der gegenseitigen Beeinflussung von Biodiversität und Klima wird in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft eine immer größere Bedeutung beigemessen. Um Aktivitäten an der Schnittstelle „Biodiversität und Klima“ zu präsentieren und allgemein bekannt zu machen, veranstaltet das Bundesamt für Naturschutz (BfN) seit 2004 jährlich an der Inter-nationalen Naturschutzakademie Insel Vilm die trans- und interdisziplinäre Tagung "Biodiversität und Klima - Vernetzung der Akteure in Deutschland". Am 10. und 11. September 2020 fand an der Internationalen Naturschutzakademie Insel Vilm (INA) die 17. Tagung „Biodiversität und Klima – Vernetzung der Akteure in Deutschland“ statt. An der Veranstaltung nahmen 22 Expertinnen und Experten teil, die in Deutschland zu den Themen Anpassung an den Klimawandel sowie Klima- und Biodiversitätsschutz arbeiten.

1 2 3 4 513 14 15