“‘ne echte Berliner Pflanze” – so wird im Volksmund gern eine echte Berlinerin oder ein echter Berliner genannt. Es sei dahingestellt, wie das genau definiert wird, aber auf jeden Fall hat die Herkunft etwas damit zu tun. Vielleicht geht der Ausspruch ja zurück auf die Frage nach gebietseigenen oder gebietsfremden Pflanzen. Dahinter steckt biologisch gesehen die Bestrebung Berlins, die gebietseigene genetische Vielfalt zu erhalten. Denn der industriellen Pflanzen- und Saatgutproduktion fehlt häufig der Bezug zu den regionalen Bedingungen. Die gebietseigene genetische Vielfalt kann dadurch verloren gehen. In der Folge droht die Verdrängung heimischer Arten. Schon der Erhalt und die weitere Ausbreitung von regionaltypischen Arten tragen zur Stärkung der genetischen Vielfalt und zur Förderung spezifischer Lebensräume bei. Während der Streit darüber, wer nun als echte Berliner Pflanze durchgeht, zum Glück für immer ungeklärt bleiben wird, ist das bei den Pflanzen ganz klar geregelt. Deutschlands einheimische Arten sind solche, die ohne menschliche Hilfe eingewandert oder hier entstanden sind. Innerhalb dieser wird zwischen “gebietseigenen” und “gebietsfremden” Pflanzen unterschieden. “Gebietseigen” sind nun solche, die aus Populationen einheimischer Sippen eines bestimmten Naturraums stammen. Sie haben sich in diesem über einen langen Zeitraum in vielfachen Generationenfolgen vermehrt. Deshalb unterscheiden sie sich genetisch von Populationen der gleichen Art aus anderen Naturräumen in Deutschland. Und deshalb kann man auch scherzhaft sagen, dass der Nordosten Berlins, der Teil der auf der Hochfläche des Barnim liegt, zur Uckermark gehört. Denn das Land Berlin gehört in Bezug auf die krautigen Pflanzen zu den Vorkommensgebieten “Ostdeutsches Tiefland” (Nr. 4) und “Uckermark mit Odertal” (Nr. 22). Für Berlin heißt das: Nur Pflanzen aus diesen Vorkommensgebieten zählen als “gebietseigen”. Insgesamt gibt es für die krautigen Pflanzen in Deutschland 22 dieser Vorkommensgebiete bzw. Herkunftsregionen. Bei den Gehölzen gibt es insgesamt nur sechs Vorkommensgebiete in Deutschland. Hier zählt Berlin zum “Mittel- und Ostdeutschen Tief- und Hügelland” (Nr. 2). Warum ist es von Bedeutung, diese Unterscheidung zu treffen, wo doch gebietsfremde und gebietseigene Arten ganz ähnlich aussehen? Der wichtige Unterschied liegt in der evolutionären Anpassung an die besonderen Bedingungen eines Naturraums. Die Arten unterscheiden sich deshalb auch genetisch. Gebietseigene Pflanzen weisen andere Merkmale und Reaktionsmuster auf als gebietsfremde Pflanzen derselben Art. Sie sind besser an die regionalen Bedingungen angepasst. Gebietseigene Pflanzen sind deshalb eine wesentliche Grundlage für die biologische Vielfalt. Gemeinsam sind wir stark: Pflanzen und Tiere: Gebietseigene Pflanzen und die Tiere, die sie bestäuben oder als Nahrungsquelle nutzen, haben sich nach der letzten Eiszeit über tausende von Jahren gemeinsam entwickelt. Bei dieser Koevolution sind gegenseitige Abhängigkeiten und Anpassungen entstanden, auf die beide Seiten zum Teil angewiesen sind. Diese sehr lange gemeinsame Entwicklung von Pflanzen und Tieren ist deshalb der Schlüssel für die biologische Vielfalt in den jeweiligen Vorkommensgebieten bzw. Naturräumen. Besseres Anwachsen Aufgrund ihrer Anpassung an die regionalen Umweltbedingungen wachsen gebietseigene Pflanzen meist besser an. Außerdem sind sie oft kräftiger. Selbst wenn der Anschaffungspreis bisweilen höher ist: Es rechnet sich. Größere Anpassungsfähigkeit Gebietseigene Pflanzen verfügen oft über eine hohe genetische Variabilität. Die Pflanzen können flexibel auf natürliche oder vom Menschen verursachte Umweltveränderungen – wie z. B. den Klimawandel – reagieren. Die genetische Vielfalt erhöht die Überlebenschancen der Arten. Bessere Umweltbilanz Durch die Vor-Ort-Gewinnung von Pflanzmaterial und die Anzucht in regionalen Betrieben werden Transportwege verringert und damit die Umweltbilanz verbessert. Im Frühjahr 2015 wurde für die IGA Berlin 2017 mit der Anlage von großen Wiesenflächen unter Verwendung von gebietseigenem Saatgut begonnen. Es handelt sich um das “Wiesenmeer” im südlichen Teil der Gärten der Welt. Die Auswahl der Saatgutmischungen wurde eng mit dem “Verband deutscher Wildsamen- und Wildpflanzenproduzenten” abgestimmt. Auch die Struktur der Böden musste für die jeweilige Wiesenart entsprechend vorbereitet und angepasst werden. Um die Vielfalt der Möglichkeiten zu zeigen, wurden drei verschiedene Gras- und Kräutermischungen für das “Wiesenmeer” verwendet: Frischwiese (u. a. mit Wiesen-Glockenblume und Fettwiesen-Margerite) Trockenrasen (u. a. mit Silber-Fingerkraut und Heide-Nelke) Kalk-Trockenwiese (u. a. mit Skabiosen-Flockenblume und Wiesen-Salbei) Die Pflege des “Wiesenmeers” erfolgt auch an den jeweiligen Wiesentyp angepasst. So werden die Frischwiese zweimal, der Trockenrasen und die Kalk-Trockenwiese zunächst sogar nur einmal im Jahr gemäht. Breiten sich hier Hochstaudenfluren zu stark aus, muss aber auch hier ein zweiter Mahdgang durchgeführt werden damit die Trockenrasenarten nicht verdrängt werden. Zur Förderung der biologischen Vielfalt ist zudem vorgesehen, Teilflächen wechselnd ungemäht zu belassen. Säen und seien Sie doch auch eine Berliner Pflanze! Wer im eigenen Garten “‘ne echte Berliner Pflanze” ansiedeln möchte, sollte nicht zur Standard-Rasen- oder gängigen Wiesenmischung greifen. In Deutschland sind Produzenten regionalen Saatguts an zwei Zertifikaten erkennbar: “VWW-Regiosaaten” und “Regiozert”. Wenn auch Sie die “Berliner Pflanzen” in Ihrem eigenen Garten fördern wollen, finden Sie ausführliche Informationen zu diesem Thema in der Broschüre “Pflanzen für Berlin”
Die Erhaltung genetischer Diversität ist ein zentrales Ziel eines zeitgemäßen Artenschutzes. Die Ökologie einer Art beeinflusst deren Populationsstruktur und diese wiederum die genetische Diversität und Differenzierung. So weisen ökologisch spezialisierte Arten, die meist in kleinen, geographisch isolierten Populationen auftreten, eine vergleichsweise geringe genetische Diversität auf. Dem gegenüber stehen Arten mit einer vergleichsweise breiten ökologischen Valenz, die in landschaftsübergreifenden Populationsnetzwerken existieren; durch einen permanenten Austausch von Individuen besitzen diese häufig eine relativ hohe genetische Diversität, die sie auch weitgehend erhalten können. Aus diesen beiden kontrastierenden Situationen lassen sich zwei unterschiedliche Managementstrategien für den Naturschutz ableiten: Für ökologisch spezialisierte Arten ist die Erhaltung einer möglichst hohen Habitatqualität essenziell. Solche Arten können mit ihrer einfachen genetischen Struktur auch langfristig in kleinen isolierten Vorkommen existieren - solange sich nicht ihre Lebensgrundlage ändert. Dem gegenüber stehen Arten mit einer großen ökologischen Valenz und einer hohen genetischen Diversität. Diese Arten mit ihren komplexen genetischen Strukturen können nur durch die Erhaltung ihrer Populationsnetzwerke und damit durch eine hohe Landschaftsdurchlässigkeit erhalten werden. Ein besonderes Augenmerk im Artenschutz muss deshalb auch Arten mit mittlerer ökologischer Spezialisierung und hoher genetischer Diversität zukommen, da diese nicht dauerhaft in kleinen isolierten Schutzgebieten erhalten werden können, in besonderer Weise auf Landschaftsdurchlässigkeit angewiesen sind und unter der rasant fortschreitenden Landschaftshomogenisierung leiden.
Das Projekt "Meeresmilben (Acari, Halacaridae) im tropischen Westaustralien - Vergleich mit der Fauna anderer Regionen Australiens" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft, Forschungsinstitut Senckenberg, Deutsches Zentrum für Marine Biodivesitätsforschung, Sektion Plantologie und Systemökologie durchgeführt. Die Halacaridae (Meeresmilben) gehören, mit ihrer Körpergröße von 200-500 mym, zum Meiobenthos. Unter den Milben sind sie die einzigen, die vollständig an ein Leben im Meer angepasst sind; sie besiedeln den Bereich von der oberen Gezeitenlinie bis in die Tiefseegräben. Zur Zeit sind etwa 900 Arten bekannt. Im Vergleich zu den Küsten im Osten und Westen des Nordatlantiks zeichnen sich die Australiens durch eine äußerst artenreiche Halacaridenfauna aus: jede geographische Region entlang der Küste scheint in erster Linie eigene Arten zu beherbergen. Die geplanten Probennahmen bei Dampier an der tropischen Nordwestküste Australiens sollen Daten liefern für einen Vergleich mit den bereits bearbeiteten Faunen von Rottnest Island (Südwestaustralien) und dem Great Barrier Reef (Ostaustralien).
Das Projekt "Genetische Grundlagen für das Überleben der Birkhuhnpopulationen in Europa" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Freiburg, Forstzoologisches Institut, Professur für Wildtierökologie und Wildtiermanagement durchgeführt. Das Birkhuhn (Tetrao tetrix), einst typischer Bewohner von Moor- und Heidelandschaften, lebt in Deutschland außerhalb der Alpen nur noch in kleinen isolierten Vorkommen. Aufforstungen von Heideflächen und die Entwässerung und Kultivierung von Mooren reduzierten seinen Bestand. Heute steht das Birkhuhn als vom Aussterben bedrohte Art auf der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands. Allein in Niedersachsen, wo außerhalb der Alpen noch der größte Birkhuhnbestand lebt, sank die Zahl der Tiere innerhalb der letzten 30 Jahre von rund 4.000 auf heute 200. Das Projekt untersucht die für den Artenschutz zentrale Frage, wie sich die voneinander isolierten Populationen in Deutschland an Veränderungen ihrer Lebensräume anpassen. Daraus sollen dann konkrete Empfehlungen für den Schutz des Birkhuhns abgeleitet werden.
Das Projekt "Vorhaben: Physiologische Toleranz und adaptive Evolution" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Hamburg, Institut für Hydrobiologie und Fischereiwissenschaft durchgeführt. Im Rahmen des Klimawandels ist das Potenzial von Phytoplankton, sich durch Evolution an die veränderte Umwelt an zu passen, sehr hoch. Ob Phytoplanktonarten, die toxische Algenblüten (Harmful Algal Bloom, im Weiteren: HAB) bilden, ein höheres Evolutionspotential als andere, co-existierernde, Arten haben, ist dabei aber unbekannt. Es ist jedoch auffällig, dass in den letzten Jahren immer häufiger toxische und HAB verursachende Mikroalgenarten im Arktischen Ozean beobachtet wurden. Das Projekt GreenHAB soll unser Verständnis von Indikatoren, Kipppunkten und Auswirkungen von HAB-Arten in der Arktis und somit unsere Fähigkeit, relevante Vorhersagen zu treffen, verbessern. Um dieses Ziel zu erreichen, wird das hier vorgestellte Teilprojekt untersuchen, wie schnell und auf welchem Wege sich HAB- und nicht HAB-formende Arten evolutionär an Umweltveränderung anpassen. Der Fokus wird hier auf Salinitäts- und Temperaturveränderungen liegen. Die erhobenen Daten werden aufzeigen, in wie weit physiologische Kipppunkte durch evolutionäre Anpassungen verschoben werden können, und ob es hierbei signifikante Unterschiede zwischen HAB-formenden und anderen Phytoplanktonarten gibt, die auch über längere Zeiträume eine HAB-Dominanz begünstigen könnten, mit weitreichenden Folgen für das gesamte Ökosystem.
Das Projekt "Adaption von Sojabohnen an saure Boeden mit einem hohen Aluminiumgehalt" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Institut für Biologie und Biotechnologie der Pflanzen durchgeführt. Im Rahmen des Biotechnologieprogramms 'Indonesien-Deutschland' werden mit den Methoden der pflanzlichen Biotechnologie und Molekularbiologie Resistenzeigenschaften von Sojabohnenpflanzen und Sojabohnenzellkulturen gegenueber einem hohen Saeuregehalt im Boden/im Medium untersucht, wobei es das Ziel ist, einen Resistenzmechanismus fuer hohen Aluminiumgehalt zu finden. Durch Selektion Aluminium-resistenter Zellen bzw Embryonen und deren Regeneration zu intakten Pflanzen wird es angestrebt, Kultivare der Sojabohne zu entwickeln, die unter den landwirtschaftlichen Bedingungen Indonesiens wachsen koennen.
Das Projekt "Teilprojekt: Der Effekt von Landnutzung auf funktionelle Merkmale und Muster in Vogel- und Fledermausgemeinschaften" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Ulm, Institut für Evolutionsökologie und Naturschutzgenomik durchgeführt. In meinem Projekt möchte ich verstehen, inwieweit die Zusammensetzung von Vogel- und Fledermausgemeinschaften entlang eines Landnutzungsgradienten variiert, und ob dies durch morphologische und ökologische Merkmale der Arten und ihrer Spezialisierung auf bestimmte Ressourcen, erklärt werden kann. Hierbei arbeite ich entlang eines Landnutzungsgradienten von bewirtschaftetem Grünland, über forstwirtschaftlich genutzte Waldbestände, bis hin zu urbanen Habitaten innerhalb der Bidiversitätsexploratorien.Vogel- und Fledermausarten werden auf allen Exploratorienflächen (N=300), in Dörfern (N=30) und auf den neu etablierten Waldexperimentierflächen (N=90) mit automatischen akustischen Aufnahmegeräten erfasst. Zudem werde ich eine umfangreiche Datenbank mit morphologischen und vokalen Merkmalen der Arten anlegen, die Mobilität und Wendigkeit im Flug sowie die akustische Perzeption der Habitat-Güte (Konkurrenz durch territoriale Gesänge von Artgenossen (Vögel) und Orientierung in unterschiedlich dichter Vegetation (Fledermäusen)) bestimmen. Unter Einbeziehung potentieller Ressourcenverfügbarkeit (Futter und Quartier) kann ich ableiten ob lokale Landnutzung das Vorkommen von Arten, basierend auf ihren funktionalen Merkmalen und /oder auf der Ressourcen Verfügbarkeit bedingt und dies zu funktionaler oder taxonomischer Verarmung der Artengemeinschaften führt. Ein Vergleich der Ergebnisse dieser Studie mit Daten früherer standardisierten Monitoringsaufnahmen von Vögeln und Fledermäusen 2008-2012 auf den gleichen Flächen, erlaubt es mir zudem, Rückschlüsse auf Veränderungen von Artvorkommen und der Artenzusammensetzungen über die letzten 10 Jahre zu ziehen. Auf Waldflächen werde ich außerdem die Veränderung in der Artenzusammensetzung nach Störung (Waldfällungsexperiment) erfassen und testen, ob das Vorkommen bestimmter Arten vorhersagbar ist. Mit einem funktionalen Habitat Model möchte zudem ich die Interaktion zwischen lokalen Habitatfaktoren und der umgebenden Landschaftsmatrix (Konnektivität/ Komplementarität) verstehen und bestimmen, inwieweit strukturelle Heterogenität der Landschaft die Erreichbarkeit von geeigneten Habitaten bedingt und ob die Komplementarität unterschiedlicher Habitattypen (z.B. ein naher Waldbestand an Grünland) negative Effekte lokaler Landnutzung puffern kann.Die Erkenntnisse meiner Studie sind essentiell um zugrundliegenden ökologischen Faktoren und Prozesse auf unterschiedlichen räumlichen Skalen, welche die Artengemeinschaften so mobiler Arten wie Vögel und Fledermäuse bedingen, zu verstehen. Dies ist eine grundlegende Voraussetzung Artverluste durch Landnutzungsveränderungen vorhersagen und eventuell abwenden zu können und damit nachhaltig die Funktion ökosystemarer Zusammenhänge in Agrikulturlandschaften zu gewährleisten.
Das Projekt "Charakterisierung des Wasserhaushalts und Nährstoffhaushalts von Buchen in Abhängigkeit von Klima und Bewirtschaftung" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Freiburg, Institut für Forstbotanik und Baumphysiologie durchgeführt. Die Verfügbarkeit von Wasser, die zum einen durch klimatische Faktoren, zum anderen kleinräumig durch waldbauliche Maßnahmen modifiziert wird, ist ein entscheidender Faktor, der Wachstum und Vitalität und somit auch die geographische Verbreitung der Buche beeinflusst. Veränderungen des Wasserhaushalts der Vegetation wirken sich ebenfalls auf den Nährstoffhaushalt aus, so dass beide Prozesse gemeinsam betrachtet werden. Die Charakterisierung des Wasserhaushaltes in Abhängigkeit von Klima (mesoklimatischer Expositionsgradient) und Bewirtschaftung (Schirmhiebe)soll ausgehend von einem Einzelbaumansatz mittels Xylemflussmessungen, Messungen des Wasserpotenzials und Bestimmung der C-, O- und N-Isotopensignaturen an adulten und jungen Bäumen erfolgen und mit Hilfe von Modellrechnungen auf die Bestandesebene extrapoliert werden. Weiterhin sollen die Isotopensignaturen in Phloem, Blättern und Holz auf ihre Eignung als Werkzeuge zur Regionalisierung des Wasserhaushalts überprüft werden. Der Nährstoffstatus wird anhand der Messungen und Modellierung der Aufnahme des wachstumslimitierenden Nährelements N aus dem Boden für adulte und junge Buchen charakterisiert. Es wird erwartet, dass sich die Untersuchungsparameter auf den verschiedenen Standorten in Abhängigkeit von Klima und Bewirtschaftung verändern und somit Rückschlüsse auf die Reaktions- und Anpassungsfähigkeit des Wasser- und Nährstoffhaushalts von Buchenbeständen gezogen werden können. Für diese Analyse wird eine gemeinsame Betrachtung des Wasser- und Nährstoffhaushalts des Bodens (Anträge Hilfebrand und Papen) und des Wasser- und Strahlungshaushaltes der Atmosphäre (Antrag Mayer) durchgeführt.
Das Projekt "CoForChange: Diagnose- und Entscheidunginstrumente zur Abmilderung der Folgen des Klimawandels auf die Biodiversität der Wälder des Kongobeckens" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Bayreuth, Fachgruppe Biologie, Bayreuther Zentrum für Ökologie und Umweltforschung (BayCEER), Lehrstuhl für Pflanzenökologie durchgeführt. Wie, warum und wo überleben Baumarten zunehmenden Stress? Das Projekt wird in in Zusammenarbeit mit einem Konsortium europäischer Institutionen durchgeführt.
Das Projekt "Vergleich der inter- und intra-annuellen Wachstumsdynamik und der Reaktion auf Trockenstress von Rotbuche (Fagus sylvatica L.) und Fichte (Picea abies (L.) Karst.) entlang eines Höhengradienten" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Institut für Forstwissenschaften, Professur für Waldwachstum und Dendroökologie durchgeführt. Die Auswirkung der prognostizierten Klimaveränderungen auf Wachstum und Produktivität von Fichte und Buche werden aktuell noch immer kontrovers diskutiert. Die Analyse der inter- und intraannuellen Wachstumsdynamik unter verschiedenen ökologischen Bedingungen wird detaillierte Einblicke zu Resilienz- und Anpassungspotential des Dickenwachstums im Hinblick auf klimatische Extremereignisse und Umweltveränderungen bereitstellen. Diese Studie basiert auf der geplanten Auswertung von einzigartig langen Zeitreihen von Dendrometermessungen, welche in drei dendroökologischen Messstationen des Instituts für Waldwachstum, entlang eines Höhengradienten im südwestlichen Deutschland gesammelt wurden. In den drei Versuchsflächen wird durch automatische Präzisions-Dendrometer die Radialveränderungen der Schäfte von Buchen- und Fichtenuntersuchungsbäumen kontinuierlich seit 1990 (in 1250 m Höhenlage) und 1997 (in 450 m und 750 m Höhenlage) in hoher zeitlicher Auflösung (alle 15 Minuten) aufgezeichnet. Für den gleichen Zeitram werden in diesen Versuchsflächen auch meteorologische und pedologische Parameter erfasst. Ergänzende Umweltdaten stehen von der nahegelegenen Messstation des deutschen Umweltbundesamt es zur Verfügung, welche außerdem hochauflösende Zeitreihen der troposphärischen CO2 Konzentration beinhalten. Zur Erweiterung der retrospektiven Analyse werden Stammscheiben und Bohrkerne von Dendrometerbäumen und deren Nachbarbäumen entnommen. Der innovative Ansatz, lange Dendrometerzeitreihen mit Parametern wie Jahrringbreite, Zellstruktur, intra-annuellem Dichteprofil sowie mit Daten aus eingehenden Studien zur kambialen Aktivität und Jahrringbildung zu kombinieren, bietet eine einmalige Gelegenheit unser Verständnis und das Wissen über Interaktionen von verschiedenen Umweltfaktoren mit der kurz-, mittel- und langfristigen Wachstumsdynamik von den zwei wichtigen Baumarten der deutschen Forstwirtschaft zu vertiefen.
Origin | Count |
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Bund | 432 |
Land | 1 |
Type | Count |
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unbekannt | 1 |
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geschlossen | 1 |
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