Das Verbundprojekt 'BioRegio - Regionale Bioenergienutzung' übertrug die im BMU-Projekt 'Stoffstrom-Biomasse' erstellten Werkzeuge auf ausgewählte Modell-Regionen und überprüfte die Umsetzungsbedingungen für die nationalen Strategien zur nachhaltigen energetischen Nutzung von Biomasse. Neben EDV- und Datenfragen wurde vom Öko-Institut dabei auch ein Werkzeug zur Berechnung der regionalen Wertschöpfung erstellt. Die Modellregionen waren folgende (in Klammern: betreuendes Institut): Naturpark Saar-Hunsrück (IZES + IfAS), Südlicher Oberrhein und Kiel-Eckernförde-Rendsburg-Neumünster (Öko-Institut), Emscher-Lippe (FhI-UMSICHT), Mecklenburg Ost und Mittelsachsen (IE). Informationen zu den Modellregionen finden sich unter www.bioregio.info
Die Gentechnik ist ein moderner und zukunftsträchtiger, zugleich aber auch kontrovers diskutierter Zweig der Biotechnologie. In Deutschland setzt das Gentechnikgesetz (GenTG) den rechtlichen Rahmen für die Anwendung solcher gentechnischer Verfahren in Forschungs- und gewerblichen Einrichtungen. Als Technologie-Gesetz erfüllt es gemäß § 1 sowohl Schutz- und Präventionszwecke als auch Förderzwecke. Das Gesetz regelt das Arbeiten mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) in gentechnischen Anlagen, die gezielte Freisetzung von GVO in die Umwelt sowie das Inverkehrbringen von GVO (Abgabe von GVO – Produkten an Dritte, z. B. den Anbau von gentechnisch veränderten Kulturpflanzen). Das Landesamt für Umweltschutz (LAU) in Halle ist Fachbehörde des Ministeriums für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt (MWU). Die Mitarbeiter des Gentechnischen Überwachungslabors des LAU stehen dem Ministerium sowie den zuständigen Behörden als Ansprechpartner in fachlichen Fragen für den Bereich Gentechniksicherheit zur Verfügung. Im Land Sachsen-Anhalt existieren spezifische Zuständigkeiten nach Gentechnik-Recht. Die fachliche Federführung liegt hierbei beim Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten (MWL) mit Sitz in Magdeburg. Es ist Mitglied der Bund-/Länder-Arbeitsgemeinschaft Gentechnik (LAG: www.blag-gentechnik.de/ ). Als Vollzugsbehörde ist das Landesverwaltungsamt (LVwA) in Halle für die Anzeige, Anmeldung und Genehmigung gentechnischer Anlagen und Arbeiten sowie für deren Überwachung und die Überwachung von Freisetzungen und des Inverkehrbringens im Rahmen des GenTG zuständig. Für die experimentelle gentechnische Überwachung, die das LAU im Auftrag des LVwA ausübt, steht in der Reilstraße eine moderne gentechnische Anlage der Sicherheitsstufe S2 zur Verfügung. In enger Zusammenarbeit mit dem LVwA werden planmäßige und anlassbezogene Probenahmen aus gentechnischen Anlagen, aus Freisetzungsflächen und ggf. aus der Umwelt durchgeführt. Molekular- und mikrobiologisch analysiert und bewertet werden im Gentechnik-Labor des LAU die verschiedensten Probenmatrizes. Nachweise gentechnischer Veränderungen erfolgen z. B. in Viren, Bakterien, Pflanzen, Tieren und menschlichen Zellkulturen. Aber auch konventionelles Saatgut, Wischproben von Laboroberflächen sowie Boden-, Wasser- und Luftproben werden bei Bedarf untersucht. Probenahme von Organismen und Oberflächenproben sowie von Umweltmatrizes Überprüfung der Betreiberangaben zu Organismen und gentechnischen Veränderungen Kontrolle der Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen in gentechnischen Anlagen, z.B. des Containments (Arbeiten mit GVO im geschlossenen System) Analyse von konventionellem Saatgut auf GVO-Anteile Erarbeitung einer Amtlichen Sammlung von Untersuchungsmethoden für die Überwachung nach §28b GenTG beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Nukleinsäure-Extraktion (DNA/RNA) Qualitative und quantitative PCR-Verfahren (real-time PCR; digitale PCR) Zellkultur Mikrobiologische Verfahren ELISA weitere molekularbiologische sowie mikrobiologische und biochemische Verfahren Gen-Datenbankanalysen Seit 2005 ist die GVO-Saatgutanalytik im LAU nach DIN EN ISO/IEC 17025:2018 akkreditiert. P. Guertler, S. Pallarz, A. Belter, K. N. Eckermann, L. Grohmann (05/2023): Detection of commercialized plant products derived from new genomic techniques (NGT) - Practical examples and current perspectives. In: Food Control 152 (2023) 109869; https://doi.org/10.1016/j.foodcont.2023.109869 M. M. Voorhuijzen, T. W. Prins, A. Belter, J. Bendiek, C. Brünen-Nieweler, J. P. van Dijk, O. Goerlich, E. J. Kok, B. Pickel, I. M.J. Scholtens, A. Stolz, L. Grohmann (07/2020): Molecular characterization and event-specific real-time PCR detection of two dissimilar groups of genetically modified petunia (Petunia x hybrida) sold on the market. In: Frontiers in Plant Science, Vol.11, Artikel 1047. doi: 10.3389/fpls.2020.01047 L. Grohmann; A. Belter; B. Speck; O. Goerlich; P. Guertler; A. Angers-Loustau; A. Patak (11/2016): Screening for six GM soybean lines by an event-specific multiplex PCR method: Collaborative trial validation of a novel approach for GMO detection. In: Journal für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit; doi: 10.1007/s00003-016-1056-y VDI (diverse Autoren) (05/2016): Gentechnische Arbeiten in geschlossenen Systemen - Leitfaden zur technischen und analytischen Prüfung von Sicherheitsmaßnahmen. In: VDI-6300-1 ( www.vdi.de/6300-1 ) R. Hochegger, N. Bassani, A. Belter, D. Villa sowie 13 weitere Autoren (01/2016): Report of the Working Group “Seed Testing” of the European Network of GMO Laboratories (ENGL). In: Technical Report; doi: 10.2788/418326 ; Report number: JRC99835, Affiliation: European Union Reference Laboratory for Genetically Modified Food and Feed A. Belter (01/2016): Long-Term Monitoring of Field Trial Sites with Genetically Modified Oilseed Rape (Brassica napus L.) in Saxony-Anhalt, Germany. Fifteen Years Persistence to Date but No Spatial Dispersion. In: Genes 2016, 7 (1), 3; doi: 10.3390/genes7010003 L. Grohmann, A. Belter, B. Speck, K. Westphal, G. Näumann, N. Hess, J. Bendiek (12/2014): Collaborative trial validation of a testing plan for detection of low level presence of genetically modified seeds. In: Seed Science & Technol., 42, 414-432; https://doi.org/10.15258/sst.2014.42.3.08 A. Belter, L.Grohmann (01/2011): Gentechniküberwachung - Neuer Band der Amtlichen Sammlung von Untersuchungsverfahren. In: GIT Labor-Fachzeitschrift 01/2011 Gentechnik- Gesetz ( GenTG ) in der jeweils aktuellen Fassung EU-Richtlinie 2009/41/EC über die Verwendung von gentechnisch veränderten Mikroorganismen in geschlossenen Systemen (contained use) EU-Richtlinie 2001/18/EG über die absichtliche Freisetzung von GVO in die Umwelt "Opt-Out"-Richtlinie 2015/412/EU zu der den Mitgliedstaaten eingeräumten Möglichkeiten, den Anbau von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) in ihrem Hoheitsgebiet zu beschränken oder zu untersagen Allgemeine Informationen zur Gentechnik: www.transgen.de Letzte Aktualisierung: 08.01.2025
des Landesamtes für Umwelt Rheinland-Pfalz (LfU) [Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] JAHRESBERICHT 2025
des Landesamtes für Umwelt Rheinland-Pfalz (LfU)
Impressum:
Herausgeber:
Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz
Kaiser-Friedrich-Straße 7 • 55116 Mainz
Telefon: 06131 6033-0
www.lfu.rlp.de
Redaktion und Layout: Stabsstelle Planung und Information
Titelbild: Screenshot der Anwendung „HydroZwilling“
Abbildungsnachweis: PhotoGranary - stock.adobe.com S. 12 oben, 24K-Production - stock.adobe.com
S. 12 unten, Horst Bingemer - stock.adobe S. 26, BenjaminNolte – stock.adobe S. 27, Iliuta - stock.adobe.
com S. 34 oben, HeinzWaldukat - stock.adobe.com S. 34 unten, M. Schäf / www.living-nature.eu S. 36 und
37, Zdenka Kryspínová - stock.adobe.com S. 38, PetrDolejsek - stock.adobe.com S. 39 links, jojoo64 - stock.
adobe.com S. 39 rechts, Markus Volk - stock.adobe.com S. 44 oben, nd700 - stock.adobe.com S. 49
Alle weiteren Abbildungen, falls nicht anders angegeben: LfU
Druck: LM DRUCK + MEDIEN GmbH, Obere Hommeswiese 16, D-57258 Freudenberg
© Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz
Mai 2026
Nachdruck und Wiedergabe nur mit Genehmigung des Herausgebers
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich,
weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle
Geschlechter.
INHALT
Interview mit Präsident Dr. Grünhoff5
30 Jahre Rheingütestation in Worms8
LfU bietet vielfältige Jobs10
KLIMA
12
Neuer Kartendienst des LfU zeigt die „Terrestrische Klimaresilienz der Landschaft“
in Rheinland-Pfalz13
Fachtagung „Naturschutz im Klimawandel – Strategien zur Anpassung
und zum Natürlichen Klimaschutz16
Wasserversorgungsplan Rheinland-Pfalz 2025 – Teil 2 Sensitivitätsanalyse20
UMWELT
24
PFAS im nachsorgenden Bodenschutz –
Identifizierung von Verdachtsflächen als Grundlage für die Gefahrenabwehr25
Geländeökologisches Praktikum „Fließgewässer“29
Fachtagung „Kreislaufwirtschaft auf dem Bau –
Zukunft der Verwertung mineralischer Abfälle in Rheinland-Pfalz“31
NATUR
34
Staatliche Vogelschutzwarte legt neue Rote Liste der Brutvögel für Rheinland-Pfalz vor35
Tiere und Pflanzen des Jahres 202538
Positiver Trend bei Fließgewässer-Insekten40
BEVÖLKERUNG
44
Ultrafeinstaubkonzentration in Mainz-Hechtsheim45
Verbundprojekt KI-HopE-De:
KI-gestützte Hochwasserprognose für kleine Einzugsgebiete in Deutschland49
Anwendung neuer statistischer Verfahren zur Ermittlung von
Hochwasserwahrscheinlichkeiten an Pegeln53
HydroZwilling Rheinland-Pfalz für Kommunen gestartet57
3
4
N. N.
-1307
Geoffrey Köhlerohne Zusatz: Kaiser-Friedrich-Str. 7,
55116 MainzRheinallee 97-101,
55118 MainzWallstraße 1,
55122 MainzRheingütestation Worms,
Am Rhein 1, 67547 Worms
(RA)(WA)(RGS)
Markus Schmitt
-1220
Janina Sehr
-1420
-1401
-1407
-1436
-1517
(WA) Wallstraße 1, 55122 Mainz
Datenschutzbeauftragter
-1201
Martin Franz (RGS) Rheingütestation Worms, Am Rhein 1, 67547 Worms
ohne Zusatz: Kaiser-Friedrich-Str. 7, 55116 -1511
Mainz
Gleichstellungsbeauftragte
Eva Finsterbusch
(RA) Rheinallee 97-101, 55118 Mainz
-1207
Dr. Dirk Paustian
Referat 55
Abwasser
Dr. Andreas Schiwy
Referat 54 (RGS)
Rhein
Dr. Pavel Ondruch
Referat 53
Gewässerchemie
Dr. Matthias Brunke
-1526
-1580
-1537
Referat 52
-1531
Gewässerökologie,
Badegewässerüberwachung,
Fischerei
Christoph Linnenweber
Vertrauensperson der Menschen mit Behinderung
Diana Faller Standorte:
-1423
Dr. Jochen Fischer
Referat 51
Flussgebietsentwicklung
-1501
-1619
-1601
-1069
Christopher Wiehn
Referat 67 (WA)
-1624
Radioaktivitätsbestimmungen und
radiologische Gewässerbeurteilung
Petra Enoch
Referat 66 (WA)
-1683
Organische Spurenanalytik Wasser
Dr. Stefan Ullrich
Referat 65 (WA)
Allg. Wasseranalytik,
Anorganische Spurenanalytik
Dr. Michael Weißenmayer
Referat 62 (RA)
-1637
Immissionen und Emissionen Luft
Dr. Matthias Zimmer
Referat 61 (RA)
-1644
Klimawandel, Umweltmeteorologie
Markus Willeke
Abteilung 6 (RA)
Umweltlabor
Dr. Heinrich Lauterwald
Stabsstelle (RA)
Allgemeine Qualitätssicherung
Abteilung 5
Gewässerschutz
-1203
Dr. Thomas Nette
Referat 46
LANIS
Thomas Isselbächer
Referat 45
-1414
Kompetenzzentrum für Staatlichen
Vogelschutz und Artenvielfalt in der
Energiewende (KSVAE)
Steffen Gorell
Referat 44
Daten zur Natur,
DV-Fachanwendungen
Naturschutz
Kathrin Linnemann (Vertretung)
Referat 43
Mensch und Natur
Dr. Marlene Röllig
Referat 42
-1406
Biologische Vielfalt und Artenschutz
Ulrich Jäger
Referat 41
Biotopsysteme und
Großschutzprojekte
Dr. Jana Riemann
Abteilung 4
Naturschutz
-1102
-1902
Vorsitzender des Personalrats
Hans AppelReferat 35
-1304
DV-Fachanwendungen
Kreislaufwirtschaft und Bodenschutz
Referat 34
Deponietechnik,
emissionsbezogener
Grundwasserschutz
-1308
N. N.Referat 27
DV-Fachanwendungen
Gewerbeaufsicht
Standorte:
Telefonnummer
06131 6033-Durchwahl
Eike Grabowski (Vertretung)
Referat 33
Bodenschutz
Referat 26
Lärm, Erschütterungen und
nichtionisierende Strahlung
-1271
-1301
Referat 32
-1320
Betriebliches Stoffstrommanagement,
Sonderabfallwirtschaft
N. N.
------
Allgemeine Vertretung des Präsidenten
Paul Burkhard Schneider
Referat 31
-1317
Kommunales Stoffstrommanagement,
Siedlungsabfallwirtschaft
Eva Bertsch
Abteilung 3
Kreislaufwirtschaft
-1917
N. N.Referat 25
-1202
Sozialer und technischer Arbeits-
schutz, Koordinierungsaufgaben
Gewerbeaufsicht
Dieter Welzel
Dr. Jens Schadebrodt
-1140
-1214
Referat 14
Informations- und
Kommunikationstechnik
Referat 24
Strahlenschutz
Marc DeißrothN. N.
-1135
Referat 13
Haushalt, Vergabe
Referat 23
-1244
Chemikaliensicherheit, Gefahrgut-
transport, Biotechnik, Geräte- u.
Produktsicherheit, Geräte-
untersuchung
Jennifer KleinN. N.Referat 12
Organisation, Innerer Dienst und
Fahrdienst
-1127
Noreen von SchwanenflugMartin Franz
-1201
Referat 21
-1279
Emissionshandel, Luftreinhaltung,
Anlagensicherheit
-1110
Abteilung 2
Gewerbeaufsicht
Referat 11
Personal, Recht,
Aus- und Fortbildung
-1102
Milan Sell
Stabsstelle
Planung und Information
Paul Burkhard Schneider
Abteilung 1
Zentrale Dienste
Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz
Zentrale: 06131 6033-0
Mail: poststelle@lfu.rlp.de
Internet: www.lfu.rlp.de
Präsident
Dr. Dirk Grünhoff
-1712
-1712
-1710
-1717
-1701
Stand: 01.03.2026
Salvador Gámez-Ergueta
Referat 75
-1713
DV-Fachanwendungen Wasser
Dr. Stephan Sauer (Vertretung)
Referat 74
Grundwasserbewirtschaftung
Dr. Stephan Sauer
Referat 73
Hydrologischer Dienst des
Grundwassers,
Grundwasserbeschaffenheit
Norbert Demuth
Referat 72
Hydrometeorologie,
Hochwassermeldedienst
Yvonne Henrichs (komm.)
Referat 71
Hydrologischer Dienst der
oberirdischen Gewässer,
Hochwasserschutz
Dr. Thomas Bettmann
Abteilung 7
Hydrologie
INTERVIEW
Am 15. Oktober 2025 wurde Dr. Dirk Grünhoff
zum Präsidenten des Landesamtes für Umwelt
ernannt. Er folgte auf Dr. Frank Wissmann, der
in den Ruhestand verabschiedet wurde. Präsi-
dent Dr. Grünhoff war zuvor viele Jahre leiten-
der Referent im rheinland-pfälzischen Umwelt-
ministerium, unter anderem Abteilungsleiter.
Herr Dr. Grünhoff, Sie haben das LfU jetzt ein
halbes Jahr intensiv kennengelernt. Zuvor
waren sie viele Jahre in leitender Funktion im
rheinland-pfälzischen Umweltministerium
tätig. Welche zentralen Aufgaben sehen Sie
für unser Landesamt?
Die Natur in Rheinland-Pfalz ist vielfältig und
schützenswert. Sie zu bewahren und ihre Entwick-
lungen zu verstehen, ist unser zentraler Auftrag.
Unter dem Leitmotiv „messen, bewerten, bera-
ten“ erhebt das Landesamt für Umwelt seit über
30 Jahren verlässliche Daten, analysiert Verän-
derungen und stellt Politik, Verwaltung und Öf-
fentlichkeit fundiertes Wissen zur Verfügung. Als
obere Umweltfachbehörde des Landes sind wir
zentraler Ansprechpartner für alle Umwelt- und
Naturschutzfragen im Land. An dieser Stelle Ver-
antwortung zu tragen, empfinde ich als großes
Privileg.
Zu unseren Kernaufgaben gehört die systema-
tische Erhebung von Umweltdaten, sei es in der
freien Natur, an Gewässern mit festen und mobi-
len Messstationen oder mit Arbeitsbooten. Dazu
gehört auch die qualitätsgesicherte Aufbereitung,
Bewertung und transparente Veröffentlichung
dieser Daten.
Als nachgeordnete Fachbehörde des Umwelt
ministeriums ist es unsere Kernaufgabe, Daten
und Fakten zu erheben, auszuwerten und einzu-
ordnen. Wir liefern damit eine wissenschaftlich
fundierte Grundlage für Entscheidungen des
Ministeriums und anderer Behörden. Mit unseren
Ergebnissen wird es nachvollziehbar, wie es um
unsere Umwelt steht. Daraus lassen sich wiede-
rum Maßnahmen zum Schutz unserer Umwelt
ableiten. Und das ist elementar: Denn nur was wir
genau kennen und verstehen, können wir auch
wirksam schützen.
Was erwartet die Leserinnen und Leser in dem
vorliegenden Jahresbericht 2025 des LfU?
Der Jahresbericht 2025 bietet den Leserinnen und
Lesern einen anschaulichen Einblick in die ganze
Bandbreite unserer Arbeit – von der Wasserwirt-
schaft über den Bodenschutz, die Gewerbeauf-
sicht bis hin zur Immissionsüberwachung.
Anhand ausgewählter Projekte zeigen wir exem-
plarisch, wie vielfältig und zugleich praxisrelevant
die Arbeit unserer gut 280 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter ist. Hinter unseren Aufgaben stehen
konkrete Beiträge zum Schutz von Umwelt und
Gesundheit in Rheinland-Pfalz.
Exemplarisch hervorheben möchte ich die Fertig-
stellung der Roten Liste Brutvögel, die einen fun-
dierten Überblick über den Zustand und die Ge-
fährdung unserer heimischen Vogelarten gibt.
5
Untersuchung eines Bioreaktors fuer die biologische Abwasserreinigung. Der Reaktor besteht aus einem zylindrischen Behaelter, in dem sich zum dispergieren der Luft und zur Durchmischung der Biosuspension eine Hubeinrichtung befindet. Die Hubeinrichtung - bestehend aus einer Hubstange mit Lochscheiben - ist massgebend fuer die Leistungsfaehigkeit des Bioreaktors. Aus diesem Grunde soll der Einfluss von Hubfrequenz, Hubamplitude und Abstand der Lochscheiben auf die Verweilzeit des Abwassers untersucht werden. Weitere zu untersuchende Einflussgroessen sind: Bakterienkonzentration, Ruecklauf der Biokonzentration und Energiebedarf.
Das Gesamtziel von IntElek-to 2.0 ist die Entwicklung einer nachhaltigen Wertschöpfungskette zur Darstellung und stofflichen Nutzung monomerer und oligomerer Oxidationsprodukte des Kraftlignins, das bislang einer nahezu ausschließlichen thermischen Verwertung zugeführt wird. Dieses Teilprojekt umfasst hierbei die Optimierung der elektrochemischen, anodischen und kathodischen, kontinuierlichen Verfahren und Prozesstechnologien zur Darstellung von o.g. monomeren und weiteren entschwefelten, funktionalen lignin-stämmigen Verbindungen, Pinacol-Kopplungsprodukten und anderen biphenylischen Intermediaten und oligomeren Verbindungen. Die Kopplung mit biotechnologischen Verfahren zur Funktionalisierung, mit nachhaltiger organischer Polymersynthesechemie (aromatische gesättigte und ungesättigte Polyester, NIPU, PU, PIR und Polyharnstoff, Epoxydharze) und konventioneller katalytischer Chemie zu Polymeranwendungen (Klebstoffe, Beschichtungen, additive Fertigung, Schäume, Abformmassen) erweitert die Wertschöpfungskette im Hinblick auf marktorientierte Anwendungen. Unter anderem wird der Einsatz der innovativen Bio-Monomere für bedeutende Massenmärkte wie die Herstellung von PUR/PIR Isolationsschäumen erforscht. PIR/PU Isolationsschäume mit einem Marktanteil von über 30% des weltweiten PU-Verbrauchs, leisten einen erheblichen Beitrag zur CO2-Minderung in der Bauindustrie. Dies soll durch eine Verschränkung der o.g. Sektoren (Elektrochemie, Biotechnologie, nachhaltige Synthese- und Polymersynthese-Chemie) zur stofflichen Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Kraftlignin erreicht werden.
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