API src

Found 2 results.

Regionale Zukunft unter der Lupe: Regionale Herausforderungen in Oberösterreich (AT), Niederösterreich (AT), Steiermark (AT) und Kassel (DE), Regionale Zukunft unter der Lupe: Regionale Herausforderungen in Oberösterreich (AT), Niederösterreich (AT), Steiermark (AT) und Kassel (DE)

Im Zuge eines laufenden EU-Projekts zur Abbildung von Vulnerabilitäten auf der NUTS2-Ebene gegenüber fünf großen globalen Herausforderungen (Klimawandel, Sichere und Nachhaltige Energie, Globalisierung, Demographischer Wandel und Soziale Polarisation) ist eine Reihe von Fragen hinsichtlich der Wirksamkeit des 'Top-Down'-Ansatzes des Projekts zur Lösung solcher vielschichtigen Probleme aufgetaucht. Das ACRP 'Regional Futures'-Projekt hat das Ziel, diese Methodologie durch eine vertiefte Untersuchung der Vulnerabilitäten für vier Regionen in Österreich und Deutschland-mit einem Schwerpunkt auf 'Klimawandel' und 'Energie'-zu verbessern. Das Projekt will so das Verständnis der Robustheit der Ergebnisse unter den Einschränkungen der EU-Studie verbessern und wertvolle Informationen über die Exposition, Sensibilität und Anpassungsfähigkeit der vier Regionen in Bezug auf zukünftige Szenarien liefern. Obwohl alle fünf Herausforderungen in dieser Untersuchung eingebunden werden werden, wird der Schwerpunkt auf den zwei Herausforderungen 'Klimawandel' und 'Energie' liegen. Weiterhin werden bei der Analyse künftiger Entwicklungen die Konsequenzen einer Priorisierung von Klima- und Energiestrategien besonders berücksichtigt. Die Projektziele sind: - einen Beitrag zur theoretischen Diskussion über die Angemessenheit und Anwendbarkeit von 'Top-Down'-Ansätze in Vergleich zu 'Bottom-Up'-Ansätzen für die Untersuchung von Vulnerabilitäten zu leisten; - die Methodologien von Vulnerabilitätsuntersuchungen unter Beachtung typischer Einschränkungen von EU-Studien zu verbessern; - einen Beitrag zum wissenschaftlichen Fortschritt im Bereich Vulnerabilität zu leisten, insbesondere hinsichtlich Klimawandel und Energie, denn Vulnerabilitäten werden unter besonderer Berücksichtigung von Anpassungs- und Verminderungsmaßnahmen analysiert; - regionen-spezifische Indikatoren für die Bewertung von Vulnerabilitäten gegenüber den fünf Herausforderungen (und identifizierten untergeordneter Herausforderungen) für vier ausgewählte Regionen entwickeln: Oberösterreich (AT), Niederösterreich (AT), Steiermark (AT) und Kassel (DE); - die Vulnerabilitäten gegenüber den fünf Herausforderungen und ihre jeweiligen untergeordneten Herausforderungen in den vier Regionen mit besonderer Berücksichtigung von Klimawandel und Energie zu untersuchen; und - österreichischen und deutschen Stakeholdern auf regionalen und nationalen Ebenen wertvolle Information über Exposition, Sensibilität, Anpassungsfähigkeit und Vulnerabilität zu liefern, um die Politikmachenden zu informieren.

Innovative Ansätze der ökonomischen Anpassungsforschung mit Bezug zu Sachsen-Anhalt

Das Weißbuch 'Anpassung an den Klimawandel' der Europäischen Kommission definiert Gemeinschaftsaufgaben zur Anpassung an den Klimawandel. Auch die deutsche Bundesregierung wird ihren ersten 'Aktionsplan Anpassung' auf der Grundlage der Deutschen Anpassungsstrategie (DAS) vorlegen. Die Bundesländer sind aufgerufen, Handlungsoptionen in ihrem Kompetenzbereich zu bestimmen. Einige Bundesländer, darunter Sachsen- Anhalt, haben mittlerweile Anpassungsstrategien und Aktionsprogramme entwickelt, die zum Teil allerdings noch im politischen Abstimmungsverfahren stehen. Eine zentrale, in den Anpassungsstrategien auf allen Ebenen genannte Aufgabe für die Gestaltung von Aktionsplänen ist die Priorisierung von Handlungsoptionen unter dem Gesichtspunkt von Nutzen und Kosten. Bis heute gibt es dafür keine überzeugende ökonomische Forschungsstrategie. Im Grundsatz ist die Methodik der Nutzen-Kosten-Analyse geklärt: Die Kosten der Anpassungsmaßnahmen vermiedenen Klimaschäden (als Nutzen) gegenüberzustellen. Die ökonomische Methodik ist jedoch sowohl zur Abschätzung von vermiedenen Schäden, als auch zur Ermittlung von Anpassungskosten bislang unentwickelt. Das gilt insbesondere auf der regionalen Ebene. Die bisher angewandten Methoden sind durchgängig 'top down', d.h. sie ermitteln die vermiedenen Schäden und die Kosten der Anpassung aus einer globalen Perspektive. Bei den Kosten der Anpassung auf der regionalen Ebene geht es aber vielmehr um konkrete Handlungsfelder und -aktionen, die im Rahmen der Programm-Budget-Planung der Länder zu ermitteln sind. Hier wäre also ein 'bottom up'-Verfahren wesentlich aussagekräftiger als ein herunterskalierter Globalansatz. Hinzu kommt, dass Kosten für die Anpassung an den Klimawandel makroökonomische Effekte, z.B. Beschäftigungseffekte, in den Regionen auslösen, die in einer erweiterten Kosten-Nutzen-Analyse auszuweisen sind. Am Beispiel des Landes Sachsen-Anhalt wird ein solcher Bottom-Up-Ansatz als innovatives Verfahren der ökonomischen Anpassungsforschung in einem regionalen Kontext entwickeln und modellhaft ausgearbeitet. Dies gilt zunächst nur für die Abschätzung der Kosten der Anpassung und die Erfassung von regionalen ökonomischen Effekten. Auf der Basis der Projektergebnisse könnte die Methodik systematisch in die Verfahren zur Abschätzung der Nutzen (= vermiedenen Schäden) und der Priorisierung von Maßnahmenpaketen auf Landesebene eingezogen werden. Der in diesem Projekt angestrebte erste Schritt ist ein eigenständiger Schritt, weil hier Methoden der Kostenzurechnung und der Ermittlung von regionalen wirtschaftlichen Effekten entwickelt werden, die nicht zwingend mit der Kosten-Nutzen-Analyse und anderen Formen der Priorisierung von Maßnahmen der Klimaanpassung verknüpft sind, sondern als 'Grundlagenermittlung' für die ökonomische Priorisierung betrachtet werden und z.B. in der mittelfristigen Haushaltsplanung Beachtung finden können.

1