Other language confidence: 0.5342844892686669
<p>Bei den Schwermetallen Blei, Cadmium und Quecksilber ist ein Rückgang der atmosphärischen Einträge (Deposition) zu verzeichnen. Modellrechnungen zeigen: In Deutschland liegen die Schwermetalleinträge aus der Atmosphäre an den UBA Stationen im ländlichen Hintergrund im Jahr 2023 im Bereich von 0,14 – 0.54 kg Blei pro km², 7,4 – 16.1 g Cadmium pro km² und 3,2 – 10,2 g Quecksilber pro km².</p><p>Herkunft der Schwermetalle</p><p>Die Schwermetalle Blei (Pb), Cadmium (Cd) und Quecksilber (Hg) sind gekennzeichnet durch Toxizität und chemische Stabilität. Diese Eigenschaften führen dazu, dass sich diese Stoffe in der Umwelt anreichern, Schäden an Ökosystemen verursachen und auch schädliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit zeigen können. Sie werden in erheblichem Umfang <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/a?tag=anthropogen#alphabar">anthropogen</a> (durch menschliche Tätigkeiten) in die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/a?tag=Atmosphre#alphabar">Atmosphäre</a> ausgestoßen/abgegeben. In der Atmosphäre können sie weiträumig und grenzüberschreitend transportiert werden. Durch Depositionsvorgänge (Ablagerung) gelangen sie aus der Atmosphäre auch in andere Umweltmedien. Ein erheblicher Teil der Schwermetalle gelangt aber auch durch erneute Freisetzung bereits früher deponierter Mengen in die Atmosphäre. Es finden somit eine Resuspension (Blei, Cadmium) und Reemission (Quecksilber) statt. In Deutschland sind im Zeitraum 1990 bis 2023 grundsätzlich rückläufige <a href="https://www.umweltbundesamt.de/daten/luft/luftschadstoff-emissionen-in-deutschland/schwermetall-emissionen">Schwermetallemissionen</a> zu beobachten. Dies zeigt sich auch in den gemessenen und modellierten Depositionsdaten.</p><p>Im Rahmen des europäischen Überwachungsprogramms <a href="http://www.emep.int/">EMEP</a> wird mittels atmosphärischer Chemie-Transportmodelle die gesamte Ablagerung (nasse und trockene <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/d?tag=Deposition#alphabar">Deposition</a>) ausgewählter Schwermetalle flächendeckend für die EMEP-Region (Europa und Zentralasien) berechnet. Die Daten der Modellrechnungen werden in jährlichen Berichten durch das <a href="https://msc-east.org/publications/">Meteorological Synthesizing Centre - East</a> (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/m?tag=MSC#alphabar">MSC</a>-E) veröffentlicht.</p><p> Gesamtdepositionen von Blei</p><p>Die Gesamtdeposition von Blei in der EMEP Region lag 2022 in der Größenordnung von 0,1 bis 1 kg/km²/Jahr mit den höchsten Werten in Zentraleuropa und niedrigsten im nördlichen Teil der EMEP Region. Saisonale Änderungen in der Depositionsrate spiegeln den Einfluss von staubgetragener <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/d?tag=Deposition#alphabar">Deposition</a> aus Afrika und Zentralasien wider, die am stärksten auf Südeuropa auswirkt. In Zentral-sowie Südeuropa dominieren außerdem die Depositionen aus EMEP Regionen und primären anthropogenen Quellen, insbesondere in Ländern mit bedeutenden eigenen nationalen Emissionen wie Deutschland oder Polen. In kleineren Nachbarländern hingegen tragen grenzüberschreitende Transporte maßgeblich zu den Depositionen bei. Insgesamt beläuft sich der Anteil der grenzüberschreitenden Deposition in der EMEP Region auf über 50%.</p><p>Innerhalb Deutschlands traten die niedrigsten Pb-Depositionen (< 0,5 kg Pb/km²) vorwiegend im Norden und in der Mitte sowie am Alpenrand auf (siehe Karte „Modellierte geographische Verteilung der Gesamtdepositionen in der EMEP-Region, 2022“).</p><p>Gesamtdepositionen von Cadmium</p><p>Die Cadmium-Gesamtdepositionen in der EMEP Region variieren im Bereich von 5 bis 60 g Cd/km². In Deutschland traten die höchsten Cd-Depositionen (z. T. > 60 g Cd/km²) in Westdeutschland (NRW), die niedrigsten Cd-Depositionen (z. T. < 15 g Cd/km²) vorwiegend in Teilen Nord-, Süd und Mitteldeutschlands (MV, TH, BY) auf (siehe Karte „Modellierte geographische Verteilung der Gesamtdepositionen in der EMEP-Region, 2022“).</p><p>Gesamtdepositionen von Quecksilber </p><p>Die Quecksilber-Gesamtdepositionen im EMEP Gebiet lagen in 2022 größtenteils im Bereich von bis zu 25 g Hg/km² mit einzelnen Hotspots im Osten Europas. Die höchsten Hg-Depositionen in Deutschland traten großräumig in Westdeutschland (NRW), die niedrigsten Hg-Depositionen (< 10 g Hg/km²) großräumig vorwiegend in der Mitte Süd- und Norddeutschlands (siehe Karte „Modellierte geographische Verteilung der Gesamtdepositionen in der EMEP-Region, 2022“).</p><p>Messungen des Luftmessnetzes des Umweltbundesamtes</p><p>Schwermetalldepositionen werden auch im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/luft/luftmessnetze/ubamessnetz.htm">Luftmessnetz des Umweltbundesamtes</a> (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/u?tag=UBA#alphabar">UBA</a>) bestimmt. Dabei wird die nasse <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/d?tag=Deposition#alphabar">Deposition</a> erfasst, d. h. die mit Regen und Schnee eingetragenen Schwermetalle. Die nasse Deposition trägt ca. ¾ zur Gesamtdeposition bei.</p><p>Die <a href="https://ebas-data.nilu.no/">„EBAS“ Datenbank</a> enthält unter anderem auch Schwermetalldepositions-Daten aller deutschen Messstationen. Die nasse Schwermetalldepositionen an sechs UBA-Luftmessstationen im Jahr 2023 sind in der Tabelle „Nasse Jahresdepositionssummen von Schwermetallen und Halbmetallen im Luftmessnetz des Umweltbundesamtes 2023“ zusammengefasst. Die nassen Depositionen von Blei (0,14 – 0.54 kg/km²), Cadmium (7,4 – 16.1 g/km²) und Quecksilber (3,2 – 10,2 g/km²) liegen meist unter den mit dem EMEP-Modell für Deutschland berechneten Gesamtdepositionen, welche zusätzlich die trockenen Depositionen beinhalten..</p>
The REHEATFUNQ Python package helps to work with the (residual) scatter of surface heat flow even in small regions. REHEATFUNQ uses a stochastic model for regional aggregate heat flow distributions (RAHFD), that is, the collected set of heat flow measurements within a region marginalized to the heat flow dimension. The stochastic model is used in a Bayesian analysis that (1) yields a posterior estimate of the RAHFD which captures the range of heat flow within the analysis region, and (2) quantifies the magnitude of a surface heat flow anomaly within the region, for instance through the generating frictional power. The stochastic model underlying REHEATFUNQ views heat flow data, uniformly sampled across the region of interest, as a random variable. A gamma distribution is used as a model for this random variable and information from the global data set of Lucazeau (2019) is introduced by means of a conjugate prior (Miller, 1980). The detailed science behind the model is described in Ziebarth et al. (202X). The analysis by Ziebarth et al. (202X) can be reproduced through the Jupyter notebooks contained in the subdirectory “jupyter/REHEATFUNQ/”. The location specified in the map below covers the region to which REHEAFUNQ is applied in this analysis. REHEATFUNQ is a Python package that uses a compiled Cython/C++ backend. Compiling REHEATFUNQ requires the Meson build system and a number of scientific libraries and Python packages (and their dependencies) that are listed in the documentation. A Docker image “reheatfunq” is provided as an alternative means of installation. The Docker image comes in two flavors, specified in “Dockerfile” and “Dockerfile-stable”. The former is based on the current “python:slim” image and downloads further dependencies through the Debian package manager, leading to a short image generation time. The latter bootstraps the REHEATFUNQ dependencies from source, aiming to create a reproducible model. To do so, “Dockerfile-stable” depends on the sources contained in “vendor-1.3.3.tar.xz”. If you plan to build the stable image, download both “REHEATFUNQ-1.3.3.tar.gz” and “vendor-1.3.3.tar.xz”, and see the README contained in the latter. Later versions of the “REHEATFUNQ” archive are compatible with the latest “vendor” archive. A quickstart introduction and the API documentation can be found in the linked documentation.
Im Zuge des sich seit Dezember 2019 ausbreitenden SARS-CoV-2-Virus steht auch die Entsorgungswirtschaft vor großen Herausforderungen. Abfälle von infizierten Personen können kontaminiert sein und ein Risiko für Arbeitnehmer und Bevölkerung darstellen. Zielsetzung des Berichts ist die Darstellung der Auswirkungen die Infektionsereignisse wie SARS-CoV-2, SARS, MERS; EHEC und Ebola auf den Umgang mit Abfällen hatten. Dabei wurden die unterschiedlichen Herangehensweisen und Maßnahmen der verschiedenen Akteure in der Abfallwirtschaft in Deutschland, verglichen zu Frankreich, Österreich und Schweden untersucht. Hierzu wurden Interviews mit Akteuren der Entsorgungswirtschaft sowie relevanten Behörden und Institutionen geführt. Die Maßnahmen während eines Infektionsereignisses wurden gegenübergestellt. Basierend auf der Situationsanalyse, der identifizierten Engpässe in der Entsorgungswirtschaft und anhand der getroffenen Maßnahmen während Epidemien wurden allgemeine Handlungsempfehlungen identifiziert, beispielhafte Schutzmaßnahmen dargestellt. Weiterhin wurde ein Worst-Case-Szenario, unter der Annahme des flächendeckenden Ausbruchs einer Ebola-Epidemie, entwickelt, das die verschiedenen Schwachstellen aufzeigen und mögliche Lösungen für die deutsche Entsorgungswirtschaft aufdeckt. Quelle: Forschungsbericht
Im Zuge des sich seit Dezember 2019 ausbreitenden SARS-CoV-2-Virus steht auch die Entsorgungswirtschaft vor großen Herausforderungen. Abfälle von infizierten Personen können kontaminiert sein und ein Risiko für Arbeitnehmer*innen und Bevölkerung darstellen. Das Projekt stellt die Herausforderungen und Herangehensweisen im Umgang mit Abfällen während verschiedener Infektionsgeschehnisse (SARS-CoV-2, SARS, MERS, EHEC und Ebola) dar. Neben detaillierten Betrachtungen zur Situation in Deutschland wurden auch die Herangehensweisen in Österreich, Frankreich und Schweden untersucht und daraus Handlungsempfehlungen abgeleitet. Veröffentlicht in Texte | 35/2022.
The European-Mediterranean Seismological Centre (EMSC) is a non-profit scientific organization aiming at establishing and operating a rapid earthquake detection system globally and in particular in the European and Mediterranean regions as well as facilitating exchange between seismological institutes. The EMSC has been a pioneer in citizen seismology by collecting in-situ information on the earthquake impact directly from the witnesses. The EMSC has been collecting citizen intensity felt reports at a global scale for many years via two channels: its websites and its “LastQuake” smartphone application. These felt reports are collected through a set of 12 cartoons representing the 12 levels of the European Macroseismic Scale (Grünthal, 1998). They provide rapid information on how the earthquake’s impact is felt by the local population. The EMSC felt reports were shown to be consistent with the USGS Did You Feel It? (Wald et al., 2011) responses and with manually derived macroseismic datasets (Bossu et al., 2017). Such felt reports are provided for a set of 36 earthquakes, each tagged with a unique ID number. They are only considered for intensity values of up to 10, since higher values are unrealistic. Additionally, an interactive map of the aftershocks distribution is provided for each earthquake. These aftershocks are selected from the EMSC catalogue in the 14 days after the event and within 500km of the epicentre location. On each map, the beachball representing the two nodal planes as given by the Global Centroid Moment Tensor catalogue (Dziewonski et al., 1981; Ekstrom et al., 2012) is displayed at the epicentre location. For each event (identified by unique id number), the first line indicates catalogue information on the earthquake (event_id, region, origin_time (UTC), latitude, longitude, depth, magnitude, strike angle from GCMT) Each following line is a felt report gathered by the EMSC including, the longitude, latitude, reported intensity and report time.
This archive contains datasets pertaining to the article "Crowdsourcing triggers rapid, reliable earthquake locations" by Steed et al. (2018). There is a dataset containing the European-Mediterranean Seismological Centre's detections of seismological events via crowdsourced methods (i.e. monitoring of internet traffic on the site www.emsc-csem.org, usage of the EMSC app LastQuake or monitoring of tweets containing earthquake related words). This dataset covers the years 2016 and 2017 and contains 2590 detections. The other dataset contains the raw results from testing the CsLoc system (Crowdseeded seismic Location) on the historical data of 2016 and 2017; this system is described in the article for which this dataset is supplemental material. This dataset was used for the creation of the results presented in the article. The archive contains more detailed descriptions of the datasets, which are stored in csv files, including the definition of column heads (*_dataset_description.csv). List of files: 2018-068_Steed-et-al_README.txt crowdsourced_detections_dataset.csv crowdsourced_detections_dataset_descriptions.csv crowdsourced_detections_auditting.txt CsLoc_publication_dataset.csv CsLoc_publication_dataset_descriptions.csv
The SHARE European Earthquake Catalogue (SHEEC) 1900-2006 has been compiled by GFZ Potsdam in the frame of an independant project and represents a temporal and spatial excerpt of "The European-Mediterranean Earthquake Catalogue" (EMEC) for the last millennium (Grünthal & Wahlström, 2012) with a few modifications, which are described in Grünthal et al. (2013). It was compiled under the coordination of INGV, Milan. It builds on the data contained in AHEAD (Archive of Historical Earthquake Data) and with the methodology developed in the frame of the I3, EC project "Network of Research Infrastructures for European Seismology" (NERIES), module NA4. The catalogue (SHEEC) 1000-1899 and the Greek part of 1900-2006 have been partially supported by the EC 7th framework programme project SHARE. Background Information The SHARE European Earthquake Catalogue (SHEEC) 1900-2006 is basically an excerpt of the European-Mediterranean Earthquake Catalogue (EMEC) by Grünthal & Wahlström (2012), the latter covering also historical time in a larger area. Minor differences between SHEEC and EMEC in this time period are described by Grünthal et al. (2013). In both catalogues., the magnitudes threshold is Mw = 3.5 for earthquake locations at latitudes ≥ 44° N and Mw = 4.0 at latitudes < 44° N. The parameters of the catalogue have been determined by: - special algorithms to select one out of several possible focal parameter solutions - location, time, depth (optional), Mw magnitude, and intensity - if given by different sources - transformation equations to calculate Mw, if not original, from other magnitude types according to a strict hierarchy - routines to eliminate fake and other non-tectonic events, and to avoid duplicates
Die Studie untersucht räumliche und zeitliche Trends der luftgetragenen Einträge von Arsen, Blei, Cadmium, Chrom, Kupfer, Nickel, Quecksilber, Vanadium, Zink in Deutschland anhand von Modell- und Messwerten, darunter Daten zur Bioakkumulation. Anhand von Umweltqualitätszielen und Bewertungskriterien rechtlicher Regelungen erfolgt eine Risikobewertung für Mensch und Umwelt.
[Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] LUA-Bilanz Lebensmittelüberwachung Zahlen, Daten und Fakten für das Jahr 2017 © LUA Untersuchte und beanstandete Lebensmittelproben 2017 WarengruppeProbenbeanstandet Beanstandungen in Prozent Obst und Gemüse1.746482,7 %Eier und Eiprodukte354102,8 %Lebensmittel für besondere Ernährungsformen681466,8 %Nüsse, Nusserzeugnisse, Knabberwaren328267,9 %Wein4.2713568,3 %Schokolade, Kakao u. Erzeugnisse, Kaffee, Tee464418,8 %Suppen, Brühen, Saucen4194210 %Kräuter und Gewürze2452711 %Gegenstände und Materialen mit Lebensmittelkontakt4625411,7 %Fische, Krusten-, Schalen-, Weichtiere & Erzeugnisse daraus6057211,9 % Milch und Milchprodukte1.18515713,2 % Getreide und Backwaren1.82924613,4 % Alkoholische Getränke (außer Wein)6218413,5 % Alkoholfreie Getränke85912214,2 % Eis und Desserts80712415,4 % Bedarfsgegenstände mit Körperkontakt & zur Körperpflege*4977715,5 % Fleisch, Wild, Geflügel und Erzeugnisse daraus2.99946915,6 % Zusatzstoffe2033215,8 % Kosmetika3295316,1 % Zuckerwaren4387918 % Fette und Öle3406519,1 % Fertiggerichte511108Proben insgesamt20.1932.338 21,1 % 11,6 % * Bekleidung, Wäsche, Kurzwaren, Accessoires, Hygieneartikel, Spielwaren und Scherzartikel, Reinigungsmittel; (Die Gesamtproben- und Beanstandungszahlen der EU-Berichtstabelle und der nationalen Berichtstabelle unterscheiden sich grundsätzlich, da den Zahlen abweichende Zählalgorithmen zu Grunde liegen) 2 Lebensmittelbilanz 2017: Im Zeichen des Fipronil-Skandalsan der Mundschleimhaut, Kratzen im Hals oder Kreislaufbeschwerden auslösen. Winzige Mengen, große Auswirkungen: Für die Le- bensmittelüberwachung war 2017 der Fipronil- Skandal das beherrschende Thema. Spuren des Insektizids wurden in Hühnereiern aus den Nie- derlanden und Deutschland nachgewiesen, später auch in eihaltigen Lebensmitteln wie Nudeln und Keksen. Auslöser des Skandals war ein Putz- und Desinfektionsunternehmen aus Belgien, das Fipro- nil verbotenerweise einem Reinigungsmittel bei- gemischt hatte, das zur Desinfektion von Hühner- ställen verwendet wurde.Zwei Proben wurden wegen Fremdkörpern bean- standet: In einer Konserve mit Hausmacher Leber- wurst steckte ein scharfkantiges Knochenstück, in einem Weihnachtsstollen ein Kunststoffsplitter. Der Rest des Jahres stand im Zeichen der Routi- neuntersuchungen. Im Jahr 2017 hat das Landes- untersuchungsamt (LUA) insgesamt 20.193 Pro- ben von Lebensmitteln, Bedarfsgegenständen und Kosmetika untersucht. 2.338 dieser der quer durch den Warenkorb entnommenen Proben ent- sprachen nicht den gesetzlichen Vorgaben. Die Beanstandungsquote lag bei 11,6 Prozent. Im Jahr davor waren 12,2 Prozent der Proben beanstan- det worden. Keime & Co.: Gesundheitsschädliche Proben Das Etikett „gesundheitsschädlich“ bekamen 19 Proben. Wie in den vergangenen Jahren auch ist der Anteil dieser Proben sehr gering: Er liegt ge- messen an der Gesamtprobenzahl bei 0,1 Prozent. In sechs Fällen waren krankmachende Keime die Ursache für eine Beanstandung. In Majoran, asia- tischen Pilzen und Zwiebelmettwurst wiesen die Mikrobiologen des LUA Salmonellen nach, die Er- brechen und schwere Durchfallerkrankungen aus- lösen können. Verotoxinbildende E. Coli Bakteri- en (VTEC) fanden sich in einem Schafskäse vom Marktstand, Staphylokokken in Rohschinken und Listerien in einem Fleischsalat. Auch VTEC können schwere, zum Teil blutige Durchfälle auslösen. In gleich fünf Fällen wurde Histamin in Tunfisch nachgewiesen. Histamin entsteht im Verlauf des mikrobiellen Verderbs von bestimmten Fischar- ten und kann toxische Reaktionen wie Schmerzen Der Nitritgehalt eines Mineralwassers lag weit über dem festgelegten Höchstgehalt, so dass es eine Gefahr für Säuglinge und Kleinkinder dar- stellte. Ein weiteres Mineralwasser enthielt ein laut Kriminalpolizei offensichtlich absichtlich ein- gefülltes ätzendes Reinigungsmittel. Der betroffe- ne Verbraucher hatte die Manipulation bemerkt. Gleich vier Süßigkeiten entsprachen nicht den ge- setzlichen Vorgaben. Bei zwei Geleebonbons be- stand aufgrund der Konsistenz die Gefahr, dass Kinder sich daran verschlucken können. Zwei sau- re „Candy Roller“ (ein mit süß-saurer Flüssig- keit gefüllter „Deoroller“ zum Lutschen) landeten nach einer Anzeige der Polizei auf dem Labortisch des LUA, weil Kinder sich daran die Zunge ver- letzt hatten. Die Kunststoffoberfläche war zu rau, in Verbindung mit der sauren Flüssigkeit hatte das blutende Bläschen zu Folge. Ist davon auszugehen, dass Lebensmittel wie die- se 19 vom LUA als „gesundheitsschädlich“ be- anstandeten Produkte bereits überregional beim Verbraucher angekommen sind, landen sie im In- ternetportal „Lebensmittelwarnung.de“. Dieses wird von den Überwachungsbehörden der 16 Bun- desländer bestückt. Im Jahr 2017 wurden dort ins- gesamt 83 Meldungen über gefährliche Lebens- mittel eingestellt, die auch nach Rheinland-Pfalz geliefert worden waren. Das LUA als rheinland-pfälzische Kontaktstelle des Schnellwarnsystems informiert in solchen Fäl- len umgehend die für die Überwachung der be- lieferten Händler zuständigen Behörden (d.h. die Kreise und Kreisfreien Städte). Diese überwachen den Rückruf aus dem Handel. Wurde das Produkt in Rheinland-Pfalz hergestellt, trägt das LUA au- ßerdem Sorge dafür, dass die Verbraucher im Land 3 angemessen über das Gesundheitsrisiko infor- miert werden. Viele Beanstandungen bei Fertiggerichten Darüber hinaus gibt es Mängel, die zwar nicht ge- sundheitsschädlich sind, aber trotzdem vom LUA beanstandet werden, weil sie gegen das Lebens- mittelrecht verstoßen. Seit Jahren hohe Beanstan- dungsquoten gibt es beispielsweise in der Wa- rengruppe der Fertiggerichte. Darunter fallen z.B. Salate oder Nudelgerichte zum Mitnehmen aus Imbissen oder Metzgereien, die häufig nicht rich- tig gekennzeichnet sind. So kommt es zum Bei- spiel immer wieder vor, dass in Asia-Restaurants der auch für lose Ware verbindliche Hinweis auf verwendete Geschmacksverstärker fehlt. Häufiger als in vergangenen Jahren beanstandet wurden Fette und Öle. Neben einigen Frittierfet- ten aus der Gastronomie, die nicht mehr zum Ver- zehr geeignet waren, fielen z.B. Sonnenblumenöle auf, die als hochwertige Olivenöle verkauft werden sollten – ein klarer Fall von Irreführung. Auf einigen Ölen aus dem Ausland wiederum fehlte etwa die vorgeschriebene deutschsprachige Kennzeichnung. Kennzeichnungsmängel machen auch das Gros der Beanstandungen bei Kosmetika aus, die seit Jahren in der Statistik weit vorne stehen. Moniert haben die Sachverständigen zum Beispiel, dass bei Produkten, die Campher und Menthol ent- halten der Warnhinweis zur Verwendung bei Kin- dern fehlt. Erfreulich ist, dass 2017 keine für die Verbraucher gesundheitsschädlichen Keime in Cremes, Shampoos & Co. nachgewiesen wurden. Gute Nachrichten gibt es bei den Untersuchun- gen von 745 Proben Obst und Gemüse auf Pes- tizide: Nur drei Proben aus dem EU-Ausland und aus Ländern außerhalb der EU mussten wegen Höchstgehaltsüberschreitungen beanstandet werden. Die Untersuchungen von ökologischen Erzeugnissen bestätigen die bisherigen Erfahrun- gen, dass diese Erzeugnisse deutlich weniger mit Pflanzenschutzmit- teln belastet sind als konventio- 4 nell hergestellte Ware. Dabei ist zu beachten, dass auch im ökologischen Landbau unter besonderen Umständen bestimmte Pflanzenschutzmittel auf mineralischer, pflanzlicher, tierischer oder mikro- bieller Basis zugelassen sind. Dies sind etwa Kup- fer- und Schwefelpräparate zur Bekämpfung des Falschen und Echten Mehltaus, aber auch Bicar- bonate, also Backpulver, oder Pflanzenextrakte zum Beispiel aus Samen und Blättern des Neem- Baums zur Eindämmung von Schädlingen. Bei konventionell hergestelltem Obst und Gemü- se lag der Anteil an Proben ohne quantifizierbare Pestizidrückstände bei den insgesamt 309 Proben aus Deutschland - rund die Hälfte davon stamm- te aus Rheinland-Pfalz - bei immerhin 46,2 %, bei Proben aus dem EU-Ausland bei 39,6 % und bei Proben aus Drittländern bei 47,2 %. Zur Realität gehören auch Mehrfachrückstände: In 36,3 % al- ler Proben wurde mehr als ein Wirkstoff in quanti- fizierbarer Menge festgestellt. Auch das viel diskutierte Pestizid Glyphosat stand im Jahr 2017 im Fokus der Lebensmittelüberwa- chung: Insgesamt hat das LUA 184 Proben Obst, Getreide und Wein auf Rückstände des Pflanzen- schutzmittels untersucht. Erfreuliches Ergebnis: Bei fast allen Proben lagen die Glyphosatgehal- te unter der Bestimmungsgrenze von 0,02 mg/ kg. Bei fünf Proben Honig aus dem Ausland wur- den Glyphosatgehalte über der laboreigenen Be- stimmungsgrenze von 0,02 mg/kg festgestellt, die Werte lagen aber deutlich unter dem für Honig festgesetzten Höchstgehalt von 0,05 mg/kg. Fast 45.000 Kontrollen vor Ort Entnommen werden die im LUA untersuchten Proben von den mehr als 130 Lebensmittelkont- rolleuren der Kommunen und den rund zwei Dut- zend Weinkontrolleuren des LUA. Zusammen ha- ben sie im Jahr 2017 rund 45.000 Kontrollbesuche in gut 26.000 rheinland-pfälzischen Betrieben ab- solviert. Bei rund 4.800 Betrieben – also fast je- dem fünften – wurden Verstöße wie etwa mangelnde Hygiene oder Fehler bei der Kennzeichnung von Speisen festgestellt. © MTomboy2290 / Fotolia Eier und eihaltige Produkte im Fokus: Im Zuge des Fipronil-Skandals untersuchte das LUA rund 100 Proben. © LUA Ei(s)kalt erwischt: Fipronil-Skandal hält die Behörden auf Trab Die Bilder gingen um die Welt: Im Spätsommer 2017 mussten europaweit mindestens 10 Millio- nen Eier vernichtet werden. Grund: In den Nieder- landen war in Eiern von sieben Höfen der Wirk- stoff Fipronil nachgewiesen worden. Fipronil ist für die Anwendung bei lebensmittellie- fernden Tieren nicht zugelassen und ist in Ställen, wo Hennen Eier legen, Kühe Milch produzieren oder Tiere zur Fleischproduktion gehalten werden, streng verboten. Ein Putz- und Desinfektionsunternehmen aus Bel- gien hatte Fipronil dennoch einem Reinigungs- mittel namens Dega-16 illegal beigemischt. In der Kundenkartei des Unternehmens fanden sich ca. 200 Betriebe in den Niederlanden und vier in Deutschland. Sämtliche Höfe wurden gesperrt. Eine akute Gesundheitsgefahr für Verbraucher be- stand nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) allerdings zu keinem Zeit- punkt. Setzt man den höchsten in Belgien gemes- senen Fipronil-Gehalt von 1,2 Milligramm Fipronil pro Kilogramm als Maßstab an, könnte ein Er- wachsener, der 65 Kilogramm wiegt, sieben belas- tete Eier innerhalb von 24 Stunden essen, ehe die akute Referenzdosis erreicht wäre. Bei einem Kind, das 16 Kilogramm wiegt, wären es knapp zwei Eier, bei Kleinkindern von etwa einem Jahr, die um die zehn Kilo wiegen, wäre ein Ei noch immer un- bedenklich. Während sich in Deutschland die Ministerien der 16 Länder auf ein abgestimmtes Vorgehen der Le- bensmittelüberwachungsbehörden verständigten, etablierte das rheinland-pfälzische Landesunter- suchungsamt im Labor unter Hochdruck eine Un- tersuchungsmethode, mit der Fipronil sowohl in Eiern als auch in eihaltigen Produkten rechtskräf- tig nachgewiesen werden kann. Zeitgleich begann für die Fachleute des LUA das mühsame Geschäft, die weit verzweigten Liefer- wege nach Rheinland-Pfalz zu ermitteln und über Wochen hinweg mehrere hunderttausend belas- tete Eier mit Unterstützung der Kommunen aus dem Handel zu nehmen. 5
Ziel des Vorhabens ist, den Einfluss des Bodentyps, von organischem Dünger sowie der Einarbeitung von belasteten Pflanzenresten in den Boden für die Aufnahme und Verteilung von Salmonella enterica und enterohämorrhagischen Escherichia coli (EHEC) in die Nutzpflanzen aufzuklären. Die Ziele des Vorhabens sind in drei Gruppen unterteilt: i) Etablierung von Methoden für den spezifischen Nachweis von Salmonella und EHEC in pflanzlichen Geweben und im Boden; ii) Untersuchung von Faktoren die den Umfang der Besiedlung von Nutzpflanzen mit Humanpathogenen beeinflussen. Aufgrund der bestehenden Gefährdung für den Verbraucher wird die Besiedelung von Kopfsalat und Feldsalat untersucht; und iii) Risikoeinschätzung für den Verbraucher. In dem Teilvorhaben soll der Einfluss von Anbaubedingungen auf die Reaktion von Kopf- und Feldsalat auf Infektionen mit EHEC und Salmonella untersucht werden. Darüber hinaus wird die Verteilung der Bakterien in der Pflanze untersucht und eine Einschätzung der Gesundheitsgefährdung der Konsumenten gemacht. In zwei Schritten wird ermittelt, wie Kopfsalat und Feldsalat, die in verschiedenen Böden/Dünger Kombinationen gewachsen, auf die Infektion durch EHEC und S. Typhimurium reagieren. Zunächst wird die Expression ausgewählter Gene ermittelt, danach die globale Änderung der Genexpression. Nachfolgend wird die Effizienz der Abwehrmechanismen untersucht. Die Verteilung der Bakterien in Kopf- und Feldsalat wird mit Hilfe von Wildtypstämmen, die gfp oder dsRed Gene exprimieren und konfokaler Mikroskopie ermittelt. Für die Basis der Einschätzung der Gesundheitsgefährdung der Konsumenten wird die quantifizierte Anzahl der Bakterien in Pflanzengewebe, die bekannte Infektionsdosis von Salmonella und EHEC, sowie die bereits bekannte Virulenz von Salmonella aus pflanzlichem Gewebe dienen.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 35 |
| Europa | 4 |
| Land | 2 |
| Weitere | 2 |
| Wissenschaft | 23 |
| Type | Count |
|---|---|
| Förderprogramm | 30 |
| Text | 5 |
| unbekannt | 7 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 7 |
| Offen | 35 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 33 |
| Englisch | 11 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Datei | 1 |
| Dokument | 5 |
| Keine | 30 |
| Webseite | 8 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 28 |
| Lebewesen und Lebensräume | 38 |
| Luft | 25 |
| Mensch und Umwelt | 42 |
| Wasser | 24 |
| Weitere | 42 |