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Landbewirtschaftung

Das Grundanliegen der Biosphärenreservatsverwaltung im Rahmen der Landbewirtschaftung besteht in einer möglichst geschlossenen Kreislaufwirtschaft. Die wesentlichen Aufgaben in der Umsetzung einer nachhaltigen Landwirtschaft im Biosphärenreservat sind: - die Verbesserung der Flächenstrukturierung - der Erhalt der natürlichen Bodenfruchtbarkeit - die Förderung extensiver Bewirtschaftungsformen - der Aufbau einer leistungsfähigen Verarbeitung und regionalen Vermarktung - der Arten- und Biotopschutz in der Agrarlandschaft - Teichwirtschaft Entsprechende Leitbilder wurden formuliert (Flächenstrukturierung, Düngung, Pflanzenschutz, Bodenfruchtbarkeit und Pflanzenbau, Grünlandwirtschaft, Landwirtschaftiche Tierhaltung, Vermarktung, Teichwirtschaft). Seit 1998 werden dementsprechend durch die Biosphärenreservatsverwaltung in enger Zusammenarbeit mit dem Sächsische Landeskuratorium Ländlicher Raum e.V Einzelprojekte ausgewählt und umgesetzt, wie z.B. - zu Ackerwildkräutern (Erhaltung stark gefährdeter Ackerpflanzengesellschaften auf Flächen mit rudimentärem Vorkommen in Verbindung mit dem Anbau alter Getreidelandsorten und einer extensiven Landbewirtschaftung), - zum Biokarpfen/ Lausitzer Karpfen, - zur Förderung der Honigbiene und der Wildinsekten (Halictus confusus/ Furchenbiene), - zu Hecken- und Feldgehölzen im Rahmen von Pflege- und Pflanzmaßnahmen.

Dioxine und dl-PCB in Rindern

Aufnahmequellen Dioxine und dl-PCB sind Schadstoffgruppen, die chemisch ähnlich aufgebaut sind. Sie werden in der Umwelt kaum abgebaut und kommen in Spuren fast überall vor. Grundsätzlich ist anzunehmen, dass diese Schadstoffe über die Futteraufnahme in den tierischen Körper aufgenommen werden. Das bedeutet für die Rinderhaltung, dass der Hauptbelastungspfad mit hoher Wahrscheinlichkeit über die Futterpflanzen und/oder die Aufnahme von anhaftendem Boden beim Weidegang bzw. an konservierten Futterpflanzen stattfindet. Da Dioxine und PCB nur in geringem Umfang von Pflanzen über die Wurzeln aufgenommen werden, ist davon auszugehen, dass insbesondere bei erhöhter Bodenbelastung der überwiegende Anteil der Futterpflanzenbelastung auf eine oberflächliche Verschmutzung mit Staub- oder Bodenpartikel zurückgeht. Oberstes Ziel für die Reduzierung der Belastung von Weidetieren muss es daher sein, diese Verschmutzung oder die direkte Aufnahme von Boden so weit wie möglich zu vermeiden. Handlungsempfehlungen für die landwirtschaftliche Praxis Die vorliegenden Handlungsempfehlungen richten sich speziell an Rinderhalter, die ihre Tiere den überwiegenden Teil des Jahres auf der Weide halten (Extensivhaltung). Die Empfehlungen werden ausgesprochen, da sich gezeigt hat, dass bei dieser Haltungsform ein höheres Risiko dafür besteht, dass sich Schadstoffe wie Dioxine und dl-PCB in Fleisch und Organen der Weidetiere anreichern. Handlungsempfehlungen zur Minimierung der Dioxin- und PCB-Anreicherung in der Lebensmittelkette Neben der zusammenfassenden Handlungsempfehlung zur Minimierung der Dioxin- und PCB-Anreicherung in der Lebensmittelkette finden Sie im Merkblatt 55 „Handlungsempfehlungen zu Maßnahmen der Gefahrenabwehr bei schädlichen stofflichen Bodenveränderungen in der Landwirtschaft“ ausführliche Darstellungen zu diesem Themenkreis. Merkblatt 55 „Handlungsempfehlungen zu Maßnahmen der Gefahrenabwehr bei schädlichen stofflichen Bodenveränderungen in der Landwirtschaft“

Reduzierung des ökologischen Fußabdruckes von Lammfleisch durch eine ressourceneffiziente und klimaschonende Produktion

Das Projekt "Reduzierung des ökologischen Fußabdruckes von Lammfleisch durch eine ressourceneffiziente und klimaschonende Produktion" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Stuttgart, Institut für Akustik und Bauphysik, Lehrstuhl für Bauphysik, Abteilung Ganzheitliche Bilanzierung durchgeführt. Hauptziele des Projektes sind die ökologische, ökonomische und tiergesundheitliche Analyse und Bewertung extensiver/intensiver Lammfleischproduktionssysteme in Europa+Türkei. Diese Systeme werden bzgl. Ressourceneffizienz, globaler Erwärmung, Biodiversität und Landnutzung, Lammfleischqualität und -sicherheit sowie Tierwohl und Barrieren der Wettbewerbsfähigkeit untersucht. Die Förderung des Nischensektors Lamm(fleisch) stellt ebenso ein Ziel dar. Unterschiedlich wirtschaftende Lammbetriebe werden untersucht bzgl. relevanter Lebenszyklusphasen und bewirtschaftungs- sowie standorttypische Potentiale sowie auftretende Problemverlagerungen. Dies geschieht mittels Ökobilanzierung (LCA), ökonomischer Betrachtung (LCC), LCA-basierter Biodiversitäts-, Landnutzungsanalysen (LANCA®), Tierwohl- und Fleischqualitätsuntersuchungen. Abgeleitete Nachhaltigkeitsindikatoren zur effizienten, nachhaltigeren Nutzung von Ressourcen und zur Steigerung des Tierwohls, der Fleischqualität und der Wettbewerbsfähigkeit sollen zukünftig als Standard zur Nachhaltigkeitsanalyse für europäische Lammproduktionssysteme dienen. Zur Zielerreichung ist neben dem Projektmanagement (Arbeitspaket AP 1) eine Einbindung europäisch-türkischer Betriebe ins Konsortium nötig, um - ökologische (inkl. Ökobilanz, Ressourceneffizienz-, Biodiversitäts-, Landnutzungsanalyse), ökonomische Parameter zu untersuchen/steigern (AP 2), - die Auswirkungen der Bewirtschaftungsformen auf Fleischqualitätseigenschaften und Sicherheit u.a. durch Fleischanalysen zu evaluieren (AP 3) -die Zusammenhänge zwischen Produktionsweise, Tierwohl und -gesundheit durch Untersuchungen wie bspw. Stressparameter zu identifizieren (AP 4), -(gesellschaftliche) Hindernisse zu identifizieren, Lösungen zu Wettbewerbsfähigkeitssteigerungen und betriebswirtschaftl. sowie polit. Empfehlungen für den Nischensektor zu erarbeiten (AP 5) -die Ergebnisse öffentlichkeitswirksam zu präsentieren und auf Workshops zu diskutieren (AP 6).

Vorhaben: Molekulare Paläoklimatologie

Das Projekt "Vorhaben: Molekulare Paläoklimatologie" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Institut für Chemie und Biologie des Meeres durchgeführt. In diesem Projekt wird die Zusammensetzung organischen Materials in den Sedimenten von Salzpfannen der westlichen Kalahari und in Böden entlang zweier Flüsse als Indikator der Umwelt- und Klimageschichte genutzt. Die Analysen liefern insbesondere Information über die Biozönosen der untersuchten Ökosysteme und den Wasserkreislauf in der Region. Durch zeitlich hochauflösende Analyse der obersten Sedimentschichten ausgewählter Salzpfannen soll insbesondere die jüngere Umwelt- und Klimageschichte rekonstruiert werden. Transekte in den Salzpfannen werden charakterisiert, um ein besseres Verständnis für die interne Heterogenität dieser Sedimentationssysteme zu entwickeln. Darüber hinaus werden die Untersuchungsmethoden auf das organische Material in Böden an den Flüssen Molopo und Tsauchab angewandt. Die erwarteten Ergebnisse sind von gesellschaftlicher Bedeutung, da sie insbesondere zu einem verbesserten Verständnis möglicher Reaktionen der Vegetation in den semiariden Regionen des südlichen Afrika auf den Klimawandel beitragen. Die Landwirtschaft in diesen Regionen ist durch extensive Tierhaltung gekennzeichnet, die auf der gegenwärtig dominierenden Vegetation beruht. Unser Forschungsvorhaben zielt darauf ab, verbesserte Prognosen für die Zukunft der Landnutzung zu ermöglichen, indem es aufzeigt, wann und in welchem Ausmaß die Vegetation auf Klimaänderungen reagiert.

Entwicklung einer Technologie zur kontrollierten Aufzucht von Frühbrut-Zandersetzlingen auf Trockenfutterbasis in Karpfenteichen

Das Projekt "Entwicklung einer Technologie zur kontrollierten Aufzucht von Frühbrut-Zandersetzlingen auf Trockenfutterbasis in Karpfenteichen" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Institut für Binnenfischerei e.V., Potsdam-Sacrow durchgeführt. Zielsetzung: Im Rahmen des Vorhabens sollen die Möglichkeiten und Grenzen der Bereitstellung und der Aufzucht trockenfutteradaptierter Zander der verschiedenen Altersklassen in Karpfenteichen bzw. mit Wasser aus Karpfenteichen ermittelt werden. Zudem soll die Eignung trockenfutteradaptierter Zander für den Besatz natürlicher Gewässer untersucht werden. Zur problemarmen Lieferung trockenfutteradaptierter Zander vom Setzlingserzeuger zum teichwirtschaftlichen Betrieb sollen Protokolle für das Handling und den Transport von Zandern unterschiedlicher Altersklassen optimiert werden. Die in den Untersuchungen am IfB modellhaft und bei Praxispartnern exemplarisch gewonnenen Erkenntnisse sollen der brandenburgischen Teichwirtschaft für die Umsetzung in der Praxis zur Verfügung gestellt werden. Material und Methoden: Im Rahmen der Ei-, Brut- und Setzlingserzeugung wurden Handlingprozeduren für Aufzucht, Desinfektion und Transport getestet. Zwei Standorte zur extensiven Teichaufzucht von trockenfutteradaptierten Zandern auf Naturfutterbasis wurden vorbereitet, bei Bedarf mit Futterfischen und den auf Trockenfutterbasis aufgezogenen Satzzandern im Stückmassebereich von 400 g besetzt. Ergebnisse: Die während der Brutaufzucht zum Einsatz kommenden, neu entwickelten selbstreinigenden Räumerbecken eröffneten neue Managementoptionen und führten zu Zeitersparnis und Möglichkeiten der Arbeitsgestaltung im Einschichtbetrieb. Untersuchungen zur regelmäßigen Eidesinfektion mit Jodoporen (täglich einmaliges Tauchbad belaichter Nester in Desamar K30, 0,5 % für 15 Minuten) hatten zwar die Reduzierung der Verpilzungsneigung zur Folge, bewirkten jedoch auch Einschränkungen bei der Eientwicklung und der Schlupfrate. Transportuntersuchungen mit Satzzandern zeigten bereits bei einer Transportdauer von lediglich 2,5 Stunden eine Absenkung des pH-Wertes aufgrund der CO2-Abgabe durch die Fische von 8,0 auf 6,6 (Durchschnittsstückmasse 450 g, Transportbesatzdichte 75 kg/m3, 21°C). Die extensive Aufzucht trockenfutteradaptierter Satzzander im Karpfenteich auf Futterfischbasis führte in der Aufzuchtsaison 2014 nicht zu den erhofften Ergebnissen. Trotz Besatz mit 600 kg maulgerechten Futterfischen wurden von 300 im Frühjahr in einen 5 ha großen K3-Teich besetzten Zandern (400g) während der Herbstabfischung lediglich Einzelexemplare zurückgefangen. Im Zuge einer Hitzeperiode mit Wassermangelsituation im Juli wurden massive Verluste unter den Zandern beobachtet. Hinzu kam ein erhöhter Prädatorendruck durch Fischotter. Die K4-Ernte aus dem Teich entsprach hingegen den Erwartungen. Die Abfischung des zweiten Standortes ist im Jahr 2015 vorgesehen.

Analyse und Trendabschätzung der Belastung der Umwelt und von Lebensmitteln mit ausgewählten POPs und Erweiterung des Datenbestandes der POP-Dioxin-Datenbank des Bundes und der Länder mit dem Ziel pfadbezogener Ursachenaufklärung

Das Projekt "Analyse und Trendabschätzung der Belastung der Umwelt und von Lebensmitteln mit ausgewählten POPs und Erweiterung des Datenbestandes der POP-Dioxin-Datenbank des Bundes und der Länder mit dem Ziel pfadbezogener Ursachenaufklärung" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Dr. Roland Weber POPs Environmental Consulting durchgeführt. Bund und Ländern liegen Untersuchungsergebnisse zu PCDD/F, PCBs und dioxin-ähnlichen PCBs sowie weiteren chlororganischen Verbindungen aus Monitoringprogrammen und anlassbezogenen Projekten vor, die für die Ursachenaufklärung von Belastungen und Pfadbetrachtungen eine wertvolle Datenbasis bilden. Diese Daten sind in der POP-Dioxin-Datenbank enthalten, bedürfen jedoch einer Aktualisierung und Ausweitung auf weitere Kompartimente. Insbesondere für den Bereich der biologischen tierischen Kompartimente (z. B. wildlebende Fische und Schafleber) lässt sich eine Belastungssituation feststellen, die die lebensmittelrelevanten EU-Höchstgehalte regelmäßig übersteigt. Weiterhin liegen Bund und Ländern Erkenntnisse über hohe Überschreitungsraten des EU-Auslösewertes für dioxinähnliche PCB in Rindfleisch aus extensiven Haltungen vor, die Forschungsaktivitäten auslösten. Diese Monitoringdaten sollen mit dem Vorhaben für den Umweltbereich (Luft, Boden, Wasser, Biota) und für die Technosphäre (Produkte, Gemische, Erzeugnisse, Bedarfsgegenstände) zusammengetragen, ihre Qualität geprüft und für den Import in die POP-Dioxin-Datenbank vorbereitet werden. Mit Blick auf zeitliche und räumliche Trendaussagen werden die Daten statistisch aufbereitet. Darüber hinaus wird ein statistisches Verfahren entwickelt, das die Daten mit Blick auf Quellen und Senken auswertet, Trends in der Bioakkumulation tierischer Bioindikatoren ausweist und insbesondere durch Analyse der Kongenerenmuster mögliche Pfade des Eintrags identifiziert. Dies soll zukünftig bei auffällig hohen Messwerten persistenter organischer Stoffe in der Umwelt bzw. in der Nahrungskette eine zügigere und sichere Ursachenaufklärung ermöglichen.

Konzept zur Produktdifferenzierung am Rindfleischmarkt - Kommunikationsmöglichkeiten und Zahlungsbereitschaft für Rindfleisch aus extensiver, artgerechter Mutterkuhhaltung auf Grünland' (Mutterkuh)

Das Projekt "Konzept zur Produktdifferenzierung am Rindfleischmarkt - Kommunikationsmöglichkeiten und Zahlungsbereitschaft für Rindfleisch aus extensiver, artgerechter Mutterkuhhaltung auf Grünland' (Mutterkuh)" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Kassel, Fachbereich 11 Ökologische Agrarwissenschaften, Fachgebiet Agrar-und Lebensmittelmarketing durchgeführt. Fragen des Tierschutzes werden für Verbraucher in Deutschland beim Fleischkauf immer wichtiger. Extensive Mutterkuhhaltung, bei der Kälber über mehrere Monate gemeinsam mit ihrer Mutter weiden, dürfte bei Verbrauchern als eine besonders artgerechte Haltung wahrgenommen werden. Bisher wurde Rindfleisch aus Mutterkuhhaltung im Handel nicht besonders ausgezeichnet, so dass sich keine der Verbrauchernachfrage entsprechende Produkt- und Preisdifferenzierung am Markt einstellen konnte. Ziel der Studie ist es, das Marktpotenzial für Fleisch aus extensiver Mutterkuhhaltung zu untersuchen. Dabei wird ein Kommunikationskonzept für extensive konventionelle und ökologische Mutterkuhhaltung entwickelt und die Zahlungsbereitschaft für Fleisch aus extensiver Mutterkuhhaltung mittels Wahlexperimenten (Discrete-Choice) untersucht. In einem ersten Schritt soll eine umfassende Literaturstudie unterschiedliche bestehende Kommunikationskonzepte der Produktdifferenzierung am Rindfleischmarkt beschreiben. Basierend darauf wird ein neues Kommunikationskonzept entwickelt, das im Rahmen eines Workshops mit Praktikern und Experten diskutiert wird. Anschließend wird dieses Kommunikationskonzept genutzt, um Verbraucher über den Mehrwert der Mutterkuhhaltung aufzuklären. Mittels eines Kaufexperimentes, in der Verbraucher sich zwischen dem Kauf oder Nicht-Kauf von Fleisch aus Mutterkuhhaltung entscheiden, wird die Zahlungsbereitschaft für Fleisch aus extensiver Mutterkuhhaltung ermittelt. Ergebnisse dieses Experimentes werden im Rahmen eines zweiten Workshops mit Praktikern und Experten diskutiert. Die Ergebnisse der Diskussionen und der Zahlungsbereitschaftsexperimente bilden dann die Grundlage für fundierte Empfehlungen zur Ausdifferenzierung des Rindfleischangebotes.

Wasserhaushalt und Nährstoffbilanzen in Agro-Silivi-Pastoril-Systemen in Rio Grande Do Sul (Brasilien)

Das Projekt "Wasserhaushalt und Nährstoffbilanzen in Agro-Silivi-Pastoril-Systemen in Rio Grande Do Sul (Brasilien)" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Institut für Geo- und Umweltnaturwissenschaften, Professur für Bodenökologie durchgeführt. Große Teile von Rio Grande do Sul sind mit Campoflächen bedeckt, die derzeit überwiegend zur extensiven Viehhaltung bzw. zur Fleischproduktion genutzt werden. Wald, meist nur Sukzessionswälder finden sich vorrangig in schwer zugänglichen Gebieten oder in Lagen, die sich für eine landwirtschaftliche Nutzung nicht eignen. Der Holzbedarf kann aus diesen Wäldern nicht gedeckt werden. Es besteht deshalb ein Interesse daran, Campoflächen auch zur Holzproduktion zu nutzen. Dazu sollen Campoflächen in Agro-Silvi-Pastoril-Systeme umgewandelt werden, so dass die klassischen landwirtschaftlichen Nutzungsmöglichkeiten, wie Fleischproduktion, Mais- und Sojaanbau nicht aufgegeben werden müssen. Derzeit erfolgt deshalb auf großer Fläche ein 2-3 reihiger Streifenanbau von Eucalyptus mit einem landwirtschaftlich nutzbaren Zwischenraum von 10 Metern. Dieser wird über 2 Vegetationsperioden mit Mais, Soja, Sorgo etc bepflanzt und danach dem Vieh als Weide überlassen. Ziel unserer Untersuchung ist, Auswirkungen dieser Umwandlung auf den Wasser- und Stoffhaushalt des Bodens zu erfassen. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse sollen Handlungsempfehlungen für das Management erarbeitet werden, die eine nachhaltige Bewirtschaftung der Böden sicherstellen. Ein Schwerpunkt dabei ist die Entwicklung des Düngekonzeptes, das auf eine Minimierung der Nährstoffausträge ausgerichtet ist aber auch die ökonomischen Randbedingungen angemessen berücksichtigt. Die Messflächen wurden von der Votorantim Cellulose & Papel auf der Fazienda Aroeira im Süden von RS nahe der Stadt Baje zur Verfügung gestellt. Angelegt wurden eine Plantagenparzelle und 2 agro-silvi-pastoril-Parzellen, sowie eine Campofläche als Kontrolle. Die einzelnen Varianten sind mit Thetasonden zur Bodenfeuchtemessung, mit Niederschlagssammlern und mit Lysimeteranlagen ausgestattet, die ein kontinuierliches Monitoring des Bodenwassergehaltes und der Stoffkonzentrationen in Niederschlagss- und Bodenwasser ermöglichen. Die Wasseranalysen werden in 14-tägigen Intervallen vom Laboratorio de Ecologia Florestal in Sta. Maria durchgeführt.

Biodiversität, Management und Ökosystemfunktionen von Salzmarschen im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer (BASSIA)

Das Projekt "Biodiversität, Management und Ökosystemfunktionen von Salzmarschen im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer (BASSIA)" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Hamburg, Biozentrum Grindel und Zoologisches Museum durchgeführt. Ziel der Junior-Forschergruppe BASSIA ist es, Zusammenhänge zwischen Biodiversität, Ökosystemfunktionen und Nutzung der Salzmarschen zu erforschen, um die wissenschaftliche Basis für gut fundierte Entscheidungen über Managementstrategien des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer zu verbessern. In den vergangenen 20 Jahren wurde in vielen Bereichen des Nationalparks die traditionelle Beweidung der Salzmarschen durch Schafe aufgegeben oder die Beweidungsintensität stark verringert. Gleichzeitig wurde in brachgefallenen Flächen die künstliche Entwässerung (durch Grüppen) eingestellt. Als Resultat existieren heute entlang der schleswig-holsteinischen Nordseeküste viele Teilflächen mit unterschiedlichem (Naturschutz-) Management (intensive und extensive Schafbeweidung, Brache). BASSIA untersucht die Einflüsse der verschiedenen Managementregime auf die Struktur und Diversität der Vegetation und Brutvogelgemeinschaften und auf verschiedene abiotische Ökosystemfunktionen der Salzmarschen. Nach der Einrichtung des Nationalparks im Jahr 1985 führte die veränderte Beweidung in einigen Gebieten zu einer hohen Strukturvielfalt der Vegetation. In anderen Gebieten kam es zur Dominanz einzelner Pflanzenarten wie Elymus athericus. Basierend auf der Auswertung von Monitoringdaten der letzten 20 Jahre sollen die Veränderungen der Struktur und Diversität der Vegetation auf unterschiedlichen Maßstabsebenen quantifiziert und die sukzessionsbeeinflussenden Faktoren analysiert werden. Auswirkungen des Beweidungsregimes auf Brutvogelgemeinschaften in Salzmarschen sind bislang nur auf lokaler Ebene untersucht worden. Zudem sind Daten aus bestehenden Langzeitbeobachtungen von Brutvögeln kaum mit den Monitoringdaten der Vegetation kombinierbar, da sie für einen größeren räumlichen Maßstab vorliegen als letztere. Daher sollen georeferenzierte Daten aktueller Brutvogeluntersuchungen verwendet werden, um die räumliche Verteilung der Brutvögel in Abhängigkeit von der Vegetation und dem Managementregime modellieren zu können. Mit diesen Modellen sollen die in der Vergangenheit beobachteten Veränderungen der Brutvogelbestände erklärt werden. (mehr) Salzmarschen stellen aber nicht nur einen wichtigen Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten dar, sie erfüllen auch verschiedenste abiotische Ökosystemfunktionen: So fungieren sie durch die andauernde Sedimentation von partikulärem Material und Nährstoffen als eine Senke oder ein Speichermedium. Salzmarschen spielen damit unter anderem eine Rolle im Stickstoff-, Phosphor- und Siliziumkreislauf der Küstengewässer. In zwei Kerngebieten wird im Rahmen von BASSIA der Einfluss der unterschiedlichen Managementregime auf die Sedimentation und den Siliziumhaushalt untersucht. Basierend auf den Ergebnissen der Teilfragestellungen zum Einfluss der Managementregime auf die Entwicklung von Vegetation, Brutvogelgemeinschaften und auf abiotische Ökosystemfunktionen erarbeitet BASSIA Handlungsempfehlungen für ein optimiertes und nachhaltige

Management von Offenland-Lebensräumen an pflegeproblematischen Steilhängen durch Ziegenstandweiden (Folgeprojekt)

Das Projekt "Management von Offenland-Lebensräumen an pflegeproblematischen Steilhängen durch Ziegenstandweiden (Folgeprojekt)" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Hochschule Anhalt (FH), Hochschule für angewandte Wissenschaften, Fachbereich 1 Landwirtschaft, Ökotrophologie und Landschaftsentwicklung durchgeführt. Über Jahrhunderte hinweg wurden viele Hänge im Unteren Saaletal und Südharz mit Schafen und Ziegen beweidet. Die Beweidung erfolgte traditionell in Hütehaltung. Auf den steilsten und wenig ertragreichen Hängen wurde vor allem mit Ziegen beweidet. Während Schafe überwiegend Gräser und Kräuter fressen, sind Ziegen hinsichtlich ihrer Futterwahl vielseitiger. Auch das Laub und die Rinde von Gehölzen stehen auf ihrem Speiseplan. Dabei fressen Ziegen auch an Zweigen mit Stacheln oder Dornen (z.B. Rosen, Schlehe, Weißdorn). Durch diese traditionelle Nutzungsform entstanden magere, blütenreiche, gebüsch- und baumarme Flächen, die zahlreichen gefährdeten Tier- und Pflanzenarten der Trocken- und Halbtrockenrasen einen Lebensraum bieten. Seit längerer Zeit ungenutzt, verbuschen die Hänge im Unteren Saaletal und Südharz jedoch zunehmend. Viele Arten der Felsfluren und Trockenrasen wurden seitdem auf wenige Reststandorte verdrängt. Hiermit verbunden ist außerdem der Verlust wertvoller Strukturen und blütenreicher Elemente, die unsere Kulturlandschaft einst prägten. Einige der typischen Pflanzengesellschaften der Trocken- und Halbtrockenrasen sind als Lebensraumtypen (LRT) in Anhang I der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) geschützt. Die Erhaltungszustände dieser Lebensräume sind zu schützen bzw. die positive Weiterentwicklung (Verbesserung des Erhaltungszustandes) zu gewährleisten (Art. 3 FFH-Richtlinie). Vor diesem Hintergrund wurde das vom Land Sachsen-Anhalt geförderte Ziegenprojekt initiiert. Im Rahmen von Vorgängerprojekten wurden zehn Ziegenbeweidungsflächen eingerichtet. Teilweise erfolgt die Beweidung gemeinsam mit Schafen. Acht Beweidungsflächen befinden sich im Unteren Saaletal zwischen Halle (Saale) und Könnern. Zwei weitere Flächen sind in der Goldenen Aue zwischen Nordhausen und Sangerhausen im Biosphärenreservat 'Karstlandschaft Südharz' gelegen. Zentrale Aufgabenstellungen in der gegenwärtigen Projektphase sind: Naturschutzfachliche Erfolgskontrolle (Vegetation, Avifauna, Heuschrecken, Tagfalter), Untersuchungen zum Raum- und Fraßverhalten sowie zur Kondition der Weidetiere, Betreuung der Bewirtschafter, Öffentlichkeitsarbeit, Aufbau von Vermarktungsstrukturen. Träger des Projektes ist das Prof. Hellriegel Institut e.V. an der Hochschule Anhalt (FH), welches in Kooperation mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und dem Fachbüro SALIX (Wettin) die Flächeneinrichtung organisiert und Erfolgskontrollen durchführt. Die Flächen werden durch lokale Landwirte und Vereine bewirtschaftet. Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des Landes Sachsen-Anhalt (ELER-Mittel) und der Heidehofstiftung.

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