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Fischfauna 2002

Die vorliegende Karte zeigt den Wissensstand der Fischbesiedelung Berliner Gewässer bis einschließlich Dezember 2002 im Überblick. Nach 1993 (siehe 02.08 Ausgabe 1993) wurde die Fischbestandserfassung in den Berliner Gewässern konsequent fortgeführt. Zwischen 1994 und 2002 wurden zahlreiche Erfassungsdaten aktualisiert und neue Gewässer untersucht (Carstensen & Kropf 1994, Wolter & Vilcinskas 1996, 1997, 2000, Minow 1999, Wolter 1999, Doetinchem 2000, Wolter et al. 2000, 2002, 2003, Doetinchem & Wolter 2003, Fredrich & Wolter unveröffentlicht, Minow unveröffentlicht, Vilcinskas unveröffentlicht). Für die Darstellung der aktuellen Bestandssituation der Berliner Fischfauna wurden Fangdaten von 170 Gewässern ausgewertet. Die Bestandsaufnahme ist repräsentativ , da sie alle größeren Fließgewässer und Seen Berlins sowie mehr als fünfzig der verschiedensten Kleingewässer umfasst. Im Erfassungszeitraum bis Dezember 2002 wurde jedes Kleingewässer mindestens einmal befischt, alle größeren mehrfach, z.T. jährlich, zu verschiedenen Jahreszeiten. Alle Gewässer wurden elektrisch befischt. In den größeren Gewässern wurden zusätzlich Stellnetze, Reusen, Zug- und Schleppnetze eingesetzt. Durch die kombinierte Verwendung verschiedener Gerätetypen wird die Fangselektivität des einzelnen kompensiert, was die Genauigkeit der Fischbestandserfassung steigert. Bewährt haben sich insbesondere die Kombinationen der Elektrobefischung mit Stellnetzen in Kanälen und bei künstlichen Uferbefestigungen sowie mit Schleppnetzen in den seenartigen Erweiterungen und bei naturbelassenen Uferstrukturen (Doetinchem & Wolter 2003). Zusätzlich stellte das Fischereiamt Berlin seine Fischereistatistik für die Auswertung zur Verfügung. Die Fischereidurchführung erfolgte entsprechend der üblichen, guten fachlichen Praxis. Bewatbare Gräben und Kleinstgewässer wurden mit einem tragbaren Impulsgleichstromgerät befischt, größere und tiefere Gewässer vom Boot aus mit einem Gleichstromaggregat. Dabei wurden jeweils 300-800 m Uferlinie beprobt, je nach Gewässerbreite, Strukturvielfalt und Fangerfolg, mit dem Ziel, das Artenspektrum möglichst vollständig zu erfassen. Die Elektrofischerei ist speziell bei rauen Bodensubstraten, wie Blocksteinwurf, Steinschüttungen oder Pflanzenbeständen, die effizienteste aller Fangmethoden. Bei qualifizierter Anwendung ist sie auch das schonendste Verfahren zur Fischbestandserfassung, da die Fische vergleichsweise wenig mit Netzmaterial u.ä. in Berührung kommen, weshalb sie kaum Schuppen- oder Schleimhautverletzungen aufweisen. Mit Hilfe eines Gleichstrom-Aggregates wird im Wasser ein elektrisches Feld erzeugt. In diesem befindliche Fische greifen, entsprechend ihrer Länge und Stellung zu den Feldlinien unterschiedliche Spannungen ab. Je nach Stärke derselben reichen die Reaktionen der Fische von Flucht über positive Galvanotaxis (gerichtetes Schwimmen zur Anode) bis hin zur Galvanonarkose. Der Wirkungsradius der Fangelektrode beträgt ca. 2 m, weshalb pelagisch (im Freiwasser) lebende, bzw. große, scheue Individuen aller Fischarten im Fang unterrepräsentiert sind, aufgrund ihrer größeren Fluchtdistanz. Insgesamt ist die Selektivität der Elektrofischerei allerdings weitaus geringer als die anderer Methoden, bei vergleichbarem Arbeits- und Zeitaufwand. Zur Fangauswertung wurden die Arten bestimmt sowie die Individuen gezählt und gemessen, stichprobenartig auch gewogen. Fischlarven und Jungfische des gleichen Jahres blieben bei Beurteilungen der Artenhäufigkeiten weitgehend unberücksichtigt, da sie mit den gewählten Befischungsmethoden und dem Stichprobenumfang nicht repräsentativ erfasst wurden. Sie wurden allerdings als Arten- und Reproduktionsnachweis registriert.

Untersuchung der Blankaalabwanderung in der niedersächsischen Mittelelbe bei Gorleben

Zielstellung: Für die Einschätzung der Bestandsdynamik des Aalbestandes im Elbeeinzugsgebiet, die Erfolgskontrolle der im Aalmanagementplan Elbe formulierten Maßnahmen sowie zur Validierung der mittels des Aalbestandsmodells GEM II bislang nur theoretisch abgeschätzten Blankaalabwanderung ist ein direktes Monitoring der Menge abwandernder Blankaale unerlässlich. Darüber hinaus sollten durch Analysen von Hamenfängen bei Gorleben Erkenntnisse zu den Hauptwanderzeiten und die Zusammensetzung der Blankaale im Hinblick auf die Längen-Häufigkeits-Verteilung und das Geschlechterverhältnis gewonnen werden. Material und Methoden: In Anlehnung an das Lincoln-Petersen-Schätzverfahren wurde im Zeitraum August 2011 - Juli 2012 ein Markierung-Wiederfang-Versuch zur Abschätzung der abwandernden Blankaalmenge durchgeführt. Die Markierung der zufällig aus Hamenfängen ausgewählten Blankaale erfolgte mittels Elastomer-Farbstoffen (VIE) und Coded Wire Tags (CWT). Über den Rückfang der markierten Aale und die sich daraus ergebende Fängigkeit der am Standort befindlichen Aalhamen sowie unter Nutzung ganzjähriger, tagesgenau geführter Fangstatistiken wurde die Blankaalabwanderung am betreffenden Standort hochgerechnet. Ergebnisse: Im Herbst 2011 wurden insgesamt 1.012 Blankaale im Längenspektrum von 37 bis 100 cm (Abb. 1) markiert und 4 km oberhalb einer Hamenstelle ausgesetzt. Von den visuell als blank eingeordneten, markierten Aalen befanden sich nach dem Bewertungsschlüssel 'Silver Index' (DURIF et al. 2005) 60 % im beginnenden und 40 % im fortgeschrittenen Blankaalstadium. Bei rund 10 % der markierten Tiere handelte es sich offensichtlich um blanke Männchen. Im Untersuchungszeitraum wurden insgesamt 87 Tiere (= 8,6 %) wiedergefangen. Die Zahl der aktuell aus dem oberhalb gelegenen Elbegebiet abgewanderten Blankaale kann nach den vorliegenden Ergebnissen des Blankaalmonitorings auf 150.000 - 200.000 Stück geschätzt werden. Theoretische Modellierungen der Blankaalabwanderung für das Elbegebiet mit dem GEM II stimmten mit Werten von 280.000 (2010) bzw. 215.000 (2011) abwandernden Blankaalen größenordnungsmäßig gut mit diesen Ergebnissen überein. Mit Bruttoenergiegehalten von 9,6 - 17,3 MJ/kg (Mittel 13,0 MJ/kg) verfügte die große Mehrzahl der aus der Mittelelbe abwandernden Blankaale über ausreichende Energiereserven für die Laichwanderung zur Sargassosee. Der hohe Anteil von Aalen mit Schädigungen der Schwimmblase, die aus Infektionen mit A. crassus herrühren, könnte jedoch ein Problem für das Erreichen der Sargassosee darstellen.

Kormoran und Fische

1.) Zielsetzung: a) Einfluss der verfuegbaren Fischarten, ihrer raeumlichen Verteilung und Dichte auf Verteilungsmuster und Jagdverhalten des Kormorans b) Veraenderungen im erreichbaren Fischangebot und dessen Einfluss auf die Wahl des Nahrungsgewaessers (Ursachen fuer Wechsel von Seen auf Fluesse) c) Einfluss des Kormorans auf die Aeschen-Bestaende am Hochrhein. 2.)Projektplan und Methoden: Untersuchungsgebiet: Untersee, Seerhein, Hochrhein, angrenzender Bodensee, Zuerichsee, Greifensee, Pfaeffikersee, Linthkanal Methoden: a) Nahrungsanalyse anhand von Speiballen b) Kartierung Verteilungsmuster der Kormorane bei der Nahrungssuche c) Zeit- und Aktivitaetsbudget, Radiotelemetrie d) Erfassung Fischverteilung mit Echolot e) Auswertung Fangstatistik Aeschen Hochrhein f) Ermitteln der Verletzungsrate der Aeschen beim Laichfischfang.

Pilotzertifizierung einer Binnenfischerei als nachhaltig am Beispiel des Schaalsees

Zielstellung: Im Rahmen eines Pilotvorhabens sollte die Zertifizierung einer nachhaltigen Fischerei im Schaalsee auf der Basis der Naturland-Wildfisch-Richtlinie praktisch erprobt werden, wobei die Nutzung der Projektergebnisse über den Modellfall hinaus angestrebt wurde. Ziel der Arbeiten des IfB war die Entwicklung eines Bewirtschaftungsplanes, der fischereiliche und naturschutzfachlich Belange berücksichtigen und insbesondere Indikatoren für eine nachhaltige Bestandsbewirtschaftung bei den fischereilichen Zielarten umfassen sollte. Material und Methoden: Im Juni 2013 wurde im Schaalsee eine Fischbestandserhebung (Multimaschennetze nach EU-Norm EN 14757) durchgeführt. Darüber hinaus wurden vorliegende Fischereistatistiken ausgewertet und der fischereiliche Ertrags-Erwartungswert des Gewässers unter Nutzung der P-PP-F-Bonitierungsmethodik geschätzt. Die dabei erzielten Ergebnisse und daraus abgeleiteten Vorschläge und Indikatoren wurden mit der projektbegleitenden Arbeitsgruppe, den Fischereibetrieben, den Fischerei- und Naturschutzverbänden und -behörden sowie der Stiftung Naturland diskutiert und in einem Dokument fixiert. Ergebnisse: Der Bewirtschaftungsplan enthält allgemeine und konkrete Festlegungen u. a. zu Schongebieten, zur Durchführung der Fangfischerei, zu Besatzmaßnahmen, zur Bewirtschaftung des Aals und zur Erstellung von Fangstatistiken. Ferner wurde ein aus vier Indikatoren bestehendes Modell zur Bewertung der Nachhaltigkeit der fischereilichen Bewirtschaftung entwickelt, das folgende Parameter umfasst: 1. Vergleich von realisierter Fischentnahme und Ertragserwartung, 2. Ermittlung von Einheitsfängen (CPUE) sowohl hinsichtlich der Gesamtfischbiomasse als auch der einzelnen Arten, 3. Bestimmung des maximalen nachhaltigen Ertrages (MSY) sowie 4. Analyse der Größen- und Altersstruktur der Hauptwirtschaftsfischarten. Der Bewirtschaftungsplan bildete die Grundlage für die Zertifizierung der Schaalseefischerei durch 'Naturland' im Mai 2014.

Molekulargenetische Untersuchungen an Flussbarschen des Bodensees

Der Flussbarsch ist nach den Felchen die wirtschaftlich wichtigste Fischart im Bodensee. Für die zahlreichen Angelfischer am See steht der Flussbarsch in der Fangstatistik sogar an erster Stelle. Durch eine Reihe von Faktoren sind die Erträge der Flussbarschfischerei in den letzten Jahren allerdings zurückgegangen. Seit 1987 ist der Kaulbarsch im Bodensee vertreten, der ein potenzieller Nahrungskonkurrent des Flussbarschs ist. Weiterhin wurde in den letzten Jahren eine deutliche Zunahme der Parasitierung des Flussbarschs mit dem Hechtbandwurm beobachtet. Außerdem ist eine Tendenz zu beobachten, dass durch die zunehmende Reoligotrophierung des Bodensees die Nahrungsgrundlage der Flussbarsche zurückgeht. Diese drei Gründe könnten jeder für sich oder gemeinsam für den Rückgang des Wachstums der Flussbarsche und die geringeren Fangerträge in den letzten Jahren verantwortlich sein. In einer solchen Situation ist es dringend erforderlich, die bisherigen Bewirtschaftungsrichtlinien zu überdenken und gegebenenfalls durch neue, angepasste Richtlinien dem weiteren Rückgang der Fangerträge entgegenzuwirken. Für die Ausarbeitung derart angepasster Bewirtschaftungsrichtlinien ist eine noch bessere Kenntnis der Populationsstruktur und -dynamik der Flussbarsche im Bodensee erforderlich. An genau dieser Stelle setzt das Forschungsprojekt ein, das sich mit der genetischen Struktur der Barschbestände im Bodensee beschäftigt.

Naturschutz und Binnenfischerei: Ausmass und Folgen klassischen Fischereimanagements fuer natuerliche und naturnahe Biozoenosen

Im Rahmen des Projektes erfolgte eine intensive Analyse der aktuellen deutschsprachigen und ausländischen wissenschaftlichen Literatur, von zur Verfügung gestellten oder selbst recherchierten Fischerei- und Naturschutzstatistiken und -unterlagen sowie von Internetadressen. Insgesamt wurden über 1000 Literaturstellen ausgewertet und von 637 relevanten Publikationen im Rahmen einer Datenbank eine Zusammenfassung zu den wichtigsten im Projekt bearbeiteten Fragen erstellt. Die Analyse der nationalen und internationalen Regelungen zum Besatz zeigte den notwendigen Regelungsbedarf in verschiedenen deutschen Fischereigesetzen oder -verordnungen. Dies betrifft notwendige Begriffsbestimmungen ( heimisch; gebietsfremd), die Aktualisierung der Artenschutzregelungen in den Fischereiverordnungen, die Gewährung von Ausnahmen in geschlossenen oder ihnen entsprechenden Gewässern und die Konsequenzen aus der künftig nachhaltigeren Bewirtschaftung der Gewässer. Auch in Naturschutzgebieten und in Gewässern mit anderen Schutzkategorien wird in der Regel eine fischereiliche Bewirtschaftung durchgeführt. Dabei werden spezielle Schutzziele für Fische kaum und Einschränkungen des Besatzes nach unserer Analyse in zwei Bundesländern nur unzureichend durchgesetzt. Vorschläge zur Änderung der Situation werden abgeleitet. Der fischereiliche Besatz zur Aufrechterhaltung oder Steigerung der Produktion ist gegenwärtig und vermutlich auch in der Zukunft die bedeutendste Form des Aussetzens von Fischen in unseren natürlichen Gewässern. Das wird sowohl aus dem Umfang des gezielten fischereilichen Besatzes als auch aus den Recherchen zur lokalen Verfrachtung in Deutschland heimischer Arten außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes, zum Besatz mit allochthonen Arten und zum Besatz mit dem Ziel der Wiederbesiedlung ersichtlich. Im Rahmen der guten fachlichen Praxis muss der oft auch ökonomisch nicht sinnvolle Besatz in Frage gestellt werden. Auf der Grundlage einer Auswertung von Fischereistatistiken und der wissenschaftlichen Literatur wurde deutlich, dass in vielen Fällen auf Besatz verzichtet werden kann. Das muss künftig in den Festlegungen zur guten fachlichen Praxis berücksichtigt werden. Ein Großteil unserer heimischen Arten wird durch gezielte fischereiliche Aktivitäten und andere Ausbreitungswege außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes in anderen Gewässereinzugsgebieten in Deutschland verbreitet. Dies wird weder durch die bestehenden Regelungen noch durch die Überwachung durch Fischerei- und Naturschutzbehörden wirkungsvoll eingedämmt. Daher sollte das Aussetzen heimischer Arten außerhalb ihres natürlichen Einzugsgebietes durch gesetzliche Festlegungen im Naturschutz- und Fischereirecht besser verhindert werden.

Untersuchung zur fischereiwirtschaftlichen Nutzung von Baggerseen

Die fischereiliche Nutzung ist eine der wesentlichsten und haeufigsten Nutzungen von Baggerseen. Die Studie soll u.a. dazu dienen, Richtlinien fuer die fischereiwirtschaftliche Bewirtschaftung dieses Gewaessertyps zu erarbeiten. 1992 wurden die Untersuchungen am ' Schwarzl-See ' am suedwestlichen Stadtrand von Graz mit einer Beprobung von 15 bis 17 Juni fortgesetzt. Die Fangstatistik fuer Multimaschennetze ergab ein klares Dominieren des Lauben- und Barschbestandes. Bei den Faengen mit dem Monomaschennetz wiesen Karpfen und Rotaugen die hoechsten Haeufigkeiten auf. Bezueglich der Biomasse fuer die einzelnen Fischarten der Karpfen den groessten Wert vor Barsch, Rotauge, Laube und Aitel. Das Fehlen von Salmoniden (mit Ausnahme eines Bachsaiblings) laesst auf einen hoeheren Eutrophierungsgrad des Schwarzl-Baggersees schliessen. Der Barsch zeigt sich als einer der erfolgreichsten Fische, es ist aber eine Verbuttungstendenz zu bemerken.

Kormoran und Fische

1.) Zielsetzung: a) Einfluss der verfuegbaren Fischarten, ihrer raeumlichen Verteilung und Dichte auf Verteilungsmuster und Jagdverhalten des Kormorans; b) Veraenderungen im erreichbaren Fischangebot und dessen Einfluss auf die Wahl des Nahrungsgewaessers (Ursachen fuer Wechsel von Seen auf Fluesse); c) Einfluss des Kormorans auf die Aeschen-Bestaende am Hochrhein. 2.) Projektplan und Methoden: a) Nahrungsanalyse anhand von Speiballen; b) Kartierung der Verteilungsmuster der Kormorane bei der Nahrungssuche; c) Zeit- und Aktivitaetsbudget, Radiotelemetrie; d) Erfassung der Fischverteilung mit Echolot; e) Auswertung der Fangstatistik Aeschen Hochrhein; f) Ermitteln der Verletzungsrate der Aeschen beim Laichfischfang.

Dipturus intermedius (Parnell, 1837) Großer Glattrochen Meeresfische und -neunaugen Daten unzureichend

In die vorliegende Rote Liste wurde die Art neu als etabliert aufgenommen. In der vorherigen Roten Liste (Thiel et al. 2013) wurden die inzwischen als Dipturus intermedius bezeichneten Bestände bei Dipturus batis mit eingeschlossen. Für die Verantwortlichkeitsanalyse in Bezug auf den Großen Glattrochen wurde berücksichtigt, dass die Art durch die IUCN derzeit weltweit als vom Aussterben bedroht (Critically Endangered) eingestuft wird (IUCN 2023). Historisch umfasste die Verbreitung der Art den gesamten Nordostatlantik und das Mittelmeer (Zidowitz et al. 2017), so dass die deutschen Meeresgebiete danach im Hauptareal der Art liegen. In der Verbreitungskarte des Großen Glattrochens bei der IUCN (2023) werden nur im nördlichen Randbereich der deutschen Meeresgebiete Vorkommen der Art angenommen. Diese Darstellung berücksichtigt nicht die Modellierungen von Bache‑Jeffreys et al. (2021). Im Ergebnis dieser Modellierungen ist von einer relativ hohen Vorkommenswahrscheinlichkeit der Art in der südlichen Nordsee, einschließlich der deutschen Meeresgebiete, auszugehen. Der Bestandsanteil der Art beträgt in den deutschen Meeresgebieten weniger als 10% ihres Weltbestandes. Insgesamt ist Deutschland in besonders hohem Maße für die weltweite Erhaltung der Art verantwortlich. Die aktuelle Bestandssituation des Großen Glattrochens ist in den deutschen Meeresgebieten generell unklar. Möglicherweise ist die Art in Deutschland ausgestorben oder verschollen. D. intermedius wurde historisch allerdings nicht von D. batis getrennt; im Nachhinein sind die verfügbaren Informationen artbezogen kaum auflösbar. NORDSEE: Nach Einschätzung der OSPAR-Kommission (Status Assessment 2021) für die Region II (Greater North Sea) ist der Zustand des Großen Glattrochens schlecht (Poor). Der Fischereidruck wird als größte Gefährdungsursache für die Nordsee-Population der Art genannt. Seit 2009 ist es verboten, die Art in EU-Gewässern zu fischen und anzulanden, was die fischereiliche Sterblichkeit verringern dürfte. Der Große Glattrochen wird jedoch nach wie vor ungewollt wegen seiner Größe in der Grundschleppnetz- und Stellnetzfischerei mitgefangen (Zidowitz et al. 2017). Die Entwicklungsphase bis zur Geschlechtsreife dauert bei Glattrochen außergewöhnlich lange. Aufgrund ihrer Größe werden sie aber durch die Fischerei schon vor Erreichen der Geschlechtsreife als Beifang erfasst. In stark befischten Gebieten wird damit die Möglichkeit ihrer Reproduktion stark beeinträchtigt. NORDSEE: In der deutschen Fischereistatistik wurde diese Art auch als Theeben geführt. Nach Zidowitz et al. (2017) gab es auch in Schleswig-Holstein eine Fischerei auf die Art.

Clupea harengus Linnaeus, 1758 Atlantischer Hering Meeresfische und -neunaugen Ungefährdet

OSTSEE: Im Unterschied zu vorherigen Roten Listen werden in der westlichen Ostsee Clupea harengus harengus und Clupea harengus membras nicht unterschieden. OSTSEE: Die langfristige Fangstatistik für den Atlantischen Hering (Abb.: siehe Publikation für Abbildungsnummer) aus der deutschen Ostsee (1919–2021) ergibt einen klaren Anstieg der Fänge, auch wenn diese ab 2018 auf einem deutlich niedrigeren Niveau verharren. Auch aus den BITS-Daten (1991–2021) ist eine Zunahme der Präsenzen in der westlichen Ostsee zu beobachten. Eine Abnahme der für die Fischerei relevanten Bestandsbiomasse entspricht nicht zwangsweise einem Rückzug der Art aus der Fläche. Noch gibt es keine Anzeichen dafür, dass traditionelle Laich- und Aufwuchsgebiete an der deutschen Küste ausgefallen wären. Durch die HELCOM 2013 wird die Art für die gesamte Ostsee als ungefährdet (Least Concern) eingestuft. In den deutschen Meeresgebieten der Ostsee zeigt der kurzfristige Bestandstrend der Art jedoch eine sehr starke Abnahme. In Deutschland erfolgt seit 2018 jährlich eine zeitweise Einstellung der Heringsfischerei als Sofortmaßnahme zum Schutz des Heringsbestandes in der westlichen Ostsee (ICES-Gebiet 22–24). Die Entnahme durch die kommerzielle Fischerei hat aufgrund massiver Quotenkürzungen extrem abgenommen. Aktuell liegt nach Einschätzung des ICES (ICES Advice 2023) die Laicherbestandsbiomasse der Art in den Gebieten westliche Ostsee, Skagerrak und Kattegat unterhalb des Referenzwertes (MSY Btrigger; zur Erläuterung siehe Glossar in Barz & Zimmermann 2024). Die fischereiliche Sterblichkeit liegt unterhalb des Referenzwertes (FMSY; zur Erläuterung siehe Glossar in Barz & Zimmermann 2024). Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen weisen auf eine Beeinträchtigung der Reproduktion infolge des Klimawandels hin (Polte et al. 2021). Ungeachtet der drastischen Bestandsabnahme (Biomasse) ist die Art in der deutschen Ostsee überall präsent und pflanzt sich regelmäßig fort, so dass im Vergleich zu anderen Arten mit deutlich geringeren Bestandsgrößen von einem Erlöschen des Heringsbestandes aktuell nicht auszugehen ist.

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