Rückblick auf 50 Jahre Umweltschutz mit Ausstellung, digitaler Zeitreise und Jubiläumsfest am 15. Juni 2024 in Dessau-Roßlau Vor über 50 Jahren brachte die sozial-liberale Koalition unter Kanzler Willy Brandt frischen Wind für den Umweltschutz. Mit dem Start des ersten Umweltprogramms der Bundesregierung und der Ernennung des ersten deutschen Umweltministers im Jahr 1971 wird Umweltpolitik zunächst im Bundesministerium angesiedelt. Kurze Zeit später gründet die Bundesrepublik Deutschland als erstes europäisches Land eine wissenschaftliche Umweltbehörde: Am 22. Juli 1974 nahm das Umweltbundesamt (UBA) im Berliner Westen mit rund 170 Mitarbeitenden seine Arbeit auf. Umweltthemen nahmen in Deutschland und Europa mehr und mehr Einzug in die politische Agenda. Seit dem Umzug des UBA an den Hauptsitz in Dessau-Roßlau im Mai 2005, ist die Zahl der Mitarbeitenden – heute über 1.800 an 16 Standorten in ganz Deutschland – mindestens genauso stark gewachsen, wie die Bandbreite seiner Themen. Anlässlich des 50. Jubiläums im Jahr 2024 führen eine neue Ausstellung am UBA-Hauptsitz und eine virtuelle Zeitreise Interessierte durch die Herausforderungen, Maßnahmen und Erfolge aus 50 Jahren UBA und zeigen eines ganz klar: In den vergangenen 50 Jahren hat sich in Sachen Umweltschutz vieles getan und das wird mit einem Jubiläumsfest am 15. Juni 2024 in Dessau auch öffentlich gefeiert. Aufgabe des UBA ist seit seiner Gründung, mögliche zukünftige Beeinträchtigungen von Mensch und Umwelt frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und Politik und Gesellschaft praktikable Lösungen vorzuschlagen. Dazu erhebt das UBA umfassende Daten über den Zustand der Umwelt und berät mit diesem Wissen die gesamte Bundesregierung. Es forscht dazu in eigenen Laboren oder vergibt Forschungsaufträge an wissenschaftliche Einrichtungen und Institute im In- und Ausland. Darüber hinaus vollzieht das UBA Umweltgesetze, beispielsweise für den Emissionshandel oder die Zulassung von Chemikalien, Arznei- und Pflanzenschutzmitteln. Weitere Aufgabe ist seit 1974 die Information der Öffentlichkeit in Umweltfragen. Wie facettenreich die Arbeit des UBA ist, zeigt ein Blick auf die Themenpalette: Die Mitarbeitenden arbeiten, forschen und informieren über unterschiedlichste Aspekte des Zusammenlebens von Mensch und Umwelt: vom Schutz der Weltmeere über die Abfallvermeidung und Ressourcenschonung, Auswirkungen unterschiedlicher chemischer Stoffe auf die Gesundheit der Menschen bis zur Mobilität und Ernährung von Morgen. Im Mittelpunkt der Arbeit stand und steht immer der Schutz von Mensch und Umwelt. Das UBA heute : Derzeit arbeiten hierzu 1.837 (Stand: Juni 2023) Mitarbeitende an 16 Standorten des UBA. Der Hauptsitz ist seit 2005 in Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt). Weitere Standorte hat das UBA in Berlin, Bad Elster (Sachsen), Langen (Hessen), Merseburg (Sachsen-Anhalt), Salzgitter (Niedersachsen) und Cottbus (Brandenburg). Darüber hinaus betreibt das UBA ein Messnetz mit sieben Messstellen von Zingst bis zur Zugspitze. Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes: „In aller Bescheidenheit können wir durchaus mit Stolz sagen, dass durch die Hingabe und Hartnäckigkeit unserer Kolleginnen und Kollegen über die Jahre einiges im Umweltschutz passiert ist. Wir haben nicht nur Veränderungen angestoßen, sondern sie auch aktiv mitgeprägt und umgesetzt – vom Asbest- und FCKW-Halon-Verbot bis hin zum Start des Emissionshandels. Trotz der Erfolge richten wir den Blick im Jubiläumsjahr auf neue gesellschaftspolitische Herausforderungen. Um Umwelt- und Klimaschutz voranzutreiben und Wohlstand in den Grenzen der Ökosysteme weiterhin zu ermöglichen, ist eine verstärkte, interdisziplinäre Zusammenarbeit auf nationaler und internationaler Ebene notwendig. Sie erfordert einen ganzheitlichen Blick auf den Klimaschutz und die Arbeit zum Schutz von Mensch und Umwelt – beispielsweise durch die konsequente Transformation der Wirtschaft und Gesellschaft oder die Förderung der Zirkularität der Ökonomie, ohne die uns sozial gerechter und erfolgreicher Klimaschutz heute und in Zukunft nicht gelingen kann. Das 50-jährige Jubiläum markiert einen Meilenstein, gibt uns die Chance, Partnerschaften zu stärken und mit anderen Organisationen zusammenzuarbeiten, um globale Umweltziele zu erreichen – allen voran die Ziele des 2019 verabschiedeten European Green Deals, der Klimaneutralität bis 2045 und damit einer lebenswerten Zukunft, der wir als Gesellschaft durch unsere gemeinschaftliche Transformationsarbeit optimistisch entgegen gehen wollen.“ Jubiläumsfest am 15. Juni 2024: Mit seinem Jubiläumsfest am 15.06.2024 am Hauptsitz in Dessau-Roßlau lädt das UBA herzlich dazu ein, gemeinsam einen Blick auf die Herausforderungen, Meilensteine, Erfolge und Misserfolge der vergangenen 50 Jahre zu werfen und bei informativen Aktionen und Ständen der unterschiedlichen Fachleute und Mitarbeitenden des UBA einen Ausblick in die aktuellen Schwerpunkte und die Themen der Zukunft zu erhalten. Bei den unterschiedlichen Ständen und Mitmach-Aktionen ist für Groß und Klein von 10:00 bis 17:00 Uhr etwas dabei. Auch für musikalisches, kulturelles und kulinarisches Rahmenprogramm ist gesorgt. Der Eintritt ist frei, es ist keine Voranmeldung notwendig. UBAwegs in Dessau-Roßlau am 26. April 2024 : Einen Einstieg in das Jubiläumsjahr bietet neben der Ausstellung und virtuellen Zeitreise auf uba.de auch die am 26.04.2024 startende Veranstaltungsreihe „UBAwegs in Dessau-Roßlau für Mensch und Umwelt“. Ab 15:00 Uhr lädt das UBA zu einem geführten Spaziergang mit historischer Einordnung um das Quartier des Hauptgebäudes am ehemaligen Wörlitzer Bahnhof ein. Im Anschluss begrüßen UBA-Präsident Dirk Messner und der Oberbürgermeister der Stadt Dessau-Roßlau, Robert Reck, zu einem Vortrag und Gespräch im UBA-Hörsaal. Weitere Informationen : Die Ausstellung „50 Jahre Umweltbundesamt“ ist am UBA-Hauptsitz zu sehen: Wörlitzer Platz 1, 06844 Dessau-Roßlau. Weitere Informationen hier . Die Inhalte der Ausstellung und darüber hinaus weitere interessante Anekdoten und Informationen sind als digitale Zeitreise hier zu finden. Die Tourenreihe „UBAwegs in Dessau-Roßlau für Mensch und Umwelt“ startet am 26.04.2024 um 15:00 Uhr in Dessau. Eine Anmeldung für die kostenpflichtige Teilnahme ist erforderlich. Weitere Informationen zu Anmeldung, Treffpunkt und Ablauf hier . Das Jubiläumsfest findet am 15.06.2024 in der Zeit von 10:00 -17:00 Uhr am Hauptsitz in Dessau-Roßlau statt. Der Eintritt ist frei. Eine Voranmeldung ist nicht nötig. Weitere Informationen hier . Details zum Programm werden in Kürze veröffentlicht.
Umweltwirtschaft und grüne Zukunftsmärkte Umweltschutz ist nach wie vor ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Deutschland. Deutsche Umweltschutzgüter sind in allen Weltregionen und über alle Umweltschutzbereiche hinweg gefragt. Die Weltmärkte für Umwelt- und Effizienztechnologien weisen Wachstum auf und für die Unternehmen werden Energie-, Rohstoff- und Materialeffizienz zu einem immer wichtiger werdenden Wettbewerbsfaktor. Umweltwirtschaft in Deutschland Die Umweltwirtschaft ist eine Querschnittsbranche, die alle Unternehmen erfasst, die Umweltschutzgüter und -dienstleistungen anbieten. Deutsche Unternehmen produzierten im Jahr 2021 Güter im Wert von 90,6 Milliarden Euro, die für Umweltschutzzwecke eingesetzt werden können . Das entspricht 6,2 % der gesamten Industrieproduktion (siehe Tab. „Produktion von potenziellen Umweltschutzgütern in Deutschland nach Umweltbereichen“). Güter, die dem Klimaschutz dienen können, stellen mit 47,5 % des Produktionsvolumens erneut den mit Abstand größten Umweltbereich. Hierzu gehören beispielsweise Windenergie- und Solaranlagen. Potenzielle Umweltschutzgüter können Umweltschutzzwecken dienen, aber auch andere Funktionen erfüllen. Dazu gehören Güter wie Luft- oder Abwasserfilter oder Rotorblätter für Windkraftanlagen, die ausschließlich für Umweltschutzzwecke eingesetzt werden. Es werden auch Güter einbezogen, die sowohl im Umweltschutz, aber auch zu anderen Zwecken eingesetzt werden können, wie beispielsweise Pumpen, Leitungen oder Mess-, Steuer- und Regelgeräte. Aufgrund ihres Querschnittcharakters basieren die wirtschaftlichen Daten zu Umweltwirtschaft auf verschiedenen Klassen der Produktions- und Außenhandelsstatistik. Produktion potenzieller Umweltschutzgüter nach Wirtschaftszweigen Ein Blick auf die sektorale Aufteilung zeigt, dass fast die Hälfte aller Umweltschutzgüter in nur zwei Wirtschaftszweigen produziert wurde: dem Maschinenbau und dem Sektor Gummi- und Kunststoffwaren (siehe Abb. „Produktion von potenziellen Umweltschutzgütern nach Wirtschaftszweigen 2021“). Beide Wirtschaftszweige sind für mehrere Umweltbereiche von Bedeutung. So machen Maschinenbauerzeugnisse 42,9 % der Produktion von Gütern zur Luftreinhaltung, 36,0 % der Produktion von Gütern für Erneuerbare Energie, und 34,7 % der Produktion von Gütern zur Abfallbehandlung aus. Gummi-und Kunststoffwaren sind besonders in der Produktion von Gütern für die Energieeffizienz (40,1 %), im Abfallbereich (28,4 %) und zur Abwasserbehandlung (24,8 %) wichtig. Gesamt: 89,1 Milliarden Euro Umweltwirtschaft im internationalen Wettbewerb Im Jahr 2021 hat die deutsche Wirtschaft Umweltschutzgüter im Wert von 65 Milliarden Euro exportiert. Das entspricht einem Welthandelsanteil von 12,0 %. Deutschland liegt damit an zweiter Position hinter China mit einem Welthandelsanteil von 20 % (siehe Abb. „Welthandelsanteile der größten Anbieter von potenziellen Umweltschutzgütern“). Chinas Anteil am internationalen Handel mit potenziellen Umweltschutzgütern hat sich seit 2002 mehr als verdreifacht. Auch andere aufholende Volkswirtschaften gewinnen als Anbieter an Bedeutung. „Grüne Zukunftsmärkte“ als Wirtschaftsfaktor Umweltschutz hat nicht nur durch die Produktion von Umweltschutzgütern Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. Er entwickelt sich zunehmend auch zu einem Kernthema in den „klassischen“ Wirtschaftszweigen wie beispielsweise dem Automobil- oder Maschinenbau. Der Einsatz von Umwelt- und Effizienztechnologien gewinnt an Bedeutung und entscheidet wesentlich über die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Für diese „grünen Zukunftsmärkte“ wird ein durchschnittliches jährliches Wachstum des globalen Marktvolumens bis 2030 von mehr als sieben Prozent vorausgesagt ( GreenTech-Atlas ). Grüne Zukunftsmärkte haben eine Schlüsselrolle für die Erhaltung der Lebensgrundlagen der Menschheit und die Erfüllung ihrer Grundbedürfnisse. Zudem sind sie wirtschaftlich besonders bedeutsam. Die sieben grünen Zukunftsmärkte sind: Umweltfreundliche Erzeugung, Speicherung und Verteilung von Energie Energieeffizienz Rohstoff- und Materialeffizienz Nachhaltige Mobilität Kreislaufwirtschaft Nachhaltige Wasserwirtschaft Nachhaltige Agrar- und Forstwirtschaft Diese Leitmärkte der Umwelttechnik und Ressourceneffizienz sind weit über den Nischenstatus hinaus gewachsen. Sowohl in Deutschland als auch weltweit hat das Marktvolumen der grünen Zukunftsmärkte zugenommen. Im Jahr 2020 betrug das globale Marktvolumen nach Schätzungen von Roland Berger Consulting 4,6 Billionen Euro, 2016 waren es noch 3,2 Billionen Euro. Die vorliegenden Prognosen des Umwelttechnologie-Atlas „GreenTech-Atlas” gehen von einem weiteren Anstieg des Marktvolumens aus. Die Methodik zur Prognose der Marktvolumen ist im GreenTech-Atlas auf S. 19 beschrieben. Weitere Informationen und Literaturhinweise Die Umweltwirtschaft in Deutschland (2023) Weiterentwicklung der Abgrenzung der Umweltwirtschaft
OECD-Handbuch stärkt Umweltschutz in Rohstofflieferketten Drohnenansicht eines kontaminierten, giftigen Wasserlaufs in Geamana, Rumänien Das neue OECD-Handbuch für umweltbezogene Sorgfaltspflichten in mineralischen Rohstofflieferketten ist ein Meilenstein für den Umweltschutz in globalen Wertschöpfungsketten. Erstmals wird konkret beschrieben, wie Unternehmen Umweltbelastungen am Anfang ihrer globalen Lieferketten identifizieren, bewerten, priorisieren und Maßnahmen zur Vermeidung, Minderung oder Wiedergutmachung ergreifen können. Der Bergbau ist für die Energiewende und die Erreichung der UN -Nachhaltigkeitsziele vorerst unverzichtbar, aber ein Hochrisikosektor für Menschenrechtsverletzungen und schwerwiegende Umweltbelastungen. Viele Unternehmen, beispielsweise aus dem Automobil- oder Maschinenbausektor, sind auf Metalle aus globalen Lieferketten angewiesen und sehen sich gleichzeitig gestiegenen gesellschaftlichen Erwartungen an eine nachhaltige Unternehmensführung gegenüber. Diese spiegeln sich zunehmend in gesetzlichen Anforderungen wie dem deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz oder der neuen EU-Batterieverordnung wider: Unternehmen sind nun gesetzlich verpflichtet, menschenrechtliche und umweltbezogene Missstände in ihren Lieferketten zu identifizieren, ihnen zu begegnen, darüber Rechenschaft abzulegen und so in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess in Kooperation mit ihren Geschäftspartnern Beiträge zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Was das konkret für den Schutz von Menschenrechten bedeutet, ist bereits in einer Vielzahl von Standards und Handreichungen beschrieben und zunehmend in die unternehmerische Beschaffungspraxis integriert. Für den Umweltbereich gibt es angesichts der dreifachen planetaren Krise aus Klimaerhitzung, Biodiversitätsverlust und Verschmutzung großen Handlungsdruck, aber bislang wenig praktische Anleitung. Diese Lücke wird nun durch das neue OECD -Handbuch für umweltbezogene Sorgfaltspflichten in mineralischen Rohstofflieferketten geschlossen. Das Handbuch beschreibt Umweltaspekte bei der Gewinnung und Verarbeitung mineralischer und metallischer Rohstoffe. Es soll Unternehmen im „Downstream“-Bereich globaler Lieferketten (Hersteller von Endprodukten und Halbzeugen, Metallhändler, Metallbörsen, Einzelhändler) dabei unterstützen, Umweltaspekte in ihr Beschaffungs- und Lieferkettenmanagement zu integrieren. Ebenso soll es Unternehmen im „Upstream“-Bereich (Bergbau, Rohstoffhändler, Metallhütten, Raffinerien und Recycler) dabei helfen, die Erwartungen ihrer Kunden im „Downstream“ zu erfüllen. Es beschreibt in vier Kapiteln, warum risikobasierte umweltbezogene Sorgfaltspflichten für Unternehmen in globalen Wertschöpfungsketten von Bedeutung sind, welche schädlichen Umweltauswirkungen im Upstream Bereich auftreten können und wie Umweltaspekte bei der Implementierung des 6-stufigen OECD Rahmenwerks Schritt-für Schritt berücksichtigt werden können. Die Entwicklung des Handbuchs geht auf eine Politikempfehlung des UBA zurück. Im Rahmen der Rohstoffstrategie der Bundesregierung hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz ( BMUV ) die Entwicklung des Handbuchs durch das OECD Center for Responsible Business Conduct angestoßen und mitfinanziert. Das Umweltbundesamt (UBA) und die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) haben den internationalen Multi- Stakeholder -Prozess bei der OECD begleitet und fachlich unterstützt.
Internationale „CODES-Initiative“ diskutiert über mehr Klima- und Umweltschutz durch gerechte Digitalisierung Wie lassen sich die immensen Potenziale der Digitalisierung für alle Menschen erschließen, ohne dass damit ein zu hoher Ressourcen- und Energieverbrauch einhergeht? Diese und andere Fragen diskutieren über 150 internationale Fachleute mit Unterstützung des Umweltbundesamtes (UBA) auf der virtuellen Konferenz der „Coalition for Digital Environmental Sustainability (CODES)“ am 30. Juni und 1. Juli 2021. Als prioritäre Felder für mehr Umweltschutz und mehr Teilhabe durch die Digitalisierung identifizierte die Konferenz etwa eine bessere Datenverfügbarkeit zu Klima- und Umweltschutz weltweit und den Aufbau klimaneutraler digitaler Infrastrukturen. Ferner sei wichtig, die Digitalisierung auch institutionell zu stärken, etwa durch ein internationales Sofortprogramm zur digitalen Modernisierung globaler Umwelt- und Nachhaltigkeitsinstitutionen, einschließlich der globalen Umweltforschung zu Digitalisierung. Die Digitalisierung ist zentraler Treiber des wirtschaftlichen und sozialen Wandels. Sie stellt Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern gleichermaßen vor große Herausforderungen. Gleichzeitig verschärfen sich Risiken durch den Klimawandel und die weltweite Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen. Insbesondere die aktuelle COVID-19-Pandemie zeigt, wie sich soziale und ökologische Krisen gegenseitig verstärken - und wichtige Projekte, wie die globale Armutsbekämpfung, durch Pandemien große Rückschläge erleiden. „Die Zukunftsfähigkeit der Menschheit wird sich vor allem daran bemessen, inwieweit es gelingt, gegenüber zunehmenden Umweltrisiken und sozialer Konfliktlagen neue Wege zu mehr Resilienz zu finden. Die Verfügbarkeit und Zugänglichkeit von digitaler Infrastruktur sowie die breite Anwendung digitaler Technologien ist dafür mehr denn je zu einem zentralen Erfolgsfaktor geworden“, so Dirk Messner, Präsident des UBA . Deutlich wurde auf der Konferenz aber auch: Eine ungeregelte Digitalisierung führt nicht automatisch zu einem global gerechten Wohlstand und zu mehr ökologischer Nachhaltigkeit . UBA-Präsident Dirk Messner fasst seine Eindrücke so zusammen: „So lange die Digitalisierung sich hauptsächlich an der kurzfristigen ökonomischen Rentabilität orientiert, werden die Potentiale der Digitalisierung für mehr Nachhaltigkeit und Chancengerechtigkeit nicht genutzt. Für den Aufbau weltweit zugänglicher digitaler Infrastrukturen sowie die Stärkung der gesellschaftlichen Handlungsfähigkeit im Umgang mit digitalen Technologien braucht es einen global gut aufgestellten Handlungsrahmen und Partnerschaften, um die notwendigen Kapazitäten und Investitionen für die digitale Nachhaltigkeit auf den Weg zu bringen“. Wichtig sei auch, das zentrale gesellschaftliche Institutionen stärker in die Lage versetzt werden, sich selbst digital zu modernisieren und zu transformieren. „Die digitale Fitness von Institutionen ist ein ganz entscheidender Faktor für die Nachhaltigkeitstransformation.“, so Dirk Messner. Er schlug vor, in den nächsten Jahren ein digitales Investitions- und Modernisierungsprogramm für die globale Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik aufzulegen, dass die global vernetzte Umweltkompetenz durch multilaterale Open-Data-Governance stärkt und Umweltschutzmaßnahmen global besser aufeinander abstimmt und transparent macht. CODES – Coalition for Digital Environmental Sustainability ist eine vom Umweltbundesamt, UNEP , UNDP, ISC, Kenia und Future Earth am 31. März 2021 gegründete Initiative zur Unterstützung der vom UN Generalsekretär Guterres initiierten Roadmap für digitale Zusammenarbeit. Ziel ist die Erarbeitung eines globalen Aktionsplans für die Förderung des internationalen Klima - und Umweltschutzes durch eine global gerechte Digitalisierung.
„Coalition for Digital Environmental Sustainability” (CODES) gegründet Zur Unterstützung der Roadmap für digitale Zusammenarbeit des UN-Generalsekretärs haben sich das Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP, das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen UNDP, der International Science Council, das Umweltbundesamt, die Regierung von Kenia, Future Earth sowie Sustainability in the Digital Age zusammengeschlossen, und gemeinsam die weltweite Initiative CODES (Coalition for Digital Environmental Sustainability) gegründet. Die CODES-Initiative ist ein offener Stakeholder -Zusammenschluss. Sie will Umweltbelange fest in der Roadmap für digitale Zusammenarbeit verankern. Die Initiative will Treffen koordinieren, Diskussionen anstoßen, Berichte erstellen und vor allem dabei helfen, Zusammenarbeit herzustellen für einen Aktionsplan zur Stärkung einer Digitalisierung für ökologische Nachhaltigkeit . Die Roadmap für digitale Zusammenarbeit des UN -Generalsekretärs hebt bereits hervor, wie wichtig digitale Technologien für Umwelt- und Klimaschutz sind: „Die neuesten technologischen Fortschritte werden uns noch besser helfen, den Umweltzustand zu überwachen und die Umwelt zu schützen. Wenn wir diese Technologien richtig nutzen, kann die digitale Revolution helfen, den Klimawandel zu bekämpfen, globale Nachhaltigkeit voranzubringen, und auch das Wohlergehen der Menschen zu fördern.“ Die CODES-Initiatoren wollen einen offenen Multi-Stakeholder-Prozess etablieren und anwendungsbasiertes Wissen und Best-Practice zusammenbringen, um die Potenziale der Digitalisierung noch stärker für Nachhaltigkeitstransformationen nutzbar zu machen. Dies beinhaltet: Aufgaben schrittweise priorisieren, ein dezentrales Koordinations-Netzwerk aufbauen, Innovationsförderung und ein gemeinsames Verständnis von Investitionsprioritäten. Ziel ist es, gemeinsam Einfluss zu nehmen darauf, wie der private und der öffentliche Sektor ihre Finanzmittel einsetzen, um einen digitalen nachhaltigen Planeten zu erschaffen. Dabei betrachtet die Initiative den Umgang mit Daten, Standards, Sicherheitsnetzen, Infrastruktur, public-private partnerships und digitalen öffentlichen Gütern. Besonders sollen die Bereiche schnell identifiziert werden, die kommerzielle und nicht-kommerzielle Investitionen in nachhaltige Wirtschaftsformen in Gang bringen. Um das gemeinsame digitale Nachhaltigkeitsziel zu erreichen, wird CODES in ihrem Aktionsplan weltweite Zielvereinbarungen unterstützen. Die CODES-Initiative wird dazu aufrufen, zählbare und termingerechte Zusagen für Investitionen in digitale Nachhaltigkeit zu tätigen, die dabei helfen sollen, Millionen von Produkten, Milliarden von Konsumenten und Billionen von Geldern zu bewegen CODES-Initiatoren tragen dazu bei, die Fortschritte in Richtung der „Millionen, Milliarden, Billionen“-Ziele zu monitoren und an den UN-Generalsekretär sowie den Technologie-Beauftragten des Generalsekretärs zu berichten. Als Mit-Initiator der Initiative CODES plant das Umweltbundeamt den Aufbau eines "Anwendungslabors Künstliche Intelligenz und Big-Data", mit dem die Anwendbarkeit von Methoden der KI für das umweltbezogene Monitoring , insbesondere mit globalen Satellitenfernerkundungsdaten, überprüft und konkrete Anwendungen für den Umweltschutz und das Erreichen der Nachhaltigkeitsziele entwickelt werden sollen. Das Umweltbundesamt unterstützt damit die umweltpolitische Digitalagenda des Bundesumweltministeriums sowie die Umsetzung der EU-Ratsempfehlungen zur Förderung einer nachhaltigen Digitalisierung im Rahmen des Europäischen Green Deals von Dezember 2020. "Noch sind weniger als die Hälfte der Erdbevölkerung online. Wir wollen bis 2030 alle Menschen ermöglichen, die Vorteile des Internet und der digitalen Welt zu nutzen. Dies wird jedoch die Erde weiter unter Druck setzen", sagte die stellvertretende Generalsekretärin Maria-Francesca Spatolisano, Büro des Technologie-Beauftragten, Vereinte Nationen. "Eine nachhaltigere Zukunft zu erschaffen ist eine zu große Aufgabe für ein einzelnes Land, einen einzelnen Sektor oder Unternehmen. Wir begrüßen daher die CODES-Initiative und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den Initiatoren.“ Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die UN-Plattform SparkBlue oder kontaktieren Sie direkt:
Kritische Rohstoffe aus Umweltsicht ermittelt Der global wachsende Rohstoffbedarf wird in den nächsten Jahrzehnten überwiegend durch den Bergbau gedeckt werden müssen, auch wenn Recycling an Bedeutung gewinnt. Dabei kann die Umwelt stark belastet werden. 50 Rohstoffe wurden für eine UBA-Studie dahingehend bewertet, über die Hälfte weist ein hohes Umweltgefährdungspotential auf. Das zeigen die Ergebnisse des Forschungsprojekts „ Weiterentwicklung von Handlungsoptionen einer ökologischen Rohstoffpolitik“ (ÖkoRess II ). Rohstoffe gelten demnach als ökologisch kritisch, wenn sie nutzungsseitig von hoher Bedeutung sind, z.B. für die Transformation des Energiesystems, und gleichzeitig ein hohes aggregiertes Umweltgefährdungspotential aufweisen. Über die Hälfte der untersuchten Rohstoffe weist ein hohes Umweltgefährdungspotential auf - z. B. weil ihr Abbau teilweise in Schutzgebieten stattfindet oder Böden und Gewässer mit Schwermetallen, Säuren oder Radioaktivität belastet werden können. Bei einem großen Teil der Rohstoffe mit hohem Umweltgefährdungspotential ist eine Zunahme der Fördermengen zu verzeichnen und auch weiterhin zu erwarten. Das ist neben der weltweiten Bevölkerungs- und Wohlstandsentwicklung, Industrialisierung und Infrastrukturausbau auch auf die Digitalisierung und den Ausbau von Umwelttechnologien zurückführen, die auf viele dieser Rohstoffe angewiesen sind (z. B. für Akkus, LED-Bildschirme, Magnete für Elektromotoren und Windturbinen). Die Liste der kritischen Rohstoffe für die EU-Wirtschaft von 2017, die die Rohstoffe mit hoher wirtschaftlicher Bedeutung und risikobehafteter Versorgungssituation aufzählt, sollte erweitert werden. Umweltaspekte werden dort bisher nicht ausreichend berücksichtigt. Sieben Rohstoffe, die nicht auf der EU-Liste verzeichnet sind – darunter auch die Massenmetalle Aluminium, Kupfer, Zink und Blei – sollten als „ökologisch kritisch“ bewertet werden: Denn sie haben eine große ökonomische Bedeutung, gleichzeitig birgt ihre bergbauliche Gewinnung ein hohes Umweltgefährdungspotential. Und die Umweltauswirkungen bei der Gewinnung mineralischer Rohstoffe können auch Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit haben: Denn weitreichende Umweltschäden führen vielerorts zu einer breiten gesellschaftlichen Ablehnung von Bergbauaktivitäten und erzwingen Stilllegungen von Minen. Insofern ist eine möglichst umweltschonende Rohstoffgewinnung auch im Interesse der Rohstoffsicherung. Die Ergebnisse zeigen, dass es dringend notwendig ist, Maßnahmen für mehr Umweltschutz im globalen Bergbau, mehr Verantwortung in Rohstofflieferketten und eine bessere Nutzung von Rohstoffen umzusetzen. Vielversprechende Ansätze dafür gibt es viele: Sie reichen von einem sicheren Umgang mit Bergbauabfällen über umweltbezogene Sorgfaltspflichten in globalen Rohstofflieferketten bis hin zu längeren Produktnutzungszyklen, mehr Recycling und Ressourceneffizienz.
Das UBA als Ressortforschungseinrichtung berät das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit ( BMU ) und auch andere Ministerien in nationalen, europäischen und globalen Umweltfragen sowie zu gesundheitlichen Belangen des Umweltschutzes. Es informiert die Öffentlichkeit über den aktuellen Umweltzustand sowie Risiken und vollzieht Gesetze zum Schutz der Umwelt. Dazu ist eine gesicherte Wissensbasis unerlässlich. An der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft formuliert und bearbeitet das UBA Forschungsfragen zu konkreten Umweltproblemen und nutzt Forschungsergebnisse für praktikable Problemlösungen. Das aktuelle Forschungsprogramm für den Zeitraum 2018 – 2022 richtet sich an eine breite Zielgruppe aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Es stellt für 15 Themenfelder dar, welches Wissen in den nächsten Jahren voraussichtlich verfügbar sein muss, um zeitgerecht Antworten auf umweltpolitisch relevante Fragen geben zu können und benennt gegenwärtige und geplante zukünftige Forschungsschwerpunkte des UBA. Das Forschungsprogramm wird regelmäßig fortgeschrieben. Veröffentlicht in Broschüren.
Neue internationale Norm unterstützt bei Anpassung an Klimafolgen Neben Maßnahmen zum Klimaschutz rückt auch die systematisch geplante Anpassung an die Folgen des fortschreitenden Klimawandels zunehmend in den Fokus von Entscheidungsträgern – sowohl in Städten und Gemeinden als auch in Unternehmen. Die neue Norm ISO 14090 der Internationalen Normungsorganisation (ISO) gibt nun Hilfestellung, wie gute Anpassung schrittweise umgesetzt werden kann. Den vielfältigen Folgen des Klimawandels vorbereitet begegnen Steigende Temperaturen verändern landwirtschaftliche Produktionsbedingungen, Extremwetterereignisse beeinträchtigen Infrastrukturen und unterbrechen Lieferketten. Neben seinen wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen trifft der Klimawandel aber auch die Gesundheits- und Sozialsysteme, beispielsweise wenn Hitzewellen das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit der Menschen mindern. Die Globale Anpassungskommission unter der Leitung von Ban Ki-moon, ehemaliger Generalsekretär der Vereinten Nationen, sieht in einem aktuellen Bericht die planvolle Reaktion auf den Klimawandel als dringende und allgegenwärtige Herausforderung - sowohl bei politischen als auch bei unternehmerische Entscheidungen. Die Kommission fordert gar eine „Revolution in der Planung“. Deutlich wird: Eine systematische, planvolle Anpassung an die Folgen des Klimawandels wird zunehmend ein Thema für Entscheidungsträger in Städten und Gemeinden aber auch in Unternehmen. Die Krux dabei ist, dass der Klimawandel sich je nach Region und Sektor unterschiedlich auswirkt und Akteure daher jeweils spezifische Strategien und Maßnahmen entwickeln müssen, um damit umzugehen . Doch wie können solche Prozesse aufgesetzt werden? Woran können sich Verantwortliche orientieren? Welche Anforderungen sollte das Klimaanpassungs-Management mindestens erfüllen? ISO 14090 – eine Norm für die systematische Anpassung an die Klimafolgen Bei diesen Herausforderungen kann eine neue Norm helfen. Die Internationale Organisation für Normung (ISO) ist eine Vereinigung von Normungsorganisationen aus aller Welt und erarbeitet länderübergreifend gültige Normen. Im Sommer 2019 hat sie die erste internationale Norm zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels veröffentlicht. Die ISO 14090 „Anpassung an die Folgen des Klimawandels - Grundsätze, Anforderungen und Leitlinien“ zielt darauf ab, Organisationen bei der Bewertung der Auswirkungen des Klimawandels zu unterstützen und Pläne für eine effektive Anpassung aufzustellen. Die Norm soll helfen, Risiken zu identifizieren und zu managen, aber auch Chancen zu nutzen, die der Klimawandel eventuell mit sich bringt. Jede Organisation, unabhängig von ihrer Größe oder Art, kann die Norm anwenden. Fünf Schritte für kontinuierliches Lernen und Verbessern Die ISO-Norm ist iterativ angelegt und unterstützt kontinuierliche Lern- und Verbesserungsprozesse. Der bewusst nicht linear gehaltene Ansatz ermöglicht es Organisationen, die Struktur zu übernehmen – unabhängig davon, in welcher Phase der Anpassung an den Klimawandel sie sich bereits befinden. Die ISO 14090 umfasst fünf Schritte: 1. Vorplanung Dies ist ein Prozess, der die Organisation auf die Durchführung der folgenden Schritte vorbereitet. Dabei sollte vor allem die Fähigkeit zur aktiven Umsetzung der Anpassungsmaßnahmen realistisch eingeschätzt werden. 2. Bewertung der Auswirkungen des Klimawandels: Risiken und Chancen Hierfür muss die Organisation systematisch bewerten, wie ihre Aktivitäten, Produkte und Dienstleistungen durch den Klimawandel beeinflusst werden könnten. Die Bewertung muss sowohl langsam einsetzende (chronische) Auswirkungen als auch plötzliche (akute) Auswirkungen aufgrund von Extremereignissen umfassen. Dabei können unterschiedliche Methoden zum Einsatz kommen. Die Norm schlägt etwa Vulnerabilitätsanalysen oder Risikobewertungen vor, aber auch Schwellenwertanalysen. Die Bewertung muss von kompetenten Personen oder Institutionen, entweder intern oder extern, vorgenommen werden. 3. Anpassungsplanung In diesem Schritt muss die Organisation einen Anpassungsplan aus unterschiedlichen Wissens-, Informations- und Datenquellen vor dem Hintergrund bestehender Richtlinien, Strategien, Planungs- und Entscheidungsprozessen erstellen. Die Organisation muss dabei Maßnahmen mit Priorität identifizieren und darlegen, wie diese in generelle Richtlinien, Strategien und Pläne passen. 4. Umsetzung Bei der Umsetzung führt die Organisation die im Anpassungsplan festgelegten Maßnahmen durch. Ausweichmöglichkeiten sollten einkalkuliert werden, beispielsweise für den Fall, dass die geplanten Maßnahmen nicht die gewünschten Ergebnisse erzielen oder neue Erkenntnisse oder Gegebenheiten vorliegen. 5. Monitoring und Evaluierung Die Norm empfiehlt, einen Monitoring- und Evaluierungsplan zu erarbeiten, mit dem die Fortschritte im Vergleich zum Umsetzungsplan beurteilt werden. So behält die Organisation die Entwicklung ihrer Anpassung an die Klimafolgen im Blick. In einem iterativen Prozess können zufriedenstellende Fortschritte bestätigt und Hinweise auf unbefriedigende Aspekte frühzeitig aufgezeigt werden. Wenn nötig, werden zusätzliche Maßnahmen ergriffen oder Korrektur angestoßen. 6. Berichterstattung und Kommunikation In diesem Schritt beschreibt die Norm den Austausch mit interessierten Parteien außerhalb der Organisation. Die Kommunikation sollte durch einen leicht zugänglichen und kostenfreien Bericht über die Anpassung an die Folgen des Klimawandels gestützt sein. Zwei Anhänge geben weiterführende Hinweise, wie die in der Norm genannten möglichen Verfahren des systemischen Denkens und der Schwellenwertanalyse umgesetzt werden können. Weitere Normen zur Anpassung an Klimafolgen sind in Arbeit Die ISO 14090 ist als übergreifende Norm für das generelle Management der Anpassung an den Klimawandel angelegt. Sie wurde parallel auch als europäische und nationale Norm übernommen. Das Technische Komitee ISO/TC 207, in dem die Norm entwickelt wurde, arbeitet bereits an weiteren Orientierungshilfen. Dazu gehört eine Norm speziell zur Bewertung von Klimarisiken (vorgesehen als ISO 14091), in den auch die deutschen Erfahrungen des durch UBA angeleiteten Behördennetzwerkes aus der Vulnerabilitätsanalyse des Bundes sowie der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit eingeflossen sind. Eine weitere Norm wird die Planung von Anpassungsaktivitäten speziell auf lokaler Ebene adressieren (vorgesehen als ISO/TS 14092). Beide Dokumente werden voraussichtlich im Laufe des Jahres 2020 veröffentlicht. Darüber hinaus wird das Thema Klimarisiken derzeit in internationalen Normungsprojekten zu grüner beziehungsweise nachhaltiger Finanzierung eingebracht. Weitere Normungsprojekte im Themenfeld Anpassung an die Folgen des Klimawandels sind in der Diskussion. Die Arbeiten werden von deutscher Seite in einem entsprechenden Arbeitsausschuss des Deutschen Instituts für Normung (DIN) begleitet. Weiterführende Informationen : Globale Anpassungskommission, Report „Adapt now: A global call for leadership on climate resilience” unter https://gca.org/global-commission-on-adaptation/report ISO 14090 in englischer Fassung unter https://www.beuth.de/de/norm/iso-14090/310726209 Deutschsprachige Fassung mit dem Titel DIN EN ISO 14090 „Anpassung an die Folgen des Klimawandels – Grundsätze, Anforderungen und Leitlinien“ ist in Kürze ebenfalls über den Beuth Verlag verfügbar https://beuth.de Alle Normen des deutschen Normenwerkes können in den landesweiten sogenannten Normen-Infopoints kostenfrei eingesehen werden: https://www.beuth.de/de/regelwerke/auslegestellen#/ Zuständiges Technisches Komitee ISO/TC 207 Environmental Management: https://www.iso.org/committee/54808.html Zuständiger DIN-Normenausschuss Grundlagen des Umweltschutzes: https://www.din.de/de/mitwirken/normenausschuesse/nagus Die Mitarbeit im Ausschuss ist jederzeit möglich. Ansprechpartnerin im DIN ist Wiebke Meister, < Wiebke [dot] Meister [at] din [dot] de > Autor: Clemens Hasse, Umweltbundesamt Dieser Artikel wurde als Schwerpunktartikel im Newsletter Klimafolgen und Anpassung Nr. 63 veröffentlicht. Hier können Sie den Newsletter abonnieren.
Das UBA als Ressortforschungseinrichtung berät das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) und auch andere Ministerien in nationalen, europäischen und globalen Umweltfragen sowie zu gesundheitlichen Belangen des Umweltschutzes. Es informiert die Öffentlichkeit über den aktuellen Umweltzustand sowie Risiken und vollzieht Gesetze zum Schutz der Umwelt. Dazu ist eine gesicherte Wissensbasis unerlässlich. An der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft formuliert und bearbeitet das UBA Forschungsfragen zu konkreten Umweltproblemen und nutzt Forschungsergebnisse für praktikable Problemlösungen. Das aktuelle Forschungsprogramm für den Zeitraum 2018 – 2022 richtet sich an eine breite Zielgruppe aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Es stellt für 15 Themenfelder dar, welches Wissen in den nächsten Jahren voraussichtlich verfügbar sein muss, um zeitgerecht Antworten auf umweltpolitisch relevante Fragen geben zu können und benennt gegenwärtige und geplante zukünftige Forschungsschwerpunkte des UBA. Das Forschungsprogramm wird regelmäßig fortgeschrieben.
Nach einem am 20. Juni 2016 veröffentlichten Bericht "On Dangerous Ground" der britischen Organisation Global Witness wurden im Jahr 2015 weltweit mindestens 185 Umweltschützer ermordet. Das sind 54% mehr Opfer als im Jahr 2014 und der bisher höchste Stand seit Beginn der Datensammlung im Jahr 2002. Brasilien führt dabei mit 50 ermordeten Umweltschützern und Menschen die Liste der Staaten an. An zweiter und dritter Stelle stehen die Philippinen mit 33 Morden und Kolumbien mit 26 ermordeten Aktivisten. Weltweit sind dabei Ureinwohner am stärksten von den Morden betroffen: 40 Prozent der Opfer waren 2015 Indigene. Die meisten Menschen – 42 – mussten laut dem Bericht wegen ihres Widerstands gegen Bergbauprojekte sterben. Weitere Gründe waren der Kampf gegen die Agrarindustrie, gegen Staudämme und die Abholzung von Wäldern.
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