<p>Insbesondere ältere Menschen, aber auch Babys und Kleinkinder, chronisch Kranke, Wohnungslose und Menschen, die im Freien arbeiten, sind stark von der Hitzebelastung betroffen. Besonders das menschliche Herz-Kreislauf-System wird durch extrem hohe Temperaturen stark beansprucht und kann im Extremfall zum Tod führen.</p><p>Weltweit nehmen die Hitzeextreme zu und damit auch die gesundheitliche Belastung der Menschen – vor allem für vulnerable Gruppen. Mit einem Mix aus rechtlichen Vorgaben, Prävention und konkreten Maßnahmen wird in Deutschland versucht, die Hitzefolgen abzumildern. Welche Erfolge zu verzeichnen sind und wo noch Handlungsbedarf herrscht zeigt der folgende Beitrag.</p><p>Temperaturrekorde, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/t?tag=Tropennchte#alphabar">Tropennächte</a> und Hitzewellen: Als Folge des Klimawandels häufen sich die Hitzeextreme: „Die Zahl der Heißen Tage und der Tropennächte hat [seit den 1980ern] signifikant zugenommen“, heißt es im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/376/publikationen/das-monitoringbericht_2023_bf_korr.pdf">aktuellen Monitoringbericht zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel</a>. Seit 2005 gab es demnach im deutschlandweiten Mittel kein Jahr mehr ohne Hitzewarnungen. Laut aktuellem „<a href="https://www.rki.de/DE/Content/GesundAZ/K/Klimawandel_Gesundheit/KlimGesundAkt.html">Sachstandsbericht Klimawandel und Gesundheit</a>“ des Robert-Koch-Instituts (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/r?tag=RKI#alphabar">RKI</a>) wurden acht der zehn wärmsten Sommer seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnung in Deutschland (1881) in den vergangenen 30 Jahren registriert. Ein Trend, der sich fortsetzen wird: Infolge des Klimawandels werden <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/h?tag=Heie_Tage#alphabar">Heiße Tage</a> und Hitzewellen in Deutschland weiter zunehmen, so der RKI-Bericht. Je nach Klimaentwicklung könnte sich die Zahl der Hitzewellen bis zum Ende des Jahrhunderts vervierfachen.</p><p>Für Viele bedeutet das eine große Gesundheitsbelastung. Vor allem für vulnerable Gruppen wie die Jüngsten und Ältesten in der Bevölkerung, Wohnungslose, Personen mit chronischen Erkrankungen oder diejenigen, die draußen arbeiten müssen, ist die zunehmende Hitze ein Problem – das im schlimmsten Fall tödlich enden kann. Laut RKI-Bericht kann Hitze bestehende Beschwerden wie Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Atemwege oder der Nieren verschlimmern und bei zahlreichen Medikamenten teils schwerwiegende Nebenwirkungen auslösen. Während Hitzeperioden wird regelmäßig ein deutlicher Anstieg der Sterbefälle beobachtet.</p><p>Um die hitzebedingten Todesfälle und Krankenhauseinweisungen zu reduzieren und die Hitzebelastung der Menschen zu minimieren, sind viele kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen nötig. Die Bundesregierung hat daher einen klaren Fokus: „Der Klimawandel wird Hitzeschutz zu einem Dauerproblem machen. Darauf muss Deutschland systematisch vorbereitet werden“, sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach auf der 2. Hitzeschutzkonferenz im Mai 2024 und legte dabei einen ganzen Katalog an Hitzeschutzplänen und Empfehlungen vor. Die <a href="https://hitzeservice.de/kommunikationskonzept/">Handlungsempfehlung zur Erreichbarkeit vulnerabler Gruppen</a> etwa bietet Tipps und Checklisten, wie die Kommunikation mit diesen Personengruppen gelingt.</p><p>Das seit 01. Juli 2024 in Kraft getretene Klimaanpassungsgesetz stärkt unter anderem den Hitzeschutz und betont die Notwendigkeit, auf kommunaler Ebene Klimaanpassungskonzepte mit Maßnahmenplänen unter Berücksichtigung von Hitzeextremen zu erstellen – beispielsweise durch Hitzeaktionspläne. Wie diese Pläne aussehen können, zeigt die vom Bundesumweltministerium publizierte Bund/Länder-<a href="https://www.bmuv.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Klimaschutz/hap_handlungsempfehlungen_bf.pdf">Handlungsempfehlung</a> aus dem Jahr 2017. Neben rechtlicher Rahmenbedingungen setzt der Bund stark auf Aufklärung – etwa mit dem „Infopaket Hitzeschutz“, das an alle Bürgermeister*innen der rund 1.000 Kommunen in Deutschland verschickt wurde oder mit dem <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimafolgen-anpassung/anpassung-an-den-klimawandel/anpassung-auf-kommunaler-ebene/schattenspender-die-mitmach-kampagne-des-uba#worum-es-geht">Hitzeknigge des Umweltbundesamts</a>, das Kommunen als Kommunikationsinstrument nutzen können.</p><p>Zentral für den Hitzeschutz sind außerdem finanzielle Mittel, mit denen die Regierung Maßnahmen unterstützt. Zu diesem Zweck wurde jüngst die <a href="https://www.bmuv.de/programm/klimaanpassung-in-sozialen-einrichtungen">Förderrichtline „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“</a> des Bundesumweltministeriums fortgeschrieben, das zwischen 2020 und 2023 für die Umsetzung investiver Maßnahmen, unter anderem zur Anpassung an Auswirkungen von Hitzewellen und zur Hitzevorsorge, 150 Millionen Euro bereitgestellt hat.</p><p>Bundesweite Aktionstage sollen die Bevölkerung für das Thema sensibilisieren: Am 5. Juni 2024 veranstalteten bereits zum zweiten Mal mehrere Akteure des Gesundheitswesens den Hitzeaktionstag. „Das wurde dann eher zu einer bundesweiten Hitzeaktionswoche, denn wir hatten wahnsinnig viele dezentrale Aktionen und Veranstaltungen“, sagt Maike Voss, Mitglied bei der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG), die den Aktionstag mitveranstaltet hat. „Der Hitzeaktionstag hat neben der Aufklärung das Ziel, möglichst viele Akteure bis hin zu kleinen Vereinen zu vernetzen.“</p><p>Wie viel in der Praxis bereits passiert, weiß Jonas Gerke, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei KLUG. Die aus seiner Sicht wichtigste Maßnahme sind Hitzeaktionspläne. „Sowohl auf Länderebene als auch im kommunalen Bereich gibt es mittlerweile viele Regionen die Hitzeaktionspläne ausgearbeitet haben oder gerade mit deren Erstellung beschäftigt sind“, sagt Gerke.</p><p>In Sachen Hitzeaktionsplan war die Stadt Mannheim Pionierin: Auf Geoportalen, Webseiten und Stadtplänen sind <a href="https://www.gis-mannheim.de/mannheim/index.php?service=kuehle_orte">Informationen zu kühlen Orten</a> hinterlegt. Dortmund wiederum erstellte die <a href="https://www.staedtetag.de/files/dst/docs/Themen/2023/dortmund-ratgeber-hitzehelfer.pdf">Broschüre „Hitzehelfer“</a> und richtete ein Hitzetelefon ein. In Brandenburg läuft ein Projekt zur Schulung und <a href="https://www.stadt-brandenburg.de/fileadmin/pdf/Pressestelle/Presseinformationen/2024/Projektsheet_Hitze-Hilfe.pdf">Installation von Hitzehelfer*innen</a>, die sich um ältere Menschen kümmern.</p><p>In Berlin hat sich eine deutschlandweit einzigartige Allianz zu dem Thema gebildet: das <a href="https://hitzeschutz-berlin.de/">Aktionsbündnis Hitzeschutz Berlin</a>. Ins Leben gerufen wurde sie von der Ärztekammer Berlin, der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege sowie KLUG. „In dem Bündnis werden Lösungen für die Praxis und nicht für die Schublade gesucht“, sagt Gerke. Unter anderem wurden 2022 Musterschutzpläne – etwa für Krankenhäuser, Arztpraxen, Bezirke oder die stationäre Pflege – erstellt. „Bei Pflegeheimen können Pfleger die Bewohner mit kleinen Trinkwettbewerben animieren und bei Hitzewellen leichte und wasserreiche Kost ausgeben“, nennt Gerke Praxisbeispiele.</p><p>Flankierend zu konkreten Maßnahmen wird vielerorts zum Thema Klimaanpassung und Gesundheit geforscht, etwa an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Dort läuft ein Forschungsprojekt zum Thema „Hitzeservice statt <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/h?tag=Hitzestress#alphabar">Hitzestress</a> – was brauchen Kommunen, um zum Thema Gesundheitsschutz bei Hitze zu informieren und zur Entwicklung und Umsetzung eigener Maßnahmen angeregt zu werden?“.</p><p>Unstrittig ist, dass gesundheitliche Belastungen am besten vermieden werden, indem die Bevölkerung sowie das Gesundheitssystem auf bevorstehende Hitzeperioden frühzeitig vorbereitet werden. „Dazu gibt der Deutsche Wetterdienst auf seiner Webseite und über Apps die entsprechenden Warnungen heraus“, sagt Gerke. „Diese sollen dann etwa an Bushaltestellen oder in U-Bahnhöfen auf Bannern angezeigt und an Einrichtungen weitergeleitet werden, die mit Risikogruppen arbeiten.“</p><p>Die Einrichtungen und Vereine können so rechtzeitig reagieren: „In Pflegeheimen kann kurzfristig mehr Personal eingeteilt werden, das Getränke verteilt, Kindergärten können einige Stunden im Wald einplanen, Handwerker stellen – wenn möglich – ihre Arbeitszeiten um und es werden Räume bewusster kühl gehalten, etwa indem früh morgens gelüftet wird und die Rollos unten bleiben“, zählt Gerke sinnvolle Maßnahmen auf. Im Fokus stehen auch Trainer*innen von Sportvereinen, die im Hitzefall etwa für Kühlzonen sorgen sollen – oder ein Spiel absagen. Eine Risikogruppe, die dabei laut Maike Voss nicht vergessen werden darf, seien junge Menschen mit geringer Risikowahrnehmung. „Das Hitzeproblem trifft nämlich keineswegs nur ältere Menschen. Gerade in Verbindung mit Alkohol merken viele die Belastung nicht und werden übermütig“, sagt sie. „Auch diese Gruppe muss abgeholt und über die Gefahren und Lösungen informiert werden.“</p><p>Daneben helfen bauliche Maßnahmen: „Vonseiten der Stadtplanung gibt es schon seit Jahrzehnten langfristige Überlegungen, wie verhindert werden kann, dass sich die Städte aufheizen und der sogenannte städtische Wärmeinseleffekt verringert werden kann“, sagt Jonas Gerke. „Flächenentsiegelungen und eine blau-grüne Infrastruktur sind sehr gute Maßnahmen, auch wenn sie teilweise noch zu langsam in die Umsetzung kommen.“ Die Fassadenbegrünung, das Pflanzen von Bäumen oder die Verschattung von Plätzen helfen bei der Hitzeprävention in Städten.</p><p>Trotz vielfältiger Projekte und Pläne hakt es laut Maike Voss oft an der Umsetzung. „Ein Problem ist, dass in vielen Kommunen die Frage gestellt wird: Wer kümmert sich überhaupt um den Hitzeschutz? Ist das eher das Gesundheitsamt oder das Umweltamt oder jemand anderes? Hier muss unserer Meinung nach klar in die Gesundheitsdienstgesetze der Länder reingeschrieben werden, dass grundsätzlich die Gesundheitsämter auch eine Rolle spielen.“ Obendrein brauche es ihrer Ansicht nach mehr Unterstützung für die kommunale Ebene – besonders bei kleinen Kreisen und Gemeinden.</p><p>Jonas Gerke benennt ein zweites Problem: „Bislang werden die meisten Maßnahmen über Projektmittel finanziert, die irgendwann auslaufen“, sagt er. Daher würden sich Hitzeaktionspläne häufig nur mit kurzfristigen und günstigen Maßnahmen befassen. „Hier braucht es mehr nachhaltige und niederschwellige Förderung.“ Das sei aus gesundheitlicher aber auch aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll: „Die Kosten, die auf uns zukommen, wenn nichts gemacht wird, sind um ein Vielfaches höher.“</p><p> </p><p><em>Dieser Artikel wurde als Schwerpunktartikel im Newsletter <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/k?tag=Klimafolgen#alphabar">Klimafolgen</a> und Anpassung Nr. 91 veröffentlicht. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/newsletter">Hier</a> können Sie den Newsletter abonnieren.</em></p><p> </p>
Das Klima in Köln wird zukünftig wärmer und Wetterextreme nehmen zu. In der Zukunft werden die heißen Tage mit Temperaturen von über 30°C und die Sommertage mit Temperaturen von über 25°C in Köln deutlich zunehmen. Dabei können Maximaltemperaturen von über 40°C erreicht werden. Die zunehmende Aufheizung der Stadtquartierte bei lang anhaltenden sommerlichen Hitzeereignissen trifft besonders Kranke und Menschen im Alter. Bei Hitzeperioden wurden höhere Sterberaten gemessen und das wärmere Stadtklima führt zu vermehrten gesundheitlichen Belastungen und Risiken. Zusätzlich führen Hilfebedürftigkeit und soziale Vereinsamung oft dazu, dass Maßnahmen wie z.B. ausreichende Flüssigkeitsversorgung und Flüssigkeitsaufnahme, unterlassen werden. Das Projekt Aufbau eines Hitzewarn- und Informationssystem soll unterschiedliche Akteure aus verschiedenen Bereichen zusammenbringen. Das Projekt vereinigt Forschung mit kommunaler Verwaltung und dem Trinkwasserversorger. Ziel ist es die Betroffenheit von Menschen im Alter zu ermitteln, aber auch die eigene Wahrnehmung abzufragen. Zudem soll die Erreichbarkeit von alten Menschen, nicht nur für Hitzewarnungen, sondern auch für eine eigene Hitzevorsorge ermittelt werden. Im Prinzip können Menschen in Einrichtungen relativ gut erreicht werden. Fraglich bleibt allerdings, ob die Hitzewarnung des Deutschen Wetterdienstes wirklich bei den Bewohnern ankommt und ob eine Verhaltensänderung erreicht wird. Zudem soll die Frage geklärt werden, wie alleinlebende ältere Menschen erreicht werden können. Neben der Ermittlung von Grundlagendaten soll im weiteren Projekt durch eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit die Bewohnerschaft in den unterschiedlichen Stadtvierteln erreicht werden, die alters- und situationsbedingt eine webbasierte Technik nicht nutzen (können). Diese Zielgruppe soll nicht nur eine Vorwarnung für Hitzeereignisse bekommen, sondern auch eine entsprechende Verhaltensänderung und Vorsorge erlernen.
Empirischen Befunde zu den Zusammenhängen zwischen klimatischen Bedingungen und Gesundheit, insbesondere zur Sterblichkeit, sind zahlreich. Bei älteren Menschen sowie weiteren vulnerablen Gruppen ist bei hohen Temperaturen eine Anzahl an Todesfällen zu beobachten, die regelmäßig über der statistisch zu erwartenden Anzahl liegt. Aufgrund der zunehmenden Häufigkeit und Dauer von Hitzeperioden haben zahlreiche europäische Länder, darunter Frankreich, Portugal und Belgien, Verfahren entwickelt, die eine möglichst zeitnahe und tagesgenaue statistische Bewertung der Folgen klimatischer Bedingungen auf die Sterblichkeit erlauben. Daher lautete eine Empfehlung aus der wissenschaftlichen Evaluation des in Hessen existierenden Hitzewarnsystems (Projekt HEAT (2009-2010)), ein Verfahren für die kontinuierliche Dauerbeobachtung der durch Hitzeereignisse bedingten Übersterblichkeit in Hessen zu entwickeln (HEAT II). Dessen Entwicklung erfolgt unter Berücksichtigung der systematisch erfassten Erfahrungen bereits existierender Surveillance-Systeme auf nationalstaatlicher sowie auf europäischer Ebene. Demnach ist die Einrichtung einer durchlässigen Datenflussstruktur eine wesentliche Voraussetzung für die zeitnahe Verfügbarkeit der Temperatur- und der Sterbedaten. Die statistische Analyse des Zusammenhangs zwischen Temperatur und Sterblichkeit in Hessen wird die Identifizierung hinreichend sensitiver Schwellenwerte für die Detektion relevanter Hitzeereignisse und die Schätzung der statistisch zu erwartenden Sterbefälle ermöglichen. Ein darauf aufbauender, validierter Auswertungsalgorithmus wird schließlich die zeitnahe und zuverlässige Analyse der hitzebedingten Übersterblichkeit in Hessen erlauben. Angestrebt wird die anschließende Überführung des Surveillance-Systems in den Routinebetrieb.
Der Klimawandel kann zu einer direkten Gesundheitsgefährdung beitragen: So werden Faktoren, wie beispielsweise UV-Strahlung, Hitzeperioden, Phasen hoher Pollen- und Ozonbelastungen oder Extremwetterereignisse in ihrem Auftreten verändert. Dabei steigt nach derzeitigem Wissen auch die Wahrscheinlichkeit gesundheitlicher Auswirkungen für den Menschen. Ziel des Vorhabens íst es, unter Berücksichtigung sozioökonomischer Aspekte (Umweltgerechtigkeit u .Gender) bedarfsgerechte Strategien zur Prävention klimawandelbedingter Gesundheitsschäden zu entwickeln. In einem vorangehenden Schritt sollen bestehende Informationssysteme wie der UV-Index, das Hitzewarnsystem sowie die Pollenflug- und Ozonvorhersagen bzw. -warnungen auf ihre Tauglichkeit vor dem Hintergrund der Anwendbarkeit für empfindliche Bevölkerungsgruppen (z. B. Kinder und alte Menschen) evaluiert werden. Diese Evaluation soll bundesweit angelegt sein und unterschiedliche sozialräumliche Strukturen wie Stadt/Land, Ökonomie, Infrastruktur, Topographie und andere Faktoren berücksichtigen. Erarbeitet werden soll, wie größeren Teilen der eigentlichen Zielgruppen präventionsrelevante Informationen zugänglich gemacht werden können. Betrachtet werden sollen aber auch Versorgungsstrukturen für alte und kranke Bürger. Hier gilt es Strategien zu entwickeln, wie auch in extremen Situationen, wie z. B. bei Hitzewellen, Stürmen und Starkregenereignissen, die Versorgung sichergestellt werden kann.
<p>Der Klimawandel verursacht häufigere und/oder verstärkte Extremwetterereignisse, die sich zunehmend negativ auf die menschliche Gesundheit auswirken. Vorhersage- und Frühwarnsysteme sollten geeignete Anpassungsmaßnahmen zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung auszulösen.</p><p>Wie gut dieses Ziel erreicht wird, untersucht unsere Studie am Beispiel von UV-Index, Hitzewarnsystem, Pollenflug- und Ozonvorhersage. Eine Strategie zur gesundheitlichen Versorgung wurde entwickelt.</p><p>Das Vorhaben „Evaluation von Informationssystemen zu <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/k?tag=Klimawandel#alphabar">Klimawandel</a> und Gesundheit“ beschäftigt sich in Band 1 (Umwelt & Gesundheit 03/2015) mit der Frage, über welche Medien und Wege Botschaften kommuniziert werden, um auch vulnerable Personengruppen in der Gesellschaft zu erreichen und geeignete Anpassungsmaßnahmen auszulösen. Mit repräsentativen Befragungen der Bevölkerung, von Behörden und Einrichtungen des Umwelt- und Gesundheitswesens erfolgte die Evaluation der vier nationalen Informations- und Frühwarnsysteme. Auf dieser Basis wurde ein Kommunikationskonzept entwickelt.<br><br>Auch die Versorgung von alten und kranken Menschen kann durch Extremwetterereignisse direkt (zum Beispiel durch Unfälle) und indirekt (keine Erreichbarkeit) gefährdet werden. Band 2 (Umwelt & Gesundheit 04/2015) des Vorhabens stellt hierzu eine Strategie für die gesundheitliche Versorgung von alten und kranken Bürgerinnen und Bürgern durch Pflege und niedergelassene Ärztinnen und Ärzte vor, die auch für zukünftige Extremwetterereignisse robust ist.</p>
Der globale Klimawandel schreitet kontinuierlich voran. Neben Maßnahmen zur Begrenzung der Erderwärmung im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes Stuttgart (KLIKS) kommt daher auch den Anstrengungen zur Anpassung an die damit verbundenen Folgen verstärkte Bedeutung zu. Stuttgart gehört zu den ersten Städten, die ein Klimawandel-Anpassungskonzept (KLIMAKS) verabschiedet haben (GRDrs 299/2012). Schwerpunkt der Bemühungen in Stuttgart ist die Anpassung an vermehrte Hitze in der Stadt. Eine wichtige Maßnahme ist, die Bevölkerung rechtzeitig vor Hitze zu warnen und geeignete Empfehlungen zum Verhalten bei Hitze zu geben. Mit dem vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg 2013 im Rahmen von KLIMOPASS Teil 2 geförderten Projekt HITWIS (Optimierung der Hitzewarnung in Stuttgart) hat das Amt für Umweltschutz, Abt. Stadtklimatologie aufgezeigt, wie die Informationen zum Thema Hitze heute die Bevölkerung erreichen und was getan werden kann, um die Hitzeinformation der Bevölkerung zu optimieren. Die Studie soll zudem anderen Städten ein adäquates Handeln bei Hitze ermöglichen. Ziel: Menschen sollen für das Thema sensibilisiert werden und dadurch bewusster mit den Gefahren umgehen, die durch Hitzeeinwirkungen entstehen können. Methoden: - Bereits bestehende Informationen zur Hitzwarnungen sollen gebündelt werden. Beispiel: der Hitzewarndienst des Deutschen Wetterdiensts (DWD). Per Newsletter kann sich jeder über die aktuelle Warnsituation informieren lassen. - Optimierungsmöglichkeiten hinsichtlich der Informationswege sollen aufgezeigt werden. - Konzeptionelle Ansätze zur zielgruppenspezifischen Information besonders stark betroffener Personengruppen: alleinlebende, nicht betreute ältere Menschen aber auch die Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen. - Einige der Maßnahmen sollen pilotenhaft umgesetzt und abschließend evaluiert werden. Bei erfolgreichen Maßnahmen kann möglicherweise eine Handlungsempfehlung für andere Städte und Gemeinden entstehen.
Methode: 2009-2012 untersuchte der Fachbereich Pflege und Gesundheit der Hochschule Fulda die Voraussetzungen, Bedingungen und notwendigen Bestandteile eines Maßnahmenplans, der für das Land Hessen über das existierende Hitzewarnsystem hinaus entwickelt werden könnte. Das Vorhaben wurde in vier Arbeitspakete aufgeteilt: 1. Evaluation des hessischen Hitzewarnsystems durch eine Stakeholderanalyse, durch Aufbereitung wissenschaftlicher Literatur und unter Berücksichtigung Internetseiten europäischer Ministerien, ergänzt durch Experteninterviews. 2. Analyse der Hitzeaktionspläne von sieben europäischer Ländern und Prüfung der Übertragbarkeit einzelner Maßnahmen auf Hessen. 3. Prüfung der Möglichkeit einer Implementierung eines Monitoring- bzw. Surveillancesystems hitzebedingter Morbidität und Mortalität in Hessen. Hierzu wurden Strategien der europäischen Nachbarländer berücksichtigt, Erfahrungen aus dem Projekt KLIMZUG-Nordhessen herangezogen, relevante hemmende und fördernde Gesetze für in Hessen wirkende Akteure herausgearbeitet sowie 15 Experteninterviews mit Akteuren des Gesundheitswesens geführt. 4. Entwicklung von Empfehlungen für einen hessischen Hitzeaktionsplan.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 21 |
| Kommune | 2 |
| Land | 9 |
| Weitere | 3 |
| Wissenschaft | 3 |
| Type | Count |
|---|---|
| Förderprogramm | 10 |
| Text | 12 |
| Umweltprüfung | 2 |
| unbekannt | 7 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 21 |
| Offen | 10 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 30 |
| Englisch | 4 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Bild | 1 |
| Dokument | 9 |
| Keine | 15 |
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| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 18 |
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| Weitere | 31 |