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Neuere epidemiologische Studien geben Hinweise, dass das Krebsrisiko nach Expositionen, die den Dosisgrenzwerten für beruflich strahlenexponierte Personen entsprechen, höher sein könnten als gegenwärtig von der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP) angenommen (Highlight: Krebsrisiko nach Exposition mit niedrigen Dosen. Die Höhe der Strahlenrisiken einzelner Krebstypen und -lokalisationen und ihre Abhängigkeiten von Strahlenart und individuellen Faktoren sind im Wesentlichen unbekannt. Der innovative Forschungsansatz des Projektes kombiniert Epidemiologie und Strahlenbiologie, um Krebsrisiken nach Expositionen mit niedrigen Dosen oder Dosisraten zu erfassen. Schlüsselfaktoren der Karzinogenese nach Strahlenexposition wie die genomische Instabilität werden in Krebsgeweben und Blutproben von Mitgliedern der französischen Kohorte von Hämangiomapatienten und der Kohorte der Majak Arbeiter, und von ukrainischen Schilddrüsenkrebspatienten nach dem Tschernobylunfall analysiert. Der interzelluläre Signalaustausch nach Exposition mit niedriger Dosis und sein Einfluss auf Apoptosis, genomische Instabilität und Zellproliferation und -differenzierung werden mit Zellkulturen und dreidimensionalen Gewebemodellen untersucht. Dies schließt Experimente mit Stammzellen ein, die aus gesundem menschlichem Brustgewebe isoliert werden sollen. Die Ergebnisse der strahlenbiologischen Experimente werden in Modelle der Karzinogenese nach Strahlenexposition integriert. Mit diesen Modellen werden Daten der folgenden strahlenepidemiologischen Kohorten analysiert: Atombombenüberlebende von Hiroshima und Nagasaki, französische, schwedische und italienische Schilddrüsenkrebspatienten, Majak Arbeiter, schwedische Hämangiomapatienten, ukrainische Schilddrüsenkrebspatienten nach dem Tschernobylunfall und beruflich strahlenexponierte Personen in Großbritannien. In den Kohorten werden Krebsrisiken für die weibliche Brust, die Lunge, die Schilddrüse und den Verdauungstrakt nach Exposition mit niedrig-LET Strahlung (externe Gammastrahlung oder interne Strahlung von inkorporiertem 131I) und für die Lunge nach Exposition mit hoch-LET Strahlung (Alpha-Strahlung von inkorporiertem Plutonium) analysiert. Basierend auf den Analysen der strahlen-epidemiologischen Daten werden Lebenszeitrisiken in Abhängigkeit von individuellen Risikofaktoren berechnet. Mögliche Anwendungen liegen in einer Überprüfung geltender Dosisgrenzwerte und in einer Optimierung von medizinischen Strahlenanwendungen.
Durch oberirdische Kernwaffenexplosionen, kerntechnische Unfälle und Emissionen aus Wiederaufarbeitungsanlagen wurden die natürlichen Vorkommen des langlebigen Radionuklids 129I (T1/2 = 15.7 Ma) nachhaltig verändert. Insbesondere die Anlagen in Sellafield in Großbritannien nahe der Irischen See und La Hague in Frankreich am Englischen Kanal beeinflussen die Umwelt in Westeuropa maßgeblich. Im Rahmen eines vom BMBF geförderten Projektes werden Depositionsraten, Depositionsdichten und der Transport von anthropogenem 129I in der Umwelt untersucht. Ziel des Vorhabens ist eine bundesweite Bilanzierung der vorhandenen Iod-Inventare in der Pedosphäre (Bodenproben), die Erfassung der trockenen und feuchten Depositionen (Luftfilter, Niederschlagsproben), sowie die Beprobung von Oberflächengewässern (ausgewählte Fließgewässer) zur Bestimmung des Abtransportes von Iod ins Meer.
Zur Endlagerung radioaktiver Abfaelle in einem Salzdom wird von Kritikern vorgebracht, die von den Abfaellen ausgehende Gammastrahlung koenne zur Dislokation von Na- und Cl-Ionen im Steinsalz und damit zur Speicherung grosser Energiemengen fuehren, die bei ploetzlicher Freisetzung die Zerstoerung des Salzdomes bewirkt. Mit dem Forschungsvorhaben soll eine Worst-case-Abschaetzung der Auswirkungen extremer Energiefreisetzungen in Salzstoecken vorgenommen werden. Betrachtet werden dazu die in der ehemaligen Sowjetunion durchgefuehrten Kernexplosionen in Salzdomen zur Gewinnung von Kavernen. Erste Informationen besagen, dass bei den Explosionen die geologische Barriere intakt blieb.
A) Untersuchungen im Zusammenhang mit der Taetigkeit der Leitstelle fuer die Ueberwachung der Umweltradioaktivitaet. Entwicklung von Messmethoden. Radioaktivitaetsmessungen in Lebensmitteln in fuer den Verbraucher relevanten Sonderfaellen, z.B. Auswirkungen einzelner Kernexplosionen. Bearbeitung von radiooekologischen Problemen, insbesondere carry-over-Problemen von speziellen Radionukliden in der Nahrungskette. Strahlenbelastung der Bevoelkerung durch Lebensmittel. Durchfuehrung von Ringversuchen. B) Messung von Beta- und Gamma-Radionukliden, Gesamt-Beta-Radioaktivitaet, Gammaspektometrie; natuerliches Uran und Thorium. C) Experimentelle Arbeiten und Erarbeitung von Stellungsnahmen in Abhaengigkeit von den jeweils anfallenden Problemen.
Verstrahlung und Radionuklide: Erarbeitung von Grundlagen zur Erfassung und Sanierung von Kontaminationen und Verstrahlungssituationen als Folge von Kernwaffenexplosionen, terroristischer bzw. krimineller Verwendung von Strahlenquellen sowie von zivilen Nuklearunfaellen. Prognostizierung der damit verbundenen Strahlendosen und Auswirkungen auf Mensch und Umwelt.
Methoden zur Detektion, Identifikation und Ortung von Schall- und Infraschallquellen (zB Flugzeuge, Raketenstarts, Atomexplosionen) auf grosse Distanz.
Was ist eine radioaktive Wolke? Radioaktive Stoffe in der Atmosphäre, verursacht durch z.B. durch eine Kernwaffenexplosion oder einen Kernreaktorunfall nennt man radioaktive Wolke. Die radioaktive Wolke verteilt sich mit der Geschwindigkeit des Windes in Windrichtung. Menschen, die sich in oder unter der Wolke aufhalten, gefährden ihre Gesundheit. Sie erhalten Strahlung aus der Luft und atmen kontaminierte Luft ein. Radioaktive Partikel in der Wolke sinken langsam auf den Boden. Regen wäscht die radioaktiven Partikel schnell aus der Luft aus. Sie liegen dann als radioaktiver Niederschlag am Boden. Radioaktive Partikel lagern sich direkt auf landwirtschaftlichen Produkten ab. Die Partikel können auch von Pflanzenwurzeln aufgenommen werden. Die Kontamination von Nahrungs- und Futtermitteln hängt von der Menge der abgelagerten radioaktiven Partikel ab. Vermeiden Sie den Aufenthalt unter der radioaktiven Wolke insbesondere bei Regen oder Schnee. Nutztiere und landwirtschaftliche Produkte sind möglichst vor radioaktiven Partikeln schützen. Milchkühe sollten schnellstmöglich in den Stall, weil z.B. das mit dem Futter aufgenommene radioaktive Jod in die Milch gelangt. Gewächshäuser schließen, kein Oberflächenwasser z.B. Regentonnen zur Bewässerung, sodass die Kontamination von gärtnerischen Produkten vermieden wird. Entnehmen Sie kein Trinkwasser aus offenen Zisternen. Publikationen Radiologischer Notfall - So schützen Sie sich PDF 4 MB
Nachweis von Kernwaffentests wird präziser Schauinsland: BfS beendet Testphase für neues Messsystem Ausgabejahr 2022 Datum 01.02.2022 Messstation des BfS auf dem Schauinsland bei Freiburg Mit einem neuen Messsystem wird es künftig möglich sein, noch besser geheime unterirdische Kernwaffentests nachweisen zu können. Ende Januar beendete das Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ) im Auftrag der Organisation zur Überwachung des Internationalen Kernwaffenteststoppabkommens ( CTBTO ) die sechsmonatige Testphase eines neuen Systems zur Messung von radioaktiven Edelgasen in der Luft. Damit sollen noch geringere Konzentrationen erfasst werden können als es bislang der Fall war. Die Messungen werden damit noch präziser. Die Präsidentin des Bundesamtes für Strahlenschutz , Inge Paulini, verweist auf die internationale Bedeutung: "Seit dem Aufbau des internationalen Überwachungssystems Ende der 1990er Jahre sind mit Ausnahme von Nordkorea weltweit keine Atombomben mehr getestet worden. Dies ist ein großer Teilerfolg für das Ziel der nuklearen Abrüstung. Damit dies so bleibt, muss das Kontrollsystem ständig weiterentwickelt werden. Mit der Erprobung eines neuen Messsystems auf dem Schauinsland hat das BfS in den letzten Monaten einen Beitrag hierzu geleistet." Neues Messsystem auf dem Schauinsland ermöglicht genauere Messungen Geheime Kernwaffentests aufzuspüren ist Aufgabe der CTBTO . Mehrere Dutzend untereinander vernetzte, internationale Messstationen können geringste Spuren von Radioaktivität in der Luft erfassen. Andere Stationen messen seismische Signale. Das BfS betreibt auf dem Schauinsland bei Freiburg die einzige Messstation in Mitteleuropa, die hochempfindliche Radioaktivitätsmessungen für die CTBTO durchführen kann. Einen besonderen Stellenwert hat die Messung der radioaktiven Isotope des Edelgases Xenon, da dieses Edelgas auch nach unterirdischen Kernwaffen-Tests in die Atmosphäre gelangen und so gemessen werden kann. Auch jetzt schon gibt es auf dem Schauinsland ein System zur Messung von radioaktiven Edelgasen. Täglich werden dort Luftproben genommen und mit hochempfindlicher Messtechnik analysiert. Messung radioaktiver Edelgase Nun wurde ein neues Messsystem auf dem Schauinsland getestet. Es soll im internationalen Messnetz der CTBTO zum Einsatz kommen. Das neue System entnimmt alle sechs Stunden Proben aus der Luft, vier Mal häufiger als das aktuelle System auf dem Schauinsland. Gleichzeitig ist es noch empfindlicher als das alte. Damit soll es künftig noch einfacher werden, den Ursprung radioaktiver Stoffe zu ermitteln. Netzwerk zur Erfassung von radioaktiven Luftpartikeln und Edelgasen Weltweit sind im Rahmen der CTBTO 80 Stationen zur Überwachung von Radioaktivität in der Atmosphäre geplant. 40 von diesen sollen auch einen Nachweis radioaktiver Edelgase erbringen können. Aktuell sind 72 Stationen in Betrieb, 25 davon auch zum Nachweis radioaktiver Edelgase. Bereits kurz nach dem 2. Weltkrieg hatten Freiburger Forscher*innen damit begonnen, auf dem 1.200 Meter hohen Schauinsland bei Freiburg die kosmische Höhenstrahlung zu messen. Im März 1953 stießen sie dabei auf ungewöhnliche Werte, die sich als Spuren von radioaktivem Fallout eines Atombombentests in der Wüste von Nevada ( USA ) herausstellten. Den Forscher*innen war es damit erstmals gelungen, radioaktive Stoffe aus Atombombentests anderer Staaten in Deutschland nachzuweisen. Die letzte oberirdische Atombombenexplosion im Oktober 1980 in China konnte ebenfalls auf dem Schauinsland nachgewiesen werden. Auch die radioaktive Wolke, die nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl im Frühjahr 1986 über Europa hinweg zog, und radioaktive Elemente aus dem Unfall in Fukushima wurden auf dem Schauinsland registriert. Stand: 01.02.2022
Radiologischer Notfallschutz in der Zeitenwende Bundestagsabgeordnete diskutieren über neue Bedrohungsszenarien Paulini und Staatssekretär Tidow beim Parlamentarischen Abend Der Angriffskrieg auf die Ukraine hat das Sicherheitsempfinden in Europa verändert. Gefahren, die lange Zeit unwahrscheinlich erschienen, sind wieder ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt. Dazu zählt das Risiko eines Kernkraftwerksunfalls im Ausland, aber auch Bedrohungen durch Kernwaffenexplosionen oder Cyberangriffe werden vermehrt genannt. Am 28. September diskutierten Vertreter*innen aus der Politik über Herausforderungen für den radiologischen Notfallschutz in der aktuellen Multi-Krisen-Situation. Eingeladen zu der Veranstaltung hatten das Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ). Die Präsidentin des BfS , Inge Paulini, erinnerte daran, dass Deutschland - gerade in dieser Zeit - auch nach Abschaltung der letzten Kernkraftwerke weiterhin einen starken Notfallschutz brauche. "Der Krieg in der Ukraine hat deutlich gezeigt, dass nicht alle Risiken gebannt sind, nur weil die deutschen Reaktoren außer Betrieb sind. Angesichts von Kernkraftwerken in Krisengebieten und Drohungen zum Einsatz unkonventioneller Waffen müssen wir vorbereitet sein. Dazu gehört auch, dass wir die Bevölkerung noch stärker darin unterstützen müssen, sich gegen Katastrophen zu wappnen." Ausbau des Messnetzes und Vernetzung: Herausforderungen der Zukunft BfS-Präsidentin Dr. Inge Paulini Quelle: bundesfoto/Bernd Lammel Als wichtige Aufgaben für die Zukunft nannte sie den Ausbau des Radioaktivitätsmessnetzes , die Stärkung der Durchhaltefähigkeit der Krisenstäbe in langen Bedrohungslagen sowie die Vernetzung und Zusammenarbeit national und international. Zugleich forderte sie mehr Unterstützung durch die Politik: Beispielsweise sei das Radiologische Lagezentrum des Bundes ( RLZ ) elementar für die nationale Krisenvorsorge und müsse deshalb auch als Teil der kritischen Infrastruktur anerkannt werden. Andernfalls könnte es geschehen, dass die Einsatzbereitschaft in verschiedenen Notfall - und Bedrohungsfällen wegen fehlender Ressourcen nicht gewährleistet werden könne. Arbeiten im Lagezentrum Im Radiologischen Lagezentrum des Bundes arbeiten bei einem Notfall Fachleute des Bundesumweltministeriums, des BfS sowie weiterer Institutionen zusammen und bewerten fortlaufend die Lage in Bezug auf mögliche Gefahren durch freigesetzte Radioaktivität . Das BfS ist innerhalb des RLZ für die Messung der Radioaktivität sowie die Erstellung des Lagebilds zuständig. BfS verfolgt Lage in der Ukraine Zu den Rednern der Diskussionsrunde zählten neben Paulini auch der Staatssekretär im Bundesumweltministerium ( BMUV ), Stefan Tidow, sowie der Leiter der Abteilung Radiologischer Notfallschutz im BfS , Florian Gering. Schirmherr der Veranstaltung war der Vorsitzende des Umweltausschusses des Deutschen Bundestags, Harald Ebner (Bündnis 90/Die Grünen). Florian Gering verwies insbesondere auf die Erfahrungen, die seit Beginn des Krieges in der Ukraine gesammelt wurden. Zwar hätten sich die Strukturen des radiologischen Notfallschutzes bewährt. Besondere Herausforderungen für die Zukunft seien jedoch eine Modernisierung des Messnetzes, mehr Digitalisierung und eine stärkere internationale Zusammenarbeit. "Der Krieg in Europa verdeutlicht es: Neue Bedrohungslagen erfordern schnellere Einsatzbereitschaft, Flexibilisierung und Anpassungsfähigkeit. Wir müssen unsere Resilienz stärken" , sagte Gering. Stand: 25.09.2023
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 7 |
| Europa | 1 |
| Weitere | 6 |
| Wissenschaft | 1 |
| Type | Count |
|---|---|
| Förderprogramm | 7 |
| unbekannt | 6 |
| License | Count |
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| Geschlossen | 6 |
| Offen | 7 |
| Language | Count |
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| Deutsch | 13 |
| Englisch | 8 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Keine | 9 |
| Webseite | 4 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 8 |
| Lebewesen und Lebensräume | 12 |
| Luft | 8 |
| Mensch und Umwelt | 13 |
| Wasser | 7 |
| Weitere | 13 |