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Feinstaub-Belastung

Feinstaub-Belastung Gegenüber den 1990er Jahren konnte die Feinstaubbelastung erheblich reduziert werden. Zukünftig ist zu erwarten, dass die Belastung eher langsam abnehmen wird. Großräumig treten heute PM10-Jahresmittelwerte unter 20 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) auf. Feinstaubkonzentrationen in Deutschland Die Ländermessnetze führen seit dem Jahr 2000 flächendeckende Messungen von Feinstaub der Partikelgröße ⁠ PM10 ⁠ (Partikel mit einem aerodynamischen Durchmesser von 10 Mikrometer oder kleiner) und seit 2008 auch der Partikelgröße ⁠ PM2,5 ⁠ durch. Besonders hoch ist die Messnetzdichte in Ballungsräumen. Die hohe Zahl und Dichte an Emittenten – beispielsweise Hausfeuerungsanlagen, Gewerbebetriebe, industrielle Anlagen und der Straßenverkehr – führen zu einer erhöhten Feinstaubkonzentration in Ballungsräumen gegenüber dem Umland. Besonders hohe Feinstaubkonzentrationen werden unter anderem wegen der starken verkehrsbedingten Emissionen wie (Diesel-)Ruß, Reifenabrieb sowie aufgewirbeltem Staub an verkehrsnahen Messstationen registriert. Während zu Beginn der 1990er Jahre im Jahresmittel großräumig Werte um 50 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) gemessen wurden, treten heute PM10-Jahresmittelwerte zwischen 15 und 20 µg/m³ auf. Die im ländlichen Raum gelegenen Stationen des ⁠ UBA ⁠-Messnetzes verzeichnen geringere Werte. Die Feinstaub-Immissionsbelastung wird nicht nur durch direkte Emissionen von Feinstaub verursacht, sondern zu erheblichen Teilen auch durch die ⁠ Emission ⁠ von gasförmigen Schadstoffen wie Ammoniak, Schwefeldioxid und Stickstoffoxiden. Diese reagieren in der Luft miteinander und bilden sogenannten „sekundären“ Feinstaub. Einhergehend mit einer starken Abnahme der Schwefeldioxid (SO 2 )-Emissionen und dem Rückgang der primären PM10-Emissionen im Zeitraum von 1995 bis 2000 sanken im gleichen Zeitraum auch die PM10-Konzentrationen deutlich (siehe Abb. „Trend der PM10-Jahresmittelwerte“). Der Trend der Konzentrationsabnahme setzt sich seitdem fort. Die zeitliche Entwicklung der PM10-Konzentrationen wird von witterungsbedingten Schwankungen zwischen den einzelnen Jahren – besonders deutlich in den Jahren 2003 und 2006 erkennbar – überlagert. Erhöhte Jahresmittelwerte wurden auch 2018 gemessen, die auf die besonders langanhaltende, zehnmonatige Trockenheit von Februar bis November zurückzuführen sind. Überschreitungssituation Lokal und ausschließlich an vom Verkehr beeinflussten Stationen in Ballungsräumen traten in der Vergangenheit gelegentlich Überschreitungen des für das Kalenderjahr festgelegten Grenzwerts von 40 µg/m³ auf. Seit 2012 wurden keine Überschreitungen dieses Grenzwertes mehr festgestellt. Seit 2005 darf auch eine ⁠ PM10 ⁠-Konzentration von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) im Tagesmittel nur an höchstens 35 Tagen im Kalenderjahr überschritten werden. Überschreitungen des Tageswertes von 50 µg/m³ werden vor allem in Ballungsräumen an verkehrsnahen Stationen festgestellt. Die zulässige Zahl von 35 Überschreitungstagen im Kalenderjahr wurde hier in der Vergangenheit zum Teil deutlich überschritten (siehe Karten „Feinstaub (PM10) - Tagesmittelwerte Zahl von Überschreitungen von 50 mg/m³“ und Abb. „Prozentualer Anteil der Messstationen mit mehr als 35 Überschreitungen des 24-h-Grenzwertes“). Vor allem das Jahr 2006 fiel durch erhebliche Überschreitungen der zulässigen Überschreitungstage auf, was auf lang anhaltende und intensive „Feinstaubepisoden“ zurückzuführen war. In den unmittelbar zurückliegenden Jahren traten nicht zuletzt durch umfangreiche Maßnahmen der mit Luftreinhaltung befassten Behörden keine Überschreitungen des Grenzwerts mehr auf. Auch 2023 wurde der Grenzwert somit an allen Messstationen in Deutschland eingehalten. Karte: Feinstaub (PM10) - Tagesmittelwerte Zahl von Überschreitungen von 50 µg/m³ 2000-2008 Quelle: Umweltbundesamt Karte: Feinstaub (PM10) - Tagesmittelwerte Zahl von Überschreitungen von 50 µg/m³ 2009-2017 Quelle: Umweltbundesamt Karte: Feinstaub (PM10) - Tagesmittelwerte Zahl von Überschreitungen von 50 µg/m³ 2018-2023 Quelle: Umweltbundesamt Prozentualer Anteil der Messstationen mit mehr als 35 Überschreitungen des 24-h-Grenzwertes... Quelle: Umweltbundesamt Diagramm als PDF Diagramm als Excel mit Daten Witterungsabhängigkeit Vor allem in trockenen Wintern, teils auch in heißen Sommern, können wiederholt hohe ⁠ PM10 ⁠-Konzentrationen in ganz Deutschland auftreten. Dann kann der Wert von 50 µg/m³ großflächig erheblich überschritten werden. Ein Beispiel für eine solche Belastungssituation zeigt die Karte „Tagesmittelwerte der Partikelkonzentration PM10“. Zum Belastungsschwerpunkt am 23. Januar 2017 wurden an etwa 56 % der in Deutschland vorhandenen PM10-Messstellen Tagesmittelwerte von über 50 µg/m³ gemessen. Die höchste festgestellte Konzentration betrug an diesem Tag 176 µg/m³ im Tagesmittel. Wie stark die PM10-Belastung während solcher Witterungsverhältnisse ansteigt, hängt entscheidend davon ab, wie schnell ein Austausch mit der Umgebungsluft erfolgen kann. Winterliche Hochdruckwetterlagen mit geringen Windgeschwindigkeiten führen – wie früher auch beim Wintersmog – dazu, dass die Schadstoffe nicht abtransportiert werden können. Sie sammeln sich in den unteren Luftschichten (bis etwa 1.000 Meter) wie unter einer Glocke. Der Wechsel zu einer Wettersituation mit stärkerem Wind führt zu einer raschen Abnahme der PM10-Belastung. Auch wenn die letzten Jahre eher gering belastet waren, können auch zukünftig meteorologische Bedingungen auftreten, die zu einer deutlich erhöhten Feinstaubbelastung führen können. Bürgerinnen und Bürger können laufend aktualisierte Feinstaubmessdaten und Informationen zu Überschreitungen der Feinstaubgrenzwerte in Deutschland im Internet und mobil über die UBA-App "Luftqualität" erhalten. Bestandteile des Feinstaubs Die Feinstaubbestandteile ⁠ PM10 ⁠ und ⁠ PM2,5 ⁠ sind Mitte der 1990er Jahre wegen neuer Erkenntnisse über ihre Wirkungen auf die menschliche Gesundheit in den Vordergrund der Luftreinhaltepolitik getreten. Mit der EU-Richtlinie 2008/50/EG (in deutsches Recht umgesetzt mit der 39. Bundes-Immissionsschutz-Verordnung (39. ⁠ BImSchV ⁠)), welche die bereits seit 2005 geltenden Grenzwerte für PM10 bestätigt und neue Luftqualitätsstandards für PM2,5 festlegt (siehe Tab. „Grenzwerte für den Schadstoff Feinstaub“), wurde dem Rechnung getragen. Als PM10 beziehungsweise PM2,5 (PM = particulate matter) wird dabei die Massenkonzentration aller Schwebstaubpartikel mit aerodynamischen Durchmessern unter 10 Mikrometer (µm) beziehungsweise 2,5 µm bezeichnet. Herkunft Feinstaub kann natürlichen Ursprungs sein oder durch menschliches Handeln erzeugt werden. Stammen die Staubpartikel direkt aus der Quelle - zum Beispiel durch einen Verbrennungsprozess - nennt man sie primäre Feinstäube. Als sekundäre Feinstäube bezeichnet man hingegen Partikel, die durch komplexe chemische Reaktionen in der ⁠ Atmosphäre ⁠ erst aus gasförmigen Substanzen, wie Schwefel- und Stickstoffoxiden, Ammoniak oder Kohlenwasserstoffen, entstehen. Wichtige vom Menschen verursachte Feinstaubquellen sind Kraftfahrzeuge, Kraft- und Fernheizwerke, Abfallverbrennungsanlagen, Öfen und Heizungen in Wohnhäusern, der Schüttgutumschlag, die Tierhaltung sowie bestimmte Industrieprozesse. In Ballungsgebieten ist vor allem der Straßenverkehr eine bedeutende Feinstaubquelle. Dabei gelangt Feinstaub nicht nur aus Motoren in die Luft, sondern auch durch Bremsen- und Reifenabrieb sowie durch die Aufwirbelung des Staubes auf der Straßenoberfläche. Eine weitere wichtige Quelle ist die Landwirtschaft: Vor allem die Emissionen gasförmiger Vorläuferstoffe aus der Tierhaltung tragen zur Sekundärstaubbelastung bei. Als natürliche Quellen für Feinstaub sind Emissionen aus Vulkanen und Meeren, die Bodenerosion, Wald- und Buschfeuer sowie bestimmte biogene ⁠ Aerosole ⁠, zum Beispiel Viren, Sporen von Bakterien und Pilzen zu nennen. Während im letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts die Gesamt- und Feinstaubemissionen in Deutschland drastisch reduziert werden konnten, verlangsamte sich seither die Abnahme (siehe „Emission von Feinstaub der Partikelgröße PM10“ und „Emission von Feinstaub der Partikelgröße PM2,5“ ). Für die nächsten Jahre ist zu erwarten, dass die Staubkonzentrationen in der Luft weiterhin nur noch langsam abnehmen werden. Zur Senkung der PM-Belastung sind deshalb weitere Maßnahmen erforderlich. Gesundheitliche Wirkungen Feinstaub der Partikelgröße ⁠ PM10 ⁠ kann beim Menschen durch die Nasenhöhle in tiefere Bereiche der Bronchien eindringen. Die kleineren Partikel ⁠ PM2,5 ⁠ können bis in die Bronchiolen und Lungenbläschen vordringen und die ultrafeinen Partikel mit einem Durchmesser von weniger als 0,1 µm sogar bis in das Lungengewebe und den Blutkreislauf. Je nach Größe und Eindringtiefe der Teilchen sind die gesundheitlichen Wirkungen von Feinstaub verschieden. Sie reichen von Schleimhautreizungen und lokalen Entzündungen im Rachen, der Luftröhre und den Bronchien oder Schädigungen des Epithels der Lungenalveolen bis zu verstärkter Plaquebildung in den Blutgefäßen, einer erhöhten Thromboseneigung oder Veränderungen der Regulierungsfunktion des vegetativen Nervensystems (zum Beispiel mit Auswirkungen auf die Herzfrequenzvariabilität). Eine langfristige Feinstaubbelastung kann zu Herz-Kreislauferkrankungen und Lungenkrebs führen, eine bestehende COPD (Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung) verschlimmern, sowie das Sterblichkeitsrisiko erhöhen. Messdaten Mitte der 1990er Jahre wurde zunächst in einzelnen Ländermessnetzen mit der Messung von ⁠ PM10 ⁠ begonnen. Seit dem Jahr 2000 wird PM10 deutschlandweit gemessen. Für die Jahre, in denen noch nicht ausreichend Messergebnisse für die Darstellung der bundesweiten PM10-Belastung vorlagen, wurden PM10-Konzentrationen näherungsweise aus den Daten der Gesamtschwebstaubkonzentration (TSP) berechnet. Seit dem Jahr 2001 basieren alle Auswertungen ausschließlich auf gemessenen PM10-Daten. ⁠ PM2,5 ⁠ wird seit dem Jahr 2008 deutschlandweit an rund 200 Messstationen überwacht.

Forschung zur Wirkung von Radon auf die Gesundheit

Forschung zur Wirkung von Radon auf die Gesundheit Eine wichtige Grundlage des heutigen Wissens über die Wirkung von Radon auf die menschliche Gesundheit sind epidemiologische Studien an Bergarbeitern, die seit den 1960er Jahren durchgeführt werden. Die deutsche Wismut Uranbergarbeiter-Studie des BfS umfasst etwa 60.000 ehemalige Beschäftigte der Wismut, die im Uranerzbergbau in der ehemaligen DDR zwischen 1946 und 1990 tätig waren. Seit den 1980er Jahren wurden die Bergarbeiter-Studien durch Fall-Kontroll-Studien zum Lungenkrebsrisiko durch Radon in Wohnungen in Europa, Nordamerika und China ergänzt. Dass Radon beim Menschen Lungenkrebs verursachen kann, ist heute unstrittig. Es ist bekannt, wie Radon auf die Gesundheit des Menschen wirkt und wie man sich vor hohen Radon -Konzentrationen schützen kann. Doch woher weiß man eigentlich, welche Risiken von Radon ausgehen? Schneeberger Krankheit Bereits im 16. Jahrhundert fiel auf, dass junge Bergarbeiter im Erzgebirge häufig an den Lungen erkrankten. Ihre - tödlich verlaufende - Lungenerkrankung wurde unter dem Namen "Schneeberger Krankheit" bekannt. Erst Jahrhunderte später erkannte man, dass es sich bei dieser Erkrankung um Lungenkrebs handelte und dass das Einatmen von Radon und seinen Folgeprodukten sie verursacht hatte. Bergarbeiter-Studien Bergarbeiter unter Tage beim Bohren im Wasser stehend Grundlage des heutigen Wissens über die Wirkung von Radon auf die menschliche Gesundheit sind epidemiologische Studien an Bergarbeitern, die seit den 1960er Jahren durchgeführt wurden. Sie zeigten, dass Radon im Uranbergbau untertage das Lungenkrebsrisiko erhöht. Ein Beispiel für eine Studie an Bergarbeitern ist die deutsche Wismut Uranbergarbeiter-Studie des BfS – sie umfasst etwa 60.000 ehemalige Beschäftigte der Wismut, die im Uranerzbergbau in der ehemaligen DDR zwischen 1946 und 1990 tätig waren. Studien zu Radon in Wohnungen Seit den 1980er Jahren wurden die Bergarbeiter-Studien durch Fall-Kontroll-Studien zum Lungenkrebsrisiko durch Radon in Wohnungen in Europa, Nordamerika und China ergänzt. Die größte und aussagekräftigste davon ist die Studie "Radon in homes and risk of lung cancer: collaborative analysis of individual data from 13 European case-control studies" aus dem Jahr 2005. Diese gemeinsame Auswertung von 13 europäischen Studien mit 7.148 Lungenkrebspatienten und 14.208 Kontrollpersonen zeigte auf, dass Radon auch in Wohnungen das Risiko , an Lungenkrebs zu erkranken, erhöht. Das gilt insbesondere für diejenigen, die rauchen oder geraucht haben, aber auch nachweislich für Menschen, die ihr Leben lang nicht geraucht haben. Das Lungenkrebsrisiko steigt, so die Studie, mit der langjährigen Radon -Konzentration in der Wohnung an. Unter "langjährig" wird hier ein Zeitraum von 30 Jahren verstanden. Genau gesagt steigt das relative Risiko für Lungenkrebs bei langjähriger Radon -Exposition pro 100 Becquerel pro Kubikmeter ( Bq/m³ ) um 16 % an. Das heißt, das Lungenkrebsrisiko, das sich rein rechnerisch ohne Radonbelastung ergeben würde, erhöht sich bei 100 Bq/m³ langjähriger Radonbelastung um 16 %, bei 200 Bq/m³ um 32 %, bei 300 Bq/m³ um 48 %, usw. . In den jetzigen und früheren Wohnungen der Teilnehmenden der 13 Studien wurde die Radon -Konzentration über mindestens ein halbes Jahr gemessen. Ferner wurden alle detailliert nach ihrem lebenslangen Rauchverhalten und anderen Risikofaktoren für Lungenkrebs befragt. Aktuelle Forschungsvorhaben Studie Studie: Aufbau einer Radon-Biobank Dass Radon beim Menschen Lungenkrebs verursachen kann, ist heute unstrittig. Aber wie sieht es mit weiteren Krankheiten aus? Das BfS möchte die Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung näher erforschen. Dazu soll eine Bioproben- und Datenbank erstellt werden, deren Proben und Daten auch anderen Forscher*innen zur Verfügung gestellt werden. mehr anzeigen Studie Studie: Radon im städtischen Raum Bis zu 1.000 Bonner Haushalte können im Rahmen einer aktuellen Studie kostenfrei in ihrer Wohnung Radon messen lassen. In der Studie lässt das BfS am Beispiel der Stadt Bonn untersuchen, wie das Radon -Potenzial in dicht besiedelten städtischen Gebieten einzuschätzen ist. Dazu soll das Sachverständigenbüro Dr. Kemski ermitteln, wie viel Radon in der Boden- und Raumluft vorkommt. mehr anzeigen Artikel Studie: Radon am Arbeitsplatz Um eine deutschlandweite Übersicht der durchschnittlichen Konzentration von Radon an Arbeitsplätzen zu erhalten, soll eine aktuelle Studie des BfS die Radon-Konzentration an etwa 2.000 Arbeitsplätzen in verschiedenen Branchen und Regionen erfassen. Teilnehmen können Arbeitgeber*innen, für die keine gesetzliche Radon-Messpflicht besteht und die Arbeitsplätze in Keller- oder Erdgeschossen betreiben. mehr anzeigen Medien zum Thema Broschüren und Video downloaden : zum Download: Radon - ein kaum wahrgenommenes Risiko (PDF, Datei ist barrierefrei⁄barrierearm) … PDF 3 MB Broschüre Radon - ein kaum wahrgenommenes Risiko downloaden : zum Download: Radon in Innenräumen (PDF, Datei ist barrierefrei⁄barrierearm) … PDF 853 KB Broschüre Radon in Innenräumen Video Radon Zu viel Radon im Haus kann Lungenkrebs verursachen. Aber woher weiß ich, ob ich betroffen bin? Wie kann ich es messen? Was kann ich gegen zu viel Radon tun? mehr anzeigen Stand: 08.07.2024 Ionisierende Strahlung Häufige Fragen Was ist Radon? Wie breitet sich Radon aus und wie gelangt es in Häuser? Welche Radon-Konzentrationen treten in Häusern auf? Alle Fragen

Corona-Statistik (Kreis Recklinghausen / Vektordaten)

Interaktive Darstellung der Corona-Statistik (bestätigte Fälle und Todesfälle) im Kreis Recklinghausen und deren zehn Gemeinden. In der Regel werden die Daten vormittags automatisiert aktualisiert.

Weitere Wolfsrudel in Sachsen-Anhalt nachgewiesen

Ein Wolfsrudel lebt seit mindestens 2018 im Steckby-Lödderitzer Forst zwischen Aken und Barby. Das hat das Wolfskompetenzzentrum (WZI) des Landesamtes für Umweltschutz anhand von DNA-Proben im März nachweisen können. Erste Hinweise auf Wölfe gab es in den angrenzenden Gebieten Mosigkauer und Kühnauer Heide bereits 2016. Seitdem wurde das Gebiet im Rahmen des Monitorings vom Wolfskompetenzzentrum, vom Bundesforstbetrieb Sachsen-Anhalt und vom Biosphärenreservat Mittelelbe beobachtet. Mit Hilfe von Fotofallen und der DNA-Analyse wurden nun das männliche Elterntier sowie zwei ebenfalls männliche Welpen - geboren im Mai 2018 – bestätigt; außerdem ein weiteres Nachwuchstier, welches im Dezember tot aufgefunden wurde. Das Tier starb vermutlich an einer Lungenentzündung. Neu nachgewiesen wurden auch Rudelterritorien in der Altmärkischen Höhe und der Stresower Heide. Ein Paarterritorium wurde bei Tangerhütte festgestellt. Die neuen Informationen gehen in den Monitoringbericht des laufenden Monitoringjahres 2018/19 ein. Dieser wird Ende 2019 veröffentlicht. Einem Wolf beim Spaziergang zu begegnen, ist sehr unwahrscheinlich. Wölfe sind dämmerungs- und nachtaktiv. Ein Zusammentreffen mit Menschen ist daher zwar selten, aber generell möglich. Man sollte nicht auf den Wolf zugehen und darf ihn auf keinen Fall anlocken oder füttern. Dadurch besteht vor allem bei jungen Tieren die Gefahr, dass sie sich an Menschen gewöhnen und ihre natürliche Scheu verlieren. Hunde sollten in Wolfsgebieten grundsätzlich an der Leine gehalten werden. Es ist möglich, dass sich freilebende Wölfe für ihren Artgenossen, den Hund, interessieren und ihn womöglich als Eindringling auf ihrem Territorium ansehen. Hunde müssen daher unter der direkten Einwirkung des Menschen bleiben. Unabhängig davon ist es laut § 28 des Landeswaldgesetzes Sachsen-Anhalt verboten, „Hunde in der freien Landschaft einschließlich angrenzender öffentlichen Straßen unbeaufsichtigt laufen zu lassen. Hunde sind in der Zeit vom 1. März bis 15. Juli anzuleinen.“ Alle Sichtungen sowie weitere Hinweisfunde wie Spuren, Losungen oder Risse, die auf Wolfsaktivität in einem Gebiet hindeuten, sollten immer unmittelbar an das WZI per Mail, Telefon oder online gemeldet werden. Dies ist für eine möglichst genaue Erfassung des Wolfsbestandes in Sachsen-Anhalt unerlässlich. <link naturschutz das-wolfskompetenzzentrum-wzi>lau.sachsen-anhalt.de/wzi Aktualisiert am 25.04.2019

CT-Früherkennung kann Lungenkrebssterblichkeit senken

CT-Früherkennung kann Lungenkrebssterblichkeit senken Bericht des BfS unterstreicht hohe Anforderungen an das Verfahren Ausgabejahr 2021 Datum 07.12.2021 Patient in einem CT-Gerät Quelle: Johnny Greig via Getty Images Eine strukturierte Lungenkrebs- Früherkennung mit Untersuchungen per Niedrigdosis- Computertomographie ( CT ) kann bei Raucher*innen und ehemaligen Raucher*innen die Sterblichkeit durch Lungenkrebs reduzieren. Zu diesem Schluss kommt das Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ) in einem Bericht , der am 6. Dezember im Bundesanzeiger veröffentlicht wurde. Der Bericht bildet die wissenschaftliche Grundlage für die Zulassung dieser Früherkennungsmaßnahme in Form einer Rechtsverordnung durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit ( BMU ) Paulini: Hohe Qualitätsanforderungen erforderlich "Unser wissenschaftlicher Bericht unterstreicht das Potential der Lungenkrebs-Früherkennung mittels Niedrigdosis- CT . Bei Raucherinnen und Rauchern kann demnach die Sterblichkeit durch Lungenkrebs reduziert werden. Der Nutzen einer solchen Früherkennungsmaßnahme mit Röntgenstrahlung für den Einzelnen und die Gesellschaft kann aber nur bei Einhaltung hoher Qualitätsanforderungen erzielt werden" , sagt BfS -Präsidentin Inge Paulini. Von entscheidender Bedeutung wird dafür die konkrete Umsetzung der Lungenkrebsfrüherkennung mit der Niedrigdosis- CT sein. Dazu gehören neben der Festlegung der Teilnahmekriterien auch Anforderungen und Vorgaben bezüglich der CT -Geräte, zur Durchführung der Untersuchung und der Befundung, sowie der Schulung des medizinischen Personals. Weitere Punkte sind die Qualitätssicherung entlang des gesamten Prozesses und die wissenschaftliche Evaluation der erzielten Ergebnisse. "Auch für die Bewertung anderer Früherkennungsuntersuchungen, die den Strahlenschutz berühren, werden diese Aspekte eine zentrale Rolle spielen" , betont Paulini. Mammographie-Screening bislang einziges zugelassenes Verfahren Bisher ist das Mammographie-Screening zur Brustkrebs-Früherkennung das einzige in Deutschland zugelassene Verfahren zur Früherkennung mithilfe von Röntgenstrahlung. Mit dem Ende 2018 in Kraft getretenen Strahlenschutzgesetz wurde das BMU ermächtigt, weitere Röntgenuntersuchungen zur Früherkennung durch entsprechende Rechtsverordnungen zu erlassen. Als Grundlage hierfür erstellt das BfS für jedes neu in Frage kommende Untersuchungsverfahren einen wissenschaftlichen Bericht , in dem Nutzen und Risiken gegeneinander abgewogen sowie Mindeststandards für die Durchführung der Untersuchungen empfohlen werden. Bis zum Inkrafttreten einer Rechtsverordnung bleibt die Lungenkrebs-Früherkennung mit Niedrigdosis- CT -Untersuchungen verboten. Neue Früherkennung für Hochrisikogruppe LDCT-Aufnahme der Lunge Quelle: Pijitra/Stock.adobe.com Lungenkrebs ist bis heute eine Erkrankung mit ungünstiger Prognose, da er meist erst in einem späten Stadium entdeckt wird. Als Risikopersonen gelten langjährige Raucher*innen über 50 Jahre sowie Ex-Raucher*innen, die lange Zeit geraucht haben. Bildgebende Verfahren wie die Niedrigdosis- CT kommen für die Früherkennung von Lungenkrebs grundsätzlich in Frage. Die Nutzen- Risiko -Abwägung ist deswegen von besonderer Bedeutung, weil auch Personen ohne Krankheitssymptome untersucht werden, von denen nur ein kleiner Teil tatsächlich erkrankt ist und damit einen unmittelbaren Nutzen aus der Untersuchung ziehen kann. Die Risiken dagegen, etwa das Strahlenrisiko, werden von allen Teilnehmenden getragen. Im Auftrag des BMU hat das BfS eine wissenschaftliche Bewertung anhand von 38 Publikationen zu randomisierten kontrollierten Studien vorgenommen. Die Metaanalyse, in die Daten von 70 000 Personen einflossen, zeigte Hinweise auf einen Nutzen des Früherkennungsverfahrens für starke Raucher*innen. In der Gruppe der mit Niedrigdosis- CT untersuchten Teilnehmenden reduzierte sich die Lungenkrebsmortalität im Vergleich zur Kontrollgruppe um 15 Prozent. Das bedeutet rechnerisch: Je 1 000 Teilnehmenden versterben in einem Zeitraum von etwa zehn Jahren nach Früherkennungsbeginn drei Menschen weniger an Lungenkrebs. Mögliche Überdiagnosen und falsch positive Befunde Zu den Risiken der Früherkennung gehören Überdiagnosen. Darunter versteht man die Diagnose von Tumoren, die ohne ein Screening nie aufgefallen wären und keiner Behandlung bedurft hätten. Beim Lungenkrebsscreening zeigten die Studien, dass das Risiko einer Überdiagnose nicht zu vernachlässigen ist, auch wenn sich die genaue Anzahl schwer beziffern lässt und zwischen den Studien variiert. In CT -Aufnahmen werden auch Auffälligkeiten entdeckt, die weitere Untersuchungen und Eingriffe nach sich ziehen, sich letztlich der Verdacht eines Tumors jedoch nicht bestätigt. Diese falsch positiven Befunde wurden in den Studien bei bis zu 25 Prozent der Niedrigdosis- CT -Aufnahmen im Nachhinein festgestellt. Stand: 07.12.2021

Umwelt, Gesundheit und soziale Lage

Umwelt, Gesundheit und soziale Lage Der soziale Status entscheidet mit darüber, ob und in welchem Umfang Kinder, Jugendliche und Erwachsene durch Umweltschadstoffe belastet sind. Sozial schlechter gestellte Menschen sind von Umweltproblemen oftmals stärker betroffen als sozial besser Gestellte. Sozial und gesundheitlich benachteiligt Bildung, Einkommen und Faktoren wie der Migrationshintergrund beeinflussen die Wohnbedingungen und Lebensstile sowie die damit verbundenen Gesundheitsrisiken der Menschen. Das belegen sozial- und umweltepidemiologische Untersuchungen wie die Deutsche Umweltstudie zur Gesundheit (GerES) , die das Umweltbundesamt seit dem Jahr 1985 durchführt. Diese Studien zeigen, dass sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen in den meisten Fällen häufiger und stärker von Umweltproblemen betroffen sind als sozial besser Gestellte. Sie verfügen meist auch nicht über das Einkommen und die Bildung, um solche Belastungen zu vermeiden. In einigen Fällen sind aber auch sozial besser Gestellte höher belastet. Beispielsweise fühlten sich in Deutschland nach den Ergebnissen der bundesweit repräsentativen Umweltbewusstseinsstudie von 2016 rund 40 % der Befragten durch Umweltprobleme gesundheitlich „sehr stark“ oder „stark“ belastet. Dabei nahmen Befragte mit niedrigem Sozialstatus subjektiv deutlich häufiger umweltbedingte Gesundheitsbelastungen wahr als Befragte mit hohem Sozialstatus. Das galt insbesondere für Plastikpartikel in Trinkwasser und Lebensmitteln, Folgen des Klimawandels (z. B. Hitzeperioden, Überschwemmungen), Schadstoffe in Trinkwasser und Lebensmitteln sowie  Luftschadstoffe ( BMUB/UBA 2017 ). Im Jahr 2019 sah sich in Deutschland mit 29,2 % ein größerer Anteil von armutsgefährdeten Personen Umweltverschmutzung, Schmutz und sonstigen Umweltproblemen ausgesetzt als nicht armutsgefährdete Personen mit 24,5 %. Umweltbedingte Mehrfachbelastungen Für das Land Berlin wurde ein „Umweltgerechtigkeitsmonitoring“ entwickelt, das über die sozialräumliche Verteilung gesundheitsrelevanter Umweltbelastungen und -ressourcen Auskunft gibt. Aktuelle Daten zeigen, dass es in der Stadt viele Gebiete gibt, die gleichzeitig Lärm- und Luftbelastungen aufweisen, einen Mangel an Grünflächen besitzen und eine hohe soziale Problemdichte (u. a. eine hohe Arbeitslosigkeit) haben und damit mehrfach belastet sind ( SenUVK 2019 ). In einer Studie in Dortmund wurden im nördlichen Teil der Stadt zahlreiche „Hotspots“ identifiziert, in denen es gleichzeitig eine hohe ⁠ soziale Verwundbarkeit ⁠ (u.a. mit einer hohen Anzahl an Transferleistungsempfänger*innen und Menschen mit Migrationshintergrund) und umweltbedingte Mehrfachbelastungen gibt. In den „Hotspots“ konzentrierten sich hohe Feinstaub (⁠ PM10 ⁠)-, Stickstoffdioxid (NO 2 )- und Lärmbelastungen sowie eine große Entfernung zu Grünflächen ( Shrestha et al. 2016 ). Belastungen durch Straßenverkehr Menschen mit einem niedrigen sozialen Status sind in Deutschland öfter verkehrs- und industriebedingten Luftschadstoffen ausgesetzt als Menschen mit einem hohen Sozialstatus. Sie fühlen sich auch häufiger durch äußere Umwelteinflüsse belästigt. Drei Beispiele: Die Auswertung der Deutschen Umweltstudie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen IV (GerES IV), die das Umweltbundesamt in den Jahren 2003 bis 2006 durchführte, ergab, dass nach Angaben der Eltern, 3- bis 14-jährige Kinder aus Familien mit niedrigem Sozialstatus häufiger an stark befahrenen Haupt- oder Durchgangsstraßen wohnen als Kinder aus Familien mit mittlerem und hohem Sozialstatus (siehe Abb. „Wohnlage von 3-14-Jährigen nach Sozialstatus“). Die Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) , die das Robert Koch-Institut (⁠ RKI ⁠) von 2008 bis 2011 durchgeführt hat, zeigen ebenfalls eine stärkere Straßenverkehrsbelastung bei Personen mit niedrigem sozioökonomischen Status. Demnach berichteten 28,3 % der Befragten mit niedrigem Sozialstatus davon, an einer stark oder extrem stark befahrenen Straße zu wohnen, doch nur 14,8 % der oberen Statusgruppe ( Laußmann et al. 2013 ). Daten der Schulanfängerstudie Sachsen-Anhalt, die von 1991 bis 2009 erhoben wurden, weisen auf mögliche Auswirkungen solcher Wohnlagen auf die Gesundheit hin: So stand das Auftreten von Krankheiten wie Bronchitis, Lungenentzündung und Nasennebenhöhlenentzündung bei Kindern nachweislich mit einem erhöhten Autoverkehr in benachteiligten Wohnlagen in Zusammenhang. Je weiter der Kindergarten von einer verkehrsreichen Straße entfernt lag, desto niedriger war auch die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder an einer dieser Krankheiten erkrankten. Weiterhin ergaben sich Zusammenhänge mit der sozialen Situation der Kinder: Kamen sie aus Familien mit einem niedrigeren Sozialstatus, lebten sie näher an verkehrsreichen Straßen und erwiesen sich als anfälliger für Erkältungskrankheiten ( Gottschalk et al. 2011 ). Lärmbelästigung und Lärmbelastung Menschen mit niedrigem sozialen Status sind sowohl subjektiv als auch objektiv mehr Lärm und insbesondere Straßenverkehrslärm im Wohnumfeld ausgesetzt als Menschen mit höherem Status. Fünf Beispiele: Die Auswertung der Deutschen Umweltstudie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen IV (GerES IV) zeigte, dass sich Kinder aus Familien mit niedrigem Sozialstatus durch Straßenverkehrslärm tagsüber häufiger belästigt fühlen als Kinder aus Familien mit höherem Sozialstatus. Im Jahr 2019 fühlten sich armutsgefährdete Menschen mit rund 33 % häufiger als nicht armutsgefährdete Menschen (rund 25 %) von Lärm durch Nachbarn oder von der Straße belästigt ( Eurostat 2021 ). Die Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA) des Robert Koch-Instituts (⁠ RKI ⁠) aus dem Jahr 2012 zeigt, dass sich Personen mit niedrigem sozioökonomischen Status stärker von Lärm durch Nachbarn, Straßen- oder Schienenverkehr belästigt fühlen als Personen mit hohem sozioökonomischen Status (Niemann et al. 2014). Ergebnisse einer regionalen Erhebung in Frankfurt a. M. aus dem Jahr 2014 zeigen zudem, dass sich Familien mit einem niedrigen Sozialstatus häufiger durch Lärm belästigt fühlen als Familien, die einen höheren Sozialstatus aufweisen ( Schade 2014 ). Von Szombarthely et al. 2018 fanden für Hamburg heraus, dass die Wahrscheinlichkeit, in Gebieten mit einer höheren Lärmbelastung zu wohnen, für Haushalte mit niedrigerem Einkommen signifikant höher ist als für Haushalte mit höherem Einkommen. Zugang zu Grünräumen Bundesweit repräsentative und regionale Studien zur sozialräumlichen Verteilung von Umweltressourcen in Deutschland zeigen, dass Menschen mit geringeren Einkommen und niedrigem Bildungsniveau häufig einen schlechteren Zugang zu Umweltressourcen wie Grün- und Freiflächen haben: Eine aktuelle Auswertung der Daten der Deutschen Umweltstudie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen 2014-2017 (GerES V) zeigt, dass Kinder und Jugendliche mit niedrigem Sozialstatus in Städten mit mehr als 20.000 Einwohner*innen länger brauchen, um zu Fuß von zu Hause eine öffentliche Grünfläche zu erreichen als Kinder und Jugendliche mit hohem Sozialstatus ( Rehling et al. 2021 ). Mit Daten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) und des European Urban Atlas (EUA) fanden Wüstemann et al. 2017 für Gesamtdeutschland einen positiven Zusammenhang zwischen individuellem Einkommen, individueller Bildung und der Anzahl zugänglicher Grünflächen in der Wohnumgebung. Befragte der höchsten Einkommensgruppe hatten beispielsweise mehr nahegelegene Grünfläche zur Verfügung als die der niedrigsten Einkommensgruppe. Ergebnisse des Berliner „Umweltgerechtigkeitsmonitoring“ weisen darauf hin, dass sozial benachteiligte Stadtquartiere in Berlin häufiger über eine überdurchschnittlich schlechte Freiraumversorgung verfügen (vgl. Integrierte Mehrfachbelastungskarten ). Für die Stadt München zeigten Schüle et al. 2017 , dass ein niedriger sozioökonomischer Status einer Nachbarschaft (u. a. Anteil von Haushalten mit geringer Bildung und niedrigem Berufsstatus) mit einer geringeren Verfügbarkeit von Grünflächen in der Nachbarschaft assoziiert ist. Innenraumbelastungen In Innenräumen ist die Situation komplexer. Die Qualität der Innenraumluft ist von vielen Faktoren abhängig, unter anderem von der Wohnungseinrichtung und dem Verhalten der Bewohnerinnen und Bewohner. Drei Beispiele aus der Deutschen Umweltstudie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen IV (GerES IV) des Umweltbundesamtes: Stichwort Benzol: Die Luft in Kinderzimmern von sozial schlecht gestellten Familien enthielt im Schnitt mehr Benzol pro Kubikmeter (m³) als die Luft in Kinderzimmern von Familien mit mittlerem und hohem Sozialstatus. Benzol ist krebserzeugend und kommt beispielsweise in Innenräumen vor, wenn Tabak geraucht wird (siehe Abb. „Benzol in der Luft des Kinderzimmers von 3-14-Jährigen nach Sozialstatus“). Stichwort Passivrauchen: Kinder aus Familien mit niedrigem Sozialstatus waren deutlich häufiger Tabakrauch ausgesetzt als Kinder aus besser gestellten Familien (siehe Abb. „Raucher im Haushalt von 3-14-jährigen nicht rauchenden Kindern nach Sozialstatus“). Stichwort α-Pinen: Die Luft der Kinderzimmer von Familien mit hohem Sozialstatus ist stärker mit α-Pinen belastet. Das ist eine natürlich vorkommende Chemikalie, die aus Holz ausgast und vor allem bei Kindern die Atemwege und die Augen reizen kann (siehe Abb. „α-Pinen in der Luft des Kinderzimmers von 3-14-Jährigen nach Sozialstatus“). Raucher im Haushalt von 3-14-jährigen nicht rauchenden Kindern nach Sozialstatus Quelle: Umweltbundesamt Diagramm als PDF Diagramm als Excel mit Daten Benzol in der Luft des Kinderzimmers von 3-14-Jährigen nach Sozialstatus Quelle: Umweltbundesamt Diagramm als PDF Diagramm als Excel mit Daten α-Pinen in der Luft des Kinderzimmers von 3-14-Jährigen nach Sozialstatus Quelle: Umweltbundesamt Diagramm als PDF Diagramm als Excel mit Daten Schadstoffe im Menschen Die Belastung durch Umweltschadstoffe ergibt ein uneinheitliches Bild, wie zwei Beispiele aus der Deutschen Umweltstudie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen IV (GerES IV) und GerES V zeigen: Stichwort Blei: Kinder mit einem niedrigen Sozialstatus haben im Mittel eine höhere Bleikonzentration im Blut als Kinder mit mittlerem oder hohem Sozialstatus (siehe Abb. „Blei im Blut von 3-14-Jährigen nach Sozialstatus“). Das Schwermetall Blei kann bereits bei einer geringen Konzentration die Reifung des kindlichen Nervensystems beeinträchtigen. Stichwort polychlorierte Biphenyle (⁠ PCB ⁠): Das Blut der Kinder mit höherem Sozialstatus ist höher mit PCB belastet als das Blut von Kindern mit niedrigem Sozialstatus (siehe Abb. „Polychlorierte Biphenyle (PCB) im Blut von 3-17-Jährigen nach Sozialstatus“) ( Bandow et al. 2020 ). Der Grund hierfür ist das unterschiedliche Stillverhalten (die Stoffe werden beim Stillen mit der Muttermilch an das Kind weitergegeben). Der Anteil stillender Mütter ist in der oberen Sozialstatusgruppe am höchsten und die Stilldauer ist in dieser Gruppe am längsten. Zudem sind die Mütter mit hohem Sozialstatus tendenziell älter und haben daher im Laufe ihres Lebens bereits mehr PCB im Körper akkumuliert. Chlororganische Substanzen wie PCB werden vor allem über Lebensmittel tierischer Herkunft aufgenommen und können das Immunsystem sowie das Nervensystem schädigen. Blei im Blut von 3-14-Jährigen nach Sozialstatus Quelle: Umweltbundesamt Diagramm als PDF Diagramm als Excel mit Daten Polychlorierte Biphenyle (PCB) im Blut von 7-14-Jährigen nach Sozialstatus Quelle: Umweltbundesamt Diagramm als PDF Diagramm als Excel mit Daten Umweltassoziierte Erkrankungen Auch bei den umweltassoziierten Erkrankungen zeigt sich ein differenziertes Bild in Abhängigkeit vom sozialen Status: Im bundesweiten Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS Welle 1) des Robert Koch-Instituts ( RKI ) wurde in den Jahren 2009 bis 2012 u.a. die Verbreitung von Allergien bei Kindern im Alter von 0-17 Jahren untersucht. Danach berichteten Eltern mit hohem Sozialstatus häufiger eine jemals erhaltene Arztdiagnose an Neurodermitis als Eltern mit niedrigem oder mittlerem Sozialstatus ( Schmitz et al. 2014 ). Bei Erwachsenen mit hohem Sozialstatus treten allergische Erkrankungen wie z. B. Heuschnupfen, Neurodermitis, Kontaktekzem oder Asthma bronchiale insgesamt häufiger auf als bei Erwachsenen mit niedrigem oder mittlerem sozioökonomischen Status. Die Daten der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) der Jahre 2008 bis 2011 konnten dieses Phänomen insbesondere für Frauen aufzeigen ( Langen et al. 2013 ). Die Verbesserung der Datenbasis über die soziale Verteilung von Umweltbelastungen und deren gesundheitliche Auswirkungen ist eine wichtige Aufgabe für die Zukunft. Die Verknüpfung von Umwelt-, Gesundheits- und Sozialberichterstattung ist ein Aufgabenfeld, das stärker verfolgt werden muss. Aussagekräftige Daten bilden die Grundlage, auf der sich umweltpolitische, verkehrsplanerische und verbraucherbezogene Maßnahmen gezielter planen und umsetzen lassen. Tipps zum Weiterlesen: Bolte, G., Bunge, C., Hornberg, C., Köckler, H. (2018): Umweltgerechtigkeit als Ansatz zur Verringerung sozialer Ungleichheiten bei Umwelt und Gesundheit. Bundesgesundheitsblatt, 61. Jg. (6): 674–683. Bolte, G., Bunge, C., Hornberg, C., Köckler, H., Mielck, A. (Hrsg.) (2012): Umweltgerechtigkeit. Chancengleichheit bei Umwelt und Gesundheit: Konzepte, Datenlage und Handlungsperspektiven. Hans Huber Verlag, Bern. Rehling, J., Bunge, C. (2020): Umweltgerechtigkeit in Städten. Empirische Befunde und Strategen für mehr gesundheitliche Chancengleichheit. Informationen zur Raumentwicklung (IzR) 47 (1). Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und ⁠ Klimaschutz ⁠ (SenUVK) Berlin (Hrsg.) (2019): Basisbericht Umweltgerechtigkeit. Grundlagen für die sozialräumliche Umweltpolitik. Berlin.

Ministerin übergibt Förderung an Aids-Hilfe Sachsen-Anhalt

Magdeburg. Das Land stärkt mit einer institutionellen Förderung der Aids-Hilfe Sachsen-Anhalt Nord weiterhin den Rücken. Für die Haushaltsjahre 2021 und 2022 erhält der Verein insgesamt rund 418.000 Euro. „Diskriminierung von Menschen mit HIV und Aids führt zur sozialen, gesellschaftlichen und beruflichen Isolation. Die Prävention ist der beste Schutz“, sagt Gesundheits- und Sozialministerin Petra Grimm-Benne. „Die Aufklärung zu HIV, Aids und den sexuell übertragbaren Krankheiten liegt Sachsen-Anhalt daher besonders am Herzen.“ Dazu gehöre gezieltes und sachliches Informieren, um unbegründete Ängste abzubauen und solidarisches Verhalten mit Erkrankten zu fördern. Michael Boy, Vorstandsvorsitzender der Aids-Hilfe Sachsen-Anhalt Nord e.V: „Mit unserer auf Selbsthilfe aufbauenden Arbeit unterstützen wir als Verein alle Betroffenen im Umgang mit ihrer Situation.“ Das bedeute unter anderem, deren Interessen sowie Rechte zu vertreten, Ausgrenzung aufzudecken und Isolation vorzubeugen. Geschäftsführer Sven Warminsky ergänzte angesichts der Corona-Pandemie, dass im Bereich der Prävention sehr schnell Online-Formate für Schulen und verstärkte Präsenz in den sozialen Medien forciert wurden. „Die Betreuung stand vor enormen Herausforderungen, da die Probleme und Unsicherheiten unseres Klientels mit Beginn der Pandemie stiegen“, erklärte Warminsky, der dem Land für die langjährige, verlässliche und kontinuierliche Unterstützung dankt. Hintergrund: HIV ist eine Infektion mit dem menschlichen Immunschwäche-Virus. HIV steht für die englische Abkürzung „Human Immunodeficiency Virus“. Das HI-Virus schädigt oder zerstört bestimmte Zellen der Immunabwehr und macht den Körper anfällig für Erkrankungen, die bei nicht infizierten Menschen in der Regel unproblematisch verlaufen. Aids steht für "Acquired Immunodeficiency Syndrome" und bedeutet "Erworbenes Immunschwächesyndrom". Menschen mit Aids erkranken häufig an Lungenentzündungen und Pilzerkrankungen. Aids wurde zum ersten Mal 1981 diagnostiziert. Impressum: Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration Pressestelle Turmschanzenstraße 25 39114 Magdeburg Tel: (0391) 567-4608 Fax: (0391) 567-4622 Mail: ms-presse@ms.sachsen-anhalt.de

Rede Petra Grimm-Benne, Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration Landtagssitzung vom 21. bis 23. April 2021 Sperrfrist: 22. April 21 – Redebeginn – Es gilt das gesprochene Wort

TOP 13a) und 13b) der Landtagssitzung vom 21. bis 23. April 2021 Redebeitrag MS zur LT-Drs. 7/7584 und LT-Drs. 7/7572 in verbundener Debatte (Lage der Beschäftigten im Gesundheitswesen und der Krankenhäuser während der Corona-Pandemie/ Situation der Beschäftigten im Gesundheitswesen verbessern) Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Wir sind mitten in der Dritten Welle und wir wissen um ihre Belastungen der Beschäftigten in der Pflege. Die Lage ist mehr als angespannt – in Krankenhäusern, in der Altenpflege und in der ambulanten Pflege. Ich weiß aus vielen Gesprächen, dass viele nach einem Jahr Dauereinsatz unter Pandemie-Bedingungen ausgebrannt sind, dass sie für ihre Patienten und Patientinnen seit Monaten über ihre Grenzen gehen, dass sie sich sehr wünschen, dass endlich das Licht am Ende des Tunnels kommt. Und ich weiß auch, dass mancher, der seinen Beruf eigentlich liebt, überlegt, auszusteigen. Es ist mir wichtig, dass voranzustellen. Es ist Aufgabe der Politik die Rahmenbedingungen so zu schaffen, dass gute Pflege möglich ist. Ich werde hier aber zugleich deutlich dem Eindruck entgegentreten, wir hätten nicht unterstützt. Genau wie ich der These entgegentreten, das Gesundheitssystem sei mit der aktuellen Lage überfordert. In dem Antrag, den wir heute debattieren, werden letztlich drei Thesen aufgestellt: Zum ersten wird behauptet, dass sich die Krankenhäuser aufgrund ihrer Auslastung der Intensivbetten schon jetzt teilweise nicht mehr in der Lage sehen, weitere Intensivpatienten mit einer COVID-19-Infektion aufzunehmen. Dann wird behauptet, dass eine Erweiterung der Intensivbettenzahl zwar aufgrund technischer Reserven möglich und auch notwendig sei, aber an der Verfügbarkeit des medizinischen Fachpersonals scheitere. Zum dritten wird die aktuelle Situation als lebensbedrohlich eingeschätzt. Bevor ich aber im Einzelnen auf diese Thesen eingehe, möchte ich ein paar Worte zu den Rahmenbedingungen sagen. Anrede, eine der ersten Maßnahmen, die Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nach seiner Amtsübernahme durchsetzte, war die Einführung von Pflegepersonaluntergrenzen – begleitet von hohem Dokumentationsaufwand. Damit wollte er das Pflegepersonal der Krankenhäuser vor Nachstellungen durch gewinnstrebende Krankenhausleitungen schützen. Ein bestimmter Personalbedarf wurde zur Norm ernannt und Unterschreitungen dieser Norm wurden durch Erlöseinbuße sanktioniert. Im Ergebnis dieses – grundsätzlich sehr guten – Gedankens, kam es zu erheblichem Wettbewerb der Krankenhäuser um examinierte Pflegekräfte. In diese Konkurrenzsituation traf die Pandemie. Zwischendurch wurden die Regelungen zu den Personaluntergrenzen ausgesetzt – aktuell gelten sie für die Krankenhäuser, welche keine Ausgleichszahlungen erhalten. Der hohe Dokumentationsaufwand blieb. Zu Beginn der Pandemie hat Herr Spahn den Krankenhäusern versprochen, dass sie durch die Pandemie nicht schlechter dastehen sollten als zuvor. In Erfüllung dieses Versprechens wurde die Freihaltung von Kapazitäten für die Behandlung von Corona-Patient*innen bis Ende September vergangenen Jahres durch Freihaltepauschalen finanziert. Seit dem 18. November 2020 werden Ausgleichszahlungen ausgereicht, die an die Notfallstufe des Krankenhauses gebunden sind. Es soll also nicht mehr die Pandemie-bedingte Minderbelegung vergütet werden, sondern die Last der Pandemie-Bekämpfung. Insgesamt sind über 128 Millionen € an Abschlagszahlungen in die Krankenhäuser geflossen. Letztlich bleibt es aber trotzdem bei Mindereinnahmen, welche die Krankenhäuser durch die Vereinbarung von Erlösausgleichen mit den Krankenkassen ausgleichen müssen. Da dies nicht zeitnah geschehen kann, kommt es zu Liquiditätsengpässen. Die finanzielle Situation der Krankenhäuser ist angespannt. Neben den Finanzhilfen zum laufenden Betrieb haben die Krankenhäuser Zuschüsse für die Anschaffung zusätzlicher Beatmungsgeräte erhalten. Eine COVID-19-Infektion hat in schweren Fällen die Ausprägung einer doppelseitigen Lungenentzündung. Nach Auffassung des Bundesgesundheitsministeriums und der Länder sollten darum die Behandlungskapazitäten innerhalb des Jahres 2020 etwa verdoppelt werden. Für Sachsen-Anhalt ist das gelungen. Das ist vom Bund mit 50.000 € pro Behandlungseinheit und vom Land mit 35.000 bzw. 30.000 € bezuschusst worden. Dafür hat das Land ca. 15 Millionen € aufgewendet. Von Bund und Land zusammen sind über 48 Millionen € für Investitionen in die Krankenhäuser geschlossen. Anrede, um die Belastung der Krankenhäuser und ihres Personals richtig einschätzen zu können, muss man zudem wissen, dass die Belegung jahreszeitlichen Schwankungen unterworfen ist. Über Weihnachten gibt es grundsätzlich einen Belegungseinbruch, der bis in die 2. Januarhälfte andauert. In diese Phase der geringeren Belegung traf die zweite Welle. Das unterscheidet sie wesentlich von der dritten Welle, die wir gegenwärtig erleben. Wie geschildert, werden seit Beginn der Pandemie Betten für Corona-Patient*innen freigehalten. Selektive Eingriffe werden verschoben. Solange sie nicht „eilig“ sind, können auch lebenserhaltende Maßnahmen, wie zum Beispiel Tumoroperationen verschoben werden. Außerdem waren viele Patient*innen zu ängstlich, um ins Krankenhaus zu gehen. Da viele verschobene Eingriffe aber mittlerweile zu Notfällen geworden sind, trifft die dritte Welle in volle Krankenhäuser. Auch das ist ein elementarer Unterschied. Da die Belastung durch die Bekämpfung der Pandemie aber auch jetzt nicht alle Kliniken und nicht alle Regionen gleich trifft, ist hier in besonderem Maße solidarisches Handeln erforderlich. Um einen „Lastenausgleich“ zwischen den Ländern herzustellen, wurde das so genannte Kleeblatt-System eingeführt. Innerhalb der einzelnen „Blätter“ unterstützen sich die Länder. Sachsen-Anhalt gehört zum „Ost-Kleeblatt“, zusammen mit Brandenburg, Berlin, Sachsen und Thüringen. Im Auftrag dieses Kleeblatts wurde in Sachsen-Anhalt eine Umfrage mit Stichtag 13. April zur Belegung und Altersstruktur der Covid-Patienten im Krankenhaus durchgeführt. Mit Ausnahme eines Krankenhauses (Saalekreis) haben sich alle Krankenhäuser beteiligt. Die zentralen Ergebnisse: Es liegt bei ca. 66-68 Jahre nun sind auch jüngere Patient*innen im Intensivbereich Anrede, Was die Thesen der aktuellen Debatte angeht, kann man zusammenfassend sagen: Es stimmt nicht, dass die Krankenhäuser sich außerstande sehen, weitere Covid-Intensivpatienten aufzunehmen. Es gibt Reserven. Und die Krankenhäuser helfen sich untereinander. Laut DIVI-Intensivregister sind in Sachsen-Anhalt 146 Intensiv- und Beatmungsbetten mit einem Covid-19-Pateienten belegt, 76 dieser Pateienten werden beatmet (Stand: 19.04.). Es muss mit einem weiteren Anstieg der Belegung gerechnet werden. Die gegenwärtige Prognose des RKI sieht für Sachsen-Anhalt so aus, dass das von der Uniklinik Halle koordinierte Süd-Cluster tatsächlich an seine Grenzen stoßen könnte. Reserven gibt es dann aber noch im Norden des Landes. Wenn das nicht reicht, können andere Länder um Hilfe gebeten werden. Nach jetziger Einschätzung werden die neu geschaffenen Intensivkapazitäten zur Behandlung der Corona-Patient*innen ausreichen. Was allerdings Anlass zur Sorge sein kann, ist die hohe Zahl von Non-Corona-Patient*innen – unter anderem auch auf der Intensivstation. Aber auch dieses Problem wird zu lösen sein. Eine Erweiterung der Intensivkapazitäten ist aufgrund der neu geschaffenen Einheiten möglich. Und: Ja, die Verfügbarkeit des medizinischen Fachpersonals ist schwierig. Die Krankenhäuser haben aber im Verlauf des letzten Jahres sehr viele Mitglieder des Pflegedienstes und anderer Bereiche geschult der Pandemie mitzuhelfen. Mit diesen vereinten Kräften wird es gelingen, die dritte Welle zu bewältigen. Insofern: Nein, eine lebensbedrohliche Situation für die Menschen in unserem Lande sehe ich zurzeit nicht. Anrede, allerdings werden wir sehr lange mit der Folgenbeseitigung zu tun haben. In diesem Sinne verstehe ich auch die Forderungen aus dem Antrag: „Situation der Beschäftigten im Gesundheitswesen verbessern“. Sie wissen: Ich kann den Personaleinsatz innerhalb der Pflege als Ministerin nicht bestimmen. Aber natürlich sehe ich mich als Sachwalterin der Belange der Beschäftigten! Die tarifgerechte Bezahlung der Beschäftigten in der Pflege, gerade in der Altenpflege, ist keine neue Forderung und wird von der Landesregierung vehement unterstützt. Die Länder haben ihre Haltung in deutlich eingebracht, jetzt ist es an den Tarifpartnern, das auch umzusetzen. Anrede, der Bundesgesetzgeber hat in einem Maßnahmenbündel zur Bewältigung der Pandemie unter anderem den § 150 a SGB XI neu eingeführt. Dort ist die einmalige Sonderleistung für das Pflegepersonal in anerkannten Pflegeeinrichtungen nach dem SGB XI geregelt worden. Die jeweiligen Arbeitgeber wurden zu einer Einmalzahlung verpflichtet. Damit einher ging eine Refinanzierung, damit die Kosten keine Auswirkung auf die Pflegesätze haben. Eine vergleichbare Regelung für Pflegepersonal außerhalb von anerkannten Pflegeeinrichtungen nach dem SGB XI wurde nicht eingeführt. Vor diesem Hintergrund hat das Land Sachsen-Anhalt nicht die Möglichkeit, weitere Arbeitgeber zu einer Prämienzahlung zu verpflichten. „Sonderleistungen an Pflegekräfte aufgrund von besonderen Belastungen durch die SARS-CoV-2-Pandemie“ sind außerdem in § 26 a des Krankenhausfinanzierungsgesetzes geregelt. Das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus veröffentlicht für jedes anspruchsberechtigte Krankenhaus [1] das Prämienvolumen im Internet Internetseite. Eine entsprechende Vereinbarung wurde durch die Selbstverwaltungspartner geschlossen. Das Land ist unbeteiligt. Die Prämienzahlung ist auch nur für Pflegekräfte vorgesehen. Andere Dienstarten sind nicht berechtigt. Grundsätzlich sind Löhne- und Gehälter auf arbeits- oder tarifvertraglicher Grundlage zu bezahlen. Arbeitgeber könnten darüber hinaus Gratifikationen auf der Grundlage einer unternehmerischen Entscheidung auch freiwillig bezahlen. Niemand wird in Abrede stellen, dass auch in anderen Bereichen von den Beschäftigten sehr belastende Arbeit mit großem Engagement geleistet worden ist. Insofern hat die einmalige Sonderleistung für die Beschäftigten im SGB XI Bereich und im Krankenhaus, die ich grundsätzlich sehr begrüße, zu einer gewissen Gerechtigkeitslücke bei den sozialen Berufen geführt. Lohn- und Vergütungsunterschiede sind jedoch in dem vorgegebenen System mit den unterschiedlichen Zuständigkeiten, verschiedenen öffentlichen und privaten Arbeitgebern sowie den differenzierenden Rechtsgrundlagen letztlich unvermeidlich. Anrede, auch zu dem letzten Punkt des Antrages: „sich auf Bundesebene für die unverzügliche Deckelung der einrichtungseinheitlichen Eigenanteile in stationären Pflegeeinrichtungen auf niedrigem Niveau und für die Einführung einer solidarischen Gesundheits‐ und Pflegeversicherung einzusetzen“, gibt es Aktivitäten der Landesregierung. Es gibt eine eindeutige Beschlusslage der Länder und die ausdrückliche Forderung einer Begrenzung der Eigenanteile Allerdings sind die Signale auf Bundesebene nicht sehr vielversprechend, was eine Umsetzung dieses Vorhabens noch in dieser Legislatur anbelangt. Ich werde jedoch nicht nachlassen und mich weiterhin für eine deutliche Entlastung der Pflegebedürftigen einsetzen. Anrede, Sie sehen: die Landesregierung ist an den entscheidenden Stellen aktiv geworden. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! [1] unter Angabe des Namens und des Kennzeichens nach § 293 Abs. 1 SGB V Impressum: Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration Pressestelle Turmschanzenstraße 25 39114 Magdeburg Tel: (0391) 567-4608 Fax: (0391) 567-4622 Mail: ms-presse@ms.sachsen-anhalt.de

Außenluft

Luftkontamination oder "Luftverschmutzung" liegt vor, wenn übermäßige Mengen oder auch für die Gesundheit schädliche Mengen an Spurengasen oder Staubpartikeln in die Atmosphäre gelangen. Neben den bekannten anthropogenen Quellen an Luftschadstoffen gibt es für viele Substanzen auch natürliche Quellen, die vom Menschen nur wenig beeinflussbar sind. Aufgrund von Schwankungen bei der Aktivität der Quellen sowie einer Vielfalt atmosphärischer Prozesse kann sich die Luftqualität im Einzelfall je nach Ort und Zeit stark unterscheiden. Luftverunreinigungen verursachen statistisch gesehen eine Bandbreite gesundheitlicher Auswirkungen in der Bevölkerung, die von Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronisch-obstruktiver Lungenkrankheit (COPD), Schlaganfällen bis zu Lungenkrebs reichen. Zum Schutz der menschlichen Gesundheit gibt es zahlreiche auf wissenschaftlicher Grundlage abgeleitete Grenzwerte bzw. Beurteilungswerte. In Deutschland wird die Luftqualität mit Hilfe eines umfangreichen Messnetzes aus ca. 600 Messstationen nach europaweit einheitlichen Vorgaben überwacht. Verstärkt muss vor allem dort gemessen werden, wo hohe Konzentrationen erwartet werden, denen viele Menschen ausgesetzt sind. Aktuell werden deutschland- und europaweit 11 Luftschadstoffe überwacht, von denen bei lang- und/oder kurzfristiger Exposition eine Gefahr für die menschliche Gesundheit ausgeht. Durch erfolgreiche Emissionsminderungsmaßnahmen, die in den 1960er Jahren begannen und bis in die Gegenwart reichen, gibt es mittlerweile in Deutschland keine Überschreitungen der geltenden Luftschadstoffgrenzwerte für Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Benzol und Blei mehr. Allerdings sind in Ballungsräumen und Städten die Konzentrationen von Feinstaub (PM10/PM2,5) und Stickstoffdioxid (NO2) an einigen Messstationen nach wie vor zu hoch, auch wenn sie seit 1990 deutlich abgenommen haben. Auch die Ozonbelastung stellt in den Sommermonaten deutschlandweit ein Problem dar. Nur sehr vereinzelt werden zu hohe Konzentrationen der Staubinhaltsstoffe (Arsen, Cadmium, Blei, Nickel, Benzo[a]pyren) gemessen. Inzwischen halten auch orientierende, d.h. gesetzlich nicht verpflichtende Messungen einiger "neuer" Luftschadstoffe wie ultrafeiner Partikel (UFP) Einzug in Messnetze. Durch Langzeitmessungen von UFP konnten z.B. die Wirksamkeit emissionsmindernder Maßnahmen im Kfz-Bereich gut belegt werden. Die Luftqualitätsdaten der Bundes- und Ländermessnetze werden der Öffentlichkeit automatisiert und zeitnah zur Verfügung gestellt, damit sich empfindliche Personengruppen jederzeit über die Belastungssituation informieren können. Quelle: https://www.ecomed-medizin.de/aussenluft

CT : Verbesserte COPD-Diagnostik - geringere Strahlenbelastung

CT : Verbesserte COPD-Diagnostik - geringere Strahlenbelastung Ein Patient liegt in einem Computertomographie-Scanner Quelle: Johnny Greig via Getty Images COPD ist eine häufige und schwere Erkrankung der Lunge. Weltweit sind über 300 Millionen Menschen daran erkrankt, etwa 3,17 Millionen Menschen sterben daran pro Jahr. Die Abkürzung COPD steht für den englischen Namen "C hronic Obstructive Pulmonary Disease ". Es handelt sich also um eine chronische Erkrankung, die mit einer Verengung der Atemwege einhergeht. Um die Erkrankung zu diagnostizieren und Art und Schweregrad festzustellen, wird immer häufiger eine Untersuchung mittels Computertomographie ( CT ) eingesetzt. Doppelte Bildgebung bietet höhere Aussagekraft Die internationale Fleischner-Gesellschaft renommierter Thorax-Radiolog*innen empfiehlt, CT -Aufnahmen zur COPD-Diagnostik nicht nur im eingeatmeten Lungenzustand (Inspiration), sondern zusätzlich im ausgeatmeten (Exspiration) durchzuführen, um die Aussagekraft zu erhöhen. Das bedeutet allerdings auch eine Verdopplung der Strahlenexposition und des Strahlenrisikos. Laut einer umfangreichen Patient*innenstudie, an der das Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ) beteiligt war, führen technische Innovationen dazu, dass trotz doppelter Bildgebung eine geringere Strahlenexposition entsteht als bei herkömmlicher Technologie mit nur einer Aufnahme. Die Exposition bei einer kombinierten Inspirations-Exspirations-Untersuchung an sogenannten Dual-Source -Systemen der neuesten, dritten Generation war niedriger als bei einer reinen Inspirations-Untersuchung an nur wenig älteren Dual-Source -Systemen der zweiten Generation. Im Rahmen der Studie berechnete das BfS die Strahlenexposition , die – je nach eingesetztem CT -Gerät – mit den medizinischen Untersuchungen einherging, sowie das damit verbundene Risiko für einen strahleninduzierten Tumor. Diagnostischer Gewinn ist höher zu bewerten als Risiko Nach Abschätzungen des BfS erhöht eine solche kombinierte CT -Untersuchung für eine Frau im Alter von 50 Jahren das Risiko, in ihrem Leben eine Krebserkrankung zu entwickeln, um 0,025 Prozent. Für einen 50-jährigen Mann steigt dieses Risiko um 0,013 Prozent. Das bedeutet, dass bei 4000 so untersuchten Frauen statistisch gesehen ein Krebsfall auftritt, der auf die CT -Diagnostik zurückzuführen ist, beziehungsweise einer bei 7700 Männern. Der Unterschied zwischen den Geschlechtern erklärt sich unter anderem dadurch, dass bei der Lungendiagnostik das Brustgewebe der CT - Strahlung ausgesetzt ist und dieses bei Frauen anfälliger für eine Tumorentwicklung ist. Der Anstieg des Risikos ist aber bei beiden Geschlechtern so niedrig, dass selbst bei mehrmaligen Untersuchungen über einen längeren Zeitraum das Risiko deutlich geringer zu bewerten ist als der diagnostische Gewinn. Innovationen in Hard- und Software reduzieren Strahlenexposition Die durchgeführte Studie belegt eindrucksvoll die Bedeutung von technischen Innovationen für die Reduzierung der Strahlenexposition am Beispiel von COPD-Patient*innen. Bei der Dual-Source- CT handelt es sich um ein röntgendiagnostisches Schnittbildverfahren. Dabei rotieren zwei versetzte Röntgenröhren und gegenüberliegende Strahlendetektoren spiralförmig um den Körper der untersuchten Person. Aus den detektierten Signalen werden mithilfe eines Computerprogramms überlagerungsfrei Schnittbilder erzeugt, auf denen sich unterschiedlich dichte Gewebestrukturen kontrastreich (also in gut unterscheidbaren Grautönen) darstellen. Die erzielte Dosisreduktion ergab sich überwiegend durch eine innovative Zinn-Filterung des Röntgenspektrums. Hauptautor der Studie ist Joshua Gawlitza vom Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg. Stand: 12.01.2021

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