Das Projekt "Sub project: Core Project 9 'Soil' Linking biodiversity and land use to soil functions" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Max-Planck-Institut für Biogeochemie durchgeführt. Böden sind als Standort für Pflanzen und Lebensraum für eine Vielzahl von Mikroorganismen ein integraler Bestandteil von Ökosystemen. Das Kernprojekt Boden stellt grundlegende Daten über Bodeneigenschaften und Bodenfunktionen bereit. Wir organisieren zudem koordinierte Bodenprobenahmen auf den Experimentier-Flächen (EP) und beteiligen uns an der Synthese in den Biodiversitäts Exploratorien (BE). Im Vordergrund steht dabei die Fragestellung, wie sich Landnutzung und Biodiversität auf den Eintrag, die Speicherung und die Stabilität von Kohlenstoff und Nährstoffen im Boden auswirken. In der vergangenen Projektphase der BE haben wir 2017 die koordinierte Bodenprobenahme auf allen EP wiederholt und grundlegende Bodenparameter für weitere Projekte zur Verfügung gestellt. Wir haben zudem das Monitoring des Streufalls auf allen Waldflächen fortgesetzt. Wir konnten zeigen, dass der Streufall in den ungenutzten Wäldern größer als in genutzten Wäldern war, wozu insbesondere die größere Menge an Zweigen, Ästen und Früchten im ungenutzten Wald beitrug. Die Umsatzzeiten von Kohlenstoff in der organischen Auflage zeigen, dass diese sowohl durch den Standort (z.B. pH Wert, Nährstoffverfügbarkeit) als auch durch die Qualität der Streu beeinflusst werden. Der Abbau von organischer Substanz wurde auf allen Experimentier-Flächen in situ durch Messung der Bodenatmung bestimmt. Durch die Trockenheit im Sommer 2018 waren die gemessenen Bodenatmungsraten gering. Trotzdem konnten im Wald Effekte der Untersuchungsregion, der Landnutzung und der Hauptbaumart nachgewiesen werden. Die Nährstoffauswaschung wurde mit Austauscherharzen im Jahr 2018/19 kumulativ bestimmt, so dass die Analyse noch nicht abgeschlossen ist. In der kommenden Projektphase werden wir das Bodenmonitoring auf allen EP fortsetzen. In enger Kooperation mit anderen Projekten werden wir eine weitere Bodenprobenahme auf allen 300 EP organisieren. Diese Probenahme wird dann auch die neu etablierten Wald- und Grünlandexperimente einschließen. Auf allen Flächen werden wir grundlegende Bodeneigenschaften und Indikatoren für die Bodenqualität bestimmen, auch um die Vergleichbarkeit der neuen Versuchsflächen mit den bisherigen Untersuchungsflächen (den Kontrollflächen) sicherzustellen. Wir werden das Bodenprobenarchiv sowie das Streufall-Monitoring in den BE fortführen. Da die zentrale Frage des Waldexperiments ist, inwiefern ein Lückenschlag durch geänderte Resourcenverfügbarkeit die Biodiversität beeinflusst, werden wir in den neu etablierten Lücken sowohl den Streueintrag, als auch die Nährstoffverfügbarkeit im Boden bestimmen. Wir werden überprüfen, ob diese Änderungen in der Nährstoffverfügbarkeit durch den Abbau von organischer Bodensubstanz bedingt werden. Dazu werden wir die Bodenatmung, Enzymaktivitäten, den Streuabbau und die Aktivität der Bodenfauna bestimmen. Zusätzlich zu unseren bisherigen Synthese-Aktivitäten werden wir dann zur gemeinsamen Bewertung des Waldexperimentes beitragen.
Das Projekt "Teilprojekt 4" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Bayreuth, Zentrum für Ökologie und Umweltforschung, Lehrstuhl Ökologie der Pilze durchgeführt. Wegbereiter Wiederbewaldung: Regionales Flächenmanagement zur Entwicklung multifunktionaler Wälder auf gestörten Fichtenflächen 1.1 Vorhabensziel Angesichts des fortschreitenden Absterbens von Wäldern evidenzbasierten Handlungsempfehlungen zur Schaffung Waldökosystemen. Das Ziel dieses Vorhabens ist, ausgehend forstwirtschaftlichen Schäden in Thüringens Fichtenbeständen konkrete Lösungskonzepte und Werkzeuge zur Risikoeinschätzung Wiederbewaldung gestörter Fichtenflächen zu entwickeln. In TP 4 soll die Diversität und wichtige Ökosystemprozesse (Abbau organischer Substanz, Nährstoffkreislauf) von Pilzen und Bakterien in Abhängigkeit verschiedener Störungsmanagement-Strategien quantifiziert werden. Ziel des TP 4 sind konkrete Empfehlungen für die Forstwirtschaft, um beide Ziele, die Nutzung von Holz als Ressource sowie der Erhalt der mikrobiellen Biodiversität und damit im Zusammenhang stehende Ökosystemprozesse in Zeiten vom Klimawandel zu erreichen.
Das Projekt "Teilprojekt E" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Bayreuth, Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften, Lehrstuhl für Bodenkunde und Bodenökologie durchgeführt. Unsere Ziele sind insbesondere: (i) Charakterisierung des ARD-Schweregrads für große Datensätze über eine Reihe von Bodeneigenschaften und Klimazonen Deutschlands und unter Einbeziehung verschiedener Bewirtschaftungsarten; (ii) Verständnis der abiotischen (Bodeneigenschaften und Klima) und biotischen Faktoren, die an ARD beteiligt sind, und Bewertung des standortspezifischen ARD-Risikos und des Potenzials zur Risikominderung; (iii) Verknüpfung der oberirdischen Pflanzenbiodiversität mit der unterirdischen mikrobiellen Vielfalt und dem Schweregrad von ARD; (iv) Prüfung des standortspezifischen Erfolgs von Bewirtschaftungsstrategien mit besonderem Schwerpunkt auf der durch Zwischenfruchtmischungen (catch crops) bewirkten biologischen Vielfalt.
Das Projekt "Teilprojekt: Kopplung von Totholzabbau und Stickstoffkreislauf: Diversität und Funktion von Diazotrophen (Woodstock)" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Bayreuth, Fachgruppe Geowissenschaften, Bayreuther Zentrum für Ökologie und Umweltforschung (BayCEER), Lehrstuhl für Bodenökologie durchgeführt. Totholzstämme repräsentieren eine kohlenstoff- (C) und energiereiche aber zugleich stickstoff-(N)arme Ressource in Waldökosystemen. Biologische N2-Fixierung durch freilebende diazotrophe Mikroorganismen trägt zur N-Anreicherung im Totholz bei. Über die Funktion der Diazotrophen für die N-Versorgung von totholzbewohnenden Organismen und für den Totholzabbau ist bislang wenig bekannt. In den Biodiversität-Exploratorien existieren unterschiedliche Bedingungen für diazotrophe Mikroorganismen durch Totholzstämme von 13 Baumarten, die im BeLongDead-Experiment auf 30 Flächen exponiert sind. Ein Ziel des Projektantrags ist den Beitrag der N2-Fixierung zur N-Anreicherung zu quantifizieren und die aktiven diazotrophen Gemeinschaften in den Totholzstämmen des BELongDead-Experiments zu identifizieren. Ein weiteres Ziel ist die experimentelle Überprüfung von Einflussfaktoren auf die N2-Fixierung, Quantität und Diversität der aktiven diazotrophen Gemeinschaft und auf den Transfer von fixierten N zu holzabbauenden Mikroorganismen. Unsere Hypothesen sind, (1) N2-Fixierungsrate und Diversität von Diazotrophen im Totholz unterscheiden sich zwischen den 13 Baumarten, der Intensität des Forstmanagements und den Exploratorien, (2) diazotrophe Gemeinschaften und N2-Fixierung unterscheiden sich entlang des radialen Gradienten in den Totholzstämmen von außen nach innen, (3) Diversität und Aktivität von Diazotrophen und holzabbauenden Pilzen sind stark assoziiert aufgrund ihrer gegenseitigen Abhängigkeit von C und N Ressourcen. Die letztere Beziehung moduliert die Aktivität und Zusammensetzung von diese Gemeinschaften im initialen und forstgeschrittenen Abbaustadium. Ferner testen wir die Hypothese, dass (4) externe N-Quellen die N2-Fixierung und die Quantität von Diazotrophen reduzieren. Zur Überprüfung der Hypothesen werden wir innovative und etablierte Methoden sowie Felduntersuchungen und Laborexperimente kombinieren. N2-Fixierungsraten werden mit dem 15N2 Ansatz und die funktionellen nifH-Gene mit spezifischer quantitativer PCR und Amplicon-Sequenzierung bestimmen. Struktur und Aktivität der diazotrophen Gemeinschaft werden mit einer Bromodeoxyuridintrennung sowie dem Stabilen Isotopen Beprobungsansatz (SIP) von 15N-markierter RNA analysiert, und beide Ansätze mithilfe der Amplicon-Sequenzierung kombiniert. Schließlich wird der Einfluss verschiedener Einflussfaktoren Parameter auf die Struktur und Aktivität der diazotrophen Gemeinschaft untersucht. Unsere Expertisen ermöglichen es die Wechselwirkungen zwischen N2-Fixierung, Abundanz und Diversität der Diazotrophen und kontrollierenden Faktoren für den Totholzabbau neu zu bewerten. Durch die Zusammenarbeit in einem koordinierten und vollständig replizierten Experiment mit 30 Waldökosystemen erwarten wir belastbare Ergebnisse mit großer wissenschaftlicher Bedeutung und Nutzen für die Totholzforschung.
Das Projekt "Teilprojekt: Der Einfluss von Landnutzungsintensitäten auf die Diversität von Viren in Grünlandböden und deren Bedeutung als Steuergrösse für die Zusammensetzung mikrobieller Populationen und deren Funktion (KiWion)" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH - UFZ, Department Umweltmikrobiologie durchgeführt. Unser Wissen zur Ökologie und Bedeutung von Mikroorganismen in Böden ist umfassend. Dies gilt im Gegensatz dazu nicht für die Ökologie der Viren. Erkenntnisse dazu hinken dem Kenntnisstand aus aquatischen Lebensräumen weit hinterher. Böden beherbergen eine große Anzahl an Viren und das Viren - Wirt Verhältnis liegt meist deutlich über jenem in aquatischen Systemen. Unterschiede in den Virenpopulationen können teilweise auf unterschiedliche Bodencharakteristika (pH, Wassergehalt, Anteil an organischem Material) erklärt werden. Dies lässt den Schluss zu, dass Unterschiede in der Landnutzung entsprechend die Virenabundanz als auch Viren - Wirt Interaktionen beeinflussen. In Böden tragen bis zu 68% aller Bakterien induzierbare Prophagen, ein Hinweis darauf, dass die Heterogenität im Boden und die ungleiche Verteilung der Mikroorganismen eine lysogene Vermehrung von Viren selektiert. Dies hat zur Folge, dass der Austausch von genetischer Information zwischen Virus und Wirt vorwiegend durch Transduktion stattfindet. Bis dato analysierte Virenmetagenome aus dem Boden bestanden bis zu 50% aus transduzierten Genen prokaryotischen Ursprungs. Obwohl davon ausgegangen werden kann, dass Viren im Boden, wie für aquatische Lebensräume gezeigt, einen signifikanten Einfluss auf die räumliche und zeitliche Dynamik ihrer Wirte (Killing the Winner Hypothese) und deren kontinuierliche Anpassung (Red Queen Hypothese), wichtige Ökosystemfunktionen und biogeochemische Prozesse haben, kennen wir die Art und Häufigkeit der Interaktionen nicht und empirische Daten fehlen. Wir postulieren, dass Transduktion eine wichtige Rolle für die Resilienz von Böden unter intensiver Landnutzung spielt, da in diesen Böden i) die mikrobielle Diversität vergleichsweise niedrig ist, was zu einer erhöhten Sensitivität gegenüber Veränderungen in den Umweltbedingungen führt. Andererseits, ii) hat die durch Düngung erhöhte spezifische Aktivität von Mikroorganismen eine erhöhte Transduktionsrate zur Folge, da Viren für ihre Vervielfältigung auf metabolisch aktive Wirte angewiesen sind. Um unsere Hypothese zu überprüfen, werden wir an 150 Standorten der Biodiversitäts-Exploratorien und im Detail an einer Auswahl an Grünlandstandorten mit unterschiedlicher Intensität der Bewirtschaftung Untersuchungen durchführen. Analysiert wird die Beziehung zwischen Virenabundanzen und VBRs mit der Bewirtschaftung, der Vegetationsperiode und den vorherrschenden Umweltbedingungen. Zusätzlich untersuchen wir mit Hilfe moderner molekularer Methoden die Zusammensetzung der Virengemeinschaften und ihre Diversität, sowie viren-assoziierte Funktionen prokaryotischen Ursprungs. Experimente zu Virus-Wirt Interaktionen und die Analyse von CRISPR like structures in den prokaryotischen Wirten werden Erkenntnisse zu der Ökologie bakterieller Gemeinschaften liefern. Nicht zuletzt werden wir Viren von abundanten Bodenbakterien (z.B. Pseudomonaden) für vergleichende Genomanalysen und Kreuzinfektionsversuche isolieren.
Das Projekt "Vorhaben: Mikrobiologisches Monitoring des Grundwasserökosystems unter Einfluss eines Aquifer Wärme- und Kältespeichers" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau, Fachgebiet Ökologie durchgeführt. Niedrigtemperatur-Aquiferspeicher (NT-ATES) sind, im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern, in Deutschland bislang noch nicht etabliert. Hier sollen durch die wissenschaftliche Begleitung des Baus und Betriebs einer ATES- Demonstrationsanlage in Berlin Erkenntnisse gewonnen werden, welche dazu beitragen, den Weg für eine breitere ATES-Umsetzung und -Nutzung in Deutschland zu ebnen. In diesem Teilprojekt findet eine Untersuchung zum Einfluss der Demoanlage auf das Grundwasserökosystem statt. Grundwasserökosysteme gehören zu den am wenigsten erforschten aquatischen Lebensräumen unseres Planeten. Sie beherbergen eine reiche Vielfalt an Mikroorganismen (das Grundwassermikrobiom) und auch viele Metazoen. Zu den wichtigsten Dienstleistungen zählen z.B.die Elimination anthropogener Schadstoffe und Krankheitserreger, die natürliche Gewinnung und Speicherung von Trinkwasser, die Senken- und Quellenfunktion für Kohlenstoff und die Aufrechterhaltung der hydraulischen Leitfähigkeit in Aquiferen. Weiterhin sind zahlreiche andere Ökosysteme direkt abhängig von einer hohen Grundwasserqualität. Die Grundwasserbiota, insbesondere das Mikrobiom, sind essentiell zur Aufrechterhaltung dieser Ökosystemdienstleistungen und einer hohen Grundwasserqualität. Grundwasser(mikro)biota sind jedoch sehr empfindlich gegenüber äußeren Einflüssen, darunter auch thermische Störungen. Diese können Veränderungen in der Zusammensetzung des Mikrobioms herbeiführen, welche dann die Grundwasserqualität und das Grundwasserökosystem stark kompromittieren. In diesem Projekt werden die Effekte eines ATES-Betriebs auf das Grundwassermikrobiom (Struktur, Resilienz, Regenerationsfähigkeit) und auf die Grundwasserqualität untersucht. Endergebnis wird ein kostengünstiges, schnelles und einfach anzuwendendes DNA-basiertes Monitoringverfahren sein, welches erlaubt, von einem ATES-Betrieb ausgehende Gefahren für das Grundwasserökosystem rechtzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
Das Projekt "Mobilisierung der mikrobiellen Biodiversität zur zirkulären Bioökonomie-Lösungen" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Helmholtz-Zentrum hereon GmbH durchgeführt. Das Projekt 'MENZYPOL-CIBES' dient der Weiterentwicklung des Forschungsnetzwerks 'MENZYPOL-NET'. Die beteiligten ProjektpartnerInnen sind Agrosavia, die Universidad de los Andes und das Institut für aktive Polymere des Helmholtz Zentrums Hereon. Im Rahmen der bestehenden Kooperation haben die Partner bereits eine Reihe von gemeinsamen Aktivtäten durchgeführt, aus denen mehrere wissenschaftliche Publikationen hervorgegangen sind. Die zukünftigen Ziele des Netzwerks lassen sich wie folgt zusammenfassen: Das Bearbeiten wissenschaftlicher Fragestellungen im Bereich der Bioökonomie, Gewinnung und Ausbildung von Nachwuchs für Biotechnologie und Polymerwissenschaften sowie die Akquise weiterer PartnerInnen und dadurch die Stärkung des Netzwerk. Auf wissenschaftlicher Ebene zielt das Netzwerk darauf ab, Enzyme und Mikroorganismen für die Bioökonomie zu identifizieren und nutzbar zu machen. Der Fokus liegt dabei auf der biokatalytischen Aufspaltung von Polymeren aus Agro-industriellen Abfällen wie Molke, Kaffeesatz oder Kakaopulpe sowie der katalytischen Degradation des in biogenen Rohstoffen und Produkten angereicherten Mikroplastiks. Dies ermöglicht die Umwandlung von Abfällen und Nebenprodukten zu Biopolymeren wie Polymilchsäure und Polyhydroxyalkanoaten. Zur Analyse der Degradation von Mikroplastik unter enzymatischer Katalyse werden Screening-Ansätze in Kolumbien mit Hochpräzisions-Messungen bei Hereon kombiniert. Die wissenschaftlichen Fragestellungen werden in drei Mini-Forschungsprojekten bearbeitet, koordiniert von einer erfahrenen WissenschaftlterIn bei jeweils einer der teilnehmenden Institutionen. In mehreren gegenseitigen Arbeitsbesuchen wird sowohl an den Projekten als auch an der Steuerung und dem Ausbau des Netzwerks gearbeitet. Es soll zudem ein wissenschaftliches Symposium zu am Hereon-Standort in Teltow abgehalten werden. Die Ergebnisse des Netzwerks sowie das Netzwerk selbst werden bei einer nationalen sowie einer internationalen Konferenz vorgestellt.
Das Projekt "Teilprojekt: Einfluss von Landnutzungsintensität auf Methanumsetzende Mikroorganismen in Grünland- und Waldböden" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V. - Programmbereich 1 Landschaftsprozesse - Arbeitsgruppe Mikrobielle Biogeochemie durchgeführt. Methan (CH4) ist, neben CO2 das zweitwichtigste Treibhausgas (GHG). Die aktuelle atmosphärische Methankonzentration steigt seit 2007, vermutlich aufgrund von anthropogenem Einfluss bedingt durch intensivierte landwirtschaftliche Lebensmittelproduktion, stark an. Eine wichtige Aufgabe wird es zukünftig sein, die heutige Intensität der Landwirtschaft produktiv, aber auch gleichzeitig klimaneutral zu gestalten um dem Lebensmittelbedarf einer wachsenden Weltbevölkerung zu entsprechen. Zwei fundamental unterschiedliche Gruppen von Prokaryoten sind für den CH4 Umsatz in Böden verantwortlich. Methanotrophe Bakterien (MOB) wirken durch die Oxidation von atmosphärischem CH4, und von CH4, das durch methanogene Archaea im Boden produziert wurde bevor es die Atmosphäre erreicht, als biologische Filter. Derzeit ist nicht geklärt, inwieweit sich Unterschiede in der Landnutzungsintensität auf die funktionelle Diversität und die Aktivität dieser im Methanzyklus wichtigen Mikroorganismengruppen auswirken. Erste Untersuchungen zeigen einen negativen Effekt von hoher Nutzungsintensität auf die Methanaufnahme von gut belüfteten Grünlandböden. Allerdings ist wenig bekannt über den Einfluss der Landnutzungsintensität auf die räumliche und zeitliche Dynamik methanotropher und methanogener Bodenmikroorganismen. Wir haben ein interdisziplinäres Konsortium aus Experten der Bodenkunde, der Mikrobiologie und der Metagenomik mit komplementären Expertisen zu bodenbürtigen Treibhausgasen, methanotrophen und methanogenen Prokaryoten zusammengestellt. Durch die Kombination von aktuellen Methoden wollen wir die Biodiversitätsexploratorien als ideale Plattform nutzen, um die Frage zu beantworten, inwieweit Landnutzungsintensität die funktionelle Diversität und Aktivität von Methanumsetzenden Mikroorganismen beeinflusst.Die zugrundeliegenden Hypothesen wollen wir in zwei Arbeitspaketen (WP) überprüfen. Innerhalb von WP1 wollen wir untersuchen, welche Auswirkungen die Landnutzungsintensität von Grünland und Waldflächen auf die Methanflüsse und die Abundanz und Diversität von methanotrophen Bakterien (quantitative PCR) hat, und inwieweit dies von Umweltfaktoren abhängt. In WP2 wollen wir die jahres- und tageszeitliche Dynamik der Aktivität von methanogenen und methanotrophen Prokaryoten (mittels Metatranskriptomik und Methanfluss Messungen) untersuchen, und inwieweit diese durch Grünlandnutzungsintensität beeinflusst wird. Hierbei wird unser Fokus auf dem Vergleich auf Grünlandflächen auf wasserbeeinflussten Histosolen und gut durchlüfteten Leptosolen liegen. Unser Projekt BE-CH4 wird zu dem dringend benötigten Wissen um den Einfluss von Grünland- und Waldnutzungsintensität auf die räumliche und zeitliche Dynamik von den Methanfluss aus, und in Böden bedingenden Mikroorganismen beitragen.
Das Projekt "Pflanzenmikroben im nachhaltigen Weinbau" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie durchgeführt. Das GESAMTZIEL von PROSIT besteht darin, die pflanzenassoziierte mikrobielle Biodiversität zu charakterisieren und zu nutzen, um typische mediterrane Agrarökosysteme widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen. Zu diesem Zweck wird ein transdisziplinärer Ansatz angewandt, der physiologische, metagenomische, transkriptomische, metabolomische und epigenomische Methoden umfasst, um die mikrobiomgesteuerten molekularen Vorgänge zu entschlüsseln, die mit der Trockenheitsresistenz von Pflanzen in Verbindung stehen, wobei die Weinrebe, eine wichtige Kulturpflanze in allen Mittelmeerländern, als Fallbeispiel dient. Der deutsche Partner wird eine eingehende Stoffwechselanalyse des Primärmetabolismus verschiedener Kombinationen aus Genotyp, Trockenstress und Endophyten von Weinreben durchführen. Zu diesem Zweck wird die GC-MS verwendet um die Gehalte an Zuckern, organischen Stoffen und Aminosäuren zu bestimmen und jene Änderungen mit Daten anderer Partner in Beziehung zu setzen, um diese biologische Wechselwirkung besser zu charakterisieren und nach möglichen Biomarkern zu suchen, die zur Bewertung der Stresstoleranz im Feld verwendet werden könnten. Nach der Fertigstellung, wird PROSIT innovative und kostengünstige Werkzeuge sowie innovative Anbausysteme ermöglichen, um die Produktivität von Weinreben in einem trockeneren mediterranen Klima zu gewährleisten.
Das Projekt "Identifizierung mikrobieller Systemzustandsindikatoren und Entwicklung von Prozessmodellen zur störungsfreien und bedarfsgerechten Prozesssteuerung in Biogasanlagen" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V. durchgeführt. Gesamtziel des Vorhabens ist die Identifizierung und Verifizierung mikrobieller Systemzustandsindikatoren und die Entwicklung von darauf basierenden Prozessmodellen zur störungsfreien und bedarfsgerechten Prozesssteuerung. Damit wird die zukünftig verstärkte Nutzbarkeit von Reststoffen unterstützt, die oft schwer vergärbar und/oder prozesskritisch sind und in wechselnder Menge und Zusammensetzung anfallen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden in Laborfermentern gezielt und systematisch praxisrelevante Prozessvariationen (inkl. typische Stresssituationen) für unterschiedlich widerstandsfähige Biogas-Mikrobiome herbeigeführt, um mikrobielle Indikatoren für spezifische Systemzustände und deren Stresstoleranzpotenzial gegenüber wirkenden und stetig wechselnden Umweltfaktoren zu identifizieren. Im Ergebnis sollen Schwellenwerte für kritische Prozessbedingungen festgestellt werden, unter denen sich die Indikatorarten bzw. Indikatorgruppen anreichern oder reduzieren/verschwinden. Damit sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, um einfache, schnelle und kostengünstige mikrobiologische Nachweisverfahren entwickeln und anwenden zu können. Über Modelle zur zeitlichen Entwicklung der mikrobiellen Diversität, insbesondere mikrobieller Systemzustandsindikatoren sollen Vorhersagen getroffen werden, wie mikrobielle Gemeinschaften auf Prozessvariationen reagieren, um Handlungsempfehlungen zur Vermeidung von Prozessstörungen im Praxisbetrieb abzuleiten.
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Boden | 134 |
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Luft | 90 |
Mensch & Umwelt | 164 |
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