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Raumwissenschaftliches Kolloquium: „Zu viel des Wandels? - Widersprüche und Aufbrüche in der sozial-ökologischen Transformation“

Kommt die „Große Transformation“ ins Stocken, bevor sie richtig begonnen hat? In den Augen vieler Menschen verläuft der Übergang zu einer nachhaltigen und klimaneutralen Gesellschaft zu langsam. Allerdings sehen sich selbst begrenzte Bemühungen derzeit mit massiven Gegenreaktionen konfrontiert. Themen wie Wärmewende, Verkehrswende oder der ökonomische Wandel im Kontext des „Green Deals“ werden emotional diskutiert. Politische Entscheidungsverantwortliche sehen sich Lobbyinteressen, Fehlinformationen und einer zunehmenden politischen Radikalisierung ausgesetzt. Menschen, die in ihren Kommunen und Regionen die Transformation vorantreiben und innovative Projekte umsetzen, sind zahlreichen Sachzwängen, emotionalen Debatten und Protesten bis hin zu gewalttätigen Übergriffen ausgesetzt. Dabei sind Regionen, Städte und Gemeinden entscheidende Arenen für das, was als „Große Transformation“ bezeichnet wird. Dieser große Wandel kann nur gelingen, wenn sich viele lokale und regionale Einzelinitiativen zusammenfügen. Daher stellt sich die Frage: wie können wir der Transformation auf lokaler Ebene und in größerem Maßstab neuen Schwung verleihen? Dieser Frage wollen wir in Impulsvorträgen und Workshops nachgehen. Eingeladen sind nationale und internationale Expert:innen aus der Wissenschaft sowie Gestalter:innen aus der Praxis, politische Verantwortliche in Kommunen, Bund und Ländern, Verwaltungsangestellte, Mitglieder von Initiativen, Journalist:innen und alle anderen, die sich mit dem Wandel auseinandersetzen. Mehr Informationen und ab Januar 2025 auch die Anmeldung finden Sie hier .

Ministerium unterstützt Forschung der Uni Magdeburg zu nachhaltiger Chemieindustrie

Sachsen-Anhalts Wissenschaftsministerium stärkt einen Zukunftsbereich der universitären Forschung im Land: Minister Prof. Dr. Armin Willingmann hat am heutigen Montag einen Förderbescheid über knapp 10,9 Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln an die Otto-von-Guericke-Universität überreicht. Finanziert wird damit die Weiterentwicklung des Forschungszentrums Dynamische Systeme (CDS), das vor allem in den Bereichen Biomedizin und Bioprozesstechnik, Chemie sowie Energieumwandlung forscht und Nukleus des Exzellenzcluster-Antrags „SmartProSys“ der Universität Magdeburg ist, der vom Wissenschaftsministerium umfangreich unterstützt wird. Mithilfe der Förderung von EU und Land wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des CDS erforschen, wie sich in Sachsen-Anhalt langfristig eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft durch erneuerbare Kohlenstoffquellen als Alternative zu fossilem Öl und Gas etablieren lässt. Dazu werden Forschende aus sechs Fakultäten der Universität Magdeburg und vom Max-Planck-Institut für Komplexe Dynamische Systeme eng und fachübergreifend kooperieren. Sie vereinen Ingenieurwissenschaften, Systemtheorie, Mathematik, Medizin und Biologie. Willingmann erklärte: „Sachsen-Anhalt zählt mit dem mitteldeutschen Chemiedreieck zu den europaweit wichtigsten Standorten der chemischen Industrie. Mit seinen Forschungsarbeiten leistet das Forschungszentrum CDS einen wertvollen Beitrag, die klimaneutrale Transformation der Branche in den kommenden Jahren voranzutreiben, Arbeitsplätze und Wertschöpfung zu sichern. Als Land fördern wir hier einmal mehr die wichtige Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft und sorgen zugleich für exzellente Forschungsbedingungen.“ Im CDS arbeiten rund 100 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, um ein grundlegendes Verständnis komplexer dynamischer Systeme zu gewinnen, zu denen auch der bisher fossile Kohlenstoffkreislauf zählt. Mit Analyse, Synthese und gezielter Beeinflussung dieses Systems wollen die Forschenden umweltschonende chemische Prozesse auf Basis nachwachsender Rohstoffe entwickeln. Das Forschungszentrum CDS bildet auch die Kernstruktur des Exzellenzcluster-Antrags der Universität Magdeburg „SmartProSys“, über den nach einer erfolgreichen ersten Antragstellung Ende Mai 2025 final entschieden wird. Ziel des geplanten Forschungsclusters ist es, fossile Rohstoffe in der chemischen Produktion durch erneuerbare Kohlenstoffquellen zu ersetzen und so durch eine nachhaltige, vollständig geschlossene Kreislaufwirtschaft zu einer klimaneutralen Gesellschaft beizutragen. Langfristig angestrebt wird eine transformierte chemische Industrie, die auf biogenen Rest- und Abfallstoffen sowie recycelten Kunststoffen basiert und deren Prozesse ausschließlich mit erneuerbaren Energien betrieben werden. "Um eine klimaneutrale und gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreiche Chemieindustrie in den nächsten 20 Jahren zu erreichen, müssen wir deren Transformation intelligent gestalten“, so Cluster-Sprecher Prof. Dr. Kai Sundmacher. „Dazu gehören neben innovativer Verfahrenstechnik und Chemie auch die Digitalisierung. Mit Hilfe von Methoden der Mathematik und Informatik entwickelt wir Digitale Zwillinge, also mathematische Abbilder realer Prozesse, mit deren Hilfe diese Prozesse flexibel auf neue Anforderungen reagieren können. Aber auch die besten technisch-mathematischen Lösungen sind am Ende wertlos, wenn sie zu teuer sind oder von der Gesellschaft nicht akzeptiert werden. Daher wollen wir in unserem Exzellenzcluster SmartProSys auch den Einfluss der ökonomischen, sozialen und politischen Rahmen-bedingungen auf die Transformation der Chemieindustrie untersuchen" Weitere Informationen zum Forschungszentrum CDS gibt es unter https://cds.ovgu.de/. Details zum Exzellenzcluster-Antrag finden sich hier: https://www.smartprosys.ovgu.de/. Impressum: Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt Pressestelle Leipziger Str. 58 39112 Magdeburg Tel: +49 391 567-1950, E-Mail: PR@mwu.sachsen-anhalt.de , Facebook , Instagram , LinkedIn , Mastodon und X

Fachkräfte für die sozial-ökologische Transformation

Bis zum Jahr 2045 soll Deutschland klimaneutral werden. Um dieses und andere Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, ist ein umfassender Wandel von Gesellschaft und Wirtschaft notwendig. Dafür werden in ausreichender Zahl gut qualifizierte Fachkräfte benötigt, die die notwendigen Maßnahmen auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gesellschaft umsetzen und vorantreiben. Fehlen diese Fachkräfte, verlangsamt sich der Wandel oder kann womöglich nicht in Gang gesetzt werden. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und das Umweltbundesamt (⁠ UBA ⁠) haben daher ein gemeinsames Positionspapier mit Vorschlägen veröffentlicht, wie der sozial-ökologische Wandel in Zeiten des Fachkräftemangels gelingen kann. Veröffentlicht in Fact Sheet.

Fachkräfte für die sozial-ökologische Transformation

Bis zum Jahr 2045 soll Deutschland klimaneutral werden. Um dieses und andere Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, ist ein umfassender Wandel von Gesellschaft und Wirtschaft notwendig. Dafür werden in ausreichender Zahl gut qualifizierte Fachkräfte benötigt, die die notwendigen Maßnahmen auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gesellschaft umsetzen und vorantreiben. Fehlen diese Fachkräfte, verlangsamt sich der Wandel oder kann womöglich nicht in Gang gesetzt werden. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und das Umweltbundesamt (UBA) haben daher ein gemeinsames Positionspapier mit Vorschlägen veröffentlicht, wie der sozial-ökologische Wandel in Zeiten des Fachkräftemangels gelingen kann.

Konferenz "Reallabore – ExperimentierRäume für den Weg in eine nachhaltige Gesellschaft"

Mit der Konferenz "Reallabore - ExperimentierRäume für den Weg in eine nachhaltige Gesellschaft" soll der Diskurs zur Reallabor-Forschung und -Praxis fortgesetzt werden. Der Wandel zu einer nachhaltigen Gesellschaft braucht Kreativität, Mut und Offenheit zum Verlassen routinierter Pfade. Wo und wie können Reallabore ExperimentierRäume für das Entwerfen und Erproben von Zukunftsideen schaffen, die den Wandel zu nachhaltigen Städten und Nachbarschaften, Dörfern und Landschaften sowie Meeren und Flüssen befördern? Die Konferenz widmet sich konzeptionellen, methodischen und praktischen Fragen des Forschens und Gestaltens in Reallaboren. Sie dient dem Dialog zwischen Forscher*innen und Praxisakteur*innen, Transformateuren und Stadt- und Regionalentwickler*innen und ermöglicht einen Austausch zu den Perspektiven und Erfahrungen aus Forschung und Praxis. Die Konferenz schafft einen Dialograum, um sich insbesondere mit der Verortung und den Raumbezügen von Reallaboren, ihrer systematischen Dokumentation und dem Wissenstransfer sowie der Verankerung von Reallaboren als Forschungs- und Governance-Ansatz auseinanderzusetzen. Sie möchte eine Einladung sein, um gemeinsam zu reflektieren und Erkenntnisse zusammenzuführen, und zugleich durch Reallabore neue Partnerschaften zu etablieren und den Wandel zu einer Kultur der Nachhaltigkeit zu gestalten. Abstracts können bis zum 10.12.2023 eingreicht werden. Weitere Informationen und einen Call for Abstracts finden Sie auf der IRÖ Webpage .

2024-03-26_KEK-Monitoringbericht-2022_final.pdf

Sachstandsbericht zur Umsetzung und zum Monitoring des Klima- und Energiekonzeptes Sachsen-Anhalt (Statusbericht 2022) 1 Inhalt 1Einleitung ....................................................................................................................... 3 2Entwicklung des Energieverbrauchs und der Treibhausgasemissionen in Sachsen- Anhalt ......................................................................................................................... 3 3Handlungsfeld Energiewirtschaft (HF A) ........................................................................11 4 5 6 7 3.1Wichtige Aktivitäten und Entwicklungen im Handlungsfeld A ...............................11 3.2Gesetze, Verordnungen, Erlasse, Richtlinien des Landes ...................................12 3.3Förderprogramme und Fördermittel.....................................................................13 3.4Gesamteinschätzung...........................................................................................14 Handlungsfeld Gebäude (HF B) ....................................................................................15 4.1Wichtige Aktivitäten und Entwicklungen im Handlungsfeld B ...............................15 4.2Gesetze, Verordnungen, Verwaltungsvorschriften des Landes ...........................17 4.3Förderprogramme und Fördermittel.....................................................................17 4.4Gesamteinschätzung...........................................................................................18 Handlungsfeld Verkehr (HF C) ......................................................................................20 5.1Wichtige Aktivitäten und Entwicklungen im Handlungsfeld C...............................20 5.2Gesetze, Verordnungen, Verwaltungsvorschriften des Landes ...........................21 5.3Förderprogramme und Fördermittel.....................................................................22 5.4Gesamteinschätzung...........................................................................................22 Handlungsfeld Wirtschaft (HF D) ...................................................................................24 6.1Wichtige Aktivitäten und Entwicklungen im Handlungsfeld D...............................24 6.2Gesetze, Verordnungen, Verwaltungsvorschriften des Landes ...........................26 6.3Förderprogramme und Fördermittel.....................................................................26 6.4Gesamteinschätzung...........................................................................................26 Handlungsfeld Landwirtschaft, Landnutzung, Forstwirtschaft & Ernährung (HF E) ........27 7.1Wichtige Aktivitäten und Entwicklungen im Handlungsfeld E ...............................27 7.2Gesetze, Verordnungen, Verwaltungsvorschriften des Landes ...........................29 7.3Förderprogramme und Fördermittel.....................................................................29 7.4Gesamteinschätzung...........................................................................................29 Anhang .................................................................................................................................31 Bewertungssystematik ...................................................................................................31 Maßnahmenbewertungen Handlungsfeld A ......................................................................34 Maßnahmenbewertungen Handlungsfeld B ......................................................................56 Maßnahmenbewertungen Handlungsfeld C ......................................................................83 Maßnahmenbewertungen Handlungsfeld D ....................................................................113 Maßnahmenbewertungen Handlungsfeld E ....................................................................129 Gesamtübersicht Maßnahmenbewertung .......................................................................158 2 1 Einleitung Die Bewältigung der Herausforderungen des Klimaschutzes hat sich längst zu einer Generationenaufgabe von globaler Bedeutung entwickelt. In diesem Kontext hat das Bundesverfassungsgericht ein wegweisendes Urteil gefällt, das die Verantwortung für den Klimaschutz nicht nur auf Bundesebene, sondern auch auf die Länder ausweitet. Der Artikel 20a des Grundgesetzes verpflichtet die Bundesländer dazu, aktiv am Klimaschutz teilzunehmen, da das Erreichen der nationalen Klimaziele die Mitwirkung aller Ebenen erfordert. Sachsen-Anhalt hat bereits 2019 ein Klima- und Energiekonzept entwickelt, das auf die landesspezifischen Gegebenheiten zugeschnitten war und sich auf das damalige Klimaschutzziel bezog, die Treibhausgasemissionen bis 2020 auf 31,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente1 zu begrenzen. Doch die Zeiten haben sich geändert. Im Jahr 2021 wurden die Klimaschutzziele auf europäischer und bundesweiter Ebene signifikant angehoben, und das Bundes-Klimaschutzgesetz legt fest, dass bis 2030 mindestens 65 % und bis 2040 mindestens 88 % Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 1990 reduziert werden müssen. Netto-Treibhausgasneutralität ist das Ziel bis 2045. Um diesen neuen Anforderungen gerecht zu werden, hat Sachsen-Anhalt seine Landes- zielstellungen angepasst und wird seinen Beitrag zur Emissionsminderung proportional zum Bundesniveau leisten. Das Land strebt an, den jährlichen CO2-Ausstoß bis 2030 auf 18,05 Millionen Tonnen und bis zum Ende der aktuellen Legislaturperiode die THG-Emissionen um 5,65 Millionen Tonnen zu senken. Mit der einjährigen Entwicklung des Aktionsplans des Zukunfts- und Klimaschutzkongresses (ZuKK) wurde für Sachsen-Anhalt im Jahr 2023 in enger Zusammenarbeit mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Sozial- und Umweltverbänden sowie der Verwaltung ein umfassendes Instrumentenpaket erarbeitet. Dieses identifiziert Instrumente und konkrete Aktionen in fünf Handlungsfeldern, um den Weg zu einer klimaneutralen Gesellschaft im Land zügig zu ebnen und eine höhere Dynamik bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen zu gewährleisten. Der Aktionsplan konzentriert sich prägnant und verständlich auf bedeutende und effiziente CO2-Einsparpotenziale. Dabei werden nicht nur wirtschaftliche Chancen betont, sondern auch Zielkonflikte und unterschiedliche Perspektiven in verschiedenen Regionen, in Städten und in ländlichen Bereichen, berücksichtigt. Die Umsetzbarkeit dieser Maßnahmen wird seit September 2023 von einer vom Landeskabinett beschlossenen interministeriellen Arbeitsgruppe analysiert. Seit Fertigstellung des Aktionsplans erarbeitet zudem ein Konsortium, bestehend aus Landesamt für Umweltschutz (LAU), Landesenergieagentur (LENA) und Leipziger Institut für Energie GmbH (IE), unter künftiger Einbeziehung des Wissenschaftlichen Beirats Klimaschutz ein fokussiertes Monitoring-Konzept. Dieses soll die Wirksamkeit der 1 Definition CO -Äquivalent: „Emissionen anderer Treibhausgase als Kohlendioxid (CO ) werden zur besseren Vergleichbarkeit 2 2 entsprechend ihrem globalen Erwärmungspotenzial in CO2-Äquivalente umgerechnet (CO2 = 1)“, (siehe https://www.umweltbundesamt.de/service/glossary/c). Im Bericht wird die Abkürzung CO2äq verwendet. 3

Aktionsplan_Klimaschutz_Sachsen-Anhalt.pdf

Aktionsplan Sachsen-Anhalt Vorwort Die Klimakrise ist zweifelsfrei eine zentrale Herausforderung unserer Zeit. Die friedlichen Proteste der Schülerinnen und Schüler im Jahr 2019 haben uns die Dringlichkeit zum Handeln vor Augen geführt. Auch das Bundesverfassungsgericht hat in seinem wegweisenden Urteil im März 2021 die Notwendigkeit von Klimaschutz vor dem Hintergrund der intertemporalen Freiheitsrechte deutlich formuliert. Wir stehen vor der Herausforderung, Klimaschutz weitgehend umzusetzen, unsere soziale Marktwirtschaft dabei nicht nur zu erhalten, sondern auch zu stärken und dabei die Menschen im Land mitzunehmen. Das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 ist in Deutschland durch das Bundesklimaschutzgesetz gesetzt. An diesem Ziel orientieren wir uns und es war Maßgabe für den Koalitionsvertrag der aktuellen Landesregierung. Der nun vorliegende Aktionsplan ist das Resultat eines einjährigen Beteiligungsprozesses im Rahmen des Zukunfts- und Klimaschutzkongresses. In diesen Prozess haben sich viele gesellschaftliche Akteure eingebracht, oft im Ehrenamt, immer mit Engagement und Fachkenntnis. Die Themenkomplexität, das gemeinsame Ringen um beste Lösungen und das über ein Jahr war herausfordernd für alle Beteiligten. Er war aus meiner Sicht aber auch gewinnbringend. Wir brauchen gesellschaftliche Diskurse, um alle fachlichen Aspekte, alle Meinungen zu kennen, um gute Kompromisse zu finden, damit am Ende Verständnis für die Maßnahmen entsteht. Ziel war es für den Klimaschutz in Sachsen-Anhalt relevante Schwerpunkte festzulegen. Mit dem vorliegenden Aktionsplan wurden neben wichtigen Rahmenbedingungen und Zielkonflikten auch jeweils fünf Instrumente in den betrachteten Handlungsfeldern identifiziert. Nun kommt es darauf an, diese Instrumente mit hoher Priorität voranzutreiben. Die mit dem Klimaschutz verbundenen Chancen für unser Bundesland gilt es offensiv zu kommunizieren. Ohne Verständnis für die Notwendigkeit und den Inhalt der Instrumente verlieren wir die Menschen auf dem Weg zur klimaneutralen Gesellschaft und das kann sich eine soziale Demokratie nicht leisten. Ich möchte allen Personen, die sich aktiv am Zukunfts- und Klimaschutzkongress beteiligt haben, herzlich danken. Es ist nicht selbstverständlich sich an einem so umfangreichen Prozess zu beteiligen. Nun kommt es darauf an, möglichst viele Maßnahmen im Aktionsplan mit einer angemessenen Geschwindigkeit umzusetzen und dabei den sozialen Zusammenhalt im Blick zu haben. Prof. Dr. Armin Willingmann II Aktionsplan Sachsen-Anhalt Inhalt Vorwort ............................................................................................................................................. II Zusammenfassung ........................................................................................................................... 1 Zielkonflikte ............................................................................................................................... 1 Handlungsfelder ........................................................................................................................ 1 Ziel und Prozessbeschreibung ......................................................................................................... 2 Hintergrund ................................................................................................................................... 2 Ziel des ZuKK-Prozesses ............................................................................................................. 2 Vorgehen ...................................................................................................................................... 2 Notwendige Rahmenbedingungen ................................................................................................... 3 Entwicklungsstrategie für das Energiesystem.............................................................................. 3 Rahmensetzende Verbindlichkeit ................................................................................................. 4 Kommunikation und Bewältigung der Transformation ................................................................. 4 Beratung ....................................................................................................................................... 5 Fachkräfte ..................................................................................................................................... 5 Zielkonflikte ....................................................................................................................................... 6 Flächenkonkurrenz ....................................................................................................................... 6 Wasserkonkurrenz ........................................................................................................................ 7 Ressourcenkonkurrenz................................................................................................................. 8 Finanzierung ................................................................................................................................. 8 Instrumente mit Zeitstrahl ............................................................................................................... 10 1. Handlungsfeld Energie........................................................................................................ 11 Instrument En1: Förderung alternativer Konzepte für Photovoltaik, Windenergie, Solarthermie, Großwärmepumpen (und andere Technologien) ............................................ 12 Instrument En2: Flächen für die erneuerbaren Energien bereitstellen und steuern .............. 13 Instrument En3: Systemische Integration von Erneuerbaren Energien ................................. 14 Instrument En4: Kommunale Wärme- und Kältepläne erarbeiten ......................................... 15 Instrument En5: Förderung von grünem Wasserstoff und Sektorenkopplung ....................... 16 2. Handlungsfeld Wirtschaft und Industrie .............................................................................. 17 Instrument Ind1: Kommunikation Klimafreundliche Wirtschaft ............................................... 18 Instrument Ind2: Wasserstoffstrategie vorantreiben .............................................................. 19 Instrument Ind3: Material-, Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft vorantreiben ......... 20 Instrument Ind4: Klimafreundliche Mobilität und Logistik ....................................................... 21 Instrument Ind5: Klimafreundliche Querschnittstechnologien vorantreiben........................... 22 3. Handlungsfeld Gebäude ..................................................................................................... 23 Instrument Gb1: Erhalt von Bausubstanz und Kreislaufwirtschaft ......................................... 24 Instrument Gb2: Ökologische Baustoffe stärken .................................................................... 25 Instrument Gb3: Zielgerichtete Information und Beratung ..................................................... 26 Instrument Gb4: Optimale Förderung im Gebäudesektor ...................................................... 27 III

Gesellschaft erfolgreich verändern

Gesellschaft erfolgreich verändern Die aktuellen ökologischen, ökonomischen und sozialen Herausforderungen machen einen umfassenden gesellschaftlichen Wandel in Richtung Nachhaltigkeit notwendig. Inzwischen ist klar, dass engagierte Ziele, Szenarien und einzelne Instrumente sowie Technologieentwicklungen allein nicht ausreichen. Trotz mancher Erfolge der Nachhaltigkeits- und Umweltpolitik reichen die Fortschritte bei Weitem nicht aus, um zu einer dauerhaft nachhaltigen Entwicklung zu kommen. Zwar wissen wir inzwischen in vielen Bereichen relativ genau, was getan und verändert werden muss, doch die Veränderungen kommen nicht schnell genug voran und werden teilweise noch nicht in der Breite umgesetzt. Deswegen müssen wir uns intensiver mit den Wegen für einen erfolgreichen Wandel beschäftigen. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, um das Leitbild der ⁠ Nachhaltigkeit ⁠ weiterzuentwickeln und stärker in der politischen und gesellschaftlichen Praxis verankern zu können. Dieser Veränderungsprozess schließt Individuen und gesellschaftliche Gruppen, Staaten und die Staatengemeinschaft sowie Unternehmen und Wissenschaft gleichermaßen ein. Doch wie kann der erforderliche gesamtgesellschaftliche Anpassungs- und Veränderungsprozess stimuliert, erfolgreich gestaltet und dauerhaft verankert werden? An der Beantwortung dieser Frage arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen. Die Frage, „Was sind die entscheidenden Hebel?“ für den Weg zu nachhaltigen Produktions- und Konsummustern, wird ergänzt durch die Frage nach dem „Wie“, also den Dynamiken und zentralen Erfolgsfaktoren für erfolgreichen gesellschaftlichen Wandel. Für diesen enormen gesellschaftlichen Veränderungsprozess schlägt beispielsweise der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) einen Gesellschaftsvertrag vor. Dieser soll die Transformation in eine nachhaltige Gesellschaft gestalten und kombiniert Zukunftsverantwortung mit einer Kultur der demokratischen Teilhabe. Verschiedene Konzepte zur Gestaltung von Veränderungsprozessen (zum Beispiel Transition Management) und Veränderungsmodelle auf der Akteursebene (zum Beispiel Models of Change) unterstützen einen erfolgreichen Wandel in Richtung einer Kultur der Nachhaltigkeit. Entscheidend ist dabei auch, wie soziale und technische Innovationen und Veränderungsansätze erfolgreich zusammengebracht sowie systemische Innovationen identifiziert und verbreitet werden können. Auch die Ausgestaltung von Institutionen (inklusive ihrer Organisationsformen) und die Rolle der Zeit und ihr Einfluss auf die Erfolgschancen von Veränderungen werden betrachtet. Für einen gesellschaftlichen Wandel in Richtung Nachhaltigkeit ist es notwendig, dass wir die ökologischen Grenzen anerkennen. Wir müssen die Rahmenbedingungen für entlastende Produktions- und Konsummuster verbessern. Modelle nachhaltiger Lebensstile und kultureller Nachhaltigkeit sowie Konzepte lebenslanges Lernen und Bildung für Nachhaltigkeit müssen weiterentwickelt und verbreitet werden.

Environmentally relevant future topics: from quantum computing to the future of inner cities to a new world (dis-)order

In the second horizon scanning process of the environment department, the following ten emerging future topics have been identified and elaborated that could be of high environmental relevance: - Quantum computing - Cryptocurrencies - Technological innovations on the way to climate-friendly air transport - New regionalism - Resilience as the basis of a sustainable society - Mobile work - Growing through crises: The EU's changing scope for action - World (dis)order - Shaping opinions in the digital age - The future of inner cities The future issues presented in this report have been identified in the context of the Corona pandemic and Russia's war of aggression on Ukraine. The report thus includes entirely new future topics as well as already known future topics that have been influenced by the pandemic and the war of aggression, but have acquired a new environmentally relevant quality. Quelle: www.umweltbundesamt.de

Konferenz zu Steuerungsmöglichkeiten von neuartigen Materialien

Konferenz zu Steuerungsmöglichkeiten von neuartigen Materialien Am 14. Juni diskutierten auf einer Themenkonferenz des UBA Akteure aus Behörden, Forschung, Industrie und Nichtregierungsorganisationen über mögliche Steuerungsoptionen zur Förderung sicherer und nachhaltiger Innovationen von neuartigen Materialien. Neuartige Materialien sollen ein zentrales Element für den Übergang zu einer nachhaltigen Gesellschaft sein. Die herausragenden Eigenschaften dieser heterogenen Gruppe von Materialien werfen jedoch auch Fragen hinsichtlich ihrer Chemikaliensicherheit und der ⁠ Nachhaltigkeit ⁠ ihrer zunehmenden Anwendungen auf. Die Diskussion zu neuartigen Materialien auf der Konferenz wurde von einer gemeinsamen Perspektive der deutschen Bundesoberbehörden Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), Bundesinstitut für Risikobewertung und Umweltbundesamt (⁠ UBA ⁠) geleitet, die mögliche Herausforderungen neuartiger Materialien im Kontext Risikobewertung, Nachhaltigkeit und Steuerungsmöglichkeiten aufzeigt und relevante Handlungsfelder skizziert. Ausgehend von dieser Perspektive diskutierte die Konferenz die Anwendung von Frühwarnsystemen, um eine rechtzeitige Identifizierung derjenigen Materialien zu ermöglichen, die als "besorgniserregend" betrachtet werden müssen. Sie reflektierte den regulatorischen Handlungsbedarf für neuartigen Materialien aus verschiedenen Perspektiven und griff aktuelle Diskussionen zu Kriterien für ein sicher(er)es und nachhaltigeres Design von Materialinnovationen und Möglichkeiten zur Förderung eines solchen Designs auf. Die Konferenz soll dazu anstoßen, den Austausch über eine angemessene Steuerung neuartiger Materialien auf nationaler, europäischer und ⁠ OECD ⁠-Ebene zu spezifizieren, insbesondere im Hinblick auf relevante Verknüpfungen zu übergeordneten Strategien und Zielen wie der Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit im Rahmen des European Green Deals und im Hinblick auf die Ziele für eine nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Diese Themenkonferenz zu neuartigen Materialien war die letzte in einer Reihe von drei Themenkonferenzen zu Herausforderungen neuartiger Materialen für die Chemikaliensicherheit. Sie wurde im Rahmen eines vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (⁠ BMU ⁠) geförderten und vom Umweltbundesamt (UBA) beauftragten Ressortforschungsprojekts durchgeführt. Im Rahmen dieses Projekts haben die Ökopol GmbH und die Universität für Bodenkultur (BOKU) Wien das breite und hochdynamische Feld der neuartigen Materialien umfassend untersucht und Kategorisierungsmöglichkeiten sowie einen Kriterienkatalog zur Bewertung der Relevanz von neuartigen Materialien im Kontext der Chemikaliensicherheit vorgeschlagen.

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