Karlsruhe ist Mittelpunkt einer Wachstumsregion und aufgrund seiner Lage im Oberrheingraben besonders anfällig für den Klimawandel. Ziel muss es daher sein, die Widerstandsfähigkeit der Stadt gegenüber dem Klimawandel zu stärken. Bäume an Straßen, in Parks und im Stadtwald sind in der Lage, eine Vielzahl von Ökosystemdienstleistungen zu liefern und die Hitzebelastung durch ihre kühlende Funktion zu mindern.
Bäume tragen damit wesentlich zur Klimaresilienz bei, können aber selbst unter den Auswirkungen des Klimawandels leiden. Das Teilprojekt umfasst zwei Arbeitspakete von denen das erste die Anfälligkeit von Bäumen und Wäldern für die Folgen des Klimawandels entlang von Stadt - Land - bzw. von Schadstoffbelastungs- Gradienten mittels Literatur- und Felddaten untersucht. Dies soll Grundlage sein für Empfehlungen, die der Stadt ermöglichen, geeigneten Baumarten für zukünftige Pflanzungen zu finden. Zusätzlich wird auf Zielkonflikte eingegangen, die sich aus Strategien einerseits zur Vermeidung und andererseits zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels oder bei der Entscheidung zugunsten bestimmter Ökosystemdienstleistungen ergeben. Mögliche Handlungsoptionen sollen durch eine Quantifizierung dieser Funktionen und Leistungen aufgezeigt werden Im zweiten Arbeitspaket (AP4 des Gesamtprojekts) geht es darum, den Dialog mit der Gesellschaft anzustoßen. Mittels Themenabenden soll die Auswahl von robusten Baumarten und die Chancen und Probleme von Stadtbäumen in Karlsruhe mit der Öffentlichkeit diskutiert werden. Weiterhin wird durch Workshops, Gruppendiskussionen und Themenabenden der Stellenwert von naturnaher Begrünung im Wohnumfeld und im eigenen Garten aufgezeigt. Praktisch erfahrbar wird die Thematik durch die Kampagne 'Naturnah Gärtnern - Für Mensch, Tier und Klima', welche zur naturnahen Umgestaltung in Privatgärten auf gemeinschaftlicher Basis führen soll. Für die transdisziplinäre Arbeit nutzt das Projekt die Erfahrung des Reallabors 'Quartier Zukunft - Labor Stadt', das seit 2012 in Karlsruhe aktiv ist. Es soll außerdem eine Methodik entwickelt werden, um den Ausgleich von Ökosystemdienstleistungen von urbanen Bäumen und Wäldern zwischen der Stadt Karlsruhe und umliegenden Gemeinden zu beurteilen. Um die im Gesamtprojekt gesammelten Ergebnisse mit den Anforderungen aus der kommunalen Praxis abzugleichen, soll im letzten Projektjahr ein moderierter ämterübergreifender Fachdialogprozess (organisiert durch AP1 und AP 4) durchgeführt werden.
<p>Viele Blumenerden enthalten Torf aus Hochmooren. Doch der Torfabbau zerstört die Lebensräume vieler Pflanzen und Tiere. Auch fürs Klima ist der Abbau schlecht: Durch die Entwässerung der Feuchtgebiete entweicht CO2, außerdem entfällt ein wertvoller Speicher für das Treibhausgas. Dabei gibt es mit torffreier Blumenerde gute Alternativen.</p><p>Wer Garten oder Balkon bepflanzen möchte, braucht Blumenerde. Viele Blumenerden enthalten jedoch Torf aus Hochmooren – weil er Wasser besonders gut bindet und einen hohen Säuregrad besitzt. Allerdings hat dieser Torf einen hohen Preis für die Umwelt, denn sein Abbau zerstört die jahrhundert- bis jahrtausendalten Moore und mit ihm den Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere. Auch fürs <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/k?tag=Klima#alphabar">Klima</a> ist der Torfabbau schlecht: Durch die Entwässerung der Feuchtgebiete entweicht CO2, außerdem entfällt ein wertvoller Speicher für das <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/t?tag=Treibhausgas#alphabar">Treibhausgas</a>. </p><p>Auf den hinterlassenen Abbauschäden und den damit verbundenen Kosten bleiben meist die Bauern sitzen. In einigen osteuropäischen Ländern wird Torf sehr günstig abgebaut und über weite Entfernungen transportiert, was das Klima zusätzlich belastet. Um Umwelt und Klima zu schützen, empfiehlt das Umweltbundesamt deshalb torffreie Blumenerde. Orientierung beim Kauf bietet der Einkaufsleitfaden vom BUND, denn Untersuchungen zeigen, dass selbst Bio-Blumenerde bis zu 80 Prozent Torf enthält. Umweltfreundlicher ist die Blumenerde mit Kompost, teilweise auch mit Holzfasern, Tonmineralen und Lavagranulat. </p><p>Und Torf hat auch Nachteile: Er nimmt zwar viel Wasser auf, gibt aber wenig wieder ab. Das trocknet den Boden auf Dauer aus. Auch der sehr hohe Säuregrad des Torfs ist nur für wenige Pflanzen förderlich. Um die Erde in einen pH-neutralen Bereich zu bringen, muss der Säuregrad mit Kalk ausgeglichen werden.</p><p>Somit spart man bei Blumenerde ohne Torf das Kalken. Sollte man dennoch einen höheren Säuregrad benötigen, kann man die Erde mit speziellem Dünger ansäuern. Alternativ bietet sich Blumenerde aus naheliegenden Kompostierungsanlagen an oder der Kompost wird im eigenen Garten angesetzt, um die Blumenerde später damit anzureichern. Infos zum Kompost im eigenen Garten gibt es in der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/u?tag=UBA#alphabar">UBA</a>-Kompostfibel.</p>
[Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] UMWELTBEWUSSTER UMGANG
Jeder von uns kann etwas gegen den Klimawandel tun
und auch beim sparsamen Umgang mit Trinkwasser –
unserem Lebensmittel Nr. 1 – einiges beachten:
■■ Jeder Bundesbürger nutzt täglich durchschnittlich
121 Liter Wasser aus der Leitung. Rheinland-Pfalz
liegt mit etwa 116 bis 118 Liter geringfügig unter
dem bundesweiten Durchschnitt.
■■ Fast 40 Prozent wird zur Körperpflege genutzt. Wer
hier Warmwasser spart, spart Energie und Geld.
Gleichzeitig entsteht weniger klimaschädliches
Kohlendioxid. Auf die notwendige Hygiene muss
deshalb niemand verzichten, wenn z. B. beim Zäh-
neputzen das Wasser abgestellt wird.
■■ Wassersparen mit dem Einkaufskorb: Kaufen Sie
regional und saisonal, z. B. deutsche Erdbeeren im
Sommer statt spanische Erdbeeren schon im Früh-
jahr – damit wird in trockenen Ländern nicht das
Wasser „abgegraben“.
■■ Naturnahe Gärten kommen häufig ohne große
Bewässerung aus, wenn Pflanzen verwendet wer-
den, die sich an die Trockenheit angepasst haben.
Blumenrasen und Blumenwiese benötigen weniger
Wasser als ein „englischer Rasen“. Sie verursachen
kaum Arbeit und sichern die Artenvielfalt. Anson-
sten sollten vor allem Pflanzen gewässert werden,
die wichtig für den Erhalt unserer ökologischen
Vielfalt sind, z. B. insektenfreundliche Pflanzen oder
Obstbäume oder auch Lieblingspflanzen. Weitere
Gartentipps unter www.gartenakademie.rlp.de
■■ Nutzen Sie Wassertonnen zum Auffangen von
Regenwasser. Die Anschaffung und Montage einer
Wasserklappe im Fallrohr der Dachrinne ist einfach
und kostengünstig. Wenn der Platz dafür vorhan-
den ist, kann auch eine Zisterne errichtet werden.
Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und
Forsten des Landes Rheinland-Pfalz
Kaiser-Friedrich-Str. 1, 55116 Mainz
Telefon: 06131 16-0
Unsere Kooperationspartner
■■ Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz
■■ Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz
■■ Bund Umwelt- und Naturschutz (BUND)
■■ DWA, Landesverband Hessen/Rheinland-Pfalz/
Saarland
■■ Bioland Rheinland-Pfalz/Saarland e. V.
■■ Handwerkskammern Rheinland-Pfalz
■■ Energieagentur Rheinland-Pfalz
■■ Gartenakademie Rheinland-Pfalz
■■ Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz
■■ Landesforsten Rheinland-Pfalz
■■ SGD Nord und SGD Süd
■■ Landesuntersuchungsamt
Weitere Informationen
erhalten Sie unter:
www.umweltschutz-im-alltag.rlp.de
Impressum
„Umweltschutz im Alltag“ ist eine Initiative des rhein-
land-pfälzischen Ministeriums für Umwelt, Energie,
Ernährung und Forsten für einen effizienten und nach-
haltigen Umweltschutz.
Redaktion: Sell, LfU
Fotos: Titelbild: Pixabay,
Grafik u. Wasserschutzgebiet: T. Schollmayer (LfU)
© Landesamt für Umwelt (LfU); Juni/Juli 2020
UMWELTSCHUTZ IM ALLTAG
VERANTWORTUNGSVOLLER
UMGANG MIT WASSER
SCHUTZ UNSERES GRUNDWASSERSKLIMAWANDEL UND GRUNDWASSERTRINKWASSER SCHÜTZEN
In Rheinland-Pfalz wird das Trinkwasser fast aus-
schließlich (95 %) aus Grundwasser gewonnen.Grundwasser ist kostbar und als Hauptquelle für unser
Trinkwasser durch den Klimawandel immer wertvoller.
Denn Grundwasser entsteht als unterirdischer Teil des
Wasserkreislaufs durch die Versickerung von Nieder-
schlägen in den Boden.■■ Unser Trinkwasser wird aus Quellfassungen und
überwiegend über Brunnen aus Tiefen von bis zu
200 Metern gewonnen. Diese Quellfassungen und
Brunnen liegen in ausgewiesenen Trinkwasser-
schutzgebieten. Die inneren Zonen dieser Gebiete
dürfen nicht bebaut werden. Straßen, Viehweiden
und Äcker in der Nähe unterliegen strengen Regeln,
um Verunreinigungen durch Gülle oder Dünger aus-
zuschließen. Oftmals engagieren sich Wasserver-
sorger und Landwirte gemeinsam zum Schutz des
Wassers, in dem sie gewässerschonende Maßnah-
men durchführen.
Das Grundwasser und die Oberflächengewässer
sind daher vor Nitrat, Pflanzenschutzmitteln oder
Medikamentenrückständen zu schützen. Auch den
eigenen Geldbeutel freut es: Je aufwändiger die Ent-
fernung von unerwünschten Stoffen ist, desto höher
sind die Wasserpreise für die Konsumenten.
In Rheinland-Pfalz wird Grundwasser seit über 70
Jahren überwacht. Das Messnetz wird vom Landes-
amt für Umwelt im Auftrag des Umweltministeri-
ums betrieben. Neben Messungen an Quellen wird
das Grundwasser zur Beprobung vor allem an den
über 1.500 Messstellen gewonnen.
Klar ist: Trockene und heiße Sommer werden künf-
tig zunehmen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich
in den letzten Jahrzehnten die vegetationsfreie Zeit
im hydrologischen Winterhalbjahr (November bis
April) verkürzt hat, in der die Grundwasserneubildung
stattfindet.
Weniger Regen, steigende Temperaturen und eine stär-
kere Verdunstung führen so zu einer Reduzierung der
Grundwasserneubildung im Mittel um etwa 25 %.
Eine rückläufige Grund-
wasserneubildung beo-
bachtet das Landesamt
für Umwelt (LfU) dabei
in allen Landesteilen
von Rheinland-Pfalz.
Bei gleichbleibenden
klimatischen Verhält-
nissen wird auch für die
kommenden Jahre mit
einer reduzierten jähr-
lichen Grundwasserneu-
bildungsrate gerechnet.
Wasserkreislauf
© Schollmayer,LfU
Weitere Informationen finden Sie auf
www.umweltschutz-im-alltag.rlp.de
■■ Nach der bundesweit gültigen Trinkwasserverord-
nung muss unser Trinkwasser sehr hohe Qualitäts-
anforderungen einhalten. Um Trinkwasser bester
Qualität bereit zu stellen, bedarf es einer ständigen
Überwachung durch die Versorgungsunternehmen
und zuständigen Gesundheitsämter. Geprüft wer-
den Wasserhärte, Aussehen und Geschmack sowie
zahlreiche chemische und mikrobielle Eigenschaften.
In Rheinland-Pfalz werden die Ergebnisse der Trink-
wasseranalysen in einer zentralen Datenbank erfasst
und ausgewertet. Die Qualität des Trinkwassers kann
unter www.trinkwasser.rlp.de abgerufen werden.
■■ Die Daten der Grundwassermesstellen sind abrufbar
unter www.geoportal-wasser.rlp.de.