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Naturschutzbildung

Umweltpaedagogische Begleitung der Entwicklung des Biosphaerenreservats Flusslandschaft Elbe.

Digitalisierung in der Naturschutzbildung

Die Verwendung digitaler Formate spielt im Bildungsbereich eine immer größere Rolle. Digitale Hilfsmittel wie auch E-Learning haben schon vor der COVID-19-Pandemie mit der Wissensvermittlung über Tier- und Pflanzenarten Eingang in Bildungsformate im Naturschutz gefunden. Dennoch sind digitale Formate in der Naturschutzbildung - ob im beruflichen Kontext oder Freizeitbereich - häufig noch unterrepräsentiert. Im vorliegenden Beitrag werden beispielhaft wegbereitende und innovative Initiativen und Projekte in der Naturschutzbildung mit ihren Inhalten vorgestellt. Hierbei handelt es sich um den E-Learning-Lehrgang "Natura-2000-Manager/in", die "NABU|naturgucker-Akademie" sowie die Smartphone-App "Flora Incognita". Vorteile, die digitale Formate auch in der Naturschutzbildung haben können, werden diskutiert. Demgegenüber zu befürchtende, potenziell negative Effekte werden ebenfalls beleuchtet.

Sommertour: Willingmann besucht Projekte zu Naturschutz und Biodiversität im Drömling

„Der Drömling zählt zu den Aushängeschildern für Renaturierung und Umweltschutz in Sachsen-Anhalt. Dass das vielfältige Engagement für Erhalt und Weiterentwicklung des Biosphärenreservates erfolgreich ist, hat die UNESCO Mitte 2023 mit ihrem Gütesiegel bestätigt. Diese Auszeichnung ist ein starker Impuls für die zukunftsfähige, nachhaltige Entwicklung dieser einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft.“ Das sagte Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann am heutigen Montag beim Start seiner Sommertour unter dem Motto „Artenreiches Sachsen-Anhalt“. Noch bis zum Freitag wird Willingmann zahlreiche Projekte zu Naturschutz und Biodiversität im Land besuchen. Im Mittelpunkt standen heute Fische und andere Lebewesen, die auf Wasser und die ökologische Durchgängigkeit von Flüssen angewiesen sind. Ganz aktuell fördert das Ministerium dabei am Flötgraben den Umbau eines Wehrs zur Sohlgleite. Auch sie gleicht das bestehende Gefälle aus, kann aber im Gegensatz zum alten Wehr von Fischen passiert werden. Zudem verringert sie die Fließgeschwindigkeit und stärkt so den Wasserrückhalt. Das Ministerium finanziert das Vorhaben des Biosphärenreservates Drömling mit rund 70.000 Euro aus dem 2024 aufgelegten Sofortförderprogramm „NaturWasserMensch“. Daneben machte sich Willingmann an der Ohre auch ein Bild von der Fischaufstiegsanlage an der Krähenfußschleuse. Sie wurde 2019 mit Unterstützung von EU und Land in Höhe von rund 269.000 Euro errichtet und trägt dazu bei, die Biotopfunktion der Ohre im Drömling als wichtiges Bindeglied der aquatischen Lebensräume zwischen Weser und Elbe zu stärken. Dabei fügt sich die Errichtung der Fischaufstiegsanlage an der Krähenfußschleuse durch den Zweckverband Natur- und Kulturlandschaft Drömling in eine Vielzahl von Vorhaben zur Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit der Ohre und ihrer Nebengewässer ein. Auf dem Sommertour-Programm des Ministers stand darüber hinaus das Projekt „Blaues Netz im Drömling“ der Deutschen Umwelthilfe zur Entwicklung eines Biotopverbunds für Fischotter, Elbe-Biber und Iltis. Es wurde von Oktober 2019 bis März 2023 mit rund 708.000 Euro von EU und Land gefördert. Im Mittelpunkt: Der Bau von Querungshilfen für die heimischen Tiere an potenziell gefährlichen Kreuzungen von Straßen und Gewässern. Zudem wurden Uferbereiche aus der Weidenutzung genommen sowie Angebote zu Naturbildung und -tourismus initiiert. Zu letzteren zählt u.a. ein 2,5 Kilometer langer Fischotter-Erlebnispfad entlang des Allerkanals, der sowohl über elf Infotafeln als auch digital via QR-Codes erlebbar ist. Willingmann: „Das Blaue Netz steht beispielhaft für viele weitere Projekte im Biosphärenreservat Drömling, die Natur- und Klimaschutz mit nachhaltiger Regionalentwicklung verbinden. Davon profitieren nicht nur Tiere und Pflanzen, sondern auch die Menschen vor Ort – durch Stärkung von Wirtschaft, Bildung und regionaler Identität.“ Dazu tragen auch zwei neu eingerichtete Wanderwege an der Halboffenen Weidelandschaft Röwitz bei. Basis dafür war das 2018 erstellte Wegekonzept, das vom Umweltministerium mit rund 30.000 Euro aus EU- und Landesmitteln gefördert wurde. Entstanden sind zwei Strecken mit Infotafeln, die auch über Beobachtungsmöglichkeiten für Tiere, einen Rastplatz mit Parkmöglichkeiten sowie eine Schutzhütte verfügen. Im Mittelpunkt steht dabei der Lebensraum der historischen Moordammkulturen aus Grünland und Standgewässern. Hintergrund: Der Drömling ist im Juni 2023 von der UNESCO anerkannt worden. Das „UNESCO Biosphärenreservat Drömling“ umfasst eine Fläche von rund 45.370 Hektar; davon liegen ca. drei Viertel (34.070 Hektar) in Sachsen-Anhalt und etwa ein Viertel (11.300 Hektar) im benachbarten Niedersachsen. Biosphärenreservate dienen dem Naturschutz und sind darüber hinaus Modellregionen für nachhaltige Entwicklung. Hier soll beispielhaft erprobt werden, wie sich Klima- und Naturschutz gewinnbringend mit verbinden lassen. Aktuelle Informationen zu interessanten Themen aus Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt gibt es auch auf den Social-Media-Kanäle n des Ministeriums bei Facebook , Instagram , LinkedIn , Mastodon und X (ehemals Twitter ). Impressum: Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt Pressestelle Leipziger Str. 58 39112 Magdeburg Tel: +49 391 567-1950, E-Mail: PR@mwu.sachsen-anhalt.de

BfN-Schriften 677 - NaturschutzDigital 2023. Innovative Digitalformate in der Naturschutzbildung

Neue Technologien und digitale Anwendungen, wie Online-Portale, Apps, digitale Spiele & Co., können auf kreative Weise zur Vermittlung von Naturschutzwissen und Naturerleben eingesetzt werden – doch es gibt auch zahlreiche Herausforderungen bei der Umsetzung in der Praxis. Dieses Thema wurde auf der Tagung NaturschutzDigital vom 02. bis 05.05.2023 an der Internationalen Naturschutzakademie (INA) auf der Insel Vilm diskutiert.

Deutscher Naturschutzpreis gestartet

Am 24. Mai 2011 haben das Bundesamt für Naturschutz und der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin in Berlin den Deutschen Naturschutzpreis ausgelobt. Der neue Preis wird künftig einmal im Jahr als Förderpreis für besonders originelle, zukunftsweisende und vorbildliche Projektideen im Bereich Naturschutz vergeben. 2011 steht der Preis unter dem Motto „Zukunft Wald – schützen, erleben, nutzen“.Der neue nationale Naturschutzpreis richtet sich an ehrenamtlich im Naturschutz oder in der Naturbildung engagierte Einzelpersonen sowie nichtstaatliche und gemeinnützige Organisationen.

Informationsdienst Naturschutz Niedersachsen 1/2007: Beiträge zur Situation der Wildkatze in Niedersachsen II

Informationsdienst Naturschutz Niedersachsen 1/2007 Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz Beiträge zur Situation der Wildkatze in Niedersachsen II Populationsentwicklung • Gehecke • Totfunde • Wanderkorridore • Vernetzung • Ausbreitungstendenz • Koexistenz Luchs-Wildkatze • Lockstockmethode • Mageninhaltsanalyse Niedersachsen , Beiträge RAIMER, F.: Zur Entwicklung der Wildkatzenpopulationen seit dem 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart in Hessen und Niedersachsen – Verfolgung, Bedrohung, Schutz und Stützung der Wildkatze (Felis silvestris silvestris Schreber,1777) im Spiegel der Jahrhunderte3HUPE, K.: Wildkatzen-Geheckfunde im Solling10POTT-DÖRFER, B. & F. RAIMER: Wildkatzen-Totfunde in Niedersachsen – Konsequenzen für den Wildkatzenschutz15HUPE, K. & O. SIMON: Die Lockstockmethode – eine nicht invasive Methode zum Nachweis der Europäischen Wildkatze (Felis silvestris silvestris) 66 23MEINIG, H.: Mageninhaltsanalysen niedersächsischer Wildkatzen (Felis silvestris) 70 LANG, J., S. LANG, B. POTT-DÖRFER & K. HUPE: Totfunde von Wildkatzen: Rechtliche Grundlagen und praktische Vorgehensweise POTT-DÖRFER, B. & K. DÖRFER: Zur Ausbreitungstendenz der Wildkatze Felis silvestris silvestris in Niedersachsen – Ist die niedersächsische Wildkatzenpopulation gesichert? 56 SIMON, O. & F. RAIMER: Wanderkorridore von Wildkatze und Rothirsch und ihre Relevanz für künftige infrastrukturelle Planungen in der Harzregion 27 HUPE, K.: Untersuchung zum Vorkommen der Wildkatze (Felis silvestris silvestris) in Wäldern und bewaldeten Höhenzügen zwischen Solling und Hainberg im Hinblick auf eine mögliche Vernetzung der Harz- und Sollingpopulation 38 SARBOCK, S. & F. RAIMER: Untersuchungen zur Identifikation von potenziellen Wanderkorridoren für Wildkatze und Rothirsch im nördlichen Harzvorland zwischen Bad Harzburg und Ilsenburg unter besonderer Berücksichtigung des „Grünen Bandes“ Eckertal 46 RAIMER, F.: Luchs und Wildkatze – Koexistenz zweier Katzenarten Liste der Wildkatzen-Melderinnen und -Melder (1990 – 2007) Kurzmitteilungen Neue Veröffentlichungen T Grundlagen für ein Artenhilfsprogramm „Birkhuhn in Niedersachsen“ T Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen in Niedersachsen und Bremen T NLWKN-Jahresbericht 2006 63 73 74 Nachmeldung von EU-Vogelschutzgebieten beschlossen NLWKN WebShop Neue Naturschutzgebiete ausgewiesen Internationales Natura 2000-Seminar Fachtagung zur Dümmerniederung Nachwuchs in den Cuxhavener Küstenheiden Zu diesem Heft Über Jahrzehnte war die stark gefährdete Wildkatze in Niedersachsen nur noch im Harz heimisch, jetzt kommt sie „auf leisen Pfoten“ aber stetig auch in ehemals besiedelte Gebiete zurück – und langsam schleicht sie sich auch in die Köpfe der Menschen, die bei der Wild- katze „nur“ an den verwilderten, unleidlichen „Haus- tiger“ dachten. Erfassung und Dokumentation bekannter und neuer Vorkommen zusammen mit fundierter Forschung zeigen inzwischen handfeste Erfolge zum Schutz der Wildkatze und ihrer Lebensräume: So sind maßgeblich aufgrund der Kenntnisse über Vorkommen und Raumnutzung der Art beispielsweise im Hainberg an der Autobahn A 7 und an der B 243 am Südharzrand bei Bad Lauterberg Grünbrücken als Querungshilfen geplant. Eine Wander- möglichkeit über stark befahrene Straßen hinweg wird 2 somit erhalten und der Isolierung von Teilpopulationen auch anderer mobiler Arten entgegengewirkt. Die Ver- netzung von Lebensräumen mit den darin lebenden Tierarten wird auch zukünftig eine der großen Aufga- ben im Säugetierschutz sein. Die Vielzahl der Artikel, die dieses Heft zum Thema Wildkatze füllen, sehe ich als einen Indikator für die hohe Schutzrelevanz und nicht zuletzt für das große Interesse an der Rückkehr eines faszinierenden Raub- säugers, stellvertretend für naturnahe Waldlebens- räume mit ihrer gesamten heimischen Fauna, vom Rot- hirsch bis zum Mauswiesel. Bärbel Pott-Dörfer Inform.d. Naturschutz Niedersachs. 1/2007 Inform.d. Naturschutz Niedersachs. 27. Jg. Nr. 1 3–9 Hannover 2007 Zur Entwicklung der Wildkatzenpopulationen seit dem 18. Jahr- hundert bis zur Gegenwart in Hessen und Niedersachsen Verfolgung, Bedrohung, Schutz und Stützung der Wildkatze (Felis silvestris silvestris Schreber,1777) im Spiegel der Jahrhunderte1) von Frank Raimer Inhalt 1 Einleitung 2 Niedergang der Wildkatzenpopulation in Hessen und Niedersachsen 3 Räumliche Verluste infolge intensiver Bejagung 4 Rückbesinnung und erste Schutzbemühungen im angehenden 20. Jahrhundert sowie nationaler und internationaler Rechtsrahmen 5 Positive Bestandesentwicklung infolge neuer Sichtweise 6 Zusammenfassung / Summary 8 Literatur 1 Einleitung Die ältesten Funde von Wildkatzen stammen aus dem Mittelpleistozän (vor etwa 500.000 – 300.000 Jahren) (TOEPFER 1963). Nachweislich ist die Waldwildkatze (Felis silvestris) durch Knochenfunde und Skelettteile in Europa an vielen mittel- und jungpleistozänen Lager- plätzen eiszeitlicher Jäger mit einer entsprechenden Begleitfauna ausgegraben worden (PIECHOCKI 1990). Weitere Funde von Wildkatzenknochen aus der letzten Eiszeit gelangen in einem fossilen Bausystem des Dach- ses, welches sich in einer Stauchmoräne befand (PETERS et al. 1972). Aus der Bronzezeit gelang der Fund einer tönernen Kleinplastik mit Katzendarstellung, die einer Wildkatze gleicht (PETZSCH 1951). In der Höhlenkult- stätte am Südhang des Kyffhäusergebirges, nahe dem Harz, fand man 486 sehr gut erhaltene Wildkatzenkno- chen neben zahlreichen anderen Säugetiernachweisen (TEICHERT 1978). Dass die Wildkatze in Mitteleuropa eine weite Ver- breitung hatte, wird an diesen Funden deutlich, wie auch Abb. 1: Wildkatze 1) Leicht veränderter Nachdruck aus: NATURSCHUTZAKADEMIE HES- SEN, BUND FÜR UMWELT UND NATURSCHUTZ, INSTITUT FÜR TIER- ÖKOLOGIE UND NATURBILDUNG (Hrsg.) (2006): „Kleine Katzen - Große Räume – Ein Rettungsnetz für die Wildkatze.“ – Tagungsband Wildkatzentagung Fulda 11.11.2005, NAH-Ber. 5. HALTENORTH (1953, 1957) im Zusammenhang mit den benachbarten Feliden-Arten nachweist. Bis ins 17. Jahr- hundert war sie in allen Gebieten Deutschlands behei- matet und erst um 1848, nach Jagdfreigabe, wurde sie in vielen Gebieten Deutschlands selten oder ausgerottet (GILLE 1916, HALTENORTH 1957, KOCH o.J., DIEZEL 1887). 2 Niedergang der Wildkatzenpopulation in Hessen und Niedersachsen Wildkatzen kamen im historischen Verbreitungsareal der Bundesländer Hessens und Niedersachsens in allen größeren Waldgebieten des 17. und 18. Jahrhunderts bis zur generellen Freigabe der Jagd 1848 vor – so in folgenden regionalen Gebieten: Lüneburger Heide, Göhrde, Hannoversches Bergland, Weserbergland (Sol- ling, Bramwald, Reinhardswald), um Hameln, Harz, Teu- toburger Wald, Eggegebirge und Sauerland, Kaufunger Wald, Meißner, um Waldkappel, Forstinspektion Wetter, Burgwald, südlich Fulda, Bulau bei Hanau, Odenwald, Wälder um Lorsch, Spessart, Hofjagdforsten des Groß- herzogtums Hessen, um Marburg, Vogelsberg, Sauer- land an der Grenze zu Hessen, um Darmstadt und Aschaffenburg, Romrod, Westerwald, Main-Rheinebe- ne, Forst Lorsch, Lahn-Dill-Kreis, Rhön, Thüringer Wald und seine Ausläufer, Wiehengebirge (v. BEHLEN 1823, BLASIUS 1857, KLEINSORGEN 1901, LANDAU 1849, ALTUM 1867 in FELDMANN 1984, LOREY 1892, ZIMMER- MANN 1834, ANONYMUS 1881, 1883, LICHTENBERG 1929/30, ZORN 1954/55, LÖNS 1928, STEINACKER 1906, KOEPERT 1926, ROBINSON 1929/30, NEUHÖFER 1935/36, HALTENORTH 1951, MÜLLER-USING 1951). Die geringe landschaftliche Beeinträchtigung durch Siedlungen, Städte und Straßen ließen eine ständige Migration der unterschiedlichen Wildkatzenbestände zwischen allen näheren und entfernteren Naturräumen bzw. zwischen allen Landschaftstypen zu. Die Bejagung des Raubwildes, eben auch der Wild- katze, erfolgte durch unterschiedliche Fangjagden (Fal- lenfang), die Pirschjagd, die Jagd am Luder, die Ansitz- jagd, die Baujagd, die Netzjagd und mit abgerichteten Hunden (TSCHUDI 1878, BOSCH 1879, DIEZEL 1887). Seit Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die Jagdausübung durch die Entwicklung der Radschlossbüchse sehr erleichtert. Verfeinerte Technik machte es dem Jäger leichter das Wild zu erlegen. Für die Erbeutung und Bejagung des Raubwildes wurden die angestellten Jäger bei Ablieferung der Tiere belohnt. Es gab für die Erlegung Schuss- und Fangprämien, sodass dieser zusätzliche Verdienst die Lebensgrundlagen über die sonst recht mageren Naturalabgaben ihrer Dienst- herren hinaus verbesserte. Um 1600 gewährte man für einen „Wolfbalck“ einen dicken Taler, für eine „Beeren- haut“ und einen „Luxbalck“ einen halben Taler und für einen „Wildkatzenbalck“ vier Groschen (REULECKE 1979, KALTHAMMER 1970). 3 Inform.d. Naturschutz Niedersachs. 1/2007 ,

Lebensraumentwicklung von Streuobstwiesen mit der Zielartengruppe Fledermäuse - ein Projekt zum Schutz der Biodiversität im Streuobstkorridor Rhein-Main-Kinzig

Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Streuobstwiesen haben als Kulturlandschaftselemente eine hohe Bedeutung für den Erhalt der Biodiversität, die regionale Identität, Landschaftsbild und Erholungsfunktionen sowie als Ort der Naturbildung. Hochgradig durch Flächenreduktion, fehlende Pflege- und Nutzungskonzepte gefährdet, stehen sie seit längerem im Fokus von Naturschutz-Bemühungen. Im Projektgebiet im Streuobstkorridor Rhein-Main-Kinzig sollte ein Modell für ein neuartiges Gesamtkonzept zur Lebensraumentwicklung von Streuobst-wiesen auf der Basis von Untersuchungen zur Zielartengruppe der Fledermäuse erstellt werden. Es sollte dies realisiert werden durch eine moderne und effektive Kombination verschiedener Methoden aus Wissenschaft, Naturschutzpraxis und Öffentlichkeitsarbeit zu einem integrativen Gesamtkonzept. Fazit Moderner Streuobstwiesenschutz sollte mehr als bisher die Konnektivität der Lebensräume berücksichtigen, besonders im Hinblick auf die Habitatansprüche wichtiger Tierarten. Die Bemühungen um Baum- und Unterwuchspflege dürfen nicht nachlassen bzw. müssen intensiviert werden. Es ist größeres Gewicht auf die Aktivierung traditionell nicht angesprochener Bevölkerungsgruppen zu legen, um das persönliche Engagement zu verstärken.

Erarbeitung eines Informationskonzeptes zur nachhaltigen Nutzung von FFH-Lebensraumtypen im Natura 2000-Gebiet 'Mittlere Oranienbaumer Heide'

Bei dem Natura 2000-Gebiet 'Mittlere Oranienbaumer Heide' (DE 4240-301; F168/S32) handelt es sich um ein 2.024 ha großes Gebiet, welches durch das großflächige Vorkommen von FFH-relevanten Lebensraumtypen gekennzeichnet ist. Dazu zählen v.a. Trockene europäische Heiden und Basenreiche Sandrasen, mit geringerem Flächenanteil auch Silbergraspionierfluren und Heiden auf Binnendünen. Im zentralen Bereich dieses Gebietes soll zur langfristigen Offenhaltung sukzessive eine extensive Ganzjahresstandweide mit Heckrindern und Konikpferden eingerichtet werden. Die Ziele und Ergebnisse dieses Modellprojektes sollen für eine fachlich fundierte Umwelt- und Naturschutzbildung sowie für eine gezielte Information der regionalen und lokalen Öffentlichkeit aufbereitet werden. So soll durch geeignete Informationsangebote ein Beitrag geleistet werden, die Inhalte und Zielstellung von Natura 2000 in der Bevölkerung zu verbreiten und zu verankern. Dabei soll v.a. aufgezeigt werden, dass Natura 2000-Gebiete nicht grundsätzlich von jeglicher Nutzung auszusparen sind, sondern dass sie einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Regionalentwicklung leisten können. Um die angestrebte nachhaltige Nutzung sicher zu stellen, sollen außerdem Vermarktungsstrategien für das im Projektgebiet erzeugte Fleisch etabliert werden. Falls erforderlich, sollen auch naturschutzfachlich tragfähige Konzepte für kleinflächig ergänzende Pflegemaßnahmen unter Wahrung der naturschutzfachlichen Zielstellungen bereit gestellt werden. Auf Grund der Ausstattung mit FFH-relevanten Lebensraumtypen und den Auswirkungen der vorherigen militärischen Nutzung kann am Beispiel der Oranienbaumer Heide eindrücklich vermittelt werden, dass standortangepasste Störungen und Dynamik eine wesentliche Voraussetzung für die Einhaltung eines günstigen Erhaltungszustandes von vielen FFH-Lebensraumtypen des Offenlandes sind. Da jedoch auf Grund der vorherigen militärischen Nutzung das Modellgebiet der Kampfmittel-Gefahrenabwehrverordnung (GAVO) unterliegt, können gegenwärtig etablierte Methoden der Umwelt- und Naturschutzbildung bzw. der gezielten Öffentlichkeitsarbeit nicht ohne Einschränkungen eingesetzt werden. Es sind deshalb in Zusammenarbeit mit dem zukünftigen Eigentümer des Gebietes, der DBU Naturerbe GmbH, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, vertreten durch die Bundesforstbetrieb 'Mittelelbe', und dem Fachdienst Ordnung des Landkreises Wittenberg sowie der Biosphärenreservatsverwaltung und den Naturschutzbehörden Lösungswege zu entwickeln, die einerseits eine Aufklärung und Information über die durchgeführten Maßnahmen in dem Natura 2000-Gebiet ermöglichen, die andererseits aber auch den aus der KampfmittelGAVO resultierenden Auflagen Rechnung tragen. Das Projekt wird kofinanziert durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums.

Wildes Land Deutschland - ein webbasierter Projektservice für Jugendliche und junge Erwachsene in der Umwelt- und Naturbildung zu den Landschaftselementen 'Alte Alleen', 'Alte Parks' und zum Fledermausschutz

Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Förderprojekt Wildes Land Deutschland stellt die Weiterführung und Perfektionierung langjähriger Kampagnen der Naturschutzjugend (NAJU) im NABU dar. Mit Hilfe der Deutschen Bundesstiftung Umwelt wurde eine internetbasierte Plattform geschaffen, die es Jugendlichen und jungen Erwachsenen ermöglicht, sich Wissen über Natur und Kulturlandschaften anzueignen, sich zu vernetzen und untereinander auszutauschen. Neben den Schwerpunkten Alleen und alte Bäume wurde die Artengruppe der Fledermäuse und deren Lebensräume thematisiert. Über ein Naturschutz-Wiki und einem Online-Wettstreit unter den Jugendgruppen, konnte zielgruppengerecht und zeitgemäß Umweltbildung betrieben werden. Fazit Die Naturschutzjugend im NABU bietet, durch ihre breite Basis und die jahrelange Erfahrung in der Jugendumweltbildung, eine überaus vorteilhafte Grundlage für den Erfolg von Jugendumweltkampagnen auf Bundes-, Landes- und Ortsebene. Aktiver Schutz in Form von Arbeitseinsätzen, sowie Aufklärungs- und Bildungsarbeit sind ein integraler Bestandteil jeder Kinder- und Jugendgruppe. Seit Jahrzehnten spielen dabei auch Fledermaus- und Lebensraumschutz eine wichtige Rolle. Besonders aktive Gruppen, konnten durch vorangegangene Naturschutzarbeit zu den Themenschwerpunkten Fledermaus- und Kulturlandschaftsschutz ihr Wissen und ihre Erfahrungen in der Kampagne einbringen und den anderen Jugendlichen zugänglich machen. Ein entscheidender, hemmender Umstand während des Projektes war die mangelnde Kompetenz, von vor allem älteren Gruppenleitern oder sehr jungen Gruppenmitgliedern, im Internet. Es fehlt an Wissen zu sozialen Netzwerken, Datenspeicherung, Zugang zum Internet und angemessenem Equipment. Demzufolge ist die Hürde zum Einstieg in ein Online-gestütztes Gruppenspiel verhältnismäßig hoch und die Laufwege für diese potentiellen Nutzer zu lang.

Naturschutz-Botschafter - Aufbau von ehrenamtlichem Engagement zur Förderung der Naturschutzbildung im innerstädtischen Bereich

Zielsetzung und Anlass des Vorhabens: Aufbau, Schulung und exemplarischer Einsatz einer Gruppe von Ehrenamtlichen zur Vermittlung von Naturschutzthemen im urbanen Raum ist Gegenstand des Projektes. Die Bewahrung der biologischen Vielfalt als Grundlage unseres Lebens steht inhaltlich im Mittelpunkt aller Projektaktivitäten. Auf unterhaltsame und anschauliche Weise vermitteln die Naturschutz-Botschafter in öffentlichen urbanen Räumen (bspw. Zoo, Hauptbahnhof, Stadtpark, Naturmuseum) Faszination und Wert der biologischen Vielfalt und machen auf nachhaltige Lösungsansätze aufmerksam. Ziele ihres Einsatzes sind: Akzeptanzsteigerung für Naturschutzvorhaben Bewusstseinsbildung für globale Zusammenhänge Sensibilisierung für die Auswirkungen des eigenen Handelns Befähigung zu nachhaltigem Konsumverhalten. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden: Das Projekt gliedert sich in drei Arbeitsphasen, in denen die Projektinhalte umgesetzt werden: Phase 1: Aufbau und Schulung der Naturschutz-Botschafter Phase 2: Einsatz der Naturschutz-Botschafter im Zoo Frankfurt und Durchführung von Aktionen im innerstädtischen Bereich (Lagerfeuerabende, Kinonächte, Frankfurter Woche der biologischen Vielfalt). Diese Phase beginnt mit dem Abschluss der Grundausbildung der ersten Gruppe von Ehrenamtlichen und läuft bis zum Ende des Projektes bzw. darüber hinaus. Phase 3: Evaluation und Abschlusstagung. Der Aufbau sowie die Evaluation des Einsatzes der Naturschutz-Botschafter erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Projekt AZ 23233 Ehrenamtliches Engagement im Naturschutz des Deutschen Naturschutzrings (DNR). Neben der Veröffentlichung der Projektaktivitäten im Internet soll eine gemeinsame Abschlusstagung das Thema projektübergreifend diskutieren. Fazit: Auch die Evaluationsergebnisse dieses Projektes zeigen, dass sowohl die Ehrenamtlichen, als auch die Zoobesucher Inhalte und Umsetzung des Projektes sehr positiv bewerteten. Insbesondere die persönliche Ansprache zusammen mit anschaulichen Materialien kommt bei jungen wie erwachsenen Zoobesuchern sehr gut an. Diese Methode kann in besonderer Weise dafür genutzt werden, Naturschutzthemen gezielt zu vermitteln. Dass diese Vermittlungsform nicht nur von den Besuchern geschätzt wird, sondern auch klare Lerneffekte hervorbringt, zeigen ebenfalls die Evaluationen. Aus dem Wunsch heraus, dieses erfolgreiche Projekt noch weiter auszubauen, die Gruppe von Ehrenamtlichen zu vergrößern und die professionelle Ehrenamtskoordination weiterzuführen, wurden weitere Drittmittel dreier Frankfurter Stiftungen akquiriert. So wird es möglich sein, den guten Start des DBU-geförderten Projektes zu nutzen, um das Ehrenamtssystem zwischen ZGF und Zoo noch stärker auszu-bauen und langfristig zu etablieren.

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