API src

Found 18 results.

Related terms

Water4All - Kooperationsprojekt DEMOTAPE: Design multi-dimensionaler Wissensprotokolle zur Transformation grenzüberschreitender politischer Entscheidungen im Umgang mit hydroklimatischen Extremen

32 Maßnahmen zum Masterplan Wasser

1. Konzept zum Niedrigwassermanagement Stauhaltung Spandau Erarbeitung eines gemeinsamen Konzepts, um bei Niedrigwasser ein kritisches Absinken der Wasserstände zu verhindern. Weitere Informationen 2. Optimierte Durchflusssteuerung Automatisierung der Wehre und Nutzung digitaler Instrumente, um die Durchflusssteuerung bei Niedrigwasser zu verbessern. Weitere Informationen 3. Optimierung der Ableitwege Verbesserter Schutz der Wasserressourcen durch Schaffung veränderter und neuer Ableitwege der Klärwerke. Weitere Informationen 4. Bewirtschaftung der Oberen Havel Intensivierung der länderübergreifenden Zusammenarbeit für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Oberen Havel. Weitere Informationen 5. Bewirtschaftung der Spree Intensivierung der länderübergreifenden Zusammenarbeit für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Spree Weitere Informationen 6. Begrenzung von Entnahmen aus Flüssen, Seen und Grundwasser Prüfung von Möglichkeiten und Instrumenten, um in angespannten Situationen Entnahmen aus Gewässern zu reduzieren Weitere Informationen 7. Anreichern und Speichern des Grundwassers Erhöhung der Grundwassermengen durch künstliche Anreicherung und Zwischenspeicherung von Regenwasser Weitere Informationen 8. Erhöhung der Uferfiltratmengen Bau neuer Brunnen in Ufernähe, um die Trinkwassergewinnung aus Uferfiltrat zu steigern Weitere Informationen 9. Nachhaltiger Waldumbau Erhöhung der Grundwasserneubildung durch den Umbau der Berliner Wälder in naturnahe Mischwälder Weitere Informationen 10. Entsiegelung und Wiederherstellung der Bodenfunktionen Erhöhung der Grundwasserneubildung durch Entsiegelung und Renaturierung überbauter Flächen Weitere Informationen 11. Reduzierung der Phosphoreinträge Verminderung der Nährstoffbelastungen in Dahme, Spree und Havel durch Aufrüstung der Großklärwerke Weitere Informationen 12. Ausbau der Klärwerkskapazitäten Ausbau der vorhandenen Klärwerke, um die steigenden Abwassermengen behandeln zu können Weitere Informationen 13. Spurenstoffentfernung Aufrüstung der Klärwerke, um den Eintrag organischer Spurenstoffe zu verringern Weitere Informationen 14. Minderung der Risiken durch Indirekteinleitungen Früherkennung von Schadstoffeinträgen aus Industrie und Gewerbe durch erweitertes Monitoring und agile Prüfabläufe zur Risikobewertung neuer Stoffe Weitere Informationen 15. Regenwasserbewirtschaftung Verbesserung von Gewässerschutz und Grundwasserneubildung durch eine dezentrale Bewirtschaftung des Regenwassers Weitere Informationen 16. Regenwasserbehandlung Reduzierung der Gewässerbelastungen aus dem Berliner Trennsystem durch Rückhalt und Reinigung von Regenwasser Weitere Informationen 17. Begrenzung von Mischwasserüberläufen Fortsetzung des Sanierungsprogramms für Mischwasserkanäle, um Überläufe weiter einzuschränken Weitere Informationen 18. Wiederinbetriebnahme ehemaliger Wasserwerke Erschließung zusätzlicher Trinkwasserressourcen durch die Wiederinbetriebnahme ehemaliger Wasserwerke Weitere Informationen 19. Sicherstellung des Trinkwasserschutz Weiterentwicklung des Grundwasserschutzes in den Einzugsgebieten der Wasserwerke, um eine sichere Trinkwasserversorgung zu gewährleisten Weitere Informationen 20. Nachrüstung von Wasserwerken Weitergehende Reinigungsstufen in den Wasserwerken, um die Nutzung weiterer Wasserressourcen zu ermöglichen Weitere Informationen 21. Verstärkte Brunnenerneuerung Intensivierung des Brunnenerneuerungsprogramms, um die Spitzenkapazitäten der Wasserwerke weiter zu steigern Weitere Informationen 22. Brunnenneubau und Reaktivierung Bau neuer Brunnen und Wiederinbetriebnahme stillgelegter Galerien, um die Trinkwasserressourcen zu erhöhen Weitere Informationen 23. Länderübergreifendes Wasserressourcen-Management Erhöhung der Versorgungssicherheit der Hauptstadtregion durch ein gemeinsames Grundwassermanagement der Länder Berlin und Brandenburg Weitere Informationen 24. Fernwasserversorgung Prüfung von Möglichkeiten der Fernwasserversorgung, um zusätzliche Ressourcen für steigenden Trinkwasserbedarf zu schaffen Weitere Informationen 25. Nachsorgender Bodenschutz Erkundung und Sanierung von Flächen, die mit Altlasten kontaminiert sind, um die Trinkwasserversorgung zu sichern Weitere Informationen 26. Wasserspar-Strategie Entwicklung und Umsetzung von Strategien, um einen bewussten und sparsamen Umgang mit der Ressource Wasser zu fördern Weitere Informationen 27. Schutz von Mooren und Feuchtgebieten Umsetzung von Maßnahmen, um Schutz und Stützung grundwasserabhängiger Ökosysteme zu verbessern Weitere Informationen 28. EU-Chemikalienstrategie Unterstützung der EU-Chemikalienstrategie für die Verwirklichung einer schadstofffreien Umwelt Weitere Informationen 29. Spurenstoffstrategie des Bundes Unterstützung der Spurenstoffstrategie des Bundes, um den Eintrag von Spurenstoffen in den Wasserkreislauf zu reduzieren oder zu vermeiden Weitere Informationen 30. EU-Arzneimittelstrategie Unterstützung der EU-Strategie gegen die Verschmutzung der Umwelt durch pharmazeutische Stoffe Weitere Informationen 31. Nationale Wasserstrategie Unterstützung der Nationalen Wasserstrategie, um die natürlichen Wasserressourcen zu schützen und den nachhaltigen Umgang mit Wasser zu fördern Weitere Informationen 32. EU-Aktionsplan zur Schadstofffreiheit Unterstützung des EU-Aktionsplans zur Schadstofffreiheit von Luft, Wasser und Boden Weitere Informationen

KLIWA – Folgen für die Wasserwirtschaft

Zu viel – Zu wenig – Extreme meistern – Extremen begegnen [Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] Zu viel | Zu wenig Extreme meistern | Extremen begegnen FOLGEN FÜR DIE WASSERWIRTSCHAFT [l l [ [][][] l[ [][][] l[ [][][] l [ [][l l l[ [][][] l [l l [ [][][]■[ l[ [][][] [][][] l[ [][][] l [ [][l l l[ [][][] l [l l [ [l [][][]■[ [][][J [][][] l[ [][][] l [ [][l l l[ [][][] l :[li= li=:[:[l [][][Ji= l[:[ ][ ][]i= li=:[:[][li= li= l[:[][][]i= l [li= li=:[:[ [][li= li= l[:[ [][][]i= l [l l :[ i= i=:[: i= l[:[ ][ ][ [l l l l[ l l [l l [][l l l[ [][][] [l l l l l l l[ [][][l l [l l l l[ [][][l l :[li= li=:[:[l l= l[:[][][li= l .:[ L JJ ][] = l[ l[ J :[][][ L i= l i= L i=:[ :[l l[ J ][][lL l . [lL lL J[ J[][] [l l [ [][ ][l ] l l l l1 [l l1 [ [][][l1 ]I l 1 [l 1 [ [][][ 1 I :[li= 1=:[:[][][ I1 I li= 1 [ l 1 [ [ ][ ][ I li= 1 :[ i= =:[:[][][ ■■■■ ■■■■■[][][ ■■■■■■[ ■■■■■[[][][] ■■ ■[ ■■■■■■■[][][] ■■ ■■■■■■■■[ ■■■■■■[ ■[ ■■■■■■■■[ ]■■■■■■■■■■■ ■■■■■■■[ ][][ ■■■■■■■■[ ■■■■■■■■[]■■■■■■■■■■■ ■■■■■■■[]■■■■■■■■■■■■ ■■■■■■■■■■■■■■■■■" ■■■■■[ ]■■■■■■■■■■■■ ■■■■■■■■■■■■■■■■■■[ [][][ ■■■■■■■■■■■■■■■■■" ■■■■■■■■■■■■■■■■■[][][ ■■■■■■■■■■■■■■■■■■[ ■■■■■■■■■■■■■■■■■■[ ■■■■■■■■■■■■■■■■■[ ][][ ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■[ ■■■■■■■■■■■■■■■■■■[][ ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■[ ][ ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■[ ■■■■■■■■■■■■■■■■■■[ ][ ][ ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■[ [[ ll 11 [[ [[ ][ ■■■■■■■■■■■■■■■■■■[ ][ ]][ I ■■■■■■■■■■■■■■■■■■[][][ ll 11 [l 1 [ [ ][ ]■■■■■■■■■■■■■■■■■■[ [][][ l 1 ]■■■■■■■■■■■■■[][][ll 1 ■■■■■■■■■■■■■■■■■■[ [ ll 1 [[ [[][ ][ l]■■■■[][ ][ i= 1= I ][][li= 1 :[li= 1=:[:[][l ][ 1= I[ :[ ][ ][ ■■■■[ ][ i= I[:■■[]■■■[ ]■■■■■■■■■■■■■[ '[ '[ ]■[]" I"'['[][ '[][ ■■[ ]■■■[ ][]"i= I"1= I[■[ ][][ ][]"i= 1 :[]" i= I"'[ 1=:['[ :[][][ I" 1= I['[ :[][ ][]" i= I[: :[ ][ i= I[ i= ]" 1= I[:[ ][]" i= I[ :[ ][ i= I[ '[l= ]" I[ I"'[ '[][ ][ I":[ I[:[ '[][][ '[][ ]■[ I"'[ '[][]" I":[ I[:[ '[][][l]" 1 [l= I[:[ ][ ][ i= I[:[:[][ i= 1= I[:[][][ i= I[:[ ][ ][ i= I[:[:[][][l 1 KLIWA STEHT FÜR KLIMAVERÄNDERUNG UND KONSEQUENZEN FÜR DIE WASSERWIRTSCHAFT KLIWA IST EINE KOOPERATION DER BUNDESLÄNDER BADEN-WÜRTTEMBERG, BAYERN UND RHEINLAND-PFALZ SOWIE DES DEUTSCHEN WETTERDIENSTES Inhalt 1 Herausforderung Klimawandel4 2 Regionale VERÄNDERUNGEN 6 38 Instrumente der Klimaforschung 4 Anpassungsstrategien10 5 Grundwasser12 6 Niedrigwasser16 7 Hochwasser18 8 Mittelwasser20 9 Starkregen22 10 Gewässerökosysteme24 11 GewässerTemperatur26 12 Ausblick 27 IMPRESSUM/HERAUSGEBERKonzeptWeitere Informationen LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg Griesbachstraße 1 76185 KarlsruheÖkoMedia, Stuttgartwww.kliwa.de Satzwww.stmuv.bayern.de Im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-WürttembergLandesamt für Umwelt, Mainzwww.mkuem.rlp.de Bayerisches Landesamt für Umwelt Bürgermeister-Ulrich-Str. 160 86179 AugsburgS. 1: © Deutscher Wetterdienst/ EUMETSAT, Hennegriff (LUBW)Im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und VerbraucherschutzS. 6/7: © Christin Bremer, Pixabay, Klaus Weichhart, KLIWA Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz Kaiser-Friedrich-Straße 7 55116 Mainz Im Auftrag des Ministeriums für Kimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz Deutscher Wetterdienst Frankfurter Straße 135 63067 Offenbach www.um.baden-wuerttemberg.de www.lubw.baden-wuerttemberg.de Bildnachweis www.lfu.rlp.de www.dwd.de S. 4/5: © Pixabay, DWD, KLIWA S. 8/9 : © NASA, LARSIM-Forum, IPCC, KLIWA S.10/11: © Pixabay, Dr. Andreas Meuser, Warming-stripes_RLP_1881–2021, DWD S. 12/13: © Christian Iber, KLIWA, Hennegriff, Huber/pixelio.de, WWA Rosenheim S.14/15: © KLIWA, Hennegriff, Huber/pixelio.de, WWA Rosenheim S. 16/17: © Pixabay, LfU RP, Klaus Weichhart, KLIWA S. 18/19: © ThuererWiesen-Josef Groß, Pixabay, KLIWA S. 20/21: © StMUV, KLIWA S. 22/23: © Pixabay, VG Herrstein, Sebastian Schmitt, KLIWA, DWD S. 24/25: © Michael Schäffer (LfU RP), A. Hartl, LUBW, KLIWA S. 26: © Dr. Matthias Brunke, Schäffer (LfU RP) 2 www.lfu.bayern.de Stand: September 2022 Diese Broschüre ist klimaneutral gedruckt VORWORT Wasser ist eine der wertvollsten Gaben der Natur. Wir alle leben von und mit Wasser. Die Wasserwirtschaft trägt die hohe Verantwortung, die Lebensgrund­ lage Wasser dauerhaft zu sichern, aber auch vor den Gefahren des Wassers zu schützen. Der Standard der Wasserwirtschaft in Deutschland ist hoch. Wir schüt­ zen unsere Gewässer und verbessern ihren Zustand, wo es nötig ist. Wir haben ausreichend Trinkwasser in guter Qualität und investieren viele Millionen in die Verbesserung des Hochwasserschutzes und des Niedrigwassermanagements. Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg Aber der Wasserkreislauf ist im Wandel. Mit der Veränderung des Klimas ändert sich auch der Wasserhaushalt in Deutschland. Wir wissen heute, dass die mitt­lere Temperatur auf der Erde infolge des Treibhauseffekts weltweit bereits deut­lich zugenommen hat und weiter zunehmen wird. Die Menschheit wird diese Entwick- lung auch nicht mehr stoppen, sondern bestenfalls nur verlangsamen können. Wir müssen alle dazu beitragen, das Ausmaß der Veränderungen durch einen konsequenten und wirksamen Klimaschutz beherrschbar zu halten. Infolge des Klimawandels mit seinen regionalen Auswirkungen müssen wir uns auf eine Zunahme extremer Wetterereignisse einstellen. Aller Voraussicht nach wird es in Zukunft mehr Starkregenereignisse geben, aber auch mehr Hitzeperio­ den und Trockenphasen. Für die Wasserwirtschaft heißt das, die möglichen Auswirkungen abzuschätzen, dafür Anpassungsstrategien zu entwickeln und dann Wege zu finden, sich an diese Veränderungen gebietsbezogen anzupassen. Dank der bisherigen Untersuchungen innerhalb der Kooperation „Klimaverän­ derung und Konsequenzen für die Wasserwirtschaft“ (KLIWA) können wir heute für den süddeutschen Raum abschätzen, wie sich der Klimawandel hier auf Hochwasser, Niedrigwasser oder die Grundwasservorräte auswirkt. Diese Abschätzungen sind mit Unsicherheiten behaftet. Diese korrekt einzuschätzen und die Weichen für die Zukunft dennoch richtig zu stellen, ist eine große He- rausforderung. Bei der Grundlagenarbeit besteht weiterhin Handlungsbedarf: Wie können Unsicherheiten bezüglich der zukünftigen Entwicklungen genau­er erfasst und in der Öffentlichkeit dargestellt werden? Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Wasserqualität unserer Bäche und Flüsse aus? Welche Anpassungen sind im Sinne des Vorsorgeprinzips jetzt notwendig, und welche später? Mit konsequentem Klimaschutz auf globaler, nationaler und regionaler Ebene können wir die Folgen des Klimawandels begrenzen. Der Ausstoß von Treibhaus­ gasen muss so weit wie möglich verringert werden. Auf die dennoch unumkehr­ baren Auswirkungen müssen wir mit Anpassungsmaßnahmen reagieren. Das heißt, klimaempfindliche Systeme bestmöglich auf die Veränderungen vorberei­ ten. Um das zu gewährleisten, sind die Anpassungsfähigkeit der Ökosysteme zu erhöhen und die Verletzbarkeit der Systeme zu verringern. Das bestehende Fachwissen zum Klimawandel und seinen Folgen muss konsequent erweitert werden. Das Kooperationsvorhaben KLIWA leistet dabei für den Bereich einer nachhaltigen Wasserwirtschaft einen wichtigen Beitrag. 3 Wo stehen wir? Herausforderung Klimawandel Auf der Weltklimakonferenz in Glasgow im November 2021 haben die Staaten der Welt das Regelbuch zur Umsetzung des Paris-Abkommen aus dem Jahr 2016 vollendet. Es wurde erneut festgestellt, dass die Anstren- gungen zur Begrenzung des Klimawandels auf einen Temperaturanstieg um 1,5 °C intensiviert werden müssen. Andernfalls werden die Auswirkungen noch verheerender ausfallen. Die Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 1,5 °C ist ein ehrgeiziges Ziel und bedarf ambitionierter Anstrengungen im Bereich der Vermeidung von Treibhausgasemissionen. Langjährige meteorologische und hydrologische Messdaten sind Voraussetzung für Untersuchun- gen zum Klimawandel - je länger desto besser. Diese Messdaten zeigen die Entwicklung des Kli- mas für die Vergangenheit auf; beispielsweise die Veränderung der jährlichen Niederschlagsvertei- lung. Darauf aufbauend wird das zukünftige Klima mit sogenannten regionalen Klimaprojektionen abgeschätzt, welche die Grundlage für die Simulation des zukünftigen Wasserhaushalts von Fluss- gebieten bilden. Die bisherigen KLIWA-Untersuchungen befassen sich mit den Themen Hochwas- ser, Niedrigwasser, Grundwasser, Starkregen und Bodenerosion sowie Gewässerökologie. Haben Veränderungen bereits stattgefunden bzw. zeigen die Simulationen für die Zukunft Änderungen, werden konkrete Anpassungsempfehlungen abgeleitet. Mehr Informationen unter www.kliwa.de. Links kleines Bild. DER KLIMAWANDEL IST AKUT 2018 war in Deutschland das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Bis auf Februar und März weisen alle Monate zum Teil deutlich höhere Mitteltemperaturen auf als während der internationalen Referenzperiode 1961-1990. @DWD: Nationaler Klimare- port 2022 2018 war in Deutschland das wärmste Jahr seit Beginn systematischer Wet- teraufzeichnungen. Bis auf Februar und März weisen alle Monate zum Teil deutlich höhere Mitteltemperaturen auf als während der internationalen Referenzperiode 1961 – 1990. @DWD: Nationaler Klimareport 2022 Das Erdklima war im Laufe der Jahrmillionen schon immer natürlichen Schwankungen unterworfen. Mal war Europa tropisch, mal lasteten mächtige Eispanzer auf dem Kontinent. Sedimentbohrkerne und Pollen- analysen geben Aufschluss über die frühen erdgeschichtlichen Klimaschwankungen der Erde. Seit 1850 werden Wetterdaten regel- mäßig erfasst. Deren Auswertung zeigt, dass sich die globale Durchschnittstemperatur im Vergleich zu 1850 – 1900 um etwa 1,1 °C erhöht hat; in Deutschland sogar um 1,6 °C. In den letzten Jahren sind extreme Wetter- ereignisse in Deutschland gegensätzlicher Natur aufgetreten: zahlreiche Starkregen- und Sturzflutereignisse besonders in den Jahren 2016 und 2018, der extreme Trocken- sommer 2018 und zuletzt die Jahrhundert- flut 2021. Durch den Klimawandel werden solche Ereignisse wahrscheinlicher. Daher ist Anpassung an den bereits stattfindenden Klimawandel notwendig und Vorsorge, so- weit möglich, auch gegen Extremereignisse zu treffen. TREIBHAUS ERDE Die angenehme globale Durchschnittstem- peratur von etwa +15 °C haben wir dem natürlichen Treibhauseffekt zu verdanken: Die in der Erdatmosphäre vorkommenden Spurengase, wie Wasserdampf, Kohlendioxid und Methan, wirken wie die Glasscheiben eines Gewächshauses. Sie lassen die ein- gehenden, kurzwelligen Sonnenstrahlen durch und halten die von der Erdoberfläche wieder abgegebene, langwellige Wärme- strahlung teilweise zurück. Deshalb werden sie auch Treibhausgase genannt. Ohne den natürlichen Treibhauseffekt würde die 4 Durchschnittstemperatur bei lebensfeind- lichen -18 °C liegen. Seit Beginn der Indus- trialisierung steigt der Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre, der während der vorange- gangenen Jahrhunderte relativ konstant bei 280 ppm (parts per million) lag, an. Mittler- weile werden mehr als 410 ppm gemessen. Hinzu kommen anthropogene Spurengase, die erst durch den Menschen in die Atmo­ sphäre gelangten. Dieser zusätzliche vom Menschen verursachte anthropogene Treib- hauseffekt beeinflusst den Wasserkreislauf global, aber auch regional. Daher sind Anpassungsmaßnahmen, welche regional entwickelt werden müssen, erforderlich. KOOPERATION KLIWA Sind die extremen Wetterlagen und Hoch- wasserereignisse in Süddeutschland der letzten Jahrzehnte bereits deutliche Vor- boten des Klimawandels? Wie wird sich das Klima ändern und wie wirkt sich das auf unsere wichtige Ressource Wasser aus? Wie müssen wir darauf reagieren? Um die- sen Fragen nachzugehen, haben die Länder Baden-Württemberg, Bayern und Rhein- land-Pfalz sowie der Deutsche Wetterdienst gemeinsam im Jahr 1999 die Kooperation „Klimaveränderung und Konsequenzen für die Wasserwirtschaft“ (KLIWA) ins Leben gerufen. Ziel dieser länder- und fachüber- greifenden Zusammenarbeit ist es, mögliche Auswirkungen der Klimaveränderung auf den Wasserhaushalt und die Ökologie der Flussgebiete und Seen im Süden Deutsch- lands herauszuarbeiten, Konsequenzen aufzuzeigen und Handlungsempfehlungen zu erarbeiten. HERAUSFORDERUNG KLIMAWANDEL 1 TEMPERATURVERLAUF IN DEUTSCHLAND VON 1881 BIS 2020 Die Grafik zeigt die Abweichung der Jahresmit- teltemperatur von der Durchschnittstemperatur der Bezugsperiode 1961 – 1990. Die gestrichelte schwarze Linie zeigt den linearen Trend über die Gesamtreihe. Positive Abweichungen (es war wärmer als im Durchschnitt der Periode 1961 – 1990) sind als rote Balken dargestellt, negative Abweichungen (es war kälter als im Durchschnitt der Periode 1961 – 1990) als blaue Balken. Es ist eine deutliche Temperaturerhöhung zu sehen, die sich in den letzten Jahrzehnten spürbar beschleunigt hat. Es ist eine deutliche Häufung der warmen Jahre im 21. Jahrhundert zu sehen: Neun der zehn wärmsten Jahre liegen im 21. Jahrhundert. DER KREISLAUF DES WASSERS Die Erdoberfläche ist zu zwei Dritteln mit Wasser bedeckt. Das Wasser zirkuliert in einem gewal- tigen Kreislauf als Dampf, Flüssigkeit oder Eis rund um den Globus. Wasser, das von der Erdo- berfläche verdunstet, steigt als Wasserdampf auf, kondensiert zu Wolken und fällt als Regen oder Schnee wieder auf die Erde. Dieser Niederschlag fließt über Gewässer ab oder versickert im Boden und trägt so zur Grundwasserneubildung bei. Das meiste Wasser jedoch verdunstet wieder. Dieser Kreislauf wird durch den Klimawandel verändert. Langjährige meteorologische und hydrolo- gische Messdaten sind Voraussetzung für Untersuchungen zum Klimawandel – je län- ger desto besser. Diese Messdaten zeigen die Entwicklung des Klimas für die Vergangen- heit auf; beispielsweise die Veränderung der jährlichen Niederschlagsverteilung. Darauf aufbauend wird das zukünftige Klima mit sogenannten regionalen Klimaprojektionen abgeschätzt, welche die Grundlage für die Simulation des zukünftigen Wasserhaushalts von Flussgebieten bilden. Die bisherigen KLIWA-Untersuchungen befassen sich mit den Themen Hochwasser, Niedrigwasser, Grundwasser, Starkregen und Bodenerosion sowie Gewässerökologie. Haben Verände- rungen bereits stattgefunden bzw. zeigen die Simulationen für die Zukunft Änderungen, werden konkrete Anpassungsempfehlungen abgeleitet. Mehr Informationen unter www.kliwa.de. 5

Katrin Eder: „Der Umgang mit Wasserknappheit wird eine der größten Herausforderungen – der Zukunftsplan Wasser zeigt mögliche Lösungen“

Klimaschutzministerin Katrin Eder stellt Entwurf zum Zukunftsplan Wasser vor und ruft Verbände, Behörden und Interessensgruppen zu breiter Beteiligung auf „Die Verfügbarkeit von ausreichendem und sauberem Wasser ist für sämtliche Bereiche unseres Lebens essentiell. Ein Mangel führt zu gesellschaftlichen, wasserwirtschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Herausforderungen. Der Zukunftsplan Wasser gibt Antworten, wie wir sowohl mit klimawandelbedingten sinkenden Grundwasserständen und Niedrigwasser als auch mit Starkregenereignissen und Hochwasser umgehen können. Er ist das entscheidende Papier, das die Richtung vorgibt, welche Maßnahmen wir künftig zum Schutz unseres Grund- und Trinkwassers und unserer Gewässer anpacken werden und wie wir uns auf Hochwasser und Starkregenereignisse vorbereiten können“, sagte Klimaschutzministerin Katrin Eder am heutigen Freitag bei einer Kick-Off-Veranstaltung mit über 170 Stakeholdern in Ingelheim. Die Veranstaltung markierte den Beginn eines interdisziplinären Beteiligungsprozesses mit allen maßgeblichen Verbänden aus der Wasserwirtschaft, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Naturschutz und der Industrie, den kommunalen Spitzenverbänden sowie Landesbehörden, Landkreisen und kreisfreien Städten. „Für eine moderne, zukunftsfähige, klimaangepasste und energieeffiziente Wasserwirtschaft und nachhaltige Bewirtschaftung der Wasserressourcen brauchen wir einen ambitionierten und tragfähigen Plan. Die vielleicht wichtigste und schwierigste Aufgabe der nächsten Jahrzehnte wird der Umgang mit Wassermangel und Niedrigwasser sein. Daher ist die Expertise verschiedenster Interessensgruppen essentiell“, so Eder. Der bisherige Entwurf vereint auf 100 Seiten sechs Handlungsfelder: 1. Grundwasserschutz und Wasserversorgung, 2. Schutz und Bewirtschaftung von oberirdischen Gewässern, 3. Kommunale und industrielle Abwasserbehandlung und Siedlungsentwässerung, 4. Hochwasser- und Starkregenvorsorge, 5. Niedrigwassermanagement und 6. Querschnittsthemen, wie die Sensibilisierung für unsere wichtigste Ressource. Der Plan gibt für jedes Handlungsfeld die Herausforderungen und Ziele an und führt sowohl bereits umgesetzte beziehungsweise in Umsetzung befindliche Maßnahmen auf, sowie solche, die in Planung sind. Zudem werden mögliche Lösungsansätze, die noch diskutiert werden müssen, vorgestellt. Insgesamt sind im Zukunftsplan 124 Maßnahmen aufgelistet, die bereits laufen oder in Planung sind sowie weitere 41, deren Umsetzung noch diskutiert werden muss. Viele Maßnahmen decken dabei mehrere Handlungsbereiche ab. So profitieren etwa die Grundwasserstände davon, wenn beispielsweise durch das Wegemanagement und eine vielfältige Baumartenzusammensetzung mehr Wasser im Wald zurückgehalten und damit im Boden gespeichert und die Grundwasserneubildung gefördert wird. Gleichzeitig ist dies eine wirksame Maßnahme zur Hochwasservorsorge und vermindert den Bodenabtrag durch Wassererosion. Aus dem Plan geht zudem hervor, dass vor allem der Umgang mit Niedrigwasser und Wasserknappheit die größte Herausforderung darstellt. Dies wirkt sich neben der Verfügbarkeit von Wasser auch auf die Gewässerökologie und die Grundwasserqualität aus. Denn umso weniger Wasser vorhanden ist, desto eher reichern sich Schadstoffe an und Gewässer eutrophieren. Die Beschattung von Gewässern kann beispielsweise ein Beitrag sein, damit sich Gewässer weniger stark aufheizen und damit weniger Wasser verdunstet. In der Landwirtschaft sind effiziente Beregnungsanlagen wirksam und Trinkwasserversorger können Verbundsysteme errichten, um Leitungsnetze miteinander zu verbinden, sodass sie im Bedarfsfall auf Wasser außerhalb des Einzugsgebietes zurückgreifen können.

Ministerkonferenz für Raumordnung stellt sich neu auf

Die Raumordnung kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, verschiedene Flächennutzungsansprüche miteinander in Einklang zu bringen. Quelle: Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen Im Rahmen der 46. Ministerkonferenz für Raumordnung haben sich Bund und Länder unter dem Vorsitz des Landes Brandenburg weitere Ziele für ihre strategische Zusammenarbeit gesetzt. Unter dem neuen Namen "Raumentwicklungsministerkonferenz" (RMK) und mit einem besseren organisatorischen Unterbau soll künftig ein besonderes Augenmerk auf den Klimaschutz und die räumliche Anpassung an die Folgen des Klimawandels gelegt werden. Die Raumordnung steht im Dienst des Allgemeinwohls. Sie löst Konflikte über Fachpolitiken und administrative Grenzen hinweg und ist damit ein wichtiger Baustein zur Bewältigung der großen Veränderungen in Deutschland. Diese wichtige gesellschaftspolitische Rolle der Raumordnung bekräftigten die 17 Mitglieder (16 Länder und der Bund) bei der 46. Ministerkonferenz für Raumordnung. Klara Geywitz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen: "Wir brauchen angesichts der drängenden Fragen zu Klimaanpassung und Energiesicherheit eine starke Raumordnung. Erforderlich sind integrierte Planungen vor Ort, in den Regionen, die gemeinsam mit den Menschen entwickelt werden. Nur so kann es gelingen, die unterschiedlichen Interessen auszugleichen und abzuwägen. Die Ansprüche an die vorhandenen Flächen sind groß: kontrollierte Überflutungsräume bei Hochwasser, Grünräume für die Kühlung überhitzter Großstädte, mehr Moore, mehr Wälder, für eine nachhaltige Landwirtschaft oder den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum. Der Bund will deshalb die Rahmenbedingungen für die Raumordnung gemeinsam mit den Ländern verbessern und in Kürze eine Novelle des Raumordnungsgesetzes vorlegen. Ziele sind die Beschleunigung der Planung auch mittels Digitalisierung ein Mehr an Planungssicherheit." Guido Beermann, Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg und Vorsitzender der Raumordnungsministerkonferenz: "Der Bedarf an gesamträumlicher Planung auf allen Ebenen hat weiter zugenommen. Deshalb sind die Ministerinnen und Minister der Länder überzeugt, dass Raumordnung und Raumentwicklung künftig einen noch wichtigeren Beitrag zu den Zukunftsaufgaben leisten muss als bisher. Raumordnung als Anwalt des Raumes ist als Problemlöser mehr gefragt denn je. Dafür will sich die Ministerkonferenz einen besseren organisatorischen Unterbau schaffen und strategisch neu ausrichten. Einen besonderen Fokus legen wir künftig auf die Bewältigung des Klimawandels und der Energiewende. Die Länder unterstützen die Klimaschutzziele des Bundes. Wenn wir Erfolg haben wollen, müssen wir an einem Strang ziehen. Die Energiewende soll nicht nur sicher, sauber, bezahlbar, sondern auch industriepolitisch verantwortbar sowie regional und lokal tolerierbar umgesetzt werden. Dafür brauchen wir nachvollziehbare Prognosen, wieviel Strom wo bis wann tatsächlich gebraucht wird, welche Ziele realistisch, welche Strategien regional angemessen und welche Instrumente auch wirklich erfolgversprechend sind. Gerade beim Ausbau der erneuerbaren Energien wie der Windkraft müssen wir Transparenz und Planungssicherheit gewährleisten, für mehr Akzeptanz vor Ort. " Um den Zukunftsaufgaben der Raumentwicklung gerecht werden zu können, soll die Ministerkonferenz für Raumordnung noch schneller, flexibler und kooperativer handeln können. In einem Grundsatzbeschluss haben die Mitglieder deshalb festgelegt, die Zusammenarbeit mit anderen Fachministerkonferenzen, insbesondere mit der Bauminister-, Wirtschaftsminister- und Umweltministerkonferenz zu vertiefen und sich organisatorisch stärker aufzustellen. Um diese strategische Neuausrichtung zu bekräftigen und dem planenden und gestaltenden Entwicklungsaspekt als zentralem Auftrag der Raumordnung Rechnung zu tragen, hat die Ministerkonferenz ihren Namen in „Raumentwicklungsministerkonferenz“ (RMK) geändert. Mit ihrem Bekenntnis, die Anpassung an die Klimaveränderungen gestalten und an einer sicheren, bezahlbaren sowie umwelt- und klimaverträglichen Energieversorgung mitwirken zu wollen, hat sich die RMK einen neuen Schwerpunkt gesetzt. Die Raumordnung von Bund und Ländern unterstützt den beschleunigten Ausbau Erneuerbarer Energien zum Erreichen der Klimaneutralität bis spätestens 2045 sowie Konzepte und Maßnahmen zur Klimaanpassung. Vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Lage betonen die Mitglieder der RMK die Notwendigkeit, sowohl die Abhängigkeit von Importen fossiler Energieträger zu minimieren als auch wirtschafts- und industriepolitische Bedürfnisse zu berücksichtigen. Hier kann die Raumordnung als fachübergreifende, überörtliche und querschnittsorientierte Politik einen wichtigen Beitrag leisten. Raumordnerischen Handlungsbedarf sieht die RMK vor allem in folgenden Bereichen: die zügige Fortschreibung der Landes- und Regionalpläne, der beschleunigte Ausbau der Erneuerbaren Energien, die Sicherung und dem Ausbau von Infrastrukturen für Erneuerbare Energien und der wachsenden Bedeutung von LNG und Wasserstoff im Energiesystem, der Schutz von Siedlungsgebieten und kritischen Infrastrukturen vor Hochwasser- und Starkregenereignissen durch die Sicherung und Rückgewinnung von Retentionsräumen, die Risikovorsorge in potenziellen Überflutungsbereichen und die Verbesserung des Wasserrückhaltes in der Fläche, die Sicherung der Grundwasserressourcen für die Bevölkerung sowie Niedrigwassermanagement, die Reduzierung von Hitze in verdichteten Siedlungsgebieten durch Sicherung überörtlich bedeutsamer klimawirksamer Ausgleichsräume und Luftaustauschbahnen, die gleichzeitig zur Naherholung genutzt werden können, die Sicherung eines regions- und länderübergreifenden, funktional zusammenhängenden Netzes ökologisch bedeutsamer Freiräume zur Ermöglichung von Wanderungsbewegungen von Tieren und Pflanzen aufgrund der klimabedingten Verschiebung der Lebensräume, die überörtlichen Aspekte einer klimaangepassten Mobilität. Zur Umsetzung dieser Ziele fordern die Mitglieder der RMK die Fachpolitiken des Bundes und der Länder auf, die Träger der Landes- und Regionalplanung eng in ihre Konzepte und Strategien zur Anpassung an den Klimawandel und die Energiewende einzubinden. Die Ausbauziele des Bundes für die Erneuerbaren Energien sollen in der Planungspraxis rechtssicher umsetzbar sein. Deshalb sollen die Länder selbst entscheiden können, welcher Energiemix und welche Ausbaupfade für ihre jeweiligen Bedingungen der richtige Weg ist. Auch der bereits erreichte Bestand muss laut der Raumordnungskonferenz dabei Berücksichtigung finden.

LUBW Monatsthema Hoch- und Niedrigwasser: Wenn die Pegel sinken

Wenn es dauerhaft wenig regnet und zudem bei hohen Temperaturen viel Wasser verdunstet, dann sinken die Wasserstände. In den vergangenen Jahren wurden wiederholt extreme Trockenperioden beobachtet, die an zahlreichen Gewässern zu Niedrigwassersituationen geführt haben. Im Vergleich zum Zeitraum vor 1985 ist die Auftrittswahrscheinlichkeit von extrem trockenen Vegetationsperioden und ausgeprägten Niedrigwasserverhältnissen deutlich angestiegen. Die Auswirkungen von Niedrigwasser Niedrigwasser hat vielschichtige Auswirkungen auf verschiedenste Bereiche. So wird beispielsweise die Wegsamkeit der Wasserstraßen für die Schifffahrt eingeschränkt. Auch die Energiewirtschaft (zum Beispiel Kraftwerkskühlwasser), Fischerei und Wasserversorgung können beeinträchtigt werden. Die gewässerökologischen Auswirkungen von Niedrigwasser können je nach Größe, Morphologie und Belastungssituation der Fließgewässer sehr unterschiedlich sein. Kommt es z. B. bei kleineren Gewässern zur Austrocknung von Gewässerabschnitten, so ist die Vernetzung zu Nebengewässern von entscheidender Bedeutung damit Fische und andere Wasserlebewesen dorthin ausweichen können. Generell führen geringe Abflüsse zu einer erhöhten Konzentration von Abwasserinhaltsstoffen. Das hat möglicherweise Auswirkungen auf den Nährstoff- und Sauerstoffhaushalt. Erhöhte Nährstoffgehalte führen beispielsweise zu Algenwachstum und damit zu Sauerstoffverbrauch, womit sich die Wasserqualität weiter verschlechtert. Mit erhöhten Wassertemperaturen nimmt der Sauerstoffgehalt ebenfalls ab. Für viele Fließgewässerorganismen bedeutet das in vielerlei Hinsicht Stress. Niedrigwasservorhersage Die Wasserstands- und Abflussvorhersagen der Hochwasservorhersagezentrale (HVZ) liefern wichtige Entscheidungshilfen für das Niedrigwassermanagement von Behörden, Binnenschifffahrt und Energieversorgern sowie beispielsweise auch im Hinblick auf Wasserentnahmen zur landwirt­schaftlichen Bewässerung. Seit letztem Jahr können Sie hier die Prognose für die nächsten 10 Tage an verschiedenen Pegeln in Baden-Württemberg einsehen. Neu (seit dem 24. April 2020) ist außerdem das Szenario „kein Niederschlag in den kommenden 10 Tagen“. Dieses ermöglicht die Abschätzung der Niedrigwasserentwicklung für den Fall, dass die von den Wetterdiensten vorhergesagte Niederschläge dann doch nicht eintreffen. Bild zeigt: Wasserstand am Pegel Beuron / Donau mit der 10-tägigen Abschätzung der weiteren Tendenz und dem Szenario „Kein Niederschlag in den kommenden 10 Tagen“, Bildnachweis: LUBW Mehr zum Thema Niedrigwasser:

Band 2/2019: Der Klimawandel und seine Folgen für die Wasserwirtschaft im niedersächsischen Binnenland - Erkenntnisse aus dem Projekt KliBiW (im Bereich Niedrigwasser)

Informationsdienst Gewässerkunde | Flussgebietsmanagement 2/2019 Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz Der Klimawandel und seine Folgen für die Wasserwirtschaft im niedersächsischen Binnenland Erkenntnisse aus dem Projekt KliBiW (im Bereich Niedrigwasser) Das Trockenjahr 2018: ein Vorbote zukünftiger Verhältnisse im Zeichen des Klimawandels? Der vom Menschen verursachte Klimawandel ist bereits Realität. Er bedeutet nicht nur eine Erhöhung der globalen Temperaturen, sondern auch eine Zunahme von Extremereignissen. Dadurch kann es einerseits zu intensiveren Niederschlägen kommen, andererseits steigt auch die Gefahr von langen Trockenphasen oder Dürren, wie wir sie zuletzt 2018 in weiten Teilen Deutschlands erlebt haben. Diesen Herausforderungen muss sich auch die Wasserwirtschaft in Niedersachsen stellen. Von Uwe Petry, Christine Schnorr und Markus Anhalt, NLWKN Betriebsstelle Hannover-Hildesheim Inhalt Das Trockenjahr 2018: ein Vorbote zukünftiger Verhältnisse im Zeichen des Klimawandels? S.2 Das Projekt KliBiWS.3 Erkenntnisse zur bisher beob- achteten Situation von Klima und Niedrigwasser in NiedersachsenS.4 Erkenntnisse zur zukünftigen Niedrigwassersituation in Nieder- sachsenS.8 Zusammenfassung und Schluss- folgerungenS.10 AusblickS.11 Neue VeröffentlichungenS.12 Das Sommerhalbjahr 2018 war sowohl in Deutschland wie auch in Niedersach- sen eines der wärmsten und zugleich trockensten seit Beginn der Wetter- aufzeichnungen gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Auslöser hierfür war laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) eine großräumige Wetterlage in Euro- pa, die kontinuierlich Hochdruckgebiete mit warmer, trockener Luft über Nord- deutschland generierte, und gleichzei- tig Tiefs mit kühlerer, feuchterer Luft blockierte. Infolgedessen kam es in Niedersachsen zu einer ausgeprägten Niedrigwasserphase mit weitreichen- den Folgen für die Wasserwirtschaft, die Schifffahrt und die Ökologie. Die Pegelstände an den niedersächsischen Flüssen fielen deutlich ab. In einigen Einzugsgebieten, wie denen der Hunte oder der Leine, erreichten sie sogar his- torische Tiefststände. Damit setzte sich eine Entwicklung der Mittel- und Nied- rigwasserverhältnisse fort, die bereits seit Mitte des 20. Jahrhunderts in vielen Regionen Niedersachsens im Sommer zu beobachten ist. Auch der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen der Vereinten Na- tionen (Intergovernmental Panel on Cli- mate Change, IPCC) bestätigt in seinem zuletzt erschienenen 5. Sachstands- bericht 1 , dass seit etwa 1950 weltweit Veränderungen vieler extremer Wetter- und Klimaereignisse beobachtet werden konnten. Dazu zählen z.B. die Zunahme von heißen Temperaturextremen oder die Häufung von Hitzewellen u.a. in Eu- ropa. Hauptursache dafür ist nach dem IPCC die Freisetzung von Treibhausga- sen durch den Menschen seit Mitte des 18. Jahrhunderts, welche bis heute kon- tinuierlich angestiegen ist. Erfolgt ein derart ungebremster Ausstoß von Treib- hausgasen auch in der Zukunft, kann dies zu tiefgreifenden und langfristigen Veränderungen im Klimasystem führen, die noch über Jahrhunderte bestehen bleiben, auch wenn die Treibhausgas- emissionen dann längst gestoppt wor- den wären. Dadurch werden bestehen- de Risiken für Menschen und Umwelt verstärkt und neue, bisher nicht beob- achtete Risiken werden entstehen. Nach 2003 und 2011 hat das Jahr 2018 einmal mehr verdeutlicht, vor welche Herausforderungen uns extreme Wetter- ereignisse im Hinblick auf Trockenheit und Niedrigwasser stellen können. Ein Voranschreiten des anthropogenen Kli- mawandels wird diese Phänomene ver- stärken. Daher ist eine frühzeitige An- passung entscheidend. Mit der Frage, wie die Entwicklung der Abflussverhält- nisse in der Zukunft weitergehen könnte, beschäftigt sich der NLWKN seit rund 10 Jahren im Forschungsprojekt KliBiW22 (Globaler Klimawandel – Wasserwirt- schaftliche Folgenabschätzung für das Binnenland). 1 IPCC (2014): Klimaänderung 2014. Synthesebericht. Beitrag der Arbeitsgruppen I, II und III zum Fünften Sachstandsbericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaände- rungen (IPCC) [Hauptautoren, R.K. Pachauri und L.A. Meyer (Hrsg.)]. IPCC, Genf, Schweiz. Deutsche Übersetzung durch Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle, Bonn, 2016. 2 NLWKN (2019): Globaler Klimawandel – Wasserwirtschaftliche Folgenabschätzung für das Binnenland. Gesamtbericht des Projektes KliBiW zur Phase 5, Themenbereich Niedrig- wasser. NLWKN Schriftenreihe Oberirdische Gewässer, in Vorbereitung. 2 Das Projekt KliBiW Das Land Niedersachsen beauftragte 2008 die Regierungskommission Klima- schutz, umfassende Strategien für den Klimaschutz und die Klimaanpassung in Niedersachsen zu erarbeiten. Als Er- gebnis wurde der Landesregierung u.a. eine Empfehlung für eine niedersächsi- sche Anpassungsstrategie an die Fol- gen des Klimawandels3 übergeben. Für das sektorale Handlungsfeld der Wasserwirtschaft wird dort unter dem Punkt Niedrigwassermanagement als Handlungsziel u.a. aufgeführt, dass die Vorsorgemaßnahmen gegenüber Nied- rigwasserereignissen verbessert wer- den müssen, da diese bislang noch als unzureichend angesehen werden. Eine Verbesserung der Situation unter Be- rücksichtigung der möglichen Folgen des Klimawandels erschien dringend angeraten. Zu einem ähnlichen Ergeb- nis kam bereits 2007 auch die Bund/ Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) bei einer bundesweiten Be- trachtung 4 . Die LAWA wies auch 2010 darauf hin, dass Großwetterlagen, die extreme Trockenperioden und Hitzewel- len auslösen, in Südwestdeutschland bereits signifikant zugenommen ha- 5 ben2. Um dieses Defizit an notwendigen Erkenntnissen zu beseitigen, initiierte das Land Niedersachsen verschiedene Maßnahmen. Eine davon bildete das Forschungsprojekt KliBiW, bei dem der NLWKN zwischen 2008 und 2018 wäh- rend verschiedener Projektphasen in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Hydrologie und Wasserwirtschaft der Leibniz Universität Hannover sowie dem Leichtweiß Institut für Wasserbau, Abteilung Hydrologie, Wasserwirtschaft und Gewässerschutz, der Technischen Universität Braunschweig die aktuellen und zukünftig möglichen Veränderun- gen der Abflussverhältnisse in Nieder- sachsen analysierte. Fachliche Unter- stützung gab es zudem von Seiten der Harzwasserwerke GmbH. Abbildung 1: Übersicht über die Einzugsgebiete und die untersuchten Referenzpegel der in KliBiW Phase 5 betrachteten Fließgewässer in Niedersachsen Wesentliche Zielsetzungen des Projek- tes im Bereich Niedrigwasser (Projekt- phasen 3 und 5) waren • die umfassende statistische und modelltechnische Analyse der Nied- rigwassersituation, • die Identifikation von Schwerpunk- ten der wasserwirtschaftlichen Folgen des Klimawandels, • die Zusammenstellung der Grund- lagen für die Entwicklung, Be- wertung und Begründung von notwendigen Handlungsoptionen Die Untersuchung der relevanten kli- matischen Verhältnisse erfolgte für die gesamte Landesfläche von Niedersach- sen. Die Analyse der hydrologischen Verhältnisse konzentrierte sich im We- sentlichen auf die insgesamt sieben Einzugsgebiete von Vechte, Hase, Hun- te, Großer Aue, Wümme, Ilmenau und Aller-Leine-Oker (vgl. Abbildung 1). Als Datengrundlagen für die Betrachtung der vergangenen Verhältnisse bis zur Gegenwart dienten zum einen Beobach- tungsdaten von insgesamt 165 Klima- stationen und 924 Niederschlagsstatio- nen des DWD, zum anderen gemessene Abflussdaten an insgesamt 336 Pegeln des NLWKN, der Harzwasserwerke so- wie der Wasser- und Schifffahrtsverwal- tung (WSV). Von diesen Pegeln wurden im weiteren Verlauf 93 als Referenz- pegel für die Analysen ausgewählt, da sie nur eine geringe anthropogene Be- einflussung aufwiesen und die Niedrig- wasserverhältnisse modelltechnisch gut abgebildet werden konnten. 3 Regierungskommission Klimaschutz (2012): Empfehlung für eine niedersächsische Strategie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz (Hrsg.), Hannover. 4 Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (2007): Leitlinien für ein nachhaltiges Niedrigwassermanagement, Mainz. 5 Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (2010). Strategiepapier „Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserwirtschaft“, Bestandsauf- nahme und Handlungsempfehlungen, Dresden. 3

Wasser und Klimawandel in Rheinland-Pfalz

Erkennen - Handeln - Anpassen. Informationen und Handlungsempfehlungen für die Bürgerinnen, Bürger und kommunalen Gebietskörperschaften unseres Landes [Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] WASSER UND KLIMAWANDEL IN RHEINLAND-PFALZ Erkennen – Handeln – Anpassen Informationen und Handlungsempfehlungen für die Bürgerinnen, Bürger und kommunalen Gebietskörperschaften unseres Landes Diese Druckschrift wird im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Landesregierung Rheinland-Pfalz he- rausgegeben. Sie darf weder von Parteien, noch Wahlbewerbern oder Wahlhelfern im Zeitraum von sechs Monaten vor einer Wahl zum Zwecke der Wahlwerbung verwendet werden. Dies gilt für Kom- munal -, Landtags-, Bundestags- und Europawahlen. Missbräuchlich ist während dieser Zeit insbeson- dere die Verteilung auf Wahlveranstaltugen, an Informationsständen der Parteien sowie das Einlegen, Aufdrucken und Aufkleben parteipolitischer Informationen der Werbemittel. Untersagt ist gleichfalls die Weitergabe an Dritte zum Zwecke der Wahlwerbung. Auch ohne zeitlichen Bezug zu einer bevor- stehenden Wahl darf die Druckschrift nicht in einer Weise verwendet werden, die als Parteinahme der Landesregierung zugunsten einzelner politischer Gruppen verstanden werden könnte. Impressum Herausgeber: Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz (MUEEF) Redaktion: Ines Polenz, Anne-Katrin Schultz (Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten, Abt. Wasserwirtschaft) Christian Iber, Dr. Andreas Meuser (Landesamt für Umwelt, Abt. Hydrologie) Layout: Tatjana Schollmayer (Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz) Druck: Fotos: Titelbild: Fotolia; S. 6, S. 28 u. S. 30: Pixabay; S. 9 u. S. 23: LfU; S. 20: MUEEF © MUEEF, 2017 Nachdruck und Wiedergabe nur mit Genehmigung des Herausgebers. INHALT Vorwort4 Der Rückblick zeigt: Der Klimawandel hat begonnen7 Werfen wir einen Blick in die Zukunft!10 Künftig mehr Hochwasser12 Besonders im Sommer mehr Niedrigwasser19 Insbesondere im Sommer wird Grundwasser wertvoll26 Der Klimawandel hat Folgen für uns alle30 WAS IST IPCC? Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), auch (Welt-)Klimarat genannt, ist eine zwischenstaatliche Institution, die von den Vereinten Nationen und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) 1988 gegründet wurde. Seine Hauptaufgabe besteht in der Vermittlung komplexer wissenschaftlicher Forschung für politische Entscheidungsträger. In der wissenschaftlichen Aufarbeitung befassen sich die Mitglieder in drei Arbeitsgruppen „Physikalisch-wissenschaftliche Grundlagen“, „Folgen, Anpassung, Verwundbarkeit“ und „Klimaschutz“ mit sämtlichen Prozessen rund um den Klimawandel und den möglichen Risiken der globalen Erwärmung. Im Jahr 2007 erhielt das IPCC für seine Arbeiten den Friedensnobelpreis. WAS IST KLIWA? Rheinland-Pfalz arbeitet gemeinsam mit den Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern sowie dem Deutschen Wetterdienst im Kooperationsvorhaben „Klimaveränderung und Konsequenzen für die Wasserwirtschaft“ (KLIWA) zusammen. KLIWA soll für den Zeithorizont 2021 bis 2050 Erkenntnisse über die möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf den regionalen Wasserhaushalt liefern, auf denen Anpassungsmaßnahmen für die Wasserwirtschaft basieren. 3 VORWORT Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, Das Klima ändert sich. Schon heute sind erste Anzeichen zu spüren – auch in Rheinland-Pfalz. Gemes- sene Klimadaten bestätigen dieses. So gehören in Rheinland-Pfalz beispielsweise die vergangenen drei Jahre zu den wärmsten seit Beginn regelmäßiger Wetteraufzeichnungen, das Jahr 2014 war sogar das wärmste. Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) warnt in seinem fünften Sachstandsbericht (veröffentlicht im November 2014) davor, dass die globale Mitteltemperatur stetig messbar ansteigt und die Folgen immer deutlicher zu Tage treten. Als Hauptursache für die rasante Erwärmung wurden die vielen Treibhausgase erkannt, die wir Menschen weltweit tagtäglich freisetzen. In der Erdatmo- sphäre befindet sich heute nach derzeitiger Erkenntnis die höchste Konzentration von Kohlenstoffdi- oxid seit mindestens 800.000 Jahren. Umso wichtiger ist das Pariser Klimaschutzabkommen vom 12. 12. 2015, in dem erstmalig fast alle Staaten der Erde nationale Klimaschutzziele definiert haben. Paris ist ein Beginn und das Übereinkom- men stellt einen langfristigen verlässlichen Handlungsrahmen dar. Die Ratifizierung des Abkommens durch Deutschland im Oktober 2016 war ein wichtiger Schritt. Jetzt muss Deutschland den vielen Ab- sichtserklärungen auch im eigenen Land Taten folgen lassen, um seinen Beitrag dazu zu leisten, das erklärte Ziel, die Klimaerwärmung auf unter 2 °C zu begrenzen, erreichen zu können. Nur gemein- sam wird es möglich sein, den Folgen des Klimawandels mit geeigneten Klimaschutzmaßnahmen zu begegnen. Die Klimaschutzziele tatsächlich zu erreichen, muss deshalb oberste Priorität haben. In Rheinland- Pfalz wurden diese Ziele insbesondere in seinem Landeswassergesetz und im Landesklimaschutzge- setz sowie darauf aufbauend im rheinland-pfälzischen Klimaschutzkonzept verankert. Damit sind die Vorgaben des Europäischen Rechts berücksichtigt. Klimaschutz bedeutet die konsequente, dauerhafte und rasche Reduzierung der Emissionen von Treibhausgasen. Einer der wesentlichsten Bausteine in diesem Kontext ist die Energiewende und hier insbesondere die Umstellung der fossilen Energieerzeugung auf erneuerbare Energien. Nur so wird es möglich sein, die klimaschutzpolitischen Ziele zu erreichen. Auch die Wasserwirtschaft ist ver- stärkt gefordert, ihre Beiträge zur Reduktion von CO2-Emissionen zu erbringen. Handlungsfelder sind 4 Wasser und Klimawandel in Rheinland-Pfalz z. B. das Hoch- und Niedrigwassermanagement, die Bewirtschaftung der Oberflächengewässer, des Grundwassers und der Seen oder die energieeffiziente Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseiti- gung zur Vermeidung von CO2-Emissionen. Allerdings: Auch bei einer wirkungsvollen weltweiten Klimapolitik wird sich der Klimawandel weiter fortsetzen. Die Folgen werden sich in den einzelnen Regionen der Welt, Deutschlands und in Rhein- land-Pfalz deutlich voneinander unterscheiden. Mit der Veränderung des Klimas ändert sich auch der Wasserhaushalt. Das Jahr 2014 war, wie bereits erwähnt, das bisher wärmste in Rheinland-Pfalz seit Beginn der Wetteraufzeichnung im Jahr 1881. Der Sommer 2016 war geprägt durch wiederholte und verbreitet auftretende Starkregen. Vielerorts kam es zu lokalen Überschwemmungen, Sturzfluten und Erdrutschen – begleitet von massiven Schäden. Den schon heute absehbaren, unvermeidbaren Auswirkungen des Klimawandels können wir nur mit konkreten Maßnahmen zur Anpassung begegnen. Dabei stehen alle in der Verantwortung: das Land, die Städte, Kreise, Verbandsgemeinden, Gemeinden und jeder einzelne Mensch. Es ist wichtig, dass sich jeder mit den möglichen Auswirkungen auseinandersetzt, Strategien entwickelt und Maßnahmen zur Lösung umsetzt. Die Wasserwirtschaftsverwaltungen der Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland- Pfalz und der Deutsche Wetterdienst tun das u. a. in einem gemeinsamen Kooperationsvorhaben „KLIWA“ und erarbeiten dabei Handlungsempfehlungen für verschiedene wasserwirtschaftliche Berei- che. Dieser Broschüre liegen die Erkenntnisse aus dem Kooperationsvorhaben KLIWA zugrunde. Kommunen, Bürgerinnen und Bürger finden in dieser Broschüre Informationen und wichtige Hand- lungsempfehlungen rund um das Wasser und den Klimawandel in Rheinland-Pfalz. Bei konsequenter Umsetzung kann jeder Einzelne und jede kommunale Gebietskörperschaft in unserem Land sich auf die möglichen Folgen des Klimawandels vorbereiten. Ulrike Höfken Ministerin für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz 5

Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserwirtschaft – Bestandsaufnahme, Handlungsoptionen und strategische Handlungsfelder

Die Publikation der Bund-/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) ist eine Handlungshilfe für die Wasserwirtschaft zum Umgang mit den Folgen des Klimawandels. Ziel ist es, Wasserwirtschaftsverwaltungen, Kommunen sowie wasserwirtschaftliche Planungsbüros bei der Umsetzung von Planungen und Richtlinien ( z. B. Wasserrahmenrichtlinie, Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie) zu unterstützen. Der Bericht ist ein fachliches Nachschlagewerk für die Akteure in der Wasserwirtschaft. erläutert die Auswirkungen des Klimawandels auf Oberflächengewässer, Grundwasser und die Ökologie der Gewässer. beschreibt für 15 wasserwirtschaftliche Handlungsfelder Betroffenheiten, Klimaanpassungsmaßnahmen und Praxisbeispiele. enthält insgesamt 110 mögliche Klimaanpassungsmaßnahmen, die kurz beschrieben werden. enthält insgesamt 38 Praxisbeispiele, die in Form von Steckbriefen vorgestellt werden. identifiziert zukünftige Aufgabenschwerpunkte (z. B. Niedrigwassermanagement, Bewässerung, Stadtentwässerung, Stadtklima und Meeresspiegelanstieg). Zielgruppe Entscheidungsträger in Bund, Ländern und Kommunen, wasserwirtschaftliche Planungsbüros Wissenschaftlicher Hintergrund Im Jahr 2010 hat die LAWA das Strategiepapier „Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserwirtschaft – Bestandsaufnahme und Handlungsempfehlungen“ erstmals veröffentlicht. Aufgrund neuer Erkenntnisse zum Klimawandel , seinen Folgen und möglichen Gegen- und Anpassungsmaßnahmen hat die LAWA-Vollversammlung auf einer Sondersitzung im Mai 2016 beschlossen, das aus dem Jahr 2010 stammende Strategiepapier zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Insbesondere sollten neben der thematischen Erweiterung des Inhalts die Konkretisierung möglicher Anpassungsmaßnahmen in den verschiedenen klimasensitiven wasserwirtschaftlichen Handlungsfeldern und die Identifikation des weiteren Abstimmungs- und Forschungsbedarfs erfolgen.

Pilotstudie zum Niedrigwassermanagement in Baden- Württemberg

Ziel der Pilotstudie ist es die Anfälligkeit von Fließgewässern während Niedrigwasser aufzuzeigen und daraus entstandene negative Auswirkungen für Wasser- und Gewässerbenutzungen, sowie Konfliktpotentiale zwischen Betroffenen zusammenzutragen. Auf der Grundlage der gebietsspezifischen Niedrigwasserdynamik und den Bedürfnissen der unterschiedlichen Interessengruppen entlang der Gewässers werden vergangene Niedrigwassereignisse analysiert. Hierbei werden für Baden-Württemberg exemplarisch die Einzugsgebiete der Dreisam (Freiburg und Breisgau-Hochschwarzwald) und des Leimbachs (Rhein-Neckar-Kreis) untersucht. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Zusammen- und Gegenüberstellung der Niedrigwasserabflussentwicklung entlang des Gewässers in Anbetracht der Wasser- und Gewässerbenutzung. Insbesondere stehen Ein- und Ausleitungen, und Gemeingebrauch entlang des Gewässers bei unterschiedlichen Abflussbedingungen und daraus resultierende Konfliktpotentiale im Fokus des Projekts. Im Rahmen einer Abflussmodellierung sollen die Auswirkungen verschiedener klimatische Szenarien, z.B. mehrjährige Trockenheitsereignisse, auf die Einzugsgebiete getestet werden. Aus den zusammengestellten Wissen über vergangene Niedrigwasserereignisse, modellierten Abflussszenarios und den bestehenden Nutzungsinteressen und -rechten sollen gebietsspezifische, jedoch methodisch übertragbare, Empfehlungen für ein verbessertes Niedrigwassermanagement resultieren.

1 2