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Genetisches Management von Rotwild

Ein mehrjaehriges Projekt zur Beurteilung des Einflusses von Trophaeenselektion, anthropogener Bestandeszerteilung und Einbringung standortfremder Tiere auf die autochthone Rotwildpopulation der Nordvogesen wird durch Einbeziehung immungenetischer Marker (MHC-Gene) fortgefuehrt. Bisherige Arbeiten dieser internationalen Kooperation umfassen Untersuchungen zum Verhalten und Oekologie des Bestandes, eine Inventarisierung der Allozym-Variabilitaet und methodische Vorarbeiten zur immungenetischen Charakterisierung. Als erste Anwendung von Befunden wurde der Bejagungsplan im Department Bas-Rhin modifiziert.

LIFE Projektbericht 2021

[Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] LIFE LUCHS Pfälzerwald Projektbericht 2015 – 2021 gefördert durch: © L. Geselin LIFE LUCHS Der Pfälzerwald: weite Wälder, wenig Straßen, dünne Besiedlung © M. Schäf beeindruckende Felsformationen © R. Krotofil Pfälzerwald Das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutsch- lands, der Pfälzerwald, beherbergt zusammen mit den französischen Nordvogesen auf einer Fläche von 3.000 km² eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten. Felsen, unterschiedliche Waldbilder und offene Täler sind charakteristische Lebensräume. Einst war hier auch der Eurasische Luchs (Lynx lynx) beheimatet. Die Zerstörung der Lebensräume sowie direkte Verfolgung und Tötung der Luchse führten jedoch im 19. Jahr- hundert zur fast vollständigen Ausrottung der Art in Mit- teleuropa. Die heutige Akzeptanz für den großen Beute- greifer und die Erholung seiner Lebensräume erlauben inzwischen seine Rückkehr. Luchse siedeln sich jedoch meist nur dort dauerhaft an, wo sie Anschluss an Artge- nossen finden, also in Gebieten, in denen bereits Luchse vorkommen. Dieses sehr passive Ausbreitungsverhal- ten erschwert die selbstständige Wiederbesiedlung ruhige Bachtäler © M. Schäf Große Teile des grenzüberschreitenden UNESCO Biosphärenreservat Pfälzerwald – Vosges du Nord sind als Schutzgebiete des Natura 2000 – Netzes ausge- wiesen. Dabei handelt es sich um ein EU-weites Netz von Schutzgebieten zur Erhaltung gefährdeter oder typischer Lebensräume und Arten. Das Netz leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt in Europa. RÜCKKEHR 01 02 der Pinselohren Das LIFE-Projekt startete 2015 und endete im Sep- tember 2021. Insgesamt wurden 20 Luchse aus den slowakischen Karpaten und der Schweiz mit Hilfe der Behörden und Institutionen vor Ort gefangen und in den Pfälzerwald umgesiedelt. Der Einsatz in verschiedenen Fanggebieten diente dazu, die genetische Vielfalt der Gründertiere sicher zu stellen. Nach umfangreichen Vorbereitungen erfolgte im Som- mer 2016 die Freilassung der ersten drei Luchse. Bis März 2020 wurden insgesamt zwölf Weibchen und acht Männchen in den Pfälzerwald umgesiedelt. Die Luchse bekamen vor der Freilassung einen GPS-Halsbandsen- der umgelegt. Die Halsbänder senden die Positionen der Tiere über einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren. Somit konnten die Bewegungen der freigelassenen Luchse verfolgt und ihre Eingewöhnungsphase beglei- tet werden. Bereits ein Jahr nach den ersten Freilassun- gen gab es den ersten Nachwuchs bei den Luchsen im Pfälzerwald. Seitdem konnten jedes Jahr Luchsjun- ge dokumentiert werden. Bis September 2021 gab es nachweislich neun Würfe mit mindestens 18 Jungtieren, weitere Würfe sind nicht auszuschließen. Schweizer Luchsin LYCKA bei ihrer Freilassung im Pfälzerwald © C. Arens - KLICKFaszination eins der drei Jungtiere der Luchsin MALA, 2019 © SNU LIFE ist ein europäisches Finanzierungsinstrument für die Umwelt. Mit LIFE-Natur werden Projekte zur Wie- derherstellung und Erhaltung bedrohter natürlicher Lebensräume und zum Schutz bedrohter Arten inner- halb des Natura 2000 – Netzwerkes kofinanziert. geeigneter Lebensräume. Daher braucht der Luchs die Unterstützung der Menschen, um in seine ursprüngli- chen Verbreitungsgebiete zurückzukehren. Zusammen mit dem regionalen Naturpark Nordvoge- sen (SYCOPARC), Landesforsten Rheinland-Pfalz und WWF Deutschland führte die Stiftung Natur und Um- welt Rheinland-Pfalz ein EU LIFE-Projekt zur Wiederan- siedlung von Luchsen durch. Ziel des Projektes war die Etablierung einer neuen Luchs-Population im Biosphä- renreservat Pfälzerwald – Nordvogesen, die sich aus- breitet und langfristig mit weiteren Luchs-Populationen vernetzt. wunderschöne Landschaften © M. Hanke Der Luchs steht repräsentativ für ausgedehnte, unzerschnittene und naturnahe Waldlebensräume. Er ist als großer Beutegreifer ein wich- tiger Teil des Waldökosystems. Die ersten Jungtiere wurden 2017 geboren: FILOU und PALU. © A. Sommer Gesundheitscheck eines gefangenen Luchses © DIANA Gemeinsam erarbeitete Entscheidungen führen zu gegenseitiger Akzeptanz. © SNU Luchse nutzen für ihre Streifzüge gerne Waldwege. © FAWF 03 04 Elektrifizierung eines Weidezauns © SNU Luchs-Parlament Das Projekt beinhaltete neben der Umsiedlung der Luchse ein breites Spektrum an ergänzenden Maßnah- men. Dazu gehörte insbesondere eine durchgehende Abstimmung mit den beteiligten Interessensgruppen. Nach rund 200-jähriger Abwesenheit einer Luchs-Popu- lation in Rheinland-Pfalz waren es vor allem Jäger:innen und die Halter:innen von Nutztieren (Schafe, Ziegen, Gatterwild), die sich aufgrund ihrer möglichen persön- lichen Betroffenheit viele Fragen zu einer Rückkehr des großen Beutegreifers stellten. Im LIFE-Projekt wurde daher ein interessens- und grenzüberschreitender Pro- jektbeirat, das sogenannte Luchs-Parlament, bereits vor den ersten Umsiedlungen eingerichtet. Dort waren alle Interessensgruppen, Behörden und Institutionen aus der Region vertreten. Gemeinsam wurde über zu erwartende oder befürchtete Auswirkungen der Wie- deransiedlung gesprochen, die sinnvolle Gestaltung von Herdenschutz und Kompensationsmaßnahmen diskutiert und möglicher Forschungsbedarf ermittelt. Konkrete, praktische Fragen bei der Wiederansiedlung wurden erörtert, bestehende Regelungen und Abläufe anhand der aktuellen Geschehnisse immer wieder über- prüft und bei Bedarf angepasst. Auch das Potential der Tierart Luchs bzw. des Wiederansiedlungsprojektes für die Region, den Tourismus und die Natur im Biosphä- renreservat wurden gemeinsam ausgelotet. Der direkte Informationsaustausch und die partizipativen Prozesse im Luchs-Parlament bewirkten einen Vertrauensaufbau, eine Wertschätzung und ein besseres Verständnis zwi- schen den Beteiligten und damit auch eine Akzeptanz- steigerung bezüglich des Luchses. Für die vereinzelt stattfindenden Übergriffe von Luchsen auf Nutztiere stellte das Land Rheinland-Pfalz einen Fonds bereit, damit Tierhalter*innen eine 100%ige Entschädigung für den Verlust des Tieres bzw. eine 100% Förderung von möglichem Präventionsmaterial erhalten können. Ein ehrenamtliches Helfernetzwerk unterstützt die Tierhalter:innen bei der praktischen Umsetzung. Bei einem systematischen Einsatz von Fo- tofallen in einem 1.000 km² Referenzgebiet im Pfälzerwald wurde eine bisher erreichte Dichte von ca. 0,5 selbstständigen Luch- sen pro 100 km² gegen Ende des Projek- tes ermittelt. Die Luchse erschlossen sich innerhalb des Projektzeitraums weite Teile des Pfälzerwal- des und der Nordvogesen, aber auch angrenzende Gebiete wie den Donnersberg, den Westrich und auf französischer Seite die Zentralvogesen. Dies sind wichtige Schritte bei der Etablierung der neuen Luchs-Population. AUF DEN SPUREN DAS DEUTSCH-FRANZÖSISCHE © A. Sommer 6% der Luchse… Für die Akzeptanz und die Öffentlichkeitsarbeit ist es unerlässlich, zuverlässige Informationen unter ande- rem zu Aufenthalt, Verhalten und Beutespektrum der Luchse bereitstellen zu können. Luchse leben als Ein- zelgänger und beanspruchen Reviere zwischen 50 und 400 km² für sich. Um belastbare Daten zu erhalten, erfolgte ein umfassendes Monitoring der neuen Luchs- Population unter anderem mit Hilfe von GPS-Sende- halsbändern und Wildkameras. Durch die Fotofallen konnte insbesondere die weitere Entwicklung der Jung- tiere und der Luchse, die kein Sendehalsband mehr tragen, verfolgt werden. Auf Grund ihres individuellen Fleckenmusters können Luchse auf Fotos häufig ein- deutig identifiziert werden. So sind Angaben zur Be- standsentwicklung und Verbreitung der Tiere möglich. Die Ergebnisse des Monitorings wurden regelmäßig auf der Projekt-Homepage veröffentlicht, um sie allen zu- gänglich zu machen. 2% 1% 7% 82% Reh Rotwild Fuchs Muffel Marder Wildschwein Hase (n=205)* Stand Mai 2021 Da Luchse über mehrere Nächte an ihren Riss zurückkeh- ren, war durch die GPS-Daten eine Suche nach größeren Beutetieren möglich. Im Pfälzerwald stellte das Reh mit rund 80% die Hauptbeute des Luchses da. Zahlreiche Meldungen und Hinweise zu Luchsen kom- men auch aus der Bevölkerung. In Rheinland-Pfalz gibt es daher ein Netzwerk von so genannten Großkarni- voren-Beauftragten, die ehrenamtlich als lokale An- sprechpartner zur Verfügung stehen und Meldungen nachgehen. Innerhalb des LIFE-Projektes konnten die Beauftragten zum Thema Luchs praxisnah geschult und das Netzwerk weiter ausgebaut werden. Die Ehren- amtlichen sind wichtige Multiplikatoren bei der Infor- mationsweitergabe und tragen so mit ihrer Arbeit zum Schutz des Luchses bei. Denn nur wenn alle Daten zu- sammenfließen, kann der Luchs auch gezielt geschützt und gemanagt werden. Kontrolle eines Rehrisses © SNU Die Pfotenabdrucke des Luchses sind rund und zeigen in der Regel keine Krallenabdrücke. © SNU Insbesondere Jäger*innen und Förster*innen, aber auch Waldbesuchende können wichtige Hinweise auf Wild- tierrisse oder Luchs-Nachwuchs liefern. Melder:innen erhalten für gesicherte Nachweise eine Aufwandsent- schädigung vom Land Rheinland-Pfalz. AUGEN als lokale Ansprechpartner Die charakteris- tischen Merkmale des Luchses: Pinselohren, Fell- fleckung, Pfoten- abdrücke und Backenbart 06 wie ein Luchs… Die deutsch-französische Öffentlichkeitsarbeit des LIFE-Projektes reichte von Informationsveranstaltun- gen, über Vor-Ort-Gespräche bis hin zur Erstellung von spezifischen Informationsmaterialien für Jäger:innen und Tierhalter:innen sowie einer umfangreichen Pres- searbeit. Vorrangiges Ziel der Öffentlichkeitsarbeit war es, ein realistisches und faktenbasiertes Bild vom Luchs zu vermitteln. Regelmäßig fanden Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit Jagd- und Nutztier-Verbänden statt. Interessierte können den Pfälzerwald nun mit Hilfe eines eigens eingerichteten Luchs-Pfads im Dahner Fel- senland und sechs unterschiedlichen Geocache-Touren verteilt im ganzen Pfälzerwald aus dem Blickwinkel ei- nes Luchses erkunden. Fortbildungsveranstaltung für Pädagogen © Zoo Landau Auffanggehege für verletzte Luchse © SNU EINSATZ 05 LUCHS-BEAUFTRAGTE © O. Anders für Luchse in Notsituationen Um erkrankte bzw. verletzt aufgegriffene Luchse oder Luchswaisen richtig versorgen und möglichst wieder in die freie Wildbahn entlassen zu können, wurde bei der TIERART-Wildtierstation von VIER PFOTEN in Maßwei- ler ein Auffanggehege für Luchse gebaut. So kann eine fach- und artgerechte Behandlung und zeitweilige Un- terbringung bis zur Genesung auch über das Ende des LIFE-Projektes hinaus sichergestellt werden. gemeinsames „Luchsfest“ der Schulklassen © SYCOPARC Für Schulklassen wurde das deutsch-französische Umweltbildungsprogramm „Œil de lynx - Luchsauge“ angeboten. Durch erlebnisorientiertes Lernen und von den Kindern selbst entwickelte und umgesetzte Projek- te gelang es, dass sich die Schüler:innen nachhaltig mit dem Thema Luchs und seiner Rückkehr in die Region befassten. Die fantasievollen Arbeiten der Kinder wur- den bei jährlichen Luchs-Festen präsentiert. Innerhalb von sechs Jahren konnten mehr als 2.400 Kinder über den Luchs informiert werden. Die im Projekt erstellte Umweltbildungsmappe „Rück- kehr der Pinselohren“ bietet pädagogischen Fachkräf- ten und Interessierten eine Vielzahl an Informationen zur Luchs-Wiederansiedlung inklusive verschiedener Unterrichtskonzepte, um Wissen altersgerecht wei- ter zu vermitteln. Ergänzt durch verschiedene Fortbil- dungsveranstaltungen gelang es so, das Thema Luchs langfristig im Umweltbildungsangebot verschiedener Einrichtungen innerhalb des Biosphärenreservats zu verankern. Schüler führen ein Theaterstück zum Luchs auf. © SNU © A. Prüssing / SNU VERNETZUNG Wildbrücken helfen bei einer gefahrlosen Querung von großen Straßen. © SNU Koblenz Hunsrück Deutschland Trier entspricht etwa der Reviergröße eines Luchses von Luchs-Populationen Ein großes Problem für den Luchs und viele andere Arten ist die Zerschneidung (Fragmentierung) ihrer Le- bensräume durch Verkehrsachsen und großflächige Siedlungsbereiche. Diese Hindernisse trennen die Tiere voneinander und Populationen bleiben klein und isoliert. Haben die Luchse nur Kontakt zu Artgenossen in ihrer unmittelbaren Umgebung, steigt die Wahrscheinlichkeit der Inzucht und somit der genetischen Verarmung. Auf Dauer führt dies zu Krankheiten und geringerer Anpas- sungsfähigkeit. Hinzu kommen direkte Verluste im Stra- ßenverkehr. Wichtig sind daher Verbindungsmöglichkeiten wie Wan- derkorridore und Querungshilfen. Im Pfälzerwald gibt es bereits zwei Wildbrücken, die gerne durch Luchse genutzt werden. Schützen wir unsere Wälder und redu- zieren die Lebensraumzerschneidung, so ermöglichen wir den Luchsen, wie auch vielen anderen Tierarten, eine Vernetzung der Populationen und ein dauerhaftes Überleben. Im LIFE-Projekt wurde ein „Leitfaden Ver- netzung“ erstellt, um die Verbindung der Waldgebiete in Rheinland-Pfalz weiter zu fördern. Durch die grenz- überschreitende Zusammenarbeit unter dem Dach der Oberrheinkonferenz wurde das Modell einer länder- übergreifenden Luchs-Population zwischen Frankreich, Schweiz und Deutschland vorangebracht. Saarbrücken Biosphären- reservat Pfälzerwald- Nordvogesen Frankreich Straßburg Schwarzwald Mittel- und Südvogesen Mülhausen Basel Jura Schweiz WAS HAT DAS LIFE- PROJEKT GEBRACHT? 07 08 After LIFE - Wie es weitergeht… Die Maßnahmen des LIFE-Projekts „Wiederansiedlung von Luchsen (Lynx lynx carpathicus) im Biosphärenre- servat Pfälzerwald“ haben erfolgreich zu einer Grün- dung eines neuen Populationskernes im Pfälzerwald geführt. Die Luchse sorgten für den ersten Luchsnach- wuchs seit mehr als 200 Jahren im Biosphärenreservat. Sie haben sich mittlerweile den Großteil des Pfälzerwal- des sowie der benachbarten Nordvogesen und Gebiete darüber hinaus erschlossen. Das Luchsparlament, das alle Interessensgruppen – auch grenzüberschreitend – zusammenführte, begleite- te die Wiederansiedlung konstruktiv und brachte sich aktiv in die Umsetzung des Projektes ein. Der perma- nente Austausch auf Augenhöhe war der Grundstein für den Erfolg der Wiederansiedlung und soll auch in Zukunft fortgesetzt werden. Die gezielte und intensive Umweltbildungs- und Öf- fentlichkeitsarbeit sowie die Einbindung lokaler Akteure haben geholfen, Wertschätzung und Wissenstand zur Tierart Luchs und zu seinem Lebensraum im Biosphä- renreservat Pfälzerwald-Nordvogesen zu erhöhen. Viele langfristig bestehende Umweltbildungsangebote konn- ten geschaffen werden. Durch die Wiederansiedlung des Luchses im Pfälzer- wald kann die Vernetzung der einzelnen Luchs-Popu- lationen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz langfristig gefördert werden. Exkursionen einzelner Luchse und die Nutzung der Querungshilfen zeigen die mögliche Verbindung mit weiteren Vorkommen auf. Der neue Populationskern leistet einen wichtigen Beitrag, um die innerartliche genetische Vielfalt zu erhalten und wandernden Luchsen eine Anschlussmöglichkeit zu bieten. Das Vorkommen im Pfälzerwald befördert die Besiedlung weiterer Mittelgebirge in Rheinland-Pfalz. Die positiven Erfahrungen aus dem Wiederansiedlungs- projekt können für ähnliche Projekte genutzt werden. Felsen werden von den Luchsen gerne als Aussichtspunkt ge- nutzt. © A. Sommer Mehr Informationen zum LIFE Projekt finden Sie auf der Projekthomepage https://luchs-rlp.de. Hier stehen auch verschiedene Projekt-Publika- tionen zum Download bereit. Das neu eingerichtete Koordinationszentrum für Luchs und Wolf (KLuWo) an der Forschungsanstalt für Wald- ökologie und Forstwirtschaft (FAWF) in Trippstadt wird das Monitoring der Luchs-Population weiter betreuen und nun zusätzlich die Themen Herdenschutz und Öf- fentlichkeits-/ Akzeptanzarbeit bearbeiten. In Abspra- che mit dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität (MKUEM) wird dort auch das Ma- nagement der Luchs-Population organisiert. Kontakt: kluwo@wald-rlp.de. Luchse balancieren gerne auf Baumstämmen. © A. Sommer

Abschlusstagung LIFE Luchs - Vorträge

[Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] gefördert mit Mitteln der EU / soutenu par des fonds de l'UE Abschluss-Tagung des Projekts „LIFE Luchs Pfälzerwald“ Réunion finale du projet „LIFE Lynx Forêt du Palatinat“ Zusammenfassung der Vorträge an der Tagung am 11.09.2021 in Annweiler Résumé des présentations à la conférence du 11.09.2021 à Annweiler Umsiedlung der Schweizer Luchsin Bell in den Pfälzerwald – April 2017 © GREVE Martin – SNU. Lâcher du lynx suisse Bell dans la Forêt du Palatinat - Avril 2017 © GREVE Martin - SNU. Projektpartner / Partenaires du projet Projekt-Kofinanzierer / Co-financeurs du projet 2 Ergebnisse und Erfahrungen aus dem EU LIFE-Projekt „Wiederansiedlung von Luchsen im Biosphärenreservat Pfälzerwald“ SYLVIA IDELBERGER1, JOCHEN KREBÜHL1, JUDITH OHM1, MICHAEL BACK1 Mit Hilfe des Förderprogramms LIFE der Europäischen Union führten die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz (SNU) und ihre Projektpartner Landesforsten Rheinland-Pfalz, SYCOPARC in Frankreich und WWF Deutschland das LIFE Projekt zur Wiederansiedlung des Eurasischen Luchses im Pfälzerwald durch. Der Pfälzerwald ist Teil des grenzüberschreitenden UNESCO-Biosphärenreservats Pfälzerwald - Nordvogesen, das eine Gesamtfläche von 3028 km² umfasst. Das Wiederansiedlungsprojekt beinhaltet die Umsiedlung von 20 wildlebenden Luchsen (Lynx lynx carpathicus) aus der Schweiz und der Slowakei. Es begann im Januar 2015 und endete im September 2021. Das LIFE-Programm der EU kofinanziert 50 % der Projektkosten von insgesamt ca. 2,75 Millionen Euro. Über den Beitrag der genannten Projektpartner hinaus wurden zusätzliche Mittel vom Land Rheinland-Pfalz (Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität – MKUEM), der Deutschen Wildtier Stiftung, den Landesverbänden von NABU und BUND, der HIT-Umweltstiftung sowie weiteren Förderern bereitgestellt. Öffentlichkeits- und Akzeptanzarbeit Alle relevanten Interessengruppen und Behörden sowie die regionale Bevölkerung wurden vor Beginn des Projekts informiert bzw. konsultiert. Das Land, alle neun Landkreise und kreisfreien Städte im Bereich des Pfälzerwalds begrüßten die Wiederansiedlung. Das Projekt sah eine umfassende Berichterstattung und Öffentlichkeitsarbeit während der Freilassungen und des anschließenden Monitorings vor. Mitarbeiter des Projekts besuchten regelmäßig lokale Zusammenkünfte insbesondere von Jägern und Nutztierhaltern und berichteten über den aktuellen Stand der Wiederansiedlung. Der direkte Austausch mit den Leuten war immer ein wichtiges Anliegen im Projekt. Er ermöglichte ein kontinuierliches Feedback und eine Verbesserung der Projektarbeit. Um die Akzeptanzarbeit zu fördern, wurden verschiedenste Materialien erstellt, die interessensgruppenspezifische Informationen rund um das Thema Luchs bieten. Insbesondere der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz unterstützt die Projektkommunikation aktiv. Für Schulklassen wurde das Umweltbildungsprogramm "Auge des Luchses" etabliert, mit dem sich Kinder intensiv und kreativ mit der Rückkehr des Luchses in seinen ehemaligen Lebensraum auseinandersetzen können. Durch die Einbindung lokaler Institutionen und Schulen sowie die Bereitstellung von Umweltbildungsmaterialien wurden Multiplikatoren geschult, die eine zusätzliche Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Projektziele bewirken. Im Rahmen des sogenanten "Luchs-Parlaments" kamen Vertreter aller am Thema Luchs beteiligten Interessensgruppen und von Behörden, Kommunen und Institutionen aus der Region zusammen. Neben den Aspekten Jagd und Tierhaltung kommen auch viele andere Themenfelder wie Naturschutz, Forst, Straßenbau, Tierschutz und Tourismus zur Sprache. Gemeinsam wurde über zu erwartende oder befürchtete Auswirkungen der Wiederansiedlung gesprochen, die sinnvolle Gestaltung von Herdenschutz und Kompensationsmaßnahmen diskutiert und möglicher Forschungsbedarf ermittelt. Konkrete, praktische Fragen bei der Wiederansiedlung wurden erörtert, bestehende Regelungen und 3 Abläufe anhand der aktuellen Geschehnisse immer wieder überprüft und bei Bedarf angepasst. Auch das Potential der Tierart Luchs bzw. des Wiederansiedlungsprojektes für die Region, den Tourismus und die Natur im Biosphärenreservat wurden gemeinsam ausgelotet. Das Parlament tagte in zwei getrennten Kammern, eine im Pfälzerwald, die andere in den Nordvogesen. Einmal im Jahr tagten beide Kammern gemeinsam. Die im Rahmen des begleitetenden Monitoringprogramms gesammelten Daten zu Vorkommen, Verbreitung und Verhalten der Luchse wurden in die partizipativen Prozesse mit den verschiedenen Interessengruppen einbezogen. Das Luchs-Parlament hat sich als interessenübergreifende Institution etabliert, die anerkannt ist und sich aktiv in die Entwicklung des Projektes einbringt. Die offene und direkte Kommunikation hat dazu beigetragen, eine Vertrauensbasis zwischen allen Beteiligten aufzubauen und die Akzeptanz für den Luchs und das Wiederansiedlungsprojekt zu stärken. Ein Managementplan für den Umgang mit Luchsen in Rheinland-Pfalz wurde bereits vor der Freilassung des ersten Luchses veröffentlicht (MKUEM 2016). Er umfasst Aspekte des demografischen Monitorings, Lösungsvorschläge für den Fall von Konflikten, Präventions- und Kompensationsmaßnahmen, Regeln für das Konfliktmanagement und Verantwortlichkeiten. Die Regelungen wurden im Konsens mit allen beteiligten Intressensgruppen verabschiedet und können gemeinsam geändert werden, wenn es die Situation erfordert. Umsiedlungen Die Partner aus den Ländern der Luchsspenderpopulation Slowakei (DIANA, Zoo Bojnice) und Schweiz (KORA, FIWI*, BAFU*) sowie die Partner im Aufnahmeland Rheinland-Pfalz (SNU, MKUEM) einigten sich in einem „Memorandum of Understanding“ auf festgelegte Regeln und Protokolle für die Umsiedlungen. Die Luchse wurden in einem sogenannten "hard release" freigelassen, d. h. unmittelbar nach ihrer Ankunft im Freilassungsgebiet und einem abschließenden (Gesundheits-)Check. Abb. 1: Luchsmännchen Lucky in seinem Revier – März 2018 © SOMMER Alexander – SNU Alle freigelassenen Luchse wurden mit GPS/GSM-Telemetriehalsbändern (Betriebszeit 1-2 Jahre), welche mit einer mechanischen Sollbruchstelle versehen waren, ausgestattet. Die Sendehalsbänder 4 ermöglichten die Begleitung des räumlichen Verhaltens, der Beutefunde und des Verlaufs des Wiederansiedlungsprozesses (Abb. 1). Ein genetisches Monitoring wurde durchgeführt, um einen Stammbaum zu erstellen und die Entwicklung der genetischen Vielfalt innerhalb der neuen Teilpopulation langfristig bewerten zu können. Bei den Wiederansiedlungen von Juli 2016 bis März 2020 wurden insgesamt 20 Luchse (zwölf Weibchen, acht Männchen) eingefangen und mit Hilfe der Partner und Behörden der Herkunftsländer umgesiedelt. Zwölf Luchse wurden in der Schweiz gefangen, acht stammen aus der Slowakei, davon waren sieben Waisen, die Menschen abgewandt aufgezogen wurden. Bis Ende August 2021 gab es vier dokumentierte Verluste von umgesiedelten Luchsen durch (Verkehrs-)Unfälle. In den Vogesen wurde ein im Pfälzerwald 2019 geborenes Jungtier 2021 tot aufgefunden (Ursache unbekannt). Abb. 2: Kombinierter Aktionsradius von acht GPS-besenderten Luchsen aus dem Pfälzerwald, dargestellt als MCP (minimum convex polygon) für das Monitoringjahr 2019/2020, © SNU Die Luchse haben ihre körperlichen Fähigkeiten und ihre Anpassungsfähigkeit bei verschiedenen Gelegenheiten unter Beweis gestellt. Ein Männchen (ARCOS) wanderte in die Hochvogesen und legte dabei in einem Monat eine Strecke von ca. 350 km zurück. Ein anderes Männchen (CYRIL) nahm sich die Freiheit, den Rhein zu überqueren. Erfreulich ist in diesem Zusammenhang die regelmäßige Nutzung der Wildbrücken im Pfälzerwald (A6 und B10) durch Luchse. Auch der Bereich der Zaberner Steige, die schmalste Stelle der Vogesen an der eine Autobahn, eine TGV-Bahntrasse und der Rhein- 5

Luchs - Poster

[Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] DER LUCHS Hunsrück Trier Entspricht etwa der Reviergröße eines Luchses Saarbrücken Biosphären- reservat Pfälzerwald- Nordvogesen Karlsruhe Frankreich Straßburg Schwarzwald Mittel- und Südvogesen Mülhausen Basel Jura Schweiz www.luchs-rlp.de Le projet LIFE-Lynx dans la forêt du Palatinat Avec le soutien du programme européen LIFE-Nature, la Fon- dation Nature et Environnement de Rhénanie-Palatinat, avec ses partenaires de projet, le SYCOPARC, le WWF et l’Office des Forêts de Rhénanie-Palatinat, conduit un projet de réintroduction de lynx. L’objectif de cette coopération franco-allemande est de réintroduire d’ici à 2020 un total de 20 lynx dans la forêt du Pa- latinat, ces lynx provenant de Suisse et des Carpates slovaques. Lebensraumverbund Luchse haben mit einer Reviergröße von 50 – 400 km² einen gro- ßen Raumanspruch. Ihr passives Ausbreitungsverhalten führt dazu, dass sich die Tiere fast nur in Gebieten ansiedeln, in deren Nachbarschaft bereits ein Artgenosse lebt. Die meisten bewal- deten Mittelgebirge Europas sind zu klein, um langfristig lebens- fähige Luchspopulationen zu beherbergen. Eine Vernetzung der Gebiete einzelner Luchs-Vorkommen durch Waldkorridore bzw. Trittsteinbiotope im Offenland sowie Querungshilfen an Straßen können einen Beitrag leisten, um Inzucht und eine genetische Verarmung zu verhindern.Continuités écologiques Les lynx ont besoin de grands espaces, la taille de leur domaine vital allant de 50 à 400 km². Leur comportement peu colonisa- teur conduit à ce que les animaux s’installent généralement dans des secteurs situés à proximité de congénères. La majorité des massifs boisés d’Europe sont trop petits pour héberger une po- pulation de lynx viable à long terme. La connexion des zones de présence de lynx, grâce à des corridors forestiers ou des îlots-re- fuges en milieu ouvert et des écoponts au niveau des routes, représente une possibilité pour éviter la consanguinité et un ap- pauvrissement génétique. Warum im Pfälzerwald? Der Pfälzerwald stellt durch seine Anbindung an die Vogesen eine wichtige Schlüsselposition dar. Zusammen mit den Nordvo- gesen entsteht ein Biosphärenreservat aus etwa 3 000 km² Wald, das rund 45 Luchsen einen Lebensraum bieten kann. Es besteht die Möglichkeit der weiteren Ausbreitung und eines Austauschs mit Vorkommen in den Mittel- und Südvogesen, dem Jura, dem Schwarzwald und den Alpen. Ausgehend vom Pfälzerwald kann der Luchs zudem weitere Gebiete in Rheinland-Pfalz dauerhaft besiedeln.Pourquoi la forêt du Palatinat? La forêt du Palatinat, du fait de sa connexion avec le Massif des Vosges, représente une position clé. Avec les Vosges du Nord, elle constitue une Réserve de Biosphère recouverte de près de 3 000 km² de forêt, pouvant procurer un habitat pour environ 45 lynx. La dispersion et l’échange d’individus sont possibles avec les autres zones de présence du lynx dans le Massif des Vosges (Vosges moyennes, Hautes Vosges, Vosges du sud) voire dans le Jura, la Forêt noire et les Alpes. A partir de la Forêt palati- ne, le lynx peut aussi coloniser durablement d’autres régions de Rhénanie-Palatinat. Länderübergreifende Zusammenarbeit Damit die Rückkehr des Luchses gelingt, ist auch eine grenzüber- schreitende „Vernetzung“ des Monitorings und Managements notwendig. Dies wird im Wiederansiedlungsprojekt durch ver- schiedene länderübergreifende Gremien ermöglicht. Besonders wichtig ist dabei das Mitwirken der verschiedenen Interessens- gruppen aus den Regionen. Der Eurasische Luchs (Lynx lynx) Mit einer Körperlänge von 80 – 120 cm, einer Schulterhöhe von 50 – 70 cm und einem Gewicht von 15 – 25 kg kann der Überra- schungsjäger, der sich hauptsächlich von Rehen ernährt, in freier Wildbahn bis zu 17 Jahre alt werden. Zwischen Mai und Juni bringt das Weibchen nach einer Tragzeit von ca. 70 Tagen meist 2 Jungtiere zur Welt. Charakteristisch sind der Stummelschwanz, der breite Backenbart und die Haarbüschel auf der Spitze der Ohren, weswegen er auch „Pinselohr“ genannt wird. Coopération transfrontalière Pour que le retour du lynx soit une réussite, la continuité trans- frontalière de son suivi et de sa gestion est également nécessaire. De nombreux groupes de travail transnationaux permettent cette coopération au sein du projet de réintroduction. La participation des différents acteurs de chaque région est primordiale. Le lynx d‘Eurasie (Lynx lynx) Avec une longueur de 80 – 120 cm, une hauteur à l’épaule de 50 – 70 cm et une masse corporelle de 15 – 25 kg, ce chasseur à l’affût, qui se nourrit principalement de chevreuils, atteint une longévité de 17 ans à l’état sauvage. C’est entre mai et juin que la femelle, après une gestation d’environ 70 jours, donne nais- sance généralement à 2 petits. Ses traits caractéristiques sont sa queue courte, ses larges favoris et les touffes de poils au bout des oreilles, que l’on appelle également les „pinceaux“. Gestaltung: www.eisingerdesign.de, Foto: Frank Sommariva/imageBROKER/OKAPIA Koblenz kennt keine Grenzen Deutschland Das LIFE-Luchsprojekt im Pfälzerwald Mithilfe des europäischen Förderprogramms LIFE führt die Stif- tung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz mit ihren Projektpartnern SYCOPARC, WWF und Landesforsten RLP ein Luchs-Wiederan- siedlungsprojekt durch. Die deutsch-französische Kooperation macht es sich zum Ziel, bis 2020 insgesamt 20 Luchse aus der Schweiz und den slowakischen Karpaten im Pfälzerwald anzu- siedeln.

Umweltbildung im Naturpark/Biosphärenreservat Pfälzerwald (Nordvogesen) mittels mobiler Geomedien

Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Leinbachtal bei Frankenstein/Pfalz ist nach dreijähriger Bearbeitung und Umsetzung der Ideen kein Themenpfad im klassischen Sinne entwickelt worden. Im Gegensatz zu vielen anderen Themenpfaden in Rheinland-Pfalz, aber auch im gesamten Bundesgebiet, die jeweils den Fokus nur auf einen Aspekt legen und die es inzwischen in nahezu jedem touristisch erschlossenem Gebiet gibt, sollte am Beispiel des Leinbachtales das Zusammenwirken und das sich gegenseitige Beeinflussen der einzelnen Geofaktoren in einem abgegrenzten Gebiet aufgezeigt werden. Diesen ganzheitlich geoökologischen Ansatz verfolgen touristische Einrichtungen noch immer nur selten. Dem Besucher dieses Erlebnisraumes werden die landschaftsökologischen Zusammenhänge aufgezeigt und anhand typischer Landschaftsbilder veranschaulicht werden. Theoretische Grundlagen liefern geosynergetische Forschungen der Geographie und Landschaftsökologie. Im Unterschied zum Naturraum wird im Konzept des 'Landschaftserlebnisraumes Leinbachtal' der weiter gefasste Begriff der Landschaft zugrunde gelegt. Am Beispielraum des Leinbachtales werden diese Zusammenhänge exemplarisch in der unmittelbaren Begegnung mit der typischen Waldlandschaft eines Mittelgebirges dar- und vorgestellt. In einem Wechselwirkungsgefüge bedingen und beeinflussen sich die Landschaftsfaktoren gegenseitig: der Gesteinsuntergrund Buntsandstein ist in Wechselwirkung mit dem feuchtgemäßigten Klima, der Sonnenexposition der Talflanken, den hydrologischen Verhältnissen im Umfeld der Bäche und Quellen sowie der walddominierten Vegetation Grundlage für die Entstehung besonderer Bodenarten und Bodentypen. Andererseits wiederum bedingen Sonnenexposition und hydrologische Verhältnisse in Verbindung mit klimatischen und/ oder den Bodenverhältnissen typische Biotopsysteme und Biozönosen. Der wirtschaftende, siedelnde und sich erholende Mensch wiederum beeinflusst und wird beeinflusst durch die Ausprägung der einzelnen Landschaftsbilder. Diese Zusammenhänge und Wechselwirkungen sichtbar und erlebbar werden zu lassen, war das Ziel des Projektes 'Landschaftserlebnisraum Leinbachtal'. Fazit Meilenstein in der Konzeption und Umsetzung dieses Projektes erreicht. Die technische Basis, Internetauftritt und mobile Erreichbarkeit, konnten grundsätzlich zum Abschluss gebracht werden. Mit der Fertigstellung der deutsch-, englisch- und französischsprachigen Audiodateien konnte ein weiteres Ziel des Projektes erreicht werden, die multilinguale Barrierefreiheit. Zudem konnte durch die bereits erfolgte Veröffentlichung der Leinbachtal-Applikation für das Betriebssystem Android ein medialer überregionaler Zugriff auf den Landschaftserlebnisraum hergestellt werden. In der Folge wird es vermutlich noch zur Veröffentlichung weiterer projektbasierter Applikationen kommen. Dies liegt allerdings gegenwärtig nicht im Ermessen der Kooperationspartner, sondern in den Händen der Gutachter der Firmen Apple und Windows. (Text gekürzt)

Arctic biodiversity and indigenous people of Eastern Siberia in a changing climate

Global warming, occurred from the 2nd half of the 20th century, has already intensively influenced on the Earths biota (Climate change, 2005). The average temperature of the planets surface, expected to rise further, will impact more on biological processes in the biosphere in particular and on the ecological situation of the whole planet. Climate change is expected to affect not only biological processes, but also every sector of society. In the short-run some of these impacts could be profitable, however in the longer term most of the effects could be harmful to local communities and society as a whole. Arctic regions are sensitive to climatic change because global warming is mostly noticeable at high latitudes, and Arctic processes are particularly vulnerable to effects of temperature (Chapin et al, 2009). This investigation is planned to be carried out in the Arctic regions of Eastern Siberia, Russia. Arctic indigenous people are dependent on subsistent harvesting. And changes in environment may cause severe changes to their livelihood. Therefore it is vital to conduct this investigation to get insights about subsistence practices of the Arctic inhabitants, the relation of the indigenous population to the environment and changes referred to global warming in the region.

Geologische Übersichtskarte der Bundesrepublik Deutschland 1:200.000 (GÜK200) - CC 7910 Freiburg - Nord

Blatt Freiburg-Nord zeigt den südlichen Oberrheingraben mit seinen beiden Flanken: den Vogesen im Westen und dem Schwarzwald im Osten. Der Schwarzwald, an der Ostflanke des Oberrheingrabens, wird von variszischen Graniten, Gneisen und Anatexiten aufgebaut. Bei der variszischen Faltung kam es zur Metamorphose präkambrischer Sedimentgesteine; zudem drangen im Oberkarbon granitische Tiefengesteinsplutone auf. Permische Rhyolithe (Quarzporphyre), die an mehreren Stellen des mittleren und nördlichen Schwarzwald zu finden sind, werden als Ignimbrite interpretiert. Nach Norden und Osten tauchen die Kristallingesteine des Schwarzwaldes unter das permo-mesozoische Deckgebirge. Am Westrand des Kartenblattes ist ein kleiner Teil der Nordvogesen angeschnitten. Der ebenfalls variszisch geprägte Gebirgszug ist von Struktur und Gesteinsaufbau dem Schwarzwald sehr ähnlich, jedoch sind größere Vorkommen paläozoischer Sedimente erhalten geblieben. So sind im Kartenausschnitt neben Graniten, Dioriten und Paragneisen auch kambrische bis silurische Schiefer sowie Schuttsedimente des Rotliegenden erfasst. Der Oberrheingraben durchzieht das Blatt von Südsüdwest nach Nordnordost. Die Grabenstruktur ist mit tertiären Sedimenten verfüllt. Das Tertiär tritt jedoch nur vereinzelt unter der quartären Deckschicht aus Löss- und Flugsanden, fluviatilen bzw. glazifluviatilen Ablagerungen, Verwitterungs- und Schwemmlehm zu Tage. Der Grabenrandbereich wird von den äußeren Randverwerfungen, an denen der vertikale Hauptversatz der Grabenstruktur stattfand, und Bruchfeldern mit Staffelbrüchen geringerer Verwurfshöhe gebildet. In den sogenannten Vorberg-Zonen sind Grundgebirge und permo-mesozoische Bedeckung staffelförmig gegen das Grabeninnere abgesunken und somit, vor Abtragung geschützt, erhalten geblieben. Am Westrand des Oberrheingrabens ist das Bruchfeld von Ribeauvillé, südlich der Vogesen, und das Bruchfeld von Zabern, in der Nordwest-Ecke des Kartenblattes, angeschnitten. Am Ostrand des Grabens sind die Vorbergzone von Emmendingen-Lahr und die Freiburger Bucht erfasst. Mit der Grabenbildung im Tertiär ging ein verstärkter Vulkanismus einher, der seinen Höhepunkt in der Förderung Olivin-nephelinitischer Schmelzen im Vulkangebiet des Kaiserstuhls fand. Die heute stark abgetragene Vulkanruine aus miozänen Vulkaniten und Tuffen ist von pleistozänem Löss ummantelt und teilweise überlagert. Neben der Legende, die über Alter, Genese und Petrographie der dargestellten Einheiten informiert, verdeutlicht eine tektonische Übersichtskarte die geologischen Großeinheiten im Kartenausschnitt. Ein geologischer Schnitt gewährt zusätzliche Einblick in den Aufbau des Untergrundes. Das West-Ost-Profil kreuzt den Oberrheingraben mit dem Kaiserstuhl und der Freiburger Bucht sowie die Kristallingesteine des Schwarzwaldes.

Neues von den Luchsen

Die aktuell umgesiedelten Luchsweibchen erkunden großräumig ihre neue Heimat. Luchskuder Libre kehrte in der Paarungszeit aus den Zentralvogesen in den Pfälzerwald zurück. Beutespektrum der Luchse wird mittels GPS-Daten erfasst. Die Zaun-Elektrifizierung von zwei von Luchs-Rissen betroffenen Wildgehegen ist erfolgreich abgeschlossen. Zaun-Elektrifizierung von zwei Wildgehegen Wie bereits Mitte Februar 2020 berichtet, war der Luchskuder Alfi in ein Wildgehege in Heltersberg eingestiegen und hatte Dam- und Rotwild gerissen. Luchse überwinden Zäune meist kletternd und nutzen dazu gerne vorhandene Holzpfosten. Um eine Sicherung des Wildzaunes zu erreichen, werden daher in der Regel zwei bis drei elektrifizierte Drahtlitzen entlang der Oberkante des Zaunes an den Zaunpfosten befestigt. Das Land Rheinland-Pfalz fördert die Anschaffung von solchem Präventionsmaterial bei erfolgten Luchs-Rissen mit 100%. Bei der Installation der Präventionsmaßnahmen hilft den Tierhaltern neben dem Luchs-Team der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz das ehrenamtlichen „Helfernetzwerks Luchs“ des Vereins Luchs-Projekt Pfälzerwald / Vosges. Aufgrund der einsetzenden Versammlungs- und Kontaktbeschränkungen durch die CORONA-Pandemie konnten die Arbeiten nicht so schnell abgeschlossen werden wie gewünscht. Dies ermöglichte einen erneuten Übergriff des Luchskuders im Gehege, wobei ein Tier getötet wurde. Alfi drang wenig später auch in ein weiteres, nicht weit entferntes Damwildgehege bei Trippstadt zweimal kurz hintereinander ein und riss dort zwei Tiere. Auch dieses Wildgehege wurde entsprechend des <link mueef.rlp.de/fileadmin/mulewf/Publikationen/Managementplan_fuer_den_Umgang_mit_Luchsen_in_RLP.pdf&gt ; Luchs-Managementplan </link> in Rheinland-Pfalz elektrifiziert und der Halter für die gerissenen Tiere zu 100% entschädigt. Das dem Luchs Alfi nach dem Übergriff Mitte Februar neu angelegte GPS-Sendehalsband hat offensichtlich leider einen unbekannten technischen Defekt und stellte bereits nach wenigen Datensendungen den Dienst wieder ein. Meldungen zu einem potentiellen Schaden durch Luchs sollen möglichst innerhalb von 24 Stunden über die Hotline 06306-911199 oder per Mail an <link luchs@snu.rlp.de> luchs@snu.rlp.de </link> erfolgen. Exkursionen der umgesiedelten Luchse Die drei Schweizer Luchsweibchen, die dieses Frühjahr in den Pfälzerwald umgesiedelt wurden, erkunden großräumig ihre neue Heimat. Die Mitte Februar freigelassene Luchsin Isis, Patentier des Vereins Luchs-Projekt Pfälzerwald / Vosges du Nord, startete nach knapp einem Monat eine große Erkundungstour durch den Pfälzerwald in die Nordvogesen und zurück. Ihr Rundweg führte sie dabei von Waldleiningen in Richtung Süden, vorbei an Pirmasens, bis in die Gegend des französischen Langensoultzbach und zurück an Neustadt/Weinstr. vorbei bis hoch nach Carlsberg. Aktuell hält sie sich wieder südlich von Kaiserslautern auf. Die beiden Mitte März umgesiedelten Luchse Lycka und Tarda liefen nach ihrer Freilassung in entgegengesetzte Richtungen. Lycka, das gemeinsame Patentier der Trifels Natur GmbH aus Annweiler und der Dürkheimer Wilhelm Eder GmbH, machte sich in den Süden auf und wanderte auf ähnlicher Route wie Isis bis in die Nordvogesen. Hier nutzte sie zweitweise auch offenere Bereiche im Westen der Nordvogesen, kehrte aber bald darauf wieder in den geschlossenen Waldbereich zurück. Tarda, das Patentier der HIT-Stiftung, hingegen wandte sich in nördliche Richtung und überquerte Mitte April die A6 bei Wattenheim. Seitdem hält sie sich im Bereich zwischen A6 und A63 auf. Spannend waren auch die Wanderbewegungen des Luchskuders Libre, der bereits im Frühjahr 2019 aus der Schweiz in den Pfälzerwald transportiert wurde. Im Oktober 2019 war Libre in die Südvogesen gewandert. Hier erkundete er die Gegend bis kurz vor Saint-Dié-des-Vosges. Er befand sich damit nicht unweit des Gebietes, in dem sich der Luchskuder Arcos nach seiner unmittelbaren Abwanderung 2017 niedergelassen hatte. Libre kehrte aber im März, in der Ranzzeit (Paarungszeit) der Luchse in den Pfälzerwald zurück, möglicherweise um Anschluss an Weibchen zu finden. Bei seiner Exkursion überwand er die sogenannte Zaberner Steige zweimal. An dieser schmalsten Stelle der Vogesen queren eine Autobahn und eine TGV-Bahntrasse die Vogesen. Ebenso verläuft hier der Rhein-Marne-Kanal. Die übermittelten GPS-Daten der Sendehalsbänder fließen in Aktionsraumkarten zu den Luchsen ein, die in regelmäßigen Abständen auf der Projekt-Homepage <link www.luchs-rlp.de&gt ; www.luchs-rlp.de </link> veröffentlicht werden. Es bleibt spannend abzuwarten, wie viele Nachweise von Luchs-Nachwuchs dieses Jahr erbracht werden können. Bei den drei in diesem Jahr umgesiedelten Luchsinnen kann ein Wurf möglicherweise anhand der GPS-Daten nachgewiesen werden. Um den Aufenthaltsort der anderen Luchsweibchen besser einschätzen zu können und die Suche nach Nachwuchs zu ermöglichen, freut sich das Luchs-Team der Stiftung in den nächsten Wochen besonders, wenn alle Beobachtungen und andere Hinweise zu Luchsen an die Großkarnivoren-Hotline der FAWF 06306 – 911199 bzw. über luchs@snu.rlp.de gemeldet werden. Wildtierrisse durch Luchs Die GPS-Daten der Sendehalsbänder können auch genutzt werden, um Beutetiere des Luchses aufzuspüren. Luchse kehren bei größeren Beutetieren meist über mehrere Nächte an ihren Riss zurück, bis dieser aufgefressen ist. Durch eine anschließende Kontrolle eines Teils dieser Datenansammlungen auf Luchs-Risse erfolgt eine erste Dokumentation des Beutespektrums in Rheinland-Pfalz. Bei insgesamt 189 aufgesuchten Rissen war die Hauptbeuteart mit 81% das Reh, gefolgt vom Rotwild mit 8% und Fuchs mit 6%. Ebenfalls gerissen wurden Muffel (Donnersberg), Marder, Hase und junge Wildschweine. Erbeutete Kleinsäuger können durch diese Methode nicht erfasst werden. Diese können aber gerade im Sommer durchaus auch einen nennenswerten Anteil in der Nahrung von Luchsen ausmachen.

Neues von den Luchsen!

Im Rahmen des LIFE Luchs Wiederansiedlungsprojektes konnten beim Luchs-Nachwuchs aus 2020 zwei weibliche Jungtiere identifiziert werden. Die Erschließung weiterer Lebensräume geht voran, Wildbrücken werden von den Luchsen erfolgreich angenommen. Im Frühjahr kam es zu Übergriffen auf Nutztiere. Im Februar kam es zu zwei nachweislichen Luchsrissen in Ziegenherden, einmal bei Fischbach/Dahn und einmal bei Steinalben. Im ersten Fall gelangte der Luchs Filou in eine Weide mit einem nicht elektrifizierten Zaun und tötete eine Ziege. Die kleine Herde des Vereins „NaturGestalten im Wasgau e.V.“ wird zur Offenhaltung des Spießwoogtals eingesetzt. Über den Luchs-Managementplan in Rheinland-Pfalz bekommt nun der Verein drei elektrifizierte Drahtlitzen entlang der Oberkante des Zaunes zu 100% gefördert, um ein erneutes Eindringen des Luchses zu verhindern. Durchschlupfmöglichkeiten wurden verschlossen. Beim zweiten Vorfall riss der Luchs Alfi nachweislich eine Ziege. Der Kuder hatte bereits 2019 und 2020 für Risse von Nutztieren gesorgt. Zwei weitere, nachträglich gemeldete Tiere wurden auf Kulanz entschädigt. Die Todesursache war hier nicht mehr feststellbar, aber aufgrund des engen zeitlichen Zusammenhangs wurde ein Anspruch auf Entschädigung anerkannt. Der Luchs-Managementplan in Rheinland-Pfalz sieht eine Entschädigung von 100 % für Tierhalter vor, deren Tiere vom Luchs gerissen wurden. Auf der Weide in Steinalben gab es Einstiegsmöglichkeiten über am Zaun gelagerte Strohballen für den Luchs, um den Elektrozaun zu umgehen. Diese wurden direkt beseitigt. Ein weiterer Vorfall ereignete sich im März in Heltersberg in einem Wildgehege, das bereits schon einmal betroffen war. Hier umging der Luchs wohl die Elektrifizierung durch die Nutzung eines Baumes mit einem ins Gehege reichenden Ast als Kletterhilfe und riss ein Damwild. In den Jahren 2016 bis 2020 seit Beginn der Freilassungen im Rahmen des Wiederansiedlungsprojektes wurden insgesamt bislang knapp 5.300 € an Entschädigungszahlungen geleistet und für knapp 7.800 € Präventionsmaßnahmen gefördert. Ergänzend kommt bei den Präventionsmaßnahmen ein Pilotprojekt bei einer Damwildhaltung in Clausen hinzu, bei dem neu entwickeltes Zaunmaterial aus Dänemark erprobt und dessen Installierung mit ca. 15.600 € gefördert wurde. Meldungen zu einem potentiellen Schaden durch Luchs sollen möglichst innerhalb von 24 Stunden über die Hotline 06306-911199 oder per Mail an luchs(at)snu.rlp.de erfolgen. Bei den beiden im letzten Jahr dokumentierten Würfen mit Jungtieren ist inzwischen davon auszugehen, dass es sich um einen Wurf der Luchsin Gaupa mit bis zu drei Jungtieren handelt, während der andere Wurf wohl der Luchsin Rosa zuzurechnen ist. Die Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF), zuständig für das Monitoring von Luchs und Wolf in Rheinland-Pfalz, konnte die Luchsin Rosa mit Hilfe eigener ausgebrachter Wildkameras und von einem Jäger zugesendeter Fotos mit drei Jungtieren im Raum Waldfischbach-Burgalben nachweisen. Durch eine genetische Beprobung eines ebenfalls durch einen Jäger gemeldeten Rehrisses konnten zwei der drei Jungtiere als weiblich identifiziert werden, eine Identifizierung des Vaters gelang bei der Analyse jedoch nicht. Es handelt sich damit um den ersten - nachweislich dokumentierten - weiblichen Luchsnachwuchs im Wiederansiedlungsprojekt. Bei manchen Jungtieren aus früheren Würfen konnte das Geschlecht bisher noch nicht ermittelt werden. Das Luchs-Vorkommen im Pfälzerwald breitet sich weiter aus. Inzwischen gehen immer öfter Luchsnachweise auch aus dem Gebiet westlich der B270/A62 (Sickinger Höhe/Westrich) über die Großkarnivoren-Hotline ( luchs(at)snu.rlp.de , Tel.: 06306-911199) bei der FAWF ein. Ebenso werden die Nordvogesen verstärkt erkundet und genutzt, insbesondere durch im Wiederansiedlungsprojekt geborene junge Luchse auf der Suche nach einem eigenen Revier. Für die grenzüberschreitende Dokumentation der Luchsnachweise wird eng mit der zuständigen französischen Behörde OFB (Office Français de la Biodiversité) und lokalen Akteuren zusammengearbeitet. Erfreulich ist in diesem Zusammenhang die durch den Landesbetrieb Mobilität und das Büro ÖKO-LOG Freilandforschung nachgewiesene Nutzung der Wildbrücken im Pfälzerwald. Mit Hilfe der Wildbrücken über die A6 (Wattenheim) und über die B10 (Walmersbach) konnten die verkehrsstarken Straßen durch mindestens vier bzw. drei verschiedene Luchse teils mehrfach gefahrlos gequert werden. Auch der Bereich der Zaberner Steige, die schmalste Stelle der Vogesen an der eine Autobahn, eine TGV-Bahntrasse und der Rhein-Marne-Kanal den Wald durchkreuzen, wurde inzwischen von vier Luchsen erfolgreich gequert, darunter auch das Luchsweibchen Lycka, das eine kurze Stippvisite in die Zentralvogesen unternahm. Dies zeigt eine mögliche Vernetzung des Luchsvorkommens im grenzüberschreitenden Biosphärenreservat mit Tieren in den Zentralvogesen und im Weiteren mit dem Vorkommen im Jura auf. Die aus dem Monitoring der FAWF und des OFB ermittelten Daten fließen zusammen mit den GPS-Daten der Sendehalsbänder in Aktionsraumkarten zu den Luchsen ein, die in regelmäßigen Abständen auf der Projekt-Homepage www.luchs-rlp.de veröffentlicht werden.

AKTUALISIERUNG: FAWF informiert: Erste Luchszählung im Pfälzerwald

Hintergrund Im Rahmen eines Wiederansiedlungsprojektes wurden mit Unterstützung der EU im Pfälzerwald seit 2016 bis Frühjahr 2020 20 Luchse durch die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz (SNU; www.luchs-rlp.de) frei gelassen. Alle umgesiedelten Tiere wurden mit einem Sendehalsband ausgestattet, derzeit besteht aufgrund der begrenzten Batteriekapazität noch zu 4 Tieren Funkkontakt. Wieviel Luchse sind also noch im Gebiet unterwegs, abgewandert oder gestorben? Wie viele Luchse wurde hier bereits geboren? Es war von Anfang an geplant, möglichst umfassend die tatsächliche Anzahl der Luchsindividuen in der Endphase des Projektes im Pfälzerwald zu bestimmen. Der erste Zensus wurde im letzten Winterhalbjahr in einem 1.000 km2 repräsentativem Teilgebiet des Pfälzerwaldes (das entspricht 56 % des Naturparks Pfälzerwald) durchgeführt und wird im folgenden Winter wiederholt. Die staatliche Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF) wurde mit dieser besonderen Aufgabe als landesweite Monitoringstelle für Großkarnivoren (Wolf und Luchs) betraut. Zusammen mit dem Göttinger Luchsexperten, Markus Port, liegt nun die Zwischenauswertung des ersten sogenannten „Systematischen Fotofallenmonitorings“ vor. Wie ist die Vorgehensweise? Im ersten Durchgang wurden zwischen Dezember 2019 und April 2020 im Pfälzerwald auf einer Fläche von 1.000 km2 67 Fotofallenstandorten mit je 2 gegenüberstehenden Fotofallen ausgewertet. Passierte ein Luchs die Fotofallen, wurde er mit etwas Glück von beiden Seiten fotografiert. Anhand des individuellen Fleckenmusters können die Tiere auseinandergehalten und damit letztlich gezählt werden. Zu den Ergebnissen: Im Referenzgebiet entstanden insgesamt 114 Aufnahmen von Luchsen, die sich auf 17 selbstständige Individuen verteilten (nicht mitgezählt jene Jungtiere, die noch mit der Mutter umherstreifen). Hinzu kommt eine unvermeidbare Dynamik bei den Tieren, die zu berücksichtigen ist. Der Luchskuder Juri ist z. B. während des Erfassungszeitraums gestorben. Weiterhin ist bekannt, dass von zwei Luchsen insbesondere aus den Nordvogesen GPS-Signale empfangen wurden und die deshalb nicht von den Kameras erfasst werden konnten. Nach Schätzung der Experten ist zudem innerhalb des Kameranetzes eine Übersehrate von 1 – 2 Luchsen nicht auszuschließen. Doch interessanterweise waren bis auf ein Jungtier alle erfassten Luchse bereits bekannt gewesen. Das deutet daraufhin, dass die meisten Geburten zuvor registriert wurden. Im zentralen und westlichen Pfälzerwald wurden mehr Luchsindividuen fotografiert, als im östlichen Pfälzerwald. Insbesondere im Südosten des Pfälzerwaldes waren bis dahin seltener Luchse nachgewiesen worden, auch werden der FAWF von dort kaum Luchsrisse oder Sichtungen gemeldet. 4 Jahre nach Freilassung der ersten Luchse ist also noch nicht der gesamte Pfälzerwald von den Pinselohren dauerhaft besiedelt. Weiterführende Informationen: Interessierte Leser können weitere Details im Bericht zum „Systematischen Fotofallenmonitoring der Luchspopulation im Pfälzerwald (Phase I 2019/2020)“ nachlesen (<link fawf.wald-rlp.de/index.php - external-link-new-window>Link </link>oder www.fawf.wald-rlp.de). Der Ausgang des zweiten Durchgangs wird nun mit Spannung erwartet. Die Ergebnisse liegen im Sommer 2021 vor. * In der ursprünglichen Veröffentlichung wurde Luchsin Bell im Pfälzer Wald verortet. Dies war nicht korrekt und ist auf einen Fehler in der Datenauswertung zurückzuführen.

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