Deutschland ist in besonders hohem Maße für die weltweite Erhaltung der in Deutschland endemischen Art verantwortlich. In der noch aktuellen Version der globalen Gefährdungseinschätzung der IUCN wird Coregonus fontanae als ungefährdet eingestuft. Die Autoren und Autorinnen der vorliegenden Roten Liste folgen dieser Einschätzung nicht und bewerten die endemische Art entsprechend der nationalen Einschätzung als weltweit vom Aussterben bedroht. Die im Stechlinsee (Brandenburg) endemische Fontane-Maräne steht möglicherweise kurz vor dem Aussterben und es kann nicht mehr von einem stabilen Bestand ausgegangen werden. Noch 2009 wurde die Population als stabil eingestuft und es war keine echte Gefährdung erkennbar. Die diffuse Nährstoffbelastung des Stechlinsees hat aber in den letzten 15 Jahren sehr stark zugenommen (z.B. IGB 2020) und die Maränenbestände haben nach Aussage der Expertinnen und Experten darauf stark reagiert. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Fortpflanzungsschranken zwischen der Fontane-Maräne und der sympatrischen Kleinen Maräne zusammenbrechen werden bzw. dass dies bereits passiert ist. Ohne baldige Sanierung des Einzugsgebiets und Re-Oligotrophierung des Stechlinsees wird die Fontane-Maräne sehr wahrscheinlich nicht überleben.
Das Projekt "Habitatwahl und Ressourcennutzung von Fluss- und Kaulbarsch im reoligotrophierten Bodensee" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Konstanz, Fachbereich Biologie, Sonderforschungsbereich 454 "Bodenseelitoral" durchgeführt. In den Untersuchungen sollen die Auswirkungen der tages- und jahreszeitlichen Habitatwechsel von Fluss- und Kaulbarsch auf die Interaktionen zwischen diesen beiden Arten sowie auf andere trophische Ebenen der litoralen, pelagischen und benthalen Biozoenosen analysiert werden. Dazu werden zwei Themenbereiche bearbeitet: a) Flussbarsche leben nach dem Schluepfen im Pelagial und kehren nach einigen Wochen wieder zum Litoral zurueck. Es soll in einer Orientierungsarena untersucht werden, ob die Tiere dabei gerichtete Wanderungen durchfuehren und an welchen Reizen sie sich orientieren. Waehrend der Vegetationsperiode scheinen Flussbarsche sehr standorttreu zu sein, was durch ultraschalltelemetrische Verfolgung von adulten Einzeltieren im See ueberprueft werden soll. b) der Flussbarschbestand des Bodensees ist in den 90er Jahren zwei grundlegenden Veraenderungen in seinem Lebensraum ausgesetzt, der Oligotrophierung, die zu einer Abnahme des Zooplanktons und einem Rueckgang der strukturbildenden submersen Makrophyten fuehrt, und gleichzeitig einem stark wachsenden Bestand des Kaulbarsches, eines potentiellen Konkurrenten. Diese Fischart trat 1987 erstmals im Bodensee auf und ist heute in vielen Regionen des Sees die haeufigste Fischart im Litoral. Wir wollen untersuchen, wie sich diese Veraenderungen auf Habitat- und Nahrungswahl des Flussbarsches auswirken und wie Fluss- und Kaulbarsch um Raum und Nahrung konkurrieren. Weiterhin sollen die in-situ Praedationsraten beider Arten abgeschaetzt und die verhaltensphysiologischen Grundlagen ihrer Raeubervermeidungsstrategien untersucht werden. Hierzu werden intensive Befischungen im Freiland durchgefuehrt und es sind Experimente in Mesokosmen geplant, in denen die Bedeutung einzelner Faktoren analysiert wird.
Das Projekt "Geochemische Untersuchungen an Sedimenten oligotropher Seen Suedchiles" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Gießen, Institut für Angewandte Geowissenschaften, Abteilung Angewandte Geologie durchgeführt. Die Sedimente, der Wasserkoerper sowie Gesteine des Einzugsgebietes verschiedener Seen im Sueden Chiles werden geochemisch untersucht. Da diese Seen anthropogen voellig unbeeinflusst sind, soll der natuerliche Loesungsinhalt (insbesondere Schwermetall) bestimmt werden. Die Studie dient zur Ermittlung des natuerlichen geochemischen Backgrounds.
Das Projekt "Oekologie temporaerer Gewaesser Sardiniens" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Hohenheim, Fakultät II Biologie, Institut für Zoologie durchgeführt. In Suedsardinien wurden waehrend eines Zeitraums von 5 Monaten abiotische und biotische Daten aus einem 2 ha grossen temporaeren See gesammelt und so das oligotrophe Gewaesser von seinem hoechsten Wasserstand bis zum voelligen Austrocknen beobachtet. Danach wurde der naturbelassene See mit menschlich beeinflusstem temporaeren Gewaessern (Reisfeldern) verglichen und eine raeumliche und zeitliche Kompartimentierung primitiver Krebse (Ano-, Noto-, Couchostraca) festgestellt. Ein anschliessender Aquarienversuch soll Aufschluss ueber potentielle Einmischungen der Krebse geben.
Das Projekt "Limnologische Untersuchung und Modellsimulation eines eutrophen Weihers (Alsdorf, Nordrhein-Westfalen)" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Technische Hochschule Aachen, Fachgruppe Biologie, Lehrstuhl für Biologie V (Ökologie, Ökotoxikologie, Ökochemie) durchgeführt. Im Rahmen der Restaurierung des eutrophen Alsdorfer Weihers soll ein Simulationsmodell entwickelt werden, um die Auswirkungen verschiedener Restaurierungsmassnahmen abschaetzen zu koennen. Dazu wurden seit Maerz 1995 im Alsdorfer Weiher kontinuierlich chemisch-physikalische Parameter sowie Plankton-Daten erhoben. Die Erfassung der Fischdichte sowie des Nahrungsspektrums der Fische soll verstaerkt untersucht werden. Die Erhebung dieser Daten soll in den naechsten Jahren fortgefuehrt werden, um einen umfassenden Datensatz zur Validierung des Simulationsmodells zur Verfuegung zu haben. Bisher liegt fuer den Alsdorfer Weiher ein Computer-Simulationsprogramm zur Darstellung der sommerlichen pelagialen Plankton-Sukzession unter Beruecksichtigung der wichtigsten Zooplankton und Phytoplankton-Gruppen, des Phosphatkreislaufes und der Fische vor. Zukuenftig soll das Modell um den Einfluss des Sediments sowie um eine exaktere Darstellung der Fische erweitert werden. Insbesondere die Uebertragbarkeit des Modells auf andere eutrophe Weiher soll untersucht werden.
Das Projekt "Analyse raumzeitlicher Veränderungen submerser Makrophytenstrukturen, ihrer Interaktionen mit Ökosystemprozessen und -funktionen mittels Integration wissensbasierter, multisensoraler Fernerkundungs- und GIS-Techniken" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Hohenheim, Institut für Landschafts- und Pflanzenökologie, Fachgebiet Landschaftsökologie und Vegetationskunde durchgeführt. Die Litoralvegetation des Bodensees unterlag in den letzten Jahrzehnten infolge von Trophie-schwankungen massiven Veränderungen. Obwohl die resultierenden Änderungen in der Artenzusammensetzung gut dokumentiert sind existieren große Wissenslücken hinsichtlich der Auswirkungen auf abhängige Biozönosen, Ökosystemprozesse und -funktionen. Gleichermaßenfehlen Langzeitstudien zur Überprüfung theoretischer Konzepte in aquatischen Ökosystemen. Ziel des Verbundvorhabens ist daher die räumlich explizite Erfassung und Analyse der Heterogenität der Makrophytenstrukturen. Aus LiDAR- und Hyperspektraldaten extrahierte Makrophyten-3D-Bestände werden mit GIS-Techniken analysiert, räumliche Muster und Veränderungen der strukturellen Heterogenität und Biomasse quantifiziert. Hieraus werden räumlich explizite Modelle funktionaler Aspekte abgeleitet und die langfristige Resilienzdynamik durch Übertragung der Modelle auf GIS-Daten der Kartierungen von 1993, 1978, 1967 analysiert. Die Integration von Langzeitdaten mit modernen Fernerkundungs- und GIS-Techniken bietet somit die einzigartige Möglichkeit, ein fundiertes Verständnis der Auswirkungen der Eutro-phierung und Oligotrophierung auf die räumliche Heterogenität der submersen Makrophytenbestände und das Resilienzvermögen der Litoralzone hinsichtlich schwerer Störungen. Darüber hinaus werden theoretische Konzepte in Litoralökosystemen geprüft, weiterentwickelt und das junge Forschungsgebiet der landschaftsökologischen Limnologie vorangebracht.
Das Projekt "Planktondynamik im oligotrophen Ozean: Verbindungen zwischen dem mikrobiellen Nahrungsgewebe und höheren trophischen Ebenen im ultraoligotrophen Golf von Aqaba" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Salzburg, Institut für Zoologie durchgeführt. Nährstoffarme Bereiche bilden die große Mehrheit des Ozeans, aber das Schicksal der dominierenden kleinen Autotrophen in diesen Bereichen ist wenig erforscht und noch weniger verstanden. Formen kleiner als 5 mym machen die große Mehrheit der Autotrophen in nährstoffarmen Systemen aus, und Protisten sind vermutlich die Haupträuber dieser Fraktion, aber besonders im Meer ist diese Verbindung wenig erforscht. Offene, grundlegende Fragen sind: Wie viel, und mit welcher Effizienz fließt Primärproduktion der kleinen Autotrophen in höhere trophische Ebenen? Sind kleine Ciliaten im Meer genauso wichtige Konsumenten kleiner Autotropher wie im Süßwasser oder sind heterotrophe Nanoflagellaten (HNF) die Haupträuber? Sind Synechococcus und Prochlorococcus, die beiden wichtigsten Vertreter der kleinen Autotrophen, in gleichem Masse frassempfindlich? Wie wichtig ist Nährstoff-Recycling durch Protisten, um Primärproduktion zu erhalten? Das vorgeschlagene Projekt wird im Golf von Aqaba stattfinden, einem oligroptrophen Tiefseesystem nicht weit vom Labor entfernt und deshalb logistisch für experimentelle Arbeit optimal geeignet. Das Projekt ist als Zusammenarbeit mit Prof. Anton Post, Eilat, Israel geplant. Experimente werden in Jahreszeiten durchgeführt, in denen unterschiedliche Autotrophe dominieren. Dabei werden Interaktionen zwischen gesamten trophischen Ebenen innerhalb der Planktongemeinschaft aber auch zwischen Arbeiten berücksichtigt, um allgemeine Vorhersagen für oligotrophe Systeme zu machen.
Das Projekt "Vorhaben: Wechselwirkungen zwischen Fischerei, Biodiversität und Nahrungsnetzen" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei, Institut für Seefischerei durchgeführt. Nachlassende Fischereiintensität und Oligotrophierung durch verminderte Nährstofffrachten der großen Zuflüsse in der südlichen Nordsee können Verschiebungen im Nahrungsnetz durch stärkere top-down Kräfte (von Raubfischen ausgehender Fraßdruck) und geringere bottom-up-Effekte (Primärproduktion) auslösen, die das Potential haben, Ökosystemleistungen und die Nutzbarkeit der biologischen Ressourcen stark zu verändern. Um die Auswirkungen dieser anhaltenden Veränderungen abzuschätzen, analysieren die Projektpartner in 'BioWeb' Langzeitdaten verschiedener taxonomischer Gruppen vom Zooplankton über Benthische Wirbellose und Fische bis zu marinen Säugern in Hinblick auf die taxonomische als auch die funktionalen Biodiversität. Teilprojekt 2 trägt dazu unter anderem die Analysen der Veränderungsprozesse in Fischgemeinschaften auf verschiedenen räumlichen Skalen bei. Weiterhin integriert TP2 die im Verbund erarbeiteten Entwicklungstrends der funktionellen Eigenschaften (Traits) aller genannten Taxa in Form von funktionellen Gruppen in Nahrungsnetzmodelle, um die Parametrisierung der Modelle zu verbessern. Ziel der Modellierung ist ein vertieftes Verständnis der wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen den verschiedenen Organismengruppen und daraus resultierend eine bessere Prognosefähigkeit der Folgen von Verschiebungen im Nahrungsnetz durch reduzierten Fischereidruck und verringerte Nährstoffeinträge. Szenarien zukünftiger Biodiversitätsveränderungen sowie die Konsequenzen für Nahrungsnetze und die Nutzbarkeit biologischer Ressourcen werden mit lokalen und regionalen Interessenvertretern im Nordseeküstenbereich diskutiert. In Fokusgruppen mit den Akteuren aus Fischerei, Aquakultur, Wirtschaft, Tourismus, Politik und Administration werden die möglichen sozialen und ökonomischen Risiken und Konsequenzen verschiedener Szenarien herausgearbeitet und Vorschläge für Anpassungsstrategien entwickelt.
Das Projekt "Teilvorhaben 3: Aquatische Ökosystemfunktionen" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Forschungsverbund Berlin, Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei durchgeführt. Das INNOVATE Projekt bearbeitet wissenschaftliche Fragestellungen zur nachhaltigen Nutzung und Bewirtschaftung des Itaparica Stausees im semi-ariden Nordosten Brasiliens, im Bundesstaat Pernambuco. Durch Energiegewinnung. Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen, Fischzuchtanlagen sowie wechselnde Wasserstände entstehen Belastungen für das Gewässer und Nutzungskonflikte. Maßnahmen zur Verringerung des Nährstoffgehalts des Stausees werden limnologisch und ökonomisch bewertet. Die Bodenerosion, die Eutrophierung und Umlagerungsprozesse führen zur Akkumulation organischer Sedimente und zur Abgabe von Treibhausgasen, deren Ausmaß in dem Projekt detailliert untersucht werden soll. Außerdem wird die Funktion der Sedimente für den Nährstoffhaushalt in Abhängigkeit von den Schichtungsverhältnissen und den Sedimentqualitäten beurteilt. Der Einsatz von See-Sediment und Biokohle für die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft wird getestet und einer ökonomischen Analyse unterzogen. Mit den am Stausee etablierten Aquakultureinrichtungen werden die Möglichkeiten und Chancen des Einsatzes anderer Fischarten evaluiert. Einflüsse auf die aquatische und terrestrische Biodiversität werden untersucht. Die Hydrologie und Änderungen der Landnutzung werden modelliert und Handlungsempfehlungen für ein nachhaltiges Wasser- und Landmanagement auf Basis der Konstellationsanalyse entwickelt. Das Hauptziel des Projekts besteht in der Entwicklung einer innovativen Kopplung von Stoffflüssen, welche auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen (makro, meso und lokal) bewertet werden. Die Untersuchungsregion umfasst das Wassereinzugsgebiet des Sao Francisco Flusses bis zum Itaparica Staudamm. Die Obertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Wassereinzugsgebiete in semi-ariden Gebieten soll herausgearbeitet werden. Vier Arbeitsgruppen des 1GB sind in verschiedenen Subprojekten beteiligt. Schwerpunktthemen sind die Sediment-Wasser Interaktionen sowie die veränderten Emissionen von Treibhausgasen im Reservoir bei Wasserstandsschwankungen, Eutrophierung und unter Klimaveränderungen. Die Belastung des Gewässers durch die vorhandene Aquakultur soll durch den Einsatz nachhaltiger Methoden verringert werden. Das am 1GB entwickelte Eintragsmodell 'Moneris' wird für dieses Gebiet adaptiert.
Das Projekt "Eco-evolutionary responses and feedbacks of a key herbivore to lake oligotrophication" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Konstanz, Limnologisches Institut durchgeführt. The project will use analysis of long-term data, resurrection ecology and modeling to investigate the ecological and evolutionary response of an aquatic key herbivore, Daphnia, to environmental change. In addition, the results obtained will enable to estimate the consequences of the evolutionary response of Daphnia for its population dynamics, persistence and consequently, overall ecosystem dynamics. The project will analyze in detail the response of Daphnia, its food, competitors and predators to oligo-trophication in a model ecosystem, i.e., Lake Constance and additionally variability in Daphnia population dynamics in several of the best studied lakes of the world. Historical field samples from Lake Constance will be re-analyzed to study the phenotypic life history and morphological responses of Daphnia to oligo-trophication. Using resurrection ecology we will analyze the evolutionary response of Daphnia galeata life history parameters to oligo-trophication - with special emphasis on its investment into sexual reproduction/production of resting eggs as well as life history plasticity in response to invertebrate predators and declining food levels. These analyses (in combination with model simulations) will provide key data for understanding the role of Daphnia life cycle strategy (overwintering in the plankton or in resting eggs) for Daphnia persistence in permanent lakes, for the interpretation of Daphnia resting egg banks, and the evolution of the genetic variances and co-variances of life history parameters.
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