API src

Found 1971 results.

Related terms

Abwasserherkunft

In Sachsen-Anhalt haben sich neben traditionellen Branchen wie Bergbau, Chemische Industrie, Maschinenbau und Nahrungsgüterindustrie auch neue Zweige wie Biotechnologie, Solarenergie und nachwachsende Rohstoffe etabliert. Das in diesen Bereichen aus der Produktion oder Verarbeitung anfallende Abwasser kann je nach Branche schwer abbaubare organische Substanzen, Schwermetalle, Gifte oder Salze enthalten. Zur Einleitung derartig belasteten Abwassers in öffentliche Kanalisationen bzw. öffentliche Kläranlagen (Indirekteinleitung) ist häufig eine Vorbehandlung des Abwassers erforderlich, da z.B. Schwermetalle und organisch gebundene Halogene einer biologischen Reinigung in einer kommunalen Kläranlage nicht zugänglich sind. Bei einer direkten Einleitung von Abwasser in ein Gewässer ist neben dieser gezielten Vorbehandlung oft eine biologische Endbehandlung erforderlich. Direkt einleitende Betriebe besitzen somit in der Regel mehrstufige Behandlungsanlagen, indirekt einleitende Betriebe "nur" spezielle Vorbehandlungsanlagen. Vorbehandlungsanlagen nutzen in erster Linie chemisch-physikalische Verfahren wie Fällung (für Schwermetalle), Flockung, Neutralisation (für saure oder alkalische Abwasser), Filtration (für Schwebstoffe), Nassoxidation mit Sauerstoff oder Ozon (für schwer abbaubare organische Stoffe) und Ionenaustausch (für salzhaltige Abwasser), seltener spezielle biologische Verfahren. Endbehandlungsanlagen nutzen in der Regel biologische Verfahren analog der Abwasserreinigungsanlagen für kommunales Abwasser, wobei die Bakterienstämme an das jeweilige Industrieabwasser adaptiert sind. Die Standorte wesentlicher industrieller und gewerblicher Abwassereinleitungen in Gewässer sind auf der Karte (pdf-Datei, 2,1 MB) dargestellt. letzte Aktualisierung: 27.11.2023

Umweltprobenbank Nr. 1051: 2-Hydroxy-N-ethylsuccinimid / 24h-Sammelurin / Münster

Anzahl der Proben: 27 Gemessener Parameter: Oxidierter Metabolit von N-Ethyl-pyrrolidon. Entsteht aus Oxidierung von 5-Hydroxy-N-ethyl-2-pyrrolidon Probenart: 24h-Sammelurin Eine ideale Matrix für das Human-Biomonitoring, weil mit dem Urin Chemikalien und/oder deren Metabolite ausgeschiedenen werden, die zuvor in direktem Kontakt mit dem Organismus standen. Messungen im Urin können somit zuverlässige Aussagen über die interne Belastung des Menschen liefern. Probenahmegebiet: Münster Bedeutende Universitätsstadt sowie Dienstleistungs- und Verwaltungszentrum in Nordrhein-Westfalen.

Umweltprobenbank Nr. 1052: 2-Hydroxy-N-methylsuccinimid / 24h-Sammelurin / Münster

Anzahl der Proben: 27 Gemessener Parameter: Oxidierter Metabolit von N-Methyl-pyrrolidon. Entsteht aus Oxidierung von 5-Hydroxy-N-methyl-2-pyrrolidon Probenart: 24h-Sammelurin Eine ideale Matrix für das Human-Biomonitoring, weil mit dem Urin Chemikalien und/oder deren Metabolite ausgeschiedenen werden, die zuvor in direktem Kontakt mit dem Organismus standen. Messungen im Urin können somit zuverlässige Aussagen über die interne Belastung des Menschen liefern. Probenahmegebiet: Münster Bedeutende Universitätsstadt sowie Dienstleistungs- und Verwaltungszentrum in Nordrhein-Westfalen.

Abwasserdesinfektion

In dem F&E-Projekt "Abwasserdesinfektion" der Berliner Wasserbetriebe und des Umweltbundesamts wurden vier Desinfektionsverfahren für den Ablauf des Klärwerks Ruhleben auf ihre Effektivität getestet. Diese zeigen gegenüber den Indikatorbakterien E. coli und intestinale Enterokokken eine gute Desinfektionswirkung. Für die Elimination der besonders desinfektionsmittelresistenten Parasitendauerstadien erwies sich nur die Behandlung mit der Kombination Mikrosieb plus UV-Bestrahlung als durchgehend effektiv. Teilweise wurde auch mit Ozon eine Reduktion durch die Behandlung erreicht. Die chemische Desinfektion mit Perameisensäure konnte weder für die Viren noch für die Parasitendauerstadien eine ausreichende Reduktion bewirken. Die drei anderen Verfahren zeigten sich hinsichtlich der Elimination von Phagen/Viren prinzipiell geeignet, wobei mit der Ozonung tendenziell die beste Reduktion erreicht wurde. Allerdings muss durch weitere Versuche eine Optimierung erfolgen, da sich die Ergebnisse bei den Behandlungen an den einzelnen Versuchstagen teilweise stark unterschieden. Aufgrund der wenigen untersuchten Proben für humanpathogene Viren sind diese Ergebnisse nur für eine erste Orientierung geeignet. Quelle: http://www.dwa.de

Umweltprobenbank Probenparameter Nr. K102: 2-Hydroxy-N-methylsuccinimid

2-Hydroxy-N-methylsuccinimid HMSI Erläuterung: Oxidierter Metabolit von N-Methyl-pyrrolidon. Entsteht aus Oxidierung von 5-Hydroxy-N-methyl-2-pyrrolidon

Umweltprobenbank Probenparameter Nr. K202: 2-Hydroxy-N-ethylsuccinimid

2-Hydroxy-N-ethylsuccinimid HESI Erläuterung: Oxidierter Metabolit von N-Ethyl-pyrrolidon. Entsteht aus Oxidierung von 5-Hydroxy-N-ethyl-2-pyrrolidon

Das LIFE+-Projekt „Hannoversche Moorgeest“ – Ein Gewinn für Natur- und Klimaschutz

von Susanne Brosch Bereits 2012 hat die EU-Kommission das LIFE+-Natur-Projekt „Hannoversche Moorgeest“ bewilligt, damit vier Hochmoore in der Region Hannover wiedervernässt werden können. 58 % der Gesamtkosten von 14,8 Millionen Euro trägt die EU, 35 % das Land Niedersachsen und 7 % die Projektpartnerin Region Hannover. Das Projektmanagement liegt im Geschäftsbereich regionaler Naturschutz der Betriebsstelle Hannover-Hildesheim. Bei der Umsetzung des komplexen Projektes arbeiten die Geschäftsbereiche Naturschutz und Wasserwirtschaft des NLWKN Hand in Hand. Bereits 2012 hat die EU-Kommission das LIFE+-Natur-Projekt „Hannoversche Moorgeest“ bewilligt, damit vier Hochmoore in der Region Hannover wiedervernässt werden können. 58 % der Gesamtkosten von 14,8 Millionen Euro trägt die EU, 35 % das Land Niedersachsen und 7 % die Projektpartnerin Region Hannover. Das Projektmanagement liegt im Geschäftsbereich regionaler Naturschutz der Betriebsstelle Hannover-Hildesheim. Bei der Umsetzung des komplexen Projektes arbeiten die Geschäftsbereiche Naturschutz und Wasserwirtschaft des NLWKN Hand in Hand. Das Projektgebiet – das sind das Bissendorfer, Otternhagener, Helstorfer und das Schwarze Moor – umfasst 2.243 Hektar. Das Quartett gehört, trotz Entwässerung, zu den Top-Hochmooren in Niedersachsen, da das typische Arteninventar noch weitgehend vorhanden ist. 126 Biotoptypen und über 1.400 Tier- und Pflanzenarten wurden in den Naturschutz- und FFH-Gebieten erfasst. Die Moore wurden nur teilweise im bäuerlichen Handtorfstichverfahren abgetorft und so sind im Bereich der „Heilen-Haut-Flächen“ im Bissendorfer Moor noch Torfauflagen bis zu 7 Meter vorhanden. Flächenbeschaffung Flächenbeschaffung Seit Ende 2012 läuft begleitend das Flurbereinigungsverfahren „Hannoversche Moorgeest“ mit etwa 900 Grundeigentümern und über 2.200 Flurstücken. Aktuell sind bereits 87 % der Flächen in der Verfügbarkeit des NLWKN bzw. der öffentlichen Hand. Die noch ausstehenden Verhandlungen sollen in diesem Jahr abgeschlossen werden. Argusbläuling im Otterhagener Moor Ziele und Maßnahmen Ziele und Maßnahmen Ab 2023 soll sich der stark gestörte Wasserhaushalt sukzessive wieder regenerieren. Ziel ist es, möglichst ganzjährig hohe Wasserstände zu erreichen und den Abfluss des Regenwassers zu minimieren. Ein eigens erstelltes hydrologisches Gutachten hat prognostiziert, dass die Wasserstände um bis zu 30 cm angehoben werden können. Zur Wiedervernässung sollen in vier separaten Bauabschnitten zirka 30 km Entwässerungsgräben zurückgebaut und über 50 km Dammbauten (Ringwälle) aus vorhandenem Torf errichtet werden. Dies ist die wichtigste Voraussetzung für den Erhalt und die Ausbreitung hochmoortypischer Tier- und Pflanzenarten. Dazu gehören beispielsweise 23 erfasste Torfmoosarten sowie Arten wie die Große Moosjungfer (Art des Anhangs II der FFH-Richtlinie), die Sumpfohreule, der Kranich, der Moorfrosch, der Sonnentau, die Rosmarinheide oder das Scheidige Wollgras. Schwerpunkt der derzeitigen Arbeit des NLWKN ist die Fertigstellung der Ausführungsplanung und der Ausschreibungs- und Vergabeunterlagen für die umfangreichen anstehenden wasser- und erdbaulichen Maßnahmen in den vier Mooren. Im Herbst 2021 sollen die ersten Bagger im Schwarzen Moor rollen. Klimarelevanz von Mooren im Abhängigkeit von den Wasserständen im Torfkörper (nach DRÖSLER et al. 2008*, verändert) Klimarelevanz der Maßnahmen Klimarelevanz der Maßnahmen Das Optimum der CO2-Bindung wird erreicht, wenn der Wasserstand im Torfkörper zwischen 0 und -10 cm liegt. Hier liegt auch das Optimum für das Torfmooswachstum in Hochmooren – eine ‚Win-win-Situation‘. Überstaute Flächen sind zwar naturschutzfachlich ebenso wünschenswert, tragen jedoch in hohem Maße zur Freisetzung von klimaschädlichen Methangasen bei. Bei dauerhaften Wasserständen von mehr als 20 cm unterhalb der Oberfläche beginnt die Oxidierung der Torfschicht bei steigender CO2-Freisetzung, unterhalb 40 cm wird das Torfmooswachstum nachhaltig geschädigt. Um die Klimarelevanz von Mooren zu berechnen, ist das Monitoring der Wasserstände daher von entscheidender Bedeutung. Im Projektgebiet und den angrenzenden Flächen werden die Wasserstände seit 2007 an über 120 Messstellen kontinuierlich erfasst. Somit konnte bereits vor Projektbeginn ein genaues Bild der Flurabstandsklassen im Projektgebiet gewonnen werden. Die Messungen werden fortgeführt und dienen auch der Erfolgskontrolle nach der Projektumsetzung. Flurabstandsklassen im Projektgebiet und ihre Bewertung nach Natur- und Klimaschutzzielen Auf der Grundlage der ermittelten Flurabstandsklassen, des digitalen Geländemodells (Relief), der vorhandenen Biotoptypen und der prognostizierten Veränderungen der Wasserstände und Vegetation erfolgte 2010 eine Berechnung der voraussichtlichen Klimarelevanz der geplanten Maßnahmen durch Prof. Dr. Höper (Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie). Für den Zustand vor der Maßnahmenumsetzung wurde eine Emission von 20.774 t CO2-Äquivalenten/Jahr errechnet. Durch die Umsetzung der Wiedervernässungsmaßnahmen können voraussichtlich 2.700 t CO2-Äquivalenten/Jahr (das entspricht 13%) eingespart werden. Dies ist zwar ein relevanter Beitrag zum Klimaschutz, der Emissionsminderung werden jedoch durch die hohe Reliefenergie im Projektgebiet (Höhenunterschiede bis zu 7 m, Wechsel von Torfstichen und Torfdämmen) und die hohen Schwankungsbreiten der Grundwasserstände auch Grenzen gesetzt. Eine signifikante Emissionsminderung kann nur bei Wasserständen zwischen 0 und 50 cm unter Flur erreicht werden. Diese machen lediglich 35% des Projektgebietes aus. Größere klimarelevante Erfolge können daher insbesondere bei industriell abgetorften Hochmooren erreicht werden, welche in der Regel eine homogene nivellierte Oberflächenstruktur aufweisen.

12 Abfall/Abwasser >> Behandlung von Abfällen

Der Projekttyp umfasst Anlagen zur mechanischen, biologischen, chemischen oder physikalischen Behandlung von Abfällen. Die Abfall-Vorbehandlung erfolgt lt. Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz mit dem Ziel, die Volumen, Schadstoff- und Organikgehalte des zu deponierenden Abfalls zu reduzieren, Abfall biologisch zu inaktivieren (keine Deponiegasbildung mehr), zu inertisieren und der stofflichen oder der thermischen Verwertung zuzuführen. Der Projekttyp wird im Folgenden mit Abfallbehandlungsanlagen bezeichnet. Zu behandelnde Abfallarten sind z. B. Abfälle des DSD Deutschland, Siedlungsabfälle, produktionsspezifische Abfälle aus Industrie und Gewerbe, Schredderfraktionen von Autoschrott, Klinikabfälle, Baggergut, Bau- und Abbruchabfälle, Altholz, Hausmüllverbrennungsasche, Ofenschlacke, Straßenkehricht, Schlacken, Asbestrückstände, Filterrückstände, Klärschlamm, Abwässer, Altöle, Säuren, Laugen, Lösungsmittel, Rauchgas, gefährliche Abfälle u. a. Als mechanische und physikalische Verfahren sind z. B. Sichtung, (Grob-)Sortierung, Magnetabtrennung zur Metallrückgewinnung, Trocknung, Zerkleinerung, Siebung, Filterung, Homogenisierung, Trockenstabilisierung, Pressung und Pelletierung üblich. In biologischen Verfahren werden die organischen Abfallbestandteile vorrangig zum Zweck der (Ersatz-)Brennstoff- (z. B. Gas) oder Kompostgewinnung bearbeitet. Hierzu zählen aerobe Kompostierung, Vererdung, saure und anaerobe Vergärung z. T. in gekapselten Systemen, aerobe Rotte (auch Kompostierung, Vererdung), Fermentation, Pasteurisierung u. a. Die chemischen Verfahren dienen der Reinigung (von Abgas, Luft, auch Wasser) und (Rück-)Gewinnung von Wertstoffen. Sie beinhalten solche Verfahren wie Waschverfahren, Neutralisation, Ausfällung (z. B. von Metallen), Aufbereitung mit Lösemitteln, Einsatz von Katalysatoren, (Nass-)Oxidation, Reduktion, Destillation, Filtrierung, Sedimentation und Ionenaustausch. Thermische Behandlungsverfahren sind schwerpunktmäßig im Projekttyp Abfallverwertung oder -beseitigung inbegriffen. Zu den möglichen anlagebedingten Vorhabensbestandteilen zählen bei einer Abfallbehandlungsanlage: - die Anlieferung, Schleusen, LKW-Waage, (Zwischen-)Lagerung des Abfalls und der Zusatzstoffe in Behältern (z. B. Behältern, Bunkern, Tanks), Beschickungs-, Förder- und Verteilsysteme, Belüftung; - die Vorbehandlung der Abfälle z. B. Sortierung, Sortierbagger, Sieb- und Mischanlagen, Zerkleinerungsmaschinen, Abscheider für Schwer- und Leichtstoffe und für Eisen- und Nichteisenmetalle, Vorwärmung, Trocknung; - Reaktoren / Fermentoren (Gärspeicher); Intensiv- und Nachrottesysteme (z. B. Mieten); - diverse Filteranlagen; - Konfektionierung, Hallen für Vermarktung u. a.; - ggf. Brenner, Kessel und Anlagen zur Nutzung anfallender Energie; - Lagerung und Behandlung der anfallenden Rückstände, z. B. Gaswäscher, Entwässerung, Abwasserbehandlung und -ableitung, Regen- und Schmutzwasserspeicher; - die Systeme zur Steuerung und Überwachung, Labors, Werkstätten, Garagen, Lager, Wirtschafts-, Versorgungs-, Verwaltungsgebäude, Energie- und Wasserversorgung, Rückhaltebecken für Feuerlöschwasser etc.; - die Zufahrtsstraße, der Betriebshof, Stellflächen u. a. Betriebsflächen von Abfallbehandlungsanlagen müssen in allen Bereichen mit geschlossenem Betonboden versiegelt werden. Die Ablagerung vorbehandelter Abfälle bzw. niederkalorischer Fraktionen erfolgt auf Deponien der Deponieklasse II und ist in § 4 der Abfallablagerungsverordnung geregelt.

12 Abfall/Abwasser >> Abwasserbehandlung / Abwassereinleitung

Der Projekttyp beinhaltet kommunale Kläranlagen zur Reinigung des häuslichen und kommunalen Schmutzwassers und gewerbliche und industrielle Abwasserbehandlungsanlagen vor der Einleitung in die Vorfluter. Bei Mischeinleitung wird auch mit der Kanalisation abgeleitetes Niederschlagswasser behandelt. Die einzuhaltenden Rest-Stoffgehalte sind in der Abwasserverordnung festgelegt. Die Abwasserreinigung erfolgt mehrphasig und kann aus mehreren hintereinander geschalteten Stufen aufgebaut sein. Entsprechend den Verfahrensprozessen sind die Anlagebestandteile zugeordnet. 1. Mechanische Reinigung: - Grobreinigung; Abscheidung von Sand und Faserstoffen (Sandfang, Rechen, Siebe); - Fettabscheidung mittels Flotation und Abschöpfen; - Vorklärbecken (Absetzbecken). 2. Biologische Reinigung: - natürliche Verfahren: Absetzmulden, -erdbecken, Rieselverfahren, Bodenfiltration, Oxidationsteiche, -gräben, Abwasserteiche, Verregnung, Pflanzenanlagen; - künstliche Verfahren: Belebtschlammverfahren in -becken- oder Bioreaktoren, Tropfkörperverfahren, ggf. hintereinandergeschaltet (anaerober und aerober Abbau der biologisch abbaubaren - Stoffe durch Mikroorganismen, aerobe Verfahren ggf. mit Belüftungsanlagen); - mehrstufige kombinierte künstliche und/oder natürliche Verfahren; - chemische Reinigung mit Hilfe von Fäll- u. Flockmitteln; - Nachklärbecken (Absetzbecken für Belebtschlammflocken, Schlammrückführung), Filtration, Auslauf; - Schönungsteiche; 3. Weitergehende Reinigung, insbesondere in Industriekläranlagen zum Abbau nicht biologisch abbaubarer Stoffe: - physikalische Filtration; - chemische Fällung und Flockung, Neutralisation (für Säuren und Laugen), Filtration (für Schwebstoffe); - biologische oder chemische Nährstoffeliminierung; - Nassoxidation für schwer abbaubare organische Stoffe; - Ionenaustausch und Umkehrosmose zum Stickstoffabbau und zur Entsalzung; - thermische Verfahren (Strippen, Verdunsten, Verdampfen, Verbrennen, Kristallisation, Extrahieren); - Rückgewinnung von Nutzstoffen (Phosphat, Metalle, z. B. elektrochemische Verfahren für Metalle, Mikrosiebe); - Desinfektion (UV, Ozon, Chlor); 4. Schlamm- und Gasbehandlung: - Faulung in Faultürmen, aerobe oder anaerobe Schlammstabilisierung (durch Mineralisation organischer in anorganische Bestandteile); - Schlammentwässerung (Eindickung, Konditionierung, Schlammsilos, Schlammplätze, -zwischenlager, maschinelle Entwässerung (Zentrifugen, Dekanter, Separatoren, Vakuumfilter, Filterpressen), chemische Entwässerung, thermische Entwässerung, Trocknung, Kompostierung, Ausbringung, Veraschung u. a.; - Gasbehälter, Verwendung anfallender Faulgase aus der aeroben Schlammstabilisierung zur Wärmegewinnung oder Stromerzeugung, ggf. auch von Abwärme aus Schlammverbrennungsanlagen; - Blockheizkraftwerke. Zu den Anlagebestandteilen gehören des Weiteren - vorgeschaltete Bestandteile des Kanalisationssystems, ggf. mit Regenrückhaltebecken und Notüberlaufbecken (bei Reinigung); - ein befestigtes Betriebsgelände, Straßen, Maschinenhäuser, Gebläsestationen, Labor, Garagen, Betriebsgebäude mit Aufenthaltsräumen, Werkstätten, (Heizöl-)Lager und gärtnerisch gestaltete Grünflächen. Zu den möglichen baubedingten Vorhabensbestandteilen zählen u. a. Zufahrten, Baustraßen, Baustelle bzw. Baufeld, Materiallagerplätze, Maschinenabstellplätze, Erdentnahmestellen, Bodendeponien, Baumaschinen und Baubetrieb, Baustellenverkehr und Baustellenbeleuchtung.

WIR! - rECOmine - Waelue

Das Projekt "WIR! - rECOmine - Waelue" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Helmholtz-Zentrum Dresden-Roßendorf e.V., Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie durchgeführt. Im Projekt Waelue soll das Wertstoffpotential aus Wälzschlacken vollumfänglich genutzt werden. Wälzschlacke ist ein Produkt, welches beim Recycling von verzinktem Stahlschrott anfällt, insbesondere aus der Automobilindustrie. Während des Recyclings fallen schwermetallhaltige Flugstäube (Zn und Fe, aber auch Pb) an, die mithilfe des Wälzverfahrens umgearbeitet werden. Hierbei können ca. 90 % des enthaltenen Zinks zurückgewonnen werden. Eisen und weitere Nebenbestandteile werden in die Wälzschlacke überführt. Pro Tonne Flugstaubs werden im Wälzprozess ca. 650 kg Wälzschlacke erzeugt (ca. 2 Mio. t/Jahr weltweit). Eine weitere Nutzung der sehr eisenreichen Wälzschlacke ist aufgrund der verbleibenden Gehalte von Zn und Pb problematisch. Aus diesem Grund wird die Wälzschlacke aktuell deponiert und das hohe Wertstoffpotential bleibt ungenutzt, obwohl der Eisengehalt den von hochwertigen Eisenerzen übersteigt. Im Rahmen des Projekts Waelue ist das HIF für das metallurgische Recycling der Wälzschlacke durch Schmelzreduktion in einem Hochtemperaturofen zuständig. Als Reaktionsprodukte entstehen hierbei Roheisen, eine Sekundärschlacke (Waelue-Schlacke) sowie ein zinkreicher Flugstaub (Waelue-Flugstaub). Um die vorhandenen Begleitelemente, insbesondere Zink, aus der Wälzschlacke entfernen zu können, werden die Versuche zur Schmelzreduktion bei erhöhten Temperaturen von ca. 1550 Grad C durchgeführt. Erst bei diesen Temperaturen ist es möglich, Zink nach Reduktion durch Verdampfen in die Gasphase zu überführen (Fuming). Waelue verfolgt eine Zero-Waste-Strategie. Der SR-Prozess soll so optimiert werden, dass die resultierende Waelue-Schlacke als Ausgangsprodukt für die Baustoffindustrie verwendet werden kann. Zusätzlich wird Roheisen aus der Wälzschlacke gewonnen, welches dann in der Stahlindustrie eingesetzt werden kann. Das bei der Verdampfung und Oxidation entstehende Zinkoxid wird eigenständig verwertet oder kann in den Zink-Gewinnungsprozess der Wälzanlage zurückgeführt werden.

1 2 3 4 5196 197 198