Die Hauptaufgaben der Forschung auf dem Gebiet des Waldbaus bestehen in der wissenschaftlichen Begleitung - des Umbaus von Nadelholzreinbeständen in naturnahe Mischwälder - der Pflege von Waldbeständen und - des Prozessschutzes bzw. der Prozessanalyse in Naturwaldzellen. Für diese Aufgaben wurde in Sachsen ein standorts- und waldstrukturrepräsentative Versuchsflächennetz angelegt. Dieses dient u.a. zur - ressourcenorientierten komplexen Analyse von Waldentwicklung (Bodenvegetation, Waldstruktur, Baumarten, Mischungen etc.) und Umweltdynamik (Mikroklima , Wasser) sowie der Ableitung von entsprechenden Wirkmechanismen bspw. über die - Erarbeitung, Weiterentwicklung und Nutzung von Prognosesystemen zur pflanzenprozess- und waldstrukturabhängigen Abschätzung von Wasserhaushalts- u. Wachstumsdynamiken. - Durchführung verschiedener ökophysiologischer Detailuntersuchungen (bspw. Assimilation, Transpiration, Biomassen, Reservestoffe wichtiger Baumarten/ Pflanzenarten) - waldstrukturorientierten Monitoring der Umweltdynamiken (Meteorologie, Strahlung, Wasserhaushalt etc.) und Umweltauswirkungen (Waldschadenserhebung). Die erforderliche Strukturierung, effektive Verfügbarkeit und Auswertung des erhobenen komplexen Datenpools wird über die Pflege und Weiterentwicklung des FIS Waldökologie, Waldverjüngung, Waldpflege erreicht. Im Rahmen des Waldbaus werden diese Forschungsergebnisse in die forstwirtschaftliche Praxis der Forstämter überführt. Dazu gehören u.a. folgende Teilaufgaben: - Erarbeitung von standorts- und waldstrukturabhängigen praxisorientierten waldbaulichen Bewirtschaftungsempfehlungen zum Waldumbau und zur Waldpflege - Untersuchung von waldbaulichen Rationalisierungsmöglichkeiten (Naturverjüngungen, Pflegeextensivierungen, Einbeziehung von Sukzessionsprozessen) - Zusammenfassung und Überführung der wissenschaftlichen Ergebnisse in Form von Merkblättern, Entwürfen zu Verfügungen und Erlassen für die forstliche Praxis - Durchführung und Weiterentwicklung des waldbaulichen Qualitätsmanagements der Forstbetriebe - Erarbeitung des jährlichen Waldzustandsberichts für Sachsen.
Das Agrarmeteorologisches Messnetz wurde im Rahmen des Programms "Umweltgerechte Landwirtschaft" aufgebaut und umfasste landesweit bis 2006 insgesamt 42 Messtationen (ab 2007 Reduzierung auf 34 Stationen). Das Messnetz dient in erster Linie als Grundlage für computergestützte Entscheidungshilfen und Prognoseverfahren bzw. -modelle im Feldbau (Halmbruch, Getreideblattläuse, Krautfäule, Kartoffelkäfer) sowie im Gartenbau (Apfelschorf, Tierische Schaderreger, Feuerbrand, Gemüsefliegen, Weinkrankheiten). Die Ergebnisse der Prognoserechnungen werden für regionale Warndienstempfehlungen in den Informationsmedien (Internet etc.) bereitgestellt. Weitere Anwendungsgebiete sind: - Auswertung und Interpretation von Feldversuchen, - Beurteilung phänologischer Situationen, - Bewertung des Schaderregerauftretens, - Beurteilung witterungsbedingter Schäden, - Angaben zur klimatischen Wasserbilanz, - Bestimmung von acker- und pflanzenbaulichen Terminen.
[Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] BERICHT Hochwasser im Mai 2024 (Pfingsthochwasser) Impressum Herausgeber Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz Kaiser-Friedrich-Straße 7 • 55116 Mainz Telefon: 06131/6033-0 www.lfu.rlp.de Bearbeitung: Norbert Demuth, Nicole Gerlach, Yvonne Henrichs, Tobias Heppelmann, Dr. Margret Johst Layout:Stabsstelle Planung und Information Titelbild:Hochwasser am Schwarzbach in Thaleischweiler (© SGD Süd Regionalstelle Kaiserlautern) Stand: Januar 2025 © Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz 2025 Nachdruck und Wiedergabe nur mit Genehmigung des Herausgebers INHALTSVERZEICHNIS ZUSAMMENFASSUNG4 1WETTERGESCHEHEN6 1.1Feuchteverhältnisse im Mai 20246 1.2Niederschlag an Pfingsten im Mai 20248 1.3Starkregen an Pfingsten im Mai 202411 2HOCHWASSERVERLAUF16 2.1Schwarzbach-Einzugsgebiet16 2.2Ruwer- und Leuk-Einzugsgebiete17 2.3Saar und Mosel18 2.4Höchststände und Jährlichkeiten19 2.5Pegelaufzeichnungen und Ausfälle22 2.6Schäden an den Pegeln24 3HOCHWASSERVORHERSAGEN26 3.1Vorhersagen für Schwarzbach und Hornbach27 3.2Vorhersagen für die Ruwer30 3.3Vorhersagen für die Saar und die Mosel32 4HOCHWASSERMELDUNGEN36 4.1Einsatzzeiten und Einsatzumfang36 4.2Hochwassermeldungen37 LITERATUR Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz 42 3 ZUSAMMENFASSUNG Mitte Mai 2024 entwickelte sich das Tiefdruckgebiet „Katinka“, das von Donnerstag, 16.05. bis Samstag, 18.05.2024 von Baden-Württemberg über Rheinland-Pfalz und das Saarland Richtung Nordrhein-Westfalen zog. Ab der Nacht auf den 17.05.2024 trat im südwestlichen Rheinland-Pfalz (Südpfalz bis Trier) sowie vor allem im Saar-Einzugsgebiet ergiebiger bis teils extrem ergiebiger Dauerregen mit Mengen von 60 bis über 100 mm in 30 Stunden auf. Einige Messstationen registrierten Niederschlagsmengen von mehr als 100 mm in 24 Stun- den, die damit deutlich über dem langjährigen mittleren Monatsniederschlag für den Mai und im Bereich 100-jährlicher Niederschlagsereignisse lagen. Auf den Dauerregen vom 17.05.2024 folgten am 19.05.2024 (Pfingstsonntag) gewitterartige, lokal eng begrenzt extrem heftige Starkregen, die insbesondere im Bereich Kirn zu lokalen Überflutungen führten. Der ergiebige Dauerregen auf teilweise bereits feuchte Böden führte ab dem Morgen des 17.05.2024 zu schnell ansteigenden Wasserständen an den Flüssen in der Südpfalz (u. a. Wieslauter), in der Südwestpfalz (Schwarzbach-Einzugsgebiet), im oberen Glan-Einzugs- gebiet, im Saar-Einzugsgebiet sowie in den kleinen Moselzuflüssen im Bereich Trier (u. a. Ruwer und Leuk). Die Hochwasser-Höchststände wurden zwischen dem Nachmittag des 17.05. und dem Morgen des 18.05.2024 erreicht. Lediglich am Schwarzbach-Pegel Contwig wurde der Höchststand aufgrund bisher noch nicht genauer bekannter Retentions- effekte erst am Abend des 18.05.2024 erreicht. Die größten Hochwasser traten im Schwarzbach-Einzugsgebiet auf. Hier wurden an vier Pegeln (Steinalben / Queidersbach, Würschhauser Mühle 2 / Wallhalbe, Oberauerbach / Auerbach und Contwig / Schwarz- bach) Höchststände im Bereich 100-jährlicher Hochwasser registriert (Statistik mit Berück- sichtigung des Pfingsthochwassers). An acht der insgesamt zehn Pegel im Schwarzbach- Einzugsgebiet wurden die höchsten Wasserstände seit Beginn der Messung erfasst. Auch an den kleinen Moselzuflüssen bei Trier (u. a. Ruwer) sowie an der Saar traten sehr hohe Hochwasser mit statistischen Wiederkehrzeiten zwischen 30 und 70 Jahren auf. Während des Hochwassers wurde kein Pegel zerstört, im Ruwer-Einzugsgebiet wurden jedoch zwei Pegel beschädigt. Zudem waren einzelne Pegelsonden z. B. durch eine hohe Sandfracht nicht voll funktionsfähig und am Hornbach-Pegel Althornbach war im Bereich der Höchst- stände die Datenübertragung wegen einer Stromabschaltung unterbrochen. Da der Schwerpunkt des Dauerregens am 17.05.2024 mittig über dem Saar-Einzugsgebiet lag, stiegen die Wasserstände an der Saar und infolgedessen auch an der Mosel sehr stark an, an den Meldepegeln Fremersdorf (Saar) und Trier (Mosel) um rund vier Meter in 12 Stunden. In Fremersdorf wurde am Vormittag des 18.05.2024 ein Höchststand von 770 cm, etwas über dem Wert eines 50-jährlichen Hochwassers, erreicht. Am Pegel Trier lag der Höchststand mit 960 cm am Nachmittag des 18.05.2024 etwas unterhalb eines 10-jährlichen Hochwassers. Die Niederschlagsvorhersagen waren für das Schwarzbachgebiet ab dem Morgen des 16.05.2024 relativ verlässlich, sodass hier bereits früh auf ein drohendes Hochwasser hin- gewiesen werden konnte. Allerdings lag das vorhergesagte Niederschlagszentrum in zahl- reichen Wettervorhersagen bis zum Abend des 16.05.2024 zu weit östlich, sodass die 4 Hochwasser im Mai 2024 (Pfingsthochwasser) Hochwasservorhersagen für das Glan- und Nahegebiet zunächst zu hoch und für das Saar-Einzugsgebiet und auch die kleinen Moselzuflüsse im Bereich Trier deutlich zu niedrig waren. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Unsicherheit der Hochwasservorhersage auch durch die Unsicherheiten der Wasserstands-Abfluss-Beziehungen, die Nieder- schlags- und Wasserstandsmessungen sowie verschiedene Unsicherheitsfaktoren im Wasserhaushaltsmodell (z. B. Retentionseffekte bei Ausuferung) begründet sind. Für den Schwarzbach-Pegel Contwig war der Anstieg bis in einen Bereich eines 100-jährli- chen Hochwassers in der veröffentlichten Spannweite der Hochwasservorhersagen enthal- ten gewesen. Allerdings war die lange Stagnation des Wasserstandes am 18.05.2024 nicht modellierbar und damit der nochmalige Wasserstandsanstieg um gut einen halben Meter dann nicht mehr vorhersagbar. Für die Saar und die Mosel waren die vorhergesagten Höchststände am 16.05. und 17.05.2024 zunächst deutlich zu niedrig, was hauptsächlich durch zu niedrige Niederschlagsvorhersagen begründet war. Erst am Morgen des 18.05.2024 war für den Pegel Trier etwa 10 Stunden vor dem gemessenen Höchststand von 960 cm eine bis auf 10 cm genaue Höchststandvorhersage möglich. In der Zeit vom 16.05. bis 22.05.2024 war die Hochwasservorhersagezentrale des Landes- amtes für Umwelt in Mainz rund um die Uhr in Dienstbereitschaft und neben dem Vorher- sage- und Meldedienst in regelmäßigem Austausch mit dem Deutschen Wetterdienst sowie dem Katastrophenschutz des Landes. Insgesamt wurden 13 Hochwasserberichte für die Flüsse Nahe, Glan, Mosel, Saar und Rhein erstellt und verbreitet. Zudem wurden über die Warnkarte und über Warn-Apps für insgesamt 23 Warngebiete 43 regionsbezogene Hoch- wasserwarnungen ausgelöst, bei denen es sich ab dem 16.05.2024 zunächst um Vorwar- nungen für nahezu alle Warngebiete zwischen der Pfalz und dem Westhunsrück und später um konkrete Hochwasserwarnungen einer bestimmten Gefährdungsstufe handelte. Für die Gebiete von Wieslauter, Schwarzbach, Ruwer und Leuk sowie für die Saar wurden ab dem 17.05.2024 rote bzw. violette Warnungen (hohe bis extrem hohe Hochwasserge- fährdung) ausgelöst. Zudem wurden aus den Vorhersagesystemen insgesamt 89 pegelbe- zogene Vorabinformationen aufgrund vorhergesagter, mindestens 10-jährlicher Hochwas- ser über die Hochwassermeldekette versendet. Alle Melde- und Informationswege haben störungs- und fehlerfrei funktioniert. Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz 5
Qualität von Badegewässern In deutschen Badegewässern lässt es sich gut baden. Seit dem Jahr 2001 stuft die Europäische Union die Qualität von mehr als 90 % dieser Gewässer durchgehend als gut oder sehr gut ein. Im Jahr 2023 erreichten 90,3 % aller Badegewässer eine ausgezeichnete und weitere 5,9 % eine gute Qualität. Lediglich etwa 0,3 % aller Badegewässer wurden als mangelhaft eingestuft. Qualität der Badegewässer von 1992 bis 2023 Im Jahr 2023 wurden 2.291 Badegewässer in Deutschland nach der EG-Badegewässerrichtlinie 2006/7/EG überwacht. Von diesen lagen 362 an der Nord- und Ostseeküste, 37 an Flüssen und 1.892 an Seen. Die hygienischen Ergebnisse dieser Badegewässer wurden der Europäischen Union (EU) gemeldet, die für jedes Badegewässer aus den aktuellen und den Daten der vorangegangenen drei Jahre bzw. auf Grundlage von mindestens 16 Proben eine Qualitätseinstufung vornahm. Die Ergebnisse der Qualitätsbewertung zeigen, dass die Qualität der deutschen Badegewässer insgesamt sehr gut ist (siehe Abb. „Badegewässerqualität an den Küsten Deutschlands“ und Abb. „Badegewässerqualität an den Binnengewässern Deutschlands“). Im Jahr 2023 erfüllten rund 98 % der beurteilten Badegewässer die Qualitätsanforderungen der EU. 90,3 % der Badegewässer erreichten sogar eine ausgezeichnete und weitere 5,9 % eine gute Qualität. Mangelhaft war in der Saison 2023 die hygienische Qualität von nur sieben Badegewässern (rund 0,3 % aller Badegewässer). In 155 Fällen wurden Badegewässer temporär für die Badenden geschlossen, 94 Mal davon aufgrund von Cyanobakterien („Blaualgen“). Andere wasserhygienische Mängel wurden insgesamt 37 Mal als Grund angegeben, meist hatten Sturm- und Regenereignisse belastetes Schmutzwasser in die betroffenen Badegewässer gespült. Vorhersagesysteme an Badegewässern haben 24 Mal eine wahrscheinliche hygienische Verschmutzung gemeldeten, was ebenfalls zu einem Badeverbot oder zum Abraten vom Baden führte. In 22 Fällen wurden Badegewässer aus anderen Gründen, wie die Verkehrssicherungspflicht oder Reinigungsarbeiten, temporär geschlossen oder waren für Probenahmen und somit einen Badebetrieb erst gar nicht zugänglich. Aufgrund von (noch) nicht ausreichender Probenanzahl für eine Klassifizierung wurden 42 Badegewässer in der Saison 2023 nicht bewertet. Rückblickend verbesserte sich die Qualität der Badegewässer zwischen 1992 und 2001 stark. Seit 2001 ist die Qualität der Badegewässer insgesamt auf einem konstant hohen Niveau. Im Durchschnitt erfüllten in den letzten vier Jahren 97,3 % der Badegewässer an Seen und Flüssen die mikrobiologischen Anforderungen der EU Richtlinie, in 91,1 % wurde sogar eine ausgezeichnete Wasserqualität ausgewiesen. Bei Küstenbadegewässern waren es 97,7 % beziehungsweise 85,5 %. Informationen zur aktuellen Badegewässerqualität in den einzelnen Bundesländern erhalten Sie über die Deutschlandkarte auf der UBA -Themenseite "Wasserqualität in Badegewässern" . Erkrankungsrisiko beim Baden Baden kann mit Risiken für die Gesundheit verbunden sein. Badegewässer an der Küste, an Seen und Flüssen sind nicht nur zum Baden da. Wie alle Gewässer sind auch Badegewässer vielfältigen Einflüssen und Nutzungen und damit auch Verschmutzungsrisiken ausgesetzt. Wegen des Vorkommens bestimmter Krankheitserreger sind beim Baden in freien Gewässern Erkrankungen, die beispielsweise mit Fieber, Durchfall und Erbrechen einhergehen, nicht auszuschließen. Eine solche Gefahr entsteht meist nach Starkregen durch Mischwasserüberläufe aus Kläranlagen oder durch Abschwemmungen aus landwirtschaftlich genutzten Flächen. Wasserhygienische Probleme können unterschiedliche Ursachen haben. Die Einleitung von Nährstoffen wie Phosphor- und Stickstoffverbindungen, Trockenheit und hohe Temperaturen können die Bedingungen für gesundheitsgefährdende Mikroorganismen in Gewässern beeinflussen und beispielsweise eine Massenentwicklung von Cyanobakterien begünstigen. Diese auch „Blaualgen“ genannten Bakterien bilden teilweise Algentoxine und Allergene, die akute Gesundheitsstörungen wie Bindehautentzündung und Hautausschlag auslösen oder die Leber schädigen können. Europäische Union regelt Qualität der Badegewässer Damit Menschen ungetrübt ihre Badefreuden in natürlichen Gewässern genießen können, hat die Europäische Union (EU) mit der EG-Richtlinie über die Qualität der Badegewässer (2006/7/EG) einzuhaltende Werte für ausgezeichnete, gute und ausreichende hygienische Qualität für Badegewässer festgelegt. Diese Richtlinie gilt in den Mitgliedstaaten seit dem 24. März 2008 und ersetzt die Richtlinie 76/160/EWG aus dem Jahre 1975. Zwei Bakterien zeigen, wie sauber es ist In Deutschland wird die hygienische Qualität von Badegewässern seit 2008 nach den Vorgaben der aktuellen EU-Badegewässerrichtlinie überwacht. Danach werden zum Schutz der Badenden vor Infektionskrankheiten zwei mikrobiologische Parameter als Indikatoren für Krankheitserreger regelmäßig untersucht: zum einen Bakterien der Art „Escherichia coli“ (E. coli) und zum anderen die Gruppe der „Intestinalen Enterokokken“. Diese Bakterien gelangen meist mit fäkalbelasteten Abwässern in die Gewässer und zeigen dort an, dass diese hygienisch belastet sind. Badegewässer dürfen für eine ausreichende Qualität einen definierten, statistisch berechneten Perzentilwert dieser Bakterien nicht überschreiten. Badegewässerprofile zeigen, wo die Verschmutzung herkommt Die zuständigen Länderbehörden erstellen für jedes Badegewässer regelmäßig ein Badegewässerprofil. Alle Verschmutzungsquellen, welche die Qualität des Wassers beeinflussen könnten sowie mögliche Probleme mit Cyanobakterien (Blaualgen) werden dabei genannt. So können Gesundheitsgefahren bereits im Vorfeld erkannt und rechtzeitig Abhilfemaßnahmen eingeleitet werden. Die Internetseiten der Bundesländer bietet der Öffentlichkeit die aktuellen Informationen zu den Badegewässerprofilen. Maßnahmen zur Überwachung und Verbesserung der Wasserqualität in Badegewässern seit 2006 Die Überwachung der Qualität der Badegewässer wird in Deutschland durch Verordnungen der Länder geregelt. Die Europäische Union (EU) hat mit der EG-Badegewässerrichtlinie von 2006 viele positive Neuerungen eingeführt: Die Überwachungsparameter wurden auf die hygienisch relevanten Indikatoren begrenzt. Die Nachweisverfahren wurden EU-weit vereinheitlicht. Die zuständigen Länderbehörden müssen Badegewässerprofile, die u.a. alle Verschmutzungsquellen aufzeigen, erstellen und bei Bedarf Abhilfemaßnahmen ergreifen. Eine Verschärfung der Grenzwerte für Küstengewässer erhöht den Schutz der dort Badenden. Außerdem soll nach der aktuellen Richtlinie die Öffentlichkeit umfassend informieren werden. Der Öffentlichkeit wird nun die Möglichkeit gegeben werden, Vorschläge, Bemerkungen und Beschwerden, insbesondere bei der Aktualisierung der „Badegewässerlisten“, vorzubringen. Diese Listen enthalten alle aktuellen Badegewässer, welche die Länder am Anfang jeder Badesaison an die EU melden und auf ihren Internetseiten veröffentlichen.
Stellenausschreibung Nr. 07/2024 Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt sucht frühestens zum 01.06.2024 am Standort Magdeburg eine Sachbearbeitung (m/w/d) Hochwasservorhersagemodelle Die Stelle ist unbefristet zu besetzen. Für die Sicherstellung des Hochwassermelde- und Hochwasservorhersagedienstes im Land Sach- sen-Anhalt betreibt der Gewässerkundliche Landesdienst im Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) die Hochwasservorhersagezentrale Sachsen-Anhalt (HVZ). Die Kernaufgabe der HVZ ist die ständige Analyse der hydrologischen und meteorologischen Lage mittels der Bewertung aktueller Meldungen des Deutschen Wetterdienstes und der Nachbarländer im Zusammenhang mit der Überwachung der Wasserstände und Durchflüsse hochwasserrelevanter Pe- gel. Zur Erfüllung dieser Kernaufgabe werden in der HVZ derzeitig 6 Wasserstands-/Hochwasservor- hersagemodelle betrieben. Diese stellen eine wesentliche Grundlage zur Einschätzung der hydrolo- gischen Lage im Normalfall als auch im Hochwasserfall dar. Dementsprechend ist die Betreuung, Pflege und Weiterentwicklung dieser Modelle von großer Bedeutung. Aufgabenschwerpunkte: Fachadministration, Konzeption, Planung, Koordination und Umsetzung von wissenschaftlichen und technischen Maßnahmen zur Ergänzung, Effektivierung und Modernisierung der landeseige- nen Hochwasservorhersagemodelle und des Prognosesystems KALYPSO Konzeption, Planung und Aufbau eines landesweiten Hochwasservorhersagemodells und zukünf- tiger Redundanzmodelle Analyse und Anwendung der Produkte des DWD (z. B. Ensemble-Vorhersagen, SINFONIE-Pro- dukte, etc.) zur Implementierung in die Hochwasservorhersagemodelle Wissenschaftliche Analyse der Unsicherheiten der Vorhersagemodelle und der Gesamtvorher- sageunsicherheit im Nachgang jedes Hochwassers Aufbau eines Hochwasserfrühwarnsystems Schulung, Beratung und Betreuung für die Anwendung der Hochwasservorhersagemodelle Wahrnehmung und Absicherung des Bereitschaftsdienstes als Hydrologe vom Dienst und Anwendung der Wasserstands- und Hochwasservorhersagemodelle Sie erfüllen zwingend folgende Voraussetzungen: abgeschlossenes Studium (Master/Diplom) Hydrologie, Wasserwirtschaft, Wasserbau, Umwelt- oder Ingenieurwissenschaften mit dem Schwerpunkt Hydrologie, Water Engineering oder einer vergleichbaren Fachrichtung Grundkenntnisse auf dem Gebiet der Hydrologie, der Niederschlags-Abflussmodellierung und der hydrodynamisch-nummerischen Modellierung anwendungsbereite IT-Kenntnisse speziell GIS (ArcGIS, Q-GIS o.ä.) sowie MS Office-Anwendungen Führerschein (Klasse B) und die Bereitschaft zum Führen von Dienstkraftfahrzeugen Bereitschaft zum Einsatz als Hydrologe vom Dienst (Rufbereitschaftsdienst – auch an Wochen- enden und Feiertagen; ca. im 6 Wochen Rhythmus). Folgende Kenntnisse sind wünschenswert: Berufserfahrung im Bereich der Hydrologie und im Umgang mit Niederschlags-Abflussmodellen und hydrodynamisch-nummerischen Modellen Erfahrung in der Hochwasservorhersage Wir setzen außerdem voraus, dass Sie eine selbstständige und strukturierte Arbeitsweise besitzen, über eine gute schriftliche und mündliche Ausdrucksweise verfügen, eigenständig arbeiten können, flexibel und teamfähig sind, sich engagieren, Eigeninitiative mitbringen und verantwortungsbewusst handeln, im Hochwasserfall nach Erfordernis zusätzliche Aufgaben im Sachbereich übernehmen. Was wir Ihnen bieten können: betriebliche Altersvorsorge (VBL) vermögenswirksame Leistungen gleitende Arbeitszeit individuelle Fortbildungsmöglichkeiten Gewährung einer Jahressonderzahlung 30 Tage Urlaubsanspruch pro Kalenderjahr alternierende Telearbeit und mobile Arbeit. Die Einstellung erfolgt vorbehaltlich des Vorliegens der stellen- und haushaltswirtschaftlichen, sowie der personalrechtlichen Voraussetzungen, nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Län- der (TV-L) bei Erfüllung der tariflichen, persönlichen und sonstigen Voraussetzungen in der Entgelt- gruppe 13. Die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit beträgt nach dem TV-L 40 Stunden. Eine Aufgabenübertragung auf Bedienstete (m/w/d) des Landes Sachsen-Anhalt erfolgt unter Vorbe- halt der Verfügbarkeit von Verstärkungsmitteln. Schwerbehinderte Menschen und ihnen gleichgestellte Personen werden bei gleicher Eignung, Be- fähigung und fachlicher Leistung nach Maßgabe des SGB IX bevorzugt berücksichtigt. Der Bewer- bung ist ein Nachweis der Schwerbehinderung oder Gleichstellung beizufügen. Bei im Ausland erworbenen Bildungsabschlüssen bitten wir um Übersendung entsprechender Nach- weise über die Gleichwertigkeit mit einem deutschen Abschluss. Nähere Informationen hierzu ent- nehmen Sie bitte der Internetseite der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) unter www.kmk.org/zab. Vollständige Bewerbungsunterlagen (u. a. Zeugnisse, Referenzen, Beschäftigungsnachweise) sen- den Sie bitte bis zum 19.06.2024 unter Angabe der Ausschreibungsnummer 07/2024 an den Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt Sachgebiet Personal/Organisation Otto-von-Guericke-Str. 5 39104 Magdeburg oder per E-Mail an: Bewerbung@lhw.mlu.sachsen-anhalt.de (ausschließlich PDF-Dateien) Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Bewerberdaten unter Beachtung der datenschutz- rechtlichen Bestimmungen für den Zweck der Auswahl gespeichert und anschließend gelöscht wer- den. Ausführliche Informationen finden Sie auf unserer Internetseite. Telefonische Rückfragen richten Sie bitte an Frau von Eyss (Telefon-Nr. 0391/581-1452) oder Herr Rau (Telefon-Nr. 0391/581-1229). Weitere Informationen über den Landesbetrieb finden Sie unter www.lhw.sachsen-anhalt.de
Stellenausschreibung Nr. 07/2024 Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt sucht frühestens zum 01.06.2024 am Standort Magdeburg eine Sachbearbeitung (m/w/d) Hochwasservorhersagemodelle Die Stelle ist unbefristet zu besetzen. Für die Sicherstellung des Hochwassermelde- und Hochwasservorhersagedienstes im Land Sach- sen-Anhalt betreibt der Gewässerkundliche Landesdienst im Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) die Hochwasservorhersagezentrale Sachsen-Anhalt (HVZ). Die Kernaufgabe der HVZ ist die ständige Analyse der hydrologischen und meteorologischen Lage mittels der Bewertung aktueller Meldungen des Deutschen Wetterdienstes und der Nachbarländer im Zusammenhang mit der Überwachung der Wasserstände und Durchflüsse hochwasserrelevanter Pe- gel. Zur Erfüllung dieser Kernaufgabe werden in der HVZ derzeitig 6 Wasserstands-/Hochwasservor- hersagemodelle betrieben. Diese stellen eine wesentliche Grundlage zur Einschätzung der hydrolo- gischen Lage im Normalfall als auch im Hochwasserfall dar. Dementsprechend ist die Betreuung, Pflege und Weiterentwicklung dieser Modelle von großer Bedeutung. Aufgabenschwerpunkte: Fachadministration, Konzeption, Planung, Koordination und Umsetzung von wissenschaftlichen und technischen Maßnahmen zur Ergänzung, Effektivierung und Modernisierung der landeseige- nen Hochwasservorhersagemodelle und des Prognosesystems KALYPSO Konzeption, Planung und Aufbau eines landesweiten Hochwasservorhersagemodells und zukünf- tiger Redundanzmodelle Analyse und Anwendung der Produkte des DWD (z. B. Ensemble-Vorhersagen, SINFONIE-Pro- dukte, etc.) zur Implementierung in die Hochwasservorhersagemodelle Wissenschaftliche Analyse der Unsicherheiten der Vorhersagemodelle und der Gesamtvorher- sageunsicherheit im Nachgang jedes Hochwassers Aufbau eines Hochwasserfrühwarnsystems Schulung, Beratung und Betreuung für die Anwendung der Hochwasservorhersagemodelle Wahrnehmung und Absicherung des Bereitschaftsdienstes als Hydrologe vom Dienst und Anwendung der Wasserstands- und Hochwasservorhersagemodelle Sie erfüllen zwingend folgende Voraussetzungen: abgeschlossenes Studium (Master/Diplom) Hydrologie, Wasserwirtschaft, Wasserbau, Umwelt- oder Ingenieurwissenschaften mit dem Schwerpunkt Hydrologie, Water Engineering oder einer vergleichbaren Fachrichtung Grundkenntnisse auf dem Gebiet der Hydrologie, der Niederschlags-Abflussmodellierung und der hydrodynamisch-nummerischen Modellierung anwendungsbereite IT-Kenntnisse speziell GIS (ArcGIS, Q-GIS o.ä.) sowie MS Office-Anwendungen Führerschein (Klasse B) und die Bereitschaft zum Führen von Dienstkraftfahrzeugen Bereitschaft zum Einsatz als Hydrologe vom Dienst (Rufbereitschaftsdienst – auch an Wochen- enden und Feiertagen; ca. im 6 Wochen Rhythmus). Folgende Kenntnisse sind wünschenswert: Berufserfahrung im Bereich der Hydrologie und im Umgang mit Niederschlags-Abflussmodellen und hydrodynamisch-nummerischen Modellen Erfahrung in der Hochwasservorhersage Wir setzen außerdem voraus, dass Sie eine selbstständige und strukturierte Arbeitsweise besitzen, über eine gute schriftliche und mündliche Ausdrucksweise verfügen, eigenständig arbeiten können, flexibel und teamfähig sind, sich engagieren, Eigeninitiative mitbringen und verantwortungsbewusst handeln, im Hochwasserfall nach Erfordernis zusätzliche Aufgaben im Sachbereich übernehmen. Was wir Ihnen bieten können: betriebliche Altersvorsorge (VBL) vermögenswirksame Leistungen gleitende Arbeitszeit individuelle Fortbildungsmöglichkeiten Gewährung einer Jahressonderzahlung 30 Tage Urlaubsanspruch pro Kalenderjahr alternierende Telearbeit und mobile Arbeit. Die Einstellung erfolgt vorbehaltlich des Vorliegens der stellen- und haushaltswirtschaftlichen, sowie der personalrechtlichen Voraussetzungen, nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Län- der (TV-L) bei Erfüllung der tariflichen, persönlichen und sonstigen Voraussetzungen in der Entgelt- gruppe 13. Die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit beträgt nach dem TV-L 40 Stunden. Eine Aufgabenübertragung auf Bedienstete (m/w/d) des Landes Sachsen-Anhalt erfolgt unter Vorbe- halt der Verfügbarkeit von Verstärkungsmitteln. Schwerbehinderte Menschen und ihnen gleichgestellte Personen werden bei gleicher Eignung, Be- fähigung und fachlicher Leistung nach Maßgabe des SGB IX bevorzugt berücksichtigt. Der Bewer- bung ist ein Nachweis der Schwerbehinderung oder Gleichstellung beizufügen. Bei im Ausland erworbenen Bildungsabschlüssen bitten wir um Übersendung entsprechender Nach- weise über die Gleichwertigkeit mit einem deutschen Abschluss. Nähere Informationen hierzu ent- nehmen Sie bitte der Internetseite der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) unter www.kmk.org/zab. Vollständige Bewerbungsunterlagen (u. a. Zeugnisse, Referenzen, Beschäftigungsnachweise) sen- den Sie bitte bis zum 19.05.2024 unter Angabe der Ausschreibungsnummer 07/2024 an den Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt Sachgebiet Personal/Organisation Otto-von-Guericke-Str. 5 39104 Magdeburg oder per E-Mail an: Bewerbung@lhw.mlu.sachsen-anhalt.de (ausschließlich PDF-Dateien) Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Bewerberdaten unter Beachtung der datenschutz- rechtlichen Bestimmungen für den Zweck der Auswahl gespeichert und anschließend gelöscht wer- den. Ausführliche Informationen finden Sie auf unserer Internetseite. Telefonische Rückfragen richten Sie bitte an Frau von Eyss (Telefon-Nr. 0391/581-1452) oder Herr Rau (Telefon-Nr. 0391/581-1229). Weitere Informationen über den Landesbetrieb finden Sie unter www.lhw.sachsen-anhalt.de
<b>Problemstellung</b> <br> Die Numerische Wettervorhersage (NWV) ist in erster Linie Abhängig vom Prinzip der Datenassimilation. Man kombiniert dabei zwei Quellen von Informationen: ein Modell, welches von einem Anfangszustand ausgehend eine Vorhersage macht und Beobachtungen/Messungen um diese Vorhersage zu verbessern. Das ist notwendig, weil die Vorhersagen des Modells fehlerbehaftet sind durch unzureichendes Wissen über den exakten Anfangszustand, Diskretisierungs- und Modellfehler. <br> <b>Das Projekt ICamCloudOps</b> <br> Die Idee des Projektes ICamCloudOps (Intelligent Camera Cloud Operators for NWP) ist es, aus Himmelskameras Beobachtungen von Wolken abzuleiten, um diese für die Datenassimilation zu nutzen. Ziel des Projektes ICamCloudOps ist der Einsatz von Methoden der künstlichen Intelligenz zur Verbesserung von Wind- und Wolken-Analysen und Wolken-Vorhersagen. Wind und Wolken haben einen wesentlichen und direkten Einfluss auf alle Ebenen des Verkehrs: Luft-, Bahn-, Schiffs- und Individualverkehr ist in weitreichendem Maße beeinflusst durch starke Winde, Böen, Gewitter und Niederschlag. Im Detail geht es um: <br> - die Entwicklung von neuen KI-basierten Techniken als Komponenten für die Simulation von Kamera-Beobachtungen (sogenannte Vorwärtsoperatoren) von Wolken im infraroten und sichtbaren Bereich aus den atmosphärischen Variablen der Numerischen Wettervorhersage <br> - den Einsatz intelligenter Vorwärtsoperatoren für Kamera Beobachtungen von Wolken und ihre Nutzung in den Vorhersagesystemen der numerischen Wettervorhersage <br> - die Verbesserung der Vorhersage von High-Impact Weather in Form von Gewittern, Wolken, Wind- und Starkregen und der Vorhersage von Ertragsschwankungen bei erneuerbaren Energien, insbesondere für Wind und Photovoltaik Anlagen. <br> <b>Über diesen Datensatz</b> <br> Bilder der von Reuniwatt entwickelten <a href="https://reuniwatt.com/de/sky-insight-24-7-wolkenbeobachtung-mit-infrarot-sky-imager/">all-sky Infrarot Kamera</a> Sky InSight. Die Kamera wurde im Rahmen des mFUND Projekts ICamCloudOps am Meteorologischen Observatorium Lindenberg - Richard-Aßmann-Observatorium (MOL-RAO) in Brandenburg installiert und liefert Infrarot Aufnahmen des Himmels. Die Fotos zeigen die vom Sky InSight beobachtete Helligkeitstemperatur der Wolken und des Himmels.
Gemeinsame Hochwasservorhersage von Rheinland-Pfalz und Luxemburg Das Land Rheinland-Pfalz – unter Federführung des LfU – hat mit Luxemburg eine Vereinbarung über eine einheitliche Hochwasservorhersage für die Grenzflüsse Our, Sauer und Mosel getroffen. Das Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz (LfU) und das luxemburgische Wasserwirtschaftsamt (Administration de la gestion de l'eau, kurz AGE) haben sich über eine einheitliche Hochwasservorhersage für die Grenzflüsse Our, Sauer und Mosel verständigt. Bisher wurden Hochwasserinformationen, Wasserstände und Hochwasservorhersagen für Hochwasserpegel in diesen Flussabschnitten von beiden Verwaltungen parallel erarbeitet und veröffentlicht. Nach einer technischen Anpassung der jeweiligen Systeme werden beide Seiten künftig Hand in Hand arbeiten. Die Vereinbarung wurde im Rahmen des „Übereinkommens zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland, der Regierung der Französischen Republik und der Regierung des Großherzogtums Luxemburg über das Hochwassermeldewesen im Moseleinzugsgebiet“ geschlossen. „Hochwasser machen nicht vor Grenzen halt. Wir stärken daher mit der engen Zusammenarbeit die länderübergreifende Hochwasservorhersage, um noch besser gerüstet zu sein“, so Umwelt- und Klimaschutzministerin Katrin Eder. „Die Verbesserung des Schutzes unserer Bevölkerung vor Überschwemmungen ist unsere Priorität. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit und verbesserte Hochwasservorhersagen tragen dazu bei, dieses Ziel zu erreichen“, sagt Joëlle Welfring, Umweltministerin aus Luxemburg. Vereinbart wurde Folgendes: Die Vorhersagen für die Pegel an der Our (aktuell Dasbourg und Gemünd) sowie die Pegel Bollendorf und Rosport an der Sauer werden zukünftig von der AGE erstellt und vom LfU unverändert übernommen. Die Vorhersagen für die Moselpegel Perl (Saarland), Stadtbredimus und Wasserbillig werden zukünftig vom LfU erstellt und von der AGE unverändert übernommen. AGE und LfU stellen sich gegenseitig auch Berichtskomponenten zur Hochwasserlage an den Grenzgewässern zur Verfügung und übernehmen diese in ihre Hochwasserberichte. Änderungen und Ergänzungen im Hinblick auf lokale Hochwassergefährdungen sind möglich. Im Rahmen ihres Hochwasservorhersagedienstes stimmen sich AGE und LfU regelmäßig ab und entwickeln gemeinsam die Vorhersagesysteme weiter. Die notwendigen Systemanpassungen auf rheinland-pfälzischer und auf luxemburgischer Seite erfolgen schrittweise im Laufe der nächsten Monate. Bis zum Abschluss der Anpassungen gelten technische Übergangsregelungen, die einen störungsfreien Betrieb sicherstellen. Weitere Informationen zu den genannten Grenzflüssen sind zu finden unter www.hochwasser.rlp.de bzw. www.inondations.lu .
Über 96 Prozent der deutschen Badegewässer wurden von der EU-Kommission in der Saison 2021 mit den Noten „ausgezeichnet“ oder „gut“ eingestuft. Insgesamt erfüllten 98 Prozent der Badegewässer an Seen, Flüssen und Küsten Deutschlands die Mindestanforderungen der EU-Badegewässerrichtlinie. Dies zeigt der am 3. Juni 2022 vorgestellte Bericht der EU-Kommission zur Europäischen Badegewässerqualität der Saison 2021. Lediglich 14 von 2.291 Badegewässern erreichten nach den Kriterien der EU-Richtlinie in der Saison 2021 nur die Einstufung „mangelhaft“. Um die Badenden vor möglichen Gesundheitsgefahren zu schützen, wurde an Badegewässern während der Saison in 144 Fällen (vorsorglich) ein Badeverbot verhängt oder vom Baden abgeraten. Dies geschah aufgrund von Cyanobakterien („Blaualgen“) oder hatte wasserhygienischer Gründe – oftmals als Folge von Starkregenereignissen mit Schmutzwassereinträgen in die Gewässer. Dank zunehmend eingesetzter Vorhersagesysteme können hygienische Verschmutzung – beispielsweise infolge von Starkregen – immer besser vorhergesagt werden. Diese Systeme arbeiten zum Beispiel mit Modellberechnungen oder Pegelmessungen. Die aktuellen Messdaten können für jedes Badegewässer online auf den Internetseiten der Bundesländer eingesehen werden. Eine Übersicht gibt es auf der UBA -Internetseite unter Wasserqualität in Badegewässern. In der Badesaison 2021 wurden 2.291 deutsche Badegewässer untersucht, insgesamt wurden 12.948 Wasserproben ausgewertet. Von den Badegewässern lagen 363 an der Küste von Nord- und Ostsee und 1.928 an Binnengewässern. Auch 2021 war die Covid-19-Pandemie im Badebetrieb weiterhin spürbar: 26 Badegewässer waren für die Badenden zeitweise oder über die gesamte Saison nicht zugänglich; ein Badegewässer lag im Sperrgebiet der afrikanischen Schweinepest. Das Hochwasser in Westdeutschland hatte zur Folge, dass mindestens neun Badegewässer in den betroffenen Regionen zeitweise nicht zugänglich waren. Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf Badegewässer (2020, PDF)
IPCC-Bericht: Sofortige globale Trendwende nötig Der Sechste Sachstandsbericht des Weltklimarats IPCC liegt nun vollständig vor. Demnach ist es nach wie vor möglich, die globale Erwärmung auf 1,5°C bis 2100 zu begrenzen. Dafür sind allerdings eine sofortige globale Trendwende sowie tiefgreifende Treibhausgas-Minderungen in allen Weltregionen und allen Sektoren nötig. Bei Beibehaltung der aktuellen Politik und der aktuellen Maßnahmen weltweit steigen die Treibhausgasemissionen demnach auch in Zukunft weiter an (siehe Abbildung 1 am Ende des Texts). Allerdings zeigt der Bericht auch, dass es technologisch und ökonomisch nach wie vor möglich wäre, die langfristige globale Erwärmung entsprechend des Pariser Klimaabkommens von 2019 auf 1,5°C bis 2100 zu begrenzen. Dafür sind allerdings eine sofortige globale Trendwende sowie tiefgreifende Treibhausgas -Minderungen in allen Weltregionen und allen Sektoren nötig (d.h. in Energiesystemen, Städten, Land- und Forstwirtschaft, Landnutzung , Gebäuden, Verkehr und Industrie). Besonders kostengünstige und nachhaltige Technologien sind im Energiesektor verfügbar, allen voran Solar- und Windenergie (siehe Abbildung 2 am Textende). Einige Klimaschutzszenarien des 6. IPCC Sachstandberichtes verlassen sich auf eine äußerst kostenintensive und unsichere groß-skalige Anwendung von Geoengineering-Technologien wie CCS (Carbon Capture and Storage, Abscheidung und Speicherung von CO₂) und CDR (Carbon Dioxide Removal, dauerhaftes Entfernen von CO₂ aus der Atmosphäre ). Dies ist aus Sicht des Umweltbundesamts äußerst riskant, denn so erhöht sich bereits heute die Gefahr, dass umfassende Treibhausgas-Minderungen mit verfügbaren Minderungsoptionen im Vertrauen auf unsichere zukünftige Technologien unterlassen werden (sogenannte Mitigation Deterrence). Weltweit verbesserte Rahmenbedingungen wie politische und regulatorische Instrumente, internationale Zusammenarbeit, Marktinstrumente (z.B. CO₂-Bepreisung), Investitionen, Innovationen, Technologietransfer, Aufbau von Know-How sowie klimafreundliche Lebensstile bieten Möglichkeiten, um die notwendigen System-Transformationen im Einklang mit nachhaltiger Entwicklung und globaler Gerechtigkeit zu gestalten. Armutsbekämpfung und eine gesicherte Energieversorgung könnten ohne signifikante Emissionssteigerungen erreicht werden. Die allerwichtigsten Optionen liegen dabei in der Nutzung von Sonnenenergie und Windkraft sowie im Mobilitäts-, Gebäude- und Ernährungs-Sektor, aber auch besonders im Schutz der Ökosysteme (vor allem Schutz der globalen Wälder und Moore). WMO -Klimabericht vom 9. Mai 2022 Das neueste Klima -Update der UN -Weltwetterorganisation (WMO) zeigt, dass die globale Jahresdurchschnittstemperatur mit 50%iger Wahrscheinlichkeit bereits in den nächsten fünf Jahren die Marke von 1,5 °C mindestens einmal überschreiten wird. Daraus folgt zwar nicht, dass die 1,5 °C-Grenze ab diesem Zeitpunkt kontinuierlich überschritten wird, in den Folgejahren kann der Durchschnittswert auch wieder niedriger ausfallen. Allerdings geht der Bericht davon aus, dass Überschreitungen der 1,5 °C-Marke mit der Zeit immer wahrscheinlicher werden und die globalen Temperaturen weiter ansteigen. Das jährliche Update der Weltwetterorganisation WMO nutzt das Fachwissen international anerkannter Klimawissenschaftler und die besten Vorhersagesysteme führender Klimazentren auf der ganzen Welt. Mehr Informationen (englisch): https://public.wmo.int/en/media/press-release/wmo-update-5050-chance-of-global-temperature-temporarily-reaching-15%C2%B0c-threshold Die Kernaussagen des IPCC-Berichts Die THG-Emissionen sind seit 2010 mit etwa 1,3% pro Jahr zwar langsamer angestiegen als im vorherigen Jahrzehnt (2,1% pro Jahr); damit sind sie aber noch immer höher als jemals zuvor in der Geschichte der Menschheit. Zunehmende wirtschaftliche Aktivitäten in allen Sektoren führen weiterhin zu mehr Emissionen, trotz zunehmender Klimaschutzmaßnahmen. Das Risiko, 1,5°C globale Erwärmung langfristig zu überschreiten, ist damit größer als noch im 1,5°-Sonderbericht von 2018. Die historischen kumulativen Netto-CO₂-Emissionen zwischen 1850 und 2019 belaufen sich auf etwa vier Fünftel (also 80%) des gesamten Kohlenstoffbudgets (zentraler Schätzwert etwa 2900 Gt CO₂), um die globale Erwärmung mit einer 50%igen Wahrscheinlichkeit auf 1,5°C zu begrenzen. Das nach 2019 noch verbleibende globale CO₂-Budget beträgt ca. 510 Gt CO₂ für 1,5°-Pfade bzw. 890 Gt CO₂ für 2°-Pfaden. Allerdings übersteigen schon allein die Emissionen aus der bestehenden und derzeit geplanten Infrastruktur für fossile Energien bereits das globale CO₂-Budget für 1,5°C. Mit den bei der UN-Klimarahmenkonvention ( UNFCCC ) bis 11.10.2021 eingereichten nationalen Minderungsplänen (NDCs) für 2030 wird eine globale Erwärmung von 2,1°C bis 3,4°C bis 2100 erwartet. Unterschiedliche THG-Emissionen pro Kopf spiegeln die Einkommensungleichheiten in den Weltregionen und zwischen Privathaushalten wider. Die 10 % reichsten Privathaushalte, von denen sich etwa zwei Drittel in entwickelten Ländern befinden, tragen 34% bis 45% zu den THG-Emissionen bei. Für 1,5°C-Pfade müssen die globalen CO₂-Emissionen gegenüber 2019 um 48% bis 2030 und um 80% bis 2040 sinken und bis Anfang der 2050er Jahre in allen Sektoren und Regionen auf Netto-Null Emissionen abfallen (Netto-Null CO2 bedeutet, dass alle durch Menschen verursachten CO₂-Emissionen im gleichen Zeitraum durch technologische, biologische und/oder geochemische Reduktionsmaßnahmen wieder aus der Atmosphäre entfernt werden müssen und somit die CO₂-Bilanz der Menschheit netto, d.h. nach den Abzügen durch natürliche und künstliche Senken, Null beträgt). Entscheidende Maßnahmen sind die Transformation des Energiesystems hin zu einem Anteil von 100% an Erneuerbaren Energien, das Beenden von Subventionen für fossile Brennstoffe, Emissionsreduktionen im Industrie- und Gebäudesektor, u.a. durch kompaktere Bebauung, und Schaffung von CO₂-Senken durch Grün- und Wasserflächen, der Ausbau der Niedrigemissionstechnologien im Verkehrssektor und nachfrageseitige Minderungsoptionen im Land- und Forstsektor (insbesondere durch Verminderung des Fleischkonsums). Nachfrageseitige Lösungsansätze, z.B. im Verkehrs- und Gebäudesektor sowie im Ernährungssystem, könnten 40-70% zur Emissionsreduzierung bis 2050 beitragen. Sie sind außerdem mit der Verbesserung der Lebensqualität für alle vereinbar (z.B. durch gesündere Ernährung). In den meisten 1,5-2°C Szenarien wird die Entnahme von CO₂ aus der Atmosphäre (Carbon Dioxide Removal, CDR) und ein teilweise beträchtlicher Umfang an Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (Carbon Capture and Storage, CCS) angenommen. Die Einführung von CDR und CCS in großem Maßstab stößt jedoch auf erhebliche Machbarkeits- und Nachhaltigkeitsprobleme und ist in absehbarer Zukunft äußerst kostenintensiv (siehe Abb. 2). Aufgrund der Hauptsätze der Thermodynamik sind die energetischen Kosten auch praktisch nicht reduzierbar. Die einzigen weit verbreiteten CDR-Optionen bestehen derzeit in der Stärkung natürlicher Senken (z. B. durch Wiederaufforstung, Agroforstwirtschaft und verbesserte Waldbewirtschaftung). Die modellierte Höhe von negativen Emissionen – und damit unsere Abhängigkeit von unsicheren oder wenig nachhaltigen CDR-Optionen - variiert stark in den Modellen. Insgesamt gilt: Je größer und früher die Emissionsminderungen, desto kleiner der Bedarf an CDR-Optionen. Für den Klimaschutz sind erhebliche Investitionen notwendig: Für 2 °C Erwärmung liegt der Investitionsbedarf gemittelt über die Dekade von 2020-2030 um den Faktor drei bis sechs höher als das derzeit vorhandene Niveau. Eine beschleunigte finanzielle Unterstützung der Entwicklungsländer durch Industrieländer und andere, auch private Quellen ist ein entscheidender Faktor für die Verstärkung von Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen, v.a. für einkommensschwache gefährdete Regionen. Die Investitionen aus öffentlicher und privater Hand in fossile Energien sind immer noch höher als die Investitionen in Klimaschutz und Anpassung. Die kostengünstigsten Minderungsoptionen mit dem größten Klimaschutzpotential sind Solar- und Windenergie (siehe Abb. 2). Investitionen in fossile Ressourcen oder Infrastrukturen sind zudem mit großen Verlustrisiken (stranded assets) verbunden. Allein schon die zu erwartenden wirtschaftlichen Vorteile sind bei 2°C-Pfaden größer als die Minderungskosten. Minderungsmaßnahmen für 2⁰C-Pfade verlangsamen das globale Wirtschaftswachstum nur sehr geringfügig: Im Jahre 2050 wäre das globale Bruttosozialprodukt um 1,3-2,7% kleiner als durch das theoretisch erwartete Wachstum auf mehr als 200%. Anders formuliert: Die reale Weltwirtschaft im Jahre 2050 wäre etwa so groß wie die theoretische im Jahr 2049 in einer hypothetischen Welt ohne Klimawandel . Bei diesen Berechnungen sind die vermiedenen Kosten und Verluste ausvermiedenen Klimawandel-Schäden und vermiedenen Anpassungsmaßnahmen sowie der Zusatznutzen von Klimaschutz noch gar nicht berücksichtigt. Der dritte und letzte Teil des Sechsten Sachstandsberichtes des Weltklimarats (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC ) mit dem Titel „Mitigation of Climate Change“ („Minderung des Klimawandels“) wurde im April 2022 veröffentlicht. Damit liegt nun eine umfassende wissenschaftliche Bewertung der Fortschritte in der Begrenzung globaler Treibhausgasemissionen und des Spektrums an verfügbaren Minderungs- und Handlungsoptionen in allen Sektoren vor. Wegen der formellen Zustimmung aller IPCC-Mitgliedsländer haben die Berichte in der internationalen und nationalen Klimapolitik politisch ein großes Gewicht. Der Bericht zum Nachlesen (englisch): https://www.ipcc.ch/report/sixth-assessment-report-working-group-3/ .
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