Other language confidence: 0.8643492373310442
Bodennahes Ozon wirkt auf den menschlichen Organismus schädigend, weil es zu Reizungen der Augen, Atemwege und Schleimhäute, Entzündungen in den Atemwegen und Atembeschwerden führen kann. Zudem zeigen wissenschaftliche Studien einen Zusammenhang zwischen erhöhten Ozonkonzentrationen und einer erhöhten Gesamtmortalität. Besonders vulnerable Gruppen wie Kinder, ältere Personen und Personen mit vorgeschädigten Atemorganen, sind stärker von den negativen gesundheitlichen Auswirkungen betroffen. Ziel des Forschungsprojekts ist es, die Auswirkungen von Ozon auf die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland umfassend zu beschreiben, zu quantifizieren und die Relevanz im Vergleich zu anderen Luftschadstoffen zu bewerten. Hierzu wird die bevölkerungsbezogene Exposition gegenüber Ozon in Deutschland für die Jahre 2007 - 2016 flächendeckend erfasst und darauf aufbauend die damit einhergehende Krankheitslast (in Form verlorener gesunder Lebensjahre, Disability-Adjusted Life Years) für relevante Gesundheitseinschränkungen quantifiziert. Zusätzlich wird die gemeinsame Wirkung mit weiteren Luftschadstoffen, wie Feinstaub und Stickstoffdioxid, auf die Gesundheit abgeschätzt.
Für eine gezielte Ausrichtung der Risikokommunikation bezüglich der für die menschliche Gesundheit relevanten Umweltrisiken ist eine Quantifizierung und vergleichbare Aufstellung ihrer gesundheitlichen Auswirkungen notwendig. Zusätzlich zu der Quantifizierung dieser, werden zunehmend sowohl von politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern, als auch von Seiten der EU und der WHO auch Informationen zur monetären Bewertung der gesundheitlichen Einbußen in Entscheidungsfindungsprozesse einbezogen. Einrichtungen wie die OECD oder die WHO verknüpfen dazu den Environmental Burden of Disease-Ansatz (EBD) mit dem Konzept des Value of a Statistical Life (VSL) bzw. weisen in zusätzlich zu den umweltbedingten Krankheitslasten auch die zu den Lebenszeitverlusten äquivalenten monetären Kosten aus, um diese mit anderen Größen oder Indikatoren in Bezug setzen zu können. Neben dem VSL-Ansatz stehen allerdings weitere Konzepte zur Monetarisierung von Gesundheitsverlusten zur Verfügung, wobei insbesondere bzgl. des ökonomischen Werts eines Menschenlebens bzw. Lebensjahres starke Schwankungen zu beobachten sind. Ziel dieses Projekts ist daher, dass durch eine detaillierte Analyse der vorhandenen ökonomischen Ansätze Empfehlungen bzgl. der praktischen Verknüpfbarkeit ökonomischer Methoden mit Methoden zur Quantifizierung von Bevölkerungsgesundheit seitens des Auftragnehmers gegeben werden. Hierzu sind die aktuell verfügbaren Konzepte zu hinterfragen, zu bewerten und im Hinblick auf ihre Praktikabilität zu prüfen. Dazu bedarf es der Überprüfung der Übertragbarkeit internationaler Studien auf die Situation in Deutschland, sowie einer Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Konzepten aus der ethischen und rechtlichen Perspektive und unter dem Blickwinkel des Aufwands, der für Anwendung der jeweiligen Methode angesetzt werden muss. In einem letzten Schritt werden anhand von Fallstudien bereits vorhandene Daten zu Krankheitslasten ausgewählter Umweltstressoren mittels der identifizierten ökonomischen Methoden monetär bewertet. Die Ergebnisse des Projekts sollen perspektivisch dazu beitragen, dass eine weitere Kenngröße (Kosten durch umweltbedingte Krankheitslasten) für die Einschätzung der Bedeutung von Umweltstressoren sowohl dem UBA, als auch den zuständigen Ministerien sowie der Fachöffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird. Dieser kann unterstützend bei umwelt- und gesundheitspolitischen Entscheidungsfindungsprozessen und auch bei der Abschätzung der potenziellen Wirkung von Interventionsmaßnahmen in Gesundheitsfolgeabschätzungen eingesetzt werden.
Im Rahmen des Projekts „Untersuchung der Krankheitslast in Deutschland durch Kohlekraftwerke“ (offizieller Titel „Erfassung potentiell gesundheitsförderlicher Effekte durch die Reduktion der Kohlefeuerung zur Energiegewinnung“) (Laufzeit 2018-2022) wurde für das Jahr 2015 die Krankheitslast in der deutschen Bevölkerung quantifiziert, welche auf die Luftschadstoffemissionen von Kohlekraftwerken in Deutschland zurückgeführt werden kann. Neben der Betrachtung von deutschen Kohlekraftwerken insgesamt wurden auch nach Stein- und Braunkohlekraftwerken differenzierte Analysen durchgeführt. Es zeigte sich, dass Braunkohlekraftwerke, im Vergleich mit Steinkohlekraftwerken, zu einer höheren Krankheitslast in der deutschen Bevölkerung beigetragen haben. Ein Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe kann durch den Wegfall entsprechender Schadstoffemissionen zur Verbesserung der Gesundheit beitragen und unterstützt Deutschland bei die Zielerreichung auf dem Pfad der europäischen Zero Pollution Ambition. Veröffentlicht in Texte | 83/2024.
In der nationalen Burden of Disease-Studie "BURDEN 2020 - Die Krankheitslast in Deutschland und seinen Regionen" werden drei zentrale Indikatoren berechnet: YLL (Years of life lost), YLD (Years lived with disability) und das Summenmaß DALY (Disability-adjusted life years). Mit diesen Indikatoren werden die Auswirkungen einzelner Erkrankungen auf die Bevölkerungsgesundheit vergleichbar und sie ermöglichen es, Schwerpunkte für künftige Präventionsmaßnahmen zu identifizieren. Für die Berechnung der YLL liegt mit der Todesursachenstatistik eine geeignete Datenbasis für eine Auswertung auf regionaler Ebene vor. Um das Todesgeschehen präziser abbilden zu können, werden die nicht informativen Todesursachen umverteilt. Für die Schätzung der YLD werden prävalente Fälle in strukturell unterschiedlichen Datenquellen identifiziert und Schweregraden zugeordnet. Eine wertvolle Quelle und Datenbasis zur Bestimmung des Präventionspotenzials von Erkrankungen bildet darüber hinaus die Attribution der Krankheitslast zu Risiken. Mit Veröffentlichung der Ergebnisse von BURDEN 2020 soll ein geeignetes Konzept bereitgestellt werden, das die Interpretation der Ergebnisse im Hinblick auf Prävention und Intervention erleichtert und qualitativ einordnet. Quelle: Über Prävention berichten - aber wie? : Methodenprobleme der Präventionsberichterstattung ; Beiträge zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes / Robert-Koch-Institut Herausgebendes Organ ; Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit Herausgebendes Organ. - Berlin, 2020. - 1 Onlineressource (142 Seiten) : Diagramme. - Online-Ausgabe; Dateigröße / Dateiumfang: 11,10 MB. ISBN 978-3-89606-308-3, Seite 103
Hintergrund: Die SARS-CoV-2-Pandemie hat im Jahr 2020 das Gesundheitswesen vor große Herausforderungen gestellt. Die COVID-19-Krankheitslast lässt sich durch den Verlust an Lebensjahren durch Krankheit oder Tod ausdrücken. Dabei gehen beispielsweise durch Versterben im Alter von 40 Jahren deutlich mehr Lebensjahre verloren als bei Tod mit 80 Jahren. Methode: Auf Basis laborbestätigter SARS-CoV-2-Meldefälle im Jahr 2020 (Datenstand 18. Januar 2021) werden durch Tod verlorene Lebensjahre ("years of life lost", YLL) und durch gesundheitliche Einschränkungen verlorene Lebensjahre ("years lived with disability", YLD) zur Krankheitslast insgesamt ("disability-adjusted life years", DALY) aufsummiert. Die Methodik ist angelehnt an die â€ÌGlobal Burden of Diseaseâ€Ì-Studie. Bestehende Vorerkrankungen werden bei der Berechnung der YLL nicht berücksichtigt. Die angelegte Restlebenserwartung berücksichtigt aber ein mittleres altersspezifisches Niveau an Morbidität. Ergebnisse: Im Jahr 2020 gingen in Deutschland 305 641 Lebensjahre durch COVID-19 verloren. Bei Männern entfielen 34,8 % der DALY auf Personen unter 70 Jahre, bei Frauen 21,0 %. 99,3 % dieser Krankheitslast machten verlorene Lebensjahre durch Versterben aus (YLL). Die durch COVID-19 im Tagesmittel entstandene Krankheitslast durch Versterben lag unter der für wichtige nichtübertragbare Erkrankungen. Eine verstorbene Person verlor im Mittel etwa 9,6 Lebensjahre, Personen unter 70 Jahre verloren 25,2 Lebensjahre. Männer hatten durch Tod einen größeren Verlust an Lebenszeit als Frauen (11,0 versus 8,1 Jahre). Schlussfolgerung: Die Auswirkungen von COVID-19 auf die Bevölkerungsgesundheit lassen sich mit den Indikatoren der Krankheitslast verdeutlichen. Die Methode liefert damit zusätzliche Erkenntnisse, die für künftige Ausbrüche frühzeitig genutzt werden sollten. Quelle: www.aerzteblatt.de
Einleitung: In Deutschland ist wissenschaftliche Politikberatung ein fester Bestandteil des politischen Apparates. Damit wissenschaftliche Erkenntnisse in den politischen Prozess einfließen können, ist eine adressatengerechte Kommunikation essenziell. Eine gesundheitswissenschaftliche Methode, die mit dem Ziel der wissenschaftlichen Politikberatung entwickelt wurde, ist die Berechnung umweltbedingter Krankheitslasten. Die theoretischen und wissenschaftlichen Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig, aber die mit dieser Methode erzielten Erkenntnissen werden bei der wissenschaftlichen Politikberatung wenig genutzt. Forschungsfrage: Worin bestehen die Chancen und Grenzen der Methode zur Berechnung umweltbedingter Krankheitslasten für die wissenschaftliche Politikberatung in Deutschland? Methode: Die Methode der Berechnung umweltbedingter Krankheitslasten quantifiziert Gesundheit in Form verlorener gesunder Lebensjahre und stellt ein Negativmaß der Bevölkerungsgesundheit dar. Lebensjahre können zum einen durch vorzeitiges Versterben vor dem Erreichen eines bestimmten Alters verloren gehen und zum anderen anteilig als mit gesundheitlichen Einschränkungen verbrachte Lebenszeit. In einem weiteren Schritt wird der Anteil der verlorenen Lebensjahre berechnet, der auf einen Umweltrisikofaktor zurückzuführen ist. Die Chancen und Grenzen dieser Methode für die wissenschaftliche Politikberatung werden anhand von vier Anwendungsbeispielen und einem Übersichtsartikel herausgearbeitet. Neben den wissenschaftlichen Erkenntnissen ist deren Vermittlung essenziell. Daher werden zwei Kommunikationsbeispiele mit der Allgemeinbevölkerung als Adressat beschrieben. Ergebnis: In jedem der Anwendungsbeispiele wird die durch einen oder mehrere umweltbedingte Risikofaktoren verursachte Krankenlast in der Einheit verlorener gesunder Lebensjahre berechnet. Unterschiede zwischen den Anwendungsbeispielen sind der geografische Raum, die Expositionsschätzung und dessen Detailtiefe sowie die Datenverfügbarkeit, wobei insbesondere der letztgenannte Aspekt einen Einfluss auf die jeweils durchgeführte Unsicherheits- bzw. Sensitivitätsanalyse hat. Anhand dieser Anwendungsbeispiele konnte die Bedeutung des Zusammenhangs von Umweltfaktoren und Gesundheit aufgezeigt werden. Neben der Flexibilität ist die Vergleichbarkeit der Ergebnisse eine weitere Chance der Methode, wobei diese nur eingeschränkt anhand der Anwendungsbeispiele belegt werden konnte. Politik muss mit unter schnell handeln und ist auf die rasche Verfügbarkeit von Fachwissen angewiesen. Nicht immer ist ausreichend Zeit vorhanden, um eine Krankheitslasten-Berechnung durchzuführen, denn diese ist sowohl ressourcen- als auch zeitintensiv. Neben wissenschaftlichen Veröffentlichungen in Zeitschriften sollten die Ergebnisse der Allgemeinbevölkerung adressatengerecht anhand unterschiedlicher Medien wie Erklärvideos oder einem Fragen-und-Antworten-Katalog vermittelt werden. Diskussion: Der Fokus der vorliegenden Arbeit liegt auf der Politikberatung in Deutschland, auch wenn die Anwendungsbeispiele sich größtenteils nicht auf Deutschland beziehen. Dennoch können hieraus Schlüsse für die Politikberatung in Deutschland gezogen werden. Die Methode ist vielfältig einsetzbar. Ein Aspekt, der als Nachteil im Rahmen der wissenschaftlichen Politikberatung ausgelegt werden kann, ist, dass die Methode mit unterschiedlichen Daten und Annahmen gespeist werden kann, was zu unterschiedlichen Ergebnissen für einen Risikofaktor führt. Für die Nutzung der Ergebnisse muss erklärt werden, warum es zu unterschiedlichen Ergebnissen kommt. Die Berechnungsmethode und die Eingangsdaten sollten basierend auf der Forschungsfrage und dem Ziel der Berechnung gewählt werden. Eine Qualitätssicherung sowie Erfassung der Unsicherheiten sollten Teil von Berechnungen der umweltbedingten Krankheitslast sein. Hinsichtlich der Vermittlung der komplexen Berechnungen ist es notwendig, durch verschiedene Kommunikationsmedien ein Grundverständnis für diese Maßzahlen zu schaffen. Fazit: Die etablierte Methode zur Berechnung von umweltbedingten Krankheitslasten bietet eine Informationsquelle für die wissenschaftliche Politikberatung und kann als ein Kriterium in die politische Entscheidungsfindung einfließen. Quelle: http://pub.uni-bielefeld.de/record/2957542
Hintergrund: Summenmaße wie die "disability-adjusted life years" (DALY) werden zur standardisierten Erfassung der Krankheitslast durch Tod und gesundheitliche Einschränkungen zunehmend bedeutsamer. Das Projekt BURDEN 2020 zielte darauf ab, auf Grundlage nationaler Daten eine eigenständige Krankheitslaststudie für Deutschland mit kleinräumigen Schätzungen als Pilotprojekt durchzuführen. Methode: DALY sind die Summe aus "durch Sterblichkeit verlorene Lebensjahre" ("years of life lost due to death" [YLL]) und "mitgesundheitlichen Einschränkungen oder in Krankheit verbrachte Lebensjahre" ("years lived with disability" [YLD]). Während YLL den Abstand zwischen Todesalter und fernerer Lebenserwartung beschreiben, quantifizieren YLD die Jahre, die mit gesundheitlichen Einschränkungen verbracht werden. Als Datenquellen dienen vor allem die Todesursachenstatistik, Befragungsdaten und Krankenkassenroutinedaten. Ergebnisse: Für Deutschland ergaben sich im Jahr 2017 rund 12 Millionen DALY, umgerechnet 14 584 DALY je 100 000 Einwohner. An der Rate gemessen trug die koronare Herzkrankheit insgesamt (2 321 DALY) am meisten zur Krankheitslast bei, gefolgt von Schmerzen im unteren Rücken (1 735 DALY) und Lungenkrebs (1 197 DALY). Bei Frauen verursachten Kopfschmerzerkrankungen und Demenzen mehr Krankheitslast als bei Männern. Männer hatten eine höhere Krankheitslast durch Lungenkrebs oder alkoholbezogene Störungen. Die Schmerzerkrankungen sowie alkoholbezogene Störungen führten bei beiden Geschlechtern im jüngeren Erwachsenenalter die DALY-Rangfolgen an. Mit dem Alter stieg die Krankheitslast für einen Teil der Erkrankungen, einschließlich der kardiovaskulären Erkrankungen, Demenzen oder Diabetes mellitus. Teilweise zeigte die Krankheitslast unterschiedliche regionale Verteilungen. Schlussfolgerung: Die Ergebnisse deuten auf alters- und geschlechtsspezifische Präventions- sowie kleinräumige Versorgungsbedarfe hin. Krankheitslaststudien liefern umfassende Daten zur Surveillance der Bevölkerungsgesundheit und können gesundheitspolitische Entscheidungen unterstützen. © Authors
Im GEniUS-Vorhaben (Gesundheitsökonomie und Environmental Burden of Disease im Umweltschutz) wurde eine Informationsdatenbank erstellt, in der aktuelle relevante nationale und internationale wissenschaftliche Studien zu umweltbedingten Krankheitslasten (EBD) und - kosten hinterlegt sind. Das Ziel besteht darin, Argumentationshilfen für umweltpolitische Maßnahmen bereitzustellen. Die Projektziele wurden anhand von fünf Arbeitspaketen (AP) verfolgt: AP1: Recherche von Environmental Burden of Disease-Studien, AP2: Recherche von Studien zu Krankheitskosten durch Umweltbelastungen, AP3: Bewertung der recherchierten Studien, AP4: Erstellung einer Informationsmatrix und AP5: Durchführung einer Defizitanalyse. Zusätzlich wurde eine umfassende Liste von Umweltstressoren, die aus der Sicht des Themenfeldes Umwelt und Gesundheit für Deutschland relevant sind, erstellt.Quelle: https://www.umweltbundesamt.de
INTRODUCTION Neben den Auswirkungen von Feinstaub (PM2,5) auf die Gesundheit von Bevölkerungen sind die resultierenden Krankheitskosten als zusätzliche Information in politischen Entscheidungsfindungsprozessen zunehmend relevant. Im UKAGEP-Projekt wurde die feinstaubbedingte Krankheitslast für Deutschland monetarisiert. METHODS Im ersten Schritt wurde anhand der Environmental Burden of Disease-Methode die Krankheitslast für das Jahr 2018 berechnet, die in Deutschland auf Feinstaub zurückgeführt werden kann. Zur Monetarisierung der Krankheitslast wurde zum einen der Value of Statistical Life (VSL) mit einer ökonomischen Bewertung eines statistischen Lebens in Höhe von ca. 6,3 (2,4-7,2) Mio. âą und zum anderen der Value Of a statistical Life Year (VOLY) mit einer Bewertung eines statistischen Lebensjahres in Höhe von 58.623 (36.646-146.582) âą verwendet. Statistische Unsicherheiten bei der Krankheitslast und den VSL- und VOLY-Werten wurden berücksichtigt und anhand von unteren und oberen Schätzern dargestellt. RESULTS Die feinstaubbedingte Gesamtkrankheitslast belief sich im Jahr 2018 auf 290.702 (194.265-391.112) Disability-Adjusted Life Years. Bei Verwendung des VOLY-Ansatzes entspricht dies Krankheitskosten von etwa 17 (7-57) Mrd. âą . Bei ausschließlicher Betrachtung der Mortalität wurden 15.652 (10.390-21.466) attributable Todesfälle berechnet. Unter Verwendung des VSL-Ansatzes entspricht dies Kosten von etwa 98 (25-124) Mrd. âą . CONCLUSIONS/OUTLOOK Der VSL- und der VOLY-Ansatz haben den Vorteil, dass sie die indirekten und intangiblen Kosten berücksichtigen. Letztere werden in der Regel bei der Berechnung der Krankheitskosten nicht betrachtet, weil dort lediglich die direkten Behandlungskosten einfließen. Der VSL-Ansatz führt zu deutlich höheren Kosten, weil im Vergleich zum VOLY-Ansatz das Sterbealter nicht berücksichtigt wird und daher alle Todesfälle mit demselben monetären Wert versehen werden. Der VOLY-Ansatz differenziert nach Sterbealter und ist daher dem VSL-Ansatz vorzuziehen. Quelle: 18. Jahrestagung DGEPI "Epidemiologie im Wandel - Innovationen und Herausforderungen" : 26.-28. September 2023, Würzburg ; Abstractbook / Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie. Ulm: DGEPI, 2023
Hintergrund: <BR>Die Politik benötigt fachliche Grundlagen, um Entscheidungen im komplexen Themenfeld Umwelt und Gesundheit treffen zu können. Sowohl Informationen zu umweltbedingten Krankheitslasten als auch zu deren monetärer Bewertung (Krankheitskosten) können bei der Politikberatung eingesetzt werden, da mithilfe dieser Methoden die Auswirkungen von Umweltstressoren in Form von verlorenen gesunden Lebensjahren oder verursachten Kosten dargestellt werden können. Das Forschungsvorhaben GEniUS (Gesundheitsökonomie und Environmental Burden of Disease im Umwelt-Schutz) fasst Studien zu diesen Konzepten mit dem Ziel zusammen, Argumentations- und Entscheidungshilfen zur Beurteilung umweltpolitischer Problemstellungen bereitzustellen. <BR>Methode: <BR>Die systematische Literaturrecherche schloss 40 biologische, chemische und physikalische Risikofaktoren mit gesundheitlicher Relevanz für Deutschland ein. Die identifizierten Studien wurden in eine Datenbank aufgenommen und die essentiellen Informationen benutzerfreundlich aufbereitet. Die Datenbank enthält (a) allgemeine Angaben zur Studie und zur verwendeten Methode; (b) den geografischen Bezugsraum; (c) den/die untersuchten Umweltstressor(en); (d) die gesundheitlichen Effekte des Stressors; (e) die Ergebnisse (Krankheitslasten oder -kosten) und (f) die in der Studie genannten Limitationen. Anhand eines im Projekt entwickelten Kriterienkatalogs wurden die Studienqualität und Validität der Ergebnisse, die Unsicherheiten der Studien, die Übertragbarkeit der Studienergebnisse auf Deutschland sowie die Verwertbarkeit der in der Datenbank erfassten Studien für die Umweltpolitik in Deutschland bewertet. Die anschließende Defizitanalyse erfasst derzeit bestehende Datenlücken. <BR>Ergebnis: <BR>In der Datenbank sind 42 Krankheitslasten- und 44 Krankheitskostenstudien enthalten sowie deren Bewertungen mittels Kriterienkatalog. Lediglich sieben Studien beziehen sich auf Deutschland (fünf zu Krankheitslasten, zwei zu Krankheitskosten). Für einige der betrachteten Stressoren gibt es mehrere Studien (z. B. für Feinstaub, Lärm, Schimmel, Passivrauch), andere wurden weder in Studien zu Krankheitslasten noch -kosten bearbeitet (z. B. perfluorierte Chemikalien, Weichmacher, Pflanzenschutzmittel). Die Übertragbarkeit der Ergebnisse der recherchierten Studien auf die Situation in Deutschland ist oftmals eingeschränkt, da sich die Rahmenbedingungen (wie Umweltzustand, Bevölkerungsstruktur, Preisentwicklungen etc.) von denen in Deutschland unterscheiden. Häufig wurde zudem die Studienqualität als nicht ausreichend bewertet. Ebenfalls wurde deutlich, dass nicht alle für die Bewertung der Studie erforderlichen und für notwendig erachteten Angaben in allen Publikationen vorhanden sind. Häufig fehlen beispielsweise Daten zu stressorattributablen Gesundheitsendpunkten und Expositions-Wirkungsfunktionen. Ebenfalls konnte aufgezeigt werden, dass Kostendaten aus unterschiedlichen Quellen (z. B. Daten des Statistischen Bundesamtes) vorhanden sind, diese jedoch derzeit nicht für Krankheitskostenanalysen nutzbar sind, da sie z. B. bisher nicht mit attributablen Risiken von Erkrankungen verknüpft wurden. Diskussion: <BR>Das GEniUS Projekt fasst die derzeit verfügbare Studienlage zu umweltbedingten Krankheitslasten und -kosten zusammen. Eine Prioritätensetzung, basierend auf der aktuellen Studienlage, ist insofern limitiert, als dass aufgrund fehlender Quantifizierungen als wichtig eingestufte Stressoren nicht mit einbezogen werden können. Das Projekt identifiziert die bestehenden Datenlücken in Deutschland sowie in den betrachteten Studien. Trotz dieser Datenlücken können die Ergebnisse aus dem GEniUS Projekt unterstützend als Argumentationshilfe in der Politik herangezogen werden. Die Bewertung der Studien ermöglicht einen schnellen Überblick über deren Qualität.<BR>In: 10. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie: "Epidemiologie als innovatives Fach- Status und Perspektiven"; Abstraktband. Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke: Potsdam, S. 221-222
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 19 |
| Land | 2 |
| Type | Count |
|---|---|
| Förderprogramm | 7 |
| Text | 2 |
| unbekannt | 12 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 14 |
| Offen | 7 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 21 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Dokument | 2 |
| Keine | 17 |
| Webseite | 4 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 16 |
| Lebewesen und Lebensräume | 21 |
| Luft | 16 |
| Mensch und Umwelt | 21 |
| Wasser | 16 |
| Weitere | 21 |