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Grundwassermessstelle Gräben Süd (Messstellen-Nr.: 37404700)

Die Grundwasser-Messstelle mit Messstellen-ID 37404700 wird vom Landesamt für Umwelt Brandenburg betrieben, in Zuständigkeit des Standorts LfU Potsdam_S. Sie befindet sich in Gräben Süd (ca. 1,2 km südwestl. Gräben, Waldweg zur Sandgrube). Die Messstation gehört zum Beschaffenheitsmessnetz. Die Messstellenart ist Beobachtungsrohr. Nummer des Bohrloches: Hy Gräb 1/2001. Der Grundwasserleiter wird beschrieben als: GWLK 2 (weitgehend bedeckt). Der Zustand des Grundwassers wird beschrieben als: frei. Der zugehörige Grundwasserkörper ist: DEGB_DEBB_HAV_BP_1. Der Messzyklus ist 4 x monatlich. Die Anlage wurde im Jahr 2001 erbaut. Ein Schichtverzeichnis liegt vor. Das Höhenprofil in diesem System ist: Messpunkthöhe: 99.76 m Geländehöhe: 98.80 m Filteroberkante: 68.7 m Filterunterkante: 66.7 m Sohle (letzte Einmessung): 66.71 m Sohle bei Ausbau: 66.7 m Die Messstelle wurde im Höhensystem NHN92 eingemessen.

Fortsetzung der Trockenaussandung im Quarzsandtagebau Dorsten-Freudenberg der Firma Sandgrube Boer GmbH in Dorsten

Die Firma Sandgrube Boer GmbH beabsichtigt, die bestehende Trockenaussandung bis 5 m oberhalb des Grundwasserspiegels fortzusetzen. Die Betriebsfläche soll ca. 15,9 ha betragen, wovon ca. 5,2 ha unverritzt sind. Das Vorhaben ist gemäß § 11 Abs. 3 Nr. 2 UVPG als hinzutretendes kumulierendes Vorhaben einzustufen und bedarf gemäß § 1 Nr. 1 b) dd) der UVPV-Bergbau einer allgemeinen Vorprüfung des Einzelfalls. Im Rahmen der Vorprüfung wurde festgestellt, dass für das beantragte Vorhaben keine Verpflichtung zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsvorprüfung besteht.

Rahmenbetriebsplan mit Umweltverträglichkeitsprüfung für die Erweiterung der Quarzsandgrube Bocksrück, Gemarkung Unternschreez, gemeinde Haag, Landkreis Bayreuth

Der Sandgewinnungsbetrieb Bocksrück der Bocksrück SandGrube GmbH & Co. KG plant eine Erweiterung seiner bereits vorhandenen Quarzsandgrube. Das bestehende Abbauareal liegt im Landkreis Bayreuth, auf der Flur „Im Bocksrücker Sand“ der Gemarkung Unternschreez, Gemeinde Haag. Aufgrund des aktuellen Abbaufortschritts sollen durch das Vorhaben zusätzliche Erweiterungsflächen auf dem Flurstück 32/5 der Gemarkung Forst Thiergarten (ebenfalls Gemeinde Haag) sowohl in östlicher (10,2 ha) wie auch in südlicher Richtung (10,1 ha) geschaffen werden. Die Süderweiterung ist bereits genehmigt und wird lediglich überplant um ein stimmiges Gesamtkonzept zu erhalten. Durch die Erschließung der Erweiterungsflächen will der Betreiber den zukünftigen Sandabbau am Standort sicherstellen. Dabei soll bei einer jährlichen Abbaumenge von etwa 50.000 m³ über die nächsten Jahrzehnte ein Rohstoffvorrat von rund 2,4 Mio m³ abgebaut werden.

Prozesswasser-Recycling - Innovative Prozesswasseraufbereitungsanlage

Das mittelständische Logistikunternehmen Neumann Transporte und Sandgruben GmbH & Co. KG gehört zur Neumann Gruppe GmbH mit Sitz in Burg und ist als Dienstleister in der Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft tätig. In Reesen (Sachsen-Anhalt) gibt es eine Schlackenassaufbereitungsanlage, in der die Asche aus Müllverbrennungsanlagen einen Nassaufbereitungsprozess durchläuft. Die Schlackenassaufbereitung ist ein sehr wasserintensiver Prozess, bei dem Abwässer mit hohen Salzfrachten entstehen. Bisher werden die prozessbedingten Abwässer aufwändig aufbereitet, per Straßentransport in eine Industriekläranlage befördert und entsorgt. Für den Aufbereitungsprozess der Schlacke werden Prozessfrischwassermengen benötigt, die aktuell dem Grundwasserreservoir entnommen werden. Um den Transportaufwand für die Abwässer zu vermeiden und die Grundwasserentnahme zu minimieren, plant das Unternehmen mittels innovativer Abwasseraufbereitung (Umkehrosmose) einen nahezu geschlossenen Stoffkreislauf zu schaffen. Gleichzeitig verbessert sich damit auch die Qualität des mineralischen Rückstandes, so dass von einer besseren Verwertbarkeit auszugehen ist. Das in der Umkehrosmose entstehende Konzentrat (Permeat) soll in einer Vakuumverdampfungsanlage am Standort des Müllheizkraftwerks Rothensee behandelt werden. Gleichzeitig können Synergien am Standort der Abfallverbrennungsanlage genutzt werden, wie bspw. die Abwärme aus der Kraft-Wärme-Kopplung, das nahezu ammoniakfreien Destillats der Verdampferanlage für technische Zwecke und das Permeat der Umkehrosmose als Kühlwassernachspeisung für den Kühlturm. Die Innovation des neuen Verfahrens besteht darin, dass mittels Kombination und Weiterentwicklung bereits bestehender Recyclingverfahren erstmalig Prozesswasser aus der Schlackeaufbereitung behandelt und der Stoffkreislauf nahezu geschlossen werden kann. Insgesamt kann der Einsatz von Frischwasser nahezu vollständig ersetzt und weitgehend auf Grundwasserentnahmen verzichtet werden. Zusätzlich können Lärmemissionen, Energieverbrauch und Deponievolumen reduziert werden. Im Übrigen können mit der Umsetzung des Projekts jährlich 1.728 Tonnen CO 2 -Äquivalente, also etwa 86 Prozent, eingespart werden. Branche: Wasser, Abwasser- und Abfallentsorgung, Beseitigung von Umweltverschmutzungen Umweltbereich: Wasser / Abwasser Fördernehmer: Neumann Transporte und Sandgruben GmbH & Co. KG Bundesland: Sachsen-Anhalt Laufzeit: seit 2019 Status: Laufend

Karte der oberflächennahen mineralischen Rohstoffe 1 : 50 000 (KOR50) - Gewinnungsstellen

Karte mit Lagepunkten zu aktiven Steine-Erden-Gewinnungsstellen. Aus den Attributwerten können die Lokalbezeichnung des Gewinnungsbetriebes, die Rohstoffgruppe sowie die petrographische Bezeichnung des hereingewonnenen Gesteins entnommen werden

Sandgrube Glane (Firma Scheele Sand + Kies GmbH & Co. KG)

Die Scheele Sand + Kies GmbH & Co. KG, Wildeshausen, beabsichtigt die Neuaufnahme eines Sandabbaus nordwestlich der Stadt Wildeshausen. Die vorgesehene Abbaufläche weist eine Größe von etwa 9,5 ha auf und liegt nördlich der Bundesautobahn 1 bei Aumühle. Es ist vorgesehen, den Sand im Trockenabbau-verfahren zu gewinnen und per Lkw über die Glaner Straße (K 242) abzutransportieren. Eine Aufbereitung oder Weiterverarbeitung des Materials vor Ort erfolgt nicht. Der Standort für den geplanten Sandabbau liegt nordwestlich der Kreisstadt Wildeshausen, nördlich der Bundesautobahn 1 bei Aumühle. Die Größe der Antragsfläche beträgt insgesamt etwa 9,5 ha. Zu Nachbarflurstücken und bestehenbleibenden Wegen wird ein Sicherheitsabstand von mindestens 5 m eingehalten. Abzüglich des Sicherheitsstreifens ergibt sich eine Nettoabbaufläche von rd. 8,9 ha. Der Abbau erfolgt in 4 Abbauabschnitten. Die gewinnbaren Sande innerhalb der Abbaufläche betragen nach Abzug des Oberbodens und der nicht abbaubaren Rohböschungen rund 673.000 m³.

Planfeststellungsverfahren für die Zulassung des bergrechtlichen Rahmenbetriebsplans für den Neuaufschluss und Betrieb einer Kies- und Sandgrube im Gewann Riedmatten auf der Gemarkung Meißenheim, Landkreis Ortenaukreis

Die Fa. Zürcher Bau GmbH beantragt mit Planunterlagen vom November 2023 die Zulassung des bergrechtlichen Rahmenbetriebsplans für den Neuaufschluss und Betrieb einer Kies- und Sandgrube im Gewann Riedmatten auf der Gemarkung Meißenheim. Da im Zuge des Rohstoffabbaus in den Grundwasserhorizont eingeschnitten wird und hierbei ein grundwassergespeister Baggersee entsteht, soll die Rohstoffgewinnung im Nassabbau erfolgen. Für die Aufbereitung des gewonnenen Rohstoffmaterials im Kieswerk am neuen Werksstandort wird zudem die immissionsschutzrechtliche Genehmigung und für die Errichtung des Werkhofes, Boothauses und Sanitärcontainers die baurechtliche Genehmigung beantragt. Die Betriebsfläche umfasst insgesamt ca. 22,78 ha, wovon die unmittelbare Abbaufläche (Baggerseefläche) ca. 11,90 ha einnimmt. Für den Rohstoffabbau wird ein Zeitraum von 15 Jahren veranschlagt. Die Zulassung des bergrechtlichen Rahmenbetriebsplans bedarf nach § 52 Abs. 2a Bundesberggesetz der Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens. Im Zulassungsverfahren ist auch über die immissionsschutzrechtliche und baurechtliche Genehmigung zu entscheiden. Das Regierungspräsidium Freiburg, Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau, Referat 97, Landesbergdirektion, ist zuständige Planfeststellungsbehörde. Des Weiteren besteht für das Vorhaben nach § 6 Satz 1 des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung i. V. m. § 1 Nr. 1b) bb) der Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung bergbaulicher Vorhaben die Pflicht zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung. Zum Zeitpunkt des Beginns des Zulassungsverfahrens liegen folgende entscheidungserhebliche Berichte zum Vorhaben vor: Erläuterungsbericht zum Vorhaben, Bodengutachten, schalltechnisches Gutachten, Staubprognose, Bauantrag, immissionsschutzrechtlicher Antrag, Eingriffs- und Ausgleichsbewertung, artenschutzrechtlicher Fachbeitrag, landschaftspflegerischer Begleitplan, Natura 2000-Erheblichkeitsvorprüfungen, hydrogeologischer Fachbeitrag, UVP-Bericht.

LSG Lindhorst - Ramstedter Forst

Gebietsbeschreibung Das LSG liegt am Südrand der Colbitzer Heide zwischen den Orten Colbitz im Norden und Wolmirstedt im Süden. Es erstreckt sich etwa 7 km in Ost-West-Richtung und 2 km in Nord-Süd-Richtung. Das Schutzgebiet gehört überwiegend zur Landschaftseinheit Altmarkheiden. Der östlichste Teil nördlich von Rogätz reicht bereits bis in das Tangergebiet. Die Landschaft ist flachwellig reliefiert und steigt von Süd nach Nord von etwa 50 m auf zirka 80 m über NN an. Der Dornberg im Osten ist mit 105 m über NN die höchste Erhebung, er markiert das östlichste Ende einer Endmoräne. Das Gebiet wird vor allem durch großflächige Forste geprägt. Wie in der gesamten Colbitz-Letzlinger Heide dominieren Kiefern, nur im östlichen Teil bei Ramstedt und Heinrichshorst sind auch großflächige Laubmischwälder vorhanden. Sie enthalten vor allem Eichen und Hainbuchen sowie bei Heinrichshorst Rot-Buchen. Im Quellgebiet einiger Fließgewässer, des Mühlengrabens bei Ramstedt und des Grenzgrabens östlich Heinrichshorst, stocken Feuchtwälder mit Eschen und Schwarz-Erlen. Die Landschaft um Colbitz wird von einer weiten, flachen Senke geprägt. Hier wie auch bei Mose und Samswegen dominieren weiträumige, relativ strukturarme Ackerflächen. Einen besonderen Blickfang für den auf der Bundesstraße vorbeifahrenden Betrachter bietet die bei Colbitz stehende Windmühle. Die Feldfluren des Tangergebietes bei Angern sind durch Feldgehölze und Baumreihen stärker gegliedert. Die sich aus dem Waldgebiet um Heinrichshorst nach Osten durch die Feldflur ziehenden Gräben werden durch Gehölzreihen in der Landschaft optisch betont. Grünlandnutzung prägt die Niederung des Hägebachtales zwischen Colbitz und Samswegen. Kleinere Grünlandflächen gibt es auch bei Angern. Das einzige größere Fließgewässer, der Hägebach, ist überwiegend naturfern ausgebaut. In seinem Oberlauf wurde er durch Einleitungen aus Colbitz sehr stark verschmutzt. Bei Samswegen ist die Bachaue durch Erlengehölze und Feuchtwiesen landschaftlich attraktiv gegliedert. Stillgewässer sind in Form kleinerer Abgrabungen vorhanden. Bei Ramstedt wird der Mühlgraben zu einem Teich gestaut. Innerhalb der Grenzen des Landschaftsschutzgebietes liegen nur die Orte und Weiler Lindhorst, Schricke, Ramstedt und Friedrichshöhe. Im Gebiet von Lindhorst befinden sich Bungalowsiedlungen innerhalb von Waldflächen. Ein optischer Störfaktor ist die an der Bundesstraße B 189 gelegene große Sandgrube. Genauso optisch störend wie auch ökologisch bedenklich ist die einen Quadratkilometer große und Dutzende von Metern hohe Kalihalde („Kalimandscharo“) des Kalisalzbergbaues Zielitz. Die Halde liegt nördlich Loitsche innerhalb der Grenzen des LSG. Vor allem von Süden, aber auch von Westen ist die Halde schon aus vielen Kilometern Entfernung sichtbar und hat mit zum Namen ”Zielitzer Schweiz” für diese Gegend beigetragen. Die salzhaltigen Emissionen haben zu einer starken Schädigung der umliegenden Wälder geführt. Landschafts- und Nutzungsgeschichte Die ältesten Spuren des Menschen im LSG stellen in Rogätz und Loitsche gefundene Werkzeuge dar; sie sind 200 000 Jahre alt. Nachweise mittelsteinzeitlicher Fischer- und Sammler-Populationen fanden sich auf den Dünen bei Lindhorst und am Ufer des verlandeten Sees bei Mose. Die jungsteinzeitlichen Fundstellen verteilen sich um Colbitz und sind auch bei Lindhorst und nordöstlich von Samswegen dicht belegt. Andere Zentren befanden sich um Rogätz, Loitsche und Farsleben am Rande des LSG. Als älteste Ackerbauernkultur ist im LSG die Stichbandkeramik durch Funde bei Lindhorst nachgewiesen. Fundstellen bei Mose und Rogätz erbrachten Nachweise der Rössener Kultur. Die Mehrzahl der Fundstellen jedoch ist jünger und gehört der Schönfelderkultur an, die den späten Abschnitt der Jungsteinzeit repräsentiert. Eine beinahe lückenlose Abfolge der jungsteinzeitlichen Kulturen ist nur bei Samswegen belegt, wo beispielsweise für die Alttiefstichkeramikkultur eine ausgedehnte Siedlung mit einer Fläche von 400x500 m auf dem Haidberg nachgewiesen ist. Die heute von Wald bedeckten Gebiete zwischen Colbitz und Rogätz sowie zwischen Colbitz und Samswegen haben bislang fast keine Funde erbracht, doch dürfte dies primär darauf zurückzuführen sein, daß in Waldgebieten eine Landesaufnahme erschwert wird und sich im wesentlichen auf oberirdisch sichtbare Denkmale beschränkt.Während die Gegend um Samswegen bis in die Eisenzeit hinein dicht besiedelt blieb, ist für die Gegend um Colbitz erst jetzt eine Zunahme der Siedlungen erkennbar. Dies änderte sich in der römischen Kaiserzeit, für die die Fundstellen allgemein ausdünnen. Im 7. Jahrhundert griffen slawische Stämme auf das Gebiet westlich der Elbe über und nahmen auch die Gegend um Colbitz in Besitz. Ihr Gebiet wurde bereits am Ende des 8. Jahrhundert dem Frankenreich einverleibt, als die Elbe-Saale-Grenze restauriert und das Grenzland durch Burgbezirke gefestigt wurde. Mehrere wüste Siedlungen sind für das Mittelalter belegt, darunter auch eine Burganlage, Odenburg genannt. Im Bereich der Altmarkheiden kam es im Zuge der deutschen Ostkolonisation im Mittelalter zu einer intensiven Rodungsphase. Innerhalb der großflächigen Wälder entstanden Dörfer und Ackerflächen wachsender Ausdehnung. Im 14. Jahrhundert und später während des Dreißigjährigen Krieges wurden viele Ansiedlungen wieder wüst und ehemals ackerbaulich genutzte Flächen wurden aufgegeben. Die Wälder um Colbitz waren bis in das 19. Jahrhundert mit den Hütungsvorrechten der umliegenden Gemeinden belastet. Die Flächen wurden zur Waldweide genutzt, wie zahlreiche Hude-Eichen im Bereich des Dornberges bezeugen. Nach Ablösung dieser Vorrechte (Gerechtsame) im Laufe des vorigen Jahrhunderts erfolgte die Aufforstung fast ausschließlich mit Kiefer. Im westlichen Teil des LSG ist das Vorkommen der Linde seit dem Mittelalter bekannt und hat sicher auch zur Namensgebung des Ortes Lindhorst beigetragen. Der Schwerpunkt des Vorkommens der Linde liegt heute westlich des LSG im bekannten Naturschutzgebiet „Colbitzer Lindenwald“. Jedoch auch innerhalb der Grenzen des LSG existiert noch ein lindenreicher Mischwald, der heute als „Flächenhaftes Naturdenkmal“ geschützt ist. Von der Aufforstung mit Kiefer blieb der Colbitzer Lindenwald verschont. Er gehörte zum sogenannten perpetuellen Gehege, das sich die Erzbischöfe vom nahegelegen Magdeburg als Jagdgehege reserviert hatten. Hier war es für die Bevölkerung streng verboten, Vieh zu hüten, Gras zu schneiden und Laub als Einstreu für die Haustiere in den Stallungen zu rechen. Aus den Abschätzungswerken der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts geht hervor, daß die Böttcher in den umliegenden Dörfern sowie die Schiffswerften in Tangermünde das Eichenholz aus der Colbitzer Gegend außerordentlich schätzten. Im Gegensatz zu den normalerweise auf feuchtem Untergrund gewachsenen Stiel-Eichen mit breiten Jahresringen und daher mit einem großen Anteil an hartem Spätholz, besitzt die Stiel-Eiche von den grundwasserfernen Standorten um Colbitz einen engen Jahresringaufbau mit gleichem Anteil an Früh- und Spätholz. Außer zur Gewinnung von Bauholz konnten die Eichen ebenso für Furnierholz verwendet werden. Von der Qualität her wurde die Colbitzer Eiche oft mit der gelobten Spessarteiche verglichen. Die dominierende Flächennutzung im LSG ist noch heute die Forstwirtschaft. Vor allem um Colbitz und Samswegen wird auf reicheren Böden intensiver Ackerbau betrieben. Bereits im 19. Jahrhundert wurde in Colbitz die Heidebrauerei gegründet, die das in der Region beliebte Heide-Pils und Heide-Bockbier produziert. Seit 1973 wird in Zielitz, unmittelbar an der Grenze des LSG, ein großes Kalisalzbergwerk betrieben. Die Abraumhalden wurden auch innerhalb der Grenzen des LSG angelegt und führten zu einer ökologischen Beeinträchtigung der Wälder. Die Halden, Fördertürme und -bänder sowie Gleisanlagen unmittelbar an der Grenze und auch innerhalb des LSG stören das Landschaftsbild erheblich. Geologische Entstehung, Boden, Hydrographie, Klima Das LSG befindet sich am Südost-Rand der pleistozänen Hochfläche der Colbitz-Letzlinger Heide. Im Norden und Osten des LSG stehen überwiegend sandige Ablagerungen der Saale-Vereisung an der Oberfläche an, die zum Teil nur gering mächtig sind. Geschiebemergel der Saale-Vereisung ist nördlich Samswegen oberflächennah verbreitet. Eisrandlagen mit zugehörigen Endmoränenzügen queren das Gebiet von Nordwesten nach Südosten nördlich Wolmirstedt und nordwestlich Rogätz (Letzlinger, Paxförder und Schermen-Buckauer Randlage). Das Grundwasser aus dem Bereich der Colbitz-Letzlinger Heide fließt aufgrund veränderter hydrogeologischer Verhältnisse (geringe Mächtigkeit, verringerte Wasserwegsamkeit) am Rand der Hochfläche den Vorflutern zu (Quellgebiet der Bäche). In den Bachniederung sind humose Sedimente des Holozän, teilweise Niedermoor, abgelagert. Das LSG umfaßt zwei Bodenlandschaften: die Samswegener Platte und die Colbitz-Letzlinger Heide. Die Saalekaltzeit hat in diesem Gebiet sehr unterschiedliche Ablagerungen hinterlassen, zum Beispiel Geschiebemergel, Schmelzwassersande und -kiese und so weiter. In der darauffolgenden Eemwarmzeit fand eine tiefgreifende Verwitterung, Abtragung, Wiederablagerung und auch Talbildung statt, so daß ein Mosaik unterschiedlicher Substrate entstand. Während der nächsten Kaltzeit - der Weichselkaltzeit - lagerten sich in diesem Gebiet äolische Sedimente ab, im Gebiet der Colbitz-Letzlinger-Heide der Geschiebedecksand, Decklehm über Geschiebemergel auf der Samswegener Platte. Diese äolische Schicht ist zirka 50 cm mächtig. An ihrer Unterkante befindet sich eine sehr markante Steinsohle, in der auch die bekannten Windkanter zu finden sind. Es entstanden Mehrschichtböden wie Sand über Lehm, Decklehm über Lehm, Sand über Sand, Sand über Bändersand, Sand über Schluff, und je nach den Eigenschaften der Substrate Böden, die zur Staunässe neigen und in der Regel als Acker genutzt werden, sowie Böden, in deren Profil Sand über unterschiedlichen Sanden zu finden ist, die teilweise als Acker, meist aber als Waldstandorte genutzt werden. In den Senken gibt es Sand-Humusgleye bis Sand-Anmoorgleye - sandige, grundwasserbeherrschte, stark humose anmoorige Sandböden. Diese Böden werden in der Regel als Grünland genutzt, zum Teil durch Entwässerungsmaßnahmen verändert. Auf der Samswegener Platte findet sich statt des Geschiebedecksandes Sandlöß als oberste Schicht, so daß in diesem Gebiet Pseudogley-Tschernoseme entstanden sind. Die grobkörnigen Substrate der Heidehochflächen sind arm an Fließ- und Standgewässern. Das Niederschlagswasser versickert und tritt in den quelligen Randgebieten der Heide zutage. Im LSG entspringen der Hägebach bei Colbitz, der Wiepgraben bei Mose, der Wehrgraben bei Schricke und der Mühlengraben bei Ramstedt. Diese Bäche entwässern nach Süden zur Ohre. Im Osten des Gebietes entspringt der Grenzgraben, der zum Mahlwinkeler Tanger abfließt. Der Grundwasserspiegel liegt im LSG überwiegend in über 40 m Tiefe. Nur in den Niederungen liegt er in 2 bis 5 m und in Abschnitten der Hägebachniederung in weniger als 2 m Tiefe. Das Grundwasser der Colbitz-Letzlinger Heide stellt ein bedeutendes Trinkwasserreservoir dar. Westlich Colbitz wird das Wasser für die Trinkwasserversorgung Magdeburgs aus Tiefbrunnen entnommen. Das Wasserschutzgebiet dieser Brunnen erstreckt sich bis in den westlichen Teil des LSG. Das Landschaftsschutzgebiet befindet sich im Übergangsbereich vom subatlantisch getönten Klima der Altmarkheiden zum subkontinental geprägten Klima des mitteldeutschen Trockengebietes und des Elbetales. Während die Niederschläge im langjährigen Mittel in den Heiden etwa 560 mm betragen, sinken sie am Südrand auf etwa 500 mm ab (Wolmirstedt 501 mm). Die Jahresmitteltemperatur beträgt 8,5°C, die mittlere Julitemperatur 17,5°C. Pflanzen- und Tierwelt Die potentiell natürliche Vegetation des Gebietes würde in dem Übergangsgebiet von den subatlantisch getönten Altmarkheiden zu den klimatisch subkontinental beeinflußten Bereichen des Tangergebietes durch einen Übergang von reinen Rotbuchenwäldern zu den Traubeneichen-Hainbuchenwäldern des mitteldeutschen Trockengebietes geprägt. Der Flattergras-Buchenwald, dessen Krautschicht von mäßig anspruchsvollen Arten beherrscht wird, ist bei Heinrichshorst noch vorhanden. Binnendünenfelder bei Mose würden einen bodensauren Drahtschmielen-Buchenwald tragen. Auf den durch hoch anstehendes Grundwasser beeinflußten Gleyen und stauwasserbeeinflußten Staugleyen wäre ein Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald ausgebildet. Gleye aus sandigem Substrat würden einen Pfeifengras-Eichenwald tragen. Auf Niedermoorböden der Hägebachaue und im Quellgebiet des Mühlgrabens wären Erlenbruchwälder entwickelt. Die heutige Vegetation wird dagegen von relativ artenarmen Kiefernforsten und Äckern dominiert. Am Westrand bei Lindhorst befinden sich, ähnlich wie im angrenzenden Naturschutzgebiet „Colbitzer Lindenwald“, lindenreiche Eichen-Hainbuchenwälder. Auch bei Ramstedt und um Heinrichshorst erstrecken sich größere Eichen-Hainbuchenwälder, deren Ausdehnung sicher nutzungsbedingt sind. Auf dem Dornberg ist ein hudewaldartiger, lichter Eichenwald entwickelt. Die alten Eichen stehen im lockeren Bestand, eine Strauchschicht ist nicht vorhanden. Die Krautschicht wird nicht von waldtypischen, sondern eher von Arten trocken-magerer Rasengesellschaften dominiert. Vorherrschend sind Rotes Straußgras, Ruchgras, Weiches Honiggras und Geschlängelte Schmiele. Daneben treten Kleines Habichtskraut, Zypressen-Wolfsmilch, Kleiner Sauerampfer, Tüpfel-Hartheu, Dreizahn und Pillen-Segge auf. Die für die Colbitzer Heide typischen Hude-Eichenwälder entstanden durch die bis in das vorige Jahrhundert praktizierte Waldweide. Das weidende Vieh zerstörte die waldtypische Kraut- und Strauchschicht und ließ auch keine Jungbäume aufkommen. Nur Eichen wurden aufgrund ihrer Bedeutung für die Schweinemast gefördert. In diesem Jahrhundert konnten sich halboffene Hudewälder vor allem in militärischen Übungsgebieten durch den Aufenthalt von Truppen und Fahrzeugen erhalten. Im Gebiet des Dornberges befand sich eine Raketenstellung der sowjetischen Truppen, die zwar für das Offenhalten der Bestände, aber auch für zahlreiche Verletzungen an den Eichen sorgte. Die Hudewälder der Colbitz-Letzlinger Heide sind wertvolle Zeugen alter Nutzungsgeschichte und bieten gefährdeten, höhlenbrütenden Vogelarten wie Wiedehopf, Mauersegler und Mittelspecht Brutplätze. Ebenfalls nahe des Dornberges befindet sich ein Bestand des Flattergras-Buchenwaldes, der vermutlich unter natürlichen Bedingungen in den Altmarkheiden eine weitaus größere Verbreitung hätte. Es handelt sich um einen hallenartigen Buchenwald mit gering entwickelter Strauchschicht. In der Baumschicht ist fast ausschließlich die Rot-Buche vorhanden. Gelegentlich trifft man einzelne Trauben-Eichen oder Hainbuchen an. Unter anderem befinden sich in der Krautschicht Vielblütige Weißwurz, Einblütiges Perlgras, Busch-Windröschen, Echte Sternmiere, Maiglöckchen, Wald-Flattergras und Knaulgras. Typische Vogelarten sind Waldlaubsänger, Buchfink und Schwarzspecht. Die frischen bis feuchten Erlen-Eschenwälder der Quellbereiche weisen eine im Frühjahr blütenreiche Krautschicht mit Maiglöckchen, Wald-Veilchen, Busch-Windröschen, Lerchensporn und Hoher Schlüsselblume auf. Die Kiefernforste sind relativ arm an Tier- und Pflanzenarten. Im Unterstand dehnen sich oft dichte Bestände der aus Nordamerika stammenden Späten Traubenkirsche aus, die heute als forstliche Problempflanze angesehen wird. In der Krautschicht dominieren Geschlängelte Schmiele, Heidelbeere und andere Säurezeiger. Lichte Kiefernbestände der Colbitzer Heide sind Brutplätze von Baumfalke und Ziegenmelker. Breitere Wegraine, Waldränder und Brachflächen im Randbereich von Sandgruben tragen kleinflächige Sandmagerrasen. Sie werden von Heide-Nelke, Berg-Jasione, Silbergras, Gras-Nelke, Frühlings-Spark und Sand-Strohblume gebildet. Vereinzelt tritt noch die Gemeine Küchenschelle auf. Die im Frühsommer farbenprächtigen Bestände sind wertvolle Insektenlebensräume. Auf den landwirtschaftlichen Flächen sind die Wildkrautgesellschaften aufgrund der intensiven Bewirtschaftungsweise auf wenige herbizidresistente Arten zusammengeschrumpft. Grünland ist im wesentlichen in der Bachniederung des Hägebaches vorhanden. Auf grundwassernahen Niedermoorstandorten sind hier Engelwurz-Kohldistel-Wiesen ausgebildet. Es kommen Breitblättriges Knabenkraut, Bach-Nelkenwurz, Sumpf-Sternmiere und Sumpf-Dreizack vor. Im LSG tritt eine artenreiche Tierwelt auf. An Vogelarten brüten neben den bereits genannten unter anderem Wespenbussard, Rotmilan, Waldkauz, Waldohreule, Bunt-, Klein- und Grünspecht, Rebhuhn, Waldschnepfe, Hohl-, Turtel- und Ringeltaube, Pirol, Kernbeißer, Wendehals, Wintergoldhähnchen, Mönchs-, Garten-, Dorn- und Sperbergrasmücke, Goldammer, Ortolan, Nachtigall, Rauch- und Mehlschwalbe sowie Kolkrabe. Lurche und Kriechtiere sind im Hägebachtal unter anderm mit Erdkröte, Rotbauchunke, Teich- und Kammolch vertreten. Weiterhin wurden Wechselkröte, Blindschleiche, Zaun- und Waldeidechse nachgewiesen. Von der Säugerfauna sind Rothirsch, Reh, Wildschwein, Feldhase, Kaninchen, Dachs, Fuchs, Baum- und Steinmarder, Wiesel und Eichhörnchen anzutreffen. Entwicklungsziele Das LSG soll in erster Linie der Erhaltung der großflächigen Wälder im Bereich der landschaftlich reizvollen südlichen Colbitzer Heide dienen. Mit den Wäldern ist ein beliebtes Naherholungsgebiet und ein charakteristischer Ausschnitt am Übergang der Altmarkheiden zum Tangergebiet und zur Ohreniederung sowie ein wertvoller Lebensraum wildlebender Pflanzen- und Tierarten gesichert. Die Weiterentwicklung von naturverträglichem Tourismus sollte unter Schonung ökologisch sensibler Bereiche wie der Laubwälder um Heinrichshorst oder der Hägebachniederung erfolgen. Die Forste sind langfristig in naturnähere Wälder umzubauen. Die Nutzung sollte stellenweise durch Einzelstammentnahme erfolgen. Auf größere Kahlschläge ist zu verzichten. Waldmäntel aus standortgerechten Straucharten sind in den Bereichen der Waldränder zu fördern. Lichtungen innerhalb der Wälder, die als Grünland oder kleinflächige Äcker genutzt werden, sollten erhalten werden. Alte Hudeeichen sind als wertvolle Lebensräume einer artenreichen Insektenfauna sowie gefährdeter Vogelarten zu schützen und nicht zu nutzen. Die landwirtschaftlichen Flächen könnten durch die Anlage von Hecken, Baumreihen und Flurgehölzen gegliedert und damit landschaftsästhetisch und ökologisch aufgewertet werden. Die noch naturnah erhaltenen Abschnitte der kleinen Fließgewässer sind zu erhalten. An den ausgebauten Abschnitten des Hägebaches sollte die Nutzung im Schonstreifen extensiviert werden. Zumindest einseitige Gehölzstreifen aus Schwarz-Erle sind im Randstreifen anzulegen. Langfristig könnten die ausgebauten Fließgewässer unter Entwicklung eines geschwungenen Verlaufs und natürlichen Profils wieder renaturiert werden. Eine weitere Genehmigung von Bodenabbau innerhalb des LSG ist abzulehnen. Vorhandene Abbauflächen sind zu rekultivieren. Ehemals militärisch genutzte Flächen am Dornberg sind unter Schonung der Eichenbestände zu sanieren. Zur Weiterentwicklung der Erholungsnutzung kann das Radwegenetz vervollständigt werden. Ein Wanderwegenetz innerhalb der Wälder ist heute bereits in ausreichender Dichte vorhanden. Exkursionsziele Wälder im Randbereich des Lindenwaldes bei Colbitz Von Colbitz aus fährt man mit dem Fahrrad nach Westen in Richtung Jägerstieg. Etwa 500 m westlich des Colbitzer Ortsrandes biegt man nach Südwesten in die Kiefern- und Laubmischwälder ein. Nach etwa 1,5 km führt ein Querweg nach Süden. Nach weiteren 2 km ist der Ort Samswegen erreicht. In Samswegen überquert man den Hägebach und verläßt den Ort wieder in nördliche Richtung, um am östlichen Rand der Hägebachniederung nach Lindhorst zu fahren. Linkerhand erstrecken sich von Grünland und Erlenreihen geprägte Niederungswiesen. Nach 2,5 km ist der Ort Lindhorst erreicht. Zwischen Lindhorst und dem unweit gelegenen Colbitz bildet eine Windmühle einen Blickfang. Laubmischwälder bei Heinrichshorst Mit dem Kraftfahrzeug fährt man auf der Straße von Colbitz nach Angern etwa 3,5 km in östliche Richtung, bis am rechten Straßenrand ein Schild auf die Siedlung ”Heinrichshorst” hinweist. Hier biegt man nach rechts auf einer befahrbaren Forststraße in den Wald ein und erreicht nach wenigen hundert Metern das Jagdhaus Heinrichshorst. Der repräsentative Bau, ein ehemaliges Jagdschloß, wurde um die Jahrhundertwende von einem Fabrikanten errichtet. Das Eingangstor wird von zwei lebensgroßen Bronzehirschen gesäumt. Von hier aus kann man die Laubwälder im Bereich des Dornberges auf verschiedenen Wegen zu Fuß erkunden. Direkt südlich des Jagdhauses stellt ein Rotbuchenwald eine Besonderheit innerhalb der sonst von Kiefern und Eichen geprägten Colbitzer Heide dar. Die angrenzenden Wälder sind teils reich strukturierte Eichen-Hainbuchenwälder. Auf der Anhöhe des Dornberges, die noch vor wenigen Jahren als Raketenstellung gesperrt war, ist ein lichter Wald mit alten Eichen vorhanden. Wolmirstedt Am Südrand des LSG liegt an dem Flüßchen Ohre die Stadt Wolmirstedt. Bis zum 13. Jahrhundert mündete hier die Ohre in die Elbe, so daß die Stadt eine Bedeutung als wichtiger Übergang über beide Flüsse hatte. Gleichzeitig war Wolmirstedt das Tor zur Altmark. Im Jahre 730 n.Chr. traf Karl der Große hier zu Verhandlungen auf die Ostsachsen und Slawen des ostelbischen Raumes. Der strategisch wichtige Ort wurde durch eine Burg geschützt, die für das Jahr 1009 erstmalig erwähnt wird. Um Wolmirstedt konkurrierten jahrhundertelang die Grafen der Nordmark und die Erzbischöfe von Magdeburg. Letztere ließen die Burg im 15. und 16. Jahrhundert großzügig ausbauen. Ein Blickfang im Innenhof der heute noch erhaltenen Anlagen ist die im Jahr 1480 aus Backstein erbaute Kapelle. Die filigrane Gliederung der Strebepfeiler und des Portals verweist auf die klassischen Vorbilder in Tangermünde und Werben. Das frühere Gutshaus der Stiftsdomäne ist ein beeindruckender Barockbau aus dem Jahre 1732. Später wurde es mehrfach umgebaut. Ansonsten hat die als Wohnstadt für die Bergarbeiter des 1973 in Betrieb genommenen Kaliwerkes Zielitz umgestaltete Stadt nur wenig historische Bausubstanz. Es dominieren großflächige Neubausiedlungen in Plattenbauweise. Eine Ausnahme im Stadtbild ist der ehemalige Gasthof ”Zum Schwarzen Adler”, ein sehenswerter zweigeschossiger Fachwerkbau. In der Glindenberger Straße zeigt das Kreisheimatmuseum zahlreiche Exponate zur Historie der Stadt und ihrer Umgebung. Von Bedeutung sind insbesondere die Funde aus der Ausgrabung der Hildagsburg, eines großen slawischen Burgwalles am Rande des Elbetales. Auf den „Kalimandscharo“ Seit Mai 1999 lockt die größere der beiden Abraumhalden des Kalibergbaubetriebes Zielitz zum 90 m hohen Gipfel. Über die Wälder des LSG reicht der Blick von oben oder zum Schiefen Turm der Bundesgartenschau in Magdeburg. Bis zum Ausblick sind mindestens 2 Kilometer Fußtour und Steigungen bis 16 Prozent zu bewältigen. Da die Begehung bei laufendem Betrieb erfolgt, sind nur angemeldete Führungen möglich. Etwa zwei bis drei Stunden sind für die Tour einzuplanen, bei der es nicht nur vieles zu sehen, sondern von den Bergführern auch Interessantes über den Kalibergbau zu hören gibt. veröffentlicht in: Die Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts © 2000, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISSN 3-00-006057-X Die Natur- und Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts - Ergänzungsband © 2003, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISBN 3-00-012241-9 Letzte Aktualisierung: 21.07.2020

LSG Dölauer Heide

Gebietsbeschreibung Das zirka 740 ha große Waldgebiet der Dölauer Heide erstreckt sich im Nordwesten der Stadt Halle zwischen den Ortsteilen Dölau, Heide-Nord, Kröllwitz, Heide-Süd und Nietleben sowie der Saalkreisgemeinde Lieskau. Das LSG liegt im Osten der Landschaftseinheit Östliches Harzvorland an der Grenze zur Landschaftseinheit Unteres Saaletal. In dem Landschaftsschutzgebiet ergibt sich eine deutliche landschaftliche Differenzierung. Beginnend mit dem Langen Berg (129,5 m über NN) und sich nach Südwesten mit der Bischofswiese und dem Kolkturmberg (132,5 m über NN), dem Schwarzen Berg (129,0 m über NN) und dem Roten Berg (126,8 m über NN) fortsetzend, durchzieht ein Plateaurücken die Dölauer Heide. Von schmalen, steilen Abhängen begrenzt, überragt dieser die Umgebung um mehr als 20 Meter. Kurze, steil ansteigende Kerbtälchen und Erosionsschluchten, wie die Wolfsschlucht, gliedern die Plateauränder. Im Süden schließt sich die flache Zscherben-Nietlebener Platte an, die die Saaleaue hier im Westen begrenzt. Östlich der Bischofswiese erstreckt sich die durch den Krankenberg (111,0 m über NN) sowie durch kleine flachere oder steilere Porphyrhärtlingskuppen reliefierte Kröllwitzer Platte. Den nordwestlichen Teil des Gebietes durchzieht schließlich eine in tertiäre Lockersedimente eingebettete, kaum wahrnehmbare weite Talung, die vom Hechtgraben entwässert wird. Landschafts- und Nutzungsgeschichte Während der älteren Trichterbecherkultur bestand in der Dölauer Heide eine bedeutende, etwa 20 ha umfassende Befestigung der Baalberger und der Salzmünder Kultur. Sie erstreckte sich auf das Plateau der Bischofswiese und bezog auch noch den südlichen Teil des Langen Berges in ihre Umwehrung mit ein. Zum Tonberg und zum Schwarzen Berg sowie zum Sporn des Langen Berges hin war die Siedlung durch vier bis sechs Gräben abgeriegelt, die sich teilweise noch als Bodenwellen im Gelände abzeichnen. Der Sporn des Langen Berges diente während der älteren Trichterbecherkultur als Bestattungsplatz. In der jüngeren Trichterbecherkultur wurde der Sporn vom Volk der Bernburger Kultur aufgesucht und mit einer Palisade befestigt. In der Bernburger Siedlung fand sich eine Salzsiederstätte, wobei die Sole vermutlich aus den Giebichensteiner Quellen geschöpft wurde. Es handelt sich hier um den ältesten Nachweis der Salzgewinnung aus Sole in Mitteleuropa und belegt für Halle eine über 4 500 Jahre alte Salzsiedetradition. Die Bewohner der Bernburger Kultur errichteten einem ihrer Häuptlinge auf dem Gelände der Bischofswiese einen mächtigen Grabhügel mit steinerner Grabkammer, die mit Ritzzeichen an den Wänden geschmückt ist und das Bild der Dolmengöttin zeigt. Die durch Tierknochen dokumentierte Artenzusammensetzung läßt für die Zeit der Trichterbecherkultur auf eine Umwelt schließen, die zum einen Lebensraum für Wildtiere wie Hirsch, Wildschwein, Reh und Dachs bot und demnach bewaldet war sowie zum anderen Haustiere wie Rind, Schaf, Ziege und Schwein beherbergte, was auf Wiesen und lichte Eichenmischwälder hindeutet, die in unmittelbarer Nähe zur Siedlung lagen. Als Kulturpflanzen wurden Emmer, Einkorn und Gerste angebaut. Auf die Trichterbecherkultur folgte die Kultur der Schnurkeramik, die das Plateau zwischen Langem Berg und Schwarzem Berg als Begräbnisstätte nutzte und dort an den Rändern entlang eine Kette von Grabhügeln errichtete. Die Anwesenheit von Menschen in der Dölauer Heide am Ende der Jungsteinzeit und in der frühen Bronzezeit belegen einzelne Bestattungen. Während der jüngeren Bronzezeit siedelten sich dann wieder Bevölkerungsgruppen auf der Bischofswiese und dem Langen Berg an und befestigten ihre Siedlung abermals mit einem Graben. Auch sie waren als Salzsieder tätig, wie zahlreiche Briquetagefunde bezeugen. Am Ende der Bronzezeit brach die Besiedlung in der Dölauer Heide ab. Nach urkundlichen Unterlagen und Flurnamenbefunden des 10. Jahrhundert erstreckte sich die Dölauer Heide innerhalb der Linie Kröllwitz-Lettin-Salzmünde-Zorges-Zscherben-Nietleben-Kröllwitz. Während der um diese Zeit ablaufenden Binnenkolonisation und während der Stadterweiterung von Halle im 12. Jahrhundert wurden die Waldbestände für den Bau der Block- beziehungsweise Fachwerkhäuser sowie für Feuerungszwecke von der Bevölkerung sehr stark dezimiert. Ein Pollendiagramm belegt, daß ab dem 13./14. Jahrhundert die Wälder um Halle bewirtschaftet und durch die sich herausbildende Mittelwaldwirtschaft geprägt waren und die für den Hausbau und die Schweinemast benötigten Eichen gefördert wurden. Am Ende des 16. Jahrhunderts ging die Dölauer Heide in Staatseigentum übergegangen. Der Administrator Christian Wilhelm führte eine planmäßige Pflege der Waldbestände ein. Er ließ die Bischofswiese aufforsten, baute sich hier ein Jagdhaus und unterhielt einen großen Tier- und Wildpark, in dem er jagen konnte. Mit dem Übergang der Dölauer Heide in kurfürstlich-brandenburgischen Besitz im Jahre 1680 und dann 1701 in königlich-preußisches Eigentum wurde eine zweckmäßige und rationelle Bewirtschaftung eingeführt. Trotz des Verbots wurden von den Anwohnern ständig Ziegen, Schafe und sonstiges Vieh in die Heide getrieben, das die Waldbestände schädigte. Wegen des trostlosen Zustandes der Wälder als Folge der übermäßigen Nutzung und der Einsicht, daß diese unbedingt geschützt werden müssen, sind im Herzogtum Magdeburg im 17. und 18. Jahrhundert diesbezügliche Gesetze und Verordnungen erlassen worden. Dies blieb anscheinend jedoch ohne den gewünschten Erfolg. Im 18. Jahrhundert wurden als wichtigste Holzarten Eiche, Kiefer und Birke genannt. Auf über der Hälfte der Holzbodenforstfläche stockten Nadelhölzer. Der Holzbedarf stieg durch Zunahme der Bevölkerung und durch neue Verwendungszwecke sprunghaft an. Nach dem Einzug der französischen Armee in Halle im Oktober 1806 schlugen in der Dölauer Heide viele Einwohner aus der Stadt und der Umgebung ohne Genehmigung Bäume für den Eigenbedarf. Noch größere Schäden als diese Holzdiebstähle fügte der einsetzende Bergbau der Dölauer Heide zu. Nach zahlreichen kleineren Sandgruben folgten um 1840 Kohlenschächte. Als Folge der Bergbautätigkeit unter Tage kam es an mehreren Stellen zu Senkungen. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde mit der Umwandlung der übernommenen Laubwaldungen in schnellwüchsige und ertragreiche Kiefernforste begonnen. Mit dem Übergang zum Hochwaldbetrieb begann die Intensivierung in der Forstwirtschaft. Die Fläche zwischen der Westgrenze der Heide und dem Lindbusch wurde nach Abschluß der Bergbautätigkeit um 1870 bis 1890 mit Kiefer, weniger mit Eiche und Rot-Buche, aufgeforstet und erreichte damals schon ungefähr die gegenwärtige Flächenausdehnung. Ab 1825 beeinflußte der in und um Nietleben und unter der westlichen Heide anfangs im Tiefbau, später im Tagebau umgehende Braunkohlenabbau nicht nur das Landschaftsbild durch Einsturztrichter, Restlöcher und den Heidesee, sondern vor allem auch die Grundwasserverhältnisse nachhaltig. Einst vorwiegend von agrarisch genutzten Flächen umgeben, erfolgte ab dem I. Weltkrieg eine allmähliche, und mit der Entwicklung der großen Neubaugebiete Halle-Neustadt und Heide-Nord einhergehende großflächige Bebauung des heidenahen Umlandes, die sich aktuell weiter fortsetzt. Hinzu kommen die zerschneidenden Wirkungen der S-Bahnstrecke und der vielbefahrenen Straße nach Harzgerode, die das Waldgebiet durchqueren. Obgleich damals noch weit vor den Toren der Stadt gelegen, widmeten sich bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts hallesche Bürger der Erschließung der Heide für die Erholung. Als erste Heidegaststätte öffnete 1848 der „Waldkater“. Die einzige herausragende touristische Attraktion, der auf dem Kolkturmberg gebaute Aussichtsturm, entstand bereits 1880. Die Bischofswiese war als Rastplatz ein zweiter Anziehungspunkt in der Heide. Die weitere Geschichte der Erholungsnutzung in der Dölauer Heide ist seit 1904 eng verbunden mit dem Wirken mehrerer Heidevereine. Ihrer Bedeutung als beliebtes städtisches Naherholungsgebiet Rechnung tragend, erfolgte schließlich 1972 die Unterschutzstellung als LSG. Geologische Entstehung, Boden, Hydrographie, Klima Die Festgesteine im Untergrund der Dölauer Heide entstanden zwischen Rotliegendem und Trias. Im LSG sind Zechstein und Trias nicht zu beobachten. Die rotliegenden Porphyre stehen dagegen in Kuppen am Waldkater und am Dachsberg bzw. vom Kuhberg an. Zwischen den Kuppen und in Dölau erhielt sich der weiße wasserstauende Kaolin, der sich vor Ablagerung der tertiären Sedimente durch Verwitterung der Porphyre bildete. In Tertiär wurde der Kaolin umgelagert und in Kapseltone beziehungsweise Stubensande sortiert. Diese Sande bestimmen im wesentlichen den Untergrund der Dölauer Heide. Nördlich von Nietleben schalten sich Braunkohlenflöze in die tertiären Sedimente ein, die zum Teil im Tiefbau gewonnen wurden und deren Gewinnung im Tagebau den Heidesee hinterließ. Als charakteristische Festgesteine des Tertiärs entstanden die "Knollensteine", als die bei der Kaolinisierung freigewordene Kieselsäure (Quarz) Sande und Tone verfestigte. Die tertiären Sedimente werden vom Langen Berg über die Bischofswiese bis zum Schwarzen Berg durch Schmelzwasserkiese des Quartärs (Saalekaltzeit, Drenthestadium) bedeckt und vor Abtragung geschützt, so daß sich eine relativ ebene Hochfläche mit steilen Rändern bilden konnte. Zwischen dem Halle-Neustädter Friedhof und dem Lindbusch sowie am Krankenhaus Dölau wird die Hochfläche durch Geschiebemergel des Drenthestadiums bedeckt, der beim Abtauen des Inland-Gletschers hinterlassen wurde. Während der letzten Weichselvereisung wurde der Sand ausgeblasen und eine Steinsohle mit Windkantern blieb zurück, auf die eine geringmächtige Schicht äolischer Sedimente (Löß bis Flugsand) abgelagert wurde, die im Bereich der Heide völlig in die humose Bodenbildung der Jetztzeit (Holozän) einbezogen wurde. Die bodenkundliche Situation wird flächig dadurch bestimmt, daß über tertiären Sanden sowie über glazifluviatilen Sanden ein gering mächtiger weichselkaltzeitlicher Flugsand liegt, der an seiner Unterkante durch eine Steinsohle mit Windkantern gut zu erkennen ist. Aufgrund dieser Situation treten in der Dölauer Heide Eisen-Humus-Podsole aus pleistozänem Sand über tertiärem Sand, Braunerde-Podsole aus lehmigem Sand über pleistozänem Schmelzwassersand und verschiedene Pseudogleye auf, in denen sandiges Material über tonigem Material wie Kapselton und kaolinisiertes Material zu finden ist. In den Bachniederungen, zum Beispiel des Hechtgrabens nahe dem Heidebahnhof, tritt Humusgley aus Sand auf. Dort, wo noch Reste des Geschiebemergels vorhanden sind, kommen sandige Braunerden und Parabraunerden vor. Die an der Oberfläche auftretenden Porphyrkuppen werden von Rankern bis hin zu Braunerden überdeckt. Im Bereich des Heidesees finden sich rekultivierte Kippböden des Braunkohlenbergbaus. Der oberirdische Abfluß der Niederschläge erfolgt über wenige kleine Fließgewässer und Gräben. Im westlichen Bereich der Heide ist der Abfluß zur Salzke orientiert, im Norden erfolgt er über den Hechtgraben direkt zur Saale. Herthateich und Rehteich und einige schmale wasserführende Gräben treten als stehende Oberflächengewässer in der Heide auf. Sie sind durch veränderte Grundwasserverhältnisse und fehlende Zuflüsse heute weitgehend ausgetrocknet und weisen nur noch eine temporäre Wasserführung auf. Als markantes Oberflächengewässer erstreckt sich am Südrand der Heide bei Nietleben der fast 1 km lange und durchschnittlich 300 m breite Heidesee. Dieses auch als Bruchfeldsee benannte Gewässer entstand 1954 durch Flutung und Grundwasseranstieg des Tagebaurestloches der ehemaligen Braunkohlengrube Neuglück Der See gehört jedoch nicht mehr zum LSG. Die Dölauer Heide und die Stadt Halle liegen in der Übergangsregion vom niederschlagsarmen Binnenlandklima im Lee des Harzes (Herzynisches Trockengebiet) zum niederschlagsreicheren Binnenlandklima der Leipziger Tieflandsbucht. Kennzeichen sind ein mittlerer Jahresniederschlag unter 500 mm und ein ausgeprägter Jahresgang des Niederschlages mit Maximalwerten in den Sommermonaten und Minimalwerten im Winter. Dies verdeutlicht das Überwiegen der kontinentalen Klimaprägung mit warmen, strahlungs- und niederschlagsreichen Sommern sowie kalten, relativ trockenen Wintern. Die an der nahegelgenen Klimastation Halle-Kröllwitz im Saaletal gemessenen Werte von 0,3oC Januar- und 18,7oC Julitemperaturmittel gelten im wesentlichen auch für die Dölauer Heide, wenngleich das höher gelegene Waldgebiet vor allem im Sommer etwas kühler ist. Pflanzen- und Tierwelt Heute sind brombeerreiche Kiefern-Eichen-Mischbestände der am häufigsten vorkommende Forsttyp in diesem Landschaftsschutzgebiet. Daneben kommen in geringerem Umfang Kiefern-Reinbestände vor. Vorwiegend auf den Sandböden der Heide stocken brombeereiche Eichen-Dominanzbestände, die aus Trauben- und Stiel-Eiche in wechselnden Anteilen aufgebaut sind und einen hohen Altholzanteil besitzen. Einzelne Waldflächen sind durch das Vorkommen der Rot-Buche gekennzeichnet. Neben den artenarmen Reinbeständen dieser Art finden sich Mischbestände, in die Trauben- und Stiel-Eiche, Hainbuche und Winter-Linde eingestreut sind. Nur in den beiden Naturschutzgebieten „Lindbusch“ und „Bischofswiese“ finden sich noch einzelne naturnähere Ausprägungen eines winterlindenreichen Eichen-Hainbuchenwaldes. An dem Westrand des Lindbusches kommt kleinflächig ein naturnaher Hainbuchen-Feldulmen-Hangwald vor. An den Rändern der Dölauer Heide wird durch Siedlungstrukturen, Verkehrswege, aber auch durch intensive landwirtschaftliche Nutzung die Entwicklung von naturnahen Waldrandstrukturen weitgehend verhindert. Waldmäntel fehlen oder sind im allgemeinen nur schmal entwickelt, unter den Schirm angrenzender Bäume gedrängt und sehr lückig strukturiert. In ihrer Artenzusammensetzung finden sich oft nitrophile Arten und standortfremde Gehölze. Nur am Südrand der Dölauer Heide kommen noch gut ausgeprägte Waldmantelgebüsche vor, die dem Schlehen-Liguster-Gebüsch (Ligustro-Prunetum) zugeordnet werden können. Aktuelle Verbreitungsmuster ausgewählter Pflanzenarten innerhalb der Dölauer Heide lassen im Vergleich mit früheren Angaben allgemeine Florenveränderungen erkennen. Durch Eutrophierung, Immissionsschäden und frühere forstliche Nutzungsweisen sind die Vorkommen vieler seltener Arten deutlich zurückgegangen. Typische Arten des winterlindenreichen Eichen-Hainbuchenwaldes lassen nur geringe Veränderungen ihrer Vorkommen erkennen. Die Ausbreitung von Neophyten und Gartenflüchtlingen, die ehemals von den Rändern ausging, hat im gesamten Heidegebiet stark zugenommen. Die Dölauer Heide ist in einem Umkreis von etwa 10 km das größte zusammenhängende Waldgebiet. In ihr existiert eine reichhaltige Fauna mit zumeist typischen Wald- beziehungsweise Waldrandbewohnern. Sie gehört zu den vogelreichsten Gebieten der Umgebung von Halle und wird an avifaunistischer Artenvielfalt nur durch die üppigen Auengehölze an Saale und Elster übertroffen. Der im Nordwesten gelegene Winterschlafplatz der Waldohreulen hatte zeitweise sogar überregionale Bedeutung. Im derzeitigen Brutvogelbestand sind mit Mittelspecht, Rotmilan, Schwarzmilan und Wespenbussard nur noch vier Rote Liste-Arten Sachsen-Anhalts als Brutvögel nachweisbar. Ihre Aktionsräume sind flächenübergreifend, ihre Brutreviere liegen insbesondere in den ungestörteren und naturnäheren Wald- und Forstgesellschaften des Westteiles der Dölauer Heide. Mit 46 terrestrisch lebenden Arten, darunter drei Arten der Roten Liste Sachsen-Anhalts, erweist sich die Schneckenfauna der Dölauer Heide als relativ artenreich. Dabei weist die Dölauer Heide ein spezifisches Faunenbild auf, das in Sachsen-Anhalt keine Parallele kennt. Entwicklungsziele Die Dölauer Heide hat als flächenmäßig größtes stadtnahes Waldgebiet für eine naturnahe Erholung eine wichtige Bedeutung. Forstliche Nutzungsansprüche sind daher Naturschutz- und Erholungsfunktionen unterzuordnen. Durch eine ökologisch orientierte Waldbewirtschaftung sind vielfältige, reich strukturierte Laubmischwälder aus den Baumarten der potentiell natürlichen Vegetation, das heißt Trauben-Eiche, Hainbuche und Winter-Linde, als Hauptbaumarten zu entwickeln. Daneben bleiben einige Kiefern-Laubholz-Mischbestände erhalten. Eingestreut sind weiterhin einzelne Buchenabteilungen. Nachpflanzungen nichtheimischer Baumarten werden nicht mehr vorgenommen. Ein Netz gut gekennzeichneter Haupt- und Nebenwege lenkt Erholungssuchende durch die Dölauer Heide. Breite Säume entlang der Wege und an Wegekreuzungen, die je nach Standortbedingungen von unterschiedlicher Artenzusammensetzung sind, erhöhen die Habitatvielfalt im Wald und führen zu einer Bereicherung des Naturerlebens. Dazwischen liegen nur wenig zugängliche Waldgebiete, die Rückzugsgebiete und Ruhezonen für die Fauna darstellen. Einzelne Erholungsschwerpunkte, wie der Heidesee, der Kolkturmberg mit seinem Aussichtsturm, randlich gelegene Ausflugsgaststätten und Waldspielplätze, bleiben als attraktive Ausflugsziele bestehen.Diese Besucherlenkung wird den Störungseinfluß und den Belastungsdruck auf andere Waldteile zu reduzieren. Exkursionsvorschläge Vom Hubertusplatz aus führt der zentrale Hauptweg vorbei an der Gaststätte „Waldkater“ direkt zum Aussichtsturm Kolkturmberg. Bis dorthin werden die verschiedenen Wald- und Forstgesellschaften durchquert. Vom Kolkturm aus bietet sich ein herrlicher Rundblick über die Dölauer Heide und die verschiedenen Landschaften um die Stadt Halle, vom Saaledurchbruch durch den Halleschen Vulkanitkomplex über die Porphyrkuppenlandschaft mit dem von Sendeanlagen und der Kirche gekrönten Petersberg bis hin zu den Kupferschiefer- und Kalihalden des Mansfelder Hügellandes. Der Kolkturmweg führt dann direkt weiter bis zum Heidesee, einem Restgewässer des Braunkohlenbergbaues, und von dort entlang des Waldrandes und der Salzmünder Straße beziehungsweise über Nietleben zur S-Bahn. Mehrere Tafeln informieren entlang des Weges über die Dölauer Heide und ihre Tier- und Pflanzenwelt. Von der Straßenbahn-Endhaltestelle in Kröllwitz aus läuft man am besten im Wald parallel zum Brandbergweg und zur Waldstraße bis zur Gaststätte „Knolls Hütte“. Dabei werden verschiedene Waldgesellschaften berührt. Anschließend werden nacheinander die Bischofswiese und der Schwarze Berg erreicht. Auf letzterem befinden sich freigelegte Grabhügel der Schnurkeramikkultur mit wiederhergestellten Steinkistengräbern. Vor dem Aufstieg zur Bischofswiese informiert am Sandbergweg eine Tafel über die urgeschichtliche Besiedelung. Im Bereich des Plateaus dieser Berge können die durch Ausgrabungen freigelegten urgeschichtlichen Siedlungsspuren besichtigt werden. Vom Schwarzen Berg aus führt der Weg zurück bis zum am Fuße des Kellerberges gelegenen Rehteich. Vom Kellerberg aus bieten sich einige reizvolle Ausblicke. Neben der Bischofswiese beherbergt auch der Kellerberg noch einige seltene thermophile Pflanzenarten. Auf dem vom Hubertusplatz zum Heidebahnhof führenden Naturlehrpfad erreicht man dann vom Kellerberg aus den S-Bahnhaltepunkt Heidebahnhof. veröffentlicht in: Die Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts © 2000, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISSN 3-00-006057-X Die Natur- und Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts - Ergänzungsband © 2003, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISBN 3-00-012241-9 Letzte Aktualisierung: 07.10.2019

Früher Sandgrube, heute Lebensraum für Zauneidechse und Kreuzkröte

Steimbke – Aus dem Bereich der ehemaligen Sandentnahme in Klein Varlingen in der Samtgemeinde Steimbke lagen Nachweise von Zauneidechsen und Kreuzkröte vor. Doch die Fläche war über die Jahre mit Gehölzen zugewachsen, die Gewässer sowie die südexponierten Hänge lagen im Schatten. Die Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM) schlug deshalb zusammen mit den Landfrauen Nienburg vor, das Biotop aufzuwerten. Die Gemeinde Steimbke stimmte dem Vorhaben als Flächeneigentümer zu, sodass der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) die Arbeiten im Gebiet zusammen mit der ÖSSM umsetzen konnte. Diese Arbeiten fanden im Rahmen des EU-geförderten Integrierten LIFE-Projektes „Atlantische Sandlandschaften“ statt. Aus dem Bereich der ehemaligen Sandentnahme in Klein Varlingen in der Samtgemeinde Steimbke lagen Nachweise von Zauneidechsen und Kreuzkröte vor. Doch die Fläche war über die Jahre mit Gehölzen zugewachsen, die Gewässer sowie die südexponierten Hänge lagen im Schatten. Die Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM) schlug deshalb zusammen mit den Landfrauen Nienburg vor, das Biotop aufzuwerten. Die Gemeinde Steimbke stimmte dem Vorhaben als Flächeneigentümer zu, sodass der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) die Arbeiten im Gebiet zusammen mit der ÖSSM umsetzen konnte. Diese Arbeiten fanden im Rahmen des EU-geförderten Integrierten LIFE-Projektes „Atlantische Sandlandschaften“ statt. „Zauneidechsen brauchen ein kleinflächiges nebeneinander aus Licht und Schatten, Versteckplätzen und offenen Sandflächen, in denen Sie ihre Eier ablegen und von der Sonne ausbrüten lassen können“, erklärt Projektleiter Tom Kutter vom NLWKN. „Der Standort in Klein Varlingen war uns als Lebensraum von Kreuzkröte und Zauneidechse auch durch Hinweise der Landfrauen schon länger bekannt. Die kleine Heidefläche wurde bislang manuell freigehalten. Die Sandgrube selbst aber drohte aber durch ein Zuwachsen der Fläche und Verschattung durch hohe Bäume an den Rändern der Grube für die Arten verloren zu gehen und die Pflege war händisch nicht mehr zu bewältigen“, sagt Thomas Beuster von der ÖSSM. Kreuzkröte und Zauneidechse stehen unter strengen Schutz und sind in den Anhängen der Europäischen Fauna-Flora Habitat-Richtlinie aufgeführt. „Die Gemeinde hat das Vorhaben von Anfang an unterstützt“, so Thorsten Deede, Bürgermeister der Samtgemeinde Steimbke. Aus Mitteln des Integrierten EU LIFE Projektes Atlantische Sandlandschaften konnten im Jahr 2022 die Fläche von Gehölzen freigestellt und die Gewässer entschlammt werden. Die Arbeiten mit Forstmaschine und Bagger wurden durch einen eintägigen Freiwilligeneinsatz der ÖSSM unterstützt, um händisch günstige Strukturen für die kleinen Reptilien zu schaffen. Nun wurde auch eine Infotafel am Standort aufgestellt. „Die Infotafel soll die Besucher dafür sensibilisieren, sich in der Fläche umsichtig zu verhalten und den Kröten und Reptilien nicht zu nahe kommen“, betont Tom Kutter. Hundebesitzerinnen und – Besitzer werden zudem darum gebeten, ihre Hunde nicht in den flachen Amphibiengewässern baden zu lassen. Dies kann den empfindlichen Laich der Kreuzkröten schädigen. Die Gemeinde wird die Flächen weiterhin mit Unterstützung ihres Bauhofes offenhalten und weitere Pflegeeinsätze mit der ÖSSM abstimmen. Auch die Landfrauen sind vor Ort aktiv und begleiten das Projekt weiterhin. Hintergrund zum Integrierten LIFE-Projekt „Atlantische Sandlandschaften“ Hintergrund zum Integrierten LIFE-Projekt „Atlantische Sandlandschaften“ Das Integrierte LIFE-Projekt setzt Maßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt in fast ganz Niedersachsen und weiten Teil Nordrhein-Westfalens um. Die beiden Bundesländer finanzieren 40 % des IP LIFE, die anderen 60 % werden durch die Europäische Kommission gefördert. Ansprechpersonen zum Projekt: Ansprechpersonen zum Projekt: Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer Thomas Beuster Hagenburger Str. 16 31547 Rehburg-Loccum E-Mail: beuster@oessm.org Tel. 05037-9670 NLWKN, IP LIFE „Atlantische Sandlandschaften“ Tom Kutter Tel: 0511/3034-3352 E-Mail: Thomas.Kutter@nlwkn.niedersachsen.de Kleingewässer vor Freistellung der Sandentnahme (Foto: Tom Kutter / NLWKN) Eine Zauneidechse beim Sonnenbad (Foto: Tom Kutter / NLWKN)

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