Zum Gebärdenvideo Auf einem Rundgang mit 42 Tafeln – davon 30 Tafeln mit außergewöhnlichen, detailstarken Fotos und 12 inklusiven Tafeln mit taktilen Elementen und einem Kunstobjekt – regt die Ausstellung „Bahnbrechende Natur“ dazu an, die Stadtnatur zu entdecken. Wegbeschreibung zum Besuch der Ausstellung für Menschen mit Seheinschränkung Zu allen Themen finden Sie auf den folgenden Seiten eine Hörfassung mit den Ausstellungstexten, ausführlichen Bildbeschreibungen und vereinzelt auch Tierstimmen. Sounddesign: picaroMedia Tierstimmen: Tierstimmenarchiv des Museums für Naturkunde Berlin Auf einzelnen Seiten finden Sie außerdem Gebärdenvideos. Der Natur-Park Schöneberger Südgelände ist eine Naturoase, die sich mitten in der Großstadt Berlin auf dem ehemaligen Rangierbahnhof Tempelhof entwickelt hat. Eine Besonderheit ist seine Verbindung von Natur, Bahnrelikten und Kunst. Um den Artenreichtum und die Naturentwicklung langfristig zu erhalten, wurde er 1999 als Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiet gesichert. Rücksichtnahme und die Achtung vor Tieren und Pflanzen tragen dazu bei, den Natur-Park Schöneberger Südgelände und seine Einrichtungen zu erhalten. Der Natur-Park Schöneberger Südgelände wurde 2021 erstmals von “Reisen für Alle” auf Barrierefreiheit geprüft und erhält die Zertifizierung bis Mai 2024. Hunde dürfen in den Natur-Park nicht mitgenommen werden. Im Natur-Park ist das Fahrradfahren nicht gestattet. Für Fahrräder stehen Stellplätze zur Verfügung. Das Verlassen des Steges im Naturschutzgebiet ist nicht erlaubt. Lassen Sie Blumen und Pflanzen an Ort und Stelle. Wild lebende Tiere dürfen nicht beunruhigt und Nester nicht zerstört werden. Das Sammeln von Früchten und Pilzen ist nicht gestattet. Müll ist in den dafür vorgesehenen Abfalleimern zu entsorgen. Grillen oder das Anlegen von Feuer ist nicht erlaubt. Der Besuch des Natur-Parks ist kostenpflichtig. Bitte lösen Sie Ihre Eintrittskarte an den Automaten der Eingänge (siehe Plan). Bild: Holger Koppatsch Natur-Park Schöneberger Südgelände Der Natur-Park verdankt seine Entstehung den politischen Entwicklungen nach Kriegsende, der Aufgabe des Rangierbahnhofs im geteilten Berlin, seinem besonderen ökologischen Wert inmitten der Stadt und dem Engagement einer Bürgerinitiative. Das Konzept einer Grüntangente wird entwickelt. Natur-Park Schöneberger Südgelände Weitere Informationen Bild: Andreas Langer Bahnbrechende Natur Der Natur-Park ist Lebensraum seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Ein Großteil der Fläche steht unter Naturschutz. Der etwa 18 Hektar große Park verfügt über zwei behindertengerechte Rundwege. Veranstaltungen und neue Wege der Umweltbildung verbinden Wissenschaft, Kunst und Naturschutz. Bahnbrechende Natur Weitere Informationen Bild: Konstantin Börner Technische Sehenswürdigkeiten Im Gelände finden sich einige Sehenswürdigkeiten. Solche aus der Bahnära wie der 50 Meter hohe, restaurierte Wasserturm - Wahrzeichen des Geländes, die 1940 gebaute Dampflokomotive 50 3707 sowie die restaurierte Drehscheibe. Die Beschleunigungsröhren sind zwei L-förmige, tunnelartige Installationen. Technische Sehenswürdigkeiten Weitere Informationen Bild: Carl Bellingrodt, Archiv Alfred Gottwald Geschichte und Entwicklung Der Natur-Park verdankt seine Entstehung den politischen Entwicklungen nach Kriegsende, der Aufgabe des Rangierbahnhofs im geteilten Berlin, seinem besonderen ökologischen Wert inmitten der Stadt und dem Engagement einer Bürgerinitiative. Das Konzept einer Grüntangente wird entwickelt. Geschichte und Entwicklung Weitere Informationen Bild: Archiv Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, Stadtentwicklungsamt Verschiebebahnhof Tempelhof Ende des 19.Jahrhunderts erforderte zunehmender Personen- und Güterverkehr den Neubau von Werkstätten und Rangierbahnhöfen. Die Gesamtleistung des Verschiebebahnhofs Tempelhof lag an zweiter Stelle unter den neun Rangierbahnhöfen Berlins. Hier wurden Züge der Dresdener und Anhalter Bahn abgewickelt. Verschiebebahnhof Tempelhof Weitere Informationen Bild: Archiv Geoportal Berlin Luftbilder 1953 · 1989 · 2015 Luftbilder von 1953, 1989 und 2015 lassen erkennen, wie sich die Natur das ehemalige Bahngelände nach und nach zurückerobert und sich immer stärker Gehölze ausbreiten. Inzwischen bedecken sie mehr als Zweidrittel des Geländes. Luftbilder 1953 · 1989 · 2015 Weitere Informationen Bild: Josef Vorholt Schutz und Pflege Der Natur-Park wird ab 1996 durch die Grün Berlin GmbH entwickelt, Baumaßnahmen werden großzügig durch die Allianz Umweltstiftung gefördert. 1999 wird das Gelände unter Schutz gestellt. Pflegemaßnahmen der Obersten Naturschutzbehörde steuern die Sukzession und verhindern eine vollständige Bewaldung. Schutz und Pflege Weitere Informationen Bild: Sebastian Hennigs Die Natur kehrt zurück Mit der Aufgabe der Bahnnutzung nehmen Tiere und Pflanzen das Gelände wieder in Besitz. Die Veränderung und zeitliche Abfolge unterschiedlicher Gemeinschaften aus Pflanzen und Tierarten wird „Sukzession“ genannt. Das Endstadium ist ein Waldtyp, der den jeweiligen Standortbedingungen entspricht. Die Natur kehrt zurück Weitere Informationen Bild: Archiv Geoportal Berlin/Luftbild 2011 Grüntangente und Biotopverbund Der Natur-Park ist mit dem Park am Gleisdreieck durch die Fuß- und Radwegeverbindung über den Flaschenhals-Park verbunden. Für den Erhalt der biologischen Vielfalt spielt der Biotopverbund eine große Rolle. Gerade Bahndämme sind dabei von besondere Bedeutung. Grüntangente und Biotopverbund Weitere Informationen Bild: Archiv Stiftung Naturschutz Berlin Natur und Kultur verbinden Die Stahl-Kunst von ODIOUS, Bahnrelikte und wilde Natur geben dem Natur-Park seinen besonderen Charakter. Im Gelände werden vielfältige Aktivitäten und Projekte rund um oder in Verbindung mit der Natur angeboten. Natur und Kultur verbinden Weitere Informationen Bild: Konstantin Börner Giardino Segreto Die Künstlergruppe ODIOUS errichtete mit 30 stählernen Kuben und Skulpturen auf dem 130 Meter langen und 22 Meter breiten ehemaligen Lagerplatz des Rangierbahnhofs einen Giardino Segreto, italienisch: „geheimer Garten“ . Giardino Segreto Weitere Informationen Bild: Grün Berlin/Frank Sperling Kunstobjekt Waldohreule Die Waldohreule ist Symbol für den Naturschutz. Für die Freilandausstellung schuf der Bildhauer Stephan Hüsch 2019 ein Kunstobjekt aus Kunststein, das in wesentlichen Zügen dem natürlichen Vorbild entspricht. Wie Waldohreulen aussehen und was sie besonders auszeichnet, erfahren Sie hier. Kunstobjekt Waldohreule Weitere Informationen Bild: Josef Vorholt Artenvielfalt dank Schutz und Pflege Auf den nährstoffarmen, trockenen Kies- und Schotterböden des ehemaligen Bahngeländes siedelte sich eine an diese Bedingungen angepasste Tier- und Pflanzenwelt an. Um die Lichtungen zu erhalten, wird dem Vordringen von Bäumen und Sträuchern durch Pflegemaßnahmen Einhalt geboten. Artenvielfalt dank Schutz und Pflege Weitere Informationen Bild: Paul Westrich Gefährdete Arten zwischen den Gleisen Viele gefährdete Insektenarten, wie Langhorn- und Seidenbiene, Heidegrashüpfer und Blauflügelige Ödlandschrecke kommen auf den Offenflächen vor. Das Wiesen-Habichtskraut hat hier eines seiner wenigen Vorkommen in Berlin. Ideale Lebensbedingungen findet die europaweit geschützte Zauneidechse. Gefährdete Arten zwischen den Gleisen Weitere Informationen Bild: Andreas Langer Blütenmeer im Gleisbett Die blütenreichen Wiesen ziehen viele Insekten, darunter Schmetterlinge an. Wie auch bei den Wildbienen sind viele an bestimmte Futterpflanzen gebunden. Der Schwalbenschwanz bevorzugt rotviolette bis blaue Blumen wie Natternkopf und Flockenblume, seine Raupe aromatische Doldenblütler wie Wilde Möhre. Blütenmeer im Gleisbett Weitere Informationen Bild: Kühne & Saure Artenreichtum auf engem Raum Wildbienen ernähren sich von Pollen und Nektar der Blüten. Etwa 30 % der Arten sind auf bestimmte Blühpflanzen angewiesen. Bienen sind weltweit die wichtigsten Bestäuber. Anders als die Honigbiene nisten Wildbienen im Boden, andere in Pflanzenstängeln. Mehr über ihren Lebenszyklus lesen sie hier. Artenreichtum auf engem Raum Weitere Informationen Bild: Konrad Zwingmann Lautstarke Hüpfer Im Natur-Park kommt u.a. der Heidegrashüpfer vor, eine typische Art der Sandtrockenrasen. Heuschrecken unterscheiden sich in ihrer Gestalt, aber auch in ihren Lauten, an denen sie sich wie Vögel erkennen lassen. Die Lauterzeugung geschieht auf unterschiedliche Weise. Lautstarke Hüpfer Weitere Informationen Bild: Wolfgang Brandmeier Gefiederte Rückkehrer Der Wald nimmt mehr als zwei Drittel des Geländes ein. Nachtigall und Buntspecht gehören zu den Vogelarten, die die parkartigen Waldbereiche bevorzugen. Der Neuntöter fühlt sich in den nur locker mit Gehölzen durchsetzten Flächen wohl. Stieglitze finden hier Samen aller Art und der Turmfalke Mäuse. Gefiederte Rückkehrer Weitere Informationen Bild: Holger Koppatsch Der Wald ist auf dem Vormarsch Hier lässt sich die Waldentwicklung auf einer innerstädtischen Brache verfolgen. Birken und Robinien, die sich als Pioniergehölze angesiedelt hatten, werden nun durch die nächste Baumgeneration aus nährstoffliebenden Arten wie Linde, Spitzahorn und Stieleiche abgelöst. Der Wald ist auf dem Vormarsch Weitere Informationen Bild: Josef Vorholt Baumporträts Im Gelände kommen verschiedene Baumarten vor. Ausgewählte Arten werden vorgestellt. Was Hänge-Birke, Zitterpappel, Robinie und Stieleiche unterscheidet, erfahren sie hier. Baumporträts Weitere Informationen Öffnungszeiten von 09:00 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit – bei Abendveranstaltungen auch länger. Bitte beachten Sie, dass das Gelände abgeschlossen wird. Führungen und Veranstaltungen Hinweise entnehmen Sie bitte den aktuellen Aushängen oder der Website Natur-Park Schöneberger Südgelände . Einen angenehmen und erholsamen Besuch wünschen Ihnen die Parkverwaltung Grün Berlin GmbH, das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin und die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt – Oberste Naturschutzbehörde. Die Informationstafeln im Natur-Park wurden von der Obersten Naturschutzbehörde der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt erstellt. Die Erschließung und Gestaltung des Natur-Parks wurden unterstützt durch die Allianz Umweltstiftung. Das Planungskonzept wurde von der Arbeitsgemeinschaft planland/ÖkoCon entwickelt.
Gebietsbeschreibung Das Landschaftsschutzgebiet erstreckt sich entlang des Maibaches von der Ortslage Trebnitz nach Westen bis zur Grenze des Landkreises Weißenfels. Es liegt auf der Grenze zwischen den beiden Landschaftseinheiten Lützen-Hohenmölsener Platte und Zeitzer Buntsandsteinplateau. Das Maibachtal besitzt den Charakter eines periglazial überprägten Muldentales mit steilerem Nordhang und einem flach zum Gewässer hin abfallenden Südhang. Besonders die steile Geländestufe des Nordhanges, die von 200 m über NN auf 235 m über NN ansteigt, ist innerhalb der waldfreien und gehölzarmen Agrarlandschaft landschaftsprägend. Die Hangbereiche und Teile des Talgrundes werden durch eine intensive landwirtschaftliche, vorwiegend ackerbauliche Nutzung bestimmt. Typische Grünlandflächen sind nur zwischen den Waldresten im westlichen Teil des LSG und im Randbereich von Oberschwöditz vorhanden. Der Maibach wird abschnittsweise von Baumgruppen und Baumreihen begleitet. Oberschwöditz ist durch Obstgärten, Gärten, Obstbaumreihen und die westlich der Ortschaft gelegene Streuobstwiese gut in die Landschaft eingebunden. Das östliche Umfeld des Talzuges wird durch Braunkohlentagebaue beherrscht, historische Abbaubereiche sind auch innerhalb des LSG vorhanden, diese sind jedoch heute nahezu vollständig von Gehölzen bestanden. Landschafts- und Nutzungsgeschichte Die Lützen-Hohenmölsener Platte gehört zum Altsiedelland und wurde bereits relativ früh entwaldet. Reste blieben nur auf steileren Hanglagen der Bachtäler erhalten. Besonders gravierende Folgen hatte der Braunkohlenabbau, der nach 1870 mit der allgemeinen Industrialisierung einen Aufschwung erlebte. Beginnend vom Rand der Mulde mit geringer Tiefenlage der Flöze setzte der Abbau der Braunkohle ein. Anfänge stammen aus der Mitte des 18. Jahrhundert, als in Form von Bauerngruben im Ausstrichbereich Abbau zur Brennstoffnutzung betrieben wurde. Zwei Mulden im südlichen Teil des LSG deuten auf eine solche Nutzung hin. Tiefbaugruben entstanden im Zeitraum 1855 bis 1920 besonders im Bereich der bitumenreichen Kohlen, die zur Veredlung in Schwelereien und zur Produktion von Mineralöl und Parafin genutzt wurden. Über Tiefbaue unter dem LSG liegen jedoch keine Informationen vor. In der Mitte dieses Jahrhunderts vollzog sich der Übergang zur Förderung im Großtagebau. Östlich des LSG wurden große Landschaftsteile durch den Abbau völlig verändert. Neben Braunkohle wurde auch Kies abgebaut. Altabbaue sind im südlichen Hangbereich des Maibachtales vorhanden, besonders südlich Oberschwöditz. Eine alte, noch offene Kiesgrube und weitere bereits gehölzbewachsene Flächen liegen westlich Oberschwöditz. Seit Beginn dieses Jahrhunderts erfuhren auch die Anbaumethoden in der Landwirtschaft eine Intensivierung. Die Melioration der Bachaue in den 70er Jahren, der Ausbau des Maibachs und die Anlage von Entwässerungsgräben machten eine Umwidmung der Grünlandflächen in Acker möglich. Hinzu trat, wie in weiten Teilen der Lützen-Hohenmölsener Platte, die Beseitigung von Gehölzstrukturen, obwohl das Gebiet bereits zu Beginn dieses Jahrhunderts schon relativ strukturarm war. Geologische Entstehung, Boden, Hydrographie, Klima Das Maibachtal liegt am südlichen Rand des Zeitz-Weißenfelser Braunkohlenreviers. Dessen tieferer Untergrund wird durch Schichten des Zechsteins und des Unteren Buntsandsteins gebildet. Eine durch Salzablaugung bedingte Senke bildete das Sedimentationsbecken, in dem sich die zum Tteil bis zu 80 m mächtigen tertiären Schichten ablagerten. Diese werden von pleistozänem und holozänem Lockermaterial überlagert, welches nochmals 25 bis 35 m Mächtigkeit erreicht. Der westliche Rand der Verbreitung der Braukohlenflöze verläuft von Döschwitz nach Teuchern und besitzt nördlich von Hollsteitz einen Ausläufer im Bereich des Maibachtales. Im Maibachtal verläuft damit der Ausstrichbereich der tertiären Sedimentfolgen. Die Böden des zum lößbeeinflußten Ostthüringer Buntsandstein-Hügelland gehörenden Gebietes gliedern sich in zwei sehr unterschiedliche Bereiche, den der Bachaue mit lehmig-schluffigen, grundwasserbestimmten Böden, zum Beispiel Lehm-Gleyen, und den der Talflanken mit Böden aus Löß, vor allem Pararendzinen und Parabraunerden. Die Temperaturen des Gebietes gehören mit 8,5°C im Mittel und 17,0 - 18,0°C im Juli zu den Räumen am Rande des Leegebiets der Mittelgebirge im Übergang zum subkontinentalen Binnenlandklima. Dies unterstreicht auch die Jahresniederschlagssumme von im Mittel 630 mm/Jahr. Pflanzen- und Tierwelt Die Waldreste der Hänge können dem bodensauren Eichen-Mischwald zugeordnet werden. Vorhandene Bestände im Randbereich werden als Eichen-Hainbuchenwald angesprochen. Hier kommen unter anderem Märzenbecher und Hain-Wachtelweizen vor. In der Bachaue stockt ein kleiner Bestand des Holunder-Ulmenwaldes, der einen reichen Frühjahrsgeophytenaspekt mit Busch-Windröschen aufweist. Als floristische Besonderheit sei das Vorkommen des Zerstreutblütigen Vergißmeinnichts erwähnt. Ein besonders wertvolles Biotop stellt ein isoliert liegender Sandtrockenrasen dar. Er ist den Grasnelken-Schwingel-Rasen zuzuordnen. Kennzeichnende Arten sind Karthäuser-Nelke und Hain-Wachtelweizen. Eingemischt sind auch Arten der basiphilen Halbtrockenrasen, zum Beispiel Fieder-Zwenke. Im Übergang zu den angrenzenden Gehölzen ist auch die Bärenschote zu finden. Das Grünland im Siedlungsrandbereich besitzt den Charakter artenarmer Glatthafer-Wiesen. Magere Frischwiesen oder Naßwiesen sind im Tal nicht mehr vorhanden. Ein Refugium für einzelne Arten der Naßwiesen bilden die Staudensäume des Maibachs. Hier ist ein Restbestand mit Großem Wiesenknopf, Wolligem Honiggras, Echtem Mädesüß, Kuckucks-Lichtnelke, Sumpf-Pippau und Rauhhaariger Segge erhalten. In den meisten Bereichen überwiegen jedoch ruderale Arten, charakteristische Arten der bachbegleitenden Staudenfluren wie Kohl-Kratzdistel, Pestwurz, Beinwell und Bach-Ehrenpreis sind selten. Faunistisch bedeutsam ist der Talzug durch seinen Refugialcharakter. 33 Brutvogelarten wie beispielsweise Sumpfrohrsänger, Baumpieper, Nachtigall, Bachstelze und Mönchsgrasmücke wurden hier nachgewiesen. Hervorzuheben ist die Bedeutung als Jagdgebiet der Wasserfledermaus; ihr Sommerquartier liegt in Oberschwöditz. Der Sandtrockenrasen hat besonders für Falter und andere Insektenarten eine Bedeutung. Hier wurde auch der Schwalbenschwanz beobachtet. Entwicklungsziele Dominieren wird auch weiterhin die landwirtschaftliche Nutzung. Eine nachhaltige Landwirtschaft berücksichtigt dabei die Erfordernisse des Wasser- und Bodenschutzes und des Naturschutzes. Der Grund des Maibachtales sollte wieder vorwiegend als Grünland genutzt werden. Weil das LSG die Funktion eines Refugiums besitzt, sind durch geeignete Strukturen die unterschiedlichen Lebensräume miteinander zu vernetzen. Der Gehölzanteil der Landschaft ist zu erhöhen. Die Anlage von Hecken und blütenreichen Säumen trägt nicht nur zur Biotopvernetzung bei, sondern belebt auch das Landschaftbild. Der Sandmagerrasen ist zu pflegen und durch Pufferzonen zu schützen. Exkursionsvorschläge Das Gebiet ist durch landwirtschaftliche Wege erschlossen. Ein weiter Blick ergibt sich von der Alten Heerstraße über den gesamten Raum. veröffentlicht in: Die Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts © 2000, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISSN 3-00-006057-X Die Natur- und Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts - Ergänzungsband © 2003, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISBN 3-00-012241-9 Letzte Aktualisierung: 30.07.2019
Kurzbeschreibung Das LSG liegt in der Landschaftseinheit Östliches Harzvorland. Es erstreckt sich in westöstlicher Richtung zwischen Hettstedt und Gerbstedt mit einer Exklave östlich von Gerbstedt. Beide Teilgebiete des LSG werden durch das gehäufte Vorkommen von Halden des Kupferschieferbergbaus aus unterschiedlichen Epochen charakterisiert. Es erfasst damit einen typischen Ausschnitt aus der historischen Kulturlandschaft des durch den Kupferbergbau geprägten Mansfelder Landes. Die unterschiedlichen Formen und Größen der Halden dokumentieren Aspekte der Geschichte des Kupferschieferbergbaus. Insbesondere auf den kleineren Althalden haben sich spezifische Pflanzengesellschaften ausgebildet, die an die schwermetallhaltigen Standorte angepasst sind. Als charakteristische Pflanzengesellschaft ist hier das Vorkommen der Kupfer-Grasnelkenflur (Armerietumhalleri) zu nennen. Die überwiegend ackerbaulich genutzten Flächen werden weiterhin durch Waldflächen des Labkraut-Traubeneichen-Hainbuchenwaldes, Baumreihen, Hecken und Feldgehölze sowie Streuobstwiesen gegliedert. An steileren Hängen treten Trocken- und Halbtrockenrasen auf. Das Lebensraummosaik bietet zahlreichen gefährdeten Tier- und Pflanzenarten geeignete Lebensbedingungen. Spezifische „Kupferpflanzen“ sind das Kupferblümchen, Hallers Grasnelke und das Kupfer-Leimkraut. Neben 68 nachgewiesenen Laufkäferarten tritt der Reichtum an Bläulingsarten und das häufige Vorkommen des Schwalbenschwanzes hervor. Verbreitete Kriechtiere sind Zauneidechse, Glatt- und Ringelnatter sowie Kreuzotter. Die Vogelwelt der Haldenlandschaft bestimmen Steinschmätzer, Hausrotschwanz und Feldsperling sowie in gehölzreicheren Abschnitten Sperbergrasmücke, Goldammer, Nachtigall, Neuntöter und Raubwürger. Im Bereich der Kleinsthalden ist regelmäßig das Rebhuhn anzutreffen. Von den Säugetieren ist das Vorkommen von Feldhase, Mauswiesel und Hermelin hervorzuheben. Das Gebiet dient der Sicherung und Pflege des landschaftsraumtypischen Charakters, der Werte und Funktionen des Naturhaushaltes sowie des Landschaftsbildes. Dazu gehören insbesondere die angeführten Kupferschieferhalden als gehölz offene Standorte, die Trocken- und Halbtrockenrasen, die Wälder, Baumreihen, Hecken und Feldgehölze sowie die Streuobstwiesen und die traditionelle Gartennutzung. Mit dem LSG soll eine einmalige Kulturlandschaft von europäischem Rang gesichert und für die landschaftsbezogene Erholung erschlossen werden. veröffentlicht in: Die Natur- und Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts - Ergänzungsband © 2003, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISBN 3-00-012241-9 Letzte Aktualisierung: 31.07.2019
Zum Gebärdenvideo Der Natur-Park Südgelände gehört zu den artenreichsten Gebieten dieser Größe in der bebauten Stadt – über 350 Pflanzenarten sind hier gezählt worden. Einige seltene und gefährdete Arten weisen große Bestände auf. Die hier vorkommenden Habichtskräuter sind sogar von überregionaler Bedeutung. Die buntblühenden Rasen und Staudenfluren sind bevorzugter Lebensraum für Insekten, die den Blütenreichtum als Nahrungsquelle nutzen. Um das Überleben dieser Arten zu sichern, ist es notwendig, diese Flächen möglichst gehölzfrei zu halten. Eine Besonderheit für Berlin ist, dass auf diesem Gelände bisher allein neun Wildrosenarten nachgewiesen wurden. Die nah miteinander verwandten Arten unterscheiden sich in der Art und Intensität der Behaarung sowie im Aufbau ihrer Früchte, der Hagebutten. Die Blüten der Wildrosen sind im Gegensatz zu den meisten Kulturrosen ungefüllt mit einem einfachen Kronenblattkreis. Am häufigsten findet man die Hundsrose. Die blütenreichen Wiesen ziehen viele Insekten, darunter Schmetterlinge, an. Tagfalter fliegen bei Sonnenlicht. Lautlos schweben sie von Blüte zu Blüte. Sie ernähren sich hauptsächlich von Nektar. Der feine Saugrüssel befindet sich aufgerollt unter dem Kopf. Viele Arten sind gefährdet. Sie sind an spezielle Lebensräume und bestimmte Futterpflanzen gebunden. Fehlen die Futterpflanzen für ihre Raupen, bleiben auch die Falter aus. Artenreich gestaltete Gärten mit den verschiedenen Futterpflanzen für Raupe und Schmetterling helfen sie zu schützen. Entscheidend ist jedoch der Schutz und die Pflege ihrer Lebensräume. Der Schwalbenschwanz bevorzugt rotviolette bis blaue Blumen, wie Natternkopf, Rot-Klee und Flockenblume. Beeindruckend ist seine Zeichnung an den Flügelunterseiten: der gelbe Grund ist mit feinen schwarzen Strichen durchsetzt. Sieben auffällige hellblaue Flecken sowie ein roter Augenfleck am Rand der Hinterflügel machen das Muster einzigartig. Sein segelnder Flug ist besonders eindrucksvoll. Der Falter lebt nur drei bis vier Wochen. Er ist mit bis zu acht Zentimetern Spannweite einer der größten und schönsten Tagfalter in Mitteleuropa. Ein markantes Merkmal ist der schwanzförmige Fortsatz an den Hinterflügeln, dem er seinen Namen verdankt. Die Flügel hält er in Ruhestellung ausgebreitet oder senkrecht nach oben zusammengeklappt. Sie sind wie sein Körper mit winzigen Schuppen bedeckt. Seine grüne Raupe mit schwarzen, rot gepunkteten Querstreifen ist ebenso auffällig. Sie wird etwa 4,5 Zentimeter lang und ist unbehaart. Bevorzugte Pflanzen zur Eiablage und Nahrungsquelle der Raupe sind aromatische Doldenblütler wie Wilde Möhre, Dill oder Fenchel. Die Raupe lebt etwa sechs Wochen.
Das NSG “Eiskeller und Spandauer Luchwald” ist Teil des großen Havelländisches Luchs. Luch bedeutet vermoorte Niederung. Als Kohlenstoffspeicher kommt Mooren eine besondere klimatische Bedeutung zu. Das NSG beherbergt vielfältige Lebensräume. Die Feucht- und Magerwiesen, Erlen- Eschen-, Moor- und Eichenwälder sind Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Nicht wenige sind europaweit geschützt, wie zum Beispiel Biber, Fischotter, Kammmolch, Kranich, Eisvogel und Mittelspecht. Den westlichen Zipfel des Gebietes bildet der Eiskeller artenreiche Wiesen und Pferdekoppeln. Er gilt im Winter als der kälteste Ort Berlins, im Sommer kann es dagegen heißer als in der Umgebung werden. Südöstlich schließt sich das Waldgebiet Große Kienhorst an. Der Spandauer Luchwald im Jagen 69 und 70 ist eine Besonderheit. Besonders im Frühjahr zeigt sich der Eichen-Hainbuchenwald mit Flatter-Ulmen und Eschen mit üppiger blütenreicher Krautschicht aus Busch-Windröschen, Nickendem Perlgras, Einbeere, Wald-Ziest, Großem Hexenkraut, Goldschopf-Hahnenfuß und Breitblättrigem Stendelwurz. Viele Vogelarten sind im Luchwald heimisch, wie Hohltaube, Mittelspecht, Kleinspecht, Schwarzspecht, Pirol und Zwergschnäpper. Bis in den Frühsommer ist die charakteristische Stimme der hier brütenden Waldschnepfe in der Morgen- und Abenddämmerung zu hören, wenn die im Flug balzenden Schnepfenmännchen langsam entlang der Waldsäume die Weibchen verfolgen. An den Luchwald schließen sich im Norden Wiesen an. Vorherrschend sind es Frischwiesen mit eingestreuten Kalk- und Sandmagerraseninseln. Sie gehen bei zunehmender Feuchte in wechselfeuchte Pfeifengraswiesen über. Wendehals, Braunkelchen, Sperbergrasmücke, Neuntöter, Heidelerche und Sumpfrohrsänger brüten hier. Im Übergangsbereich von Luchwald und Wiesen hat sich eine artenreiche Lebensgemeinschaft aus seltenen Pflanzen- und Tierarten angesiedelt. Dazu gehören tagaktive Schmetterlinge wie Eisvogel, Schwalbenschwanz, Heufalter, Kaisermantel und Blutströpfchen. Ein guter Standort für die Vogelbeobachtung ist der Laßzinssee, eine ehemalige Kiesgrube. Er wird u.a. von verschiedenen Entenarten bevölkert. Rohrammer, Drossel- und Teichrohrsänger verstecken sich in der Ufervegetation. Die im Umfeld brütenden Greifvögel lassen sich hier ebenso sehen wie eine Vielzahl der im Wald und auf den Wiesen lebenden Singvögel. Das NSG besteht aus mehreren Teilflächen und befindet sich an der nördlichen Stadtgrenze. Es wird über eine längere Strecke vom Berliner Mauerweg und dem Spandauer Weg begleitet, weshalb sich eine Erkundung des NSG z.B. bei einer Fahrradtour anbietet. Es ist aber auch direkt von der Schönwalder Allee aus erreichbar. Der Eiskeller hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich, lange Zeit war er eine Exklave West-Berlins und konnte nur von einem kleinen Personenkreis betreten werden. Durch einen Gebietsaustausch mit der DDR wurde die Grenze zugunsten West-Berlins auch im Bereich von Eiskeller arrondiert und das Waldgebiet Große Kienhorst im Südosten von Eiskeller kam zu West-Berlin. Der weiter östlich im Jagen 69/70 gelegene Luchwald ist ein artenreiches Kleinod und besonders von Frühjahr bis Frühsommer einen Besuch wert. Nördlich des Jagens 68 bietet sich am Laßzinssee die Möglichkeit, auf Aussichtsplattformen in das Vogelschutzgebiet hineinzusehen und eine Vielzahl von Vögeln zu beobachten. Ausflugstipps – Auf Försters Wegen
Wiesen und aus Torfstichen hervorgegangene Kleingewässer prägen das Naturschutzgebiet Mittelbruch. Diese Landschaft ist ein Relikt einer heute kaum noch existenten Kulturlandschaft. 350 Farn- und Blütenpflanzen wachsen auf den Wiesen. Hervorhebenswert sind die in frischen bis wechselfeuchten Bereichen hier noch in größeren Beständen anzutreffenden Glatthaferwiesen, welche heute unter EU-weitem Schutz stehen. Die Blütenpracht der Wiesen lockt eine Vielzahl von Schmetterlingen an. Der prächtige Schwalbenschwanz lässt sich hier ebenso beobachten wie die seltenen Arten Wiesenzünsler, Resedafalter oder Brombeer-Spinner. Das NSG liegt zwar abseits der durch den Bucher Forst und entlang der Panke führenden Hauptwanderwege, doch ein Abstecher lohnt! Dem Pflanzenfreund bietet es so manche Überraschung, besonders im Sommer, wenn die Wiesen blühen. Bequem zu erreichen ist es von der Eupener Straße aus, die unmittelbar am NSG endet. Ein Wirtschaftsweg führt von dort durch die Wiesenlandschaft. Entlang der Torfstiche gelangt man auf ihm in den Bucher Forst. Hier bieten sich dann mehrere Möglichkeiten in die angrenzenden Schutzgebiete oder zu den ehemaligen Rieselfeldern zu gelangen. Nordwestlich des NSG schließt das LSG Bucher Forst an, nördlich und nordöstlich liegt das zu Brandenburg gehörende LSG “Westbarnim”. Ausflugstipps – Auf Försters Wegen
Einer Baustelle verdankt dieses Schutzgebiet seine Existenz. Reger Baustellenverkehr hatte den lehmigen Untergrund in den 1980er Jahren stark verdichtet. In Abgrabungen und Anschüttungen waren Kleingewässer entstanden, die auch nach Aufgabe der Baustelle und deren Beräumung erhalten blieben. Grund für die Schutzgebietsausweisung war vor allem das Vorkommen seltener und gefährdeter Tierarten wie Wechselkröte, Knoblauchkröte und die in den letzten Jahren allerdings nicht mehr beobachtete Rotbauchunke. Auch 224 Farn- und Blütenpflanzen, unter ihnen der in Berlin vom Aussterben bedrohte Schmalblatt-Hornklee wurden nachgewiesen. Zu den 34 im NSG vorkommenden Falterarten gehört der Schwalbenschwanz, dessen Raupen hier ihre wichtigste Futterpflanze, die Wilde Möhre, finden. Folgt man vom S-Bahnhof Raoul-Wallenberg-Straße kommend der Wolfener Straße, kann man bald zur Linken die offenen Vegetationsflächen des NSG vor dem Hintergrund der schönen Baumkulisse des Parkfriedhofes überblicken. Nicht weit ist es von hier zum LSG Falkenberger Krugwiesen. Lohnenswert ist ein Besuch des Marzahner Parkfriedhofs. An verschiedenen Stellen wird mit Gedenksteinen und Gedenkanlagen der verschiedenen Opfergruppen von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht. So unter anderem auch der Sinti und Roma, die zwischen 1936 und 1945 nördlich des Friedhofs zwangsweise auf einem “Zigeunerrastplatz” leben mussten. Der überwiegende Teil der Internierten wurde 1943 nach Auschwitz deportiert. Nur wenige überlebten. Ein Teil des Lagers lag wahrscheinlich auf dem Gebiet des heutigen NSG.
Die BUND NRW Naturschutzstiftung hat in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V. den Schwalbenschwanz (Papilio machaon) zum Schmetterling des Jahres 2006 gewählt. Durch geringeren Einsatz von Pestiziden in vielen Gärten und im öffentlichen Bereich sowie durch naturverträglichere Pflegemaßnahmen auf Magerwiesen und Saumbiotopen ist der Bestand des Schwalbenschwanzs deutschlandweit nicht mehr gefährdet.
Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt - Pressemitteilung Nr.: 146/04 Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Pressemitteilung Nr.: 146/04 Magdeburg, den 8. September 2004 Neuer Schwung im Südharz - Nationalpark-Chef übernimmt Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz i.G: Schon lange ringt das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz i. G. um Akzeptanz in der Region und seinen offiziellen Status. Seit fünf Jahren befindet sich Sachsen-Anhalts viertgrößtes Großschutzgebiet in der Gründungsphase (i. G.). Jetzt soll der bisherige Leiter des Nationalparks Hochharz, Peter Gaffert, das Ruder übernehmen und Sachsen-Anhalts zweites Biosphärenreservat zu regionaler und internationaler Anerkennung führen. Der bisherige Leiter des Biosphärenreservates wird eine Aufgabe im Forstbereich des Landesverwaltungsamtes in Halle übernehmen. Zur Amtseinführung von Gaffert am Mittwoch in Roßla (LK Sangerhausen) sagte Umweltministerin Petra Wernicke: "Wenn es jemandem gelingt, die Anerkennung in kürzester Zeit zu erreichen, dann ist es Peter Gaffert." Gaffert sei der Richtige, um in allen Teilen der Bevölkerung Vertrauen und Akzeptanz für das Biosphärenreservat zu schaffen. Gaffert habe es im Nationalpark Harz "hervorragend verstanden, Naturschutz und Nutzungsinteressen von Tourismus und Wirtschaft nachhaltig zu moderieren". Gaffert erklärte: "Ich sehe in der neuen Aufgabe eine Herausforderung und Chance für eine nachhaltige Entwicklung der historisch gewachsenen Südharzer Karstlandschaft und werde mich nach besten Kräften bemühen, dafür eine breite Akzeptanz in der Region zu erwirken". Die Karstlandschaft Südharz erstreckt sich über Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen. Sachsen-Anhalt hat mit 28 000 Hektar den größten Teil des waldreichen Karstgebirges. Den Namen verdankt die Landschaft ihrem leichtlöslichen Untergrund aus Sulfatgestein, in welchen das Wasser u. a. unzählige Höhlen gewaschen hat. Diese Höhlen sind wahre Fledermausparadiese. Am bekanntesten ist die größte auch touristisch genutzte Karsthöhle, die "Heimkehle" bei Uftrungen. Sachsen-Anhalt hatte sich auf Grund guter Erfahrungen mit dem inzwischen 25jährigen Biosphärenreservat an der Mittleren Elbe frühzeitig entschieden, ein Biosphärenreservat auch für die Region der Südharzer Karstlandschaft als Entwicklungschance einzurichten und die dafür notwendigen Personal- und Finanzressourcen zur Verfügung zu stellen. Zu den zahlreichen seltenen und attraktiven Tierarten gehören unter anderem der Schwalbenschwanz, die Gestreifte Quelljungfer, das Bachneunauge und die Groppe, der Feuersalamander und die Geburtshelferkröte, die Haselmaus und 18 Fledermausarten, der Uhu, Wanderfalke und Schwarzstorch. Außerdem treffen hier infolge vielfältiger Biotopstrukturen seltene, besonders schützenswerte mediterrane, kontinentale und atlantische Florenelemente zusammen, dazu gehören der Hirschzungenfarn, das Frühlingsadonisröschen, Gipskraut und der Frauenschuh u. a. Orchideen sowie verschiedene Buchenwaldgesellschaften und Schlucht- und Hangmischwälder. Von der Landesgrenze zu Thüringen und Niedersachsen bis zum östlichen Pölsfeld reihen sich perlschnurartig gebietstypische Erscheinungen aneinander, die auf die Gipsgestein auflösende Wirkung des Wassers zurückgehen: Höhlen, Erdfälle und Dolinen, Karstquellen, Bachschwinden und Flussversinkungen, Karstkegel, Schlotten, geologische Orgeln, Felsen und weiße Wände. Touristen und Wissenschaftler können die einmalige Landschaft am Südrand des Harzes auf dem 100 Kilometer langen drei Länder übergreifenden Gipskarstwanderweg erkunden und sich in einer Dauerausstellung "Wir hier ¿ Leben in / mit einer Landschaft" sowie in einer weltweit einmaligen Karstbibliothek näher informieren. Die Biosphärenreservats-Verwaltung ist in Roßla über die Telefonnummer (03 46 51) 29 88 9-0 zu erreichen. Impressum: Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Pressestelle Olvenstedter Straße 4 39108 Magdeburg Tel: (0391) 567-1951 Fax: (0391) 567-1964 Mail: pressestelle@mlu.lsa-net.de Impressum:Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energiedes Landes Sachsen-AnhaltPressestelleLeipziger Str. 5839112 MagdeburgTel: (0391) 567-1950Fax: (0391) 567-1964Mail: pr@mule.sachsen-anhalt.de
Ein Lernangebot für Kinder. Ein Schwalbenschwanz. Bis zu acht Zentimeter kann er groß werden und ist damit einer unserer größten heimischen Tagfalter: Der Schwalbenschwanz. Seinen Namen hat er von den zwei kleinen Spitzen am unteren Ende seiner Flügel, die an den geteilten Schwanz der Rauchschwalbe erinnern. Sie machen den Schwalbenschwanz unverwechselbar.