Fukushima und die Folgen: BfS -Bericht über Unfallablauf und -ursachen Im März 2012 veröffentlichte das BfS einen Bericht über den Ablauf und Ursachen Reaktorkatastrophe von Fukushima. Im Bericht legen die BfS -Experten wesentliche Faktoren dar, die zum schlimmsten Unfall seit Tschornobyl ( russ. : Tschernobyl) führten. Bericht vom 8. März 2012: "Die Katastrophe im Kernkraftwerk Fukushima nach dem Seebeben vom 11. März 2011: Beschreibung und Bewertung von Ablauf und Ursachen" Ein Jahr nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima veröffentlichte das Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ) einen Bericht über Ablauf und Ursachen des Unfalls. Die Grundzüge des Unfallablaufs sind bekannt. Bei den Details der Vorgänge innerhalb der Reaktoren selbst waren die Fachleute bei der Erstellung des Berichtes auf Beobachtung von außen, Erfahrungswissen und Rekonstruktion aus anderweitig gewonnenen Daten angewiesen. Im Bericht legen die BfS -Experten wesentliche Faktoren dar, die zum schlimmsten Unfall seit Tschornobyl ( russ. : Tschernobyl) führten. Faktoren, die den Unfallablauf beeinflusst haben Das Erdbebenrisiko und entsprechend auch das Tsunami- Risiko wurden unterschätzt. Mit einem so starken Erdbeben hatten Seismologen trotz einer systematischen seismographischen Überwachung und sehr gut dokumentierter, mehr als tausendjähriger Erdbebengeschichte nicht gerechnet. Deshalb hielt man auch einen Tsunami dieser Höhe für unmöglich. Anders lautende Hinweise von Tsunamiforschern wurden nicht ausreichend berücksichtigt. Offenbar waren die Reaktoren nicht ausreichend gegen übergreifende Einwirkungen dieser Größenordnung wie Erdbeben und Tsunamis oder andere Überflutungen ausgelegt. Die technische Auslegung der Anlage, wie eine in allen Notfallsituationen einsetzbare und betriebsbereite Notstromversorgung, wies mehrere Schwachpunkte auf. Die Blöcke 1 bis 4 des Kraftwerks waren nur unzureichend gegen Überflutung geschützt. Insbesondere lagen die Notstromdieselaggregate und andere wesentliche Teile der Notstromversorgung so tief, dass sie überflutet wurden und sofort ausfielen. Sowohl die Kühlsysteme für die Reaktoren als auch die Kühlung der Notstromdieselaggregate waren an dasselbe System von Meerwasserpumpen angeschlossen. Die Zerstörung dieser Pumpen durch den Tsunami führte somit sowohl zum Ausfall der Kühlung der Reaktoren als auch zum Ausfall der Kühlung der Notstromdiesel. Der Kernkraftwerksbetreiber war auf Notfälle offenbar nur unzureichend vorbereitet. Bauliche und systemtechnische Nachrüstungen waren bei den – teilweise kurz vor dem Ende ihrer Laufzeit stehenden – Reaktoren offensichtlich nicht konsequent genug durchgeführt und Notfallmaßnahmen nicht ausreichend geprobt worden. Es fehlten klare Anweisungen für das Vorgehen im Notfall . Für abschließende Bewertungen zum Unfallablauf und insbesondere zu seinen Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit war es im März 2012 indes zu früh. Daher zeigten sich bei der Bewertung des Zustands der Reaktoren zum Zeitpunkt der Berichtserstellung die Grenzen des Erkennbaren. Stand: 09.01.2025
Ein Seebeben der Stärke 9 und die nachfolgende Flutwelle (Tsunami) haben in Süd- und Südostasien verheerende Schäden an Menschenleben (230.000), Existenzgrundlagen und natürlicher Umwelt ausgelöst. Ein Mitgrund für die hohe Zahl der Opfer liegt in der Rodung der natürlichen Mangroven-Schutzwälder und der dichten Besiedlung der Küstenzone infolge des Tourismus. Die World Conservation Union (IUCN, http://www.iucn.org) fordert daher, bei zukünftigen Bebauungsplänen mehr Wert auf ökologische Richtlinien zu setzen.
Der vorliegende Bericht setzt sich ausführlich mit dem TŌHOKU-CHIHOU-TAIHEIYOU-OKI Erdbeben vom 11. März 2011 und dem dadurch ausgelösten Unfallgeschehen im Kernkraftwerk Fukushima Dai-ichi auseinander. Er beschäftigt sich auf der Grundlage des Berichts der japanischen Regierung an die Internationale Atomenergieagentur (IAEA) sowie einer Vielzahl weiterer Quellen ausführlich mit den Unfallabläufen, den Freisetzungen radioaktiver Stoffe in die Umgebung, der sicherheitstechnischen Auslegung der Anlage und den Maßnahmen zur langfristigen Eingrenzung der Unfallfolgen. Ergänzend wird auf die Auswirkungen der Freisetzungen für die Umgebung der Anlage sowie auf Aspekte des Sicherheitsmanagements und der Sicherheitskultur eingegangen. Der Bericht gibt erste Antworten auf die Fragen, warum es nach dem Seebeben und dem dadurch ausgelösten Tsunami zu der Katastrophe im Kernkraftwerk Fukushima Dai-ichi gekommen ist, wie die Abläufe bis zu den Kernschmelzen und den Zerstörungen der Blöcke 1 - 4 zu erklären sind und was dabei noch nicht abschließend geklärt werden kann, welche Schwächen und Fehler in der Auslegung der Anlage und im regulatorischen System dazu wesentlich beigetragen haben und was zu den Freisetzungen radioaktiver Stoffe in die Atmosphäre und ins Meer gesagt werden kann. // ABSTRACT // This report discusses the TŌHOKU-CHIHOU-TAIHEIYOU-OKI earthquake of March 11, 2011 and the resulting nuclear accident in the Fukushima Dai-ichi nuclear power station. Based on the report of the Japanese government to the International Atomic Energy Agency (IAEA) and on numerous additional sources it examines in considerable detail the accident progression, the emission of radioactive material to the environment, the technical design basis of the plants and the measures taken to mitigate the consequences of the accident. In addition it covers the radiological consequences for the vicinity of the station and aspects of safety management and safety culture. The report provides answers as to why the nuclear catastrophe following the earthquake and ensuing tsunami in the Fukushima Dai-ichi nuclear power station could occur, how the accident progression to core melting and destructions in units 1 - 4 can be explained and what cannot be explained yet, which weaknesses and failures in the design of the plant and within the regulatory system contributed significantly to the accident and which information can be provided on the emission of radioactive material to the atmosphere and to the ocean.
Nukleare Unfälle Schwere Unfälle in Atomkraftwerken sind bislang selten vorgekommen. Wenn sie jedoch passieren, sind die Folgen für Gesundheit und Umwelt verheerend. Wie kam es zu den Reaktorkatastrophen in Tschernobyl und Fukushima? In der Geschichte der zivilen Nutzung der Atomenergie kam es zu schweren Unfällen in kerntechnischen Anlagen , die Ursachen waren sehr unterschiedlich. Entstanden sind sie durch Versagen technischer Komponenten, durch menschliche Fehler oder auch durch Naturkatastrophen. Die bekanntesten nuklearen Unfälle mit massiven Freisetzungen radioaktiver Stoffe in die Umwelt ereigneten sich 1986 in Tschernobyl (Ukraine) und 2011 in Fukushima (Japan). Die nuklearen Unfälle in Fukushima und Tschernobyl Fukushima: Der katastrophale Unfall und seine Folgen 2011 ereignete sich im Pazifik ein schweres Seebeben, in dessen Folge ein Tsunami die Ostküste Japans traf. Dieser löste eine Unfallserie im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi mit Kernschmelzen in drei Reaktorblöcken aus. Die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl Während einer Revision des Atomkraftwerkes Tschernobyl kam es im April 1986 zum schwersten Unfall in der zivilen Nutzung der Atomenergie. Es wurden große Mengen radioaktiver Stoffe freigesetzt, die sich über die Nordhalbkugel verbreiteten. Publikation zum Thema 10 Jahre nach Fukushima: Sicherheit weiterdenken Label: Fachinformation Herunterladen (PDF, 31 MB, barrierefrei⁄barrierearm)
Ministerium des Innern - Pressemitteilung Nr.: 010/05 Ministerium des Innern - Pressemitteilung Nr.: 010/05 Magdeburg, den 28. Januar 2005 Es gilt das gesprochene Wort!!! Redebeitrag von Innenminister Klaus Jeziorsky zum Antrag "Unterstützung bei der Beseitigung der Folgen des Seebebens in Südostasien durch mittel- und langfristige Patenschaften" der Fraktionen der SPD, der CDU, der PDS und der FDP - LT-Drs. 4/1999 TOP 12 der Landtagssitzung am 27./28.01.05 Anrede, mittlerweile ist es einen Monat her, dass Südostasien von einer verheerenden Flutwelle heimgesucht wurde. Das tatsächliche Ausmaß dieser Katastrophe wird nunmehr sichtbar. Wir haben die traurige Gewissheit, dass eine der schlimmsten Naturkatastrophen seit Menschengedenken über 220.000 Menschen das Leben gekostet hat. In vielen Regionen der betroffenen Länder sind die Lebensgrundlagen vollständig zerstört. Auch in Deutschland hat dieses Ereignis eine hohe Spenden- und Hilfsbereitschaft ausgelöst. Angesichts des Ausmaßes der Zerstörung und der menschlichen Tragödien gibt es zahlreiche Initiativen, den Wiederaufbau in der vom Seebeben betroffenen Region zu unterstützen. Staatlicherseits hat der Bund hierzu eine Partnerschaftsinitiative Südostasien angeregt, der die Länder und kommunalen Spitzenverbände zugestimmt haben. Dabei sollen Bund, Länder, Kommunen und Hilfsorganisationen zusammenwirken, um koordiniert und effektiv langfristige Unterstützung für den Wiederaufbau der Infrastruktur und die wirtschaftlichen Entwicklung der Krisenregion zu leisten. Auf der Ebene der Europäischen Union hat man sich verständigt, dass Deutschland in besonderer Weise Indonesien und Indonesien unterstützt. Inhaltliche Schwerpunkte der Hilfen sollen Wasserversorgung, Umwelt, Infrastruktur, Gesundheit, Kinder und Ausbildung sein. Diese Hilfen sind langfristig angelegt und benötigen einen langen Atem. Im Rahmen der bereits erwähnten Einrichtung einer "Partnerschaftsinitiative Südostasien" sollen Unterstützungsangebote gebündelt, konkrete Projekte ermittelt und gefördert werden. Diesem Gremium ist ein "Arbeitsstab Partnerschaftsinitiative" zugeordnet. Die Hilfsangebote und ¿anfragen werden von der Koordinierungsstelle, die im Auftrag des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung tätig ist, erfasst und zur Analyse und Bewertung an den Arbeitsstab weitergeleitet. Unabhängig hiervon sind die Länder gebeten worden, die Hilfsangebote von und aus den Ländern zu bündeln. Anrede, am 21. Januar 2005 fand im Ministerium des Innern ein erster Informationsaustausch mit den Hilfsorganisationen, den kommunalen Spitzenverbänden, der Arbeitsgemeinschaft der Berufsfeuerwehren Sachsen-Anhalt und dem Landesfeuerwehrverband statt. Sowohl der Landkreistag als auch der Städte- und Gemeindebund führen derzeit in ihren Zuständigkeitsbereichen eine systematische Abfrage zu möglichen Hilfsangeboten durch. Ergebnisse werden in den nächsten Tagen erwartet. Aus Sachsen-Anhalt sind derzeit drei Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerkes vor Ort im Einsatz. Ein Lehrer der Brandschutz- und Katastrophenschule Heyrothsberge soll das THW-Team Anfang Februar verstärken. Ein Mitarbeiter des LKA befindet sich ebenfalls vor Ort, um bei der Identifizierung der Opfer Hilfe zu leisten. Weitere Mitarbeiter des LKA stehen auf Abruf bereit und werden in naher Zukunft in die betroffenen Regionen reisen. Anrede, die Landesregierung hat in dieser Woche beschlossen, im Ministerium des Innern eine Koordinierungsstelle "Fluthilfe Südostasien" einzurichten. Sie soll als Anlaufstelle dienen, um insbesondere Hilfsangebote zu vermitteln und zu bündeln, Projektpartner zusammen zu führen und fachliche Unterstützung anzubieten. Anrede, im Interesse einer effektiven Hilfeleistung werden die übrigen Ressorts der Landesregierung eng mit der Koordinierungsstelle zusammenarbeiten. Auch sie erfassen Aktivitäten zur Fluthilfe in ihrem jeweiligen Geschäftsbereich. Dies bezieht sich sowohl auf behördliche Maßnahmen als auch auf sonstige Initiativen nichtstaatlicher Stellen und Organisationen. Diese Informationen sollen fortlaufend aktualisiert und in der Koordinierungsstelle zusammengefasst werden, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Anrede, wir werden die uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ausschöpfen, um einen Beitrag zur langfristigen und koordinierten Hilfeleistung in den von der Naturkatastrophe betroffenen Regionen zu leisten. Ich bin gerne bereit, dem Ausschuss für Bundes- und Europaangelegenheiten in seiner nächsten Sitzung zu berichten. Impressum: Verantwortlich: Dr. Matthias Schuppe Pressestelle Halberstädter Straße 1-2 39112 Magdeburg Tel: (0391) 567-5516/5517 Fax: (0391) 567-5519 Mail: pressestelle@mi.lsa-net.de Impressum:Ministerium für Inneres und Sport des Landes Sachsen-AnhaltVerantwortlich:Danilo WeiserPressesprecherHalberstädter Straße 2 / am "Platz des 17. Juni"39112 MagdeburgTel: (0391) 567-5504/-5514/-5516/-5517/-5377Fax: (0391) 567-5520Mail: Pressestelle@mi.sachsen-anhalt.de
Fukushima und die Folgen: BfS-Bericht über Unfallablauf und -ursachen Ein Jahr nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima veröffentlichte das Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ) einen Bericht über Ablauf und Ursachen des Unfalls. Die Grundzüge des Unfallablaufs sind bekannt. Bei den Details der Vorgänge innerhalb der Reaktoren selbst waren die Fachleute bei Erstellung des Berichts auf Beobachtung von außen, Erfahrungswissen und Rekonstruktion aus anderweitig gewonnenen Daten angewiesen. • Im März 2012 veröffentlichte das BfS einen Bericht über Ablauf und Ursachen Reaktorkatastrophe von Fukushima. • Im Bericht legen die BfS -Experten wesentliche Faktoren dar, die zum schlimmsten Unfall seit Tschernobyl führten. Der Bericht von 2012 "Die Katastrophe im Kernkraftwerk Fukushima nach dem Seebeben vom 11. März 2011" beschreibt den Ablauf und die Ursachen der Reaktorkatastrophe von Fukushima. Ein Jahr nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima veröffentlichte das Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ) einen Bericht über Ablauf und Ursachen des Unfalls. Die Grundzüge des Unfallablaufs sind bekannt. Bei den Details der Vorgänge innerhalb der Reaktoren selbst waren die Fachleute bei der Erstellung des Berichtes auf Beobachtung von außen, Erfahrungswissen und Rekonstruktion aus anderweitig gewonnenen Daten angewiesen. Im Bericht legen die BfS -Experten wesentliche Faktoren dar, die zum schlimmsten Unfall seit Tschernobyl führten. Faktoren, die den Unfallablauf beeinflusst haben Das Erdbebenrisiko und entsprechend auch das Tsunami-Risiko wurden unterschätzt. Mit einem so starken Erdbeben hatten Seismologen trotz einer systematischen seismographischen Überwachung und sehr gut dokumentierter, mehr als tausendjähriger Erdbebengeschichte nicht gerechnet. Deshalb hielt man auch einen Tsunami dieser Höhe für unmöglich. Anders lautende Hinweise von Tsunamiforschern wurden nicht ausreichend berücksichtigt. Offenbar waren die Reaktoren nicht ausreichend gegen übergreifende Einwirkungen dieser Größenordnung wie Erdbeben und Tsunamis oder andere Überflutungen ausgelegt. Die technische Auslegung der Anlage, wie eine in allen Notfallsituationen einsetzbare und betriebsbereite Notstromversorgung, wies mehrere Schwachpunkte auf. Die Blöcke 1 bis 4 des Kraftwerks waren nur unzureichend gegen Überflutung geschützt. Insbesondere lagen die Notstromdieselaggregate und andere wesentliche Teile der Notstromversorgung so tief, dass sie überflutet wurden und sofort ausfielen. Sowohl die Kühlsysteme für die Reaktoren als auch die Kühlung der Notstromdieselaggregate waren an dasselbe System von Meerwasserpumpen angeschlossen. Die Zerstörung dieser Pumpen durch den Tsunami führte somit sowohl zum Ausfall der Kühlung der Reaktoren als auch zum Ausfall der Kühlung der Notstromdiesel. Der Kernkraftwerksbetreiber war auf Notfälle offenbar nur unzureichend vorbereitet. Bauliche und systemtechnische Nachrüstungen waren bei den – teilweise kurz vor dem Ende ihrer Laufzeit stehenden – Reaktoren offensichtlich nicht konsequent genug durchgeführt und Notfallmaßnahmen nicht ausreichend geprobt worden. Es fehlten klare Anweisungen für das Vorgehen im Notfall. Für abschließende Bewertungen zum Unfallablauf und insbesondere zu seinen Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit war es im März 2012 indes zu früh. Daher zeigten sich bei der Bewertung des Zustands der Reaktoren zum Zeitpunkt der Berichtserstellung die Grenzen des Erkennbaren. Weitere Informationen Der Unfall von Fukushima BfS-Bericht: Die Katastrophe im Kernkraftwerk Fukushima - Beschreibung und Bewertung von Ablauf und Ursachen
Fukushima: Der katastrophale Unfall und seine Folgen Im März 2011 erschütterten Nachrichten aus Japan die ganze Welt: Auf einen Tsunami folgte die Atomkatastrophe von Fukushima. Wie kam es zu dem Unfall? Was waren die Folgen für Japan? Und wie haben die Ereignisse von Fukushima die Welt verändert? Am Nachmittag des 11. März 2011 ereignete sich im Pazifik ein Seebeben, in dessen Folge ein Tsunami die Ostküste Japans traf. Dieser löste eine Unfallserie im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi mit Kernschmelzen in drei Reaktorblöcken aus. Dabei kam es zu erheblichen Freisetzungen von Radionukliden in die Umwelt. Auf dieser Seite sind die wichtigsten Erkenntnisse und Informationen zu der Nuklearkatastrophe zusammengefasst. Über den Unfall und seine Folgen veröffentlichte das BASE im Jahr 2021 außerdem einen Fachbericht: 10 Jahre nach Fukushima. Sicherheit weiterdenken Das Geschehen in Kürze Ein starkes Seebeben mit nachfolgendem Tsunami führte zu großen Schäden im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi in Japan. In den Reaktorblöcken 1-4 fiel sowohl die externe Stromversorgung als auch die Notstromversorgung aus. Es kam zu Kernschmelzen und Wasserstoffexplosionen. Vor allem in den ersten Tagen nach der Nuklearkatastrophe gelangten erhebliche Mengen radioaktiver Stoffe in die Atmosphäre. Erste Maßnahmen nach dem Unfall dienten der Stabilisierung und Sicherung der Blöcke 1-4 und der Überführung in einen kontrollierten Zustand. Durch weitere Maßnahmen wurde der Anfall von radioaktiv kontaminiertem Wasser reduziert. Seit 2023 wird das vor allem mit Tritium kontaminierte Wasser in verdünnter Form ins Meer eingeleitet. Die Untersuchungen über den genauen Zustand der Reaktoren dauern an. Die Vorbereitungen für die Bergung von Brennstofftrümmern aus dem RDB in Block 2 sind abgeschlossen. Ein Testlauf mit Roboter- und fernhantierter Technik hat am 10. September 2024 begonnen. Bis Ende 2031 sollen die Brennelemente aus den Brennelementlagerbecken vollständig entladen sein. In mehreren von der IAEA unterstützten Expertentreffen werden Ansätze und Strategien zur Aufarbeitung und Wiedernutzung von kontaminiertem Boden und Bodenmaterial erarbeitet und diskutiert, um das Japanische Umweltministerium bei dieser Aufgabe zu unterstützen. Die Errichtung eines Walls, der die Anlage gegen Tsunamis schützen soll, wurde im Jahr 2024 abgeschlossen. Der Unfallablauf in Fukushima Der katastrophale Unfall in Fukushima ist neben Tschernobyl bis heute der einzige, der in die höchste Stufe 7 der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES) eingeordnet wurde. Epizentrum des Seebebens © BASE Im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi befinden sich sechs Reaktorblöcke. Zum Zeitpunkt des Seebebens waren die Blöcke 1–3 der Anlage im Leistungsbetrieb, Block 4 befand sich in der Revision. Die Geschehnisse – vom Seebeben bis zu den Wasserstoffexplosionen in den Reaktorblöcken – sind im Folgenden dargestellt: Seebeben und Tsunami Durch ein Seebeben der Stärke 9 brach die externe Stromversorgung für das Kraftwerksgelände Fukushima Daiichi zusammen. Daraufhin starteten die Notstromdiesel der einzelnen Blöcke. Sie stellten die Versorgung sicherheitstechnisch wichtiger Systeme, vor allem die Nachkühlkette, sicher. Durch das Seebeben kam es zu einem Tsunami, der das Atomkraftwerk ungefähr eine Dreiviertelstunde später erreichte. Die Wellen am Standort des Kraftwerks hatten dabei eine Höhe von bis zu 15,5 Metern - mehr als das Doppelte der Auslegung der Anlage (5,7 Meter). © picture alliance / dpa | Aflo / Mainichi Newspaper In die Gebäude drang Wasser ein und führte zum Ausfall der laufenden Notstromdiesel, der zugehörigen Schaltanlagen und Kühlwassersysteme. Daneben wurde die unterbrechungsfreie Gleichstromversorgung beeinträchtigt. Damit war in den Blöcken 1-4 sowohl die externe Stromversorgung als auch die Notstromversorgung ausgefallen – man spricht dabei von einem Station Blackout. In den Blöcken 5 und 6 fielen ebenfalls große Teile der Notstromversorgung aus. Ein verbleibender, einsatzfähiger Notstromdiesel wurde für die Blöcke 5 und 6 wechselseitig genutzt. Schwere Kernschäden in diesen Blöcken konnten hierdurch vermieden werden. Kernkühlung und Kernschmelze Überblick über die Anlage Fukushima Daiichi © BASE Infolge des Station Blackout wurden die Systeme der Nachkühlkette nicht mehr mit Strom versorgt. Nur eine Reihe von passiv wirkenden Systemen (Druckbegrenzung, Notkondensator in Block 1, turbinengetriebene Einspeisepumpen) funktionierten in einem gewissen Maße noch für einige Zeit. Diese Systeme, die ohne externe Stromversorgung arbeiten, konnten den Unfallablauf verlangsamen aber letztendlich nicht aufhalten. Ohne funktionierende Einspeisesysteme - die Wasser in die Reaktordruckbehälter pumpen - und ohne Wärmeabfuhr aus den Sicherheitsbehältern, ließ sich die Anlage nicht dauerhaft in einem sicheren Zustand halten. In der Folge sank der Wasserstand in den Reaktordruckbehältern und legte die Reaktorkerne frei. Dadurch kam es in den Blöcken 1-3 zu einer Aufheizung und Zerstörung der Reaktorkerne - der sogenannten Kernschmelze. Druckanstieg und Wasserstoffexplosionen Infolge der fehlenden Wärmeabfuhr aus den Sicherheitsbehältern stieg in den Blöcken 1-3 der Druck innerhalb der Sicherheitsbehälter. In solchen Fällen ist als Notfallmaßnahme eine Druckentlastung - das sogenannte Venting - vorgesehen. Über mehrere Ventile wird dabei der Sicherheitsbehälter über den Fortluftkamin in die Atmosphäre druckentlastet. Bei einem Unfall soll dadurch das Austreten von Radioaktivität ins Freie um ein Vielfaches verringert werden. Bei Kernschmelzen kommt es bei hohen Temperaturen zu einer Reaktion des Brennstab -Hüllrohrmaterials mit Wasser, dabei wird das Gas Wasserstoff gebildet. In den Blöcken 1, 3 und 4 kam es durch unzureichendes Venting zu Wasserstoffexplosionen, die die Reaktorgebäude stark beschädigten. Die Explosion in Block 4 - in dem es keine Kernschmelze gab - wird aufgrund des Eindringens von Wasserstoff aus Block 3 über gemeinsam genutzte Fortluftsysteme vermutet. Die Explosionen behinderten und verzögerten die Durchführung von Notfallmaßnahmen auf dem Anlagengelände - wie die Wassereinspeisung in die Reaktordruckbehälter mittels Feuerlöschpumpen. Blick auf das Gelände des zerstörten Atomkraftwerks Fukushima Daiichi © (c) dpa Einen chronologischen Ablauf der Ereignisse finden Sie im Fachbericht dargestellt: Chronologie des Unfallablaufs (PDF, barrierefrei/barrierearm) Ursachen der Atomkatastrophe IAEA-Team inspiziert das havarierte Atomkraftwerk Fukushima Daiichi © picture alliance / AP Photo Wieso hatten das Seebeben und der Tsunami diese katastropalen Folgen für das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi? Warum gab es keine ausreichenden Vorkehrungen? Neben technischen Schwächen der Anlage spielten menschliche und kulturelle Faktoren bei der Entstehung und Bewältigung des Unfalls eine entscheidende Rolle. Japanische und internationale Expertenteams kamen zu dem Schluss, dass es sich bei Fukushima weniger um eine Naturkatastrophe als vielmehr um ein „menschengemachtes“ Ereignis handelte. Technische Schwächen der Anlage Die ursprüngliche Tsunami- Auslegung aus dem Jahr 1966 bezog sich auf Wellenhöhen von maximal +3,122 Metern über dem Meeresspiegel. In den Jahren bis 2009 fanden mehrere Neubewertungen dieser Auslegung statt. Auf deren Basis wurde sie durch Nachrüstmaßnahmen mehrfach erhöht und betrug zum Zeitpunkt des Unfalls 5,7 Meter. Ab 2009 führte der Betreiber eine Reihe von freiwilligen Analysen durch. Diese ergaben für die Blöcke 1–4 mögliche Tsunami-Höhen von bis zu 9,3 Metern. Für Stellen in der Nähe der nördlichen und südlichen Grenze des Anlagengeländes wurden in diesen Analysen Tsunami-Höhen von bis zu 15 Metern ermittelt ( vgl. die am 11. März 2011 beobachtete Tsunami-Höhe von 13,1 Metern am Standort der Anlage). Änderungen an der Anlage wurden nach diesen Analysen nicht durchgeführt. Untersuchungen der IAEA zeigten auch, dass die Notstromversorgung nicht ausreichend gegen Überflutung ausgelegt war. Daneben spielte die mangelhafte Umsetzung der Druckentlastung der Sicherheitsbehälter – das sogenannte Venting - nach dem Tsunami für den Unfallablauf eine entscheidende Rolle. Über mehrere Ventile wird dabei der Sicherheitsbehälter über den Fortluftkamin in die Atmosphäre druckentlastet. Laut IAEA hätte ein rechtzeitiges erfolgreiches Venting effektivere Notfallmaßnahmen zur Kernkühlung ermöglicht und die Wasserstoffexplosionen der Reaktorgebäude verhindern können. Auch die Explosion im nicht von einer Kernschmelze betroffenen Block 4 - verursacht durch den Eintrag von Wasserstoff aus dem Block 3 - zeigt das unzureichende Venting. Schnittbild der Anlage und Höhe des Tsunamis © BASE Menschliche und kulturelle Faktoren Menschliche und kulturelle Faktoren © BASE/Michael Meier Japanische und internationale Expertenteams kamen zu dem Schluss, dass Fukushima mit entsprechenden Vorkehrungen hätte es verhindert werden können. Menschliche und kulturelle Faktoren spielten bei dem katastrophalen Unfall eine entscheidende Rolle. Wieso gab es keine ausreichenden Vorkehrungen? Weshalb wurde der Unfall nicht durch ein umfassendes Risikomanagement verhindert oder zumindest abgemildert? Die technischen Schwächen der Kernanlagen waren zum großen Teil bekannt und vermeidbar. Dazu kam eine wenig ausgeprägte Sicherheitskultur im Zusammenspiel von Betreiberunternehmen, der japanischen Aufsichtsbehörde und der Regierung. Man war überzeugt: Ein schwerer Unfall sei nicht möglich und das japanische kerntechnische System ausreichend und effizient. Zudem wurde in den Untersuchungen die japanische Nationalkultur mit einer ausgeprägten Gruppen- und Autoritätsorientierung als ein Einflussfaktor für die wenig ausgebildete Sicherheitskultur genannt. Ebenfalls angeführt wurde das mangelhafte Lernen aus anderen schwerwiegenden Unfällen wie in den Atomkraftwerken Three Mile Island ( USA ) oder Tschernobyl (Ukraine). Nach dem katastrophalen Unfall in Fukushima überprüften weltweit Regierungsorganisationen und Betreiber ihr Verständnis von Sicherheitskultur. Themen wie Unabhängigkeit der Aufsichtsbehörden, Überwachung der Sicherheitskultur von Betreibern sowie die Reflektion und Förderung der eigenen Sicherheitskultur innerhalb von Aufsichtsbehörden wurden auf die Agenda gesetzt. Eine detailliertere Darstellung des Einflusses und der Bedeutung von menschlichen, organisationalen und kulturellen Einflüssen findet sich im Fachbericht . Radioaktivität in der Umwelt Für ein Fotoprojekt kehrte dieses Mädchen in ihre alte Turnhalle in Fukushima zurück © Carlos Ayesta - Guillaume Bression / fukushima-nogozone.com Aufgrund des Unfalls kam es zur erheblichen Freisetzung radioaktiver Stoffe in die Umwelt. Dies führte auch zur Einstufung des Unfalls in Fukushima Daiichi in die Stufe 7 "Katastrophaler Unfall " in der internationalen Meldeskala INES. Freisetzung von Radioaktivität Die Freisetzungen von Radioaktivität in die Atmosphäre erfolgten im Wesentlichen durch: die ungefilterten Druckentlastungen der Sicherheitsbehälter: Neben der Freisetzung von Edelgasen, die auch bei einer gefilterten Druckentlastung erfolgt wäre, führte dies zur Freisetzung hauptsächlich von leichtflüchtigen Spaltprodukten wie Jod und Cäsium. Leckagen der Sicherheitsbehälter: Während des Unfallablaufs wurden Druck und Temperatur der Sicherheitsbehälter, für die die Sicherheitsbehälter konzipiert waren, in den Blöcken 1-3 zum Teil deutlich überschritten. Wahrscheinlich sind hierbei Leckagen aufgetreten. Neben der Freisetzung in die Atmosphäre kam es zur Freisetzung von radioaktiven Stoffen in Wasser – hauptsächlich als Kontamination des zur Notkühlung eingespeisten Wassers. Da keine geschlossenen Kühlkreisläufe mehr existierten, haben sich große Mengen kontaminierten Wassers über Leckagen der Sicherheitsbehälter in den Gebäuden angesammelt. Anfang April 2011 kam es zum Ausfluss von stark kontaminiertem Wasser ins Meer. Außerdem ist Wasser – hauptsächlich Grundwasser – von außen in die Gebäude eingedrungen. Durch verschiedene Maßnahmen, konnte der Zufluss von Grundwasser in die Gebäude inzwischen erheblich reduziert werden. Zu den Maßnahmen zählen: Abdichtung von Leckagen an Gebäuden und Gebäudedurchführungen Inbetriebnahme von Grundwasserdrainagebrunnen und Entwässerungsbrunnen Permanente Vereisung des Erdreichs rund um die Reaktorgebäude der Blöcke 1-4 Versiegelung eines Großteils des Anlagengeländes und des Meeresbodens im Hafenbecken Weiter konnte durch die Errichtung eines Grundwasser-Absperrbauwerks als wasserundurchlässige Barriere direkt vor der Kaimauer der Abfluss kontaminierten Wassers ins Meer reduziert werden. Zudem ist eine Reinigungsanlage für das in die Gebäude eingedrungene kontaminierte Wasser in Betrieb. Wasser, das nach der Behandlung nicht wieder zur Kühlung in die Reaktoren eingespeist wird, wird auf dem Anlagengelände in verschiedenen Behältern zwischengelagert. Die Lagerkapazitäten mussten bisher stetig erweitert werden und sind inzwischen nahezu erschöpft. Seit dem August 2023 wird deshalb das aufgereinigte Wasser mit Seewasser weiter verdünnt und ins Meer eingeleitet . Die in diesen Wässern bei der Abgabe noch vorhandene Konzentration an radioaktiven Stoffen liegt weit unter den gesetzlichen Grenzwerten. Tanks mit radioaktiv kontaminiertem Wasser auf dem Gelände des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi © picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Yasushi Kanno Folgen für Mensch und Umwelt 250 km ... von Fukushima entfernt – in Tokyo – stieg die Jod-131 Belastung des Trinkwassers zeitweise über den für Kleinkinder kritischen Wert. Zahlreiche Lebensmittel wie Gemüse, Milch oder Kräuter aus den betroffenen Regionen durften nicht verzehrt werden. Ende März/ Anfang April wurden hohe Konzentrationen v.a. von Cäsium-137 und Jod-131 im Meer nahe dem AKW nachgewiesen, die dann bis Ende April schnell auf niedrige Werte zurückgingen. Teilweise musste der Fischfang ausgesetzt werden, da die Kontaminationen von verschiedenen im Meer vor Fukushima gefangenen Fischarten in zahlreichen Fällen oberhalb der gesetzlichen Grenzwerte lag. 20.000 ... Menschen sind in Folge von Beben und Tsunami gestorben oder sind immer noch als vermisst gemeldet. Der Tsunami überflutete mehr als 560 km ² des japanischen Festlands, über 470.000 Gebäude wurden schwer beschädigt oder zerstört, etwa 4.000.000 Haushalte hatten keinen Strom, 2.300.000 Haushalte hatten kein Trinkwasser. 470.000 ... ist die Gesamtzahl der Evakuierten laut der japanischen Regierung in allen Präfekturen zusammen. Die Gesamtzahl der aufgrund der radiologischen Situation in der Präfektur Fukushima evakuierten Personen betrug ca. 110.000, die Gesamtzahl der in der Präfektur Fukushima evakuierten Personen betrug ca. 165.000. Von diesen Evakuierten waren Ende 2020 noch 37.000 verblieben. Strahlenbelastung in Deutschland und Europa Die in die Atmosphäre freigesetzten Radionuklide wurden mit dem Wind lokal, regional und global verfrachtet und gerieten in der Folge ins Meer oder wurden auf der Erdoberfläche deponiert. Wohin welche radioaktiven Stoffe gelangten, hing wesentlich vom Zeitpunkt der Freisetzung und von den dann herrschenden Wetterbedingungen wie Wind und Niederschlägen ab. Nach dem Reaktorunfall erhöhten sich in Deutschland die Jod-131 und Cäsium-134/137 Konzentrationen in der Luft für etwa einen Monat. Die gemessenen Konzentrationen waren aber so gering, dass sie keine gesundheitliche Gefährdung für die Menschen und die Umwelt in Deutschland und Europa darstellten. Seit Ende Mai 2011 liegen die Messwerte wieder auf dem gleichen Niveau wie vor der Reaktorkatastrophe von Fukushima. Maßnahmen zur Stabilisierung und Stilllegung Aktuelle Luftaufnahme der Anlage Fukushima Daiichi (2020) © picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Takehiko Suzuki Der Betreiber TEPCO hat seit dem Nuklearunfall umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um die Blöcke 1-4 des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi in einem kontrollierten Zustand zu halten und die Freisetzung von Radionukliden zu minimieren. Gleichzeitig dienen diese Maßnahmen der Vorbereitung der späteren Stilllegung . Die gesamte Stilllegung wird nach aktuellen Schätzungen bis zu 40 Jahre dauern. Die Maßnahmen zur Stabilisierung und Stilllegung des Atomkraftwerks sind im Folgenden dargestellt: Einhausungen aus Stahl Die Reaktorgebäude waren nach dem Unfall stark beschädigt. Zunächst musste die Stabilität und Funktion der Gebäude während der gesamten Stilllegung sichergestellt werden. Einhausungen wurden errichtet, um zu verhindern, dass radioaktive Stoffe in die Umwelt gelangen. Diese Einhausungen sind auch Voraussetzung für den Einbau von Einrichtungen zum Bergen der Brennelemente aus den Brennelement-Lagerbecken und dem Kernmaterial aus den Reaktoren. Reduzierung von kontaminiertem Wasser Ein großes Problem stellt radioaktiv verunreinigtes Wasser in den Gebäuden dar. Zum einen Wasser, das bei der Notkühlung nach dem katastrophalen Unfall eingespeist und dabei kontaminiert wurde, aber inzwischen vor allem Grundwasser, welches permanent über Undichtigkeiten in die Gebäude eindringt und dort mit radioaktivem Material in Kontakt kommt. Da keine geschlossenen Kühlkreisläufe mehr existierten, haben sich große Mengen kontaminierten Wassers über Leckagen der Sicherheitsbehälter in den Gebäuden angesammelt. Durch verschiedene Maßnahmen, unter anderem durch Abdichtung von Leckagen an Gebäuden, konnte der Zufluss von Grundwasser in die Gebäude inzwischen erheblich reduziert werden (siehe dazu „ Freisetzung von Radioaktivität “). Der Betreiber TEPCO reinigt dieses kontaminierte Wasser auf. Tritium verbleibt jedoch darin. Seit August 2023 wird das gereinigte Wasser verdünnt ins Meer eingeleitet. Dieser Prozess soll etwa 30 Jahre dauern. Bergung der Brennelemente Langfristig plant TEPCO die Bergung der zerstörten Reaktorkerne und der Brennelemente aus den Brennelement-Lagerbecken sowie deren Entsorgung. Von November 2013 bis zum Dezember 2014 wurden die Brennelemente in den Lagerbecken des Blocks 4 geborgen. Für Block 3 begann die Entladung des Brennelement-Lagerbeckens im April 2019 und konnte im März 2021 abgeschlossen werden. In den Blöcken 1 und 2 laufen entsprechende Vorbereitungsarbeiten, wie das Entfernen von Trümmern. Für die Bergung geschmolzenen und später erstarrten Kernmaterials aus den Reaktoren der Blöcke 1-3 laufen Vorbereitungen. Für die Lagerung der Brennelemente stehen auf dem Anlagengelände zwei Einrichtungen zur Verfügung: Ein zentrales Nasslager und ein temporäres Trockenlager. Bergung des Kernmaterials In den Blöcken 1 bis 3 kam es zur Kernschmelze. Dabei schmolzen der Brennstoff und die Metallummantelung, die die Außenhülle der Brennstäbe bildet, und verfestigten sich dann als Brennstofftrümmer wieder. Um dieses Kernmaterial aus den Reaktoren zu bergen, ist ein Überblick über den Zustand der inneren Bereiche der Reaktorgebäude Voraussetzung. Die Zugänglichkeit zu den Reaktorblöcken stellt den Betreiber TEPCO vor große Herausforderungen. In den Gebäuden ist die Strahlung hoch, der Zustand und die Verteilung des Kernmaterials unklar. Die Untersuchung und Bergung des Kernmaterials muss daher größtenteils mittels fernhantierter Robotertechnik durchgeführt werden. Im Jahr 2024 fand im Block 2 eine erste testweise Probenahme von Brennstofftrümmern mit einem neu entwickelten Roboterarm und Greifwerkzeugenstatt. Eine umfassende Charakterisierung der Trümmer ist Voraussetzung für eine sichere Bergung. Das zu bergende Kernmaterial soll in einer neuen, noch zu errichtenden Lagereinrichtung auf dem Gelände gelagert werden. Sanierung des Geländes Nach mehreren Jahren Dekontaminationsarbeiten in der Umgebung des Atomkraftwerks Fukushima wurden Teile der evakuierten Gebiete freigegeben. Auch wichtige Infrastruktureinrichtungen sind heute wieder in Betrieb. In der Nähe des Atomkraftwerks wurden dazu Dächer und Dachrinnen gereinigt, obere Bodenschichten abgetragen und organisches Material eingesammelt. Die großen Mengen von schwachradioaktiven Abfällen wurden zunächst in vielen provisorischen Lagerstätten in der Region Fukushima eingelagert. Heute befinden sich die Abfälle größtenteils in einem neu errichteten Zwischenlager, die alten Lagerstätten wurden rekultiviert. Einleitung von radioaktiv belastetem Wasser ins Meer vor Fukushima Kategorie: Nukleare Sicherheit | Datum: 07.03.2025 Auf dem Gelände des Atomkraftwerks in Fukushima lagern nicht nur hochradioaktive Brennelemente und Reaktorteile. Auch kontaminiertes Wasser wird dort in über 1000 Behältern gesammelt und vom Betreiber nach einem Reinigungsprozess in den Pazifik eingeleitet. © picture alliance / Xinhua News Agency | unreguser Nach Fukushima: Folgen für Deutschland Kategorie: Nukleare Sicherheit | Datum: 01.03.2024 Welche Folgen hatte die Nuklearkatastrophe in Fukushima für Deutschland? Im Juni 2011 beschloss der Deutsche Bundestag mit breiter Mehrheit den Atomausstieg. Für die Atomkraftwerke erfolgten umfangreiche Überprüfungen der Sicherheit. © BASE / Michael Meier Zukunftsaufgabe: Ein sicheres Endlager Kategorie: Nukleare Sicherheit | Datum: 01.03.2024 Deutschland ist nach dem katastrophalen Unfall von Fukushima endgültig aus der Atomenergie ausgestiegen. Was aber passiert in Zukunft mit den hochradioaktiven Abfällen? Sie müssen sicher in einem tiefen geologischen Endlager verwahrt werden. © BASE / Michael Meier Seebeben und Tsunami Durch ein Seebeben der Stärke 9 brach die externe Stromversorgung für das Kraftwerksgelände Fukushima Daiichi zusammen. Daraufhin starteten die Notstromdiesel der einzelnen Blöcke. Sie stellten die Versorgung sicherheitstechnisch wichtiger Systeme, vor allem die Nachkühlkette, sicher. Durch das Seebeben kam es zu einem Tsunami, der das Atomkraftwerk ungefähr eine Dreiviertelstunde später erreichte. Die Wellen am Standort des Kraftwerks hatten dabei eine Höhe von bis zu 15,5 Metern - mehr als das Doppelte der Auslegung der Anlage (5,7 Meter). © picture alliance / dpa | Aflo / Mainichi Newspaper In die Gebäude drang Wasser ein und führte zum Ausfall der laufenden Notstromdiesel, der zugehörigen Schaltanlagen und Kühlwassersysteme. Daneben wurde die unterbrechungsfreie Gleichstromversorgung beeinträchtigt. Damit war in den Blöcken 1-4 sowohl die externe Stromversorgung als auch die Notstromversorgung ausgefallen – man spricht dabei von einem Station Blackout. In den Blöcken 5 und 6 fielen ebenfalls große Teile der Notstromversorgung aus. Ein verbleibender, einsatzfähiger Notstromdiesel wurde für die Blöcke 5 und 6 wechselseitig genutzt. Schwere Kernschäden in diesen Blöcken konnten hierdurch vermieden werden. Kernkühlung und Kernschmelze Überblick über die Anlage Fukushima Daiichi © BASE Infolge des Station Blackout wurden die Systeme der Nachkühlkette nicht mehr mit Strom versorgt. Nur eine Reihe von passiv wirkenden Systemen (Druckbegrenzung, Notkondensator in Block 1, turbinengetriebene Einspeisepumpen) funktionierten in einem gewissen Maße noch für einige Zeit. Diese Systeme, die ohne externe Stromversorgung arbeiten, konnten den Unfallablauf verlangsamen aber letztendlich nicht aufhalten. Ohne funktionierende Einspeisesysteme - die Wasser in die Reaktordruckbehälter pumpen - und ohne Wärmeabfuhr aus den Sicherheitsbehältern, ließ sich die Anlage nicht dauerhaft in einem sicheren Zustand halten. In der Folge sank der Wasserstand in den Reaktordruckbehältern und legte die Reaktorkerne frei. Dadurch kam es in den Blöcken 1-3 zu einer Aufheizung und Zerstörung der Reaktorkerne - der sogenannten Kernschmelze. Druckanstieg und Wasserstoffexplosionen Infolge der fehlenden Wärmeabfuhr aus den Sicherheitsbehältern stieg in den Blöcken 1-3 der Druck innerhalb der Sicherheitsbehälter. In solchen Fällen ist als Notfallmaßnahme eine Druckentlastung - das sogenannte Venting - vorgesehen. Über mehrere Ventile wird dabei der Sicherheitsbehälter über den Fortluftkamin in die Atmosphäre druckentlastet. Bei einem Unfall soll dadurch das Austreten von Radioaktivität ins Freie um ein Vielfaches verringert werden. Bei Kernschmelzen kommt es bei hohen Temperaturen zu einer Reaktion des Brennstab -Hüllrohrmaterials mit Wasser, dabei wird das Gas Wasserstoff gebildet. In den Blöcken 1, 3 und 4 kam es durch unzureichendes Venting zu Wasserstoffexplosionen, die die Reaktorgebäude stark beschädigten. Die Explosion in Block 4 - in dem es keine Kernschmelze gab - wird aufgrund des Eindringens von Wasserstoff aus Block 3 über gemeinsam genutzte Fortluftsysteme vermutet. Die Explosionen behinderten und verzögerten die Durchführung von Notfallmaßnahmen auf dem Anlagengelände - wie die Wassereinspeisung in die Reaktordruckbehälter mittels Feuerlöschpumpen. Blick auf das Gelände des zerstörten Atomkraftwerks Fukushima Daiichi © (c) dpa Technische Schwächen der Anlage Die ursprüngliche Tsunami- Auslegung aus dem Jahr 1966 bezog sich auf Wellenhöhen von maximal +3,122 Metern über dem Meeresspiegel. In den Jahren bis 2009 fanden mehrere Neubewertungen dieser Auslegung statt. Auf deren Basis wurde sie durch Nachrüstmaßnahmen mehrfach erhöht und betrug zum Zeitpunkt des Unfalls 5,7 Meter. Ab 2009 führte der Betreiber eine Reihe von freiwilligen Analysen durch. Diese ergaben für die Blöcke 1–4 mögliche Tsunami-Höhen von bis zu 9,3 Metern. Für Stellen in der Nähe der nördlichen und südlichen Grenze des Anlagengeländes wurden in diesen Analysen Tsunami-Höhen von bis zu 15 Metern ermittelt ( vgl. die am 11. März 2011 beobachtete Tsunami-Höhe von 13,1 Metern am Standort der Anlage). Änderungen an der Anlage wurden nach diesen Analysen nicht durchgeführt. Untersuchungen der IAEA zeigten auch, dass die Notstromversorgung nicht ausreichend gegen Überflutung ausgelegt war. Daneben spielte die mangelhafte Umsetzung der Druckentlastung der Sicherheitsbehälter – das sogenannte Venting - nach dem Tsunami für den Unfallablauf eine entscheidende Rolle. Über mehrere Ventile wird dabei der Sicherheitsbehälter über den Fortluftkamin in die Atmosphäre druckentlastet. Laut IAEA hätte ein rechtzeitiges erfolgreiches Venting effektivere Notfallmaßnahmen zur Kernkühlung ermöglicht und die Wasserstoffexplosionen der Reaktorgebäude verhindern können. Auch die Explosion im nicht von einer Kernschmelze betroffenen Block 4 - verursacht durch den Eintrag von Wasserstoff aus dem Block 3 - zeigt das unzureichende Venting. Schnittbild der Anlage und Höhe des Tsunamis © BASE Menschliche und kulturelle Faktoren Menschliche und kulturelle Faktoren © BASE/Michael Meier Japanische und internationale Expertenteams kamen zu dem Schluss, dass Fukushima mit entsprechenden Vorkehrungen hätte es verhindert werden können. Menschliche und kulturelle Faktoren spielten bei dem katastrophalen Unfall eine entscheidende Rolle. Wieso gab es keine ausreichenden Vorkehrungen? Weshalb wurde der Unfall nicht durch ein umfassendes Risikomanagement verhindert oder zumindest abgemildert? Die technischen Schwächen der Kernanlagen waren zum großen Teil bekannt und vermeidbar. Dazu kam eine wenig ausgeprägte Sicherheitskultur im Zusammenspiel von Betreiberunternehmen, der japanischen Aufsichtsbehörde und der Regierung. Man war überzeugt: Ein schwerer Unfall sei nicht möglich und das japanische kerntechnische System ausreichend und effizient. Zudem wurde in den Untersuchungen die japanische Nationalkultur mit einer ausgeprägten Gruppen- und Autoritätsorientierung als ein Einflussfaktor für die wenig ausgebildete Sicherheitskultur genannt. Ebenfalls angeführt wurde das mangelhafte Lernen aus anderen schwerwiegenden Unfällen wie in den Atomkraftwerken Three Mile Island ( USA ) oder Tschernobyl (Ukraine). Nach dem katastrophalen Unfall in Fukushima überprüften weltweit Regierungsorganisationen und Betreiber ihr Verständnis von Sicherheitskultur. Themen wie Unabhängigkeit der Aufsichtsbehörden, Überwachung der Sicherheitskultur von Betreibern sowie die Reflektion und Förderung der eigenen Sicherheitskultur innerhalb von Aufsichtsbehörden wurden auf die Agenda gesetzt. Eine detailliertere Darstellung des Einflusses und der Bedeutung von menschlichen, organisationalen und kulturellen Einflüssen findet sich im Fachbericht . Freisetzung von Radioaktivität Die Freisetzungen von Radioaktivität in die Atmosphäre erfolgten im Wesentlichen durch: die ungefilterten Druckentlastungen der Sicherheitsbehälter: Neben der Freisetzung von Edelgasen, die auch bei einer gefilterten Druckentlastung erfolgt wäre, führte dies zur Freisetzung hauptsächlich von leichtflüchtigen Spaltprodukten wie Jod und Cäsium. Leckagen der Sicherheitsbehälter: Während des Unfallablaufs wurden Druck und Temperatur der Sicherheitsbehälter, für die die Sicherheitsbehälter konzipiert waren, in den Blöcken 1-3 zum Teil deutlich überschritten. Wahrscheinlich sind hierbei Leckagen aufgetreten. Neben der Freisetzung in die Atmosphäre kam es zur Freisetzung von radioaktiven Stoffen in Wasser – hauptsächlich als Kontamination des zur Notkühlung eingespeisten Wassers. Da keine geschlossenen Kühlkreisläufe mehr existierten, haben sich große Mengen kontaminierten Wassers über Leckagen der Sicherheitsbehälter in den Gebäuden angesammelt. Anfang April 2011 kam es zum Ausfluss von stark kontaminiertem Wasser ins Meer. Außerdem ist Wasser – hauptsächlich Grundwasser – von außen in die Gebäude eingedrungen. Durch verschiedene Maßnahmen, konnte der Zufluss von Grundwasser in die Gebäude inzwischen erheblich reduziert werden. Zu den Maßnahmen zählen: Abdichtung von Leckagen an Gebäuden und Gebäudedurchführungen Inbetriebnahme von Grundwasserdrainagebrunnen und Entwässerungsbrunnen Permanente Vereisung des Erdreichs rund um die Reaktorgebäude der Blöcke 1-4 Versiegelung eines Großteils des Anlagengeländes und des Meeresbodens im Hafenbecken Weiter konnte durch die Errichtung eines Grundwasser-Absperrbauwerks als wasserundurchlässige Barriere direkt vor der Kaimauer der Abfluss kontaminierten Wassers ins Meer reduziert werden. Zudem ist eine Reinigungsanlage für das in die Gebäude eingedrungene kontaminierte Wasser in Betrieb. Wasser, das nach der Behandlung nicht wieder zur Kühlung in die Reaktoren eingespeist wird, wird auf dem Anlagengelände in verschiedenen Behältern zwischengelagert. Die Lagerkapazitäten mussten bisher stetig erweitert werden und sind inzwischen nahezu erschöpft. Seit dem August 2023 wird deshalb das aufgereinigte Wasser mit Seewasser weiter verdünnt und ins Meer eingeleitet . Die in diesen Wässern bei der Abgabe noch vorhandene Konzentration an radioaktiven Stoffen liegt weit unter den gesetzlichen Grenzwerten. Tanks mit radioaktiv kontaminiertem Wasser auf dem Gelände des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi © picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Yasushi Kanno Folgen für Mensch und Umwelt 250 km ... von Fukushima entfernt – in Tokyo – stieg die Jod-131 Belastung des Trinkwassers zeitweise über den für Kleinkinder kritischen Wert. Zahlreiche Lebensmittel wie Gemüse, Milch oder Kräuter aus den betroffenen Regionen durften nicht verzehrt werden. Ende März/ Anfang April wurden hohe Konzentrationen v.a. von Cäsium-137 und Jod-131 im Meer nahe dem AKW nachgewiesen, die dann bis Ende April schnell auf niedrige Werte zurückgingen. Teilweise musste der Fischfang ausgesetzt werden, da die Kontaminationen von verschiedenen im Meer vor Fukushima gefangenen Fischarten in zahlreichen Fällen oberhalb der gesetzlichen Grenzwerte lag. 20.000 ... Menschen sind in Folge von Beben und Tsunami gestorben oder sind immer noch als vermisst gemeldet. Der Tsunami überflutete mehr als 560 km ² des japanischen Festlands, über 470.000 Gebäude wurden schwer beschädigt oder zerstört, etwa 4.000.000 Haushalte hatten keinen Strom, 2.300.000 Haushalte hatten kein Trinkwasser. 470.000 ... ist die Gesamtzahl der Evakuierten laut der japanischen Regierung in allen Präfekturen zusammen. Die Gesamtzahl der aufgrund der radiologischen Situation in der Präfektur Fukushima evakuierten Personen betrug ca. 110.000, die Gesamtzahl der in der Präfektur Fukushima evakuierten Personen betrug ca. 165.000. Von diesen Evakuierten waren Ende 2020 noch 37.000 verblieben. Strahlenbelastung in Deutschland und Europa Die in die Atmosphäre freigesetzten Radionuklide wurden mit dem Wind lokal, regional und global verfrachtet und gerieten in der Folge ins Meer oder wurden auf der Erdoberfläche deponiert. Wohin welche radioaktiven Stoffe gelangten, hing wesentlich vom Zeitpunkt der Freisetzung und von den dann herrschenden Wetterbedingungen wie Wind und Niederschlägen ab. Nach dem Reaktorunfall erhöhten sich in Deutschland die Jod-131 und Cäsium-134/137 Konzentrationen in der Luft für etwa einen Monat. Die gemessenen Konzentrationen waren aber so gering, dass sie keine gesundheitliche Gefährdung für die Menschen und die Umwelt in Deutschland und Europa darstellten. Seit Ende Mai 2011 liegen die Messwerte wieder auf dem gleichen Niveau wie vor der Reaktorkatastrophe von Fukushima. Einhausungen aus Stahl Die Reaktorgebäude waren nach dem Unfall stark beschädigt. Zunächst musste die Stabilität und Funktion der Gebäude während der gesamten Stilllegung sichergestellt werden. Einhausungen wurden errichtet, um zu verhindern, dass radioaktive Stoffe in die Umwelt gelangen. Diese Einhausungen sind auch Voraussetzung für den Einbau von Einrichtungen zum Bergen der Brennelemente aus den Brennelement-Lagerbecken und dem Kernmaterial aus den Reaktoren. Reduzierung von kontaminiertem Wasser Ein großes Problem stellt radioaktiv verunreinigtes Wasser in den Gebäuden dar. Zum einen Wasser, das bei der Notkühlung nach dem katastrophalen Unfall eingespeist und dabei kontaminiert wurde, aber inzwischen vor allem Grundwasser, welches permanent über Undichtigkeiten in die Gebäude eindringt und dort mit radioaktivem Material in Kontakt kommt. Da keine geschlossenen Kühlkreisläufe mehr existierten, haben sich große Mengen kontaminierten Wassers über Leckagen der Sicherheitsbehälter in den Gebäuden angesammelt. Durch verschiedene Maßnahmen, unter anderem durch Abdichtung von Leckagen an Gebäuden, konnte der Zufluss von Grundwasser in die Gebäude inzwischen erheblich reduziert werden (siehe dazu „ Freisetzung von Radioaktivität “). Der Betreiber TEPCO reinigt dieses kontaminierte Wasser auf. Tritium verbleibt jedoch darin. Seit August 2023 wird das gereinigte Wasser verdünnt ins Meer eingeleitet. Dieser Prozess soll etwa 30 Jahre dauern. Bergung der Brennelemente Langfristig plant TEPCO die Bergung der zerstörten Reaktorkerne und der Brennelemente aus den Brennelement-Lagerbecken sowie deren Entsorgung. Von November 2013 bis zum Dezember 2014 wurden die Brennelemente in den Lagerbecken des Blocks 4 geborgen. Für Block 3 begann die Entladung des Brennelement-Lagerbeckens im April 2019 und konnte im März 2021 abgeschlossen werden. In den Blöcken 1 und 2 laufen entsprechende Vorbereitungsarbeiten, wie das Entfernen von Trümmern. Für die Bergung geschmolzenen und später erstarrten Kernmaterials aus den Reaktoren der Blöcke 1-3 laufen Vorbereitungen. Für die Lagerung der Brennelemente stehen auf dem Anlagengelände zwei Einrichtungen zur Verfügung: Ein zentrales Nasslager und ein temporäres Trockenlager. Bergung des Kernmaterials In den Blöcken 1 bis 3 kam es zur Kernschmelze. Dabei schmolzen der Brennstoff und die Metallummantelung, die die Außenhülle der Brennstäbe bildet, und verfestigten sich dann als Brennstofftrümmer wieder. Um dieses Kernmaterial aus den Reaktoren zu bergen, ist ein Überblick über den Zustand der inneren Bereiche der Reaktorgebäude Voraussetzung. Die Zugänglichkeit zu den Reaktorblöcken stellt den Betreiber TEPCO vor große Herausforderungen. In den Gebäuden ist die Strahlung hoch, der Zustand und die Verteilung des Kernmaterials unklar. Die Untersuchung und Bergung des Kernmaterials muss daher größtenteils mittels fernhantierter Robotertechnik durchgeführt werden. Im Jahr 2024 fand im Block 2 eine erste testweise Probenahme von Brennstofftrümmern mit einem neu entwickelten Roboterarm und Greifwerkzeugenstatt. Eine umfassende Charakterisierung der Trümmer ist Voraussetzung für eine sichere Bergung. Das zu bergende Kernmaterial soll in einer neuen, noch zu errichtenden Lagereinrichtung auf dem Gelände gelagert werden. Sanierung des Geländes Nach mehreren Jahren Dekontaminationsarbeiten in der Umgebung des Atomkraftwerks Fukushima wurden Teile der evakuierten Gebiete freigegeben. Auch wichtige Infrastruktureinrichtungen sind heute wieder in Betrieb. In der Nähe des Atomkraftwerks wurden dazu Dächer und Dachrinnen gereinigt, obere Bodenschichten abgetragen und organisches Material eingesammelt. Die großen Mengen von schwachradioaktiven Abfällen wurden zunächst in vielen provisorischen Lagerstätten in der Region Fukushima eingelagert. Heute befinden sich die Abfälle größtenteils in einem neu errichteten Zwischenlager, die alten Lagerstätten wurden rekultiviert. Fachbericht zum Download 10 Jahre nach Fukushima: Sicherheit weiterdenken Label: Fachinformation Herunterladen (PDF, 31 MB, barrierefrei⁄barrierearm)
Das Projekt "Teilprojekt: Tephrochronostratigraphie in den marinen und terrestrischen Sedimenten von Neuseeland: Bezugspunkt für den Miozänen bis Quartären explosiven Vulkanismuses" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (GEOMAR), Forschungsbereich 4 Dynamik des Ozeanbodens, Forschungseinheit Magmatische und Hydrothermale Systeme durchgeführt. Während der IODP Expeditionen 372 und 375 wurden die Ursachen und Auswirkungen von 'Slow Slip' Erdbeben sowie große untermeerische Hangrutsche und assoziierte Gashydrate vor der Nordinsel Neuseeland untersucht. Sedimente bis in die Kreide welche eingeschaltete Tephralagen vom Miozän bis Holozän enthalten wurden erbohrt und beprobt. Die Bohrlokationen befinden sich im Pazifik, ca. 250 km in der Windrichtung der vulkanischen Taupo Zone (TVZ), einer der größten und am häufigsten aktiven silizischen Zentren der Welt, und befinden sich auch nahe der Coromandel Vulkanfront (CVZ) einem spärlich untersuchten Neogenen vulkanischen Inselbogen. Die Tephreninventare dieser intermediär entfernten Bohrlokationen stellen das fehlende Glied zwischen den proximalen Land- und sehr distalen ODP-Aufschlüssen dar, um eine nahezu komplette Eruptionshistorie für den Neuseeländischen explosiven Vulkanismus vom Miozän bis Holozän zu etablieren. Deshalb liegt der Fokus dieses Projektes auf den vulkanischen Produkten Neogener und Quartärer neuseeländischer explosiven Eruptionen. Tephraablagerungen der Expeditionen 372&375, ergänzt durch terrestrische Abalgerungen und Tephren in älteren und distaleren ODP Bohrlokationen ergeben die einmalige Gelegenheit die Geschichte des hochexplosiven Vulkanismuses beider Inselbogensysteme sowie ihrer Spuren in den marinen Sedimente über eine Zeitspanne von mindestens 12 Ma zu untersuchen und zu vergleichen. Um quantitative und qualitative Aussagen über die Herkunft und Eruptionsabfolge, einschließlich als Kryptotephren überlieferter kleinere Eruptionen, machen zu können werden geochemische, petrologische, sowie vulkanologische Herangehensweisen und Methoden angewendet. Vor allem die kritische Lücke nicht vorhandener Spurenelement-Zusammensetzungen in terrestrischen Vergleichsproben, als auch distaler mariner Tephren, wird geschlossen werden. Diese Daten werden durch absolute Alterdatierungen unterstützt um die existierenden Altersmodelle zu bestätigen. Stabile Altersmodelle sind wichtig um dann räumliche und zeitliche Veränderungen von Eruptionsprozessen, Magnituden und Frequenzen von großen Vulkaneruptionen beider Vulkansysteme, TVZ und CVZ, zu untersuchen. Schließlich werden die somit gewonnenen Zusammensetzungsdaten und die Eruptionsabfolgen dazu dienen um Fragen hinsichtlich der Widerkehrrate und Zyklizität in beiden Systemen zu beantworten und damit auch das erste Mal überhaupt eine Neogene Zweitserie diesbezüglich heranziehen. Die Daten werden es auch ermöglichen die zeitliche und räumliche Sedimentzusammensetzung am Kontentalhang und der hereinkommenden Platte in Bezug auf den vulkaniklastischen Eintrag hin zu charakterisieren und die Frage beantworten wie diese sich auf mechanische, kohäsive, und hydrogeologische Eigenschaften der Sedimente auswirken. Zusätzlich ermöglichen die Sedimentgeochemie und der Tephralagen, intakte gerutschte Sedimentblöcke wieder in ihre ursprüngliche stratigraphische Abfolge zurückzuordnen.
Das Projekt "Sonderforschungsbereich (SFB) 574: Volatile und Fluide in Subduktionszonen: Klima-Rückkopplungen und Auslösemechanismen von Naturkatastrophen" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von IFM-GEOMAR Leibniz-Institut für Meereswissenschaften durchgeführt. Ziele:-- Gibt es einen erkennbaren und quantifizierbaren Zusammenhang zwischen tektonischen Bewegungen, Gezeiten und anderen Antriebskräften einerseits und Entwässerungsraten, Fluid-Austritten und vulkanischer Aktivität andererseits?-- Wie werden die maximale Devolatilisierungstiefe und Erdbeben von der Subduktionsrate, der Zusammensetzung der Platte und variablen Temperatur- und Druckbedingungen beeinflusst?-- Welche Anteile des Rückflusses in den Ozean und die Atmosphäre fließen durch Fluid-Austrittsstellen, Schlamm-Diapire und Vulkane?-- Welche Prozesse kontrollieren die Bildung und Zersetzung von Gashydraten und wie wird der Methantransport durch Schlamm-Diapirismus beeinflusst? Lösen diese Prozesse große Rutschungen aus, wie häufig ereignen sich diese und wieviel Masse wird jeweils bewegt?-- Wie beeinflussen die Fluid- und Gasströme in Subduktionszonen die benthischen Lebensgemeinschaften, die Chemie des Meerwassers und den Ozean-Atmosphäre Austausch von 'Treibhausgasen'? Welche Rolle spielt der biologische Umsatz von Volatilen im Ozean?-- Welche Mengen der verschiedenen Volatile werden von Vulkanen in die Atmosphäre freigesetzt, aus welchen Quellen stammen sie und welche Prozesse bestimmen ihre Zusammensetzung?-- Wie werden die langzeitliche Klimaentwicklung und die geochemische Zusammensetzung der Atmosphäre, des Meerwassers und der Sedimente durch Recycling und Fraktionierung von Elementen in Subduktionszonen beeinflusst?
Das Projekt "WTZ Indonesien GITEWS - Einrichtung von Kernelementen eines Tsunami-Warnsystems im Indischen Ozean in Partnerschaft mit Indonesien und ggf. weiteren Partnern - GI TEWS" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum durchgeführt. Ziele: Am 26.12.2004 erschütterte ein Seebeben der Stärke 9,3 auf der Richterskala Südostasien. Durch das Beben wurde ein verheerender Tsunami ausgelöst. Wegen der unmittelbaren Nähe zum seismisch aktiven Sundabogen drohen insbesondere Indonesien auch in Zukunft katastrophale Tsunamis. Das Vorhaben GITEWS zum Aufbau eines Tsunami-Frühwarnsystems in der Region des Indischen Ozeans wird im Rahmen der Wiederaufbauhilfe der vom Tsunami betroffenen Regionen am Indischen Ozean sowie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Seit November 2005 wird das Frühwarnsystem in der geologisch kritischen Zone des Indischen Ozeans, im Bereich des Sundabogens, installiert. Im November 2008 wurde das Warnzentrum in der indonesischen Hauptstadt Jakarta offiziell in Betrieb genommen. Das Frühwarnsystem befindet sich seitdem in der Testphase unter deutscher Leitung. Um einen nachhaltigen Betrieb zu gewährleisten, wird derzeit eine Betreibergesellschaft nach indonesischem Recht gegründet. Das System integriert terrestrische Beobachtungsnetze der Seismologie und Geodäsie mit marinen Messverfahren und Satellitenbeobachtungen. Mittels Erdbebenmessstationen (Seismometer) werden Erdbebenwellen aufgezeichnet, so dass bereits frühzeitig starke, einen Tsunami auslösende Erdbeben erkannt werden. Ozeanbodeneinheiten, Ozeanbojen und Küstenpegel werden auf dem Meeresgrund, auf der Meeresoberfläche oder in unmittelbarer Nähe des Ozeans installiert. An Land werden GPS-Messstationen aufgebaut, die bei einem Erdbeben Verschiebungen an der Erdoberfläche messen. Sowohl die Ozeanbojen als auch die Küstenpegelstationen sind mit GPS-Messgeräten ausgerüstet, die ihre genaue Position beziehungsweise deren Veränderung in Höhe und Lage erfassen. Die Daten der verschiedenen Messinstrumente (Seismometer, Ozeanboden-Drucksensoren, Bojen, Pegel und GPS-Instrumente) werden in Echtzeit in einem Warnzentrum zusammengeführt und ausgewertet. Mittels geeigneter Modellierungen wird eine Vorhersage generiert, die anzeigt, wie hoch die mögliche Tsunami-Welle auf welche Küstenregionen auftrifft. Dazu sind genaue Kenntnisse über Ozeanbodentopografie vom Tiefseebereich über den Schelfbereich bis zur Küstenlinie notwendig, die von deutschen und indonesischen Forschungsschiffen detailliert kartiert wurden. Der 'Operator' im Warnzentrum kann, basierend auf den prozessierten Daten und der daraus sich ergebenden Entscheidungsunterstützung (Decision Support System DSS), einschätzen, ob ein Tsunami entstanden ist, wann und wo mit dem Eintreffen der Welle und mit welcher Wellenhöhe zu rechnen ist. Diese Informationen werden an Katastrophenschutzbehörden, Einsatzkräfte und Medien weitergegeben, so dass die Bevölkerung gezielt gewarnt und Evakuierungsmaßnahmen eingeleitet werden können. (Text gekürzt)
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Bund | 13 |
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