Das kontinuierliche Wahrnehmen von Umweltbedingungen und die nachfolgende Adaption sind bei einzelligen Organismen die Voraussetzung zum Überleben. Bei pathogenen Bakterien ist dies gleichzeitig mit der Induktion der Expression von Virulenzgenen verbunden. Eine Vielzahl von Reizleitungssystemen, die für diese Prozesse verantwortlich sind, konnten in den letzten Jahren identifiziert werden. Diese Systeme sind relativ einfach gebaut und bestehen aus einer Sensorkinase und einem Antwortregulator. Die eigentlichen Reize, die durch diese Sensorproteine 'gefühlt' werden, sowie die Mechanismen der Reizaufnahme und Signalweiterleitung sind allerdings für die meisten Systeme bisher unbekannt. Ich möchte in diesem Projekt am Beispiel der Sensorkinasen EnvZ (Osmosensor), CpxA (Wahrnehmung von Streß auf die bakterielle Zellhülle, pH) und des Sensors und Transkriptionsaktivators CadC (pH-Sensor) aus Escherichia coli die Natur des Reizes sowie die molekularen Mechanismen der Reizaufnahme untersuchen. Die Osmolarität hat auch einen bedeutenden Einfluss auf die Regulation der Expression der Virulenzgene bei verschiedenen pathogenen Bakterien. Ziel der Untersuchungen ist es, die Sensorkinase EnvZ (Osmosensor) aus Shigella flexneri erstmalig biochemisch zu charakterisieren. Weiterhin soll mittels 2D-Elektrophorese nach weiteren Proteinen in S.flexneri gesucht werden, die in Abhängigkeit von Veränderungen der Osmolarität phosphoryliert werden.
[Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] LUA-Bilanz
InfektionsPrävention
Zahlen, Daten und Fakten für das Jahr 2015
KategorieDiagnose/Erreger20152014
Gastroenteritische Infektionen
(Durchfallerkrankungen)Campylobakter Enteritis3.8193.903
Clostridium difficile6532
EHEC-Erkrankung (außer HUS)124107
Giardiasis136156
HUS24
Kryptosporidiose5860
Norovirus-Erkrankung5.2043.411
Rotavirus-Erkrankung1.1891.236
Salmonellose732880
Shigellose2434
Yersiniose170163
Hepatitis A3626
Hepatitis B4832
Hepatitis C257264
Hepatitis D02
Hepatitis E8624
Diphtherie10
Haemophilus influenzae2817
Meningokokken (invasiv)2422
Masern68
Mumps4058
Röteln04
Pertussis (Keuchhusten)337576
Varizellen605738
Influenza3.460293
Adenovirus (Konjunktivalabstrich)5234
Borreliose1.0761.003
Brucellose17
Dengue-Fieber2528
FSME32
Hantavirus-Erkrankung116
Legionellose4131
Leptospirose43
Listeriose1527
MRSA (aus Blut)9391
Q-Fieber936
Tuberkulose273201
Tularämie30
Typhus abdominalis54
Hepatitiden
(Leberentzündungen)
Impfpräventable Infektionen
gemäß den Empfehlung der Ständigen
Impfkommission am Robert Koch-
Institut (STIKO)
Weitere Infektionen
Übersicht über die Meldezahlen der häufigsten meldepflichtigen Infektionskrankheiten nach RKI-Referenzdefinition.
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Infektionsbilanz 2015:
Im Zeichen der Flüchtlingskrise
Eine starke Grippesaison und viele Magen-Darm-
Erkrankungen: Im Jahr 2015 hat das Landesunter-
suchungsamt (LUA) 18.188 meldepflichtige Er-
krankungsfälle aus Rheinland-Pfalz registriert. Die
Flüchtlinge, die nach Rheinland-Pfalz kamen und
routinemäßig auf Infektionskrankheiten unter-
sucht wurden, sorgten für einen deutlichen An-
stieg der Probenzahlen in den Laboren des LUA.
Magen-Darm-Erreger machten einen Großteil der
landesweit registrierten Infektionen aus. Meist
waren Noroviren (5.204 Fälle) oder Campylobac-
ter (3.819) die Auslöser, weniger häufig auch Ro-
taviren (1.189) oder Salmonellen (732).
Die Influenzawelle 2015 war mit 3.460 gemel-
deten Fällen die bisher stärkste außerhalb der
Schweinegrippe-Pandemie im Jahr 2009. Wind-
pocken und Keuchhusten spielten im Gegensatz
zu 2014 keine große Rolle, insgesamt machten sie
wie die durch Zecken übertragene Borreliose le-
diglich fünf Prozent der Meldungen aus.
Die Daten zu den betroffenen Patienten werden
von den rheinland-pfälzischen Gesundheitsäm-
tern gemäß Infektionsschutzgesetz in anonymi-
sierter Form ans LUA übermittelt und dort von In-
fektionsepidemiologen ausgewertet. Sie können
anhand dieser Meldungen zum Beispiel überregio-
nale Krankheitsausbrüche frühzeitig erkennen und
gemeinsam mit dem zuständigen Gesundheits-
amt Gegenmaßnahmen einleiten.
Die Flüchtlinge, die 2015 nach Rheinland-Pfalz ge-
kommen sind, schlagen zwar in der Statistik der
Infektionserkrankungen nur wenig zu Buche - für
die Gesundheitsbehörden waren die Asylsuchen-
den dennoch eine Herausforderung. Widrige hy-
gienische Verhältnisse in einer von bewaffneten
Konflikten gezeichneten Heimat und ein durch
die Flucht geschwächtes Immunsystem machen
Flüchtlinge besonders anfällig für Infektionskrank-
heiten. Um diese rechtzeitig zu erkennen und ei-
ner Ausbreitung vorzubeugen, werden alle Asyl-
suchenden in Rheinland-Pfalz unmittelbar nach
ihrer Ankunft ärztlich untersucht. Die zuständigen
Gesundheitsämter werden dabei vom LUA mit La-
boruntersuchungen und seuchen-hygienischer Ex-
pertise unterstützt.
2015 wurde bei nahezu allen Asylsuchenden in
Rheinland-Pfalz eine Untersuchung des Stuhls
auf Typhus- und Durchfallerreger (Salmonellen,
Shigellen) sowie Wurmeier veranlasst. Die gute
Nachricht: Bei knapp 24.000 untersuchten Stuhl-
proben gab es keine besorgniserregenden Be-
funde. Typhus und Paratyphus wurden gar nicht
nachgewiesen, die Durchfall verursachenden Sal-
monellen in etwa im selben Umfang, wie sie auch
in Deutschland als Ursache von nahrungsmittel-
bedingten Krankheitsausbrüchen auftreten.
Wurminfektionen wie beispielsweise die durch
Schistosoma mansoni verursachte Darmbilharzio-
se kommen zwar bei Flüchtlingen vor, können un-
ter den hiesigen hygienischen und ökologischen
Gegebenheiten aber nicht übertragen werden.
Fazit der Infektionsepidemiologen des LUA: Eini-
ge Asylsuchende bringen zwar Durchfallerreger
und Parasiten mit – von diesen geht aber kein re-
levantes Infektionsrisiko für die hiesige Bevölke-
rung aus.
Zu den meldepflichtigen Erkrankungen, die bei
Flüchtlingen vorkommen, gehört auch die Tu-
berkulose. Grundsätzlich wird jeder Asylbe-
gehrende in Deutschland, der in einer Gemein-
schaftsunterkunft lebt, auf eine Erkrankung mit
Tuberkulose-Erregern hin untersucht. Ergeben
sich beispielsweise bei der Röntgenuntersuchung
Verdachtsmomente, muss die Diagnose durch
den direkten Nachweis der Tuberkulosebakterien
im Körper gesichert werden. Dafür schickten die
für die amtsärztliche Untersuchung von Flüchtlin-
gen zuständigen Gesundheitsämter 2015 mehr als
2.200 zu untersuchende Proben in die Tuberkulo-
selabors des LUA - mehr als doppelt so viele wie
beispielsweise im Jahr 2012. Doch nicht jede Tu-
berkulose-Meldung steht im Zusammenhang mit
der Flüchtlingskrise. 2015 waren 68 von 273 an
Tuberkulose Erkrankten Asylbewerber. In keiner
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vom LUA untersuchten Probe wurden Tuberkulo-
sestämme identifiziert, die gegen mehrere Anti-
biotika resistent und dadurch nur schwer zu be-
handeln sind.
Impfungen gut angenommen
Um zu wissen, welches Impfangebot an Flücht-
linge in Rheinland-Pfalz sinnvoll ist, werden seit
2013 Asylsuchende auf ihre Immunität gegen
übertragbare Krankheiten hin getestet. Die Aus-
wertung der Daten durch das LUA ergab, dass
Asylsuchende je nach Herkunftsland nicht ausrei-
chend gegen Masern und/oder gegen Windpocken
geschützt sind. Deshalb werden allen Asylsuchen-
den in den Aufnahmeeinrichtungen des Landes
entsprechende Impfangebote gemacht. Die Imp-
fungen werden mehrheitlich über die zuständigen
Herausgeber:
Landesuntersuchungsamt
Mainzer Straße 112
56068 Koblenz
poststelle@lua.rlp.de
www.lua.rlp.de
Gesundheitsämter organisiert, die von ehrenamt-
lich arbeitenden Ärztinnen und Ärzten und von
Hilfsorganisationen unterstützt werden. Das An-
gebot umfasst Impfungen gegen Mumps, Masern,
Röteln, Windpocken, Influenza, Diptherie, Teta-
nus, Keuchhusten, Polio, Hepatitis B und Haemo-
philus influenzae.
Die gute Nachricht: Die Akzeptanz bei den Asylsu-
chenden ist hoch, vor allem wenn es um die Imp-
fung von Kindern geht. Bisher wurden im Rahmen
dieses Programmes vom Land 22.300 Impfdo-
sen gekauft und zu 90 Prozent auch verimpft.
Die ebenfalls im LUA angesiedelte „Koordinie-
rungsgruppe Flüchtlinge“ des Öffentlichen Ge-
sundheitsdienstes stellt dabei die reibungslose
Kommunikation zwischen Landesregierung und
Kommunen sicher.
Durch die Verknuepfung selektiver Kulturmethoden mit neuen molekularbiologischen Methoden sollen quantitative und qualitative Einblicke in Herkunft (Kontaminationsquellen), Verbreitung und Persistenz bakterieller Markerorganismen (E.coli und Shigella spp.) in Fliessgewaessern untersucht werden (Populationsdynamik im Laengsverlauf eines Gewaessers; Veraenderungen im Zuge der Selbstreinigung). Weiters sollen die Eliminationsraten dieser Marker fuer faekale Belastung im Zuge der Abwasserreinigung und die im Gewaesser auf Klaeranlagenablaeufe zurueckzufuehrende Belastung durch Faekalindikatoren quantifiziert werden, um fuer den Falle der Notwendigkeit einer nutzungsbezogenen Gewaessersanierung (z.B. Nutzung eines Gewaessers als Badegewaesser) verschiedene vorgeschlagene Varianten hinsichtlich ihrer Kosten - Nutzenrelation beurteilen zu koennen.