Neben öffentlich geförderten Projekten werden am Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik der TU Dresden auch vielfältige bilaterale Forschungsprojekte/Industrieaufträge, die unmittelbar von der Industrie finanziert werden. Dazu gehören u. a. - Textile Verfahrensentwicklung und maschinenbautechnische Umsetzung in Prototypen - Maschinenbautechnische Lösungen für Technische Textilien, insbesondere Schutztextilien, Medizintextilen, Verstärkungstextilien für den Leichtbau und die Betonbewehrung sowie Mobiltextilien - Prozessinnovation und neue Maschinenkonzepte sowie mechatronische Lösungen für Textil- und Konfektionsmaschinen - Beanspruchungsgerechte Auslegung von Textil- und Konfektionsmaschinen sowie -- Modellierung und Simulation von Prozessen - Experimentelle Maschinenuntersuchungen und Entwicklung von anwendungsspezifischen Sensoren und Messsystemen - Modellierung und Simulation von Textilhalbzeugen und Textilprodukten - Entwicklung und Fertigung von innovativen Textilprodukten (Kleinserie) - Durchführung von Trend- und Machbarkeitsanalysen - CAE-Lehrgänge für Anwendungen in der Textil- und Konfektionstechnik - Weiterbildungslehrgänge in der gesamten Wertschöpfungskette textiler Produkte - Durchführung von Textilprüfungen - Anfertigung von Gutachten.
Wie in der GVB dargelegt, werden im Entwicklungsprojekt POLIINOM neuartige Mixed-Matrix-Membranen (MMM) durch Kombination von effektiven Membranstrukturen mit Adsorbern und spezifischen Beschichtungen zur Wasserreinigung entwickelt. Ziel ist es, den Membranen neben den typischen Membraneigenschaften wie Partikelrückhalt und Rückhalt von Mikroorganismen auch spezifische Adsorptionseigenschaften für Mikroschadstoffe, Arzneimittelrückstände und toxische Schwermetallionen zu verleihen. Daraus abgeleitet, ergeben sich für die Poromembrane GmbH drei wesentliche Hauptaufgaben: I Entwicklung und Herstellung von unterschiedlichen Hohlfaser-MMM auf der automatisierten Technikumsanlage der Poromembane GmbH II Herstellung der für die unterschiedlichen Tests benötigten Filterelemente/Module III Durchführung von Pilot- und Demonstrationsversuchen, um die Leistungsfähigkeit der neuen Membranen nachzuweisen. Im Folgenden werden nur die Arbeitspakete aufgelistet, an denen die Poromembrane GmbH direkt beteiligt ist (detaillierte Beschreibung in der TVB). AP 1: Definitionsphase (POR: 0,5 MM; Monate 1-3): AP 3.3. Entwicklung funktioneller MMM (POR: 10 MM; Monate 4-18): Mit den vielversprechendsten Ansätzen aus den vorhergehenden APs werden Herstellverfahren für MMM über Nasspinnen entwickelt und Membranen gefertigt. Aus den produzierten Hohlfasermembranen werden Test-Labor-Module hergestellt (1. Phase) AP 5.1 Membranherstellung im Pilotmaßstab (POR: 16 MM; Monate 19-33): auf der automatisierten Technikumsanlage werden die neu entwickelten MMM im kontinuierlichen Betrieb hergestellt. AP 5.2 Modulbau (Poro 12 MM; Monate 19- 33) Für Phase 2 + 3 werden im Labor bzw. im Demonstrator testbare Module von den produzierten Membranen hergestellt. AP 6: Demonstrationsversuche (POR: 6 MM, Monat 3-36)) Bau eines Demonstrators und Tests im Trinkwasser 'PoU' und 'PoE' sowie in der Wasseraufbereitung für die Getränkeindustrie. AP 7 Projektkoordination und -dokumentation (POR 0,5 MM; Monat 1-36).
Die FuE-Arbeiten haben die Entwicklung textiler Strukturen zur vollständigen Entfernung von nano- und mikroskaliger Plastikpartikel aus Gewässern bei gleichzeitiger hoher Robustheit der Filtersysteme zum Ziel.
Dabei sind Nano- und Mikroplastik als unlösliche, makromolekulare Kunststoffpartikel mit einem Durchmesser kleiner 5 mm bis hin zu 0,02 Mikro m und unterschiedlichsten Geometrien definiert. Emissionsquellen sind bspw. Abrasionsmittel, von Reifen, Sohlen und Abfall sowie Zusatzstoffe in Lacken, Kosmetika und Reinigungsmitteln. Nach derzeitigem Stand der Technik existieren keine effizienten Systeme, um nano- und mikroskalige Kunststoffpartikel aus wasserführenden Systemen zu entfernen. Für die Realisierung von effizienten Filtern bieten textile Strukturen aufgrund der hohen Strukturvariabilität und der zusätzlichen Möglichkeiten der Funktionalisierung ein hohes Anwendungspotential. Diese sollen durch eine Funktionalisierung mittels Cyclodextrin dauerhaft aktiviert werden, um somit Nano- und Mikropartikel durch Adsorption zu entfernen. Die entwickelten, hochfunktionellen Aquatextilien werden im Anschluss für die jeweiligen Einsatzgebiete, wie bspw. Trinkwassergewinnung, Abwasseraufbereitung oder maritime Reinigung, konfektioniert.
Die tiefgreifenden Herausforderungen der Entwicklung dieser Filtermaterialklasse werden gemeinsam von der Firma ETV Eing TEXTIL - VEREDLUNG GmbH & Co. KG und dem Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik (ITM) der TU Dresden bearbeitet und überwunden.