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Einsatzmoeglichkeiten von Kompensations- und Lizenzloesungen fuer ausgewaehlte Bereiche der Umweltpolitik

Die praktische Anwendung von Kompensationsloesungen und Lizenzloesungen wurde bisher aufgrund vermeintlich fehlender oekologischer und rechtlicher Anwendungsvoraussetzungen zu wenig in Betracht gezogen. Unter geeigneten Rahmenbedingungen koennen jedoch diese Instrumente die Erreichung umweltpolitischer Ziele erleichtern. Fuer bestimmte Bereiche der Umweltpolitik, z.B. fuer Teilbereiche der Abfallwirtschaft, Gefahrstoffvermeidung, grenzueberschreitende und insbesondere globale Problembereiche sowie bezueglich ihrer Anwendbarkeit im Rahmen einer EG-Umweltpolitik sind diese Instrumente umfassend zu analysieren. In einer ersten Vorhabenphase sollen moegliche derartige Loesungen evaluiert und die unter den Rahmenbedingungen am ehesten in Frage kommenden Einsatzmoeglichkeiten in Absprache mit dem Auftraggeber ausgewaehlt werden. In einer zweiten Phase sollen an zwei-vier Beispielen solche Loesungen auf ihre oekologische Wirksamkeit, administrativ-rechtliche Machbarkeit, oekonomische Effizienz und politische Realisierbarkeit untersucht und zur moeglichen Einsatzreife gebracht werden.

Erste Durchfuehrung der Berichterstattung zum Europaeischen Schadstoffregister (ESER) nach Art. 15 (3) der IVU-Richtlinie

Am 25.1.2000 wurde die Ausgestaltung des europaeischen Schadstoffregisters ESER, das auf Art. 15(3) der IVU-Richtlinie beruht, beschlossen. Der erste Bericht wird zum 1.7.2003 an die Kommission zu liefern sein. Darin werden die Emissionsfrachten in den Bereichen Wasser und Luft aus dem Jahre 2001, hilfsweise aus 2000 oder 2002 zu uebermitteln sein. Mit Erlass vom 3.3.2000 bat das BMU das UBA, die nationale, integrierte Berichterstattung durchzufuehren. Bei der ersten Durchfuehrung werden, u.a. aufgrund der noch unzureichenden gesetzlichen Umsetzung und den neu aufzubauenden Strukturen fuer die Datenuebermittlung, erhebliche Umsetzungsprobleme erwartet, die einen Arbeitsaufwand erfordern, der deutlich ueber eine spaetere, etablierte Berichterstattung hinausgehen wird. Dieser zusaetzliche Arbeitsaufwand, v.a.: - Koordinierung des Datenflusses von den Laendern zum Bund; - fachliche Pruefung auftretender Probleme; - Erarbeitung von geeigneten Pruefalgorithmen auf Plausibilitaet und Vollstaendigkeit; - Schaffung geeigneter Datenuebermittlungswerkzeuge; - geeignete Darstellung des deutschen Berichtes (ggf. Internetpraesentation) soll in diesem F+E Vorhaben fuer die beiden Bereiche Wasser und Luft aufgefangen werden. Ziel des Vorhabens ist die Durchfuehrung der ersten Berichterstattung und die gleichzeitige Etablierung der notwendigen Arbeitsschritte und Werkzeuge fuer eine zukuenftige Routineberichterstattung. Das Vorhaben sollte durch die LfU-Baden-Wuerttemberg durchgefuehrt werden, die bereits das vorbereitende Vorhaben 29921288: 'Emissionsberichterstattung Abwassereinleitungen gemaess Artikel 15(3) der IVU-Richtline' durchfuehrt hat und dadurch ueber erhebliche Vorkenntnisse ueber die Situation in Deutschland und moegliche Schwierigkeiten bei der Durchfuehrung der Berichterstattung verfuegt.

Emissionsdaten fuer fluechtige organische Verbindungen aus der Loesemittelverwendung - Methodenevaluierung, Datenerhebung und Prognosen

Fuer die Reduzierung der Emissionen fluechtiger organischer Verbindungen besteht vor dem Hintergrund der draengenden Ozonproblematik national und international anerkannter Handlungsbedarf. Langfristiges Ziel ist die dauerhafte Unterschreitung einer bodennahen Ozonkonzentration von 120 myg/m3, unterhalb der keine schaedlichen gesundheitlichen Auswirkungen erwartet werden (WHO-Konvention). Zur Annaeherung an diesen Zielwert wurden bereits verschiedene internationale Vereinbarungen getroffen. Um den Erfolg der mit diesen Regelungen angestrebten Emissionsminderungen ueberpruefen zu koennen und den darin enthaltenen internationalen Berichtspflichten ueber die Emissionsentwicklung sowie der Verpflichtung zur Emissionsprognose nachkommen zu koennen, ist eine dezidierte Emissionsermittlung erforderlich. Fuer den sehr heterogenen Bereich der Loesemittelverwendung wurde mit dem Forschungsvorhaben 'Ermittlung der Loesemittelemissionen 1994 in Deutschland und Methodik zur Fortschreibung', kurz IER-Vorhaben, FKZ 29542628 eine wesentliche Grundlage geschaffen. Allerdings laesst dieses Vorhaben einige grundsaetzliche Fragen offen: Das Vorhaben beruht im wesentlichen auf statistischen Daten und Annahmen von durchschnittlichen Loesemittelgehalten der Produkte. Eine Ueberpruefung dieser Basis auf anderem Wege war im Rahmen des Vorhabens nicht moeglich. Dies soll nun im Rahmen einer Methodenkritik nachgeholt werden, u.a. indem die verwendeten Daten hinsichtlich der Qualitaet der Ausgangsdaten und der erzielbaren Qualitaet der Emissionsdaten ueberprueft werden. Vor dem Hintergrund der Anforderungen der internationalen Berichtspflichten soll aufbauend auf der kritischen Betrachtung der angewandten Methode ein Verfahren entwickelt werden, mit dem die statistische Genauigkeit der ermittelten Daten eingeschaetzt werden kann. Basierend auf einer ggf. optimierten Methodik ist fuer das Jahr 2000 eine fundierte, fuer 2001 eine vorlaeufige Emissionsbilanz zu erstellen. Die internationalen Verpflichtungen enthalten fuer Deutschland konkret terminierte Minderungsziele. Um die Erreichbarkeit der Emissionsminderungen auf der Grundlage der bereits implementierten Massnahmen abschaetzen zu koennen, sind Prognosen fuer die Jahre 2005 und 2010 zu erarbeiten.

Umwelttechnologietransfer: Entwicklung eines modularen Informations- und Betreuungssystems fuer die Bereiche Umwelttechnik und Technologietransfer

Im Zuge der verstaerkten Zusammenarbeit mit den Staaten Mittel- und Osteuropas sowie den Schwellen- und Entwicklungslaendern in Asien, Afrika und Lateinamerika im Rahmen des Umwelttechnologietransfers besuchen zunehmend Entscheidungstraeger aus diesen Regionen Deutschland. Da diese Besucher wichtige Multiplikatoren fuer die Anwendung deutscher Konzepte in ihren jeweiligen Heimatlaendern sind, ist es erforderlich, deren Betreuung durch zielfuehrende Informationen fuer den Bereich des technischen Umweltschutzes zu verbessern. Im Rahmen des Vorhabens soll ein Konzept entwickelt werden, das neben organisatorischen Fragestellungen vor allem inhaltliche Gesichtspunkte von der Vorbereitung bis zur Nachbereitung einschliesst. Nach einer Definition wuenschenswerter Informationskomplexe soll fuer technische Schwerpunktbereiche modulhaft Informationsmaterial insbesondere unter Beruecksichtigung der Moeglichkeiten eines Besuchs geeigneter Demonstrationsanlagen erarbeitet werden. Eine Dokumentation potentieller Ansprechpartner, nach Moeglichkeit auch in der jeweiligen Heimatregion, soll die spaetere Kontaktpflege und damit eine Nachbearbeitung sowohl seitens der besuchten Behoerden oder entsprechender Einrichtungen als auch der Unternehmen erleichtern. Das erarbeitete Informationsmaterial soll in mehreren Sprachen erstellt werden. Bei der Entwicklung eines modularen Informations- und Betreuungssystems soll auf die Ergebnisse des FuE-Projektes 29814302 ('Cleaner Production Germany') des Ufoplans 1998 aufgebaut werden.

Fortschreibung des Konzeptes zur Bewertung von Risiken bei Freisetzungen und dem Inverkehrbringen von gentechnisch veraenderten Organismen

Gemaess Paragraph 16 (4) des Gentechnikgesetzes ist das Umweltbundesamt bei der Genehmigung von Freisetzungen als Einvernehmensbehoerde eingebunden. Beim Inverkehrbringen ist eine Stellungnahme des UBA einzuholen und fuer die Zukunft ist auch hier die Stellung als Einvernehmensbehoerde vorgesehen. Um diesem Auftrag gerecht werden zu koennen und um die Entscheidungsfindung vergleichbar und nachvollziehbar zu machen, hat das UBA, aufbauend auf die bisherigen Vollzugserfahrungen, ein Konzept zur Risikoabschaetzung erarbeitet, das auch in die Arbeit internationaler Gremien (EU, OECD, Umsetzung Biosafety-Protokoll) eingespeist werden soll. Seit einem Fachgespraech zu dem Risikokonzept im Jahr 1996 ist die Diskussion um Wirkungsfragen und Risiken durch den Einsatz von gentechnisch veraenderten Organismen (GVO) fortgeschritten, neue wissenschaftliche Untersuchungen liegen vor und eine Novellierung der Freisetzungsrichtlinie 90/220/EWG ist in Arbeit. Im Rahmen des Vorhabens soll das vorliegende Bewertungskonzept des UBA anhand neuerer Erkenntnisse und Positionen ueberarbeitet und aktualisiert werden. Hierzu zaehlen z.B. neben der Einbindung der Ergebnisse des Fachgespraechs die Positionen des SRU, des WBGU, der OECD (Vergleichbarkeit, Concept of Familiarity), Erkenntnisse aus der Risikobewertung von Neophyten, Mikroorganismen, aber auch der Chemikalienregulierung. Hierbei soll die Einbindung des Vorsorgeprinzips in die Risikobewertung besondere Beruecksichtigung erfahren. In der zweiten Jahreshaelfte des Jahres 2002 soll ein Fachgespraech zu dem ueberarbeiteten Konzept durchgefuehrt werden. Die Ergebnisse des Fachgespraechs sind Bestandteil des Abschlussberichtes.

Bewertung ausgewaehlter Stoffe zur Festlegung akuter Stoerfallkonzentrationsleitwerte nach dem acute exposure guideline levels (AEGL)-Konzept - Teil 2

Der Betreiber stoerfallrelevanter Anlagen hat die Sicherheit einer Anlage nach deutschem Recht gemaess Stoerfallverordnung bzw. nach europaeischem Recht gemaess Seveso-II-Richtlinie zu gewaehrleisten. Die Bewertung moeglicher Auswirkungen, die auch zunehmend als Planungsgrundlage fuer die sicherheitstechnische Auslegung der Schutzmassnahmen der Anlagen sowie Gefahrenabwehrmassnahmen dienen soll, sollen zukuenftig mit Hilfe festzulegender akzeptabler Stoerfallbeurteilungswerte beschrieben werden. Solche Stoerfallbeurteilungswerte sind bisher nicht abgeleitet. Um diese in Deutschland bestehende Regulierungsluecke auszufuellen und die Schaffung eines bundeseinheitlichen sicherheitstechnischen Niveaus zu erleichtern, haben BMU und Stoerfallkommission eine Kooperation mit der US-EPA bzw. dem NAS/AFGL Committee zur Festlegung von Stoerfallkonzentrationsleitwerten nach dem Konzept der acute exposure guideline levels (AEGL) begonnen, um gemeinsam Stoerfallbeurteilungswerte abzuleiten. Mit Hilfe dieses Vorhabens soll die Etablierung des deutschen Beitrags im Rahmen des AEGL Committees sichergestellt werden. Der AN soll darueber hinaus eine Geschaeftsstellen- und Koordinationsfunktion fuer die Abstimmung im nationalen (SFK, VCI, Behoerden, Umweltverbaende etc.) sowie internationalen Rahmen (EU, OECD, ECE etc.) ausfuellen. Des weiteren sind Arbeiten zur Fortentwicklung des AEGL-Konzepts, wie z.B. die Ableitung von 10-Minuten-Stoerfallbeurteilungswerten, die Einbeziehung kanzerogener, mutagener und fortpflanzungsgefaehrdender Wirkungen in das Bewertungskonzept sowie vergleichbare, im Verlauf der weiteren Arbeiten auftretende Fragestellungen konzeptionell zu bearbeiten. In jaehrlichem Turnus erfolgt eine grundsaetzliche Evaluierung, deren Ergebnis ueber den weiteren Ablauf des Projekts entscheidet.

Wissenschaflicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveraenderungen (WBGU)

Die Aufgabe des WBGU liegt vor allem in der Erstellung von Gutachten zur Lage der globalen Umweltveraenderungen und ihrer Folgen einschliesslich Hinweise zur Vermeidung von Fehlentwicklungen und deren Beseitigung. Die Gutachten sollen Aussagen zu folgenden Schwerpunkten enthalten: 1. Zusammenfassende, kontinuierliche Berichterstattung zu aktuellen und akuten Problemen im Bereich der globalen Umweltveraenderungen und ihrer Folgen; 2. Beobachtung und Bewertung der nationalen und internationalen Forschungsaktivitaeten auf dem Gebiet der globalen Umweltveraenderungen; 3. Aufzeigen von Forschungsdefiziten und Koordinierungsbedarf; 4. Hinweise zur Vermeidung von Fehlentwicklungen und deren Beseitigung. Finanzierung (50 Prozent) der 3. Berufungsperiode des wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveraenderungen (WBGU).

Ausarbeitung eines Konzeptes zur Klassifizierung des Eutrophierungszustandes der Deutschen Bucht im Rahmen von Oslo-Paris-Konvention und EU-Wasserrahmenrichtlinie

Im Rahmen der Oslo-Paris-Konvention (OSPAR) zum Schutze des Nordostatlantik wird z.Z. an der Umsetzung einer umfassenden Strategie zur Verringerung der Naehrstoffeintraege gearbeitet. In diesem Zusammenhang stellt die Ausweisung von sogenannten Eutrophierungsproblemgebieten eine zentrale Rolle im Hinblick auf zu ergreifende Massnahmen dar. Ziel des FuE-Vorhabens soll die Entwicklung eines Bewertungsinstrumentariums einschliesslich der Ableitung von Bewertungskriterien (physiko-chemische sowie biologische Parameter) sein, mit dessen Hilfe eine Bewertung von Meeresgebieten hinsichtlich ihres Trophiegrades (Problemgebiet, potentielles Problemgebiet, Nicht-Problem-Gebiet) moeglich sein soll. Weitere Faktoren, wie z.B. Temperatur, Stroemungsverhaeltnisse, Lichteinstrahlung und geographische Faktoren werden in der Bewertungskonzeption ebenfalls zu beruecksichtigen sein. Im Rahmen des Vorhabens sollen auch Methodiken untersucht werden, die eine Integration quantitativer und qualitativer Daten in Verbindung mit verbalisierten Bewertungen ermoeglichen koennten (z. B. Scoring Systeme). Dieser Ansatz soll fuer die Nordsee mit Hauptaugenmerk auf die Deutsche Bucht ausgearbeitet werden, aber auch andere Vergleichsgebiete in der Nordsee beruecksichtigen, u.a. um Validierungen zu ermoeglichen. Das Vorhaben wird sich schwerpunktmaessig mit den biologischen Parametern, die fuer eine Bewertung von Meeresgebieten hinsichtlich ihres Trophiegrades relevant sind (u.a. Phytoplankton, Makrophyten, Makrozoobenthos) befassen. Ein wichtiger Teilaspekt des Vorhabens wird sich mit der Modellierung von fuer diese Bewertung relevanten Aspekten befassen. Dazu zaehlen Szenarien von Reduktionen der Naehrsalzeintraege und ihre Auswirkungen auf die Naehrsalzverhaeltnisse sowie die Biozoenose (z.B. Phytoplankton, Makrophyten) der Aestuare und Kuestengewaesser sowie eine Modellierung der Sauerstoffverhaeltnisse in der Deutschen Bucht mit Hauptaugenmerk auf Sauerstoffmangelereignisse als Folge der Eutrophierung. Das Vorhaben dient im weiteren dazu, eine Anpassung an die in der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) geforderte Klassifizierung hinsichtlich der relevanten Parameter (wie Phytoplankton, Makrophyten, Makrozoobenthos) fuer Aestuare und Kuestengewaesser herbeizufuehren und die diesbezueglichen fachlichen Anforderungen der WRRL (Anhaenge II und V) zu erfuellen.

Ermittlung der korporalen Belastung mit Pyrethroiden von Kindern und Jugendlichen durch Bestimmung von Pyrethroidmetaboliten im Urin

Im Rahmen des Umweltsurveys fuer Kinder und Jugendliche sollen eine Vielzahl von Schadstoffen in Blut und Urin der Kinder und Jugendlichen untersucht werden. Zudem werden Hausstaubproben und die Innenraumluft analysiert. Es werden Untersuchungsparameter ausgewaehlt und erhoben, von denen bekannt ist oder vermutet wird, dass sie bei hoeherer Belastung zu gesundheitlichen Schaeden fuehren und zu denen fuer die Bundesrepublik bisher keine repraesentativen Daten vorliegen. Ausserdem ist die Verfuegbarkeit einer standardisierten Analytik (gepruefte Analysenmethoden, Moeglichkeit einer externen Qualitaetskontrolle) fuer die Auswahl von Bedeutung. Im Rahmen der Pilotphase des Umweltsurveys fuer Kinder und Jugendliche (FKZ 20162212) wird die Ausschoepfung, die Durchfuehrbarkeit und die Praktikabilitaet der Untersuchungsinstrumente geprueft. Es sollen zunaechst Urin-, Hausstaub- und Trinkwasserproben von ca. 500 Kindern und Jugendlichen gewonnen werden. Im Rahmen dieses Teilvorhabens sollen die Metaboliten der Pyrethroide (cis-Cl2CA, trans-Cl2CA, Br2CA, 4-F-3-PBA, 3-PBA) in den Urinproben bestimmt werden. Den Pyrethrumderivaten sowie den Pyrethroiden ist in den letzten Jahren wegen des zunehmenden Einsatzes im Innenraum vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt worden. Pyrethroide sind Neurotoxine, und es wurden eine Vielzahl von Symptomen einer Pyrethroidvergiftung beschrieben und kontrovers diskutiert. Waehrend zur Toxizitaet dieser Verbindungen zahlreiche Untersuchungen durchgefuehrt wurden, liegen ueber die Exposition der deutschen Allgemeinbevoelkerung, speziell der Kinder, gegenwaertig wenige Daten vor. Nicht zuletzt war dies dadurch begruendet, dass kein geeignetes Analyseverfahren zur Verfuegung stand. Die Pyrethroidanalytik ist aber in den letzten Jahren weiter entwickelt worden, so dass heute die Metabolite von Pyrethroiden im Urin auch bei niedrigen Konzentrationen, wie sie beim Urin der Allgemeinbevoelkerung vorkommen, nachgewiesen werden koennen. Die Analysen sind entsprechend gepruefter Standardmethoden durchzufuehren. Eine interne und externe Qualitaetskontrolle ist zu belegen. Eine Probenanzahl in Abweichung von der Zahl 500 wird mit 1/500 pro Probe verrechnet. Eine Mindestzahl von 400 gilt allerdings als vereinbart.

Bewertung wesentlicher Pfade der Schadstoffbelastung der Allgemeinbevoelkerung mit Hilfe multivariater Analysen - Teilprojekt F: Organische Verbindungen im Hausstaub

Multivariate Analysen stellen ein Instrument dar, um wesentliche Einflussfaktoren, die zu Schadstoffexpositionen fuehren, zu identifizieren und darueber hinaus ihren Anteil am komplexen Zusammenwirken zu quantifizieren. Ziel ist es, dabei eine moeglichst hohe Aufklaerung der Varianz der Zielvariablen zu erreichen, das heisst, auf der Grundlage der vorhandenen Informationen alle wichtigen Faktoren zu ermitteln, die z.B. den Biozidgehalt im Hausstaub bestimmen. Folgende Schadstoffe sind als Zielgroesse vorgesehen: Permethrin, Lambda-Cyhalothrin, Piperonylbutoxid, PCP, Lindan, DDT, PCB, Methoxychlor im Hausstaub. Im Rahmen der Umweltsurveys werden umfangreiche Daten zur Belastung des haeuslichen Bereichs und der naeheren Wohnumgebung erhoben. Darueber hinaus existieren diverse Informationen zur Soziodemographie und umweltrelevanten Verhaltensweisen, zur Biozidnutzung, zur Wohnung und Wohnumgebung, zu Gesundheit und Wohlbefinden, die in die multivariaten Analysen einbezogen werden. Multivariate Analysen sind im Rahmen der Umweltsurveys nicht durchfuehrbar. Sie sollen daher im Rahmen dieses UFOPLAN-Vorhabens hypothesengeleitet ausgefuehrt und in Form bewertender Berichte dargestellt werden. Zu den oben genannten Zielgroessen soll ein Berichtsband erstellt werden. Fuer die Erstellung dieses Bandes ist mit 55300,-- DM zu rechnen.

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