Die praktische Anwendung von Kompensationsloesungen und Lizenzloesungen wurde bisher aufgrund vermeintlich fehlender oekologischer und rechtlicher Anwendungsvoraussetzungen zu wenig in Betracht gezogen. Unter geeigneten Rahmenbedingungen koennen jedoch diese Instrumente die Erreichung umweltpolitischer Ziele erleichtern. Fuer bestimmte Bereiche der Umweltpolitik, z.B. fuer Teilbereiche der Abfallwirtschaft, Gefahrstoffvermeidung, grenzueberschreitende und insbesondere globale Problembereiche sowie bezueglich ihrer Anwendbarkeit im Rahmen einer EG-Umweltpolitik sind diese Instrumente umfassend zu analysieren. In einer ersten Vorhabenphase sollen moegliche derartige Loesungen evaluiert und die unter den Rahmenbedingungen am ehesten in Frage kommenden Einsatzmoeglichkeiten in Absprache mit dem Auftraggeber ausgewaehlt werden. In einer zweiten Phase sollen an zwei-vier Beispielen solche Loesungen auf ihre oekologische Wirksamkeit, administrativ-rechtliche Machbarkeit, oekonomische Effizienz und politische Realisierbarkeit untersucht und zur moeglichen Einsatzreife gebracht werden.
Aus den Erfahrungen mit der Bewertung von Grundwasserbeschaffenheitsdaten sollen in Baden-Wuerttemberg neben den lokalen Ueberwachungsmessstellen langfristig zu betreibende Intensivuntersuchungsgebiete eingerichtet werden. Die Auswahl und der Betrieb eines solchen Testgebietes wurde in diesem Vorhaben beispielhaft erprobt. Das ausgewaehlte Gebiet bei Karlsruhe wurde ueber einen Zeitraum von ca 4 Jahren intensiv untersucht. Alle verfuegbaren Daten ueber die Beschaffenheit des Untergrundes und die verschiedenen Arten der Landnutzung (Landwirtschaft, Deponien, Strassen und Siedlungen usw) wurden zusammengestellt. Unter Verwendung einer verbesserten Probenahme- (multi-level) und Analysetechnik (ICP) wurden zahlreiche Grund- und Oberflaechenwasserproben untersucht. Der Einsatz eines neu entwickelten Stroemungsmessgeraetes ermoeglichte es, den Einfluss kleiner Vertikalstroemungen auf die Analysenergebnisse zu ermitteln. Durch entsprechende Gestaltung der Probenahme konnten diese Stoerungen weitgehend eliminiert werden. Mit Hilfe verschiedener Modellrechnungen war es moeglich, die Einzugsgebiete der einzelnen Messstellen abzugrenzen, um sinnvolle Beziehungen zwischen der Landnutzung und der Grundwasserbeschaffenheit ableiten zu koennen. Aus den Grundwasseranalysen wurden Werte fuer die Hintergrundbeschaffenheit und charakteristische Wertebereiche fuer vier Belastungstypen abgeleitet. Mit Hilfe einer Modellierung von Transport- und Reaktionsprozessen wurde der Anteil verschiedener Quellen an den Cl-, SO4- und NO3-Gehalten des Grundwassers bestimmt und der Abbau von Nitrat quantifiziert.
Die Gewaessereutrophierungsfaktoren Stickstoff und Phosphor sollen laut verschiedener internationaler Gewaesserschutzvereinbarungen in ihren Emissionen in die Gewaesser bis 1995 um 50 Prozent reduziert werden. Nach den bisher ermittelten Daten wird diese Reduktionsrate fuer Stickstoff nicht erreichbar sein. Bei der Auswertung der Daten zeigte es sich, dass Einleitfrachten fuer die Bereiche Kommunen, Landwirtschaft und Industrie grob abschaetzbar sind, jedoch eine branchenweise Differenzierung im industriellen Bereich zZ noch nicht moeglich ist. Innerhalb dieses Vorhabens sollen insbesondere fuer die N- und P-relevanten Industriebranchen (Nahrungsmittel, Tierkoerperverwertung, Duengemittel, Chemische Industrie, Papier, Textil, u ae) die N- und P-Emissionen der Direkteinleiter ermittelt bzw abgeschaetzt sowie Optimierungsvorschlaege fuer zukuenftige Erhebungen erarbeitet werden.
Auf der Basis bestehender Bilanzen zum Verbrauch und Verbleib von Quecksilber sollen fuer die Jahre 1983-1986 Erhebungen durchgefuehrt werden. Dabei sind nicht nur die erzeugten und verwendeten Mengen zu erfassen, sondern auch die produktionsbedingten Ausfluesse in die Umwelt.
Ziel des Forschungsvorhabens ist die praxisorientierte Validierung des vorlaeufigen EU-Konzepts fuer die Sedimentbewertung. Anhand von ausgewaehlten sedimentrelevanten Chemikalien (u.a. Hexabromcyclododecan, 3,4-Dichloranilin, DODMAC) soll ueberprueft werden, ob die im EU-Bewertungskonzept vorgesehenen Sedimentorganismen Lumbriculus variegatus und Chironomus riparius sich dazu eignen, das Risiko fuer die Lebensgemeinschaft im Sediment adaequat abzubilden. Die Auswahl der beiden Spezies erfolgte unter dem Aspekt, die fuer Sedimentbewohner relevanten Expositionspfade (orale Sedimentaufnahme, Aufnahme ueber die Koerperoberflaeche) zu beruecksichtigen. Ausserdem sind verschiedene offene Fragen bezueglich der praktischen Durchfuehrung der Sedimenttests zu beantworten. So ist z.B. zu klaeren, wie sich die Zusammensetzung des im Test verwendeten Sediments auf die Bioverfuegbarkeit und Toxizitaet der Testsubstanz auswirkt. Dies ist wichtig fuer die Interpretation der in Sedimenttests erhaltenen Ergebnisse, die fuer die Bewertung der Gafaehrlichkeit von Stoffen fuer das Sediment herangezogen werden. Nach Moeglichkeit sollen Empfehlungen fuer die Zusammensetzung der verwendeten Sedimente gegeben werden. Ein weiterer fuer die Interpretation der Testscheidender Punkt ist die Fuetterung der Testspezies waehrend des Versuchs. Es muss sichergestellt werden, dass eine orale Aufnahme von kontaminierten Sedimentpartikeln durch die Testorganismen erfolgt und nicht durch eine Fuetterung waehrend des Tests vermindert wird. Dieses Forschungsvorhaben ist von besonderer Wichtigkeit, weil das derzeit noch vorlaeufige Bewertungskonzept bereits im Rahmen der EG-AltstoffV angewendet werden muss - eine moeglichst rasche Validierung ist fuer die optimale Bewertung des Sediments unerlaesslich. Darueber hinaus ist auch aus oekonomischen Gruenden sicherzustellen, dass die zu fordernden Tests angemessen und geeignet sind, die Gefahren fuer das Sediment zu bewerten.
Bund und Laender haben die Einrichtung eines gemeinsamen Fruehwarnsystems fuer advehierten Smog beschlossen. Dabei kommt der zentralen Erfassung und Auswertung der von den Messzentralen fernuebertragenen Daten eine besondere Bedeutung zu. Aus Gruenden der Aktualitaet muessen Uebertragung, Erfassung und Auswertung der Daten so schnell wie moeglich erfolgen. Im Rahmen des Vorhabens soll beim UBA in Berlin die Zentrale fuer die Erfassung und Verarbeitung der Daten konzipiert und erprobt werden. Hierzu muss ein Konzept erarbeitet, die erforderliche Hardware beschafft, installiert, in Gang gebracht und erprobt werden. Weiterhin sind Verfahrensweisen fuer den Routinebetrieb zu entwickeln und zu optimieren.
Im Gegensatz zur beruflichen Situation liegen nur sehr wenige Informationen zu Kontaktallergien durch Chemikalien im privaten Bereich (bes. Stoffe, die in Haushalts- und Heimwerkerprodukten eingesetzt werden) vor. Dadurch ist eine Praevention, die bei Allergien immer in der individuellen Vermeidung des Stoffes liegt, nicht moeglich. Bei Patienten mit Kontaktekzemen, die in einem Grossteil der deutschen Hautkliniken vorstellig werden, sollen mit diesem Vorhaben die ursaechlichen Allergene (Stoffe bzw. Produkte) identifiziert werden. Dabei sollen bei der Aufnahme der Krankengeschichte durch Abfrage zunaechst Verdachtssubstanzen bzw. -produkte ermittelt werden. Routinemaessig werden auch die Indikatoren erfasst, die auf eine individuell erhoehte Disposition (z.B. ein familiaer gehaeuftes Auftreten von Allergien oder andere bereits bekannte Allergien bei den Patienten) schliessen lassen. Wenn bei der nachfolgenden Allergietestung eine Hautreaktion auftritt, ist der getestete Stoff oder die Stoffmischung, die das Ekzem verursacht, eindeutig identifiziert. Mit der anschliessenden statistischen Auswertung und entsprechender Qualitaetskontrolle sowie wissenschaftlicher Interpretation koennen eindeutige Aussagen zu den Stoffen oder Stoffgruppen bzw. den Produkten hinsichtlich ihrer allergenen Eigenschaften gemacht werden. Die Orientierung an den tatsaechlich auftretenden Kontaktekzemen ist aus statistischen Gruenden die zielfuehrende methodische Vorgehensweise. Eine Versuchsplanung, die epidemiologischen Studien oder dem Vorgehen beim Umweltsurvey vergleichbar waere, ist in diesem Fall nicht angemessen, da fuer diese Ansaetze die fraglichen Stoffe festgelegt sind und nach Wirkungen dieser Stoffe gesucht wird. Das vorliegende Vorhaben zielt aber auf ein 'Stoffscreening' zu allergenen Wirkungen ab. In einem zweijaehrigen Vorlaeufer-Vorhaben mit identischer Zielstellung und Vorgehensweise konnte gezeigt werden, dass das Allergieproblem kein statisches, sondern ein sich staendig aenderndes Bild abgibt. Verursacht wird dies teilweise auch durch Produktmodifikationen. Besonders deutlich wurde in der vorliegenden Untersuchung eine potentielle Gesundheitsgefaehrdung durch den Ersatz von Leimfarben (pulverfoermig zum Anruehren) durch Dispersionsfarben, der zur Bewahrung vor mikrobieller Kontamination durch den Einsatz von Topfkonservierern (Bioziden) begleitet wurde. Es wurde der dringende Verdacht geaeussert, dass diese Biozide in zu hohen, mikrobiologisch nicht notwendigen Konzentrationen eingesetzt werden und die dadurch bedingte hoehere Exposition Ursache der im Zusammenhang mit Konservierungsmitteln ermittelten Faelle sein koennte. Auch lieferte das Vorhaben deutliche Hinweise auf eine zunehmende Gefaehrdung durch Terpentinoel und die 'natuerlichen' Loesemittel Terpen und Limonen. Die Aussagen dieses Vorlaeufer-Vorhabens sind aufgrund der geringen Fallzahlen nur eingeschraenkt belastbar. Nur ....
Fahrten in der Freizeit gelten zunehmend als Verkehrsproblem. Während sich der Verkehr zur Arbeit und wieder nach Hause zeitlich und räumlich konzentriert, Verkehrsregelungen und der Straßenausbau also darauf abgestimmt werden können, erscheint der Freizeitverkehr als unberechenbar und damit schwer steuerbar. In der Verkehrs- und Freizeitforschung galt lange Zeit die These, dass der Aufbruch zu Sportveranstaltungen oder kulturellen Events, zu Ausflügen und Verwandtenbesuchen von spontanen Entschlüssen abhängt. Eine Verkehrsplanung, die auf die Steuerung durch Infrastruktur und Ordnungspolitik setzt, würde dann versagen. Mit der steigenden Zahl von Freizeitfahrten ist ökonomisches Wachstum verbunden, aber auch eine zunehmende Belastung der Umwelt. Das Umweltbundesamt will durch das Projekt neue Erkenntnisse darüber gewinnen, wie die Umweltbelastungen, die durch Freizeit- und Tourismusverkehr entstehen, in Grenzen gehalten werden können. Im Gegensatz zur traditionellen Verkehrsforschung setzt das Institut für sozial-ökologische Forschung dabei nicht ausschließlich auf Ordnungspolitik und Planung (Gesetze, Strafandrohung, Ausbau der Infrastruktur). Vielmehr wird von der Erkenntnis ausgegangen, dass das Verkehrsverhalten der Menschen nur beeinflußbar ist, wenn ihre Motive und sozialen Hintergründe bekannt sind und verstanden werden. Die sozialen Unterschiede in der Gesellschaft drücken sich immer auch in Lebensstilen aus. Außer in Einkommen, Beruf und Bildung unterscheiden sich die Menschen auch in ihren Einstellungen, Wertorientierungen, Freizeitvorlieben und in ihrer Alltagsästhetik. Strategien zur Beeinflussung des Verkehrsverhaltens müssen an diesen Punkten ansetzen und um Mittel der 'soft policies', also z.B. Kommunikationsmaßnahmen, erweitert werden. Die Fragestellungen, die das Institut für sozial-ökologische Forschung verfolgt, lauten daher: Wie unterscheidet sich das Freizeitverhalten unterschiedlicher Lebensstilgruppen, wie wirken sich unterschiedliche Lebensstilorientierungen auf das Verkehrsverhalten aus und wie kann es zielgruppenspezifisch beeinflußt werden? In der ersten Phase der mehrstufigen empirischen Untersuchung wurden Tiefeninterviews mit soziodemographisch ausgewählten Gesprächspartnerinnen und -partnern geführt. Es zeigte sich, dass unter 'Freizeit' im Gegensatz zu 'Arbeit' und 'Haushalt' jeweils etwas völlig Unterschiedliches verstanden wird. So ist für die einen die Gestaltung ihrer Freizeit ein bewußter Akt der Abgrenzung von Arbeit, während andere ihre Freizeit als die schönste Form von Arbeit im Sinne selbstbestimmter Tätigkeit empfinden. ...
Die UVP kann auf verschiedenen Verfahrensstufen ansetzen, vgl. Paragraph 2 Abs. 3 UVPG. Weitgehend ungeklaert ist jedoch noch, welche Pruefungen zweckmaessigerweise auf der vorgelagerten Ebene vorgenommen werden sollten und welche Auswirkungen dies fuer das Projektzulassungsverfahren, z.B. Bindungswirkung des Pruefergebnisses, Bonuswirkung, hat. Das Forschungsvorhaben soll Vorschlaege fuer Verzahnung der UVPen auf der unterschiedlichen Ebene entwickeln.
Das UBA soll ab 1.1.85 am Vollzug des Pflanzenschutzgesetzes beteiligt werden. Dabei ist durch das UBA u.a. zu beurteilen, ob es bei einer Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln zu Schaeden durch Belastung des Wassers kommen kann. Methoden fuer die Pruefung der Umweltvertraeglichkeit von Pflanzenschutzmitteln sind auf ihre Tauglichkeit im Hinblick auf das Zulassungsverfahren zu untersuchen. Im Rahmen dieses Vorhabens soll die Wirkung von Pflanzenschutzmitteln auf die fruehen Lebensphasen des Fisches (Zebrabaerbling) untersucht werden ('Early life stage').
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