Messstellen in Fließgewässern für den Nitratbericht für die Jahre 2008, 2012 & 2016 sowie für Phosohor für das Jahr 2016 in Deutschland - Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie (91/676/EWG) in Deutschland.
Da Produkte meist in grenzüberschreitenden Wertschöpfungsketten hergestellt werden, findet ein Großteil unseres Wasserbedarfs außerhalb Deutschlands statt. Oftmals wird das Wasser für die Herstellung unserer Produkte dabei in sehr wasserknappen Regionen der Erde verbraucht, z.B. zur Produktion von Baumwolle aus Zentralasien, Getreide aus Nordafrika oder zur Gewinnung von Erz in Wüstenregionen. Gleichzeitig messen und managen Unternehmen ihren Wasserverbrauch meist nur an Produktionsstandorten, obwohl sich hinter Energie- und Materialvorketten oft deutlich relevantere Wassernutzungen verbergen. Dadurch können lokale Auswirkungen des Wassermangels außerhalb der Produktionsstätten nicht identifiziert und reduziert werden.
Ziel des Forschungsvorhabens WELLE ist es, methodische und praktische Lösungen zur Bestimmung des gesamten Wasserfußabdrucks von Unternehmen zu entwickeln. Neben dem direkten Wasserverbrauch am Produktionsstandort werden in diesem Ansatz auch indirekte Wassernutzungen in den Energie- und Materialvorketten berücksichtigt. Um diese Methode praktisch anwendbar zu machen, wird ein Leitfaden für Unternehmen entwickelt und eine Wasserinventardatenbank sowie ein Water Footprint Tool zur Berechnung des Wasserfußabdrucks von Unternehmen bereitgestellt. Diese werden zusammen mit Industriepartnern anhand von Fallstudien getestet und so die ersten Unternehmens-Wasserfußabdrücke für verschiedene Branchen erstellt. Der entwickelte Ansatz kombiniert erstmalig eine etablierte Methode zur Bestimmung von Umweltauswirkungen mit einer speziellen Methode zur Bestimmung von Wasserauswirkungen. Nach Einschätzung des Wasserrisikos wird WELLE lokale Hot-Spots identifizieren, in denen Water Stewardship-Maßnahmen durchgeführt werden. Diese sind je nach Ergebnis der Fallstudien voraussichtlich bei Zulieferern in Südafrika, USA, Italien, China, Indien und Chile geplant.
Die Arbeitsschwerpunkte des Projektes sind:
- Entwicklung einer Methode zur Messung des Wasserfußabdrucks von Unternehmen auf Grundlage des Produkt Wasserfußabdrucks und der organisationsbezogenen Ökobilanz
- Bereitstellung einer geografisch expliziten Wasserinventardatenbank
- Verknüpfung der Methode und Datenbank in einem Water Footprint Tool
- Erstellung des Wasserfußabdrucks für Fallstudien der Industriepartner
- Detaillierte Analyse des lokalen Wasserrisikos von relevanten Standorten und Zulieferern
- Water Stewardship .Maßnahmen in Kooperation mit lokalen Stakeholdern.
Es wird eine Methodik zur Analyse des gesamten Unternehmens-Wasserfußabdrucks entwickelt, die neben einer Betrachtung der Wertschöpfungsketten auch eine Analyse potentieller lokaler Auswirkungen ermöglicht. Um diese Konzept praktisch anwendbar zu machen werden eine Wasserinventardatenbank sowie ein Water Footprint Tool bereitgestellt. Diese werden in Fallstudien der Industriepartner getestet. Anknüpfend an die Ergebnisse werden nun die lokalen Wasserrisiken bei Zulieferern analysiert. Anschließend wird ein Water Stewardship Prozess angestoßen, um den Wasserverbrauch bei Zulieferern zu senken und in Zusammenarbeit mit lokalen Anspruchsgruppen Lösungen zur Verbesserung der Situation in Flusseinzugsgebieten zu finden. Zunächst wird eine Methodik für den Wasserfußabdruck von Unternehmen (AP 1) und eine für die praktische Anwendung nötige Datenbasis (AP 2) geschaffen. Beide Komponenten werden in ein Tool integriert (AP 3) mit dessen Hilfe Unternehmen in der Analyse ihres Wasserfußabdrucks unterstütz werden. Die im Konsortium vertretenen Industriepartner testen das Tool und die zugrunde liegende Methodik/Datenbank, indem sie jeweils eine für sie relevante Fallstudie durchführen (AP 4). Die aus dem Praxistest gewonnenen Erkenntnisse werden genutzt, um Methodik, Datenbank und Tool zu verbessern. Des Weiteren wird für die in den Energie- und Materialvorketten als relevant identifizierten Wasserverbräuche das lokal vorhandene Wasserrisiko ermittelt (AP 5). Für die hierbei identifizierten Hotspots wird je Fallstudie eine konkrete lokale Maßnahme geprüft, die zu einer Verbesserung im Flusseinzugsgebiet führt (AP 6). Anschließend werden Empfehlungen für die sinnvolle Ergänzung des globalen Wasserfußabdrucks mit dem lokalen Water Stewardship Ansatz gegeben (AP 7) und die Projektergebnisse verbreitet.
Am Beispiel der drei trockenen Entwicklungsregionen Brasilien, Sudan und Iran und der Perspektivregion West-Afrika sollen mit Hilfe der saisonalen Klimaprognosen von Kooperationspartnern aus WP 1 (siehe Hauptantrag) Vorsagetools für den Aufbau eines integrierten, vorausschauenden Wassermanagements speziell für Stauseehaltung und Stauseeverbünde in den Trockengebietsregionen entwickelt werden, um durch effiziente Stauseesteuerung die vielfältigen Anforderungen und Nutzungen für große Trockengebietsregionen zu optimieren. Für dieses übergeordnete Ziel des SaWaM Forschungsvorhabens werden in diesem Teilprojekt an der TU Berlin Ökosystemmodellierungstools entwickelt, welche innerhalb einer saisonalen Vorhersage den benötigten Bewässerungsbedarf von Agrarflächen und die zu erwartenden Erosionsexporte in Abhängigkeit des aktuellen Vegetations- und Degradierungszustandes auf den oberhalb von Stauseen gelegenen Einzugsgebietsflächen prognostiziert. Das erste Ziel des Teilprojektes ist die Identifikation von sogenannten Erosions-Hotspot-Gebieten auf der Makroskala in den Entwicklungsregionen Brasilien, Iran und Sudan, für in welchen ein erhöhtes Risiko der Reservoirsedimentation besteht bzw. in welchen zukünftig keine Stauseebetreibung geplant werden sollten. Das zweite Ziel des Teilprojektes ist die operationelle saisonale Prognose des pflanzenbenötigten Wassers, des potenziellen Wasserstresses und des Bewässerungsbedarfs von Agrarflächen sowie des zu erwartenden Erosionsaufkommens für die saisonalen Klimaprognosen aus WP 1 des Vollantrages (bis zu 6 Monate in die Zukunft) von der Skala der Bodenprofile einzelner Boden-Vegetationskomponenten über Terrainkomponenten bis hin zur Einzugsgebietsskala. siehe Teilprojektantrag siehe Teilprojektantrag für umfassende Beschreibung des Arbeitsplans