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Erhaltung und Nachzucht seltener Baum- und Straucharten

Ziel des Projektes ist die langfristige Sicherung und Erhaltung von Vorkommen seltener Baumarten, sowie die Etablierung neuer/verjüngter Vorkommen an geeigneten Standorten. Zunächst erfolgt die Evaluierung, Auswahl und Beerntung erhaltungswürdiger Bäume aus südwest-deutschen Wald- und Feldvorkommen (insbes. Elsbeere, Speierling, Wildapfel, Wildbirne, Schwarzpappel, Ulme, Walnuss und Eibe; außerdem Straucharten) mit entsprechender Dokumentation. Anschließend erfolgt eine vegetative und generative Weitervermehrung zum Aufbau von Erhaltungs-Klonsammlungen bzw. zum Aufbau von Erhaltungs-Samenplantagen, (ex-situ Generhaltung). Parallel dazu werden o.g. seltene Baumarten vegetativ und generativ mit 1- bis 3-jähriger Kulturzeit nachgezogen und an interessierte bzw. am Evaluierungsprozess beteiligte Forstämter abgegeben (in-situ Generhaltung) und dort langfristig weiterbeobachtet.

Erprobung des Lavendelanbaus zur Förderung der Biodiversität in einer nachhaltigen Landwirtschaft in Thüringen (LaWiTa)

Zielsetzung und Anlass: In Deutschland sind etwa 48 % der 557 in der roten Liste bewerteten Bienen- und Hummelarten bestandsgefährdet oder sogar schon ausgestorben (Bundesamt für Naturschutz 2011). Die Gründe für diesen Rückgang sind vielfältig und komplex, aber grundsätzlich verknüpft mit einer qualitativen Verschlechterung und einem quantitativen Verlust von Lebensräumen für diese Insekten. Unter anderem ist dies das Ergebnis der monotonen sowie intensiven Landwirtschaft und der damit einher gehenden Artenverarmung von Agrarökosystemen, die wiederum weniger Raum und Nahrung für Wildinsekten bieten. Als Folge besteht das Risiko, dass Ökosystemleistungen durch Bestäuberinsekten in Deutschland nicht mehr ausreichend erbracht werden können. Darum hat der Ausbau einer insektenverträglichen Landbewirtschaftung eine wichtige Bedeutung. Das Projekt behandelt die Arzneipflanze Lavendel (Lavandula angustifolia), dessen Anbau in landwirtschaftlichen Betrieben erprobt werden soll und zu einer Erweiterung der Kulturpflanzenvielfalt in der Agrarlandschaft beitragen soll. Der Lavendel bringt ausgezeichnete Eigenschaften mit sich, um im Feldanbau als Lebensraum und Nahrungsquelle für Insekten zu dienen. Durch das Projekt soll der Naturschutz mit einer neuen, nachhaltigen Naturnutzung in Nutzlandschaften durch den Anbau von Lavendel kombiniert werden. Damit soll ein wesentlicher Beitrag zu umweltfreundlicheren und vielfältigeren Agrarökosystemen geleistet werden. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Fachhochschule Erfurt mit externen Projektpartnern werden kleine Lavendelfelder mit durchschnittlich 1000 m² in der Agrarlandschaft an ausgewählten Standorten auf landwirtschaftlichen Flächen entstehen und wissenschaftlich untersucht. Mithilfe eines Monitoringsystems soll der Einfluss des Lavendels auf die Artenvielfalt von Tagfaltern und Wildbienen entomologisch untersucht werden. Um eine Bewertung der Maßnahme zu ermöglichen, werden zum Vergleich Daten aus der typischen Agrarlandschaft sowie in der Landwirtschaft gängigen Umweltschutzmaßnahmen (z.B. mehrjährige/einjährige Blühstreifen) hinzugezogen. Gleichzeitig wird die Wirtschaftlichkeit des Lavendelanbaus auf den beteiligten Praxisbetrieben in Thüringen untersucht. Dabei werden spezifische Parameter analysiert und ätherisches Öl im Rahmen einer Destillation gewonnen. Mit einer ersten Berechnung der Erlöse aus dem Lavendelanbau und einer Kostenanalyse kann ein Rückschluss auf die wirtschaftliche Rentabilität des Lavendelanbaus in Thüringen und Deutschland gezogen werden. Ziele: Als Gesamtziel ergibt sich ein wichtiger Beitrag zu umweltfreundlicheren und vielfältigeren Agrarökosystemen. Im Projekt werden folgende Ziele verfolgt: a. Entwicklung einer langfristigen, nachhaltigen und bodenschonenden Nutzung der natürlichen Ressourcen durch eine extensive und mehrjährige Kultur b. Aussage über die agrarökologische Eignung und wirtschaftliche Tragfähigkeit des Lavendelanbaus unter Thüringer Klimabedingungen c. Überprüfung der Einflüsse des Lavendelanbaus auf Wildbienen und Tagfalter in der Agrarlandschaft und einem Abgleich mit üblichen Agrarumweltmaßnahmen d. Erfassung der wichtigen quantitativen und qualitativen Eigenschaften des ätherischen Öls zur Bewertung der Eignung in der Arznei- und Lebensmittelindustrie e. Sensibilisierung der Bevölkerung durch Aufklärungs-, Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit im Bereich der nachhaltigen Landbewirtschaftung und des Naturschutzes

Bienen (Hymenoptera: Apidae)

Im Jahr 2011 zählte die Rote Liste Deutschlands 561 etablierte Bienenarten, darunter  neben der bekannten Honigbiene auch 41 Hummelarten. Seitdem sind weitere Arten nachgewiesen worden, so dass man derzeit von rund 600 Bienenarten ausgeht. Manche Bienenarten besuchen die Blüten von nur einer oder von wenigen Pflanzenspezies, andere sind weniger stark spezialisiert. In jedem Fall spielen sie als Bestäuber von Wild- und Kulturpflanzen eine zentrale Rolle. Die allermeisten von ihnen bilden übrigens keine Völker, sondern leben einzelgängerisch. Ein Teil unserer Wildbienen versorgt die eigenen Larven mit einem Nahrungsvorrat aus Pollen, andere sind „Kuckucksbienen“, die ihre Eier in die Nahrungsvorräte fremder Wirtsarten legen. Gehen die Lebensgrundlagen der Wirtsarten in einem Gebiet verloren, verschwinden auch die von ihr abhängigen parasitären Bienen. Etwa 48 % der 557 in der Roten Liste bewerteten Bienenarten sind bestandsgefährdet oder schon ausgestorben. Nur etwa 37 % gelten als ungefährdet. Der Rest ist entweder extrem selten (5 %), steht auf der Vorwarnliste (8 %) oder kann mangels ausreichender Daten nicht eingestuft werden (3 %). Die größte Artenvielfalt an Bienen findet man in Lebensräumen mit einem reichen Nahrungsangebot von nektar- und pollenspendenden Wildpflanzen. Wichtig sind auch geeignete Strukturen für die Anlage des Nestes. Je nach Art sind das z. B. Totholz, abgestorbene Pflanzenstängel, Lehmwände oder offene, sandige Bodenstellen. Landwirtschaftlich intensiv genutzte Gebiete mit ausgedehnten Monokulturen sind dagegen sehr bienenarm. (Stand Februar 2011) Westrich, P.; Frommer, U.; Mandery, K.; Riemann, H.; Ruhnke, H.; Saure, C. & Voith, J. (2011): Rote Liste und Gesamtartenliste der Bienen (Hymenoptera: Apidae) Deutschlands. – In: Binot-Hafke, M.; Balzer, S.; Becker, N.; Gruttke, H.; Haupt, H.; Hofbauer, N.; Ludwig, G.; Matzke-Hajek, G. & Strauch, M. (Red.): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands, Band 3: Wirbellose Tiere (Teil 1). – Münster (Landwirtschaftsverlag). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (3): 373–416. Die Rote-Liste-Daten sowie die elektronische Publikation sind auch als kostenfreier Download verfügbar. Eine aktualisierte taxonomische Checkliste der Bienen Deutschlands wurde 2023 in der Zeitschrift Anthophila publiziert.

Stadtbienen unter Stress? Wechselwirkungen von Urbanisierungsfaktoren auf Bienen und Bestäubung

Als ganz eigene Ökosysteme stellen Städte die Ökosystemforschung und den Schutz von Biodiversität vor eine neue Herausforderung. Urbane Lebensräume können artenreiche Gemeinschaften an z.B. Blütenpflanzen und Insektenbestäubern beherbergen, bedrohen diese sowie assoziierte Bestäubungsleistungen aber zeitgleich durch urbane Stressoren, die so in ihren ursprünglichen Lebensräumen nicht vorkommen, z.B. städtische Hitze. Theoretisch sollten Bestäubergemeinschaften mit einer hohen funktionalen Vielfalt und einer ausgewogenen Verteilung von Merkmalen widerstandsfähiger gegenüber solchen Stressfaktoren sein und somit die Bestäubungsfunktion auch dort aufrechterhalten, wo Arten verloren gehen. Es gibt jedoch nur wenige Studien über die Auswirkungen städtischer Stressfaktoren auf Bestäubergemeinschaften, Bestäubungsnetzwerke und die daraus resultierende Bestäubung. Auch ist wenig darüber bekannt, wie die lokale Bewirtschaftung von Gärten Stressoren z.B. durch die Bereitstellung von floralen Ressourcen abmildern kann. Ziel dieses Projekts ist es zu verstehen, wie Stressoren der Stadtumgebung Wildbienen, ihre Interaktionen mit Pflanzen und Bestäubungsleistungen in städtischen Gärten beeinflussen. Dabei untersuchen wir, wie funktionelle Merkmale von Bienen- und Blütenarten, Bienen-Pflanzen-Netzwerke sowie die Nahrungsversorgung von Bienen und die Bestäubung durch urbane Stressoren beeinflusst werden. Außerdem wollen wir herausfinden, wie zu erwartende negative Effekte durch eine entsprechende Gartenbewirtschaftung abgemildert werden können. Um dies zu erreichen, betrachten wir sowohl die Perspektive der Bienen als auch die der Pflanzen. Um diese Fragen zu beantworten, untersuchen wir in 30 Gärten in den Metropolregionen Berlin und München (i) die Verteilung von Merkmalen und Bienen-Pflanzen-Interaktionen empirisch und (ii) die Nahrungsversorgung von Bienenversorgung und Bestäubung von Nutzpflanzen experimentell. Zusätzlich greifen wir auf (iii) sozialwissenschaftliche Methoden zurück, um besser zu verstehen, welche Faktoren Managemententscheidungen von Gartenbesitzern bestimmen, die ihrerseits negative Auswirkungen für Wildbienen und assoziierte Ökosystemfunktionen entweder abmildern oder verschlimmern können. Dabei kombinieren wir Methoden der analytischen Chemie, Netzwerk- und Merkmalsanalyse sowie Modellierung, um das Beziehungsgefüge zwischen Biodiversität, Management und Stressoren in urbanen zu klären. Unsere Teams vereinen dabei ihre jeweilige Expertise in Umweltchemie und Stadtökologie. So können wir zu einem besseren Verständnis der grundlegenden Mechanismen beitragen, welche der Erhaltung von Biodiversität, den Interaktionen zwischen Arten und den Ökosystemfunktionen in bisher noch wenig erforschten urbanen Ökosystemen zu Grunde liegen.

Freilandausstellung Bahnbrechende Natur

Zum Gebärdenvideo Auf einem Rundgang mit 42 Tafeln – davon 30 Tafeln mit außergewöhnlichen, detailstarken Fotos und 12 inklusiven Tafeln mit taktilen Elementen und einem Kunstobjekt – regt die Ausstellung „Bahnbrechende Natur“ dazu an, die Stadtnatur zu entdecken. Wegbeschreibung zum Besuch der Ausstellung für Menschen mit Seheinschränkung Zu allen Themen finden Sie auf den folgenden Seiten eine Hörfassung mit den Ausstellungstexten, ausführlichen Bildbeschreibungen und vereinzelt auch Tierstimmen. Sounddesign: picaroMedia Tierstimmen: Tierstimmenarchiv des Museums für Naturkunde Berlin Auf einzelnen Seiten finden Sie außerdem Gebärdenvideos. Der Natur-Park Schöneberger Südgelände ist eine Naturoase, die sich mitten in der Großstadt Berlin auf dem ehemaligen Rangierbahnhof Tempelhof entwickelt hat. Eine Besonderheit ist seine Verbindung von Natur, Bahnrelikten und Kunst. Um den Artenreichtum und die Naturentwicklung langfristig zu erhalten, wurde er 1999 als Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiet gesichert. Rücksichtnahme und die Achtung vor Tieren und Pflanzen tragen dazu bei, den Natur-Park Schöneberger Südgelände und seine Einrichtungen zu erhalten. Der Natur-Park Schöneberger Südgelände wurde 2021 erstmals von “Reisen für Alle” auf Barrierefreiheit geprüft und erhält die Zertifizierung bis Mai 2024. Hunde dürfen in den Natur-Park nicht mitgenommen werden. Im Natur-Park ist das Fahrradfahren nicht gestattet. Für Fahrräder stehen Stellplätze zur Verfügung. Das Verlassen des Steges im Naturschutzgebiet ist nicht erlaubt. Lassen Sie Blumen und Pflanzen an Ort und Stelle. Wild lebende Tiere dürfen nicht beunruhigt und Nester nicht zerstört werden. Das Sammeln von Früchten und Pilzen ist nicht gestattet. Müll ist in den dafür vorgesehenen Abfalleimern zu entsorgen. Grillen oder das Anlegen von Feuer ist nicht erlaubt. Der Besuch des Natur-Parks ist kostenpflichtig. Bitte lösen Sie Ihre Eintrittskarte an den Automaten der Eingänge (siehe Plan). Bild: Holger Koppatsch Natur-Park Schöneberger Südgelände Der Natur-Park verdankt seine Entstehung den politischen Entwicklungen nach Kriegsende, der Aufgabe des Rangierbahnhofs im geteilten Berlin, seinem besonderen ökologischen Wert inmitten der Stadt und dem Engagement einer Bürgerinitiative. Das Konzept einer Grüntangente wird entwickelt. Natur-Park Schöneberger Südgelände Weitere Informationen Bild: Andreas Langer Bahnbrechende Natur Der Natur-Park ist Lebensraum seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Ein Großteil der Fläche steht unter Naturschutz. Der etwa 18 Hektar große Park verfügt über zwei behindertengerechte Rundwege. Veranstaltungen und neue Wege der Umweltbildung verbinden Wissenschaft, Kunst und Naturschutz. Bahnbrechende Natur Weitere Informationen Bild: Konstantin Börner Technische Sehenswürdigkeiten Im Gelände finden sich einige Sehenswürdigkeiten. Solche aus der Bahnära wie der 50 Meter hohe, restaurierte Wasserturm - Wahrzeichen des Geländes, die 1940 gebaute Dampflokomotive 50 3707 sowie die restaurierte Drehscheibe. Die Beschleunigungsröhren sind zwei L-förmige, tunnelartige Installationen. Technische Sehenswürdigkeiten Weitere Informationen Bild: Carl Bellingrodt, Archiv Alfred Gottwald Geschichte und Entwicklung Der Natur-Park verdankt seine Entstehung den politischen Entwicklungen nach Kriegsende, der Aufgabe des Rangierbahnhofs im geteilten Berlin, seinem besonderen ökologischen Wert inmitten der Stadt und dem Engagement einer Bürgerinitiative. Das Konzept einer Grüntangente wird entwickelt. Geschichte und Entwicklung Weitere Informationen Bild: Archiv Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, Stadtentwicklungsamt Verschiebebahnhof Tempelhof Ende des 19.Jahrhunderts erforderte zunehmender Personen- und Güterverkehr den Neubau von Werkstätten und Rangierbahnhöfen. Die Gesamtleistung des Verschiebebahnhofs Tempelhof lag an zweiter Stelle unter den neun Rangierbahnhöfen Berlins. Hier wurden Züge der Dresdener und Anhalter Bahn abgewickelt. Verschiebebahnhof Tempelhof Weitere Informationen Bild: Archiv Geoportal Berlin Luftbilder 1953 · 1989 · 2015 Luftbilder von 1953, 1989 und 2015 lassen erkennen, wie sich die Natur das ehemalige Bahngelände nach und nach zurückerobert und sich immer stärker Gehölze ausbreiten. Inzwischen bedecken sie mehr als Zweidrittel des Geländes. Luftbilder 1953 · 1989 · 2015 Weitere Informationen Bild: Josef Vorholt Schutz und Pflege Der Natur-Park wird ab 1996 durch die Grün Berlin GmbH entwickelt, Baumaßnahmen werden großzügig durch die Allianz Umweltstiftung gefördert. 1999 wird das Gelände unter Schutz gestellt. Pflegemaßnahmen der Obersten Naturschutzbehörde steuern die Sukzession und verhindern eine vollständige Bewaldung. Schutz und Pflege Weitere Informationen Bild: Sebastian Hennigs Die Natur kehrt zurück Mit der Aufgabe der Bahnnutzung nehmen Tiere und Pflanzen das Gelände wieder in Besitz. Die Veränderung und zeitliche Abfolge unterschiedlicher Gemeinschaften aus Pflanzen und Tierarten wird „Sukzession“ genannt. Das Endstadium ist ein Waldtyp, der den jeweiligen Standortbedingungen entspricht. Die Natur kehrt zurück Weitere Informationen Bild: Archiv Geoportal Berlin/Luftbild 2011 Grüntangente und Biotopverbund Der Natur-Park ist mit dem Park am Gleisdreieck durch die Fuß- und Radwegeverbindung über den Flaschenhals-Park verbunden. Für den Erhalt der biologischen Vielfalt spielt der Biotopverbund eine große Rolle. Gerade Bahndämme sind dabei von besondere Bedeutung. Grüntangente und Biotopverbund Weitere Informationen Bild: Archiv Stiftung Naturschutz Berlin Natur und Kultur verbinden Die Stahl-Kunst von ODIOUS, Bahnrelikte und wilde Natur geben dem Natur-Park seinen besonderen Charakter. Im Gelände werden vielfältige Aktivitäten und Projekte rund um oder in Verbindung mit der Natur angeboten. Natur und Kultur verbinden Weitere Informationen Bild: Konstantin Börner Giardino Segreto Die Künstlergruppe ODIOUS errichtete mit 30 stählernen Kuben und Skulpturen auf dem 130 Meter langen und 22 Meter breiten ehemaligen Lagerplatz des Rangierbahnhofs einen Giardino Segreto, italienisch: „geheimer Garten“ . Giardino Segreto Weitere Informationen Bild: Grün Berlin/Frank Sperling Kunstobjekt Waldohreule Die Waldohreule ist Symbol für den Naturschutz. Für die Freilandausstellung schuf der Bildhauer Stephan Hüsch 2019 ein Kunstobjekt aus Kunststein, das in wesentlichen Zügen dem natürlichen Vorbild entspricht. Wie Waldohreulen aussehen und was sie besonders auszeichnet, erfahren Sie hier. Kunstobjekt Waldohreule Weitere Informationen Bild: Josef Vorholt Artenvielfalt dank Schutz und Pflege Auf den nährstoffarmen, trockenen Kies- und Schotterböden des ehemaligen Bahngeländes siedelte sich eine an diese Bedingungen angepasste Tier- und Pflanzenwelt an. Um die Lichtungen zu erhalten, wird dem Vordringen von Bäumen und Sträuchern durch Pflegemaßnahmen Einhalt geboten. Artenvielfalt dank Schutz und Pflege Weitere Informationen Bild: Paul Westrich Gefährdete Arten zwischen den Gleisen Viele gefährdete Insektenarten, wie Langhorn- und Seidenbiene, Heidegrashüpfer und Blauflügelige Ödlandschrecke kommen auf den Offenflächen vor. Das Wiesen-Habichtskraut hat hier eines seiner wenigen Vorkommen in Berlin. Ideale Lebensbedingungen findet die europaweit geschützte Zauneidechse. Gefährdete Arten zwischen den Gleisen Weitere Informationen Bild: Andreas Langer Blütenmeer im Gleisbett Die blütenreichen Wiesen ziehen viele Insekten, darunter Schmetterlinge an. Wie auch bei den Wildbienen sind viele an bestimmte Futterpflanzen gebunden. Der Schwalbenschwanz bevorzugt rotviolette bis blaue Blumen wie Natternkopf und Flockenblume, seine Raupe aromatische Doldenblütler wie Wilde Möhre. Blütenmeer im Gleisbett Weitere Informationen Bild: Kühne & Saure Artenreichtum auf engem Raum Wildbienen ernähren sich von Pollen und Nektar der Blüten. Etwa 30 % der Arten sind auf bestimmte Blühpflanzen angewiesen. Bienen sind weltweit die wichtigsten Bestäuber. Anders als die Honigbiene nisten Wildbienen im Boden, andere in Pflanzenstängeln. Mehr über ihren Lebenszyklus lesen sie hier. Artenreichtum auf engem Raum Weitere Informationen Bild: Konrad Zwingmann Lautstarke Hüpfer Im Natur-Park kommt u.a. der Heidegrashüpfer vor, eine typische Art der Sandtrockenrasen. Heuschrecken unterscheiden sich in ihrer Gestalt, aber auch in ihren Lauten, an denen sie sich wie Vögel erkennen lassen. Die Lauterzeugung geschieht auf unterschiedliche Weise. Lautstarke Hüpfer Weitere Informationen Bild: Wolfgang Brandmeier Gefiederte Rückkehrer Der Wald nimmt mehr als zwei Drittel des Geländes ein. Nachtigall und Buntspecht gehören zu den Vogelarten, die die parkartigen Waldbereiche bevorzugen. Der Neuntöter fühlt sich in den nur locker mit Gehölzen durchsetzten Flächen wohl. Stieglitze finden hier Samen aller Art und der Turmfalke Mäuse. Gefiederte Rückkehrer Weitere Informationen Bild: Holger Koppatsch Der Wald ist auf dem Vormarsch Hier lässt sich die Waldentwicklung auf einer innerstädtischen Brache verfolgen. Birken und Robinien, die sich als Pioniergehölze angesiedelt hatten, werden nun durch die nächste Baumgeneration aus nährstoffliebenden Arten wie Linde, Spitzahorn und Stieleiche abgelöst. Der Wald ist auf dem Vormarsch Weitere Informationen Bild: Josef Vorholt Baumporträts Im Gelände kommen verschiedene Baumarten vor. Ausgewählte Arten werden vorgestellt. Was Hänge-Birke, Zitterpappel, Robinie und Stieleiche unterscheidet, erfahren sie hier. Baumporträts Weitere Informationen Öffnungszeiten von 09:00 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit – bei Abendveranstaltungen auch länger. Bitte beachten Sie, dass das Gelände abgeschlossen wird. Führungen und Veranstaltungen Hinweise entnehmen Sie bitte den aktuellen Aushängen oder der Website Natur-Park Schöneberger Südgelände . Einen angenehmen und erholsamen Besuch wünschen Ihnen die Parkverwaltung Grün Berlin GmbH, das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin und die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt – Oberste Naturschutzbehörde. Die Informationstafeln im Natur-Park wurden von der Obersten Naturschutzbehörde der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt erstellt. Die Erschließung und Gestaltung des Natur-Parks wurden unterstützt durch die Allianz Umweltstiftung. Das Planungskonzept wurde von der Arbeitsgemeinschaft planland/ÖkoCon entwickelt.

Pflanzenschutz im Ziergarten

<p> So haben Sie viel Freude an Ihrem Ziergarten <ul> <li>Pflanzen Sie widerstandsfähige, einheimische und nützlingsfreundliche Arten und Sorten.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen und einen gesunden, lebendigen Boden.</li> <li>Kombinieren Sie verschiedene Pflanzenarten, die sich gegenseitig unterstützen.</li> <li>Ein Verzicht auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> schont die Umwelt und Ihre Gartenmitbewohner.</li> </ul> Gewusst wie <p>Im Ziergarten, das liegt in der Natur der Sache, geht es in erster Linie um die Optik. Dennoch ist beim Gärtnern Toleranz angebrachter als Perfektionismus. Blattläuse, beispielsweise, mögen optisch störend wirken, die befallenen Pflanzen schwächen sie jedoch nur, wenn sie in großer Zahl über einen längeren Zeitraum auftreten. Und, ohne "Schädlinge" wie Blattläuse und "Unkräuter" wie Brennnesseln wäre der Garten für die hübschen Marienkäfer genauso unattraktiv wie für zahlreiche Schmetterlingsarten. Die Natur ist kein steriler Ort, sondern Lebensraum für viele Bewohner. Konkrete Tipps, wie Sie Nützlinge in Ihren Garten locken, finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57308">HIER</a>.</p> <p><strong>Vorbeugen ist einfacher als heilen: </strong>Gegen viele Schädlinge und Krankheitserreger gibt es keine zugelassenen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> für den Haus- und Kleingarten. Vorbeugende Maßnahmen sind demnach der effektivste Weg, Ihre Pflanzen gesund zu halten.</p> <ul> <li>Wählen Sie Sorten, die gegen problematische Krankheiten resistent bzw. generell robust und widerstandsfähig sind. Informieren Sie sich dazu in Fachmedien und im Fachhandel (z.B. Gärtnereien).</li> <li>Verwenden Sie nur gesundes Saat- und Pflanzgut, auch bei eigenem Nachbau.</li> <li>Durch eine geschickt gestaltete Mischkultur können sich Pflanzen gegenseitig unterstützen. Nutzen Sie entsprechende Apps, die Sie bei der Planung von Mischkulturen unterstützen.</li> <li>Wechseln Sie die Standorte einjähriger Zierpflanzen regelmäßig.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen um den unterschiedlichen Ansprüchen der Pflanzen an z.B. Licht, Feuchtigkeit, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/ph-wert">pH-Wert</a> und Bodenstruktur gerecht zu werden.</li> <li>Genügend Abstand zwischen den Pflanzen erschwert die Übertragung von Schadorganismen und lässt feuchte Blätter schneller abtrocknen.</li> <li>Das Vorziehen der Pflanzen im geschützten Bereich hilft über ein empfindliches Stadium hinweg und gewährt einen Wachstumsvorsprung.</li> <li>Halten Sie oberirdische Pflanzenteile möglichst trocken. Wässern Sie nur direkt am ⁠Wurzelbereich⁠, ohne die Blätter zu benetzen.</li> <li>Vermeiden Sie Verletzungen der Pflanzen, z.B. bei der Bodenarbeit, denn sie erleichtern das Eindringen von Krankheitserregern.</li> <li>Gesunder Boden – gesunde Pflanzen: Fördern Sie die Bodenlebewesen indem Sie dem Boden organisches Material zuführen und auf das Umgraben verzichten. Halten Sie Ihren Boden stets bedeckt B. mit einer Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Laub. Mulch fördert zudem die Humusbildung und schützt vor Austrocknung.</li> <li>Achten Sie auf bedarfsgerechte Nährstoffversorgung. Verwenden Sie organische Düngemittel anstatt von chemisch-synthetischen Düngemitteln.</li> <li>Achten Sie auf hygienische Bedingungen damit sich Erreger gar nicht erst ausbreiten können. Desinfizieren Sie Schnittwerkzeuge mit 70-prozentigem Alkohol, wenn sie Kontakt mit kranken Pflanzen hatten.</li> <li>Entsorgen Sie befallene Pflanzen im Haus- oder Biomüll. Im Kompost können die erforderlichen Temperaturen, um die Erreger abzutöten, eventuell nicht erreicht werden.</li> </ul> Ärgernisse im Ziergarten <p>Beachten Sie auch unsere Artikel zu <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57291">Blattläusen</a>, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57307">Schnecken</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57315">Unkräutern</a>.</p> <p><strong>Rose – Königin der Blumen: </strong>Rosen zählen, aufgrund ihrer attraktiven Blüten und dem intensiven Duft, zu den beliebtesten Zierpflanzen. Sie brauchen einen sonnigen Platz und genügend Abstand untereinander. Pflanzen Sie Rosen nicht dort, wo vorher schon Rosen standen, das kann zu Kümmerwuchs führen. Achten Sie beim Kauf auf das <a href="https://www.adr-rose.de/adr-was-ist-das/">ADR-Gütezeichen</a>, welches besonders gesunde Rosensorten auszeichnet. Bei der "Allgemeinen Deutschen Rosenneuheitenprüfung" (ADR) bewertet ein Gremium von Experten neue Rosensorten auf Kriterien wie Blattgesundheit, Winterhärte, Wüchsigkeit und Reichblütigkeit. Bevorzugen Sie beim Kauf grundsätzlich insektenfreundliche Rosensorten. Solche Sorten sind wertvolle Pollenlieferanten für Wildbienen, Hummeln und Schwebfliegen. Im Herbst bilden sie zudem Hagebutten, welche Vögeln als Winterfutter dienen. Rosen haben tiefe Wurzeln und können somit heißtrockene Sommer relativ gut überstehen. Wenn Sie Rosen in Gefäße pflanzen, müssen Sie auf ausreichende Tiefe achten, damit die Wurzeln darin genügend Platz finden. Rosen im Topf sind grundsätzlich empfindlicher als im Freiland. Achten Sie bei Topfpflanzen deshalb besonders auf eine gute Pflege.</p> <p>Pilzinfektionen, wie z.B. Echter Mehltau, Rosenrost, Grauschimmel und Sternrußtau, gehören zu den häufigsten Rosenkrankheiten. Die meisten Pilzerreger treten in niederschlagsreichen Sommern auf, Echter Mehltau dagegen braucht trockenes, sonniges <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/wetter">Wetter</a>. Das Trockenhalten der Blätter beugt Pilzkrankheiten vor. Gießen Sie Rosen deshalb nur am Wurzelbereich und vermeiden Sie Spritzwasser. Wählen Sie einen luftigen Standort, so dass die Blätter nach einem Regen schnell abtrocknen können. Befallene Pflanzenteile sollten Sie abschneiden und entsorgen. Düngen Sie Rosen maßvoll mit Kompost. Meiden Sie synthetischen Stickstoff, dieser macht das Pflanzengewebe weich und krankheitsanfällig. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenstaerkungsmittel">Pflanzenstärkungsmittel</a> mit Schachtelhalmextrakt festigen das Gewebe und erhöhen die Widerstandkraft der Pflanze. Auch Grundstoffe wie Lecithin oder Kuhmilch unterstützen die natürliche Abwehr von Pilzkrankheiten.</p> <strong>Galerie: Rosen: Krankheiten erkennen und vermeiden</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/adr-logo-quer.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/em10rosa.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/rost13rosa.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/botrytis07rosa.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/black_spot.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption <p><strong>Buchsbaum – gut in Form: </strong>In Gärten ist der Buchsbaum als dichte Hecke oder als Formschnittgehölz weit verbreitet. Seine heimische Wildform ist jedoch nur noch selten zu finden. Als Frühblüher liefert er wertvollen Nektar und Pollen für Wildbienen. Buchsbäume brauchen einen halbschattigen, luftigen Standort. Je weniger Einzelpflanzen auf einer Fläche vorhanden sind, desto besser ist das für deren Gesundheit. Je mehr und je dichter die Pflanzen stehen, z.B. bei Hecken und Beeteinfassungen, desto leichter übertragen sich Schädlingsbefall und Pilzinfektionen.</p> <p>Der bekannteste Schädling am Buchsbaum ist der Buchsbaumzünsler. Der aus Ostasien eingeschleppte Kleinschmetterling breitet sich seit 2007 in Deutschland kontinuierlich aus. Anfangs hatte der Zünsler hier keine natürlichen Feinde, aber inzwischen sind einige Tiere auf den Geschmack gekommen. Spatzen, Rotschwänze und Kohlmeisen haben die Raupen als proteinreiche Nahrung für sich entdeckt. Auch Spitzmäuse suchen nachts im Inneren der Buchsbäume nach den Raupen. Fördern Sie solche Nützlinge mit Wasserstellen und Nistmöglichkeiten. Damit der Schädlingsbefall gar nicht erst überhandnimmt, sollten Sie Ihre Buchsbäume schon im zeitigen Frühjahr auf Raupen kontrollieren. Die ersten Raupen finden Sie im geschützten inneren Pflanzenbereich. Solange der Befall noch gering ist, können Sie mit einfachen Maßnahmen gegenwirken. Einzelne Raupen können abgesammelt und befallene Pflanzenteile abgeschnitten werden. Gegebenenfalls können die Raupen auch mit einem Gartenschlauch oder Hochdruckreiniger weggespritzt werden. Ist der Buchsbaum jedoch schon stark abgefressen, sollten Sie ihn großzügig zurückschneiden. Dann erholt er sich und treibt wieder neu aus. Die befallenen Pflanzenteile müssen gut verpackt im Hausmüll entsorgt werden, damit sich der Zünsler nicht weiter ausbreitet.</p> <p>Buchsbaumkrebs und Buchsbaumsterben sind weitere typische Erkrankungen des Buchsbaums. Beide werden durch Pilzinfektionen verursacht. Um einem Pilzbefall vorzubeugen sollten Buchsbäume nur von unten gegossen werden. Buchsbäume in Pflanzgefäßen sollten idealerweise unter ein Dach gestellt werden. Vermeiden Sie zudem Staunässe. Befallene Triebe sollten Sie großzügig zurückschneiden und über den Hausmüll entsorgen.</p> <p>Sind Ihre Buchsbäume nicht mehr zu retten, sollten sie durch andere einheimische und vogelfreundliche Gehölze ersetzt werden. Beispielsweise werden die Beeren von Liguster und Berberitze im Herbst von vielen Vogelarten gern verspeist. Liguster und Berberitze sind ähnlich gut schnittverträglich wie Buchsbaum und bieten aufgrund ihres dichten Wuchses viele Nistmöglichkeiten.</p> <strong>Galerie: Buchsbaum: Krankheiten erkennen und vermeiden</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/raupe_des_buchsbaumzuensler_cydalima_perspectalis_11.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/buxus_volutella_-jki_werres_img_8287.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/cylindrocladium-buxus-424-07-2gh_0.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption <p><strong>Rostpilze an Malven: </strong>Rostpilze sind weit verbreitet und befallen neben Malven, Rosen und Geranien auch zahlreiche andere Nutz- und Zierpflanzen. Die meisten Rostpilze sind auf eine oder einige wenige Pflanzenarten spezialisiert. Das ist von Vorteil, denn so kann sich der Pilz nicht auf andere Pflanzenarten ausbreiten. Zu solchen Rost-Arten ohne Wirtswechsel gehört auch der Malvenrost, der Rosenrost und der Geranienrost. Rostpilze sind leicht zu erkennen an den rostbraunen Flecken, die sich an Blättern und Stängeln ausbilden. Stark befallene Blätter vergilben und fallen ab. Das ist ein optisches Ärgernis, stellt aber für Malven, Rosen und Geranienpflanzen kein wirkliches Problem dar. Befallene Blätter sollten Sie absammeln und über den Hausmüll entsorgen. Vorbeugend gegen Rostpilze können <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenstaerkungsmittel">Pflanzenstärkungsmittel</a> mit Schachtelhalmextrakt eingesetzt werden. Malven lieben sonnige Standorte, ein solcher Standort schützt auch vor Pilzbefall. Malven blühen ab dem zweiten Standjahr intensiv, was viele Insekten anlockt. Malvenrost befällt jedoch insbesondere die älteren Pflanzen, deshalb sollten die betroffenen Malven nach dem zweiten Standjahr entfernt werden. Die neuen Pflanzen sollten Sie nicht an denselben Standort setzen, an dem vorher schon Malven standen.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/malvenrost_congerdesign_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Malvenrost (Puccinia malvacearum) an der Blattunterseite </strong> Quelle: congerdesign / pixabay <p><strong>Was Sie noch tun können:</strong> Bevorzugen Sie auch im Ziergarten grundsätzlich heimische Pflanzenarten und Sorten, die für Insekten, Vögel und Fledermäuse nützlich sind. Viele Blumen blühen zwar hübsch, sind aufgrund ihrer gefüllten Blüten aber völlig wertlos für Insekten. Achten Sie deshalb beim Kauf von beispielsweise Dahlien, Chrysanthemen, Tulpen und Pfingstrosen auf Sorten mit un-gefüllten Blüten. Oder wählen Sie gleich insektenfreundlichere Arten wie Kapuzinerkresse, Ringelblume und Lavendel. Meiden Sie ökologisch "wertlose" Pflanzen wie beispielsweise Forsythien, Thuja, Bambus, Geranien (Pelargonien) und Gartenstiefmütterchen. Pflanz-Empfehlungen finden Sie z.B. im <a href="https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/artenvielfalt/bienen-fuettern/pflanzenlexikon.html">Lexikon für bienenfreundliche Pflanzen des Bundeslandwirtschaftsministeriums</a>, im <a href="https://www.deutschewildtierstiftung.de/aktuelles/artikel/wildbienenfreundliche-pflanzen">Blühkalender der Deutschen Wildtierstiftung</a> oder beim <a href="https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/insekten/22629.html">Naturschutzbund Deutschland</a>. Übrigens, „Unkräuter“ wie Löwenzahn, Wegwarte und Steinklee übertrumpfen, was Pollen- und Nektargehalt angeht, die Zierpflanzen um ein Vielfaches!</p> <p>Meiden Sie <a href="https://neobiota.bfn.de/grundlagen/neobiota-und-invasive-arten.html">invasive, nicht-heimische Pflanzenarten</a>. Seit 2015 gilt die <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32014R1143&amp;from=EN">Verordnung (EU) Nr. 1143/2014</a> über invasive Arten, inklusive der sogenannten <a href="https://neobiota.bfn.de/unionsliste/art-4-die-unionsliste.html">Unionsliste</a>. Alle darin genannten Arten (z.B. Götterbaum, Riesenbärenklau, Afrikanisches Lampenputzergras) dürfen nicht gepflanzt, gezüchtet, gehandelt, verwendet, getauscht oder in die Umwelt freigesetzt werden. <a href="https://neobiota.bfn.de/unionsliste/art-19-management.html">HIER</a> finden Sie Informationen zu den notwendigen Maßnahmen, um gegen solche Pflanzenarten vorzugehen. Viele weitere, in Gärten beliebte, invasive Pflanzenarten (z.B. Kirschlorbeer, Rhododendron, Mahonie, Essigbaum, Sommerflieder und Kanadische Goldrute) stehen (noch) nicht in der Unionsliste. Wenn Sie solche Pflanzen bereits im Garten haben, sollten Sie diese zumindest im Wachstum einschränken. Vermeiden Sie auch deren weitere Ausbreitung, indem Sie beispielsweise die Blütenstände abschneiden. Bei Neupflanzungen sollten Sie invasive Pflanzenarten unbedingt durch heimische, nützliche Arten ersetzen. Entsorgen Sie Pflanzenteile invasiver Arten nicht auf dem Kompost und auf keinen Fall in der freien Natur. Letzteres ist übrigens für jegliche Gartenabfälle verboten, unabhängig davon, ob es invasive Pflanzen sind. Wer so etwas trotzdem tut, riskiert ein Bußgeld.</p> <p><strong>Pflanzenschutzmittel nur im Notfall:</strong> Bevorzugen Sie grundsätzlich immer nicht-chemische Maßnahmen, bevor Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/wissenswertes-ueber-pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> einsetzen. Verwenden Sie Pflanzenschutzmittel nur, wenn alle anderen Maßnahmen keinen Erfolg gebracht haben. Prüfen Sie, ob Ihr Ziel auch mit <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/04_Pflanzenstaerkungsmittel/psm_Pflanzenstaerkungsmittel_node.html">Pflanzenstärkungsmitteln</a> oder mit dem Einsatz von <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/04_Anwender/02_AnwendungGrundstoffe/psm_AnwendungGrundstoffe_node.html;jsessionid=FDBEE81656F55AB03C484996E1D3360E.internet942#doc11030656bodyText2">Grundstoffen</a>&nbsp;erreicht werden kann. Wenn Sie sich doch für ein Pflanzenschutzmittel entscheiden, dann können Sie möglichst umweltverträgliche Wirkstoffe wählen. Vergleichsweise umweltverträgliche Wirkstoffe sind zum Beispiel:</p> <ul> <li>Rapsöl oder Orangenöl: gegen saugende Insekten wie Blattläuse und Spinnmilben</li> <li>Schwefel oder Kaliumhydrogencarbonat: gegen Echten Mehltau</li> <li><em>Bacillus thuringiensis</em>: gegen Schad-Schmetterlingsraupen wie die des Buchsbaumzünslers.</li> </ul> <p>Verwenden Sie nur zugelassene Pflanzenschutzmittel und halten Sie sich genau an die Packungsbeilage. Weitere Tipps zum richtigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57293">HIER</a>.</p> </p><p> So haben Sie viel Freude an Ihrem Ziergarten <ul> <li>Pflanzen Sie widerstandsfähige, einheimische und nützlingsfreundliche Arten und Sorten.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen und einen gesunden, lebendigen Boden.</li> <li>Kombinieren Sie verschiedene Pflanzenarten, die sich gegenseitig unterstützen.</li> <li>Ein Verzicht auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> schont die Umwelt und Ihre Gartenmitbewohner.</li> </ul> </p><p> Gewusst wie <p>Im Ziergarten, das liegt in der Natur der Sache, geht es in erster Linie um die Optik. Dennoch ist beim Gärtnern Toleranz angebrachter als Perfektionismus. Blattläuse, beispielsweise, mögen optisch störend wirken, die befallenen Pflanzen schwächen sie jedoch nur, wenn sie in großer Zahl über einen längeren Zeitraum auftreten. Und, ohne "Schädlinge" wie Blattläuse und "Unkräuter" wie Brennnesseln wäre der Garten für die hübschen Marienkäfer genauso unattraktiv wie für zahlreiche Schmetterlingsarten. Die Natur ist kein steriler Ort, sondern Lebensraum für viele Bewohner. Konkrete Tipps, wie Sie Nützlinge in Ihren Garten locken, finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57308">HIER</a>.</p> <p><strong>Vorbeugen ist einfacher als heilen: </strong>Gegen viele Schädlinge und Krankheitserreger gibt es keine zugelassenen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> für den Haus- und Kleingarten. Vorbeugende Maßnahmen sind demnach der effektivste Weg, Ihre Pflanzen gesund zu halten.</p> <ul> <li>Wählen Sie Sorten, die gegen problematische Krankheiten resistent bzw. generell robust und widerstandsfähig sind. Informieren Sie sich dazu in Fachmedien und im Fachhandel (z.B. Gärtnereien).</li> <li>Verwenden Sie nur gesundes Saat- und Pflanzgut, auch bei eigenem Nachbau.</li> <li>Durch eine geschickt gestaltete Mischkultur können sich Pflanzen gegenseitig unterstützen. Nutzen Sie entsprechende Apps, die Sie bei der Planung von Mischkulturen unterstützen.</li> <li>Wechseln Sie die Standorte einjähriger Zierpflanzen regelmäßig.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen um den unterschiedlichen Ansprüchen der Pflanzen an z.B. Licht, Feuchtigkeit, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/ph-wert">pH-Wert</a> und Bodenstruktur gerecht zu werden.</li> <li>Genügend Abstand zwischen den Pflanzen erschwert die Übertragung von Schadorganismen und lässt feuchte Blätter schneller abtrocknen.</li> <li>Das Vorziehen der Pflanzen im geschützten Bereich hilft über ein empfindliches Stadium hinweg und gewährt einen Wachstumsvorsprung.</li> <li>Halten Sie oberirdische Pflanzenteile möglichst trocken. Wässern Sie nur direkt am ⁠Wurzelbereich⁠, ohne die Blätter zu benetzen.</li> <li>Vermeiden Sie Verletzungen der Pflanzen, z.B. bei der Bodenarbeit, denn sie erleichtern das Eindringen von Krankheitserregern.</li> <li>Gesunder Boden – gesunde Pflanzen: Fördern Sie die Bodenlebewesen indem Sie dem Boden organisches Material zuführen und auf das Umgraben verzichten. Halten Sie Ihren Boden stets bedeckt B. mit einer Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Laub. Mulch fördert zudem die Humusbildung und schützt vor Austrocknung.</li> <li>Achten Sie auf bedarfsgerechte Nährstoffversorgung. Verwenden Sie organische Düngemittel anstatt von chemisch-synthetischen Düngemitteln.</li> <li>Achten Sie auf hygienische Bedingungen damit sich Erreger gar nicht erst ausbreiten können. Desinfizieren Sie Schnittwerkzeuge mit 70-prozentigem Alkohol, wenn sie Kontakt mit kranken Pflanzen hatten.</li> <li>Entsorgen Sie befallene Pflanzen im Haus- oder Biomüll. Im Kompost können die erforderlichen Temperaturen, um die Erreger abzutöten, eventuell nicht erreicht werden.</li> </ul> Ärgernisse im Ziergarten <p>Beachten Sie auch unsere Artikel zu <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57291">Blattläusen</a>, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57307">Schnecken</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57315">Unkräutern</a>.</p> <p><strong>Rose – Königin der Blumen: </strong>Rosen zählen, aufgrund ihrer attraktiven Blüten und dem intensiven Duft, zu den beliebtesten Zierpflanzen. Sie brauchen einen sonnigen Platz und genügend Abstand untereinander. Pflanzen Sie Rosen nicht dort, wo vorher schon Rosen standen, das kann zu Kümmerwuchs führen. Achten Sie beim Kauf auf das <a href="https://www.adr-rose.de/adr-was-ist-das/">ADR-Gütezeichen</a>, welches besonders gesunde Rosensorten auszeichnet. Bei der "Allgemeinen Deutschen Rosenneuheitenprüfung" (ADR) bewertet ein Gremium von Experten neue Rosensorten auf Kriterien wie Blattgesundheit, Winterhärte, Wüchsigkeit und Reichblütigkeit. Bevorzugen Sie beim Kauf grundsätzlich insektenfreundliche Rosensorten. Solche Sorten sind wertvolle Pollenlieferanten für Wildbienen, Hummeln und Schwebfliegen. Im Herbst bilden sie zudem Hagebutten, welche Vögeln als Winterfutter dienen. Rosen haben tiefe Wurzeln und können somit heißtrockene Sommer relativ gut überstehen. Wenn Sie Rosen in Gefäße pflanzen, müssen Sie auf ausreichende Tiefe achten, damit die Wurzeln darin genügend Platz finden. Rosen im Topf sind grundsätzlich empfindlicher als im Freiland. Achten Sie bei Topfpflanzen deshalb besonders auf eine gute Pflege.</p> <p>Pilzinfektionen, wie z.B. Echter Mehltau, Rosenrost, Grauschimmel und Sternrußtau, gehören zu den häufigsten Rosenkrankheiten. Die meisten Pilzerreger treten in niederschlagsreichen Sommern auf, Echter Mehltau dagegen braucht trockenes, sonniges <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/wetter">Wetter</a>. Das Trockenhalten der Blätter beugt Pilzkrankheiten vor. Gießen Sie Rosen deshalb nur am Wurzelbereich und vermeiden Sie Spritzwasser. Wählen Sie einen luftigen Standort, so dass die Blätter nach einem Regen schnell abtrocknen können. Befallene Pflanzenteile sollten Sie abschneiden und entsorgen. Düngen Sie Rosen maßvoll mit Kompost. Meiden Sie synthetischen Stickstoff, dieser macht das Pflanzengewebe weich und krankheitsanfällig. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenstaerkungsmittel">Pflanzenstärkungsmittel</a> mit Schachtelhalmextrakt festigen das Gewebe und erhöhen die Widerstandkraft der Pflanze. Auch Grundstoffe wie Lecithin oder Kuhmilch unterstützen die natürliche Abwehr von Pilzkrankheiten.</p> <strong>Galerie: Rosen: Krankheiten erkennen und vermeiden</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/adr-logo-quer.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/em10rosa.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/rost13rosa.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/botrytis07rosa.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/black_spot.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption </p><p> <p><strong>Buchsbaum – gut in Form: </strong>In Gärten ist der Buchsbaum als dichte Hecke oder als Formschnittgehölz weit verbreitet. Seine heimische Wildform ist jedoch nur noch selten zu finden. Als Frühblüher liefert er wertvollen Nektar und Pollen für Wildbienen. Buchsbäume brauchen einen halbschattigen, luftigen Standort. Je weniger Einzelpflanzen auf einer Fläche vorhanden sind, desto besser ist das für deren Gesundheit. Je mehr und je dichter die Pflanzen stehen, z.B. bei Hecken und Beeteinfassungen, desto leichter übertragen sich Schädlingsbefall und Pilzinfektionen.</p> <p>Der bekannteste Schädling am Buchsbaum ist der Buchsbaumzünsler. Der aus Ostasien eingeschleppte Kleinschmetterling breitet sich seit 2007 in Deutschland kontinuierlich aus. Anfangs hatte der Zünsler hier keine natürlichen Feinde, aber inzwischen sind einige Tiere auf den Geschmack gekommen. Spatzen, Rotschwänze und Kohlmeisen haben die Raupen als proteinreiche Nahrung für sich entdeckt. Auch Spitzmäuse suchen nachts im Inneren der Buchsbäume nach den Raupen. Fördern Sie solche Nützlinge mit Wasserstellen und Nistmöglichkeiten. Damit der Schädlingsbefall gar nicht erst überhandnimmt, sollten Sie Ihre Buchsbäume schon im zeitigen Frühjahr auf Raupen kontrollieren. Die ersten Raupen finden Sie im geschützten inneren Pflanzenbereich. Solange der Befall noch gering ist, können Sie mit einfachen Maßnahmen gegenwirken. Einzelne Raupen können abgesammelt und befallene Pflanzenteile abgeschnitten werden. Gegebenenfalls können die Raupen auch mit einem Gartenschlauch oder Hochdruckreiniger weggespritzt werden. Ist der Buchsbaum jedoch schon stark abgefressen, sollten Sie ihn großzügig zurückschneiden. Dann erholt er sich und treibt wieder neu aus. Die befallenen Pflanzenteile müssen gut verpackt im Hausmüll entsorgt werden, damit sich der Zünsler nicht weiter ausbreitet.</p> <p>Buchsbaumkrebs und Buchsbaumsterben sind weitere typische Erkrankungen des Buchsbaums. Beide werden durch Pilzinfektionen verursacht. Um einem Pilzbefall vorzubeugen sollten Buchsbäume nur von unten gegossen werden. Buchsbäume in Pflanzgefäßen sollten idealerweise unter ein Dach gestellt werden. Vermeiden Sie zudem Staunässe. Befallene Triebe sollten Sie großzügig zurückschneiden und über den Hausmüll entsorgen.</p> <p>Sind Ihre Buchsbäume nicht mehr zu retten, sollten sie durch andere einheimische und vogelfreundliche Gehölze ersetzt werden. Beispielsweise werden die Beeren von Liguster und Berberitze im Herbst von vielen Vogelarten gern verspeist. Liguster und Berberitze sind ähnlich gut schnittverträglich wie Buchsbaum und bieten aufgrund ihres dichten Wuchses viele Nistmöglichkeiten.</p> <strong>Galerie: Buchsbaum: Krankheiten erkennen und vermeiden</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/raupe_des_buchsbaumzuensler_cydalima_perspectalis_11.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/buxus_volutella_-jki_werres_img_8287.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/cylindrocladium-buxus-424-07-2gh_0.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption </p><p> <p><strong>Rostpilze an Malven: </strong>Rostpilze sind weit verbreitet und befallen neben Malven, Rosen und Geranien auch zahlreiche andere Nutz- und Zierpflanzen. Die meisten Rostpilze sind auf eine oder einige wenige Pflanzenarten spezialisiert. Das ist von Vorteil, denn so kann sich der Pilz nicht auf andere Pflanzenarten ausbreiten. Zu solchen Rost-Arten ohne Wirtswechsel gehört auch der Malvenrost, der Rosenrost und der Geranienrost. Rostpilze sind leicht zu erkennen an den rostbraunen Flecken, die sich an Blättern und Stängeln ausbilden. Stark befallene Blätter vergilben und fallen ab. Das ist ein optisches Ärgernis, stellt aber für Malven, Rosen und Geranienpflanzen kein wirkliches Problem dar. Befallene Blätter sollten Sie absammeln und über den Hausmüll entsorgen. Vorbeugend gegen Rostpilze können <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenstaerkungsmittel">Pflanzenstärkungsmittel</a> mit Schachtelhalmextrakt eingesetzt werden. Malven lieben sonnige Standorte, ein solcher Standort schützt auch vor Pilzbefall. Malven blühen ab dem zweiten Standjahr intensiv, was viele Insekten anlockt. Malvenrost befällt jedoch insbesondere die älteren Pflanzen, deshalb sollten die betroffenen Malven nach dem zweiten Standjahr entfernt werden. Die neuen Pflanzen sollten Sie nicht an denselben Standort setzen, an dem vorher schon Malven standen.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/malvenrost_congerdesign_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Malvenrost (Puccinia malvacearum) an der Blattunterseite </strong> Quelle: congerdesign / pixabay </p><p> <p><strong>Was Sie noch tun können:</strong> Bevorzugen Sie auch im Ziergarten grundsätzlich heimische Pflanzenarten und Sorten, die für Insekten, Vögel und Fledermäuse nützlich sind. Viele Blumen blühen zwar hübsch, sind aufgrund ihrer gefüllten Blüten aber völlig wertlos für Insekten. Achten Sie deshalb beim Kauf von beispielsweise Dahlien, Chrysanthemen, Tulpen und Pfingstrosen auf Sorten mit un-gefüllten Blüten. Oder wählen Sie gleich insektenfreundlichere Arten wie Kapuzinerkresse, Ringelblume und Lavendel. Meiden Sie ökologisch "wertlose" Pflanzen wie beispielsweise Forsythien, Thuja, Bambus, Geranien (Pelargonien) und Gartenstiefmütterchen. Pflanz-Empfehlungen finden Sie z.B. im <a href="https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/artenvielfalt/bienen-fuettern/pflanzenlexikon.html">Lexikon für bienenfreundliche Pflanzen des Bundeslandwirtschaftsministeriums</a>, im <a href="https://www.deutschewildtierstiftung.de/aktuelles/artikel/wildbienenfreundliche-pflanzen">Blühkalender der Deutschen Wildtierstiftung</a> oder beim <a href="https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/insekten/22629.html">Naturschutzbund Deutschland</a>. Übrigens, „Unkräuter“ wie Löwenzahn, Wegwarte und Steinklee übertrumpfen, was Pollen- und Nektargehalt angeht, die Zierpflanzen um ein Vielfaches!</p> <p>Meiden Sie <a href="https://neobiota.bfn.de/grundlagen/neobiota-und-invasive-arten.html">invasive, nicht-heimische Pflanzenarten</a>. Seit 2015 gilt die <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32014R1143&amp;from=EN">Verordnung (EU) Nr. 1143/2014</a> über invasive Arten, inklusive der sogenannten <a href="https://neobiota.bfn.de/unionsliste/art-4-die-unionsliste.html">Unionsliste</a>. Alle darin genannten Arten (z.B. Götterbaum, Riesenbärenklau, Afrikanisches Lampenputzergras) dürfen nicht gepflanzt, gezüchtet, gehandelt, verwendet, getauscht oder in die Umwelt freigesetzt werden. <a href="https://neobiota.bfn.de/unionsliste/art-19-management.html">HIER</a> finden Sie Informationen zu den notwendigen Maßnahmen, um gegen solche Pflanzenarten vorzugehen. Viele weitere, in Gärten beliebte, invasive Pflanzenarten (z.B. Kirschlorbeer, Rhododendron, Mahonie, Essigbaum, Sommerflieder und Kanadische Goldrute) stehen (noch) nicht in der Unionsliste. Wenn Sie solche Pflanzen bereits im Garten haben, sollten Sie diese zumindest im Wachstum einschränken. Vermeiden Sie auch deren weitere Ausbreitung, indem Sie beispielsweise die Blütenstände abschneiden. Bei Neupflanzungen sollten Sie invasive Pflanzenarten unbedingt durch heimische, nützliche Arten ersetzen. Entsorgen Sie Pflanzenteile invasiver Arten nicht auf dem Kompost und auf keinen Fall in der freien Natur. Letzteres ist übrigens für jegliche Gartenabfälle verboten, unabhängig davon, ob es invasive Pflanzen sind. Wer so etwas trotzdem tut, riskiert ein Bußgeld.</p> <p><strong>Pflanzenschutzmittel nur im Notfall:</strong> Bevorzugen Sie grundsätzlich immer nicht-chemische Maßnahmen, bevor Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/wissenswertes-ueber-pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> einsetzen. Verwenden Sie Pflanzenschutzmittel nur, wenn alle anderen Maßnahmen keinen Erfolg gebracht haben. Prüfen Sie, ob Ihr Ziel auch mit <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/04_Pflanzenstaerkungsmittel/psm_Pflanzenstaerkungsmittel_node.html">Pflanzenstärkungsmitteln</a> oder mit dem Einsatz von <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/04_Anwender/02_AnwendungGrundstoffe/psm_AnwendungGrundstoffe_node.html;jsessionid=FDBEE81656F55AB03C484996E1D3360E.internet942#doc11030656bodyText2">Grundstoffen</a>&nbsp;erreicht werden kann. Wenn Sie sich doch für ein Pflanzenschutzmittel entscheiden, dann können Sie möglichst umweltverträgliche Wirkstoffe wählen. Vergleichsweise umweltverträgliche Wirkstoffe sind zum Beispiel:</p> <ul> <li>Rapsöl oder Orangenöl: gegen saugende Insekten wie Blattläuse und Spinnmilben</li> <li>Schwefel oder Kaliumhydrogencarbonat: gegen Echten Mehltau</li> <li><em>Bacillus thuringiensis</em>: gegen Schad-Schmetterlingsraupen wie die des Buchsbaumzünslers.</li> </ul> <p>Verwenden Sie nur zugelassene Pflanzenschutzmittel und halten Sie sich genau an die Packungsbeilage. Weitere Tipps zum richtigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57293">HIER</a>.</p> </p><p>Informationen für...</p>

Bestaeubungsleistungen von Honig- und Wildbienen in der Agrarlandschaft

GolfBiodivers: Aufwertung, Monitoring und Kommunikation der Biodiversität auf Golfplätzen, Teilvorhaben: Landschaftsanalyse aufzuwertender Golfanlagen

Bestäuber

Bestäuber sind für die Biodiversität und auch für unsere Ernährung unverzichtbar. Aus diesem Grund wurde 2018 die Bestäuberstrategie ausgearbeitet und ihre Umsetzung gestartet. Die Wildbienen dienen dabei als Schirmartengruppe, denn: Was für sie gut ist, hilft auch allen anderen Bestäubern. Im Rahmen der Projekte „Berlin blüht auf“ und „Berlin wird bunt“ wurden in der ganzen Stadt etwa 100 Blühflächen angelegt und Kooperationen mit Flächeneigentümern abgeschlossen. Auf diesen Flächen steht in der Vegetationsperiode durchgängig Nahrung für die Tiere bereit. Listen für standortgerechte Pflanzenauswahl, die auf den Berliner Raum zugeschnitten sind, helfen die Lebensbedingungen für Bestäuber zu verbessern. Wenn es ein vielfältiges Nahrungsangebot gibt, ist für Wildbienen und Honigbienen gleichermaßen etwas dabei. Die gegenseitige Einflussnahme oder auch Konkurrenz zwischen ihnen hat ein Forschungsprojekt der Technischen Universität Berlin untersucht. Um Lebensbedingungen einzelner Arten zu verbessern, braucht es entsprechende Kenntnisse sowie Interesse und Engagement. Die Erfahrungen aus dem Projekt Berlin wird bunt sollen helfen, die Berliner Grünflächenpflege in Zukunft insektenfreundlicher zu gestalten. Innerhalb des Projekts „Berlin wird bunt“ werden digitale Bestäuber-Rallyes entwickelt. Mit ihrer Hilfe kann die spannende Welt der Insekten mitten in der Hauptstadt spielerisch erlebt werden. Es gibt bereits „Die Wildbienenralley“ in Mitte, „Den Nachtfaltern hinterher“ in Friedrichshain und in Neukölln „Den Schmetterlingen hinterher“. Weitere Ralleys folgen bis 2027. Die etwa 90-minütigen digitalen Schnitzeljagden sind über die kostenlose Quiz-App “Actionbound” abrufbar. Hier geht es zu den Rallyes: Berliner Wildbienenrallyes Wenn wir Bestäuberinsekten hören, denken wir zuerst an die Biene: Sie ist der Shooting-Star der Insektenwelt. Das Team der Bestäuber ist aber viel größer – und Biene ist nicht gleich Biene. Allein in Deutschland gibt es Hunderte verschiedene Wildbienenarten. Dazu gesellen sich Schmetterlinge, Schwebfliegen und Käfer und viele mehr. Sie alle sorgen für mehr biologische Vielfalt in Ökosystemen, auch in Großstädten wie Berlin. Genau aus diesem Grund ist der Schutz von Bestäuberinsekten wichtig. Das Gute dabei: Vieles ist nicht aufwändig, hilft den Tieren aber enorm. So lohnt es sich beispielsweise bei der Bepflanzung von Balkon und Garten auf Arten zu achten, die Nahrung für Bestäuber bieten. Schmetterlinge lieben unter anderem Thymian und Lavendel und auch dem Natternkopf und der Wiesen-Flockenblume können sie nicht widerstehen. Und nicht nur die richtige Pflanzenauswahl hilft: Bestäuber haben es gern etwas unordentlich. Wer den Rasen seltener mäht und Blühstreifen stehen lässt, schafft ein echtes Feinschmeckerbuffet. Gerade an heißen Tagen freuen sich Insekten außerdem über eine Schale mit Wasser. Wichtig dabei: Immer auch kleine Steine darin platzieren, damit die faszinierenden Tiere nicht ertrinken. Und faszinierend sind sie wirklich: Einige Schmetterlinge können zum Beispiel mit den Füßen schmecken. Hummeln sind manchmal so fleißig, dass sie in Blüten ein Nickerchen machen. Bienen erwischen ab und zu den Nektar von vergorenen Blüten – und taumeln dann etwas angeschwipst durch die Luft. Wer Lust hat, tiefer in die Welt der Insekten einzutauchen, kann das mit diesen nützlichen Links tun. Viel Spaß! Weitere Informationen Warum Bestäuber wichtig sind (SenMVKU – Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt) Tipps zu Schmetterlingen und ihren Lieblingspflanzen (BUND – Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) Bestäuber , Schmetterlinge und Tipps zu naturnahen Gärten (Deutsche Wildtier Stiftung) Steckbriefe zu Bestäubern (GRÜNE LIGA) Bestäuber-Arten und Pflanztipps für Bestäuber (NABU – Naturschutzbund Deutschland) VielFalterGarten: Schmetterlinge bestimmen und zählen Termine für Schmetterlingsspaziergänge (SenMVKU) Unsere Kampagne „Lass Berlin aufleben“ (SenMVKU) Bild: Paul Westrich Bestäuberstrategie Berlin hat sich das Ziel gesetzt, seiner besonderen Verantwortung für Bestäuber nachzukommen und eine „Strategie für Bienen und Bestäuber“ erarbeitet. Hierbei stehen sowohl die Wildbienen, als auch die Honigbiene im Mittelpunkt der Betrachtung. Weitere Informationen Bild: Christoph Künast Mehr Bienen für Berlin – Aus Grün wird Bunt! „Mehr Bienen für Berlin – Berlin blüht auf" ist ein Projekt in Kooperation mit der Deutschen Wildtier Stiftung und verfolgt das Ziel, die Stadt bestäuberfreundlicher zu gestalten. Das Wildbienen-Projekt setzt neben praktischen Maßnahmen auch auf Öffentlichkeitsarbeit, Beratungen und Wissenstransfer. Weitere Informationen Bild: Deutsche Wildtier Stiftung / Stella Weweler TU-Forschungsprojekt Unterstützung der Berliner Bestäuberstrategie Erfolg und Akzeptanz der Bienenstrategie hängen von der Klärung wichtiger Fragen, wie der Konkurrenz von Honig- und Wildbiene und Verbesserung des Nahrungsangebots ab, das durch gezielte Pflanzung verbessert werden soll. Um welche bestäuberfreundlichen Pflanzen es sich handelt, erfahren Sie hier. Weitere Informationen

Vier Jahre Monitoring der Biomasse flugaktiver Insekten in Baden-Württemberg − Erfahrungen und erste Ergebnisse

Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) wurde von der Landesregierung Baden-Württemberg im Rahmen des „Sonderprogramms zur Stärkung der biologischen Vielfalt“ mit der Etablierung eines Insektenmonitorings im Offenland beauftragt. Vorgestellt wird der Baustein zur Erfassung der Biomasse flugaktiver Insekten („Biomasse – Luft“). Bei diesem werden seit 2018 insgesamt 40 Standorte in Baden-Württemberg mithilfe von Malaise-Fallen untersucht. Neben der Biomasse werden Wildbienen, die Vegetation im Umfeld der Fallen sowie eine Vielzahl weiterer Parameter − z. B. vorherrschende Biotoptypen, Niederschlagsmengen und Temperaturverläufe − erfasst und ausgewertet. Bislang ist bezüglich der Biomasse kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Naturschutzgebieten und der Normallandschaft nachweisbar. Auswertungen der gefangenen Wildbienen zeigen jedoch, dass der Artenreichtum und der Naturschutzwert der Artengemeinschaften dieser Gruppe in Naturschutzgebieten signifikant höher sind. Gründe dafür sind die dort noch häufiger anzutreffenden strukturreichen Lebensräume mit einer größeren Vielfalt an Blütenpflanzen. Die Ergebnisse werden diskutiert und weitere Projekte, die mit Proben aus dem Biomasse-Monitoring fliegender Insekten durchgeführt wurden, vorgestellt.

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