Wassernutzung privater Haushalte Im Schnitt nutzt jede Person in Deutschland täglich 126 Liter Trinkwasser im Haushalt. Für die Herstellung von Lebensmitteln, Bekleidung und anderen Bedarfsgütern wird dagegen so viel Wasser verwendet, dass es 7.200 Litern pro Person und Tag entspricht. Ein Großteil dieses indirekt genutzten Wassers wird für die Bewässerung von Obst, Gemüse, Nüssen, Getreide und Baumwolle benötigt. Direkte und indirekte Wassernutzung Jede Person in Deutschland verwendete im Jahr 2022 im Schnitt täglich 126 Liter Trinkwasser , etwa für Körperpflege, Kochen, Trinken, Wäschewaschen oder auch das Putzen (siehe Abb. „Trinkwasserverwendung im Haushalt 2023“). Darin ist auch die Verwendung von Trinkwasser im Kleingewerbe zum Beispiel in Metzgereien, Bäckereien und Arztpraxen enthalten. Der überwiegende Anteil des im Haushalt genutzten Trinkwassers wird für Reinigung, Körperpflege und Toilettenspülung verwendet. Nur geringe Anteile nutzen wir tatsächlich zum Trinken und für die Zubereitung von Lebensmitteln. Die tägliche Trinkwassernutzung im Haushalt und Kleingewerbe ging von 144 Liter pro Kopf und Tag im Jahr 1991 lange Jahre zurück bis auf täglich 123 Liter pro Kopf im Jahr 2016. 2019 wurden von im Schnitt täglich 128 Liter pro Person verbraucht, 2022 waren es 126 Liter. Der Anstieg im Vergleich zu 2016 begründet sich durch den höheren Wasserbedarf in den jeweils heißen und trockenen Sommermonaten (siehe Abb. „Tägliche Wasserverwendung pro Kopf“). Doch wir nutzen Wasser nicht nur direkt als Trinkwasser. In Lebensmitteln, Kleidungstücken und anderen Produkten ist indirekt Wasser enthalten, das für ihre industrielle Herstellung eingesetzt wurde oder für die Bewässerung während der landwirtschaftlichen Erzeugung. Dieses Wasser wird als virtuelles Wasser bezeichnet. Virtuelles Wasser zeigt an, wie viel Wasser für die Herstellung von Produkten benötigt wurde. Deutschlands Wasserfußabdruck Das virtuelle Wasser ist Teil des „Wasserfußabdrucks“ , der die direkt und indirekt verbrauchte Wassermenge einer Person, eines Unternehmens oder Landes angibt. Das Besondere des Konzepts ist, dass die Wassermenge, die in den Herstellungsregionen für die Produktion eingesetzt, verdunstet oder verschmutzt wird, mit dem Konsum dieser Waren im In- und Ausland in Verbindung gebracht wird. Der Wasserfußabdruck macht deutlich, dass sich unser Konsum auf die Wasserressourcen weltweit auswirkt. Der durch Konsum verursachte, kurz konsuminduzierte Wasserfußabdruck eines Landes, wird auf folgende Weise berechnet; in den Klammern werden die Werte des Jahres 2021 für Deutschland in Milliarden Kubikmetern (Mrd. m³) ausgewiesen: Nutzung heimischer Wasservorkommen – Export virtuellen Wassers (= 30,66 Mrd. m³) + Import virtuellen Wassers (188,34 Mrd. m³) = konsuminduzierter Wasserfußabdruck (219 Mrd. m³) Bei einem Wasserfußabdruck von 219 Milliarden Kubikmetern hinterlässt jede Person in Deutschland durch ihren Konsum einen Wasserfußabdruck von rund 2.628 Kubikmetern jährlich – das sind 7,2 Kubikmeter oder 7.200 Liter täglich. 86 % des Wassers, das man für die Herstellung der in Deutschland konsumierten Waren benötigt, wird im Ausland verbraucht. Für Kleidung sind es sogar nahezu 100 %. Grünes, blaues und graues Wasser Beim Wasserfußabdruck wird zwischen „grünem“, „blauem“ und „grauem“ Wasser unterschieden. Als „grün“ gilt natürlich vorkommendes Boden- und Regenwasser, welches Pflanzen aufnehmen und verdunsten. Als „blau“ wird Wasser bezeichnet, das aus Grund- und Oberflächengewässern entnommen wird, um Produkte wie Textilien herzustellen oder Felder und Plantagen zu bewässern. Vor allem Agrarprodukte haben einen großen Anteil am blauen Wasserfußabdruck von Deutschland (siehe Abb. „Sektoren mit den höchsten Beiträgen blauen Wassers zum Wasserfußabdruck von Deutschland“). Der graue Wasserfußabdruck veranschaulicht die Verunreinigung von Süßwasser durch die Herstellung eines Produkts. Er ist definiert als die Menge an Süßwasser, die erforderlich ist, um Gewässerverunreinigungen so weit zu verdünnen, dass die Wasserqualität die gesetzlichen oder vereinbarten Anforderungen einhält. Bei den nach Deutschland eingeführten Agrarrohstoffen und Baumwollerzeugnissen sind die Anteile an grünem, blauem und grauem Wasser auch bei gleichen Produkten je nach Herkunft unterschiedlich hoch: Für ein Kilogramm Kartoffeln aus Deutschland werden 119 Liter Wasser benötigt. Davon ist mit 84 Litern der größte Teil grünes Wasser. Für die gleiche Menge an Kartoffeln aus Israel werden 203 Liter eingesetzt. Davon sind 103 Liter blaues und 56 Liter graues Wasser. Für Kartoffeln aus Ägypten werden 418 Liter benötigt. Mit 278 Litern blauem und 118 Litern grauem Wasser steckt damit im Vergleich zu israelischen Kartoffeln sogar noch das Zweieinhalbfache blauen und grauen Wassers in ihnen. Daher ist der Kauf dieser Kartoffeln am problematischsten. Obwohl in Usbekistan für den Anbau der Baumwolle mit 13.160 Litern pro Kilogramm weniger Wasser benötigt wird als in Afrika, wo man für dieselbe Menge Baumwolle 22.583 Liter pro Kilogramm einsetzt, ist der Anbau in einem regenreichen afrikanischen Land wie Mosambik weniger problematisch: Mit 22.411 Litern an grünem Wasser und 172 Litern an grauem Wasser sind die Auswirkungen für den Anbau von einem Kilogramm Baumwolle weniger gravierend als in Usbekistan mit nur 203 Litern grünem Wasser. Dort werden 12.943 Liter des verwendeten Wassers als problematisch eingeschätzt, weil mit 11.126 Litern der Großteil des Bewässerungswassers dazu beiträgt, dass die geringen Wasserressourcen des Landes durch den Baumwollanbau bedroht sind. Außerdem verursacht ein Anteil von 1.817 Litern grauem Wasser am Wasserfußabdruck von einem Kilogramm Baumwolle aus Usbekistan eine beträchtliche Verschmutzung. Bei der Entnahme von blauem Wasser zur Bewässerung von Plantagen kann es zu ökologischen Schäden und lokalen Nutzungskonflikten kommen. Ein bekanntes Beispiel ist der Aralsee: Der einst viertgrößte Binnensee der Erde war im Jahr 1960 mit einer Fläche von 67.500 Quadratkilometern nur etwas kleiner als Bayern. Heute bedeckt er aufgrund gigantischer Wasserentnahmen für den Anbau von Baumwolle und Weizen nur noch etwa 10 % seiner ehemaligen Fläche. Bis 2014 verlor er 95 % seines Wasservolumens bei einem gleichzeitigen Anstieg des Salzgehalts um das Tausendfache. Auch in weiteren Gebieten auf der ganzen Welt trägt der Konsum in Deutschland dazu bei, dass deren Belastbarkeit überschritten wird (siehe Karte „Hotspots des Blauwasserverbrauchs mit Überschreitung der Belastbarkeitsgrenzen durch Konsum in Deutschland“).
Kleidung bewusst und nachhaltig konsumieren So bringen Sie mehr Nachhaltigkeit in Ihren Kleiderschrank Achten Sie beim Kaufen von Textilien auf Siegel, die Umwelt- und Sozialstandards garantieren. Kaufen Sie Baumwolltextilien in Bio-Qualität ("organic cotton"). Kaufen Sie Kleidung aus Secondhand oder tauschen Sie Kleider. Mieten Sie Kleidungsstücke für einmalige Anlässe wie Hochzeiten, Partys und feierliche Events. Tragen Sie Ihre Kleidung möglichst lange. Lassen Sie Ihre Kleidung bei Abnutzung oder Defekten von Schneidereien oder Schustereien reparieren. Geben Sie nicht genutzte Kleidung weiter oder entsorgen Sie diese richtig. Hinterfragen Sie Modetrends und seien Sie kritisch gegenüber Fast-Fashion. Diskutieren Sie dazu gegebenenfalls auch mit ihren Kindern. Gewusst wie Kleider machen Leute und die deutschen Konsumentinnen und Konsumenten sind Spitzenreiter, wenn es darum geht, sich neue Kleidung zuzulegen. Monatlich geben wir pro Person durchschnittlich 78 Euro für Bekleidung und Schuhe aus. Das entspricht pro Jahr etwa 18 kg an Bekleidung. Zum Vergleich: Weltweit liegt der jährliche Durchschnitt bei 8 Kilogramm. Die Herstellung von Textilien hat ökologische und soziale Auswirkungen. Pestizide beim Anbau der Baumwolle, ein hoher Wasser- und Chemikalieneinsatz in der gesamten Produktionskette und CO 2 , das durch den Energieeinsatz entsteht, belasten die Umwelt. Hinzu kommt, dass in manchen Produktionsländern unter unsozialen Arbeitsbedingungen gearbeitet wird (mangelhafter Arbeits- und Gesundheitsschutz, viele Überstunden, geringe Löhne, keine gewerkschaftliche Organisation). Mit unseren Tipps können Sie dazu beitragen, den Missständen entgegenzuwirken und die Umwelt weniger zu belasten – ohne dabei auf modebewusste Kleidung zu verzichten. Auf Siegel achten: Wer beim Kauf von Kleidung auf empfohlene und unabhängige Siegel achtet, trägt dazu bei, dass höhere Löhne gezahlt werden und die Umwelt weniger belastet wird. Leider ist gerade der Siegelmarkt für Kleidung (noch) sehr unübersichtlich. Ein erster und relativ einfacher Schritt ist deshalb, bei Baumwolltextilien auf Bio-Qualität zu achten. Kleidung aus Bio-Baumwolle gibt es in modischer Vielfalt und in (fast) allen Preiskategorien. Sie sind inzwischen nicht nur bei Spezialanbietern, sondern auch in großen Textilhandelsunternehmen erhältlich. Meist werden sie mit hauseigenen Labeln gekennzeichnet und beworben. Auf dem Waschzettel sollte "aus x % biologisch angebauter Baumwolle hergestellt" vermerkt sein. Des Weiteren sollten Sie Kleidung kaufen, die mit einem empfehlenswerten Siegel gekennzeichnet ist. Das Informationsportal Siegelklarheit bewertet die Siegel auf ihre Glaubwürdigkeit, Umweltfreundlichkeit sowie Sozialverträglichkeit. Besonders empfehlenswert, mit einer relativ hohen Marktverfügbarkeit, sind beispielsweise das GOTS-Siegel (Global Organic Textile Standard) sowie bluesign® PRODUCT für Outdoorkleidung. Weitere im Portal Siegelklarheit näher erläuterte und als sehr gut eingestufte Siegel sind: EU Ecolabel (Textilien) Fairtrade (Baumwolle) und Fairtrade (Textilproduktion) Fair Wear Foundation (FWF) Naturtextil IVN (zertifiziert BEST) Oeko-Tex ®Made in Green Neben Siegeln für Bekleidung gibt es auch glaubwürdige Siegel für Schuhe, wie den Blauen Engel für Schuhe und das EU Ecolabel (Schuhe) . EU-Ecolabel: Europaweit erkennen Sie umweltfreundliche Produkte an dieser „Blume“. Quelle: Europäische Kommission Blauer Engel für Bekleidung Quelle: Blauer Engel Grüner Knopf: Einfacher umweltschonend und sozialverträglich hergestellte Bekleidung finden. Quelle: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) GOTS (Global Organic Textile Standard) Quelle: Global Standard gemeinnützige GmbH uba-siegelkunde_gots_2019.png bluesign® Product Quelle: bluesign technologies AG FairWertung Quelle: Dachverband FairWertung e.V. EU-Ecolabel: Europaweit erkennen Sie umweltfreundliche Produkte an dieser „Blume“. Blauer Engel für Bekleidung Grüner Knopf: Einfacher umweltschonend und sozialverträglich hergestellte Bekleidung finden. GOTS (Global Organic Textile Standard) bluesign® Product FairWertung Secondhand und Kleidertausch nutzen: Suchen Sie in Ihrer Umgebung nach Secondhand-Läden oder besuchen Sie Flohmärkte. Das schont die Umwelt, da weniger Kleidung produziert werden muss. Bei Kinderkleidung sind Kleiderbasare mit Secondhand-Ware längst etabliert. Ein großes, häufig von ehrenamtlichen Initiativen getragenes Angebot mit sehr günstigen Preisen sprechen bis weit über das Kindergartenalter für sich. In vielen Secondhand-Läden können Sie eigene Kleidung zum Verkauf anbieten. Es lohnt sich auch, über Onlineportale gut erhaltene Kleidung weiterzuverkaufen. Wenn Sie die direkte Interaktion mit Menschen bevorzugen, können Sie in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis eine Kleidertauschparty organisieren. In vielen Städten werden diese von lokalen Organisationen oder auch Privatpersonen regelmäßig initiiert. Aktuelle Informationen finden Sie meist im Internet. Weiterführende Informationen gibt es in unserem UBA -Umwelttipp Secondhand, teilen, tauschen, leihen . Mieten statt kaufen: Sie benötigen besondere Kleidung für einen besonderen Tag? Das geht schnell ins Geld und blockiert danach ungenutzt den Kleiderschrank. Wenn dann doch ein zweiter Anlass auftaucht, kommt nicht selten ein drittes Problem hinzu: Das "teure Stück" passt möglicherweise nicht mehr. Für einmalige Anlässe wie Hochzeit, (Themen-) Parties oder andere wichtige Events im Familien- oder Freundeskreis kann es sich lohnen, Kleidungsstücke zu mieten bzw. auszuleihen. Das kann im Bekanntenkreis funktionieren. Mittlerweile bieten aber auch beispielsweise mehrere Onlineportale Hochzeitsoutfits, Partymode und viele andere Kleidungsstücke zum Mieten an. Slow Fashion und Wertschätzung: Kleidung ist mehr als nur eine Hülle um den Körper. Sie "macht nicht nur Leute", sondern stiftet Lebensgefühle und "speichert" persönliche Erlebnisse. Deshalb ist Slow Fashion nicht nur eine gute Strategie, um mit weniger Stress und mehr Entspanntheit durch den Alltag zu gehen, sondern auch eine gute Strategie, um die eigene Identität nicht zum Spielball von ständig wechselnden Modetrends zu machen. Hier gehen allgemeine Lebensratgeber (Stichwort "Simplify your life") und Umweltschutz Hand in Hand: Denn am umweltfreundlichsten ist es zweifellos, Kleidungsstücke "aufzutragen", kleinere Defekte zu reparieren oder die ausgemusterten Textilien zu neuen Kleidungsstücken "upzucyceln". Wir müssen schließlich nicht jeden Modetrend mitmachen und so zum "Fast-Fashion-Victim" werden. Eine wichtige Voraussetzung hierfür: Kaufen Sie Kleidung, die gut verarbeitet ist (Qualität vor Quantität bzw. "buy less, buy better"). Achten sie beim Kauf zum Beispiel auf die Dicke des Stoffes sowie auf die Festigkeit von Nähten, Knöpfen und Reißverschlüssen. Behandeln Sie Ihre Lieblingsstücke gut und scheuen Sie keine Reparaturen oder Änderungen: Mit Upcycling liegen Sie voll im Trend, selbst kleinere Risse oder Löcher gelten heute als angesagter "distressed look". Hilfreiche Anleitungen finden Sie im Netz und in den sozialen Medien unter dem Begriff "Upcycling". Durch Kürzen, Umnähen und Aufnähen können Sie Kleidung selbst umgestalten. Größere Reparaturen/ Umarbeitungen übernehmen Änderungsschneidereien meist zu einem fairen Preis. Damit unterstützen Sie auch kleingewerbliche Strukturen in der Nachbarschaft. Nicht (mehr) getragene Kleidung weitergeben: Verschaffen Sie sich regelmäßig (mindestens einmal im Jahr) einen Überblick über Ihren Kleiderbestand. Das schafft Platz im Kleiderschrank, wirkt befreiend und Sie vermeiden es, unnötige neue Kleidungsstücke zu kaufen. Geben Sie gut erhaltene Kleidung, die Sie nicht mehr nutzen, Organisationen, die gemeinnützige Zwecke verfolgen, und vermeiden Sie illegale Kleidersammlungen. Viele Altkleidercontainer werden ohne offizielle Genehmigung aufgestellt. Über FairWertung e.V. oder die Kommune lassen sich vertrauenswürdige Container in Ihrer Nähe finden. Fairwertung e.V. ist ein Zusammenschluss gemeinnütziger Organisationen, die sich für eine transparente Kleidersammlung einsetzen. Das Siegel Fairwertung garantiert, dass die Sammlungen sozialen, diakonischen oder karitativen Zwecken zugeführt werden. Was Sie noch tun können: Online gezielt auswählen: Das rasante Wachstum im Onlinehandel verursacht zunehmend Verkehrsprobleme. Erst recht, wenn Kleidung, die nicht gefällt oder nicht passt, zurückgeschickt wird. Seien Sie deshalb zurückhaltend beim Onlineshoppen und informieren Sie sich beim jeweiligen Händler genau über die Größenangaben. Denn zurückgeschickte Kleidung und Schuhe werden zum Teil als so genannte Ausschussware vernichtet, weil dies in manchen Fällen billiger ist, als die Retouren zu prüfen und wieder ins Sortiment aufzunehmen, oder weil es aus hygienischen Gründen erforderlich ist. Mehr Informationen liefert unser UBA-Umwelttipp zum Onlineshopping . Machen Sie es sich einfach und kaufen Sie gleich bei Modemarken ein, die ausschließlich faire und ökologische Bekleidung anbieten. Im Internet gibt es hierfür verschiedene Überblicksseiten: Get Changed , Utopia . Waschen Sie so oft wie nötig, aber so wenig wie möglich. Dies hält auch die Textilien länger am Leben. Beachten Sie hierzu unsere Tipps zum Wäschewaschen . Hintergrund Umweltsituation: Die Herstellung eines konventionellen Kleidungsstücks belastet die Umwelt auf vielfältige Art und Weise. Der Anbau von Baumwolle, egal ob konventionell oder biologisch, erfordert große Wassermengen vor allem in Gegenden mit Wassermangel. So ist der Baumwollanbau z. B. verantwortlich für die Austrocknung des Aralsees. Um ein Kilogramm Baumwolle zu gewinnen, werden ca. 170 Badewannen voll Wasser benötigt. Pestizide und Düngemittel sind insbesondere beim konventionellen Baumwollanbau ein Problem. Circa 10 Prozent des weltweiten Insektizidmarktes und circa 5 Prozent des Pestizidmarktes entfallen auf diesen Bereich. Hinzu kommt, dass für die Herstellung von einem Kilogramm Textil bis zu ein Kilogramm Chemikalien eingesetzt wird. Ein großer Teil davon gelangt anschließend in das Abwasser. Diese Stoffe sind zum Teil schwer abbaubar und können in den biologischen Kläranlagen nur bedingt reduziert werden. In Ländern wie China oder Indien gelangen diese Stoffe deshalb oft in die Flüsse, da die Abwasserbehandlung häufig nicht ausreicht oder das Abwasser zum Teil gar nicht gereinigt wird. Die Verwendung von chemischen Fasern wie Polyester oder Elastan aus fossilen Rohstoffen verursacht Mikroplastik durch den Abrieb der Chemiefasern beim Waschen. Bisher liegen noch keine verlässlichen Angaben darüber vor, wie viele Fasern auf diese Weise freigesetzt werden. Geschätzt wird, dass in Deutschland insgesamt 80 bis 400 Tonnen Mikropartikel jährlich durch Kleidung freigesetzt werden ( UBA 2015). Im Vergleich hierzu: Durch den Reifenabrieb werden in Deutschland jährlich 60.000 bis 110.000 Tonnen Mikropartikel aus Kunststoff freigesetzt. Der Kauf von Textilien und Bekleidung ist in Deutschland für rund 135 kg CO 2 e pro Person und Jahr verantwortlich. Die Menge entspricht etwa den Emissionen einer PKW-Fahrt von Stuttgart nach Hamburg. Neben den Umweltbelastungen stehen vor allem die sozialen Standards bei der Textilproduktion im Mittelpunkt. Die Arbeitsbedingungen und Löhne in den Produktionsländern wie Pakistan und Bangladesch sind vielfach unzumutbar. Meistens sind es Frauen, die bis zu 16 Stunden am Tag für einen Lohn unter 2 Euro arbeiten. Der "Fast-Fashion"-Trend, also immer schnellere Zyklen von Modekollektionen, sowie die Billigkultur auf dem Textilmarkt tragen dazu bei, dass die schlechten Herstellungsbedingungen in der Branche erhalten bleiben. Gesetzeslage: Ein breiteres öffentliches Bewusstsein über die negativen Seiten der Textilproduktion, insbesondere über die schlechten Arbeitsbedingungen in der Branche, bildete sich seit dem Einsturz des Fabrikgebäudes Rana Plaza in Bangladesch im April 2013. Dabei kamen 1.135 Menschen ums Leben, weitere 2.438 Menschen wurden verletzt. Auf Initiative des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ( BMZ ) wurde 2014 das Textilbündnis ins Leben gerufen. Im Textilbündnis arbeiten rund 130 Mitglieder aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft zusammen. Die Multi-Stakeholder-Initiative zielt darauf, soziale, ökologische und ökonomische Verbesserungen entlang der gesamten Textil-Lieferkette zu erreichen. Alle Mitgliedsunternehmen müssen regelmäßig nachweisen, wie sie die Sorgfaltspflichten in ihren Lieferketten umsetzen. Außerdem arbeiten Mitglieder in Bündnisinitiativen, breit angelegten Maßnahmen mehrerer Mitglieder des Textilbündnisses, die die Bündnisziele unterstützen. Das Ziel: Die Rahmenbedingungen sollen direkt in den Produktionsländern verbessert und dabei Zulieferer und lokale Akteure wie Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen eingebunden werden. Im März 2022 hat zudem die EU ihre neue Textilstrategie vorgestellt. Zentral dabei ist die geplante Einführung von Ökodesign-Vorgaben für Textilien. Kleidung auf dem europäischen Markt könnte damit zukünftig Vorgaben zu Langlebigkeit oder Reparierfähigkeit unterliegen. Marktbeobachtung: Ökologisch produzierte Textilien gelten als Nischenprodukt. Textilien und Bekleidung mit Umweltlabel hatten 2020 einen Marktanteil von etwa 1,4 Prozent. Textilien mit dem Fairtrade-Siegel hatten einen Marktanteil von etwa 0,3 Prozent (Gesellschaft für Konsumforschung 2021). Weitere Informationen finden Sie unter: Textilindustrie (UBA-Themenseite) Textilwirtschaft (Sonderseite des BMZ) Marktdaten (UBA-Datenseite) Quellen: Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) (2016): Marktdaten Ökolabel (GOTS) Greenpeace (2018): Wegwerfware Retouren: Greenpeace-Umfrage zum Kauf- und Retouren-Verhalten bei Online-Bestellungen International Cotton Advisory Committee (ICAC) UBA (2015): Quellen für Mikroplastik mit Relevanz für den Meeresschutz in Deutschland UBA (2021): Kleider mit Haken Umsatz und Marktanteil von Textilien mit Umweltlabel Quelle: Gesellschaft für Konsumforschung Diagramm als PDF Diagramm als Excel mit Daten Kohlendioxid-Emissionen Sonstiger Konsumgüter Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF Diagramm als Excel mit Daten
Satellitenaufnahmen der NASA vom 19. August 2014 zeigen, dass der östliche Teil des Aralsees in Zentralasien zum ersten Mal seit dem Mittelalter vollständig ausgetrocknet ist. Die Aufnahme vom 19. August 2014 zeigt eine Sandwüste im Osten des Sees. Vor 14 Jahren dagegen, am 25. August 2000, war noch eine große Wasserfläche zu sehen. Besonders ernüchternd ist der Vergleich mit der ungefähren Küstenlinie von 1960, die in beiden Bildern ebenfalls eingezeichnet ist. Der Bau des Kokaral-Dammes (2005) zwischen dem Kleinen und Großen Aralsee in Kasachstan gibt Hoffnung auf eine mögliche langfristige Rettung. Der Kleine Aralsee wurde wieder nutzbar für Fischerei und Bewässerung. Um den gesamten Aralsee wiederherzustellen, müsste der See 60 bis 70 km3 Wasser per Jahr erhalten. Aktuell liefert der Fluss Syrdarja 6 km3, doch das komplette Wasser des Amudarja wird zur Bewässerung verwendet.
Der Aralsee ist bis heute auf 2/3 seiner ursprünglichen Größe geschrumpft und ist annähernd in zwei Seen geteilt. Der natürliche Zufluss durch den Amu-Darja-Strom und den Syr-Darja-Strom ist durch Bewässerungsmaßnahmen geschröpft. Der See versalzt, die Fischpopulationen verringern sich. Da durch die Zuflüsse Schädlingsbekämpfungsmittel in den See gelangen, sind die damit bewässerten Nahrungsmittel belastet. Die Säuglingssterblichkeit der Region nimmt zu, ebenso Anämie. Allgemein ist das Klima der Gegend kontinentaler geworden.
Das Projekt "Wird der Große Aralsee meromiktisch? Verfolgung der laufenden Veränderungen im physikalischen und biogeochemischen Regime des weltweit dynamischsten Gewässerökosystems" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Forschungsverbund Berlin, Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei durchgeführt. Der anthropogene Wassernutzung und der Klimawandel können drastische negative Auswirkungen auf die Ökosysteme der Seen haben. Das auffälligste Beispiel für die Fragilität der Binnengewässer ist die 'ökologische Katastrophe des Jahrhunderts' vom Aralsee. Die Folgen der Austrocknung des Aralsees sind bis heute nicht vollständig geschätzt. Eine neue Erkenntnis des Projektteams, die für die geplante Studie von zentraler Bedeutung ist, war die Entdeckung der meromiktischen (permanenten) Schichtung, die sich im größten verbleibenden Meeresbecken, dem Großen Aral, zu entwickeln begann. Unsere Beobachtungen im Zeitraum 2015-2018 weisen darauf hin, dass der See sich in einer Übergangsphase der 'Meromiktisierung' befindet, die durch die Wasserregulierung in den einströmenden Flüssen und durch klimabedingte Änderungen des regionalen Wasserhaushalts beschleunigt wird. Ein solcher Übergang deutet auf akute Änderungen im biogeochemischen Regime hin. Einige von ihnen, beispielsweise ein rascher Anstieg der Methankonzentration im See, wurde vom Projektteam bereits registriert. Um die Mechanismen der Meromiktisierung zu quantifizieren und ihre Auswirkungen auf die regionalen Skalen zu bewerten, schlagen wir vor, eine Reihe von Feldforschungsmethoden, wie Überwachung des Schichtens und des Sauerstoffregimes, direkte Schätzungen der mikrobiellen Aktivität, Methankonzentration und Emissionen sowie turbulenter Stoffübertragung über die Wassersäule, stabile Isotopenuntersuchungen des Wasserhaushaltes anzuwenden, ergänzt durch Modellierung und Daten aus Fernerkundung. Die gegenwärtige Situation im Großen Aral ermöglicht es, beispiellose Veränderungen des Ökosystems des Sees zu verfolgen, die durch die größten Bedrohungen für die Binnengewässer der Welt verursacht wurden: der zunehmende Wasserverbrauch und die klimabedingte Veränderung des Wasserbudgets. Eine zeitnahe und detaillierte Untersuchung der Transformationen im Ökosystem vom Großen Aral würde somit zu einem 'Worst-Case' -Szenario für andere große abflusslosen Seen in Trockengebieten darstellen, die von denselben anthropogenen Treibern bedroht sind. Als Ergebnis dieses Projekts wird eine Quantifizierung des derzeitigen Mischungsregimes im Großen Aral sowie eine Einschätzung der zukünftigen Tendenz beim saisonalen bis mehrjährigen Mischungsverhältnissen und deren Auswirkungen auf Biogeochemie, insbesondere Methanproduktion und Biodiversität, erwartet.
Das Projekt "Teilprojekt : Grundwassermanagement und Projektkoordinierung" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Technische Universität Dresden, Fachrichtung Hydrowissenschaften, Institut für Grundwasserwirtschaft durchgeführt. Die intensive Nutzung von Oberflächenwasser in der Landwirtschaft in der Region Karakalpakstan in Usbekistan führte zu einer qualitativen und quantitativen Beeinträchtigung des Oberflächenabflusses. Dies betraf auch die hydraulisch verbundenen Grundwassersysteme, die zu einer teuren, aber teilweise praktikablen Alternative für die Bewässerung der landwirtschaftlichen Flächen wurden. Die kombinierte Wirkung der Austrocknung des Aralsees, schwerer Dürreperioden, veränderter Niederschlagsmuster und einer konzentrierten Nachfrage nach Wasser für Landwirtschaft und Industrie führte zu Versalzung der landwirtschaftlichen Böden und der Rückgang der Ernteerträge. Mit dem vorliegenden Projekt sollen diese Probleme auf zwei strategischen Ebenen angegangen werden: a) Entwicklung eines nachhaltigen Grundwassermanagements und von Anpassungsstrategien, die den regionalen Herausforderungen entsprechen, und b) Beitrag zur weiteren Entwicklung der wissenschaftlichen Kompetenzen im Land. Um diese Ziele zu erreichen, wird eine transdisziplinäre Nachwuchsforschergruppe eingerichtet mit dem Forschungsschwerpunkt in der Untersuchung von Möglichkeiten für die Anwendung der künstlichen Grundwasseranreicherung. Der Arbeitsplan beinhaltet eine Charakterisierung des ökologischen Status quo in der Region Karakalpakstan und die Identifizierung und Entwicklung geeigneter Grundwassermanagementlösungen in Zusammenarbeit mit lokalen Entscheidungsträgern. Die Forschungsergebnisse dienen dem langfristigen Ziel, das Verständnis, das Bewusstsein und die Kapazitäten auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen zu verbessern. Die erwartete Gesamtwirkung des Projekts konzentriert sich auf die Erhöhung der regionalen Widerstandsfähigkeit gegen die Auswirkungen des Klimawandels durch die Entwicklung einer wesentlichen Infrastruktur für die nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser- und landwirtschaftlichen Ressourcen.
Das Projekt "Förderung nachhaltigen Grundwassermanagements für landwirtschaftliche Nutzung in ländlichen Gebieten Karakalpakstans, Usbekistan" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Technische Universität Dresden, Fachrichtung Hydrowissenschaften, Institut für Grundwasserwirtschaft durchgeführt. Die intensive Nutzung von Oberflächenwasser in der Landwirtschaft in der Region Karakalpakstan in Usbekistan führte zu einer qualitativen und quantitativen Beeinträchtigung des Oberflächenabflusses. Dies betraf auch die hydraulisch verbundenen Grundwassersysteme, die zu einer teuren, aber teilweise praktikablen Alternative für die Bewässerung der landwirtschaftlichen Flächen wurden. Die kombinierte Wirkung der Austrocknung des Aralsees, schwerer Dürreperioden, veränderter Niederschlagsmuster und einer konzentrierten Nachfrage nach Wasser für Landwirtschaft und Industrie führte zu Versalzung der landwirtschaftlichen Böden und der Rückgang der Ernteerträge. Mit dem vorliegenden Projekt sollen diese Probleme auf zwei strategischen Ebenen angegangen werden: a) Entwicklung eines nachhaltigen Grundwassermanagements und von Anpassungsstrategien, die den regionalen Herausforderungen entsprechen, und b) Beitrag zur weiteren Entwicklung der wissenschaftlichen Kompetenzen im Land. Um diese Ziele zu erreichen, wird eine transdisziplinäre Nachwuchsforschergruppe eingerichtet mit dem Forschungsschwerpunkt in der Untersuchung von Möglichkeiten für die Anwendung der künstlichen Grundwasseranreicherung. Der Arbeitsplan beinhaltet eine Charakterisierung des ökologischen Status quo in der Region Karakalpakstan und die Identifizierung und Entwicklung geeigneter Grundwassermanagementlösungen in Zusammenarbeit mit lokalen Entscheidungsträgern. Die Forschungsergebnisse dienen dem langfristigen Ziel, das Verständnis, das Bewusstsein und die Kapazitäten auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen zu verbessern. Die erwartete Gesamtwirkung des Projekts konzentriert sich auf die Erhöhung der regionalen Widerstandsfähigkeit gegen die Auswirkungen des Klimawandels durch die Entwicklung einer wesentlichen Infrastruktur für die nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser- und landwirtschaftlichen Ressourcen.
Das Projekt "Composite project: Pilot Study - Water Availability in Central Asia - Societal Vulnerability to Changing Glacier and Snowmelt Runoff Contributions to Central Asian Rivers (GlaSCA)" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH - UFZ, Department Catchment Hydrology durchgeführt. The main rivers of Central Asia such as the Amudarya and Syrdarya provide the livelihoods of the people living in the semi-arid region of Central Asia. They originate in the Central Asian high mountains where glacier and snow melt contribute substantially to runoff generation. The economies of the riparian states rely heavily upon the use of the river water, mainly for irrigated agriculture and for hydropower generation. This makes them vulnerable to changes in river runoff regimes. Global climate change and the observed shrinkage of glaciers in the Tien Shan and Pamir raise the question about the spatio-temporal variability in glacier and snowmelt contribution to river runoff and potential changes in the runoff components. The GlaSCA project aims at establishing an inter-disciplinary research consortium uniting German and Central Asian scientists which will (1) address the quantification of the glacier and snow-melt contribution to river runoff in the region and (2) assess the societal vulnerability to changes in runoff amount and seasonal distribution. The project will foster the existing and develop new collaborations among partners and beyond aiming at developing future research activities and proposals for the quantification of water availability and societal vulnerability in Central Asian countries. For the GlaSCA pilot study we will focus on the partly glacierised but easily accessible and well-monitored catchment of the Ala-Archa River (283 km2) located on the northern slopes of the Kyrgyz Range near Bishkek (Kyrgyzstan). We will estimate the contributions of glacier melt, snowmelt, groundwater and rainfall to river runoff and investigate their temporal and spatial variability using the analysis of stable isotopes and hydrometric measurements. In a subsequent modelling exercise, we aim at validating and improving already existing hydrological models with the newly gained data and at understanding the processes which govern the glacier and snowmelt contribution to river runoff. The adequacy of process representation in the hydrological models will be investigated in order to put confidence in the future large-scale model applications. In addition, we will analyse the vulnerability of down-stream communities, including different economic sectors and societal groups, to changes in water availability and in the variability of glacier and snowmelt contribution. Based on this knowledge, preliminary societal vulnerability indices will be derived, that can be applied for the assessment of global change impact on water resources in Central Asian countries. (abridged text)
Das Projekt "CAWa - Regionales Forschungsnetzwerk 'Wasser in Zentralasien' Phase III 2015" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Institut für Geographie und Geologie, Lehrstuhl für Fernerkundung durchgeführt. In Zentralasien ist Wasser ist knapp und wertvoll, aber ungleich verteilt unter den verschiedenen Ländern der Region. Das Ziel des Projekts 'Wasser in Zentralasien' (www.cawa-project.net) ist die Schaffung einer wissenschaftlichen und technischen (Geo-)Datengrundlage für ein nachhaltiges Wassermanagement auf länderübergreifender Ebene. Es werden sowohl die Wasserverfügbarkeit als auch der Wasserverbrauch für verschiedene Klimaänderungsszenarien untersucht. Das Projekt wird im Rahmen des 'Berliner Prozesses' vom Auswärtigen Amt bis Ende 2017 gefördert. Das Projekt wird vom Deutschen GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) koordiniert. Weitere Partner sind u.a. das Zentrum für Luft- und Raumfahrt Oberpfaffenhofen (DLR), das Zentralasiatische Scientific Information Center of the Interstate Coordination Water Commission (SIC ICWC) in Usbekistan, das Regionale Umweltzentrum für Zentralasien (CAREC) in Kasachstan, der Usbekische Khorezm Rural Advisory Support Service (KRASS) und das Zentralasiatische Institut für Angewandte Geowissenschaften (ZAIAG) in Kirgistan. Am Lehrstuhl für Fernerkundung werden seit 2009 im Rahmen des Arbeitspakets 'Fernerkundungsprodukte und Datenintegration Parameter für die hydrologische Modellierung aus Fernerkundungsdaten abgeleitet sowie ein Monitoringsystem für die Bewässerungslandwirtschaft erarbeitet. Räumliche Schwerpunkte der Arbeiten liegen zum einen in den Oberlaufregionen des Araleinzugsgebietes und in den Unterlaufregionen in den Bewässerungsgebieten des Amu Darya Deltas sowie dem Fergana-Tal (Usbekistan). In den Bewässerungsgebieten wird aufbauend auf den jährlich abgeleiteten Landnutzungs- und -bedeckungskarten der Anteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche und der Anteil der wichtigsten Anbaufrüchte für den Zeitraum ab 2001 ermittelt. Als Datengrundlage dienen einerseits hochaufgelöste Daten wie Landsat (30m Auflösung) und die des neuen RapidEye-Sensors (6m) sowie für die großflächige Kartierung MODIS-Daten (250m). Die interaktive Webkarten-Anwendung 'Water Use Efficiency Monitor for Central Asia' (WUEMoCA) steht im Mittelpunkt des CAWa-Arbeitspakets 'Online Tool for Monitoring of Land Use and Water Efficiency' während der 3. Phase des CAWa-Projektes (Laufzeit 2015 bis 2017). Dieses Online-Tool ist für die regionale Einschätzung der Wassernutzungseffizienz in den umfangreichen Bewässerungssystemen des grenzüberschreitenden Aralsee-Beckens konzipiert. Das erste Ziel ist es, die räumliche Verteilung und zeitliche Entwicklung der Ernteerträge der wichtigsten Nutzpflanzen, d.h. Baumwolle, Reis und Weizen zu zeigen, basierend auf frei zugänglichen Satellitenbildern (MODIS 250m) und meteorologischen Daten. Diese Ergebnisse werden auf verschiedenen Verwaltungsebenen zusammengefasst (Rayone = Bezirke, Oblaste = Provinzen). (Text gekürzt)
Das Projekt "Leitantrag; Vorhaben: Teilprojekt 1: Erkundung des hydro(geo)logischen Systems im Gunt-Einzugsgebiet" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH - UFZ, Department Catchment Hydrology durchgeführt. Mit einem breiten methodischen Spektrum soll das durch Niederschlag, Gletscherbildung und -abfluss, Grund- und Oberflächenwasser-Dynamik besetzte hydro(geo)logische System des Einzugsgebietes des Gunt im Pamir Tadschikistans erfasst und die Auswirkungen von Klimawandel auf die Großregion modellierend extrapoliert werden. Es sollen die vorhandenen langjährigen meteorologischen, hydrologischen und glaziologischen Datenreihen digitalisiert und datenbankmässig verfügbar gemacht werden, - das bereits existierende Monitoring-Programm für Pegel, Quellen und Gletscherausmaße komplettiert und um moderne Abflussmessstationen erweitert werden, - der aktuelle Systemstatus im Gunt-Einzugsgebiet mit wesentlich höherem Detaillierungsgrad hauptsächlich durch zusätzlich eingesetzte Spurenstoff- und Isotopenmethoden erfasst werden, - aus diesen neuen, wesentlich detailreicheren Datensätzen konzeptionelle Modellvorstellungen hinsichtlich der verschiedenen zum Abfluss beitragenden Teilsysteme wie z.B. Seitenarme oder Grundwasseranteile entwickelt werden, - Kenngrößen für die beteiligten Teilsysteme quantifiziert werden, - in hydrodynamisches Modell, basierend auf JAMS, erstellt werden, mit dem verschiedene Szenarien mit unterschiedlichen Randbedingungen betrachtet und auf ihr Risikopotential für den Großraum West-Tibet/Pamir bis hin zum Aralsee zu analysieren sind.
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Deutsch | 21 |
Englisch | 10 |
Resource type | Count |
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Datei | 3 |
Dokument | 2 |
Keine | 14 |
Webseite | 15 |
Topic | Count |
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Boden | 27 |
Lebewesen & Lebensräume | 27 |
Luft | 24 |
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