Urban Mining Die deutsche Volkswirtschaft setzt jährlich rund 1,3 Milliarden Tonnen an Materialien im Inland ein. Davon verbleiben besonders Metalle und Baumineralien oftmals lange Zeit in Infrastrukturen, Gebäuden und Gütern des täglichen Gebrauchs. Über Jahrzehnte hinweg haben sich auf diese Weise enorme Materialbestände angesammelt, die großes Potenzial als zukünftige Quelle für Sekundärrohstoffe bergen. Strategie zur Kreislaufwirtschaft Die Kreislaufführung von Stoffströmen leistet einen wichtigen Beitrag zur Schonung natürlicher Ressourcen. Eine ambitionierte Kreislaufwirtschaft berücksichtigt alle Materialflüsse entlang der Wertschöpfungskette von der Rohstoffgewinnung bis hin zur Abfallbewirtschaftung. Dabei stellt sich eine große Herausforderung, die noch nicht angemessen in der Kreislaufwirtschaftspolitik integriert ist: Die starke, zeitabhängige Dynamik, mit der sich Materialbestände verändern. Sie wird durch die Verweilzeiten langlebiger Güter angetrieben. Am Ende der Nutzungsphase von Gütern lassen sich die darin gebundenen Materialien teilweise über Recyclingprozesse zurückgewinnen oder energetisch verwerten. Dabei können Materialkreisläufe von Gebäuden, Infrastrukturen und langlebigen Konsumgütern angesichts deren Verweilzeiten mitunter erst nach einigen Jahrzehnten geschlossen werden. Hierin unterscheiden sich langlebige von kurzlebigen Gütern. Denn Lebensmittel, Verpackungen und Kraftstoffe sind zwar mit sehr umfangreichen Materialströmen verbunden, deren Abflüsse lassen sich jedoch auch kurzfristig als Abfälle und Emissionen registrieren. Die Menge im Umlauf bewegt sich somit auf einem langfristig nahezu konstanten Niveau und bildet eine belastbare Planungsgrundlage für zukünftige Stoffströme. Langlebige Güter hingegen lassen sich in ihrer Lagerbildung schwerer erfassen. Oftmals verläuft sich die Spur der enthaltenen Materialien zwischen Einbringung ins und Ausbringung aus dem anthropogenen Lager. Mengenangaben zum Materialbestand, dessen Zusammensetzung und Verbleib sind aufwändig zu ermitteln. Die immense Stoff - und Produktvielfalt, komplexe Produktlebenszyklen und Nutzungskaskaden, rasante Technologiezyklen, Stoffstromkontaminationen, intensive internationale Handelsverflechtungen sowie räumliche Verlagerungen erschweren letztlich eine hochwertige Aufbereitung und Rückgewinnung. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, bedarf es eines ganzheitlichen und proaktiven Ansatzes, der die als Sekundärrohstoffe nutzbaren Abfälle in Zusammenhang mit ihrer zeitlichen und räumlichen Freisetzung stellt. Dieser Ansatz wird mit Urban Mining verfolgt. Was ist Urban Mining? Aus Sicht des Umweltbundesamtes ist Urban Mining die integrale Bewirtschaftung des anthropogenen Lagers mit dem Ziel, aus langlebigen Gütern sowie Ablagerungen Sekundärrohstoffe zu gewinnen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Güter noch aktiv genutzt und erst in absehbarer Zukunft freigesetzt werden oder ob sie bereits das Ende ihres Nutzungshorizonts erreicht haben. Sie alle sind Teil der Betrachtung. Anders als der Name vermuten lässt, bezieht sich Urban Mining nicht allein auf die Nutzung innerstädtischer Lager, sondern befasst sich vielmehr mit dem gesamten Bestand an langlebigen Gütern. Darunter fallen beispielsweise Konsumgüter wie Elektrogeräte und, Autos aber auch Infrastrukturen, Gebäude und Ablagerungen auf Deponien. Der Unterschied des Urban Minings zur Abfallwirtschaft besteht in den Betrachtungsgrenzen beider Ansätze. Während die Abfallwirtschaft sich mit dem Abfallaufkommen an sich beschäftigt, dessen Menge, Zusammensetzung und einer bestmöglichen Rückführung der Materialien in den Stoffkreislauf, bezieht Urban Mining den Gesamtbestand an langlebigen Gütern mit ein, um möglichst früh künftige Stoffströme prognostizieren zu können und bestmögliche Verwertungswege abzuleiten, noch bevor die Materialien als Abfall anfallen. Je besser dabei das qualitative und quantitative Wissen um die gebundenen Materialien ist und die Zeiträume, wann diese wieder aus dem Bestand freigesetzt werden, umso besser können sich die beteiligten Akteure auf neu entwickelnde Abfallströme und deren Verwertung einstellen. Der Handlungsrahmen des Urban Minings als strategischer Ansatz des Stoffstrommanagements reicht demzufolge vom Aufsuchen (Prospektion), der Erkundung (Exploration), der Erschließung und der Ausbeutung anthropogener Lagerstätten bis zur Aufbereitung der gewonnenen Sekundärrohstoffe und deren Wiedereinsatz in der Produktion. Dies kann sowohl innerhalb als auch außerhalb des abfallrechtlichen Regelungsbereiches passieren. Urban Mining ist kein gänzlich von der Abfallwirtschaft losgelöster Ansatz, sondern ergänzt diesen und verfügt darüber hinaus über Schnittmengen zum Produktions- und zum Konsumbereich. Eine Sonderdisziplin des Urban Mining bildet das so genannte Landfill Mining. Es bezeichnet die Gewinnung von Wertstoffen aus Altdeponien. Im Schema einer Kreislaufwirtschaft von der Rohstoffentnahme bis zur Entsorgung ist der Zweck des Urban Minings in der Gewinnung von Sekundärrohstoffen aus langlebigen Gütern am Ende ihrer Nutzungsphase bis hin zu deren Wiedereinsatz in der Produktion zu sehen. Die Kernstrategie im 10-stufigen R-Strategierahmen zur Kreislaufwirtschaft liegt für das Urban Mining im Recycling. Durch den vorausschauenden Bewirtschaftungsansatz des anthropogenen Lagers ist der Betrachtungs- und Handlungsraum aber auf die Produktion und Nutzung langlebiger Güter ausgedehnt. So setzen Prospektion und Exploration bereits mit Instrumenten in der Neuproduktion und vor allem den Beständen in der Nutzungsphase an. Das Urban Mining bedient übergeordnete Strategieziele wie die Ressourcenschonung und die Steigerung der Versorgungssicherheit indem in der Kreislaufwirtschaft vor allem Kreisläufe geschlossen und diese durch die Substitution von Primärrohstoffen verengt werden. Verortung von Urban Mining als Strategie- und Handlungsansatz innerhalb des R-Strategierahmens Die Chancen nutzen In Hinblick auf einen zunehmenden internationalen Wettbewerb um die knappen Rohstoffe der Erde kann die Nutzung von Sekundärrohstoffen dazu beitragen, die natürlichen Ressourcen der Erde zu schonen und so die Lebensgrundlagen bestehender und zukünftiger Generationen zu sichern. Urban Mining bündelt nicht nur die Vorteile der Sekundärrohstoffnutzung, sondern eröffnet darüber hinaus weiterführende Chancen für die Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Gewinnung von Primärrohstoffen ist mit empfindlichen Eingriffen in Ökosysteme und nicht selten mit der Freisetzung umweltgefährdender Substanzen verbunden. Zudem konkurriert der Rohstoffabbau oftmals mit der lokalen Bevölkerung um die Nutzung knapper natürlicher Ressourcen wie Wasser und Flächen. Urban Mining dient durch eine gezielte Lenkung von Stoffströmen der Schonung natürlicher Ressourcen und kann helfen, Nutzungskonkurrenzen zu entschärfen. Hierfür besteht eine breite gesellschaftliche Akzeptanz. Denn Recyclingprozesse hierzulande unterliegen immissionsschutzrechtlichen Auflagen, um ein höchstmögliches Schutzniveau für Mensch und Umwelt zu garantieren. Während diese bei Bedarf angepasst werden können, hat der Gesetzgeber oftmals keinen wirtschaftlichen, rechtlichen und politischen Einfluss auf die Durchsetzung akzeptabler Umweltstandards in Primärförderländern. Da die geologischen Ressourcen der Erde nicht nur begrenzt, sondern zudem ungleich verteilt sind, ist Deutschland beim Einsatz vieler Rohstoffe wie Erze und Metalle auf Importe angewiesen. Durch die optimierte Nutzung von Sekundärrohstoffen und die Bewirtschaftung von „Rohstofflagern“ im eigenen Land werden weniger Primärrohstoffe aus dem Ausland benötigt. Dies hat zum einen den Vorteil, dass die Importabhängigkeit von Primärförderländern reduziert und anderen Ländern, die bisher in der globalen Ungleichheit zwischen Förder- und Nutzländern benachteiligt wurden, der Zugang zu Rohstoffen erleichtert werden kann. Besonders im Bereich der als versorgungskritisch eingestuften Edel- und Sondermetalle kommt diesem Punkt eine große Bedeutung zu, da viele Zukunftstechnologien in ihrer Funktionsweise vom Vorhandensein solcher Metalle abhängig sind. Zum anderen ergeben sich durch den Einsatz von Sekundärrohstoffen und die Aufbereitung im Inland wirtschaftliche Vorteile – für das produzierende Gewerbe durch Kosteneinsparungen im Materialbereich, für die Volkswirtschaft durch Erhöhung der inländischen Wertschöpfung. Die Recyclingwirtschaft ist ein potenzialträchtiger Innovationsmotor und Arbeitsmarkt. Urbane Minen Anthropogene Lagerstätten weisen im direkten Vergleich zu natürlichen Rohstofflagerstätten einige Vorteile auf, die deren systematische Bewirtschaftung für die Zukunft als sinnvolle Alternative zum Primärrohstoffabbau darlegen. Anthropogene Lager enthalten enorme Mengen an wertvollen Stoffen, die inländisch nicht oder nicht mehr aus geologischen Reserven gewinnbar sind. Für viele Rohstoffe, wie beispielsweise Metallerze, übersteigen die im anthropogenen Lager gebundenen Mengen die geologischen Reserven Deutschlands um ein Vielfaches. Der relative Anteil anthropogener Reserven an den globalen Reserven wird in Zukunft steigen. Zwar werden weiterhin neue geologische Vorkommen erschlossen, doch deren Qualität nimmt in der Tendenz ab, bei steigendem Aufwand zur Gewinnung. Mit jedem produzierten langlebigen Gut werden weitere natürliche Rohstoffe in die Anthroposphäre verlagert. Anthropogene Lager haben einen hohen Wertstoffgehalt. Viele Metalle etwa liegen in Gütern wie Bauteilen oder Maschinen in Reinform oder hochlegiert vor - in ihren natürlichen Erzlagerstätten hingegen oftmals nur in geringen Konzentrationen. So entspricht der Goldanteil eines durchschnittlichen Mobiltelefons dem von 16 kg Golderz. Urbane Minen befinden sich oftmals genau dort, wo Rohstoffe benötigt werden. So liegen etwa Sekundärgesteinskörnungen aus dem Rückbau von Bauwerken meist im innerstädtischen Bereich, während im Vergleich dazu Primärkies aus Steinbrüchen stammt, die mitunter mehr als 30 bis 50 km entfernt sein können. Strategieentwicklung Urban Mining wird in den kommenden Jahrzehnten bei der Fortentwicklung einer Kreislaufwirtschaft erheblich an Bedeutung gewinnen. Es ist der Schlüssel, um in Zukunft die anfallenden, dynamischen Materialmengen hochwertig und schadlos bewirtschaften zu können. Urban Mining lässt sich an fünf Leitfragen ausrichten: Wo sind die Lager? Wie viele und welche Materialien sind enthalten, die als Sekundärrohstoffe genutzt werden können? Wann werden die Lager für die Rohstoffgewinnung verfügbar? Wer ist an der Erschließung beteiligt? Wie lassen sich Stoffkreisläufe effektiv schließen? Für die strategische und langfristige Planung von Stoffströmen ist es notwendig, das Wissen über das anthropogene Lager ständig zu erweitern und dieses zu verwalten, an die beteiligten Akteure weiter zu geben und anzuwenden. Dazu muss zuerst eine Wissensbasis über die Zusammenhänge zwischen Input- und Outputströmen geschaffen werden, in der Stoffumwandlungen im anthropogenen Lager über lange Zeiträume Berücksichtigung finden. Außerdem bedarf es geeigneter Instrumente des Wissens- und Informationsmanagements. Um die Wissensbasis entlang von Akteurs- und Wertschöpfungsketten teilen zu können, werden Bewertungsschemata für urbane Minen, digitale Kataster sowie Gebäude- und Güterpässe entwickelt und standardisiert. Die Entwicklung von selektiven, hochsensitiven Recyclingtechniken für komplexe Stoffverbünde sowie das vorausschauende Gestalten logistischer und rechtlicher Rahmenbedingungen, mit denen die Nachfrage für qualitätsgesicherte Sekundärrohstoffe gestärkt wird, stellen ein ebenso wichtiges, komplementäres Handlungsfeld dar.
Schwerpunkte des Berichts bilden das Einsparpotenzial von Phosphor in Produkten und von phosphathaltigen Produkten sowie die Qualität der Rezyklate und deren Einsatz als Düngemittel in der Landwirtschaft bzw. in der Düngemittelindustrie. Außerdem werden Verfahren zur P-Rückgewinnung identifiziert und bewertet, die Kosten und der Energieaufwand der Verfahren dargestellt sowie mögliche Umstellungen der Kläranlagen in Bezug auf eine erleichterte Phosphorrückgewinnung geprüft. Weitere zentrale Inhalte sind Mengenberechnungen zur Entwicklung der thermischen Klärschlammentsorgung und die Möglichkeit des Landfill Minings sowie die Langzeitlagerung der Klärschlammaschen. Anhand einer Expertenbefragung wurden Aspekte zur Markteinführung der Rezyklate diskutiert. Weiterhin werden bereits durchgeführte Maßnahmen zur Klärschlammentsorgung und P-Rückgewinnung aus dem Ausland dargestellt. Abschließend erfolgt eine Prüfung der rechtlichen Umsetzungsmöglichkeiten, u.a. zur Finanzierung und Subventionierung der P-Rückgewinnung sowie zur Abnahmeverpflichtung der produzierten Rezyklate. Veröffentlicht in Texte | 98/2015.
Schwerpunkte des Berichts bilden das Einsparpotenzial von Phosphor in Produkten und von phosphathaltigen Produkten sowie die Qualität der Rezyklate und deren Einsatz als Düngemittel in der Landwirtschaft bzw. in der Düngemittelindustrie. Außerdem werden Verfahren zur P-Rückgewinnung identifiziert und bewertet, die Kosten und der Energieaufwand der Verfahren dargestellt sowie mögliche Umstellungen der Kläranlagen in Bezug auf eine erleichterte Phosphorrückgewinnung geprüft. Weitere zentrale Inhalte sind Mengenberechnungen zur Entwicklung der thermischen Klärschlammentsorgung und die Möglichkeit des Landfill Minings sowie die Langzeitlagerung der Klärschlammaschen. Anhand einer Expertenbefragung wurden Aspekte zur Markteinführung der Rezyklate diskutiert. Weiterhin werden bereits durchgeführte Maßnahmen zur Klärschlammentsorgung und P-Rückgewinnung aus dem Ausland dargestellt. Abschließend erfolgt eine Prüfung der rechtlichen Umsetzungsmöglichkeiten, u.a. zur Finanzierung und Subventionierung der P-Rückgewinnung sowie zur Abnahmeverpflichtung der produzierten Rezyklate.
Der Rückbau von Deponien kann unterschiedlich motiviert sein. Neben der Abwehr von Gefahren, wie z. B. einer Grundwasserbeeinträchtigung durch Schadstoffemissionen des Deponiekörpers, der Bereitstellung des Geländes für eine höherwertige Geländenutzung, wie z. B. die Entwicklung von Bauland in Ballungszentren, kann perspektivisch auch die Rückgewinnung der eingelagerten „Wertstoffe“ eine Rolle spielen. Das sogenannte „landfill mining" zielt auf werthaltige Abfälle ab, wie z. B. Metallschrotte, die beim Rückbau der Deponie zurückgewonnen und vermarktet werden können. Um die Wirtschaftlichkeit von Rückbaumaßnahmen beurteilen zu können, sind eine Reihe von Faktoren zu überprüfen. Dazu zählen insbesondere die stoffliche Zusammensetzung des Deponiegutes (z. B. Anteil an Metallen, heizwertreichen Fraktionen, gefährlichen Abfällen), die regionale Verwertungs- und Beseitigungsinfrastruktur, die arbeits- und immissionsschutzrelevanten Bedingungen bei einem Rückbau sowie nicht zuletzt und maßgeblich die Entwicklung der Rohstoffpreise. Das Land Baden-Württemberg unterstützte im Zeitraum 2009 bis 2012 ein Pilotprojekt zum Deponierückbau auf der Kreismülldeponie Hechingen (Zollernalbkreis), bei dem diese Faktoren beispielhaft untersucht wurden. So sollte u. a. das Ressourcenpotenzial der Deponie ermittelt und die Wirtschaftlichkeit eines Rückbaus abgeschätzt werden. Aufbauend auf den Ergebnissen in Hechingen sowie weiterer Modellprojekte wurde ein Stoffstrommodell als Excel-Werkzeug erstellt, das eine erste Abschätzung der Wirtschaftlichkeit von Rückbaumaßnahmen ermöglichen soll. Der Projektbericht sowie das Excel-Werkzeug mit Hinweisen stehen zum Download bereit. Projektbericht (pdf; 18,2 MB) Excel-Werkzeug „Ressourcenpotenzial von Hausmülldeponien" (xls; Stand: 01.2014) Hinweise zur Anwendung dieser Kalkulationsgrundlage (pdf)
Das Projekt "Teilprojekt 7: Aufbereitungsversuche mittels semi-mobiler Pilotanlage." wird vom Umweltbundesamt gefördert und von AGS Anlagen und Verfahren GmbH durchgeführt. Das Verbundvorhaben INTEGRAL verfolgt das Ziel, Stadt-Land-Beziehungen durch die Entwicklung einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft für mineralische Bauabfallfraktionen zu stärken. Durch ein effizientes Stoffstrommanagement auf Basis des zu entwickelnden Entscheidungshilfetools werden ineffiziente Primärrohstoffentnahmen für natürliche Gesteinskörnungen reduziert und dem Ziel eines nachhaltigen, effizienten und ressourcenschonenden Landmanagements in vollem Umfang Rechnung getragen. Die Lösungsansätze und Handlungsoptionen besitzen dabei beispielhaften Charakter. In einem verfahrenstechnisch geprägten Arbeitspaket werden die stofflichen Parameter ermittelt, die eine Kreislaufführung von RC-Baustoffen ermöglichen. Die Aufbereitung mineralischer Abfälle muss die Abtrennung von Störstoffen gewährleisten, die eine Verwendung der Produkte als Gesteinskörnung für die Betonherstellung erschweren. Dabei handelt es sich weniger um Schadstoffe wie Schwermetalle oder organische Kontaminanten (wie z.B. PAK), sondern um Substanzen, die die technischen Produkteigenschaften schmälern. Dazu gehört Sulfat (z.B. Gips). Durch Nassaufbereitungsverfahren ist eine deutliche Senkung der Sulfatgehalte erreichbar. Darüber hinaus gibt es mittlerweile Verwertungsmöglichkeiten für die abgetrennten Schlämme, da Gips mit dem Ausstieg aus der Kohleverbrennung knapper werden wird. Im Anhang befindet sich zusätzlich: Eine Veröffentlichung der TU Weimar in Zusammenarbeit mit Frau Prof. Müller zum Thema 'Gipsbestandteile in Betonrezyklaten - Herkunft, Auswirkungen und Abtrennung mittels Setztechnik' Eine Veröffentlichung der TU Braunschweig in Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Wanka zum Thema 'Landfill Mining - Nassmechanische Aufbereitung von Feinmaterial' AGS-Unternehmensbeschreibung.
Das Projekt "Teilprojekt: Infrastruktur, wirtschaftliche Anschlussfähigkeit" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Stöbich Holding GmbH & Co. KG durchgeführt. Am Beispiel der Wertmetalle Indium, Gallium und Kobalt soll untersucht werden, ob seltene Metalle aus Rückständen der bergbaulichen Aufbereitung (Berge) unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten wiedergewonnen werden können. Es existieren weltweit Berge und Absetzbecken (Bergeteiche) sowie Tailings, die diese Elemente in bedeutenden Mengen enthalten, weil die Aufbereitung der Erze jeweils auf die Anreicherung ökonomisch interessanter Metalle gezielt hatte. Die Ausbeutefähigkeit solcher Berge in Absetzbecken der Flotation soll am Beispiel der der Massiv-Sulfid-Vererzung des Rammelsberges bezüglich Indium, Gallium und Kobalt untersucht werden. Das Vorhaben dient der Rohstoffsicherung durch innovative Verfahren, die zur Steigerung der Rohstoffeffizienz zu entwickeln sind. Hierbei ist insbesondere der Vermeidungseffekt von Emissionen zu beachten, da die energieintensive Zerkleinerung/Mahlung weitgehend entfällt. In diesem Sinne sind die Berge aus Aufbereitungsrückständen als potenziell wertvolle sekundäre Lagerstätten für das 'Landfill Mining' angesehen. Die Arbeitsplanung dem Fachantrag zu entnehmen. Dabei ist die Firma Stöbich Holding in den Arbeitspaketen 1 und 8 tätig. Im AP 1 schafft Stöbich zu Beginn des Vorhabens die Infrastruktur für die Probennahme und Probenbearbeitung vor Ort. Die Firma Stöbich übernimmt dabei die Bereitstellung von Betriebsmitteln, Energie, Wasser sowie der Infrastruktur. Die Projektleitung zum Zugang der Probenentnahme, zum Aufbau der Infrastruktur sowie Unterstützung bei der Logistik wird ebenfalls gestellt. Das AP 8 startet ab März 2017; hier wird die wissenschaftliche Bearbeitung der wirtschaftlichen Anschlussfähigkeit ermittelt.
Das Projekt "Teilprojekt: Abbautechnik und Begleitmaßnahmen" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Prof. Burmeier Ingenieurgesellschaft mbH durchgeführt. Am Beispiel ausgewählter wirtschaftsstrategischer Rohstoffe wie Indium, Gallium und Kobalt soll untersucht werden, ob eine Gewinnung aus den Flotationsteichen der Erzaufbereitung des Rammelsberges bei Goslar unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten möglich ist. Die Aufbereitungsverfahren werden an Originalproben im Rahmen von Labor- und Technikumsversuchen entwickelt und erprobt. Vorlaufend werden geeignete Abbaustrategien und -techniken sowie anschließend an die Aufbereitung Methoden zum Wiedereinbau der neu erzeugten Aufbereitungsrückstände und der Reinigung abzustoßender Wässer entwickelt. Begleitet werden die technologischen Entwicklungen von Planungen zur Infrastrukturgestaltung eines künftigen Rohstoffgewinnungsbetriebes, der Klärung von Genehmigungsfragen und weiterer für die wirtschaftliche und ökologische Gesamtbewertung erforderlichen Parameter. Dadurch wird eine höchstmögliche technische und wirtschaftliche Anschlussfähigkeit sichergestellt. Im Rahmen des hier beantragten Teilvorhabens sollen im Rahmen des Gesamtverbundes folgende Arbeitspaketen verantwortlich bearbeitet oder an diesen mitgewirkt werden: Arbeitspaketen 1 (Erfassung der Lagerstättendaten) und 5 (Entwicklung eines Konzeptes für den Abbau der Lagerstätten und der Standsicherheit).
Das Projekt "Teilprojekt: Aufbereitung Bergeteichmaterial" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Harz-Metall GmbH durchgeführt. Im Rahmen des Verbundprojektes soll am Beispiel ausgewählter wirtschaftsstrategischer Rohstoffe wie Indium, Gallium und Kobalt untersucht werden, ob eine Gewinnung aus den in den Bergeteichen abgelagerten Aufbereitungsrückständen (Tailings) der Erzaufbereitung des Rammelsberges bei Goslar unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten möglich ist. Die Aufbereitungsverfahren werden an Originalproben im Rahmen von Labor- und Technikumsversuchen entwickelt und erprobt. Vorlaufend werden geeignete Abbaustrategien und -techniken sowie anschließend an die Aufbereitung Methoden zum Wiedereinbau der neu erzeugten Aufbereitungsrückstände und der Reinigung abzustoßender Wässer entwickelt. Begleitet werden die technologischen Entwicklungen von Planungen zur Infrastrukturgestaltung eines künftigen Rohstoffgewinnungsbetriebes, der Klärung von Genehmigungsfragen und weiterer für die wirtschaftliche und ökologische Gesamtbewertung erforderlichen Parameter. Dadurch wird eine höchstmögliche technische und wirtschaftliche Anschlussfähigkeit sichergestellt. Die geplanten Arbeitsschritte für HMG sind im Einzelnen: AP3: Aufbereitung des Bergeteichmaterials -Entwicklung hydrometallurgischer Separations- und Aufkonzentrationsverfahren für Sondermetalle (insbesondere In, Ga und ggfs. Co) aus dem Sulfidkonzentraten AP4: Metallurgische Verfahren zur Darstellung marktfähiger Produkte - Einschleusung der gewonnenen Vorkonzentrate in bestehende Anlagen und Prozesse der Metallurgie - Entwicklung von Produktspezifikationen und Absatzkanälen für Baryt- und Pyritkonzentrate und iterative Verschränkung der Flotationsprozessführung mit Qualitätsstufen-Definitionen für den Absatz von Baryt- und Pyritkonzentraten sowie für die verbleibende Mineralikfraktion im Hinblick auf eine Verwertung - Prozessoptimierung durch Verknüpfung von Aufbereitungsverfahren, hydrometallurgische Vorkonzentration und metallurgische Verwertung.
Das Projekt "Teilprojekt 1: Rückbau, Beste Praktiken" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von INTECUS GmbH - Abfallwirtschaft und umweltintegratives Management durchgeführt. Ziel des Projektes SAFEUSE ist es, den Umgang mit Abfalldeponien in Vietnam nachhaltig zu verbessern, indem das Modell eines integrierten und weitsichtig angelegten Herangehens am Beispiel des Deponiestandortes Go Cat entwickelt und praxisorientiert konkrete Wissens- und Planungsbausteine zur Standortnachnutzung erarbeitet werden. Dieses Teilvorhaben wird wesentliche Rahmenbedingungen für die sichere, ökologisch und ökonomisch vorteilhafte Nachnutzung klären und mit der Variante des Deponierückbaus eine wichtige Option zur Wiedererschließung und Sicherung des Standortes untersuchen. Begleituntersuchungen bestimmter ökologischer, sozialer und ökonomischer Aspekte sollen den weiteren Teilvorhaben zudem als Flankierung dienen und wichtige Grundlagen für eine letztlich zu treffende Gesamtsanierungs- und Nachnutzungsentscheidung liefern. Das Teilvorhaben wird 6 Arbeitspakete mit folgenden Fachinhalten umfassen: Rahmenanalyse, Deponiezustands- und Inventaranalyse, Gefährdungs- und Dringlichkeitseinschätzung, generelle Technologieoptionen und Betrachtungsoption, Deponierückbau sowie Soziale Implikationsanalyse. In einem weiteren Arbeitspaket zusammengefasst sind Aktivitäten zur Ergebnissicherung und -disseminierung. Hierzu gehören u.a. Ergebnis- und Trainingsworkshops. Es wird Interaktionen zwischen den Teilvorhaben von SAFEUSE und eine kontinuierliche Einbindung sowie Mitwirkung lokaler F&E Beteiligter und Akteursgruppen geben. Insgesamt sind 5 'Deliverables' geplant.
Das Projekt "Bewertung der Einführung einer wirtsgesteinsunabhängigen Grenztemperatur unter Vorsorgeaspekten" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Öko-Institut. Institut für angewandte Ökologie e.V. durchgeführt. Für das in Deutschland durchzuführende Standortauswahlverfahren zur Bestimmung eines Standorts für ein geologisches Endlager für hoch radioaktive, Wärme entwickelnde Abfälle hat die Kommission 'Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe' in ihrem Abschlussbericht empfohlen, in Bezug auf die Temperaturverträglich möglicher Wirtsgesteinsvorkommen aus Vorsorgegründen in der 'Phase Eins' des Standortauswahlverfahrens zunächst von einer Grenztemperatur an der Oberfläche des endgelagerten Abfallgebindes von 100°C auszugehen. Diese Empfehlung soll gelten, bis auf Basis von Forschungsarbeiten maximal mögliche Temperaturen in den jeweiligen Wirtsgesteinen festgelegt und daraus spezifische Grenztemperaturen abgeleitet werden können. Als Beitrag zur Vorbereitung auf eine Fortschreibung der Sicherheitsanforderungen des BMUB für die Endlagerung Wärme entwickelnder radioaktiver Abfälle wurden in dem hier beschriebenen Vorhaben die wissenschaftlichen Grundlagen einer wirtsgesteinsunabhängigen Grenztemperatur für die Wirtgesteinstypen Steinsalz, Tonstein und Kristallin aufbereitet und bewertet. Hierauf aufbauend wurden Betrachtungen angestellt zur Bedeutung einer Grenztemperatur für die betriebliche Sicherheit, die Langzeitsicherheit und die Rückholbarkeit/Bergbarkeit der Abfälle. Außerdem wurde die Anwendung auf das Standortauswahlverfahren hinsichtlich der Prüfung des Kriteriums 'Temperaturverträglichkeit' und seiner Auswirkungen auf den Flächenbedarf des Endlagers betrachtet und die Vorsorgeorientierung der empfohlene Grenztemperatur im Vergleich zu der von der Europäischen Kommission gegebenen Definition des Vorsorgeprinzips bewertet.
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Type | Count |
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Förderprogramm | 23 |
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unbekannt | 1 |
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