Abfallwirtschaftliche Verwertungs- und Beseitigungsverfahren führen zur Freisetzung unterschiedlicher Mengen an Treibhausgasemissionen. Hingegen lassen sich durch die Rückgewinnung von Sekundärmaterialien sowie über die Erzeugung und Abgabe von Strom und Wärme Treibhausgasemissionen vermeiden. Unter der Leitung von Herrn Dr. Wünsch wird gemeinsam mit den Bachelor- und Masterstudenten des Studienganges Abfallwirtschaft und Altlasten ein excelbasiertes Berechnungssystem zur Ermittlung der Treibhausgasbilanzen der folgenden Verwertungs- und Beseitigungsverfahren entwickelt: -Deponierung, -mechanische Aufbereitung, -mechanisch-biologische Stabilisierung, -mechanisch-physikalische Stabilisierung, -mechanisch-biologische (aerobe) Aufbereitung, -mechanisch-biologische (anaerobe) Aufbereitung, -Müllverbrennung, -Verbrennung in Ersatzbrennstoff-kraftwerken, -Verbrennung in Braun- und Steinkohlekraftwerken, -Verbrennung in Zementwerken. Dabei ist es möglich den Abfalloutput eines Verfahrens als Input eines anderen Verfahrens zuzuweisen und somit eine Bilanz um komplette Verwertungs- bzw. Beseitigungsketten zu erstellen. Ziel ist es, eine Berechnungsoberfläche zu entwickeln, die es zum einen ermöglicht, mit der Angabe weniger Daten, wie bspw. der erzeugten Abfallmengen Treibhausgasbilanzen zu ermitteln. Zum anderen soll es aber auch möglich sein sämtliche Parameter, wie bspw. Abfallzusammensetzungen, Treibhausgasemissions- und -substitutionsfaktoren sowie spezifische Daten zu den aufgeführten Verfahren, den Bedingungen des Nutzers anzupassen. Die Ergebnisse lassen sich bezogen auf die Art der freigesetzten und vermiedenen Treibhausgasemissionen darstellen (siehe folgende Grafik), als auch bezogen auf die genutzten Verwertungs- und Beseitigungsverfahren. Aktuell wird daran gearbeitet, automatisch Sankeydiagramme zu erzeugen, welche die verschiedenen Stoff-, Energie und Emissionsflüsse der Einzelverfahren und der kombinierten Verwertungs- und Beseitigungsketten übersichtlich darstellen.
Schon jetzt gilt die Forderungen zur Einhaltung von Jahresmittelwerten für Stickstoffoxide unter 100 mg/Nm3 für Anlagen zur Verbrennung und Mitverbrennung von Abfällen, die nach dem 31. Dezember 2012 in Betrieb gehen oder nach diesem Termin ein wesentliche bauliche Änderung erfahren und eine Feuerungsleistung von mehr als 50 MW haben. Dieser regelungstechnische Ansatz stellt einen ersten Schritt zur NOx-Minderung da, erfüllt aber nicht vollständig die Anforderungen, die aus der Industrieemissionsrichtlinie (IED) für die nationale Umsetzung zu erwarten sind. Ziel der Studie ist daher eine Untersuchung inwieweit Abfallverbrennungsanlagen und Ersatzbrennstoffkraftwerke durch Primärmaßnahmen (z.B. Änderung der Luftführung) und Sekundärmaßnahmen (z.B. SNCR, SCR) einen Grenzwert von 100 mg/Nm3 als Tagesmittelwert einhalten können und welches Potenzial zur weiteren Entwicklung gegeben ist. Bei der Fortschreiung des Standes der Technik für die Minderung von Stickoxidemissionen aus Abfallverbrennungsanlagen und Ersatzbrennstoffkraftwerken sollen neben der Beschreibung der vorhanden Technik, auf der Basis von Praxiserfahrungen, auch vergleichende Betrachtung der Stoff- und Energieverbräuche durchgeführt werden. Über dieses Vorgehen soll ein umfassender Überblick über den gesamten Bereich der Maßnahme zur Minderung der NOx-Emissionen erfolgen, um sicherzustellen, dass die Minderungsmaßnahmen durch den Verbrauch von Reaktionsmitteln und Energie nicht an anderer Stelle Emissionen auslösen, die das Gesamtziel der Minderungsmaßnahme in Frage stellen kann.
Das Projekt ermittelt den Stand der Technik bei der Herstellung von Ersatzbrennstoffen aus Siedlungsabfällen und ähnlichen Gewerbeabfällen. Neben Menge und Qualität (beispielhaft) der Ersatzbrennstoffen, werden auch die Möglichkeiten und Kapazitäten für den Einsatz von Ersatzbrennstoffen bei der Mitverbrennung in Produktionsanlagen (Zement- oder Kalkindustrie) oder Kraftwerken beschrieben. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Zusammenstellung aktueller Daten zu Betrieb, Bau- und Planung von Ersatzbrennstoffkraftwerken (EBS-Kraftwerke).
Die ROMONTA Reststoffverwertungsgesellschaft GmbH betreibt am Standort Amsdorf u. a. zwei Dampfkessel (DK 5 und DK 6) für Ersatzbrennstoffe (EBS) mit einer Kapazität von je 60.000 t/a. Zukünftig ist durch die ROMONTA EBS GmbH geplant ein weiteres Ersatzbrennstoffkraftwerk (Dampfkessel 7) zu errichten. Durch die Errichtung der Anlage sollen die bisherigen Energieversorgungskapazitäten der Kohle ersetzt und C02-Emissionen reduziert werden. Die Anlage hat eine Feuerungsleist-ung von 57,75 MW (105 % Nennlast) bei einem Heizwert von 13 MJ/kg.
Der zukünftig geplante Dampfkessel 7 (DK 7) wird als selbstständige Anlage und grundsätzlich unabhängig von den bestehenden Dampfkesseln 5 und 6 betrieben.
Die Stadtwerke Senftenberg GmbH nachfolgend Vorhabenträgerin (VT), beantragte mit Schreiben vom 31.01.2025 für die Errichtung und den Betrieb einer Transit-Fernwärme leitung für das Vorhaben „Dekarbonisierung Fernwärmeversorgung Senftenberg“ die allgemeine Vorprüfung des Einzelfalls zur Feststellung der UVP-Pflicht.
Gegenstand ist die Errichtung und der Betrieb einer Rohrleitungsanlage mit einer Länge von 9,93 km um Dampf oder Warmwasser aus dem Ersatzbrennstoff (EBS) - Kraftwerk „Sonne“ in Großräschen, Ortsteil Freienhufen nach Senftenberg zu befördern.
Die Leitungsführung verläuft vorrangig entlang bestehender Wege und Straßen sowie über Kippenflächen der ehemaligen Braunkohletagebaue Meuro und Meurostolln.
Die geplante Trassierung verläuft zu 80 % über Flächen, die innerhalb rechtskräftiger Ab schlussbetriebspläne (ABP) der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsge sellschaft mbH (LMBV) liegen und damit unter der Bergaufsicht stehen.