Die globalen Ernährungssysteme sind im Wandel begriffen. Ein wesentlicher Treiber ist dabei die weltweit zunehmende Urbanisierung. Sie verstärkt die räumliche Entkopplung von Lebensmittelproduktion und -konsum, sowie die damit einhergehenden ökologischen und sozio-ökonomischen Auswirkungen. Urbane Ernährungsstile sind weltweit geprägt durch einen höheren und damit ressourcenintensiveren pro Kopf Konsum an Lebensmitteln und gehen häufig mit ungesünderen Ernährungsstilen einher. Eine stärkere räumliche Verknüpfung von Produktion und Konsum von Nahrungsmitteln - also eine stärkere Regionalisierung des Ernährungssystems - ist nicht nur mit zahlreichen Chancen für eine nachhaltige Entwicklung des Stadt-Land-Nexus verbunden, sondern bringt auch weitere sozio-ökonomische Vorteile mit sich. Quelle: Forschungsbericht
Das Projekt "Die Bedeutung von Fischereiabfällen und Erfahrung für das Verhalten und die Energetik von Seevögeln" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Justus-Liebig-Universität Gießen, Institut für Tierökologie und Spezielle Zoologie - Tierökologie durchgeführt. Um die lückenhaft über große Flächen und oft unberechenbar verteilten Meeresressourcen zu nutzen, fliegen Albatrosse und Sturmvögel oft Hunderte von Kilometern pro Tag und füttern ihre Küken selten. In marinen Ökosystemen unter starkem anthropogenem Einfluss wird die Verfügbarkeit von Beute oft durch die Anwesenheit der Fischereifahrzeuge verändert, die große Mengen an Abfällen wie Innereien von verarbeitetem Fisch, Nichtzielarten und zu kleine Fische verwerfen. Dadurch erzeugen sie nicht nur eine vorhersehbare und reichliche Nahrungsquelle für Seevögel, sondern Fischerei-Abfälle erschließen Seevögeln auch den Zugriff auf demersale Organismen wie Bodenfische als neuartige Nahrungsquelle. In vielen fischreich genutzten Meeresgebieten stellen Abfälle daher einen großen Anteil der Nahrung von Seevögeln. Dies kann erhebliche Auswirkungen auf die Ernährungsökologie der Seevögel haben. Das Ziel der geplanten Studie ist es, unser Verständnis von Verhaltensanpassungen als Reaktion auf Änderungen in der Verfügbarkeit von Beute zu vertiefen. Wir schlagen dazu eine Fallstudie an Sturmtauchern Calonectris diomedea im Mittelmeer vor, einer Art, die sowohl natürliche Beute als auch Fischereiabfälle als Nahrung nutzt. Um das Ausmaß und die Auswirkungen der Nahrungsquellen zu bewerten, werden wir eine Kombination aus GPS-Tracking, Messungen der Stoffwechselrate mit 2 Methoden (Beschleunigungsdaten und Schwerwassermethode) und nicht-invasive genetische Nahrungsbestimmung verwenden. Wir werden untersuchen, ob die Nutzung der Fischereiabfälle durch die Sturmtaucher als Reaktion auf geringe Verfügbarkeit von ihrer natürlichen Beute auftritt oder ob diese Art sich an die neue Nahrungsquelle angepasst hat, und sie unabhängig von der Verfügbarkeit ihrer natürlichen Beute regelmäßig nutzt. Darüber hinaus werden wir erfahren und neue Brutpaare vergleichen, um zu bewerten, wie die Qualität von Alttieren dieses Verhalten beeinflusst, sowie die Energiebilanz der natürlichen Beute und von Fischereiabfällen vergleichen.
Das Projekt "Sozio-ökologische Begleitforschung: Mikroalgen - Potenzial zur Entspannung der globalen Biomassebilanz durch hochwertiges Nahrungseiweiß?" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Hohenheim, Institut für Agrarpolitik und Landwirtschaftliche Marktlehre, Fachgebiet Agrar- und Ernährungspolitik durchgeführt.
Das Projekt "ALISEN - Analyzing LInkages of SocioEcological Nitrogen flows - Ernährungssystem und Stickstoffflüsse: Ein integriertes sozialökologisches Modell für das Ennstal, Oberösterreich, 1830-2030" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Klagenfurt, Institut für Soziale Ökologie durchgeführt. ALISEN will historische und mögliche zukünftige Veränderungen der Stickstoffflüsse von Nahrungsmittelproduktion und -konsum im Übergang von der Agrar- zur Industriegesellschaft im Ennstal in Oberösterreich für die Periode 1830-2030 berechnen. Das integrierte sozialökologische Model NFC (Nitrogen and Food Flow Changes) wird a) Entscheidungen relevanter Akteure (Landwirte, Konsumenten, etc.), b) räumlich explizite Veränderungen von Landnutzung und Landbedeckung und c) sozioökonomische wie ökologische Stickstoffflüsse repräsentieren. Ziel der Entwicklung und Anwendung von NFC ist es, ein besseres Verständnis über die Wechselwirkung sozioökonomischer wie natürlicher Ursachen veränderter Flüsse von Stickstoff, eines der wichtigsten Elemente sowohl als Pflanzennährstoff, wie auch als Schadstoff und potentielles Treibhausgas. Das Projekt wird Optionen für zukünftige Entwicklungen in Abhängigkeit sowohl von externen Rahmenbedingungen (Agrarsubventionen, Nahrungsmittelpreise, etc.) als auch von individuellen Präferenzen (Gestaltung der landwirtschaftlichen Produktion, Ernährungspräferenzen, etc.) erarbeiten und somit lokale, regionale aber auch überregionale Entscheidungsprozesse unterstützen. Veränderungen in der Verfügbarkeit von Stickstoff (N) während des Übergangs von der Agrar- zur Industriegesellschaft haben einen wesentlichen Einfluss auf das regionale Ernährungssystem. Gleichzeitig verändert sich die Abhängigkeit des regionalen Konsums von der regionalen Nahrungsmittelproduktion grundlegend. Die Verfügbarkeit kostengünstiger und effizienter Transportmöglichkeiten erlaubt eine räumliche Trennung von Nahrungsproduktion und Konsum. Das unterscheidet sich maßgeblich von den Bedingungen vor der Industrialisierung. Veränderungen im N-Management zur Nahrungsmittelproduktion wie auch Veränderungen in der Ernährung basieren auf täglichen Entscheidungsprozessen von Landwirten, Konsumenten und anderen Akteuren. Biophysische und sozioökonomische Rahmenbedingungen sind dabei relevant. Sie eröffnen und beschränken zugleich die Möglichkeiten für derartige Entscheidungen. Einem besseren Verständnis dieser Entscheidungen möchte dieses Projekt näher kommen. Darüber hinaus wird das Projekt zur Sozialökologischen Langzeitforschung (LTSER für Long-Term Socio-Ecological Research) beitragen, indem es eine neue Methode entwickelt, welche eine Integration von Konzepten und Daten aus den Geistes- und Sozialwissenschaften und den Naturwissenschaften in ein kohärentes System und damit eine integrierte Analyse von Gesellschaft-Natur Interaktionen ermöglicht.
Das Projekt "Nachhaltigkeitsorientiertes Rahmencurriculum für die Ernährungs- und Hauswirtschaftsberufe (BIBB)" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Fachhochschule Münster, Institut für Berufliche Lehrerbildung durchgeführt. Ausgangspunkt des am Institut für Berufliche Lehrerbildung der Fachhochschule Münster unter Leitung von Prof. Dr. Irmhild Kettschau durchgeführten Projektes ist der Widerspruch zwischen der Relevanz des Ernährungssektors für eine nachhaltige Entwicklung und der bisher noch nicht ausreichend systematischen Berücksichtigung und Verankerung des Themas in der Berufsbildung. Immerhin 20 Prozent des Gesamtenergieeinsatzes zur Deckung menschlicher Konsumbedarfe gehen auf das Konto Ernährung. Eine Vielfalt an Produkten und Dienstleistungen - und entsprechend damit befasster Berufe - sichern und gestalten die Lebensmittelversorgung und Ernährung der Bevölkerung. Dabei kommt auf die Ernährungswirtschaft die große Verantwortung zu, nachhaltige Produkte und Dienstleistungen sowie Verpflegungskonzepte anzubieten. Dies setzt gut ausgebildetes Personal voraus, das in der Lage ist, betriebliche Abläufe ganzheitlich im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu gestalten und zu kommunizieren. Ziel ist die Erarbeitung und Etablierung eines modular aufgebauten Rahmencurriculums zur beruflichen Bildung für eine nachhaltige Entwicklung im Berufsfeld. Dabei sollen sowohl verschiedene Qualifikationsebenen als auch möglichst viele Berufe der Domäne Ernährung/Hauswirtschaft einbezogen werden. Gleichzeitig sollen diese Berufe dadurch an Attraktivität gewinnen und zukunftssicherer werden. Kooperationspartner von Verbänden, der beruflichen Praxis und der Berufsbildungsforschung werden im Rahmen eines Expertenpanels in die Erarbeitung und Umsetzung von Curriculumelementen eingebunden. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Kooperationspartnerschaft wird das Projekt durch die Professur für Nachhaltige Ernährung/Ernährungsökologie des Fachbereichs Oecotrophologie unterstützt.
Das Projekt "Effects of GM wheat cultivation on the decomposition of GM biomass by soil arthropods and annelids" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Bern, Abteilung Synökologie Institut für Ökologie und Evolution durchgeführt. How digestible is transgenic wheat for earthworms? Genetically modified crops are intended to be toxic for the pests that attack them. At the same time, however, they could harm beneficial organisms. Background Crop plants can be genetically modified to make them immune to pathogens such as fungi, or unpalatable or toxic for pests that feed on them. The overriding objective of plant breeders is to reduce the use of crop protection products. The same substances may, however, be harmful to animals that are important for plants, such as woodlice and worms, as they play a central role in decomposing plant material and releasing nutrients into the soil. Objectives The diversity of species and activity of selected soil-dwelling organisms are expected to provide information on the impact of transgenic plants on these important groups of animals. In addition, nutrient uptake and reproduction of selected soil-dwelling organisms will be compared in areas used to grow genetically modified wheat and areas used to grow conventional wheat. Methods Arthropods (such as woodlice) and segmented worms (such as earthworms) are beneficial invertebrates that live in the soil. Their diversity will be investigated using soil samples as part of the field trial with transgenic wheat (cf. Keller project I). Their activity and nutrient uptake will be determined by burying a constant volume of leaf material derived from transgenic wheat plants and conventional wheat plants for a period of several months. The amount eaten by the soil-living organisms will subsequently be measured. Significance Little is known about the effect of substances that may be released into the soil from the transgenic plants being investigated here. The project is using arthropods and annelid worms as an example of how to investigate this question. The ecologically oriented design of the project will also create a basis for assessing the risk of transgenic plants affecting soil fertility in open cultivation.
Das Projekt "Bedeutung der Ernährungskultur für die Erhaltung land(wirt-)schaftlicher und biologischer Vielfalt" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von landaktiv e.V. durchgeführt.
Das Projekt "Sustainable Food Consumption in Austria - Trends and Options (SUFO:TROP)" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Graz, Wegener Zentrum für Klima und Globalen Wandel durchgeführt. This project focuses on food consumption patterns in Austria, and by relating them to economic data from households, it makes policy recommendations related to sustainable food consumption. Current trends suggest that the fraction of food consumption in total household expenditures is declining while the daily calorie intake is increasing, as does the proportion of meat and sweets, two highly energy intensive food categories. In the project, different groups of food will be considered with respect to their environmental impacts: meat vs. vegetables; conventional vs. organic production etc. The second focus is on the household specific consumption patterns, taking household income, family structure and household location into account. Simulations with respect to different consumption patterns will provide the basis for policy recommendations regarding sustainable food consumption.
Das Projekt "Teilvorhaben 1: Wissenschaftliche Entwicklung der Fütterungsanlage" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Institut für Landwirtschaftliche Verfahrenstechnik durchgeführt. Eine falsche Eiweiß- und/oder Energieversorgung führen beim wachsenden Schwein zu erhöhtem Fettansatz bzw. zu erhöhten Stickstoffausscheidungen. Während es im erstgenannten Fall zu wirtschaftlichen Einbußen kommt, belasten letztere zusätzlich die Umwelt. Mit dem beantragten Vorhaben soll deshalb zunächst geklärt werden, wie das Mastschwein durch Wachstum und Ausscheidungen sowie Futter- und Wasseraufnahmeverhalten auf unterschiedliche Fütterungsstrategien und ein sich änderndes Stallklima reagiert. Anhand der Versuchsergebnisse wird ein Fütterungsverfahren entwickelt, das die vom Tier kommenden Signale und die auf das Tier wirkenden Parameter auswertet, um eine für die Ist-Situation optimale Futterration zu erstellen. Zuerst soll unter c.p. Bedingungen der Einfluss unterschiedlicher Fütterungsstrategien auf das Fress- und Trinkverhalten untersucht werden. Darauf aufbauend erfolgt die Entwicklung des neuartigen Fütterungsverfahrens. Seine Wirkung wird in den anschließenden Mastdurchgängen untersucht und das Verfahren dabei weiter optimiert. Die Ergebnisse werden in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht und stehen dann allen interessierten Unternehmen zur Verfügung.
Das Projekt "Die Bedeutung von Omnivorie und Mixotrophie für Nahrungskettenlängen und Nahrungsnetzstruktur im marinen Pelagial" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von IFM-GEOMAR Leibniz-Institut für Meereswissenschaften durchgeführt. Die Begrenzung der Länge von Nahrungsketten ist eine der klassischen, aber immer noch unbeantworteten Fragen der Ökologie von Lebensgemeinschaften. In diesem Projekt und in einem parallelen Projekt limnologischer Ausrichtung (Antragsteller: Dr. H. Stibor, LMU München) soll versucht werden, zwei zentrale Hypothesen zu überprüfen: Die Omnivorie-Hypothese und die Hypothese der energetischen Begrenzung. Omnivorie-Hypothese. Omnivore sind Organismen, die ihre Nahrung mindestens zwei tropischen Ebenen entnehmen. Dadurch werden sie gleichzeitig zu Nahrungskonkurrenten ihrer Beuteorganismen auf der unmittelbar unter den Omnivoren angesiedelten tropischen Ebene. Diese können dem doppelten Druck (Konkurrenz, Fraß) nicht widerstehen und werden aus dem System verdrängt, wodurch es zu einer Verkürzung der Nahrungskette kommt.Hypothese der energetischen Begrenzung. Wegen der Energieverluste, die bei jedem Transferschritt in der Nahrungskette auftreten, begrenzt die Höhe der Primärproduktion die Länge von Nahrungsketten, da bei zu langen Ketten die Energiezufuhr zu niedrig wäre, um die tropische Ebene der terminalen Räuber zu unterhalten. Überprüfung der Omnivorie-Hypothese. In künstlich zusammengestellte Modell-Nahrungsnetze im Labor (Mikrokosmen) werden an der Basis (mixotrophe Algen) und in der Mitte (omnivore Zooplankter) Omnivore eingefügt und die Struktur der Nahrungsnetze mit Kontroll-Nahrungsnetzen ohne Omnivore verglichen. Überprüfung der Hypothese der energetischen Begrenzung. Die Entwicklung der omnivorenhaltigen und omnivorenfreien Modell Nahrungsnetze wird bei unterschiedlicher Trophie und damit Primärproduktion verfolgt.
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Bund | 14 |
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