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WWF Projekt "Geisternetze Ostsee"

Kurzbeschreibung Entwicklung von umweltverträglichen Methoden zur Suche, Bergung und Verwertung von verlorenem Fischereigerät an der deutschen Ostseeküste. Das WWF Projektbüro Ostsee in Stralsund arbeitet seit 2014 mit Tauchern, Fischern und Behörden zusammen, um verlorenes Fischereigerät aufzuspüren und, wenn ökologisch verträglich machbar, vom Ostseegrund zu entfernen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die fachgerechte und umweltverträgliche Entsorgung von geborgenem Fischereigerät, insbesondere von Altlasten. Ergebnisse Der WWF hat eine Methodik zur umweltschonenden Suche von verlorenem Fischereigerät, inklusive Altlasten, mit Sonartechnik auf die Ostsee adaptiert, die seit vielen Jahren erfolgreich im Puget Sound (USA) eingesetzt wird. Die Bergung erfolgt mit Kutter und Winde unter mithilfe von professionellen Tauchteams, die die Netze anhaken. Ein Recycling von aus der Ostsee geborgenen Netzen hat sich als nicht durchführbar erwiesen. Die Verunreinigungen mit Sediment und die Belastung mit Blei aus Stellnetz-Sinkleinen sind zu hoch, um die Rückführung in den Materialkreislauf sinnvoll zu ermöglichen. Für die Verwertung müssen Geisternetze in die Bestandteile zerlegt und zerkleinert werden. Bleileinen aus Stellnetzen müssen auch für eine thermische Verwertung in bestehenden Anlagen entfernt werden. Die Firma Brockmann Recycling in Nützen bietet an, Netze händisch für die thermische Verwertung aufzubereiten. Seit September 2019 geht die Suche, Bergung und Entsorgung von verlorenem Fischereigerät in die politische Umsetzungsphase. Der WWF hat ein Eckpunktepapier mit Empfehlungen und notwendigen Maßnahmen zur Reduzierung der Belastung der deutschen Meeresgebiete mit Geisternetzen auf einem Spitzentreffen in Sassnitz am 30.09.2019 vorgestellt, das von den Landes- und Bundesbehörden weiterentwickelt wird. Dadurch soll die Verstetigung der Netzsuche erreicht werden, die Finanzierung von Reinigungsaktionen auf See durch Fischer sichergestellt werden, und das Entfernen von Altlasten vorangetrieben werden. Langfristig zahlt dies auf die Verbesserung des guten ökologischen Zustands von Nord- und Ostsee im Sinne der MSRL ein.

Empfehlungen zur Entsorgung von Fanggeräten aus der Fischerei

Laut einer Studie der EU Kommission aus dem Jahr 2018 machen Fanggeräte bzw. Teile davon aus der Fischerei einen durchschnittlichen Anteil von rund 30 % (nach Stückzahl) des Meeresmülls in europäischen Meeresgewässern aus. Mit dem Ziel einer kontinuierlichen Verringerung der Mülleinträge ins Meer hat Deutschland im Rahmen der Umsetzung der Europäischen Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL 2008/56/EG) die Maßnahme "Müllbezogene Maßnahmen zu Fischereinetzen und –geräten“ im Maßnahmenprogramm 2016 (BMUB 2016a und 2016b) als eine von neun Maßnahmen zum Themenbereich Meeresmüll an die EU-Kommission gemeldet. Zusammen mit anderen Handlungssträngen sollen Anreize geschaffen werden, um Entsorgungsmöglichkeiten für Fanggeräte in den Fischereihäfen zu schaffen, bzw. zu optimieren. Im Fokus stehen dabei sowohl alte und ausgediente, als auch zufällig aufgefischte, bzw. geborgene Fanggeräte. Schlussendlich soll darüber ein Beitrag geleistet werden, die Belastung der Meere durch Kunststoffmüll zu reduzieren. Der Bericht stellt eingangs den aktuellen Kenntnisstand zu Entsorgungs- und Recyclingmöglichkeiten von Fanggeräten zusammen, ergänzt durch Beispiele aus der nationalen und internationalen Praxis. Darauf aufbauend wurden von der AG Seebasierte Einträge Empfehlungen entwickelt. Ziel der Empfehlungen ist es Politik, Verwaltung, Betreiber deutscher Fischereihäfen, Fischer und Netzhersteller bei der Entwicklung und Umsetzung von Lösungsstrategien für die Entsorgung von Fanggeräten wie z. B. Netzen zu unterstützen.

Seevogel des Jahres 2016 ist der Basstölpel

Der Basstölpel ist Seevogel des Jahres 2016. Das teilte am 30. Oktober 2015 der Verein Jordsand zum Schutz der Seevögel und der Natur in Ahrensburg bei Hamburg mit. Der größte Seevogel an der deutschen Küste brütet mit 684 Paaren nur auf Helgoland. Der Basstölpel, wissenschaftlicher Name Morus bassanus, hatte sich erst 1991 auf Helgoland angesiedelt. Der Gesamtbestand auf Inseln im Nordatlantik wird auf 950.000 bis 1,2 Millionen geschätzt. Davon brüten etwa 80 Prozent in Europa, der Rest an Kanadas Ostküste. Die größten Kolonien, in denen die Vögel oft nur im Meterabstand nisten, beherbergt Großbritannien. Sie sind erst mit 5 Jahren brutreif und können 37 Jahre alt werden. Spektakulär sind die bis zu 100 Stundenkilometer schnellen Sturzflüge aus 10 bis 40 Metern Höhe nach Beute. Das sind vor allem Sandaale, Heringe und Makrelen. Der Basstölpel leidet besonders unter der Vermüllung der Nordsee mit Plastik. Vor allem Reste von Fischernetzen sind eine Gefahr. Außerdem können die Vögel in den Meeres-Windparks in die Rotoren fliegen und bisherige Nahrungsgründe verlieren.

Reduzierung von Müll im Meer

Kurzbeschreibung Dieser Bericht gibt einen Überblick über Pfand- und Rücknahmesysteme sowie einfache Entsorgungsmöglichkeiten von ausgedienten Netzen- und Fanggeräten in der Fischerei. Ziel ist es Anreize zu schaffen, um das Einsammeln und Abgeben von ausgedienten Netzen und Fischereigeräten durch die Fischer zu verstärken. Damit soll die Umsetzung von Maßnahmen der Meeresstrategierahmenrichtlinie (2008/56/EG), und hier speziell die Reduzierung und Verhinderung des Eintrags von Fischereinetzen in die Meere, - die u.a. von der AG seebasierte Einträge des Runden Tisches Meeresmüll vorangetrieben werden - unterstützt werden. Der Bericht berücksichtigt die in der AG geführten Diskussionen und Einschätzungen und identifiziert Empfehlungen für die weitere Vorgehensweise. Ergebnisse Als Fazit lässt sich feststellen, dass die bestehenden einfachen Entsorgungsmög- lichkeiten auf jeden Fall durch ein strukturiertes, idealerweise behördlich oder durch Unternehmen koordiniertes Rücknahmesystem in allen Regionen Deutschlands ergänzt werden sollte. Dieser Ansatz würde die geordnete Rücknahme für ein anschließendes Recycling in einer Anlage, die nicht zu weit vom Sammelpunkt entfernt ist, entscheidend stärken. Vor allem bei passiven Fanggeräten kann die Sortenreinheit zusätzlich durch einen Pfand relativ einfach und deutlich erhöht werden und damit auch die Recyclingquoten. Dieser Vorteil eines koordi- nierten Pfandsystems auf regionaler oder sogar nationaler Ebene spricht sehr für diesen Weg und kann als Selbstläufer gesehen werden. Insgesamt würden alle Ansätze die derzeit laufenden Aktivitäten im Projekt MARELITT Baltic und der Initiative Fishing for Litter unterstützen, weiter entwickeln und dauerhaft verankern.

Greenpeace birgt Netze im Nordsee-Schutzgebiet

Am 13. Mai 2016 berichtet Greenpeace, dass die Umweltorganisation gemeinsam mit Tauchern der niederländischen Organisation Ghost Fishing Fischernetze mit einem Gesamtgewicht von mehr als einer Tonne in der Nordsee geborgen hat. Während einer zehntägigen Aufräumaktion mit dem Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise befreiten die Meeresschützer einen Teil des Sylter Außenriffs von den sogenannten Geisternetzen. Dies sind abgerissene oder entsorgte Fischernetze, die als Plastikmüll im Meer landen und dort zur Todesfalle für Fische und andere Meerestiere werden können. Laut EU-Verordnung ist es verboten, Fischereigerät im Meer zu entsorgen. Verloren gegangene Netze müssen gemeldet werden. Die Fischereibehörden sind dann für ihre Bergung verantwortlich. So sieht es die Gemeinsame Fischereipolitik (GFP) der EU vor, die auch für Deutschland rechtsverbindlich ist. Doch bisher wird dieser Teil der GFP in Deutschland nicht umgesetzt, teilt Greenpeace mit.

UBA aktuell - Nr.: 6/2017

Liebe Leserin, lieber Leser, wie kann Deutschland seine Klimaziele für die Jahre 2020 und 2030 noch erreichen? Mit den bisher beschlossenen Maßnahmen geht es nicht. Doch es gibt die Chance, die Lücke zu einem Großteil zu schließen: mit einem deutlich zügigeren Ausstieg aus der Kohleverstromung. Ein neues UBA-Thesenpapier zeigt wie. Ein weiteres Thema dieses Newsletters: Pflanzenschutzmittel. Das „Insektensterben“ und die Verlängerung der Zulassung für Glyphosat waren in den vergangenen Wochen wichtige Themen in den Medien. Der Rückgang von Insekten und auch von Feldvögeln, die diese als Nahrungsgrundlage haben, kann eine Folge großflächiger Anwendung von Spritzmitteln sein. Zulassungsbehörden müssen solche indirekten Effekte der Pflanzenschutzmittel auf die biologische Vielfalt künftig stärker berücksichtigen, meint das UBA und sieht sich durch ein Rechtsgutachten bestätigt. Nicht zuletzt möchten wir auf unsere Ausbildungsangebote hinweisen: 2018 bieten wir wieder fünf spannende Ausbildungsberufe an – ob im Büro, im Labor, in unseren Rechenzentren oder in unserer Fachbibliothek Umwelt. Interessante Lektüre wünscht Ihre Pressestelle des Umweltbundesamtes Klimaziele nur mit deutlich weniger Kohlestrom in Reichweite Strom aus Braunkohlekraftwerken ist die klimaschädlichste Form der Stromerzeugung. Quelle: Teteline / Fotolia.com Deutschland will seinen Treibhausgasausstoß in den kommenden Jahren deutlich unter das Niveau von 1990 senken: Bis zum Jahr 2020 soll eine Minderung von 40 Prozent erreicht werden, bis 2030 von 55 Prozent. Wie diese Ziele noch erreicht werden können, zeigt ein neues Thesenpapier des UBA: Zum einen müsste noch vor 2020 die Stromproduktion von Kohlekraftwerken, die älter als 20 Jahre sind, von heute durchschnittlich etwa 6.600 Volllaststunden bei Braun- und 3.600 bei Steinkohlekraftwerken auf maximal 4.000 Volllaststunden gedrosselt werden. Zum anderen müssten mindestens 5 Gigawatt (GW) der ältesten und ineffizientesten Braunkohlekraftwerke stillgelegt werden. Die Stilllegung soll zusätzlich zu den ohnehin geplanten Stilllegungen von 4 GW und einem Zubau von 1 GW erfolgen, so dass die verbleibende installierte Leistung der Kohlekraftwerke im Jahr 2020  nur noch maximal 35 GW (von heute rund 43 GW) beträgt. Bis 2030 muss die installierte Leistung auf dann maximal 19 GW reduziert werden, die Stromerzeugung bleibt weiterhin begrenzt. Im Gegenzug müsste der geplante Ausbau von Windenergie an Land von derzeit 2,8 GW (Brutto) und Photovoltaik von derzeit 2,5 GW (Brutto) kurzfristig auf jeweils mindestens 4 GW pro Jahr (Brutto) angehoben werden, der von Windenergie auf See auf 1 GW pro Jahr. Diese Maßnahmen sind nicht nur die kostengünstigsten und am schnellsten umsetzbaren, um die Lücke zu Deutschlands Klimazielen 2020 und 2030 zu einem Großteil zu schließen – der Kohleausstieg vermeidet auch Umweltkosten in Milliardenhöhe. Allein im Jahr 2016 verursachten Treibhausgase und Luftschadstoffe aus der Kohleverstromung der Allgemeinheit Kosten von etwa 46 Milliarden Euro für Schäden an Gesundheit, Umwelt und Materialien. Analysen zur Altersstruktur der Beschäftigten im Braunkohlenbergbau zeigen, dass der anstehende Strukturwandel im sehr großen Umfang ohne Entlassungen vollzogen werden kann. Denn bis zum Jahr 2030 werden fast zwei Drittel der Beschäftigten in den Ruhestand gehen. Je frühzeitiger die Politik den notwendigen Strukturwandel in der Energiewirtschaft einleitet, desto eher werden Fehlinvestitionen und wirtschaftliche Probleme für die deutschen Kohleregionen vermieden. Investitionen, die über den Klimawandel entscheiden UBA-Fachgebietsleiterin Juliane Berger im rbb Inforadio über den neuen UBA-Leitfaden für klimafreundliche Investitionen (06.11.2017) Chemikalien in der Umwelt: "Viele Stoffe sind problematischer, als wir gedacht haben" SPIEGEL ONLINE über die Umweltprobenbank, unter anderem mit Dr. Marike Kolossa-Gehring und Dr. Andreas Gies vom UBA (03.11.2017) Überschrittene Grenzwerte: Der Kampf der Städte um saubere Luft Marion Wichmann-Fiebig , Leiterin der UBA-Abteilung Luft, zu Gast in der Sendung "Länderzeit" des Deutschlandfunk (25.10.2017) Deutscher Mobilitätskongress: Verkehrsplanung Martin Schmied, Leiter der UBA-Verkehrsabteilung, im Interview mit MOTORDIALOG über die zukünftigen Entwicklungen im Straßenverkehr (18.10.2017) Spürhunde suchen nach Bettwanzen Parasitologin Dr. Arlette Vander Pan vom UBA im Interview auf detektor.fm (17.10.2017) Auf den gesunden Giftmix kommt es an – über die Schadstoffbelastung beim Menschen Toxikologin Dr. Marike Kolossa-Gehring vom UBA im SWR-Interview über die Deutsche Umweltstudie zur Gesundheit (07.09.2017) 100 Im November 2017 hat das UBA die 100. Anerkennung als Umweltvereinigung ausgesprochen. Diese Anerkennung erhielt die „Naturschutzinitiative e. V.“. Die auf Grundlage des Umwelt-Rechtsbehelfsgesetzes anerkannten Umweltvereinigungen können als „Anwälte für die Umwelt“ vor Gericht auftreten. Sie können gerichtlich überprüfen lassen, ob bei umweltrelevanten behördlichen Entscheidungen, beispielsweise über die Zulassung von Industrieanlagen oder die Planung von Fernstraßen, rechtliche Vorgaben beachtet wurden. Anerkannte Umweltvereinigungen sind mit ihren Klagen vor Gericht überdurchschnittlich erfolgreich: Fast die Hälfte aller Klageverfahren haben sie in den Jahren 2006 bis 2012 ganz oder teilweise gewonnen, so Ergebnisse eines UBA-Forschungsprojekts. … eine UBA-Forschungstaucherin? Stefanie Werner with a grouper in Garajau (Madeira) underwater national park Quelle: Explora Madeira Diving Der zunehmende Plastikmüll im Meer und seine Gefahren für Meerestiere und Seevögel sind ein wichtiges Thema für das UBA – welches nicht nur vom Schreibtisch aus betrachtet wird. UBA-Expertin Stefanie Werner geht dem Problem im wahrsten Sinne auf den Grund: Direkt auf dem Meeresgrund ist sie – neben ihrer „normalen“ Arbeit im Büro und in verschiedenen Meeresschutzgremien – als Forschungstaucherin unterwegs. Zum Beispiel untersucht die Meeresbiologin, wo sich herrenlose Fischereinetze im Meer ansammeln und entfernt diese, wo immer möglich. Denn als „Geisternetze“ können sie noch viele Jahre Walen und anderen Meeresbewohnern zum Verhängnis werden, die sich in ihnen verstricken und strangulieren. Danach zersetzen sich die Netze in viele kleine Mikroplastikteile und führen so wiederum zu neuen Problemen: Tiere verwechseln die Kunststoffteile mit Nahrung, erleiden dadurch innere Verletzungen und können mit vollem Plastikmagen verhungern, da sie ein ständiges Sättigungsgefühl verspüren. Neben diesem Thema steht für Stefanie Werner im kommenden Jahr verlorengegangenes Angelzubehör aus der Sportanglerei, wie Angelsehnen und Blinker, im Fokus, an denen unter anderem Fische sinnlos verenden. Zusammen mit dem deutschen Meeresmuseum Stralsund und dem Verein Archeomare e.V. will sie durch das Betauchen verschiedener Areale in der Ostsee nachschauen, wie sich das Problem vor Ort darstellt und welche Gegenmaßnahmen gegebenenfalls ergriffen werden sollten. Wer Forschungstaucher oder -taucherin werden und zum Beispiel auf wissenschaftlichen Schiffstouren mit an Bord sein will, benötigt den Forschungstaucherschein. Die in Theorie und Praxis vermittelten Kenntnisse reichen vom Navigieren über „Erste Hilfe“ bis hin zu archäologischem Wissen und Knotenknüpfen unter Wasser. Stefanie Werner absolvierte ihre Forschungstaucherausbildung vor gut 2 Jahren an der Uni Rostock und weiß nicht nur Angenehmes zu berichten. Denn auch im Winter geht es zur Freiwasserausbildung ins allzu kühle Nass. Dafür kann man sich live vor Ort ein Bild von den Verhältnissen machen und auch ganz praktisch etwas für den Umweltschutz bewegen.

Reduzierung von Müll im Meer: Anreize für das Einsammeln und Abgeben von ausgedienten Netzen und Fanggeräten - Pfand- und Rücknahmesysteme

Dieser Bericht gibt einen Überblick über Pfand- und Rücknahmesysteme sowie einfache Entsorgungsmöglichkeiten von ausgedienten Netzen- und Fanggeräten in der Fischerei. Ziel ist es Anreize zu schaffen, um das Einsammeln und Abgeben von ausgedienten Netzen und Fischereigeräten durch die Fischer zu verstärken. Damit soll die Umsetzung von Maßnahmen der Meeresstrategierahmenrichtlinie (2008/56/EG), und hier speziell die Reduzierung und Verhinderung des Eintrags von Fischereinetzen in die Meere, - die u.a. von der AG seebasierte Einträge des Runden Tisches Meeresmüll vorangetrieben werden - unterstützt werden. Der Bericht berücksichtigt die in der AG geführten Diskussionen und Einschätzungen und identifiziert Empfehlungen für die weitere Vorgehensweise.

Jugendliche sagen Vermüllung von Gewässern den Kampf an

Das Umweltbundesamt unterstützt Schätzungen zufolge befinden sich bis zu 142 Millionen Tonnen Müll in den Weltmeeren und bis zu 18.000 Plastikmüllpartikel treiben auf einem Quadratkilometer Meeresoberfläche. An Stränden der südlichen Nordsee finden sich im Durchschnitt 236 Müllteile auf 100 Meter Strandlinie und auf dem Meeresboden der Nordsee durchschnittlich 11 Kilogramm Müll pro Quadratkilometer. In der Ostsee geht man von jährlichen Verlusten von bis zu 10.000 Fischereinetzen aus, die über lange Zeiträume herrenlos weiterfischen und töten können. Zahlen, die erschrecken und die Dimension verdeutlichen, die dieses Umweltproblem mittlerweile angenommen hat. Das Umweltbundesamt (⁠ UBA ⁠) arbeitet intensiv an der Erforschung der Abfallherkunftspfade und der Wirkungen des Mülls auf im und vom Meer lebende Tiere sowie an Maßnahmenvorschlägen gegen die Vermüllung der Meere. In diesem Zusammenhang unterstützt das UBA auch Verbände, die innovative erfolgversprechende Ideen zu diesem Thema haben, so auch das Projekt Trashbusters H2O der Naturschutzjugend (NAJU). Trashbusters H2O ist eine zweijährige Kampagne der NAJU mit dem Ziel, junge Menschen für Abfallvermeidung und die Gefahr von Plastikmüll in Gewässern zu sensibilisieren. Im Rahmen dieses Projekts ruft die NAJU nun zwei Wochen lang deutschlandweit zum Aufräumen auf. Der Startschuss fällt am 19. September, dem „International Coastal Cleanup Day“, dem internationalen Küstenreinigungstag. Über 5.000 Mal wurde der Aufruf an Jugendliche versandt. Auf der Seite www.trashbusters.de/aktionswoche kann man sich Aufräumaktionen in der Nähe anschließen oder eigene eintragen. Auch Aktionen, die nicht unmittelbar am Wasser stattfinden, helfen den Meeren: Denn ein großer Teil des Mülls gelangt über Land in die Gewässer – aus Freizeit- und Tourismusaktivitäten, durch Flüsse und Kanäle, über Industrieanlagen sowie aus Kläranlagen und Regenwasserüberläufen, um nur einige der Quellen zu nennen.

Technische Lösungen zur Verbesserung der Wiederauffindbarkeit von verlorenen Fischereinetzen und -geräten in deutschen Meeresgewässern: Möglichkeiten und Grenzen

Verloren gegangene Fanggeräte sind vor allem auf Situationen zurückzuführen, auf die Fischer keinen Einfluss haben: Sturm, Notsituationen, neue oder an unbekannten Stellen bestehende Netzhaker oder Verschleppung der Netze durch andere Schiffe. Für die vorliegende Studie wurde Literatur zur Wiederauffindbarkeit von verlorenen Fanggeräten gesichtet. Eine Verbesserung der Wiederauffindbarkeit der abhanden gekommenen Fischereigeräte würde es nicht nur den Fischern selber erleichtern verloren gegangenes Gerät wieder zu bergen, sondern könnte die Suche darüber hinaus auch für andere Organisationen erleichtern. In der Literaturstudie werden die Herangehensweisen und die bisher geprüften und angewandten Techniken vorgestellt. Des Weiteren wurde überprüft, ob die Anwendungen für die in der Nord- und Ostsee eingesetzten Fanggeräte tauglich sind. Auch wurden Aspekte wie Kosten, Effizienz, Handhabung und Auswirkungen auf die Fängigkeit der Fanggeräte berücksichtigt.

Neue Studie zur Bewertung von Aktivitäten in der Antarktis

Neue Studie zur Bewertung von Aktivitäten in der Antarktis Als Genehmigungsbehörde für Tätigkeiten in der Antarktis bewertet das Umweltbundesamt (UBA) unter anderem Forschungsaktivitäten, Kreuzfahrten oder die dafür notwendige Logistik rund um den Südpol. Eine neue Studie im Auftrag des UBA behandelt aktuelle Methoden und Geräte für Polarforschung sowie touristische Aktivitäten und evaluiert deren potentielle Auswirkungen auf die antarktische Umwelt. Menschliche Tätigkeiten in der Antarktis stehen seit Inkrafttreten des Umweltschutzprotokolls zum Antarktisvertrag 1998 unter einem Genehmigungsvorbehalt. Aufgabe des ⁠ UBA ⁠ ist es, diese Tätigkeiten – sei es Forschung, Tourismus oder Logistik – auf mögliche Umweltauswirkungen zu überprüfen. Während sich Technologien stetig weiterentwickeln, neue Forschungsmethoden gefunden und erprobt werden und immer wieder neue touristische Aktivitäten hinzukommen, müssen auch die entsprechenden Bewertungen mit dem Stand der Entwicklung mithalten. Dabei sind die aktuellen technischen Möglichkeiten mit Chancen aber auch mit Risiken für den Umweltschutz in der Antarktis verbunden. Genau hiermit beschäftigt sich der jetzt veröffentlichte Bericht, in dem umfassend Forschungsmethoden, neue Gerätschaften oder etwa Tourismusformen evaluiert werden. Durch den Einsatz moderner Technologien können beispielsweise bei der Meeresökosystemforschung viele neue Erkenntnisse gewonnen werden. Zentrale Themen sind die globale Klimaforschung und Untersuchungen zum Antarktischen ⁠ Ökosystem ⁠. Dazu gehört auch die Frage, welche Rolle Krill und andere Schlüsselarten im ökologischen Gefüge einnehmen oder wie das Arteninventar in der Antarktis zusammengesetzt ist. Zum Fang von Krill, Fischen oder Wirbellosen werden in der Meeresforschung geschleppte Netze verwendet –ähnlich wie bei der kommerziellen Fischerei, jedoch in weitaus geringerem Umfang. Neuere Methoden, wie ferngesteuerte und autonom arbeitende Unterwasserfahrzeuge, fotografieren den Meeresboden ohne direkt einzugreifen. Driftbojen und Verankerungen können große Datenmengen – etwa zu Wassertemperatur oder Salzgehalt des Meeres – über lange Zeiträume hinweg aufzeichnen. Um die diversen Geräte einzusetzen, sind oftmals zusätzlich hydroakustische Geräte, die Schallsignale aussenden, zur Positionierung, Navigation und Kommunikation notwendig. Solche akustischen Verfahren, wie sie etwa auch für die geologische Untersuchung des Meeresbodens verwendet werden, können sich jedoch negativ auf Pinguine, Robben  und Wale auswirken, was bei der Genehmigung dieser Tätigkeiten beachtet werden muss. Auf dem antarktischen Kontinent dienen große Bohrvorhaben im Inlandeis zur Erforschung der Klimageschichte. Diese Vorhaben sind allerdings mit dem Einsatz aufwendiger Logistik und verschiedener Bohrflüssigkeiten verbunden – hier ist die Besorgnis gegenüber negativen Umweltauswirkungen groß. Dies gilt auch für die Untersuchungen von Seen unter dem mächtigen Eispanzer der Antarktis, da diese mit fremden Organismen und Schadstoffen verunreinigt werden können. Viele wissenschaftliche Geräte benötigen Batterien und Akkus zur Energieversorgung. Einige Technologien, unter anderem Sonden oder Wetterballons, hinterlassen Abfall. Alle diese Aspekte müssen bei einer Umweltprüfung berücksichtigt werden. Für den Menschen in der Antarktis ist die Logistik überlebenswichtig. Dazu gehören der Betrieb von Stationen und Camps, der Transport von Personen und Versorgungsgütern, die Energieversorgung, Entsorgung und die Unterstützung der eigentlichen Forschungs- und Tourismusaktivitäten. Dadurch entstehen unweigerlich unter anderem Schall- und Schadstoffemissionen, Abfälle oder Abwässer, die die Umwelt beeinträchtigen können. Während der Tätigkeiten gilt es daher zu vermeiden, dass sich Vögel oder Säugetiere durch Lärm gestört fühlen, Vegetation zerstört wird oder dass fremde Organismen in die Antarktis eingeschleppt werden. Bedrohungen bestehen durch Havarien von Schiffen, Leckagen an Tanklagern oder Treibstoffleitungen. Mit Hilfe der Informationen im neuen Bericht kann das UBA Auflagen und Bedingungen in der Genehmigung formulieren, die dazu beitragen sollen, dass die Umweltauswirkungen der Aktivitäten so gering wie möglich bleiben. Zahlreiche Minderungsmaßnahmen können negative Auswirkungen deutlich reduzieren. Dies ist beispielsweise durch Verwendung von emissionsarmer Technik möglich, die Auswahl wenig sensibler Gebiete oder durch die Einhaltung von Mindestabständen zu Tieren. Im Bericht wird auch aufgezeigt, wo noch Wissenslücken und weiterer Forschungsbedarf bestehen. Unter anderem ist noch nicht ausreichend untersucht, über welches Hörvermögen einzelne Tierarten in der Antarktis verfügen und wie sich Schallemissionen auf die Tiere auswirken. Das UBA  hat bereits an diesem Punkt angesetzt und eine Studie zum Hörvermögen von Pinguinen in Auftrag gegeben.

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