Durch genetische Analysen mit „single nucleotide polymorphism“ (SNP) wurde nachgewiesen, dass sich die Tiere der inneren Ostsee von denen der dänischen Beltsee deutlich unterscheiden (Lah et al. 2016). Morphologische und akustische Daten stützen diesen Befund (Sveegaard et al. 2015). Populationsunterschiede zwischen Nordsee und der dänischen Beltsee sind auch mit anderen Methoden deutlich nachweisbar (Wiemann et al. 2010). Für die unterschiedlichen Einheiten stehen jedoch bisher keine Namen zur Verfügung, so dass sie hier gemeinsam unter dem Artnamen betrachtet werden. Die Gefährdungseinstufung für Deutschland ergibt sich aus der Zusammenschau der Gefährdungen in Nord- und Ostsee; die Population der Nordsee wird durch weiträumige schiffs- und luftgestützte Untersuchungen beobachtet. Sie zeigen, dass es Wanderungen zwischen nördlichen Bereichen der Britischen Inseln und Dänemarks und der deutschen und niederländischen Küste gibt (Hammond et al. 2013). Im Schutzgebiet Borkum-Riffgrund gibt es einen leichten Anstieg der Abundanz (Peschko et al. 2016). Aufgrund der anhaltenden Gefährdung durch Beifang in Stellnetzen, Umweltgifte und Lärm muss der Status trotz des insgesamt stabilen kurzfristigen Bestandstrends als „Gefährdet“ eingeschätzt werden. In der dänischen Ostsee und den angrenzenden Bereichen deuten Untersuchungen auf stabile Populationsgrößen um 30.000 Tiere hin (Sveegaard et al. 2013, Viquerat et al. 2014). Für die innere Ostsee werden dagegen nur noch ca. 500 Tiere (mit größerer Unsicherheit) geschätzt (SAMBAH 2016). Die Population pflanzt sich höchstwahrscheinlich auf der Midsjöbank in Schweden fort. Im Winter verteilen sich die Tiere auch in deutsche Gewässer. Der Status der Gesamtpopulation der inneren Ostsee und auch für die deutschen Ostsee-Anteile muss als „Vom Aussterben bedroht“ angesehen werden. Die größten Gefahren drohen durch das Ertrinken in Fischernetzen (Berggren et al. 2002), Umweltverschmutzung (Ochiai et al. 2013, van de Vijver et al. 2004), Unterwasserlärm durch Offshore-Installationen (Dähne et al. 2013, 2017) und durch reduzierte Beuteverfügbarkeit (DeMaster et al. 2001).
Marine litter at the seafloor comprises different materials. Plastic is the most frequent material of marine litter found at the seafloor of the Baltic Sea (55,6%). "Abandoned, lost, discarded or otherwise lost fishing gear" (ALDFG) is a subgroup of plastic litter with special importance for environmental assessment because it has a defined source and may pose a health risk to animals. With the data provided, marine litter at the seafloor of the Baltic Sea was quantified and characterized with special regard to fishery as source. 72 litter items (LI) were collected within fishery catches by bottom trawling during three cruises in 2020 and 2021. The data were used to quantify litter at the seafloor of the Baltic Sea (9.2 LI/km²) including 2.2 LI/km² ALDFG and 0.4 LI/km² fishery nets. We conclude that fishery is an important source of litter and ALDFG represent a considerable share of marine litter with 22.2%.
Kurzinformation des wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages. 2 Seiten. Auszug der ersten drei Seiten: Wissenschaftliche Dienste Kurzinformation Markierung von Fischernetzen mit Transpondern Fanggeräte wie Fischernetze können sich von den Fischereifahrzeugen lösen, losgerissen oder vorsätzlich im Meer entsorgt werden. Um die Wiederauffindbarkeit möglich zu machen oder aber eine Zuordnung der Netze zum Besitzer zu erreichen, müssen Fischernetze eindeutig gekenn- zeichnet werden. Fischernetze werden beispielsweise mit einer Plakette, einem auslesbarem Schild, mit aus unterschiedlich gefärbtem Garn gedrehten Netzseilen, oder mit Transpondern ge- kennzeichnet. Die vorliegende Kurzinformation befasst sich insbesondere mit der Markierung mittels Transpon- dersystemen. Transponder Schiffe größerer Flotten bzw. die Großfischerei verwenden bereits Markierungen mit Transpon- dersystemen. Zum einen um das Fangmanagement zu unterstützen und zum anderen um verlore- nes Fanggerät wiederfinden zu können. Der Einsatz von Transpondern z.B. auf Markierungsbojen oder Schwimmern in der Küstenfischerei bzw. Kleinfischerei oder bei kleinen Flotten ist aus Kostengründen begrenzt. Die Vereinten Nationen beschreiben in ihrem Bericht „Abandoned, lost or otherwise discarded fishing gear (ALDFG)“ den Einsatz von Transpondern zur Markierung und sprechen eine Empfehlung für das weitere Vorgehen aus: „Transponders are now a common feature in many large-scale fisheries with the satellite tracking of vessels for safety and MCS purposes, and the use of transponders on gear such as marker buoys or floats is becoming more readily available. The fitting of transponders to gear improves the ability to locate gear in the water. This is an added cost to the fisher and is therefore most likely to be used by fishing operations where gear tends to be larger and more expensive than in artisanal fisheries. Large vessels operating mobile gear may already use transponders or sensors attached to the gear to aid net deployment and opera- tion. These large vessels are also more likely to have the capacity to locate and retrieve gear if it is lost. The use of transponders in coastal fisheries or by small-scale fleets is li- mited due to cost and technology constraints. For coastal fisheries it is often assumed that the combination of an inshore location where landmarks can be used for bearings and more affordable GPS means that the use of transponders is unnecessary for gear location WD 8 - 3000 - 055/19 (6. Mai 2019) © 2019 Deutscher Bundestag Die Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages unterstützen die Mitglieder des Deutschen Bundestages bei ihrer mandatsbezogenen Tätigkeit. Ihre Arbeiten geben nicht die Auffassung des Deutschen Bundestages, eines sei- ner Organe oder der Bundestagsverwaltung wieder. Vielmehr liegen sie in der fachlichen Verantwortung der Verfasse- rinnen und Verfasser sowie der Fachbereichsleitung. Arbeiten der Wissenschaftlichen Dienste geben nur den zum Zeit- punkt der Erstellung des Textes aktuellen Stand wieder und stellen eine individuelle Auftragsarbeit für einen Abge- ordneten des Bundestages dar. Die Arbeiten können der Geheimschutzordnung des Bundestages unterliegende, ge- schützte oder andere nicht zur Veröffentlichung geeignete Informationen enthalten. Eine beabsichtigte Weitergabe oder Veröffentlichung ist vorab dem jeweiligen Fachbereich anzuzeigen und nur mit Angabe der Quelle zulässig. Der Fach- bereich berät über die dabei zu berücksichtigenden Fragen.[.. next page ..]Wissenschaftliche Dienste Kurzinformation Seite 2 Markierung von Fischernetzen mit Transpondern purposes. But in many fisheries their wider adoption would provide an additional method 1 of location to reduce gear loss through misplacement at minimal additional cost.“ „The use of transponders to aid traceability and reduce ALDFG is most likely to be appli- cable in large-scale fisheries where the use of technology is commonplace. Even in these fisheries, the extension of this technology may still require some mandatory measures to ensure that use extends to fisheries where ALDFG is thought to be a significant issue and the transponders are of a suitable type and in an appropriate position on the gear to aid immediate or rapid gear recovery. Their use on FADs may be particularly appropriate. GPS technology is becoming increasingly affordable, and given its additional use for ves- sel navigation, could become widely adopted in marking the position of static gear and assisting mobile gear users to avoid agreed zones of static gear use. Recommendation 13: Further support should be given to developing affordable transponders and supporting equipment to aid the location of drifting gear and FADs. In addition, GPS technology and assistance in its use should be directed at small-scale fishers so that they can identify the 2 position of static gear.“ Im letzten Jahr führte die FAO einen Workshop zu Fanggerätemarkierungen durch, dessen Ergeb- nisse auch in den FAO - Handlungsempfehlungen für die Markierung und Rückverfolgbarkeit von Fischernetzen kürzlich veröffentlicht wurden. Die technische Umsetzung ist „Technologie- 3 offen“ formuliert. *** 1 United Nations Environment Programme (UNEP), Food And Agriculture Organization Of The United Nations (2009). „Abandoned, lost or otherwise discarded fishing gear“, Kapitel „On-board technology to avoid or locate gear“, https://www.bmis-bycatch.org/sites/default/files/2016-10/Marine_Litter_Abando- ned_Lost_Fishing_Gear%281%29.pdf, Seite 59 2 United Nations Environment Programme (UNEP), Food And Agriculture Organization Of The United Nations (2009). „Abandoned, lost or otherwise discarded fishing gear“, https://www.bmis-bycatch.org/sites/default/fi- les/2016-10/Marine_Litter_Abandoned_Lost_Fishing_Gear%281%29.pdf, Seite 104 und Seite 109 3 United Nations Environment Programme (UNEP), Food And Agriculture Organization Of The United Nations (2018). „Report to the Technical Consultation On Marking Of Fishing Gear“, http://www.fao.org/3/CA0196EN/ca0196en.pdf United Nations Environment Programme (UNEP), Food And Agriculture Organization Of The United Nations (2019). „Voluntary Guidelines on the Marking of Fishing Gear“, http://www.fao.org/3/ca3546t/ca3546t.pdf Fachbereich WD 8 (Umwelt, Naturschutz, Reaktorsicherheit, Bildung und Forschung)
Zum ersten Mal wurde eine Rote Liste der wandernden Vogelarten in Deutschland erarbeitet und vom Deutschen Rat für Vogelschutz (DRV) und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) in einer gemeinsamen Pressemitteilung am 10. März 2014 vorgestellt. Der Gefährdungsgrad einer Art wurde aus ihrer Häufigkeit und ihren Bestandsveränderungen ermittelt. Insgesamt wurde fast ein Viertel aller Arten als bestandsgefährdet eingestuft, darunter Kornweihe, Rotschenkel, Kuckuck und Ortolan. Weitere 10 Prozent stehen auf der Vorwarnliste. Die Bestände dieser Arten gehen bereits merklich zurück. Zu ihnen zählen Kiebitz, Turteltaube und Trauerschnäpper. Nach Ansicht der Autoren der Roten Liste hat Deutschland eine wichtige Funktion als Drehscheibe des Vogelzugs. Das Wattenmeer etwa gilt als das wichtigste Rastgebiet für Watvögel auf dem Weg von Sibirien nach Westafrika und die norddeutsche Tiefebene als wichtigstes Winterquartier arktischer Wildgansarten. 80 Prozent des nordeuropäischen Bestands der Brandgans versammelt sich im Sommer zur Mauser auf Sandbänken vor der Elbmündung. Ein Viertel des global bedrohten Weltbestands der Samtente überwintert in der deutschen Ostsee, wo die Art durch Beifang in Fischernetzen gefährdet ist. Jeder fünfte Sterntaucher überwintert in deutschen Nordseegewässern, wo sein Lebensraum durch Windenergieanlagen eingeschränkt wird. Ein Großteil des Weltbestands der bedrohten Waldsaatgans überwintert in Ostdeutschland und leidet dort unter der Jagd auf ähnliche Verwandte. Die Rote Liste wurde durch ein vom Deutschen Rat für Vogelschutz (DRV), dem Zusammenschluss deutscher Vogelschutzverbände, -behörden und wissenschaftlichen Institute, eingesetztes Fachgremium erarbeitet. Sie bildet den neuen Fachstandard für die Bewertung der Gefährdung von Vogelarten bei Projekten und Planungen in Deutschland außerhalb der Brutzeit und ergänzt damit die Rote Liste der Brutvögel.
Kurzbeschreibung Entwicklung von umweltverträglichen Methoden zur Suche, Bergung und Verwertung von verlorenem Fischereigerät an der deutschen Ostseeküste. Das WWF Projektbüro Ostsee in Stralsund arbeitet seit 2014 mit Tauchern, Fischern und Behörden zusammen, um verlorenes Fischereigerät aufzuspüren und, wenn ökologisch verträglich machbar, vom Ostseegrund zu entfernen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die fachgerechte und umweltverträgliche Entsorgung von geborgenem Fischereigerät, insbesondere von Altlasten. Ergebnisse Der WWF hat eine Methodik zur umweltschonenden Suche von verlorenem Fischereigerät, inklusive Altlasten, mit Sonartechnik auf die Ostsee adaptiert, die seit vielen Jahren erfolgreich im Puget Sound (USA) eingesetzt wird. Die Bergung erfolgt mit Kutter und Winde unter mithilfe von professionellen Tauchteams, die die Netze anhaken. Ein Recycling von aus der Ostsee geborgenen Netzen hat sich als nicht durchführbar erwiesen. Die Verunreinigungen mit Sediment und die Belastung mit Blei aus Stellnetz-Sinkleinen sind zu hoch, um die Rückführung in den Materialkreislauf sinnvoll zu ermöglichen. Für die Verwertung müssen Geisternetze in die Bestandteile zerlegt und zerkleinert werden. Bleileinen aus Stellnetzen müssen auch für eine thermische Verwertung in bestehenden Anlagen entfernt werden. Die Firma Brockmann Recycling in Nützen bietet an, Netze händisch für die thermische Verwertung aufzubereiten. Seit September 2019 geht die Suche, Bergung und Entsorgung von verlorenem Fischereigerät in die politische Umsetzungsphase. Der WWF hat ein Eckpunktepapier mit Empfehlungen und notwendigen Maßnahmen zur Reduzierung der Belastung der deutschen Meeresgebiete mit Geisternetzen auf einem Spitzentreffen in Sassnitz am 30.09.2019 vorgestellt, das von den Landes- und Bundesbehörden weiterentwickelt wird. Dadurch soll die Verstetigung der Netzsuche erreicht werden, die Finanzierung von Reinigungsaktionen auf See durch Fischer sichergestellt werden, und das Entfernen von Altlasten vorangetrieben werden. Langfristig zahlt dies auf die Verbesserung des guten ökologischen Zustands von Nord- und Ostsee im Sinne der MSRL ein.
<p> <p>Als Genehmigungsbehörde für Tätigkeiten in der Antarktis bewertet das Umweltbundesamt (UBA) unter anderem Forschungsaktivitäten, Kreuzfahrten oder die dafür notwendige Logistik rund um den Südpol. Eine neue Studie im Auftrag des UBA behandelt aktuelle Methoden und Geräte für Polarforschung sowie touristische Aktivitäten und evaluiert deren potentielle Auswirkungen auf die antarktische Umwelt.</p> </p><p>Als Genehmigungsbehörde für Tätigkeiten in der Antarktis bewertet das Umweltbundesamt (UBA) unter anderem Forschungsaktivitäten, Kreuzfahrten oder die dafür notwendige Logistik rund um den Südpol. Eine neue Studie im Auftrag des UBA behandelt aktuelle Methoden und Geräte für Polarforschung sowie touristische Aktivitäten und evaluiert deren potentielle Auswirkungen auf die antarktische Umwelt.</p><p> <p>Menschliche Tätigkeiten in der Antarktis stehen seit Inkrafttreten des Umweltschutzprotokolls zum Antarktisvertrag 1998 unter einem Genehmigungsvorbehalt. Aufgabe des <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a> ist es, diese Tätigkeiten – sei es Forschung, Tourismus oder Logistik – auf mögliche Umweltauswirkungen zu überprüfen. Während sich Technologien stetig weiterentwickeln, neue Forschungsmethoden gefunden und erprobt werden und immer wieder neue touristische Aktivitäten hinzukommen, müssen auch die entsprechenden Bewertungen mit dem Stand der Entwicklung mithalten. Dabei sind die aktuellen technischen Möglichkeiten mit Chancen aber auch mit Risiken für den Umweltschutz in der Antarktis verbunden. Genau hiermit beschäftigt sich der jetzt veröffentlichte Bericht, in dem umfassend Forschungsmethoden, neue Gerätschaften oder etwa Tourismusformen evaluiert werden.</p> <p>Durch den Einsatz moderner Technologien können beispielsweise bei der Meeresökosystemforschung viele neue Erkenntnisse gewonnen werden. Zentrale Themen sind die globale Klimaforschung und Untersuchungen zum Antarktischen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/oekosystem">Ökosystem</a>. Dazu gehört auch die Frage, welche Rolle Krill und andere Schlüsselarten im ökologischen Gefüge einnehmen oder wie das Arteninventar in der Antarktis zusammengesetzt ist. Zum Fang von Krill, Fischen oder Wirbellosen werden in der Meeresforschung geschleppte Netze verwendet –ähnlich wie bei der kommerziellen Fischerei, jedoch in weitaus geringerem Umfang.</p> <p>Neuere Methoden, wie ferngesteuerte und autonom arbeitende Unterwasserfahrzeuge, fotografieren den Meeresboden ohne direkt einzugreifen. Driftbojen und Verankerungen können große Datenmengen – etwa zu Wassertemperatur oder Salzgehalt des Meeres – über lange Zeiträume hinweg aufzeichnen. Um die diversen Geräte einzusetzen, sind oftmals zusätzlich hydroakustische Geräte, die Schallsignale aussenden, zur Positionierung, Navigation und Kommunikation notwendig. Solche akustischen Verfahren, wie sie etwa auch für die geologische Untersuchung des Meeresbodens verwendet werden, können sich jedoch negativ auf Pinguine, Robben und Wale auswirken, was bei der Genehmigung dieser Tätigkeiten beachtet werden muss.</p> <p>Auf dem antarktischen Kontinent dienen große Bohrvorhaben im Inlandeis zur Erforschung der Klimageschichte. Diese Vorhaben sind allerdings mit dem Einsatz aufwendiger Logistik und verschiedener Bohrflüssigkeiten verbunden – hier ist die Besorgnis gegenüber negativen Umweltauswirkungen groß. Dies gilt auch für die Untersuchungen von Seen unter dem mächtigen Eispanzer der Antarktis, da diese mit fremden Organismen und Schadstoffen verunreinigt werden können. Viele wissenschaftliche Geräte benötigen Batterien und Akkus zur Energieversorgung. Einige Technologien, unter anderem Sonden oder Wetterballons, hinterlassen Abfall. Alle diese Aspekte müssen bei einer Umweltprüfung berücksichtigt werden.</p> <p>Für den Menschen in der Antarktis ist die Logistik überlebenswichtig. Dazu gehören der Betrieb von Stationen und Camps, der Transport von Personen und Versorgungsgütern, die Energieversorgung, Entsorgung und die Unterstützung der eigentlichen Forschungs- und Tourismusaktivitäten. Dadurch entstehen unweigerlich unter anderem Schall- und Schadstoffemissionen, Abfälle oder Abwässer, die die Umwelt beeinträchtigen können. Während der Tätigkeiten gilt es daher zu vermeiden, dass sich Vögel oder Säugetiere durch Lärm gestört fühlen, Vegetation zerstört wird oder dass fremde Organismen in die Antarktis eingeschleppt werden. Bedrohungen bestehen durch Havarien von Schiffen, Leckagen an Tanklagern oder Treibstoffleitungen. Mit Hilfe der Informationen im neuen Bericht kann das UBA Auflagen und Bedingungen in der Genehmigung formulieren, die dazu beitragen sollen, dass die Umweltauswirkungen der Aktivitäten so gering wie möglich bleiben.</p> <p>Zahlreiche Minderungsmaßnahmen können negative Auswirkungen deutlich reduzieren. Dies ist beispielsweise durch Verwendung von emissionsarmer Technik möglich, die Auswahl wenig sensibler Gebiete oder durch die Einhaltung von Mindestabständen zu Tieren.</p> <p>Im Bericht wird auch aufgezeigt, wo noch Wissenslücken und weiterer Forschungsbedarf bestehen. Unter anderem ist noch nicht ausreichend untersucht, über welches Hörvermögen einzelne Tierarten in der Antarktis verfügen und wie sich Schallemissionen auf die Tiere auswirken. Das UBA hat bereits an diesem Punkt angesetzt und eine Studie zum Hörvermögen von Pinguinen in Auftrag gegeben.</p> </p><p>Informationen für...</p>
Laut einer Studie der EU Kommission aus dem Jahr 2018 machen Fanggeräte bzw. Teile davon aus der Fischerei einen durchschnittlichen Anteil von rund 30 % (nach Stückzahl) des Meeresmülls in europäischen Meeresgewässern aus. Mit dem Ziel einer kontinuierlichen Verringerung der Mülleinträge ins Meer hat Deutschland im Rahmen der Umsetzung der Europäischen Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL 2008/56/EG) die Maßnahme "Müllbezogene Maßnahmen zu Fischereinetzen und –geräten“ im Maßnahmenprogramm 2016 (BMUB 2016a und 2016b) als eine von neun Maßnahmen zum Themenbereich Meeresmüll an die EU-Kommission gemeldet. Zusammen mit anderen Handlungssträngen sollen Anreize geschaffen werden, um Entsorgungsmöglichkeiten für Fanggeräte in den Fischereihäfen zu schaffen, bzw. zu optimieren. Im Fokus stehen dabei sowohl alte und ausgediente, als auch zufällig aufgefischte, bzw. geborgene Fanggeräte. Schlussendlich soll darüber ein Beitrag geleistet werden, die Belastung der Meere durch Kunststoffmüll zu reduzieren. Der Bericht stellt eingangs den aktuellen Kenntnisstand zu Entsorgungs- und Recyclingmöglichkeiten von Fanggeräten zusammen, ergänzt durch Beispiele aus der nationalen und internationalen Praxis. Darauf aufbauend wurden von der AG Seebasierte Einträge Empfehlungen entwickelt. Ziel der Empfehlungen ist es Politik, Verwaltung, Betreiber deutscher Fischereihäfen, Fischer und Netzhersteller bei der Entwicklung und Umsetzung von Lösungsstrategien für die Entsorgung von Fanggeräten wie z. B. Netzen zu unterstützen.
Der Basstölpel ist Seevogel des Jahres 2016. Das teilte am 30. Oktober 2015 der Verein Jordsand zum Schutz der Seevögel und der Natur in Ahrensburg bei Hamburg mit. Der größte Seevogel an der deutschen Küste brütet mit 684 Paaren nur auf Helgoland. Der Basstölpel, wissenschaftlicher Name Morus bassanus, hatte sich erst 1991 auf Helgoland angesiedelt. Der Gesamtbestand auf Inseln im Nordatlantik wird auf 950.000 bis 1,2 Millionen geschätzt. Davon brüten etwa 80 Prozent in Europa, der Rest an Kanadas Ostküste. Die größten Kolonien, in denen die Vögel oft nur im Meterabstand nisten, beherbergt Großbritannien. Sie sind erst mit 5 Jahren brutreif und können 37 Jahre alt werden. Spektakulär sind die bis zu 100 Stundenkilometer schnellen Sturzflüge aus 10 bis 40 Metern Höhe nach Beute. Das sind vor allem Sandaale, Heringe und Makrelen. Der Basstölpel leidet besonders unter der Vermüllung der Nordsee mit Plastik. Vor allem Reste von Fischernetzen sind eine Gefahr. Außerdem können die Vögel in den Meeres-Windparks in die Rotoren fliegen und bisherige Nahrungsgründe verlieren.
Am 13. Mai 2016 berichtet Greenpeace, dass die Umweltorganisation gemeinsam mit Tauchern der niederländischen Organisation Ghost Fishing Fischernetze mit einem Gesamtgewicht von mehr als einer Tonne in der Nordsee geborgen hat. Während einer zehntägigen Aufräumaktion mit dem Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise befreiten die Meeresschützer einen Teil des Sylter Außenriffs von den sogenannten Geisternetzen. Dies sind abgerissene oder entsorgte Fischernetze, die als Plastikmüll im Meer landen und dort zur Todesfalle für Fische und andere Meerestiere werden können. Laut EU-Verordnung ist es verboten, Fischereigerät im Meer zu entsorgen. Verloren gegangene Netze müssen gemeldet werden. Die Fischereibehörden sind dann für ihre Bergung verantwortlich. So sieht es die Gemeinsame Fischereipolitik (GFP) der EU vor, die auch für Deutschland rechtsverbindlich ist. Doch bisher wird dieser Teil der GFP in Deutschland nicht umgesetzt, teilt Greenpeace mit.
In den Fanggründen von Nord- und Ostsee sind vor allem die zu den Kleinwalen gehörenden Schweinswale von Beifängen bedroht. Zwar sieht die Verordnung (EG) Nr. 812/2004 des Rates zur Festlegung von Maßnahmen gegen Walbeifänge in der Fischerei u.a. seit dem 1.6.2005 obligatorisch vor, dass bestimmte Fanggeräte mit akustischen Warngebern, sog. Pingern, zu versehen sind, um Wale davor zu bewahren, dass sie sich in den Netzen verfangen und ertrinken. Die Wirkung der Pinger auf die Wale ist allerdings noch relativ unbekannt (Scheuchwirkung, Auswirkungen auf das Gehörsystem). Ziel dieses Forschungsvorhabens ist deshalb die Wirkung akustischer Vergrämer auf die Morphologie und die Funktion der Innenohren bei Schweinswalen zu untersuchen. Beifänge aus Gebieten mit Pinger-Einsatz sollen frischtoten Schweinswalen aus Gebieten ohne Pinger-Einsatz gegenüber gestellt werden. Die ermittelten Befunde sollen anschließend mit Daten aus dem Projekt 01HS089 zur 'akustischen Belastung von Schweinswalen' verglichen werden. Des Weiteren sollen zur besseren und eindeutigeren Bewertung der akustischen Belastung zusätzlich mikrobiologisch, histologische, serologische, parasitol. und virologische Untersuchungen durchgeführt werden. Es wurden die Ohren von frisch verstorbenen Schweinswalen entnommen und nach einer histologischen Aufarbeitung und Anfertigung von Serienschnitten unter dem Mikroskop pathologisch ausgewertet. Zur besseren und eindeutigeren Bewertung der Untersuchungsergebnisse wurden zusätzlich computertomographische, mikrobiologische, serologische, parasitologische und virologische Untersuchungen herangezogen. Sie sind unabdingbar, um nichtakustische Veränderungen im Innenohrbereich zu untersuchen. Eine ausführliche pathologische Untersuchung des gesamten Tierkörpers, ergab Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand der untersuchten Schweinswale. Bei fast allen Schweinswalohren fand sich ein Befall mit Parasiten (Nematoden), die teils hochgradige Entzündungen verursachten und zu Ansammlungen von Abwehrzellen in diesen Bereichen führten. Auch wenn die Innenohrschäden nicht direkt mit dem Einsatz von Pingern in Bezug gebracht werden konnten, da diese 'akustischen Vergrämer' noch immer nicht flächendeckend in der Nord- und Ostsee eingesetzt werden, konnten Tiere aus Gebieten mit erhöhten Lärmaufkommen untersucht werden. Anhand der untersuchten Präparate fanden sich jedoch deutliche Hinweise auf durch dauerhafte Lärmexpositionen und akute Belastungsspitzen ausgelöste Gehörtraumata (in Form von Blutungen im Innenohr). Daneben konnten erstmals altersbedingte Veränderungen, ein verheilter Knochenbruch im Ohr, eine Pilzinfektion und andere pathologische Veränderungen beschrieben werden. Diese Studie unterstreicht die Wichtigkeit, systematisch auch die Ohren zu untersuchen, um den Einfluss von Lärm und Umweltverschmutzung auf den Gesundheitszustand und die Hörfähigkeit von marinen Säugern besser zu verstehen und die Tiere besser schützen zu können. (Text gekürzt)
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 15 |
| Land | 5 |
| Weitere | 6 |
| Wissenschaft | 3 |
| Type | Count |
|---|---|
| Daten und Messstellen | 1 |
| Ereignis | 6 |
| Förderprogramm | 3 |
| Taxon | 1 |
| Text | 16 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 19 |
| Offen | 8 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 26 |
| Englisch | 4 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Bild | 5 |
| Datei | 5 |
| Dokument | 11 |
| Keine | 3 |
| Webseite | 15 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 13 |
| Lebewesen und Lebensräume | 27 |
| Luft | 13 |
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